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Full text of "Illustrirte Zeitung 153 ( 1919, Teil 1 Von 2 ( JUL SEPT 1919)"

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AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK 


Die Frage nach den Urlebe wefen. Ift lieh heute auch jedermann dar* 
über im klaren, welche gewaltige Kluft in der Gegenwart das Lebende vom Unbelebten 
trennt, fo daß, obfehon einft das Lebende aus dem Unbelebten entbanden fein muß. 
gegenwärtig nicht mehr Organismen aus Anorganifchero entliehen und offenbar unter 
den heute hcrrfchendcn Bedingungen lieh nicht mehr neu bilden können, fo betrachtet 
man doch nicht nur mit Recht unter den uns bekannten Lcbewefcn die einen als ur* 
Iprünglicher denn die andern, fondem man ift fich auch darüber ziemlich einig, welche 
Organismen gruppe die urfprün glich ftc von allen zu fein fcheine: das wären die kleinen 
Einzelligen, die ja aus nur einer Zelle beftchcn und darin der Eizelle gleichen, aus der 
wir unter vielmaligen Zellteilungen den vielzelligen Organismus Och hcranbildcn fahen. 
Insbefonderc alfo die fogenannten Urtierchen oder Protozoen wären folche urfprüng* 
lichftc Formen, zumal cs unter ihnen deutlich tierifche und grüne pflanzliche gibt fowie 
folche, die in ihrer Emährungs* oder Freßweife bald Tier, bald Pflanze lind. Noch eine 
andere Protiftengruppe lteht im Ruf befonderer Urfprünglichkeit, die Bakterien. Noch 
kleiner als die Protozoen, viel einfacher in ihrem Bau und anfebeinend — obwohl diefe 
Frage heute mehr denn je umftritten ift — ohne Zellkerne, würden fie noch nicht einmal 
Zellen fein und werden daher von manchem Forfcher fogar als die ungefähren Vorfahren 
der Urtierchen betrachtet. Aber diefe Fragen find durchaus im Fluffe. Es geht ja nicht 
immer die Entwicklung der Organismen „bergauf" unter Zunahme an Größe und Kom? 
plirierthcit, fondern auch das Umgekehrte, die Rückbildung, kommt oft genue vor. Daß 
auch die Rückbildung bis zur Einzelligkeit erfolgen kann, darüber ift man lien. für einen 
Fall, den der Bierhefe und der Hefcpilzc überhaupt, längft einig. Sie find bis zur Ein* 
zelligkeit rudimentierte Schlauchpilze, da lie letzteren im übrigen, namentlich in der 
Forlpflanzungsweife, durch „Endofporen", im Innern einer Zelle gebildete Fortpflanzungs* 
zellen, gleichen und dabei aus der fonft durchgehends vielzelligen oder doch vielkemigen. 
von Algen abftammenden Pilzgruppe durch ihre Einzelligkeit ftark herausfallen. Seitdem 
Arthur Meyer, der Marburger Botaniker, zu der Überzeugung kam, daß auch die Bak* 
Jenen echte, nur wegen der Kleinheit fch wer aufBnd bare Zellkerne befltzen. und er außer« 
dem an ihnen gleichfalls Schlauchpilzmerkmale in der Fortpflanzungsweife, Membran* 
ftruktur, im Chemismus und anderem fand, hält er auch die Bakterien für Schlauchpilz* 
oder wenigftens Algenpilzabkömmlinge, brachte alfo die Brefeldfche Lehre, die Bakterien 
feien ..Fungi imperfecti”, unvollftandige Pilze, in verbefTerter Geltalt zu Ehren. Und 
namentlich im Hinblick auf die bei Bakterien mitunter auftTetenden Zufammen reih ungen 

zu Zellketten mit Verzweigungen fpricht er lieh für ihre Abftammung von Algen mit 
verzweigten Hyphen aus; die Kleinheit hätten die Bakterien erft als AnpafTung an das 
Leben in kleinltcn, flüfflgkeitscrfüllten Hohlräumen, wie in abgeftorbenen Organismen, 
erlangt, ln ähnlicher Weife auch die Protozoen von vielzelligen Wefen, und zwar von 
Algen, abzuleiten, erfcheint nicht verfehlt, wenn man bedenkt, wie innig fie im Bereich 
der Geißelorganismen mit den Algen verwandtfchaftlich zufammenhängen, während keine 
Verbindung zwifchen Protozoen und vielzelligen Tieren befteht, tierifche Protozoen viel« 
mehr, nach den Darlegungen von Adolf Pafcher in Prag, (ich, was namentlich die Amöben 
betrifft, ungezwungen als Abkömmlinge von tierifchen Gcißclwcfcn und diefe als folche 
von grünen pflanzlichen Gcißclwcfcn ableitcn laßen ; daß ferner viele vielzelligen 
Algen, wie namentlich der Blafcntang und ähnliche Arten, Eigentümlichkeiten bclitzen, 
die, zwar himmelweit entfernt von durchaus Urfprüngbchen, doch als mit den viel« 
zell 'gen Tieren gemcinfamer Belitz auch den gemeinfamen längft verfchollencn Ahnen 
von vielzelligen Tieren und Pflanzen eigen gewefen fein muffen, während lie Einzellern 
meift fehlen oder nur in abweichender Weife eigen find; fo unter anderem die mitotifche 
Zellteilung in regelmäßiger Ausbildungswcife oder die Befruchtung von runden Eiern durch 
bewegliche Spermien. Gefchichtlich betrachtet erfcheint die Lehre von der Urfprünglichkeit 
der Einzeller als ein Ausfluß des alten Urzeugungsglaubens. Ein Anhänger dcsfelbcn, 
Lorenz Oken, der berühmte Vorkämpfer des Entwicklungsgedankens, fo ftark in ihm wie 
fchwach im Tatfächlichen. fchuf 1805 den Namen Urtiere. Prof. Dr. V. Franz, Jena. 

Die Alchimie im Lichte der neueren Forfchung. Man hat fich 
geradezu daran gewöhnt, in der Alchimie fchlechthin die Goldmacherkunft zu fehen. 
und erft die neuefte Forfchung vermag Licht über die komplizierte Pfyche des Alchi* 
mißen zu verbreiten. Gewiß haftet an dem Tun diefer Männer eine ftark mctallurgifche 
Note, und die Handwerkstraditionen der Metallurgie gehen in der Gefchichtc weit zurück. 
Schon bei den Ägyptern war fie eine als ftrenges Geheimnis gehütete Quelle des könig* 
liehen Reichtums, in der hellcniftifchen Zeit erhob fich die handwerksmäßige Kunft zu 
einer Art Wiflenfchaft. Es traten die Elementen« und Atomlehren der Naturphilofophcn. 
die AnfchauUngen eines Plato und Ariftoteles, allerlei Zauberlehren des Orients und 
chriftliche Einfcnläge zur Metallurgie hinzu. Das Mittelalter empfing die Alchimie von 
den Arabern, den Bewahrern griechifch «hellcniftifchen Willens. Der Metallurg von 
damals wandelte in allerlei fpekulativen Ideen. So befaßen die Metalle gleich den 
Menfchcn Körper und Seele. Eine folche prima materia (erfte Materie) war nach diefer 
Anficht allen Metallen gemeinfam. Sollte ein Metall in ein anderes verwandelt werden, 
fo mußte man auf feine Seele einwirken. Zur HcrftcUung eines edlen Metalls wußte 
man die flüffige Seele durch irgendein Mittel fcftzumachen. Unter den alchimiftifchcn 
Autoren ftehen die großrügigften und fpckulativften Köpfe an Anteilen obenan. Die 
Begriffe werden bald recht vieldeutig. So ift das Queckfilber (mercurius) nicht mehr 
Urftoff (prima materia), fondern ein überlinnlichcs Prinzip, das mit dem Queckfilber nur 
noch den Namen gerneinfam hat. Die prima materia liegt allem Entftandenen zugrunde 
und wird fpäter die Grundfubftanz zur HcrftcUung des Steins der Weifen. Zu den älteftcn 
Ideen der Alchimie gehört die der Zeugung. Nach der Lehre der Ägypter zeugt Gold 
Gold, wie das Korn Korn, der Menfch den Menfchen. Daher der Grund, daß man in 
der Praxis der zu verwandelnden Mifchunjg Gold zufetzte, das im Sinne eines Samens 
zu wirken hatte. Arabifchcn Urfprungs ift die Lehre von den zwei Prinzipien, die auf 
die fcholaftifche Blütezeit der Alchimie überging. Danach befteht jedes Metall aus 
Mercurius und Sulfur, wobei diefe Beftandteile nicht im Sinne von Elementen zu 
nehmen find. Das Sulfur bedeutete das Brennbare und die Urfachc der Veränderungen 
des Metalls, der Mercurius war der Träger metallifcher Eigenheit. Zum Goldmachen 
mußten die beiden in möglichft großer Reinheit zur Hand lein. Parazelfus fügte noch 
«in drittes Prinzip hinzu, das Salz, die Fettigkeit. Häufig werden diefe drei Prinzipien 
Geilt, Seele und Leib genannt. Außerordentlich kompliziert ift die Kunftfprache der 
Alchimiften, infofern ein und derfelbe Autor fÜT eine Sache mitunter fünfzig und mehr 
Namen gebrauchte. Letzten Endes hatten die Alchimiften Schickfal und Wohl der ganzen 
Menfchheit im Auge. Ihr Ziel war. die Seele oder den Urftoff, den eigentlichen Mercur 
zu finden. Nach neueren Forfchem, wie Hitchcock, ift die prima materia der Menfch. 
das Gewiffen, das nicht bei alten gleich „rein” ift. Daher wird von den jüngem der 
Alchimie ein littlicher Lebenswandel gefordert, wahrend die Meifter nach dem unver« 
gänglichen „Golde Gottes“ fuchcn. Diefe fymbolifche Sprache finden wir noch bei 
Jakob Böhme und delTen Schilderung des ProcefTus der Veredlung. So ergeben lieh im 
Lichte der neueren Forfchung innige Zufammenhänee der alchimiftifchen Beftrebungen 
mit allerlei philofophifchen Strömungen und myftifchen Ideen. Dr. Schmid. 

Der Erreger der Bartflechte. Im Verlauf der letten drei Jahre ift in 
Itcigendcm Maße das Auftreten der früher verhältnismäßig feltenen Bartflechte beobachtet 
worden. Die Urfache diefer Erkrankung befteht in der Anfiedelung kleiner Fadenpilze, 
der Trichophvtonpilzc, auf der Haut. Die Fadenpilze gehören zu den niederltcn Pflanzen, 
enthalten kein Chlorophyll und wachfen von den Spitzen aus in Form langer, viel« 
verzweigter Fäden ; von diefer Wachstumsart haben ftc ihren Namen. In fortfeh reitend 
ausgreifendem Wachstum dringen fie immer weiter vor. Als Erreger kommen vcrfchicdcne 
Arten von Trichophytonpilzen in Betracht. Der Nachweis der erregenden Pilze geltaltet 
fich oft fchwierig; die Notierung und Züchtung der Pilzarten auf geeigneten Nährböden 
erfordert Geduld und Ausdauer. Die Widcrftandsfähigkeit der Trichophyton pilze gegen« 
über äußeren Ein flüffen und demgemäß ihre Lebensfähigkeit ift außerordentlich hoch. 
Schon früher konnten Sporen noen nach 15 bis 18 Monaten erfolgreich auf Kulturen 
gezüchtet werden. Neuere Unterfuch ungen. die Max Michael veröffentlicht, erzielten 
nach drei Monaten noch von fämtlichen mit Trichophytonpilzen behafteten Haaren po* 
fitive Kulturen, nach Pechs Monaten in etwa 50 Proz. der unterfuchten Fälle, von da ab 
in abnehmendem Maße Die Unterfuchung nach I bis 1\, Jahren ergab in etwa 20 Proz. 
der Fälle ein politives Kulturergcbnis: die Kulturen erwiefen lieh auch durch die Ver« 
impfung im Tierexperiment als lebensfähig; Unterfuch ungen von Haaren, die länger als 
zwei Janrc aufbewahrt waren, gaben durchweg ein negatives Kulturergebnis. Nur Haare, 


die von Trichophyton>cerebriforaie* und «rosaceum* Infektionen flammten, waren beim 
Kulturverfuch keimfähig ; die Haare von T richophyton:gypseutn: und «violaceumdnfcktioncn 
ergaben in allen, allerdings wenig zahlreichen Fällen ein negatives Refultat. Letztere Erreger 
finden lieh vornehmlich im Offen Europas, erfterc wurden in überwiegender Menge aus dem 
Weften nach Deutfchland cingefchleppt. Die lange Haltbarkeit und Lebensfähigkeit der 
Trichophytonpilze erklärt die Schwierigkeit, die Pilze in den Haaren und Haarbälgen durch 
die Behandlung zum Abftcrben zu bringen, ohne gleichzeitig (bei Anwendung ftaiK konzen 
trierter Mittel) das gefunde Gewebe zu fchädigen. Dr. W. Sch weisheimer, München 
Schlaf und K ran kheif. Daß fehmerzhafte und erregende Krankheiten den 
ruhigen und ruhig anhaltenden Schlaf hemmen, lehrt die alltägliche Erfahrung. Wie 
erklärt fich theoretifch aber die BeeinflufTung von krankhaften Zuftänden durch den 
Schlaf? ProfelTor Schmidt in Bonn fucht im 60. Band der ..Dcutfchen Zeitfchrift für 
Nervenheilkunde“ darauf Antwort zu finden. Durch Nachlaßen der Muskelfpannungen 
(Tonus) und Ausfchaltung von Sinnesreizen fallen Schmerzen fort, die, wie bei Neuralgien 
und Gelenkerkrankungcn, durch Zerrung von Nerven und Muskeln hervorgerufen 
werden; oder die am Tage durch äußere Reize, wie Luftzug, Kälte, Licht, Geräufche. 
gefteigert find. Der Schlaf hemmt oder befeitigt Symptome, die auf einer Reizung des 
Gehirns beruhen. Dazu gehören manche (nicht alle) Formen des Zitterns, der Zuckungen, 
namentlich des Geiichts. des Veitstanzes. Da bei den Hyfterikern angenommen werden muß. 
daß die normale Verbindung zwifchen Bewußtfein und Körperfunktion irgendwie unter« 
brochen oder gehemmt ift, fo muß bei Verdeckung diefes Defekts durch den Schlaf die körper« 
liehe Funktion des Schlafenden eine beffere fein. Der hylterifch gelähmte Arm bewegt 
fich, das unempfindliche Bein zuckt auf Stichreize im Schlaf. Diefe Beobachtung kann 
eradezu diagnoftifche Wichtigkeit erlangen. Andererseits werden durch den Schlaf oder 
as Schlafbedürfnis auch Symptome, die am Tage durch Arbeit und fonftige Ablenkung 
der Aufmcrkfam keil -unterdrückt wurden, wieder deutlich und ftörend. Hierher gehören 
leichte und mittclfchwerc pfychifche Störungen wie Angft. Unruhe, Zweifelfucht. Zwangs* 
ideen, Deprcffion. Auch geringfügige Schmerzen, die der Alltag vergefTen machte, (teilen 
fich vor dem Einfchlafcn wieder ein (Zahnfchmerzcn, Hühncraugenfchmcrzcn), Durch 
die befondere Lagerung des Schlafenden, durch die Ruhigftellung der Muskulatur können 
die Befchwerden Herzkranker erleichtert werden; andererfeits fallen viele vom Hirn 
ausgehenden Hemmungen fort, fo daß das Klopfen des Herzens itärker gefühlt, das 
Pulfieren der Gefäße bemerkt, das Jagen des Pulfes unangenehmer empfunden wird. Auch 
die vom Willen unabhängige Muskulatur erfchlafft; bei den geringeren Muskelfpannungen 
der Harn* und Gallcnwcge paffiert ein Stein leichter die engen Kanäle und ruft eine 
Kolik hervor. Vielleicht erklärt fich fo das häufige Auftreten derartiger fehmerzhafter 
Anfälle im Schlaf. Die Beifpiele für die Abhängigkeit von pbyiiologifchen Akten 
(Geburt) und krankhaften Erfchcinungen vom Scnlaf ließen lieh noch vermehren 
Es muß noch erwähnt werden, daß die Zeit vor dem Einfchlafen unseren Blick 
befonders. nachhaltig auf das innere Ich cinftcllt. Da werden Befchwerden gern in 
mikrofkopifcher Vergrößerung gefehen. Davon willen „Nervöfc" zu berichten. Und 
gerade diefe leiden oft an dem Mangel alles Labenden und Erquickenden im traumlos 
ruhigen Schlaf. Dr. Kurt Singer 

Die regenreich Iten Gebiete Deutfchland s. Die genauere Erfor 
fchung der Niederfchlagsverteilung in Deutfchland ift im allgemeinen von Norden nach 
Süden fortgefch ritten, wenn man auch fchon aus einzelnen Meffungcn eine ungefähre 
Vorftellung davon gewonnen hatte. So vermutete man fchon lange, daß man die regeti- 
rcichlten Gebiete in den Alpen werde fuchcn muffen. Jetzt hat nun Hellmann auf 
Grund aller erreichbaren Meffungen feit 1895 feltgeftellt, daß am nadelten, hinfichtlich 
der Jahresmenge, die Algäuer Alpen find, wo vielfach über 2000 mm fallen, fo in Rohr 
moos (in nur 1070 m Höhe) 2550 mm. Noch etwas größere Mengen konnte man auf 
der Süd« und Oltfeite des Algäus, als der Luvfeite, erwarten. Gerade dort oben bc« 
ftehen allerdings keine das ganze Jahr über tätige Meßftcllen, aber in jedem Sommer 
wurde während des Huttcnbctricbcs mehrere Monate lang gemeffen, und daraus konnte 
man diefe Ergcbniffc mit Hilfe tiefer liegender, aber ftändig beobachtender Stationen 
auf das Jahr utnrechnen. So ergab fich für die am Übergang von der Spielmannsau 
in das Heckbachtal in 1845 m Höhe gelegene Kcmptncrhütte eine lahresmenge von 
nicht weniger als 2550 mm. Das ift die größte bisher für Deutfchland bekannt gcwor> 
dene Jahresmenge. Es ift abcT durchaus möglich. daB noch an anderer Stelle der deut* 
fehen Alpen ähnlich große Mengen fallen, denn nicht nur lind 2000 mm fchon an ver« 
fchiedenen Orten genießen worden, fondern es wurden in Grattenbach, im mittleren 
Prientale, fogar 2285 mm gemeffen, und das auffälligerweifc in nur 700 m Scehöhe. 
Meffungcn näher an der Kampenwand oder dem Geigelffcin würden fchr wahrfcheinlich 
noch größere Mengen ergeben. Denn an diefen Wänden werden die durch das Hinweg» 
((reichen über die fumpheen ausgedehnten Moofc nördlich von München mit Fcuchtig« 
keit angereicherten Noraweltwinde durch Stau zum Aufftcigcn und damit zur Auv 
dehnung, Abkühlung und Verdichtung des WafTcrdampfes gezwungen; die Berge an der 
Wefffcite des Prientales find erheblich niedriger. Uter 2000 mm erhalten außerdem 
das Untersberghaus (1665 m) am Nordhange des Hochthrones (Untcrsbcrg) mit 2095 mm. 
ferner im Schwarzwald die Gegend der Hornisgrinde , denn fchon die beiden nordöft* 
lieh und fiidfüdöftlich auf der Lcefeite liegenden Meßftellen Herrenwies (759 m) mit 
1975 mm und Rühftcin (915 m) mit 2017 mm weifen darauf hin, fowie der Feldbcrg, wo 
ebenfalls der 200 m unter dem Gipfel in Lee liegende Feldberger Hof (1279 m) fchon 
1835 mm erhalt. Auch die Hochvogefen am Splzer Belchen und am Welfchen Belchen 
haben über 2000 mm, denn im DoUcrtal wurden am Alfeldcr Staufen fchon in 620 m 
Höhe und auf der Leefeite des Kammes 2172 mm gemeffen. In Norddeutfchland ift die 
regenreichfte Gegend der öberharz, wo der Brocken etwa 1700 mm und das obere Sieber* 
tal (Forfthaus Schluft) 1662 mm haben. Prof. Dr. Kaßner. 

Eine Eifenbahn durchs Meer von Indien nach Ceylon. 
Die Engländer lind zur Zeit damit befchaftigt, ein Kulturwerk zu vollenden, das zu den 
eigenartigften der Welt gezählt werden muß. Es handelt fich um die Uberbrückung eines 
ganzen Meeresarms von bedeutender Breite, um vom indifchen Feftland aus die Elfen* 
bahnen ungehindert auf die Infel Ceylon übergehen laifen zu können. Die Palkftraßc. 
die Ceylon von Indien trennt, hat eine Breite von nicht weniger als 50 Um; üc ift 
aber von einem Schwarm von kleinen Riffen. Sandbänken und Infclchen, der fogenannten 
„Adamsbrücke", ausgcfüllt, die einen natürlichen Untergrund für die Anlage eines Eilen 
bahnviaduktes abgeben Die Verhältniff'e liegen hier ganz ähnlich wie an einer anderen 

Stelle der Erde, wo gleichfalls eine „Eifenbahn durchs Meer" führt; die fogenanntc „Key 
Weft«Bahn". die von der Südoltfpitze Floridas über zahlreiche kleine Infein der Florida 
ftraße nach der durch ihr Luxusfeebad bekannten Infel Key Weft, halbwegs nach Kuba 
hinüber, läuft. Die Eifenbahn über die Adamsbrücke ift fenon feit etwa einundeinhalb 
Jahrzehnten des öfteren erörtert und zum Teil auch bereits verwirklicht worden. Aller 
dings find lieh die Fachleute noch nicht ganz einig, ob der Viadukt zweckmäßiger aß 
fortlaufender Damm oder als eine Kombination von Deichen und Brücken hergcftcllt werden 
foll. um den. Strdmungsvcrhältnißen des Meeres und den an lieh nur fehr befcheidenen 
Bcdürfniffcn der Schiffahrt in der Palkftraßc gerecht zu werden. Mit Rückficht auf die 
Schiffahrtsbcdürfniffe. die durch einen zufammenhängenden Damm natürlich ganz vereitelt 
werden würden, wird empfohlen, an einer Stelle des Viadukts eine Drehbrücke einzufchaltcn. 
wie lie feit kurzem auch den Suczkanal bei El* Kantara überfpannt, um gleichzeitig den 
Seefchiffen wie den Eifenbahnzügen der neuen Linie Kairo— Jeruf.il cm die Fahrt zu er 
möglichen. Jetzt handelt es fich nur noch um die Art und Weife, wie die größte Lucke 
in der Adamsbrückc zwifchen den Infcln Manar und Rameswaram ausgetüllt werden 
foll. denn bis zu diefen Enfeln ift von beiden Seiten her die Eifenbahnanlage durch' 
Meer bereits gefchaffcn. Dabei ift im fogenannten Pambam*Paß der Palkftraßc ein für 
die paHicrcnden Schiffe zu öffnender Viadukt fchon im Jahre 1914 hergcftcllt worden 
Zwifchen Manar und Rameswaram verkehrt einstweilen eine Fähre, die die Eifenbahn 
über die Meerenge hinwegbefördert. Tat fachlich befteht alfo fchon eine direkte Elfen* 
bahnverbindung zwifchen Indien und Ceylon, im Zuge der Linie Madura-Amuradhapura, 
fo daß man. um fchnell nach Ceylon zu gelangen, auch in Bombay Itatt in Colombo 
an Land gehen kann. Man wünfeht nun aber auch die Fähre auszufchalten, und die 
Vollendung der Brücke zwifchen den Inicln Manar und Rameswaram ift wohl licher nur 
noch eine Frage der Zeit. Auf den feiten, zufammenhängenden Damm wird man allem An* 
fchein nach fcnließlich verzichten, da ihm die Nordolts und Südwcftmonfune jenes Gebietes 
unter Umftändcn doch gefährlicher als einer Brücke werden könnten. Dr. R. Hcnnie 


Die IlluJtrirte Zeitung darf nur in der Geftalt in de« Verkehr gebracht werden, in der fie zur Aufgabe gelangt ift. Jede Veränderung, auch (Lu. Beilegen von Drucksachen irgendwelcher An. ift unterlagt und wird gerichtlich verfolg' 
AUr Zufendungeti redaktiootllet Art find in die Redaktion der Ilhiftnrten Zeitung io Leipzig. Rrudnitz«rftraß« 1— 7. alle anderen Zufendungen an die Gefchaftiltrllc der ILluftrirten Zeitung, ebenfalls in Leipzig, zu nchten. — Cetzehmigun; 
mr Reproduktion unterer Bilder kabto nur flieh jHeuniliger vorheriger V ernindigubg mit den Stammhaus (J- )• SX’eber. Leipzig! erfolgen. — Für unverlangte Einfendungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung übernommen. ' 


Copyright July 5 rJ 1919 by llluftrirte Zeitung, J. J. Weber, Leipzig, Nummer 3966. 153. Band. Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Rcudnitzcrftraßc 1-7. 


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£Dte £at von 0 capa ^lon> 

Von gregattentapitän p. 2öalbepet-^>at6. 


OfJon einem englifcbcn Abmiral 
-Oftammt bie vor bem Kriege ge- 
fallene Aufeerung, bic Teutfdjen 
ȟrben eine* Sttorgens aufroachen 
unb batten feine glotte mcbr. 
SWancber oon uns bat über (oldbe 
A3orte ben Kopf gerüttelt unb pe 
füi eilte alberne ‘pbrafe gehalten. 
Unb boch bat ber Äußerung eine 
flare Borftelluna, wenn nicht gar 
eine beftimmte Wicht, zuptunbc- 
gelegen. 311 ir felbft bai ein eng- 
lifcber Stabsoffizier oor einigen 
Fahren in oorgerücfter 6tunbe er- 
zählt, er babe »äbrenb ber Span- 
nungsperiobe 1911 als Flottillen- 
<bef ben unjiDeibeutiflen Befehl er- 
balten, > alle beutfchen Schiffe, bie 
fidj bei ihren ftra tegi fcf?en üETianooern 
bis ju einem gtroifTen Cängengrabe 
ber britifchen Stufte näherten, an- 

a reifen unb &u verfenfen, ohne 
iTgenbeine Rriegserfiärung ab- 
zutoarten märe. Seit bem (Sr- 
ftarfen unferer 0lotte ift es jebes 
Briten ©laubensbefenntnis ge- 
mefen, bab bie beutfcbe Seemacht 
vernichtet »erben muffe. Ten 
Kampf allein aufjunebmcn, bat 


Tie An[ichten über bie Ausliefe- 
rung ber fcochfeeflotte an (fnglanb 
finb geteilt. Biele fprecben von einer 
Schmach. (5s gibt Offiziere unb 
9Kannfcbaften, bie fich gemeigert 
haben, bie Fahrt anjutreten. Anbere, 
bie pih bereit erffärten, haben ge- 
glaubt, bemBaterlanbe bas [ebroerfte 
Opfer ber Selbftübencinbung unb 
'•‘Pflichttreue bis jum äufjerfteit 
bringen zu muffen, um bie Heimat 
oor bem völligen Sufammenbruch 
ZU bemahren. Schlieblicb finb auch 
folcbe (Slemente an Borb ber Schiffe 
gemefen, benen bie (Sbre ber Flagge 
im oerblenbeten ®abn ber SBolfer- 
veibrübciung nichts mehr galt. Am 
lebten SJlaicntage bes Jahres 1916, 
ba batte noch alle ein gemeinfames 
feftes ‘öanb umfchlungen. Da batte 
in aller öerzen ber ungeftüme 
Orang gelobt: „Aan an ben ßeinbl" 
Unb mit bem machtvollen ftammer- 
Ichiag vor bem Sfagenaf bat bie 
beutfcbe glotte beroiefen, bah ihre 
Btaffentüchtigfeit unb 3Jlannes- 
tugenb ber britifchen überlegen »ar. 

Tann, ein Jahr fpätcr, b a ^e 
ber aUmäbliche, von üufjen plan- 



(J nglanb gefcheut. (Sr ft als 
ber 9ling von Bunbes- 
genoffen feft gefchmiebet 
unb ein 9te& von £ug 
unb Trug geftellt »ar, 
brängte bie (Sntente uns 
bas Schtvert in bie Sauft. 
Ter enoa riete Angriff 
auf bie beutfcbe Stufte 
blieb aber aus. (Englanb 
bat »eit grunblicher als 
»ir unfrrr eigene Kraft 
gefannt unb gefürchtet. 
<Ss »ar auf ber £>ut oor 
ben Schlägen unferer 
$>o<hf«eflette, beren taf- 
tifdje Überlegenheit, vor 
allem im Slacbtgefecht, 
man nach bem Kriege 
offen eingeftanben hat 
Durch fcbänblidbe Jäu- 
fchung unb niebrigften 
Der rat bat fich (Snglanb 
in ben Bepfo her ftofjen 
glotte gebracht, beren es 
auf ber BJalftatl nicht 
batt e f)crr »erben f önntn. 



Tic ©abicnb bes Atoffenfrtllftcmbes in bet Budjt von €capo Slow interniert qetwfcncn beutfeben Äricgsjcbiflf. Aach ein« rnglifcbcn TarftrUiqia- 


ftonlerabmtral t>. Ämter, ber 
t>clb oon ßcapa gloro. 

mäfjig in bie Dtarine 
hinein getragene Berfa U 
begonnen, ber jur Auf- 
lofung führte. (Snglanb 
redte feine ?Ȋnbe. SERit 
einem ©aufelfpiel, bas 
[o niebrty ift, »ie feiten 
bie ©efchicbte eines erlebt 
hat, h Q i es fich in ben 
Befib ber t>o<hleeflotte 
flefefct. Auf bem Umsorge 
über ben oorgefchutjten 
neutralen £>afen unb 
unter gefliffentlicberBer- 
mribung ber Frage über 
Aüdgabe ber Schiffe bat 
es ben Rem unfeier 
Kampf fra ft gut See im 
Flottenferfer zu Scapa 
glo» eingefchloffen. Unb 
alsbaib begann ein roüftcr 
Schacher unter ben Btr- 
bürbeten, »ie ber Aaub, 
ben Süge batte glücfcn 
laffeit, zu teilen Ȋre. 



eönflsburd)fd)nill bunh eilt mobemes S?inicnf4>i ff - (SDHt ©mebmiflunfl be» Deilaf)» (E. 6. SDlilllfr & 6oblt in Betlitt.) 

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15. tvifsliibl. 16. JtompoB, 17. 6<tflpil(. 18. flüd>t. 19. ifüftun<i«fd)<»cbc. 20- Jutnprtäl*. 21. Staucbtano, 22. SRuflcmna. 23. ftü« fce, 24. Äunltpruibtouin. 25. ftartpfttlrauai. 26. •Siitrci, 27 Waiinfibafisfiicbe, 28. 3n(«ripiU, 2fl. 21nfet(»iir. 30. CjSelA. 

31. t'uflflampc, 32. üWannliaftarüuin, 33. ?ajatrtt, 34. 3p-olbrfr, 35. ftoiül«, 36. C>ffüi<rtammnn, 37. C’|fi*irrmefle. 3 h. ®a6, 39. «-d>mi«6t. 40. "©.ilii« trodrnruu m, 41. 'HWniilatoren, 42. 'lYifttnilchrn. 43. Cortcntamm, 44. twiKrtxiS. 4.V tlnin* 

offifirrbab, 46. ftlribttipinb«, 47. Äollifkonsroum. 48. ilortött, 49. gäbniitbrncffe, 50. i'urtou, 51. Tetfoffuicitaramn. 52. '?Y<foffiitfrin<fU. 53. ®«l|fU(|dU!Vflab*. 54. ’SWrfftatl. 55. fBrrtflalt 56. 2tn((Tlid)hna|^iiu, 57. ftttien, 58. 2lnctt»tllt, 
59. ftEfibtrfommtr. 60. 61. Üorfleprn, 62. Aubcnoum, 63. foonbruSet, lJ4. Aub«nnaf<fcinr, 65. lorprtoroum, 66. Iotpfboau3flo(jrobr. 67. 3Runilionsfotmn»t, 68. 6aupltutbiiie, 69 ftrllcl. 70. Aiebcrflanfl, 71. lorpeberaum. 72. Xotr<bo- 

dmftobrobr, 73. iZaibcn, 74. Üoulofl, 75. 76. $ub«r, 77. €4)iff»|d>raub<, 78. ^4)taubtnn>tll*. Tlt. ®»llcntuan»l, 80. Jloblcn, 81. (xlltflatt, 82. Brotloft, 83. Bottlerei. 84. jrntr jl (pnimanboftf llc, 85. Jhiblraum. 86. Xrintrroffcr, S7. Bot- 

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»Sin bri tan 3ul«nmenfto6 j»if<pen Temonftrantcn un*> ta 
tetabrfhugnMCbe «feboffener Sabnenträgcr neben feiner gabne in 
bet f»rlgafl<. (^X»t. <£ar( (£ccbalb, ffiien ) 

'Som mifslungtnen ficmmuniftenput[cfc in 
5Bicn am 15. Ouni. 


Über bie griffe battr man (id) nütt einigen tonnen. 
■Jlber bie U*©oote, bi« finb jum Xeil bereit» Oet- 
äugeTt. Da» f»erj blutet einem, wenn man ficb flar 
macbt, bag beutfcfeer l'-^ootftabl nun unter f rem ber 
giagfle fährt! 

Unb mit ben ©cbifftn wäre es ebenjo gefommcn, 
nenn nicht bas ©rofje, bas ©ewaltigc unb boeb fo 
Crfcbütternbe eingetreten matt, bag $oc^> im Rorben 
auf ben weltenfernen Drfneo*3nleIn, ben Sinflüfterungen 
ber Heimat entrücft, ber beutfebe lalengeift in ftrablen* 
ber Feinheit neu entftanb. Crog (tbarfer engüfc^er 
■0riDac&ung gefang ba» ©iert ber ©erftänbigung Don 
©orb ju ©orb. Sur beftimmten 6tunbe würbe auf 
ben Schiffen unb Xorpebobooten — e» banbeite fich 
um fechxebn ©rofcfampf jd?iffe, acht Kleine Kreuzer unb 
fünfzig Xorpeboboote — bie ©obenoentile geöffnet, mit 
beren fcilfe bie ©eevafferfpeifung für mafchinelle An- 
lagen, jur ©chiffsreinigung ober auch jur ©efämpfung 
oon geuersgefafcr bewcrfftelligt wirb. 

©i» jum legten ©ugenblicf roartctc bie 
SDtannfcbaft, um ibr TQerf nicht ju oer- 
raten. ©uf 6<biff»booten unb einzelnen 
Xorpeboboottn rettete man fi<jb- Unten 
in ben ©ebiffsräumen gurgelte be noeilen 
bas ©Baffer unb frag [ich tief in bas 
©ebiffsinnere hinein. Steine ©djottür 
oerfperrte ihm ben ©Jeg, jebe Kammer, 
jeber ©Ballgang, jebe S c ^ e mären ge- 
öffnet. Das gelamte ©oftem ber 6<bug- 
einriehtungen gegen ©infen »ai unwirf- 
fam gemacht. Xrogbem bat es ©tunben 
geroäbxt, bi» bie riefigen ©cgiffslfiber 
lieb o»U ©Baffer gelogen batten. Unter 
roebenber ßlagge gingen fi« oor ©capa 
^loro unter ; biefelbe föfagge, unter ber 
|ie oor bem ©fagerraf fiegreich gefoch- 
ten batten. 

©Bas ift es nun getoefen, bas biefe 
Tat hot reifen laffen ? Denn es banbeit 
ficb um eine Xat unb nicht um eine 
törichte ©efte! DasOeroiffen ift erwacht, 
bas beutfebe ©eroiffen unb bas (Erfennen, 
bag es trog allem eine (Ehre bcs ©atcr- 
(anbes gibt, bie man freoentlich nicht 


fßäbrenb »es blutigen 3uFammenftofc« bet ftommuniflen mit bei 
Doltjri am ßcbottentor * ^otioporf • 'JBäbnnflerflragf, roobei o 
17 lote unb 10U ©enounbete gab. 

griff erftiefen unb Oernichten wollte. ©or ©capa glotr 
haben bie 6fagcrrattämptn ibr $>elbengrab gejucht Unb 
bas ©Tab liegt in jenem entlegenen, unreinlichen ©tüg> 
punfl, auf ben fich bie englifche glotte mit Kriegs- 
beginn unter Preisgabe ihrer gelohnten ©tiigpunfic 
an ber Xbemfe unb im Kanal jurüefgejogen batte. 

Das ©Bort bes britifeben ©bmirals ift wahr ge- 
toorben: am ©torgen nach ber ©onnentDrnbfeier bes 
Jahres 1919 ift bas beutfebe ©olf erwacht unb halt* 
feine Jlotte mehr. Uber es war rin ftoljes ©terben. 
bas bie glatte auf ficb genommen batte. (Es war ein 
©terben oor ©capa gloro würbig bem Kämpfen oor 
bem 6fagerraf. 


Das6d)itffal ber vertriebenen "2Ius> 
(anbsbeutfeben. »on pan« stooie-srooi 

CY}o<h immer ftrömen maffenhaft ©uslanbsbeutfitx 
•Jim» Deutfche Gleich, ©or turjem ift ein Diertec 
Dampfer mit Deutfcben aus China, ber „©nti- 
lochus“, eingetroffen unb b a * auf 
gualDoUer gabrt wieber £>unbertt 
in bie £>eimat gebracht, punberi- 
taufenbe oon ©uslanbsbeutf<b«n bürftn 
jegt bereits im ©atcrlanbe mübfar 
untergebracht fein, ©ie alle haben fai: 
ibr ganzes ©ermögen oerloren. Du 
geinbe haben es fequeftriert. 6ic 
wollen bamit ihre Kriegsfällen bejah ler 
unb bie beutfefcen Kaufleute unb £>anb 
Werfer (ollen fich an bas -Reich balter 
um (Erfag ju befommen. Die '21 us 
(anbsbeutfehen brfinben ficb * n ßrögter 
Rot. Reich unb 6taat haben bisbe: 
für He recht Wenig getan bjto. tun 
fÖnnen. Cs ift baber unfere ©flicht, 
unfere oertriebenen ©rüber unb ©«hroe- 
ftern ju unterftügen. ©ie haben uns 
als ©orpoften in geinbeslanb bie grög- 
trn Dienfte getriftet. Jbr ©erbienft ift 
es bauptläeblicb getoefen, wenn bas 
beutfebe 2onb in ben legten Jahrjebn- 
ten oor bem Kriege «inen fo gemailt 
gen ©uffebtoung genommen hat- ©uf 
ihrer Xätigfeit beruht auch in Sufunl 
unfere tpoffnung, benn fi« allein finb 



Siebensmitteltraroallc in Berlin 
unb Gaffel. 

Oben: ©eplüntates 2cbfiBmittcIgc(d)äft in ta 
^UfriftTabe ,ui ©crlin. 

Unten : Cücplünbertc Cäben in ta ftönigftTage 
tu. daffel. (tofpbot. (fbrrtb, Gaffel.) 

er einen „griebricb ber ©roge", einen 
w Kaifer M unb einen „gnnbenburg~ bes 
ftoljen Ramens entfleiben unb unter 
feinblicbe glagge jroingen wollte, ba ift 
bie alte glaggcntreuc ju beigem Soh«n 
enoacht unb bat bie Xat getan, bie ewig 
benftoürbig bleiben wirb in ben ©nnalen 
ber beutfeben SDlarine unb in bet ©.Veit- 
gefehlte, ©or bem ©fagerraf hat bie 
beutfebe fbocbfeeflotte ben übermächtigen 
britilchen ©egner Hegreich junicfgefchmet- 
tert, ber fi« mit umflammcmbem Kampfes* 




©on tai “polen jur Gntglcifung gc* 
bradjte ttofomolioe an her Cinic 
Oppeln-'fimlau. 

^otnilc^e (Si|enbdbn- 
attentate tn Obcrfct)Icficn 
jur 6töninfl roiitiger 
^«rbinbunflen im dürfen 
ber beutfeben Gruppen. 

aufs ©piel fegen barf, unb 
bie oon Rlännem getragen 
jein wiO, bie fich felbet unb 
ihren Ramen achten. Dn legter 
6tunbe bat bie 2Rarine be- 
toiefen, bag ber ©eift oom 
©fagerraf noch immer an 
©oro ber Schiffe lebt, ßebig* 
lieh als ilnterpfanb für ben 
griebensfehlug waren bie 
©chiffe bem geinbe jur ©er- 
fügung geftellt toorben. ©ls 
er ficb jeboch anfebiefte, ?>anb 
auf bie ©chiffe ju legen, als 


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üinfs: ©oi fein« 

Got. >gle 


®ci ftül>CTC Deutle ffirenprinj SBtlbflm in Öollanb. 

(baittntür in Sieringen. ©eebts: Da» befcbeitaic t'anbbäusäsen, fein jegiger SJobnfig. 

iaf from 


original 

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giinfjrbn abgcfliirjlc GilmtaN’- 
toagen rot b« gefprengien ©ruf* 
pen CEjamoioanj (ßtrede C>ppel»- 
©rrslau). 

^olniicfce (fifenbebn* 
attentatein Oberf Rieften 
jur 6törunfl loiitiact 
■^erbinbungen im ’fHüdcn 
ber heutigen Gruppen. 

imftanbe,mit ihrer (Erfabrunj 
unb ihren Kennmiffen un* 
wieber bi« ©Jege ins $«• 
lanb ju bahnen, unb fie fm> 
alle gewillt, wieber binaUJJi* 
geben, lobalb bie ©erbältn'IV 
es «inigermagen geftattc* 
CErft biefer Jage befam 
oon einem Cbinabeutfcbcn «« 
meine grage: „®ie benft ihr 
euch «u«« 8 u f un fi un ^ ^ 
Sufunft bes Deutfchtums « 
China?" folgenbe ©ntweri 








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£>eimlebr. fJlarfj einet 3ei<bnunfl oon 'Jlubolf icdjadjt. 




Dr. Otto Bödel, 

Mannt« fWbluiibflDr'.*«. Wertm auf 
b*m CBtbitle Oes ilelfslirtc; unb bereift- 
laa», Verfall« 6er „t>lo<hb!#0i* brr Valf&- 
bt(b!unfl". fcfflinn am 2. 3»'« in SRiArnbail 
(9Ratf> feinen 6ü ©cbutisia«. 


Obcrft j. 3>. Bkltcr 
o. ‘Bremen, 

namhaft« ÜRililäifAriltflctlrr. lanmübnn« 
JlllatbtiKt bcr „CHJultnrtcn „Vininfl". + in 
tkrim. (fi’afpbet. t». i’twitf, Vcrlin.i 


9ltcbari> loepffer, 

KfabiitbuflriaU« in iRaflbcburfl. ber Vabn- 
brftber ber ett»l«fdw it TampfpfluafulUir 
in T^utlihlanb, ♦ im 79 t'fbmjabff 
(WM. 1» 3R rillet. ‘JRagbebuta i 


©eb. Tiuftijrat ^tof. Dr. 
granj d. Sifjt, 

berübmlrt eitafttcbtslfpcfT, t am 22 3uni 
in titebeim a. b 4V rflflrafje im *W. Vrtxns- 
jap«. fPbol. 311« Vinber, Verlin.j 


ÄonluI a.D. (Jrnft Bohlen, 

3nbaber bet fleefltapbildseti Verloflsbu^ 
banMuiifl T'irlrid» Heim« in Verlin. Vw- 
fianbomiifllieb bet Teutltben ftalenialgefrC- 
libofl unb bcs Tr utfthcn ftlMtrnwtrins. +■ am 
20. 3um im ‘itltn »on öß fahren 


„ßobalb es bie Vcrbält- 
niffe nur einigermaßen 
au taffen, geben mir wie- 
ber hinaus. 5Bir muffen 
jtDor faft ganj »ieber 
oon ccrn anfangen, aber 
toir roerben uns fchon 
burcbfehen. 5öir lennen 
bie Mittel unb V4ege, 
toie man in China ^an- 
bei treiben fann, febr 
genau. Die Cnglanber 
haben uns natürlich alle 
Bejahungen abgenom- 
men, fie haben meift auch 
untere Kunbenliftcn in 
bie $ä nbe belommen, 
aber mir haben es bisher 
beffer oerftanben, mit ben 
Cbinefen umjugehen unb 
ihre BebürfniiTe ju be- 
rücfficbiigcn als bie <lng- 
iänber. Die Cbinefen 
finb uns nicht untreun b- 
(ich gerinnt, fonbern »er- 
ben auch in Sufunft gern 
roieber mit unsantnüpfrn, 
ja, fie haben uns fchon 

Aufträge auf unfexe Reife Das neue Kabinett, 
mitgegeben. €o biaucbt 

Deutfcblanb aifo nicht Siebent»; OTirtiftcrprafi 

bange JU fein, baff wir txrfebrs- unb ftotomalmin 

in China nicht roieber in bes Husroärtigcii Hermann 

bie fcöbe fämen." 

wenn bie geinbe uns harbarifeber ftriegfüb* 
rung befebuibigen, fo brauchen roir ihnen nur ent- 
gegen jubalten, roie fie an unferen trübem in 
ihren Cänbern gehanbelt hoben, unb He muffen 
Dcrftummen. Die Dculfchen lebten in ßnglanb, 
granfrettb, Rufjianb ober fonftroo mit ben ber- 
tigen Volfsgenoffen auf beftem guße. Da hat man 
fie ganj gegen bas Äriegsxecht in ber fcßmäblich* 
ften V&cife oertrieben. Die beutfehen Koloniftcn 
Rußlanbs, beren Vorfahren fich jum Teil (chon oor 
mehr als hunbert fahren bort anfäffig gemacht 
hatten, finb in barbarifchtr Söeife bebanbelt, ins 
©efängnis geftedt unb [cbließiicb in bie Verban- 
nung nach Sibirien gefchicft worben. Viele grauen, 
ftinber unb ©reife finb auf bent roochen- oft 
monatelangen SBege nach ber Verbannung, ben 
fie meift ju guß bei fibirifeßer ft alte in VJinb 
unb Vielter jurüdlegrn mußten, unigcfommen. 

Durch crbarmungslofe ©efetje bcr garen- 
regierunp, burch ftriegselcnb unb Verfolgung 
haben bie beutfehen Sioloniftcn in bcr ©eichichte 
bisher Veifpieliores für ihr Vaterlanb erbulbet. 
9Dlillionenro«rte, bie burch beutfehen gleih ge- 
fchaffen fmb, hat bie Itolitit ber ruffifchcn Regie- 
rung, bie in ben Vßorten ©oremofins: „RHr 
führen ben ftampf gegen bas Deutfcbtum", gipfelt 
(<Jnteignungsgcfeö Pom gebruar ba». Deaembtr 
1915), Demich/rt. Von ben blühenbrn beutfehen 
Rnfieblungen ift beute roobl nur noch roenig übrig. 

3n ähnlicher VBeife haben bie granjofen beut- 
fehes Vrioattigentum ocrfcöt unb beutfehe ^(rbciis- 



Das neue Äabinctt, bas fich für bie bcbingungslofe ilntcraeidhnung bcs griebensoertiags crflärte, bei einer 6ifjung in VBeimar. 

ßlebenb; 9ftiuifteri>rä|ibent Vauct. Vorbere Reibe, sau Ifnf« na* reiht«; Reid>s»ebrminifler 9b«fe. ReidwiAaftmirifter 9Raoet-JtiiufS#utfn, Reichs- 
perfchrs- unb ftotonialminiftci Veil, Reiihsarheitsminiflei 6d>Jidc. t»<n le tc 9\t ihe : Unlerftaalsletretar l>r. illbfrl. RetChsfinaiMminiflcr (fwberflcr, Reidjsminiflrr 
bts'ausroänigen ttcnnann2RülIcr, Rncbsioirllcbaltwiiiniflfrajinfll. Rcid»po(tmirif1er ©iwbcrts, Dircftor berRacbrichtcnablrilung besilusioän. Hmtcs !>r. Raumann. 



Von bcr berliner '•Jluberregatta in ©rünau am 22.guni: Die fieg reiche Vchter- 
SRannfchaft Dom berliner Ruhertlub ,.^3ranbenburgia' , im Junioren -Rd)ter. 


träfte, bie in §remfreich 
tätig waren, interniert 
©tränte bes $affes unb 
ber Verachtung überflute- 
ten alles bas, was beutfeb 
roar, unb erftieften alle 
Reime ber (frfenntnis 
oom wahren ®efen beut- 
fcher ftultur; unb fo ift 
es erflärlicb, bah auch in 
ben beutfehen Kolonien 
bie granjofen ihrem 
Vanbalismus freien £auf 
liehen. 3n Stamerun unb 
?ogo häuften fie, nach 
Doxliegcnben Rachricfctcn. 
roie bie Räuber. 

3n Sngfanb regelten 
ben Raub beutfehen Eigen- 
tums bic befannten ©c- 
jcöesbcftimmurtgcn »on 
1914 (Verorhnung über 
bie Ruflöfung bes öan 
bels feinblicher Ruslän- 
ber). fjiernadj »ar feinb- 
liches s PTiDateigcntunt — 
entgegen allem Vöifer- 
recht — nicht nur ju be- 
©ifjung in "Beimar. fchlaflnabmcn, fonbern 

auch iwangstoeife ju liqut- 
aiKr-Jt aufbeuten, Reichs- bicren. Durch bie fonber- 

(S rrberfler, R cidtsmini fict bare Vrl ber Ciquibation 

►ört.RmtrsPr.^laumann. finb ungeheure VScrtr 

»iffentlich unb borfähfid 
oerfchleubeTt unb bie Ruslanbsbeutfcben in fcham- 
lofefter VJeife beftoblen roorben. Um eine ^3e- 
roeisfübrung für ben Raub ber Giquibatorcn au 
pcibinbern, hat man oorfichtshoiber bie bie Siqui- 
bation bebanbelnben 2Ifte oernichtet. 

3n üänbern »ie Ehitta unb ©übamerifa ha! 
man bie Regierungen fo lange »auf gehest, bis 
bieic ganj gegen ben VÖillcn ihrer Völler ben 
Krieg erflären mubien. Unb lelbft in beefen Sfän- 

bern hohen bie geinbe unferc Canbsleutc in bcr 
robeften Vßcifc bebanbelt, obgleich fic bort gar 
lein Recht ba*u befafeen. 3n Kanton lieb 4- 'S- 
ber englifche ©enerullonfui, S ame I° n ' ^ tr ll rcb 
baju früher bcutlch-ftcunblich getoefen roar, ben 
Deutfcben bas Vctreten ber einigen örbolungs- 
ftrabe mit ber Vegrünbung oerbicten, bab bie 
Deutfchen moralifch austeibifl wären unb bem 
englifchen Rüge roebe täten. 6elbft ber Verleb r 
mit ben Reutralen fonnte ficb nur im ftillcn ab- 
roicfeln, benn fie waren faft alle oon unferen 
geinben abhängig. 

Vefonbers bie Vertreibung unjerer 2anbs- 
leute aus (£h> n Or »>icr Vlonate nach bem%affen 
ftillftanbe, mub bas 6<bulbfonto unterer geinbe 
fchroeT belaften, wenn bie grage, roer ben Krieg 
graufamer gefiltert hat, gegeneinanber abgerech- 
net werben feil. Rn bie Deutfcben im 3nUmbc 
aber ergebt bcr Ruf, unfere Rüdroanberer fräftig 
ju unterftüben unb fte fähig &u machen, bab fie 
wieber in bie Sage fommen, als Amtiere für 
unferen $ianbel ins Ruslanb ju gehen. 



«eptenoutfübung 


Distustpur f. 

Bic neue Seit : Bamcn als 2eid)tat[)Ielcn. 


ftugclftcbcn. 


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GouqIc 


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9lr 3966 


3IIuftiirtc 3ciIuiHi 


13 



3um jebnjdfrrigcn Befteben bes Siaiferin- 
3lugufte- < 33iftoria=$>aufcs jur Befämpfung 
ber ©äufllinflsfterblicbfcit in Teutfcblanb. 

(TVc AMflrnftbaft labt Heb bunt politifcbe unb n>irtlcbaft(ict>r Gr- 
-i/eigniffe unb UmvdUungen auf ihrem iöege nicht beirren. 

Aber ibre Aufgaben gcirinncn je nach i?agc her Bcrbältniffe eine 
oerfebiebene Bebcutung für bic Allgemeinheit. tfu ben ringen, 
bie uns fefot am meiften am Herjen liegen, gebärt bie Gntrridlung 
unb (irjiehung unferer beranroccbfenben ^ugenb, bie gufunft bes 
Triebe». Da ift es suerft ber Säugling. beffen £cbensgcfäbrbung, 
befonbers bei uns in Deutfcblanb. eine überaus grobe ifi. *3>ie Be- 
ftrebungen unb :U?af}nabmen jur Befämpfung ber Säuglings- 
fterblicbfcit, bie Grrungenlcbaftfn ber n>ifTenfchaftli<hen fiorfebung 
auf biefem ©ebiete oerbtenen burd) ibie grobe Bebcutung aud) in 
»eiteren ftreifen allgemeiner befannt *u ftorrben als es bisher ber 
fiall rrar, Denn bie Vertreter bcs Säuglingsfcbufte» betonen immer 
toieber, bafj es oor allem ber allgemeinen Aufflärung unb Be- 
lehrung bebarf. um bie »tffenfebaft liehen (Irgebniffe ber Allgemein- 
heit umfaffenb nußbar ju machen. 

Die für bie Allgemeinheit bebeutfomfte (Einneblung auf bem ©e- 
biete bes SaugNngs|chube* , bas im £}ahre 1909 errichtete Watfenn- 
Auguftc-Biftoria-Haus jur Befämpfung ber Säuglingsflerblicbfeit 
im Deutfcben '3teid>e, blidt in biefen Tagen auf ein jebnjäbriges 
Belieben gmüd. $$ür bie (Srricbtung biefes ^cntralinftituts im 
Reiche roax ber Üöunfd) mafegebenb, eine iDiflcnfdjaftlicbc Anftalt 
ins l'eben ju rufen, um bie gefamte Bbofiologie unb Valbologie bes Säuglings unb Älteren 
ftinbe* ju erforfeben unb auf ben CErgcbnilfen biefer ^orlcbungsarbcit bie $ürforge für ben 
Säugling unb bas Äleinfinb aufjubaucn. 3n biefer Anftalt foUte ber Ausgangspunft gegeben 
fein für bie Verbreitung ber ftorlchungsergebnilfe; es follte eine $entrale erricbtel irerbcn, 
oon ber bie Schaffung unb einheitliche Ausgeftaltung ber als gut erfannten fDlafcnabmen 
unb Ginricfotungcn für 2>Culter unb Äinb angeregt unb in bie iß ege geleitet »erben fonnte. 

lim biefen grofjAügigen 3)1 an burdifiibren ju fönnen. mufete bie Anftalt mit allen Gin- 
richtungen ber gcfcbloflcrten unb offenen Säuglmgsfürforgc, mit allen toiffenfcbaftltcten Hilfs- 
mitteln, bie in brr Säuglings- unb ftinberbtilfunbr erjoTberlid) finb, ausgeftattrt »erben. 
Danf ber äufebülft oon Aeid) unb Staat, non Streifen, Stabten unb Vrioaten ift es mög- 
lich gemefen, eine umfaffenbe Anftalt ju fchaffen. Der iDIagiftrat Gbarlottenburg ftiftete ein 


Aorbcranfiebt bes t'aurtget'aut'cs 

unmittelbar am Scblofeparf gelegenes ©elänbe, auf bem ber nah Gntmürfen non SDIeffel 
unb £>pffmann aufgeführte Bau errichtet ift. Schönheit unb ^»edmäfeigfeit toirlen 
jufammen. 

Das Ftaiferin-Augufte-Biftoria-Oaus enlbält eine (Sntbinbungsabteilung, ein Dlütler- 
beim — jur Aufnahme lebiger SDlütier mit ihren ftinbern beftimml — eine Station Tür früh- 
geborene Hinter, eine Abteilung für gefunbe Hinter, eine Abteilung für (rante StinbcT, 
einen S\ ubftall unb eine OTilcbfuchf. eine 'Doliflinif. ferner ltaboralorien, bie bie roiffen- 
fcbaftlicbc Bearbeitung ber in ben (linifchrn Abteilungen aufgemoifcnen fragen crniog- 
lieben, eine reichhaltige mebüintfebe Bibliotbef über bie Säuglings- unb ftinbctbcillunbe. 
9Äit ber Anftalt ift fernerhin oerbunben eine Quaranläneftation, in bei iebes neu ein- 
gelieferte ftinb jur Beobachtung aufgenommen toirb. Bon ber Stabt Gbarlottenburg mürbe 



ßnnenbol mit i'cronben 



*IRilcbtu<h<- 


bem öauje eine Säuglings- unb SUeinfinberfürfoigeftelle angegliebeit, fo bah bie Anftalt über 
alle (Sinrichtungcn ber gclehloffenen unb offenen ftürforge oerfügt. 

Den Aufgaben bes ftaifeTin-Augufte-Biftoria-Haules cntlprcchenb, »urbe neben bem flinifchcn 
Betrieb eine Abteilung gefebaflen, bie beftimmt ift, 2Raterial über bie Befämpfung ber Säug- 
lingsfterblicbfeit im 3n- unb Auslanbe au fummeln, bie (Srgebniffe ber eigenen unffcnfcbaftlicbcn 
unb praftifeben Sorfchungen foroic ber Sammeltätigfeit burch Veröffentlichungen ber Allgemein- 
heit nufcbar ju macbcn, auch Bcbörben, öffentlichen unh i)rit>atDerhänbcn fotoie ÜinAflperlonen 
9lat unb Ausfunft ju erteilen. Dtefe Aufgaben »erben oon bem Organifationsamt für Säufllings- 
fchutt. für bas infolge ber groben Ausbebnung feines Arbeitsgebietes fürjlicb eine befonbere 
Baracfe auf bem ©elänbe ber Anftalt aufgeftellt »erben muhte, erfüllt. $>ier befinbet fid> au<b 
eine foAialtDilfenfcbaftlicbc Bibiiotbef; ferner finb bie ©efcbäftsfteLlen einiger mit bem Haifeein- 
Augufte -Biftoria- Hous eng sufammenaihcitenben groben Drganifationcn in biefer Baradc 
unterbracht. 

Sine befonbere Bebeutung bot bas Haiferin-Augufte-Biftoria-fbaus als Aus- unb 8°^’ 
bilbungsanftalt für Ar^te, Säugfingspflegerinnen unb 8ür|orgerinnrn. Den bereden ber Be- 
lehrung birnl auch bas im 3ahre 1914 rröffnete 3Hu|eum. für Säuglingsfunbe. 



Cf in BefcnjimmcT bei Aufnabcneftunon. 


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'fBocbenlaol, 

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wmmm 


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Original fron, «"»crgoltoMenll. %rf> ci 
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©cmälbe Dort ?>cinrid) ßucas. 

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16 


3(Iuftriitc 3eitung. 


fRt. 3966. 





^.uguft ©aul / «3on Dr. 3ultu$ 

(Die Wiebe rgabe berBilbroerfe erfolgt mit ©enehmigung oon Pa ul (Taffiter Ber lag, Berlin.) 


sTT^enn wir Ticröarftcllungcn fdbon in 
-Cljber präbiftorilcben Runft finbcn, fo 
ift cs foroobl bas (stTeben nadj natur- 
getreuer Madbbilbung, bas babei befriebigt 
wirb, als aud) ber Drang nad) einer 
iomboliftbcn Betätigung ber "Vbantafic. 
Wenn ber babolonijche Künftler bie Kraft 


untrüglichen Blid, mit einer Dollfommencn 
Kenntnis ber Slorpcrlicbfcit ber Tiere betont 
er bas Wcfent liebe ibres Baues, brängt er 
bas Mcbenfäcbliche jurüd; niebt bie 3nbi- 
»ibualität bebt er beroor etroa mit flein- 
lieben Details, fonbern ben reinen Xopus 
ber Gattung ftellt er b«aus, auf ber ©Tunb- 




£wmflcr. (Gifcn.) 


Bär. (■ÖTt»njt.) 


burdb einen 6ticr Dcrfinnbilblicbtc, arbeitet« er 
aufs fTäftigfte ben Musfclbau bcs Tieres heraus, 
in welchem bie Statur bie böchftc 6tärfe jur 
ifrfcbcinung gelangen lieb- Der äaDptifcbe Tier- 
plaftifer ocrlieb feinen ©cflaltcn gana natur- 
getreue pbofiognomien unb eine meifterbafte 
ttbaTütteriftir. Der antifc Maturfinn Ipracb ficb 
aud) in fo unbefangenen frifcblebenbigen Werfen 
aus roic bem bodenben Wilbfchroein unb bem 
Mofofferbunb in ben Uffijicn au glorenj, ebenjo 
ber berühmten bronzenen Wölfin ©om Kapitol, 
roäbrcnb bie pbantaftifebe Ticrplaftil ©citallungcn 
roic bie ttbimär«, bie Greifen unb ben löroen- 
föpftgen Mbler heroorgebracht bat, benen fidj im 
Mittelalter bie ©rotcslen oon Motrc-Damc, 
jene Icltjamen Waffcrfpeier, anreiben, Bei un- 
teren neueren Ticrplaftifem tommt nun noch 
binju, baf] ein bclonbcrcs ©efübl fic aum -Xier 
binjiebt, nämlid> feine ilnoerfünfteltbeit, feine (fhrlühfcit, feine UnDerftclUheit. 

'Wir befifoen niebt wenige Tie r pla ft ifer oon Mang. Mbgcfeben oon bem türalicb ocr- 
ftorbenen Tuaillon wären bi« etroa ©cogcr, pottner, Bcbn, Barroig au nennen, aber feines- 
falls fiebt bas Tier im Mittclpunft« ihres 3ntcrcffes; es finbet ficb roic in einem Meben- 
gebiet, rc»rt reff ließ. aber nidbt baupt- 
[ächlicb, mitbearbeitet. Der unbeft rittene 
:Utcifter ber beutfehen Xicrplaftit, oiei- 
leicht auch ber curopäifcbcn, ift Muguft 
©aul. 5Jlan fpürt bei feinen Werfen, 
baß boeb eine unenblicbe Ciebe jum 
Xicr baau gebort, folcbc naio gero ad)- 
fenen, nicht abficbtsooll gemachten ©e- 
Idjöpfc beroorjub ringen, unb biefe Siebe, 
ioo au oud) bas gebort, jebem Tiere in 
(einer Mrt fein Mecht ju (offen, befitjt 
©aul. Mit feharfem üluge beobachtet 
er bie Tierwelt. Mur aus änfpirations- 
bilfen entfteben im Arbeit sproaeß gana 
fonoentionslo|e Segnungen, bas pla- 
ftifehe Ergebnis ift bann eine Berfd)mel- 
aung oon Monumentalität unb Realis- 
mus; etwas böllfommen Natürlich«, 

|o lehr, baß man nicht entfernt, an eine 
etilificrung benft, babei in ber 6i(ber- 
beit unb Mubc feines Dafcins ettoas 
burdjaus Monumentales. Much bas 
Kleine, etroa bic täppifeben Binguinc 
ober bie toalfcheinben (Enten, erfebeinen 
bei biefrm Bilbbauer ernft unb groß, 

Öicr ift bie Monumentalität gana un- 
abhängig oon ber ©röße ber Mafje, 
unb bie(c Werfe erfebeinen gana fchlich* 
unb IcIbftDcrftänblicb, gerabeau funftlos, 

{o baß bem iiaien erft bie Mugen auf- 
geben, roenn man ibm ertlärt, roas für 
große ftunft bas ift ; fit finb einfach 
roic bie Matur felbft. Mufserorbentlicbc 
Tierftubien, am €lclctt loroobl als 
auch im Soologifcben ©arten, mubten 
ba oorangegangen fein, unb bann burfte 
fein gcroaltfamcs Bcrbicgcn unb (Eba- 
rafterifieren bin.auireten, fonbern eber 
ein rubiges Waltenlaffen ber oegeta- 
tioen Matur, roic benn auch ein bulbfames unb (affiges 5 lernen t in ©aul gcTabe bem 
Xicre entgegenfommt. Diefe Tierplaftifen Hub baber auch nicht mit tlnefbolen oerquidt, 
ebenfo roic fic roeit baoon entfernt finb, ein ßpmbol ober <£cbo mcnfcblicbcr Triebe au fein; 
©aul gibt bas Wefentlicbc icbes Ticrcbarafters ober oietmebr jeber Tiergattung; mit einem 


Mbltr. Cöronac. 


iJinfluincnbrunnen. 


läge eines arebiteftonifeb ftrengen Mufbaus! Unb 
gerabe in bet Mube unb ©ebaUcnbeit, bie ©aul 
beooraugt, (chroingt bie ganae Stimmung ber Um- 
gebung bes -Tieres mit. Sir erleben bie Canb- 
febaft unb ben (Stanb ber 6onnc unb ber ftabres- 
aeiten in bie|<n©änfcn, bie auf imaginären $>erb[t- 
roeiben aieben, in biefen i'öroen, bie oon ben Mal- 
le ln ber 'Jöüfte umwittert finb, bic|en Mb lern, bic 
oerachtung soo ll auf uncrfteiglicbcn Reifen borflcn, 
btefen 6trauben, auf beten flüchtigen Käufen 
ber ©lutfanb Mfrifas ftiebt. 

Man bat ©aul mit Baroe verglichen; aber 
gegen biefen franaöfifchen Dramatiler ber Xier- 
plaftif, ber ftarfberoegte Momantif gibt, ift er 
einfaeh. ja tlaffifcb ruhig, ©aul tarn oon ber 
Seichen« unb §<inbroer!erl(bulf in $anau nach 
Berlin, roo er 0d)ulcr Mlcpcrbfims tourbe unb 
fpälcr, als feine Xierftubien aus bem ftoologifchcn 
©arten aufgefallen roaren, Reifer oon Begas am Kaifcr- MUlhelm -Denfmal fein burfte; bie 
Vörocn, bie ©aul besteuerte, gerieten nod) icbr tbcatralifcfc, barod; oon ihrer aufgeregten 
Dole, oon ihrem malerifchen MatUTalismus roanbte ficb ©aul nach einem furaen Mufcntball 
in Morn 1898, wo er fbitbebranbts tfinflub genoß, ab au (einem eigenften unpatbcti(d)en 

6til. Dem nun folgenben reichen Schaf- 
fen oerbanfen roir fo pracbtoolle Xier- 
gcftaltungcn roic jencCöroen, ben an 
ber Mationalgalerie mit (einer großartig 
roirfenben großmütigen Kraft, ben von 
i)ofcn mit feiner |o ruhigen, herrlich ge- 
|d)lof]cncn ^orm, mit bem prachtoollcn 
Mbotbmus bes Xierlcibes oon bm 
fcbmalcn planten bis jur Kaßenglut bes 
grheimnisoollcn Hauptes. Unb bann 
biefe laufenben Bären mit ihren (cbrocr- 
fälligen Bewegungen, biefe fämpfenben 
'Webber, biefe über alle oeraltete §eral- 
bit mit ihrem boblcn Bnlbos rocit bin- 
ausgebobenen Mblermit ben gefchioffencn 
klügeln, bis herab au ben (£fcln, ben 
^ilc^ottcrn, ben Pinguinen, bcnöamftern 
loroi« allerbanb ^ebervieb, tote ©änfen, 
Mcihcm, Straußen, B<ltfonen. ©erabe 
in bielen Klcinplaftifcn, bie auch teebnifd) 
föftlidj burchaifeliert finb, läßt ©aul oft 
einen unoüchfigen^umor malten. Mud) 
feine ga bl reichen Brunnen feien nicht 
oergeffen, tote ber ^irfchbrunnen in 
Schöneberg, her Binguinenbrunnen in 
'Wannfee, ber Bärenbrunnen bei Wert- 
beim, ber Scbroancnbr untren in Krefelb. 
her Wifentbrunncn in Königsberg mit 
ben lebcnsoollcn fämpfenben Muerochfen, 
bet <£lefantenbrunTien unb ber (£nten- 
brunnen in <£barlottrnburg, ben bie Kin- 
ber alsbalb^Strcichelbrunnen“ nannten, 
lauter Brunnen, bie gleich mit ihrer (Er- 
richtung bem Boltsempfinben lieb unb 
oertraut rourben. Was für ein eminen- 
ter Menfchenbilbner aber in ©aul ftrdt, 
bas bewies er mit feinem Merfur am 
Klöpperbaus in Hamburg, unb barüber 
hinaus reifen aur Jjcit einige Bort rät • 
büften ber Boüenbung entgegen, bic uns toohl erft bie ganae Breite oon ©auls ©cnialität ent- 
hüllen roerben. (fs ift nicht nur Popularität, bie ©aul genießt, cs ift Cicbe unb greube, bie ihm 
cnlgcgengcbracbt werben, unb alle, bie am 22 . Oltober ben fünfaigften ffieburtstag besKünftiers 
mitfeiern werben, hoffen mit feinen aufünftigen Werten noch oiei ©lud befebert au betont men. 



ftämpltnbr '2Iuere<hfen. (Stein.) 


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Schafe- ('örwtif.) 

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Slluftrirtc 3 «itung. 

ber Öegenroarf. /)33 


Amolb 3weig. 


Dr. (Erwin Ouibo Rolbenbeocr. 


■JBalbemar Bonlcls. (Aböl Aletiei 
boftrup, 2Rüncben.) 


Robert Waller (Dbol . ^ltcIicT (Wobus. 
Berlin. ) 


Carl tctembeim. (i>bot. Bedet & 
ar.djfe. Berlin ) 


(TNcr Aufichroung bei beulten (Sprache roäbrenb brr 
-i/lefotcn 3abrjcbntc, ibre (Sntroidlung ju gülle unb 
©efhmcibigfeit ift bcm Vornan unb brr Lobelie am 
meiften jufiatten gefommen. ©ie bis auf ©oethe jurücf- 
reiCbenbe iiabition, in melthe bie franjöfilche, norbifcb c 
unb Tulftfcbe (Srjäblungsfunft nur jeitroeile, nie abrr 
entfebfibrnb eingegriffen haben, würbe weher burdb bir 
rcpolutionäre ©oftrin bcs Naturalismus nod) bureb bie 
bcs (Srprcjfionismus unterbrochen. Aud) bie (Erjäbler 
bielrr beiben Nicbtungen waren nicht imftanbc, bie 
brutlcbc 'Dro|a 'aus ihrem ©elcife ju werfen. Den 
©e|efcen ber ©«hönbeif, ;b«s flaren, treffenben unb icr- 
(cböpfcnbcn Au&brucfs, n»ie fie /für |bie Dorjüglicbftcn 
(Jrjäbler unfrrrr 3 f it. für J» c * fo gegcnfäblicbc -fünft* 
lerifcbe 'Dcrfönlicbfcitcn wie Thomas unb £>einricb Alann, 
©cltung bebielten, folgt mit toenigen Ausnahmen auch 
noch bie jüngfte ©eneration. 

Das Stoffgebiet für Noman unb Nooelle hat fid) 
immcT nod) erweitert. (£s umfafet jefet, ber Unioerfalität 
beutjeben ©elftes cntfprccbenb, bic gelernte innere unb 
äufjere (frftbeinungswelt, oom fleinften iMusfd>nitt bes 
Alltäglichen unb Anefbotifchen bis hinauf in bie nebtl- 
haften 6pbären ber SDlgftif, Dom cngftrn 6onberbafein 
irgenbeines Raujes ober einer Kleinftabt bis hinaus in 
hie ber Überfee, bes Aieltoerfebrs, ryotifcher 

Bölferf (haften. 6toffe ber £>eimat*, Kultur* unb A5elt* 
gcfchiebte, pbantaftilche, bumorifti|<be, fatirifche, grotrsfe 
SWotioe, plocfcolpgilcbc unb pfpehopatbifebe gälte, philo* 
(opbifdjc ober rein artiftifche 'Probleme reijen halb 
biefen, bolb jenen unter brn ^üngften. bergeftalt, bah 
pon einem einheitlichen \£barafter ber moternen (Srjäb* 
lungsfunft ebenjowenig bie Nebe fein tann wie oon 
ber Botberrjcbaft irgenbeiner litcrarifthen Dichtung. 
Alan fönnte geneigt fein, Don „alejanbrinilcber“ &er* 
fpiittcrung ju fprechen, wenn nicht ber Nang ber ©e- 
famtleiftung jclatio hoch unb ber .Nefpeft dot bem 
(Srjäblenfönnen allen mo- 

bernen (Erjäblern gemeinfam 

toäre. 

©ah bie ©iefeter bes No- 

mans unb ber Novelle gün- M 

ftigere (Entwirf lungsbebingun* 
gen als bie Cprifer unb ©ra- 
matifer oorfinben, bafo bie Anfänger unter ibntn oft rafch ju Nuf 
unb gefieberter tfriftcnj gelangen, liegt t>ot allem baran, baf} 

felbft fehr junge Talente barauf rechnen hülfen, einen, wenn auch W 

junächft Meinen, fo hoch getreuen Seferfreis ju finben. ©ie groben 
Buchoerlage, Seitanden unb 3citfcbriften haben ftarfen Bcbarf für 


geuermert oon BHfo unb Caune aus bem Treiben eitlen 
Alltags auf. 2Rit ihm fucht fein Dormaliger Präger 
greunb SDlaj Brob in feinen lebten beibeit Nomanen 
ju wetteifern. Aber wie Brob, ber Sionift, Don Reprint, 
bem Abtömmling beutfeben Urabels, fchon bem Blute 
nach grunboerfebieben ift, fo untcrfcheiben fleh auch fein« 

SBerfe — frühere gaben intime 6tubien aus bem Klein- 
leben jübifeber unb tfcbe<bif<ber Streife in ©rag — ©on 
SDtcprinls lache In ber Überlegenheit burch ein gnibleri|cbes, 

IcibensDolIes 6lrcben. 2Rebr in bas lieben einzelner 
i'bilojopbcn ber Bcigangcnbcit als in ein eigenes 6p|tem 
ocrfcnlt ficb mit einem (Spinoja- unb einem 'Paraccllus- 
roman beT ©eutlch- Ungar (Erwin Kolbenbeoer. 

(Scbrocrflüffig, babei bod) reich an farbigen, fonnen- 
bellen Aolfs- unb 2anb[<haftsbiibem f geboren feine 
Bücher ju unferen heften Jtulturromanen. 

©anj beutfdjcr Schwärmer, phantafieooll, gefühls* 
felig unb oerfonnen wanbert 3Da(bemar 'Sonfels 
bureb bie in ’poefie getauchte Heimat unb grembe. ein 
licbepoller, mitfühienber greunb aller Ceibcnbcn unb 
Armen im ffieifte. ©ie bolbefte NlärcbentDelt erftebt 
aus feiner «Biene SDtaja". 3hm oenoanbt in gütiger 
2Ren|cb liebfeit unb alloerftebenber Nachricht mit 6<hroä* 
eben, bie ju tragifeben f^onfliften treiben, ift Bruno 
granf, ber neuerbings auch als ©ramatifer Qrfolge 
batte, aber brr geborene Nooellenbichter ift 3m 6ti( 
lehnt ficb Bruno granf hin unb roicber noch an Thomas 
SNann an. ©iefer ^Reiftet beutfeber fcspraebfunft übte 
auch auf Diele fanbere feinen Sinfluh. fo auf ben im 
übrigen fchon hurchaus felbftänbigen Arnolb 3»eig. 

Bei biefem löfi ftch bie Präjifion bes SDlannlcfccn Aus* 
bruds gang in weichen, mufifalifeben A^obldang auf. 

@eine «Noorlien um (£laubia M unb bas «©efchichtcnbuth" 
finb fonorc, gleitenbc Nlufi! audb Im ©efübl unb in ber 
Auffalfung ber Banbc, bie ficb unter feinneroigen ÜRen.- 
(eben (achte fnüpfen ober Ihren. Kräftiger im ©trieb. 

(ebäifer in ben Konturen geben 

f T . [ich Alfons 'paquets Sr- 

^ jäblungen. Paquet ift einer 

ber beften Kenner europäifcher 
unb cptifcher Canbftrichc. 3n 
„Kamerab gleming" entwirft 
er oon ©ans, in „£i" oom 
fernen Often einbrudsoolle, mit objcfiiocm Auge gclcbcne Bi Iber 
frember Art unb 6itte. Sng unb fleinb ärgerlich erfcheint im Bet- 
I gleich mit ihm her fborijont bes ©chwcijtrs Nobert A3al|er. 
A 1 6eine «Kleinen ©ichtungen" ober feine „©eldnoifter lanner“ ent- 
!| bebten nicht intimer, ibpUtfcbee Neije. 


I*r. 9runo gionf. <©bot. drfurlb, 
©resben.) 


©uflap aRepiinf. tPbol polbl, 
Aiündwn ) 


JUabutib. (Alfreb pcnlcbfc.) 


Sine gewiffe Neigung jum 
lehrhaften unb eine ferngefunbe <2ittlichfeit, wie fie fidj nach 
bem Borbilb ©ottfrieb Kellers bei faft allen 6cbweijer ©ichtern 
finbet, nimmt in Aßalfcrs Srjäblungcn gefällige, empfinbfame 
gormen an. 

Als Häuptling ber ©ruppe eiprelfioniftifcbcr Srjäbler, wenn 
man oon einer |olch«r überhaupt (prechen barf, gilt ber oor allem 
burch feine Komöbien befannl geworbene (£arI6texn- 
beim. Sein ®ifj ift eisfalt, oon äjjenber, jerfeßenber 
' ©ie in ber 


Schärfe, ©ie in ber „tEbtonif pon bes jroanjigftcn 
gabrbunberts Beginn“ gejammelten NooeUen greifen 
unfere „neubeutfebe Kultur“ in ihren erotifchen unb 
fapitaliftifchen Auswüchfen mit fanatifchem Dngrimm 
an; boch berlieren fie infolge einer willfürlicben, ge- 
fünfteltcn ©rammatif oiel oon ihrer halb unterhalten- 
ben, balb aufreijenben AJirfung. 

SBlit mehr Necfct fann man Kafimir (Sblcbmib 
als Urbiib bes Cf;preffionift<it an|prcd)f n. ©as geräufeb* 
ooll fich äufeernbe, ;überfteigerte Rraftbewufetlein, bas 
in 6er Aifion oon „'Timur“, bem blutrünftigften aller 
Wüteriche, ju roabrem ©cbrüll anfcbroillt, ift fo wirflich* 
feitsfremb, bab es tatfächlich nur als eine» ©ichters 
^raurn oon ber 3bcc ungcbcucrftcr Bitalität ju er- 
tragen ift. Klabunbs Didfcitiges, quedfilbriges Ta- 
lent bürftc mit feinen bruchftüdhaften, aber geiftreich 
unb fchwungooll bingcfcblcubcrtcn &anblungsfompInen 
oom ©cneral SDlorcau ober oon bcm märfifeben $ulen- 
fpicgcl Brate, chcnfo wie mit feiner Sprit, bas c(- 
prcffioniftifche -‘Programm gleichfalls nur als ©urch- 
gangsftation bcnußcit. 


©olem“, «©as grüne ©eficht“ unb „AJalpurgisnacht“ 
burdjpflügt er. oon altinbifcher unb fabbalifti|chcr 
©eheim lehre ausgehenb, bas Neich otfulter Kräfte, in 
bcm er auf ©runb eigener (Erlebnifje babeim ift wie 
lein anbeter ©ichter. ©emgegenüber erfcheint ihm bie 
•rbifche AJcIt eines banalen 6anfara erbärmlich unb 
lächerlich. 3n (einen Nooellen. belonbers in «©es 
beutjehen ßpiefcers Niunberhorn", fprüht ein gaitjcs 


Rafimir ItMcpmiO. 


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18 


Olluftrirte 3c*tung. 


9tr. 3966. 


© (J ä O l (l r l t rf) t . / lÖon *5lr(|ur Sfen^el, §flmt 


u r g. 


enn. bem oon bet Kulturroelt wett getrennten Polar- 
forfcber in eifiger GMnternacht ber irbifcbe t>immel im 
Polarlicht leine tau|enb ‘Jöunber entfaltet, wenn ein Ci<ht- 
unb Sarbenpbänomen bas anbere ablöft, bann fcfceint es faft, 
als wolle bie Statut ibn für leine Sinfamfcit mit einem 
©cbaufpiel entföäbigcn, bas fie ben beoorjugten Gewobnern 
ber warmen gone gänjlicb oerfagt unb ben Gewobnern ber 
gemäßigten gonen faum in halber Schönheit barbictet. 3n 
ber STat nimmt bas Polarlicht unter allen optifchen ( Er • 
[Meinungen bei Atmolpbäre bie oornebmfte ©teile ein. Sßobl 
wetteifern mit ibm bie leiber fo feltenen groben ©lern- 
fchnuppenfälie, bie juleßt 
1H66, 1872 unb 1885 bie 

SRenfifcen überrollten, 

juweilen auch bie pracht- 
do Um ©ämmerungs- 
erlebein ungen in Seiten 
nad) gewaltigen Gulfan- 
ausbrüchen, wie nach 
ben (Eruptionen ber 
©unbafeuerberge 1883 
unb bei AntiUenoulfane 
1902, an © lanj unb 
RaibenfüQe, niebt aber 
an Plannigfaltigfeit ber 
formen unb an Päufig- 
feit; alle übrigen atmo- 
fpbä rillen Cicht erfchei- 
nungen : bie 2R©rgen- unb 
Abenbröte, ber Regen- 
bogen, bie $>öfe um 
©onne unb SDlonb, bie 
Rata Rtorgana, (allen 
fich bem Polarlichte t>6Ü- 
enbs niebt an bie ©eite 
ftrUen, |o reijooll au<b 
jebe Don ihnen fein mag. 

3n unferen mittleren 
Breiten gehört ein gut 
entwicfeltes ^Polarlicht ju 
ben größten ©eltenbeiten ; 
gewöhnlich fommt es nur 
gu unföein baren Gil- 
bungen, bie bem Sälen- 
äuge niebt einmal ihre 
wahre Ratur offenbaren; 
mit tuaeblenber geogra- 
pbildjer Greife nimmt 
bagegen bie Ausbilbung, 
praebt unb päufigfeit 
ber Polarlichter gu, um 
in einem beftimmten 
Kreife ber Polarjone 
ben pöbepunft ju er- 
erleben. ©ementfprechenb 
oerminbert ficb bi« Sicht- 
barreit ber (Srfebetnung 
mit abnebmenber geogra* 
pbifeber Greitc unb bürt 
in ber Aguatorialgone 
oöUig auf. Um tiefes 
Gerbalten ber Polarlich- 
ter ju Dfianlebaulieben, 
bat griß, eine ber be- 
(annteften Autoritäten 
auf biefem gorfchungs- 
gebiete, befonbere Kur- 
oen gejeiebnet, bie alle 
punfte ber <Erbober- 
fläche pabinben, für bie 
bas Aufleuchten ber Po* 
tar lichter gleich häufig 
ermattet merben barf. 

©olebe freisförmig ge- 
ftalteten Würben nennt 
man Ofoehasmen, oon 
fooc, „gleich", unb jr«vii}, 

„ungewöhnliche, furcht- 
bare -STfcheinunfl". 

(Es befrembet etwas, 
baß ficb über ein fo h«r- 
oorragenbes Phänomen 
bei ben alten (Belehrten 
nur unfiare, unliebere Angaben fmben. Aber Ariftoteles, 
plinius unb Tacitus, bie £. Sieber in feinem 6ammel- 
werfe anfübrt, befaßen ab Gewobner ber SMittelmeerlänber 
Ichwerlich Kenntnis oom Polarlicht aus eigener An|<hau- 
ung. ©as erfte oerbürgte geugnis finbet fich bei bem 
6<hweijer Konrab ©esner 1561. ©aflenbi nannte bie (Er- 
febeinung 1621 juerft Auron borealia, bas f pater ftireß mit 
„Rorbfcßein" überfeßte; boeb biefer Ausbnnf würbe all- 
mählich bur<h bie noch ^eute übliche Gegeichnung „Rorb- 
licbt* DfTbrängt, wäbrenb „Aurora" in ber engli(<ben unb 
ben romani(<b<n Sprachen herrfeßenb blieb. Als bann ©on 
Antonio be UUoa 1745 am Kap £om eine gleiche (Erfcßei- 
nung im €üben »abrgenommen unb bejehriebtn batte, bie 
man jur Untertreibung oom Retblichte Aurora suBtnlin, 
„©üb liebt", nannte, unb bie in neuerer Seit oon Goller 
u. a. ringe ben b unterfucht worben ifl, gab man beiben Gor- 
gangen ben gemeinfamm Ramen „Polarlicht", ber auch 
besbalb ben Gorgug oerbient, weil jelbft bas Rorblicßt im 
Rorben ber Reutralitäts-afocbasme, bie nabe inntrbalb ber 


Glajimal-^lochasme ben Pol umgibt, als ©üblicht erfcheint. 
— „©ie Polarlichter", fagt 6. ©üntber, „geboren ju ben 
©ingen, oon benen man nur fchmer eine fo plafltfche unb 
anfehauiieb* ©ebiiberung geben fann, baß auch ber, bem ber 
Augtnfcbrin abgebt, ficb ein beutlidjes Gilb oon ihnen machen 
(ann. Die Abbilbung muß ftets ergänjenb ausbelfen. Auch 
barf man roobl fich überjeugt halten, baß nicht gwei Polar- 
lichter ft$ in allen (Einjelßeiten ooiifommen gleich werben." 

2Jlan unterfebeibet beute, nach GSepprecbt, Heben SDaupi* 
formen bes Polarlichtes, allo fowobl bes Rorbltcßtes als auch 
bes ©üblichtes: Gogen, gäben, ©trabien, ©unft, Gänber, 


Krone unb ©raperie. ©ie bäufigfte ßorm, ber Gogen, ift 
unten fcharf begrenjt unb fchließt bas fogenannte „bunfle 
ßegment" ein, fein bächßer Punft liegt im magnetilcben 
SDleribian. Aus ihm erbeben ficb bie turjen, oft fchief 
fteijenben gäben, aus ihm fließen auch bie längeren, erft 
roeißoioletten, fpäter roten ©trabten empor, ©er oiolette 
©unft, hie fchwächftc ßorm bes Polarlichtes, begleitet oieifach 
bie j>aupterl<beinung ober folgt biefer. 3n hoben Greifen 
gerät ber Gogen oft ins Glallen, nimmt fenfrechte ©treifung 
an, b«bt fich mit ben (Snben oom t»orijonte ab unb fchiängeit 
ficb banbförmig in rounberbarftenCichtlpitlen über ben ^immel. 
flberfchreiten bie Gänber ober ©trabien ben genit, fo entftebt 
bie Krone, bie an ©cbönbeit alle anberen drfchein ungen über- 
trifft. Gon ihr aus ober nach ibr bin geben $unberte oon 
©trabien unb säubern eine bimmltfche geuertorrfsfonne ber- 
oor, bie, um mit Rippotbts Glorien ju rrben, bas armfclige 
aJltnlchenroerf bei weitem übertrifft. (Sine geroiffe ähnlich* 
feit mit ben Gänbcm jeigt bie ©raperic, bie, ftets fenfrecht 
geftreift, unten fcharf begrenjt unb oben in bas Richts jer- 


rinnenb, einem faltigen Gorßange gleicht. Gielfach ift P f 
farbig, babei ftets oben grün, mitten weiß, unten rot. 

Über bie £>öbe ber Polarlichter liegen erft aus neuerer 
geil genaue Geftimmungen oor. Rad) bem Gorgange an- 
berer ßorfcher tonnte ©törmer auf ber im Rtärg 1913 nach 
Rorbnorwegen, Goffefop unb ©tore Korsnes, entfanbten 
'Polarlichte jpebition jablreicbe Photographien aufnebmen. 
Aus nicht weniger als 2500 Gleffungen fanb er als niebrigfte 
tpöbe 86 km, als größte $öbe einzelner ©trabien 240 km; 
bas SDtajitnum lag bei 105 km über ber (Erbe. Außer- 
orbentlicb große $)öbcn fanben v. fflrebe, 1313 km, unb 
Gergman 1625 km, ein 
Geweis, baß felbft in 
jenen gewaltigen (Entfer- 
nungen noch bünne atmo- 
fpbärifche Cuft oorhanben 
fein muß. ©emgegen- 
über ficht man in ber 
Polar region bie (Erlebe i- 
nung mitunter bis jur 
(5rbe berabfteigen. ©ie 
Gcrbreitung ber Rort>- 
lichter über bie (Erbe 
unterfuchte befonbers 
Rorbenffiölb, ber ju bem 
(Ergebnis gelangte, bafc 
bie gone größter fbäufig- 
feit ben magnetifchen 
(frbpol als Sentrum in 
einem Abffanbe oon 
38 ©rab umgebe. Polar- 
lichter treten nicht gu 
allen Seiten gleich häufig 
auf; fowobl Rorblicbter 
als auch ©üblichter ha- 
ben eine tägliche, monat- 
liche, jährliche unb fäfu- 
lare Periobijilät. ©ie 
beoorjugen bie ©tunben 
oon 6 bis 11 Uhr abenbs, 
befißen bie fünfunbjwan- 
jig- bis frcbsunbjwanjifl- 
tägige Periobe bes (Erb- 
magnetismus, bie toieber 
mit ber Rotationsbauer 
ber©onne übereinftimmt, 
haben im ßrübling unb 
f)erbft je ein SRafimum 
unb folgen en blich auch 
bem ©ange ber 11 */.- 
jährigen ©<hwanf ungen 
bes (Erbmagnetismus unb 
ber ©onnenflede, b. b- 
polarlichtmarima unb 
ßlecfenmaiima fallen ju- 
lammen. 

Auffcblüffe über bie 
pbpfifaiifihen (Eigenf6af- 
ten bes Polarlichtes bat 
erft bas ©peftroffop ex- 
grben, bas Angftröm 1867 
juerft anwanbte. ©eit 
es Pauifen 1900 gelang, 
bas Polarlichtfpeftrum 
ju photographieren unb 
als ßinienfpeftrum ju 
ermitteln, helfen Cinien 
mit bentn bei Atmofpbäre 
übereinftimmen, roiffen 
wir, baß bie Geftanb- 
teile ber £uft es ftnb, bie 
im Polarlichte leuchten: 
ber Ätaifcrftoff unb bas 
$>elium in großen Pöben. 
bas oon A. Güegener 
©eocoronium genannte 
noch leichtere unb höhere 
©as, oon bem bie grüne 
„Rorblichtlinie" her- 
rüßrt, unb ber [chwe- 
rere ©tiefftoff in unteren 
Schichten. 

Theorien über bie 
(Entftebung ber Polarlichter gibt es in überreicher güUe; 
bie meiften oon ihnen haben nur noch biftorifches 3ntcr- 
effe. ©och f<hon fbailep, ©alton unb Giot fnüpften bei 
ihren (EiflärungsDcrfucben an bie magneti[<h-c(eftrifchen 
Kräfte an unb wiefen bamit auf ben rechten GJeg. paui- 
fen enblich lehrte, baß bas Polarlicht eine eieltrifche 
ßluorefjrnjerfcheinung in ben oberen Regionen ber Atmo- 
(pbäre fei. £emftröms unb Girfelanbs erfolgreiche Ger- 
juche ber feerftcllung (ünftlichen Rorblichtcs oeranlaßten nun 
©törmer, bie beute allgemein angenommene Katboben- 
ftrabientßeorie aufjuftellen. innerhalb (Eroofesfcher, £>ittorf- 
jeher ober ©eißleifcher Röhren treten an ber Katbobe, bas 
beißt am negatioen pol, unter anberen (j. G. Röntgen-) 
6trablen bie fogenannten Katboben (trabien aus, bie, felbft 
unfiebtbar, bie ßäbigleit befißcn, oerbünnte ©afc jum 
Feuchten ju bringen, ©(eiche ©trabien fenbet auch bie 
©onne aus; biefe bringen in bie ürbatmolpbäre ein unb 
erjeugen bie erbmagnetifefeen (Erfcbeinungen, (Erbftröme unb 
Polarlichter. 




6trabIen-^DlaTli(fct au Drontbcim. einer 3«i(bnunfl oon ‘üHoj ^aebel. 


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Ätl Sobau auf SRinarca im Tammlpringni 
(ToppeÜet (niTbcnlprung) . 


r. Sunde auf fBinbsbraul im Tarnen- 
fprinflfn (JtDcitrr Preis). 


jStau Ralf Irrpitanus auf Bianfa im T< 
Iptingen (3Raufr|prung>. 


Jfaau p. (Böttberg auf Bels. b 1 »* ßiegetin im 
Tarnen fpeingen. 


Tie Teilnehmerinnen an brr {Eignungsprüfung für Tamenpferbe. 


Tic Teilnehmer an bei (Eignungsprüfung für ftcitpferbc. 


fahr. t». Äibbmbrods •‘Plascoifc auf 8if. Plarfrball. 
bft€ieg- im Preis bes S?anbrpirtf«baftsmtntfteriurns. 


t'auplmann L’onbfubltr auf Cirbling. 


€l flkorg»« Preis: Erutnanl 'Snbrcae auf 
SBallbari. 


$r öoilf '»ictirtp auf Hblala. 


Ter 6ieger für (£in|pännei <1. lag): ToUmann|«bes f>acfnro-(Bcflül 
Pretens Jtirg of Tunbee. 


(Eignungsprüfung für ©efpanne (2. log): ftrau &ilba 'Solff mit 
Äing of Tunbee (3»«*« ‘Preis für dinfpcnnrr). 


Ter Sieger für Jnxifranner <1. lag): f> p. fc implons "Xcbuft 
unb 9tig». 


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ftiltmeiftrr SRarcufe im Vierer. Tn «Sieger, ftrfer. o. Oppenheims 3Uarmor, mit 4. Jimmcrmann im 6at1e(. 

®äs Jtfit- unb galjrturnier im ©eutfdjen ©tabion »cm 19. bis jum 21. 3uni. 'öum ©rofeen gianfa-^reis in £>amburg-?>orn am 22. 3uni. 

((Ehrenpreis unb 45000 3Rarf, 2200 m.) Ipbot. O. 9tei<4, Hamburg.) 


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3ur $unftgefcf)td)te Öetf Dfen& / &on ‘Jjrof. Dr. STraugott edjulj. 

(Eine Stubie aus bem <5crm<mi(d)cn 3Plu[eum in Nürnberg. SSlit 14 'ilbbilbungen nad> 'Hufnabmcn oon Sbriflsf 3Rü[Iet in 3Uitnbetfl. 




1. ßtrinfamin au» (Söln. Inland t*s 17. Xröuntxm. 


gefpeid>crtc Marine an bas flimmer unb teilmei(e auch bureb eine Öffnung na* 
oben bin abgibt, bie Cuft in mobltuenber $rt burebbringt unb ben ©änben bas 
<&efübi oon Sl'dltc benimmt, ftiablt er jene trauliche Vcbaglicbfcit aus, bie ibn 
zum natürlichen 6ammelpunft bes Kaufes macht, mürbe er mit Vänfen, 6ifoen 
unb irodengeftellen umftcllt unb toar er mohl auch ein beliebter SlufcnthaltsoTt 
ber ftranfen, ber eilten unb her Vequemrn. Von bei Urform bes häuslichen 
'©ärmefpenbers, ber offenen fieuerftelle bes einräumigen flennanifeben £>au|e$, 
unterf(heibet [ich ber Ofen babureb, bah bk 0lamme oon einem 0ruerfaften ein- 
gefaht unb bierbureb flczroungcn mürbe, jehon fcitje (Stauchflafe) an bir ^ügc bcs 
barüber bcfinblicbcn Üuffahes abzugeben, in benen biefe aufgefpeidbert unb bureb 


(TN er Ofen ift in feiner formalen (Entroidlung 
^/unb feiner (Sinjelgeftaltung ein gut 6tüd 
SDIenfchheits- unb Kulturgefcbicbk. *©ie jebes 
anbere fjauseinritbtungsftüd ift er ein ftinb 
feiner Seit unb bamit ein ßpiegelbilb bes (5c- 
jthmaCfes unb ber technifchen wie fünftlerifchen 
Ööbe ber (f potfce, in ber er entftanben. (fr ift 
bies um |o mebT, als ihm im 9lahtnen ber 
"©obnausftattung eine befonbere v ©id)tigfcit ju- 
fommt unb gerabe besroegen eine befonbere Siebe 
unb Sorgfalt auf tbn oermenbet mürbe. Der 
Öfen ift geroiffeTmahcn bie 6eck ober bas 9lüd- 
gTat bes öaufcs. <fr ift ibm ebenfo notmenbig 
mie bie um bas SBobl ber Dnmobner ft<h for- 
genbe Hausfrau, Ohne ben Ofen ftnb bie 
Tfäume in ber folteren ftabreszcit nicht be- 
mobnbar. ©dbuTcb, bah er bie in ibm auf- 


2.©rünfllancrtetRodxlofcn mit ©oliatb-’Setief. 16.C(abtb 


bie Vermittelung oon Kacheln als Suflroärmcr 
in ben 9laum meiterge leitet würbe. $)ie über- 
{(hiehenben G>afc tonnten nach oben in ben 
6<b(ot entweichen, (fine Konzentrierung ber 
©ärmeabgabe mürbe bureb bie Vebienung bes 
Ofens oon aujjen her erreicht. ©amit erflört 
fich bie urfprünglicbe Sroeiteilung bes Ofens 
in ben geuerfaften unb ben Sluffafc mit ben 
Sägen, bie im fünfzehnten, fccbzcbntcn unb fkb- 
zehnten 0abrhunbert ftets dar ausgefproeben 
ift, wäbrenb fie mit bem (Sinkben bes ^.ofofos 
nach unb nach oerwifebt wirb. 3Bar früher brr 
Oftn ein felbftänbigcs ©lieb im ^laumgebilbc, 
lo mürbe er nunmehr ein lebiglicb in ber 9Iot- 
wenbigfeit feiner Smecfbeftimmung hegrünbeter, 
im übrigen aber ber Sfaummirfung untergeoTb- 
not er gaftor. Von nun ab ift er ein frei- 


3. ©runfllafirrtn Cscfcrofüet Rachel den. 17 3<>brb. 


4 . fBintertbur« Ofen oon (uns t>einnd) 'Pfau. 1644. 


5. ©umfllaflerter CsAtanfelfn. ’änfang bes 18. ^abrbunberts 


6. Vümbrrgec ^etotoofen, mit ©rapbit flfMnoärjt. 


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Stacbrfofrn, rocihglafiert. ^ant-cr unb l'cnicninflcn rötlich 
maTmorifTt. Um 1780. 


9. StänfildKt Ofen mit pufetilrrncm C*riAfaflm 'iluflafc braun« IaficTt 
unb flPlbflejirrl. 1784. 


plaftifcbes Kunflgcbilbe ron äufeerft bcmcfllcr Silhouette 
mit reich Dariicrtcm ü)lu|d)d- unb tschnörfclwerf. Bil- 
bete früher bie ßuge ntei lunq mit redjtedigrn i\'ad)cln für 
ben Xöpfer eine nicht unroefent liebe ei r leicht er ung. (o 
(teilte jefet ber formatlofe Ofen einer feit» unb bas grei- 
banbrnobcllieren anberrrfeits bie boebften flnforberun- 
gen an ihn, benen er gerecht ui werben batte, ohne bie 
innere ^Weefbeftimmung bes Ofen» au beeinträchtigen. 
Den ©runbfern ber älteren Ofenform bilbet bie J\acbel. 
21n ihrer öerftellung arbeiteten Icchnifer unb Stünftler, 
Bilbner fomobl als auch SWaler, $anb in £>anb, um jene 
oirlberounbcrtrn (Sebilbe ju fetjaffen, bie in ihren SDto- 
tioen bei freier, burchaus materialgcrccbtcr Übertragung 
Dielfad) auf bie Rupferftidje unb öolAfcbnilte ihrer ;J«il 
jurüefgeben. Der prächtige, im ^ahre 1(>44 ©on ha ns 
txinrich Dfau in tßintertbur gefebaffene Ofen mit bem 
angebauten. ©rofeoaterfife gewinnt mit feinen jablreicben 
buntfarbenerx Darftellungen faft bie Bebrüt ung einer 
moralifierenben Bilberchronif. Seltener ift bie )u An- 
fang bes ocfcUc bnten fabrbunberts begrgnenbe eebranf- 
form, t>on ber abbilb. 5 ein befonberS febönes BeifpicI 
bietet. Di« $icrlicbfeit bes Ornaments unb bas rein 
architeflonifcbc ©efüge bes Aufbaues geben biefem Ofen 
bas ausleben eines 'Jlöbelftüds. (ft ift eine 
an •^rcilubium für bie gra^iofe Operetten- 


mufif bes 9iolefüs. SWit 6pielereien biefer art war bet 
Baben gewonnen, auf bem ber luftige Zeigen ber Schweif* 
linien unb €<bnörfrl anbeben fonnte, ein lebrnbig beweg- 
tes, oft gewagtes Spiel meift bober unb oft bödjfter Xönc. 
DfT frcifchopferilcben Bbantafie n>ar ein weites gelb in* 
bioibuellcr Betätigung eröffnet. Das feböne tiefe ©rün 
ber aenaiffancefacfael mit feinem weichen metaUifrben 
Gchimmer unb bie bun tfarbcne©läfur ber Scfctoeijer Öfen 
werben abgclöft burib bas reine 'Seife, beffen anwenöung 
einegrudjt besi)orjellanfiebcrs ber Seit war, bas aber 
in ber Ginbeit beraaurnftimmung ©erflofe. Die Strafften 
fonnte nicht ausbleiben. Slo<b einmal erlebte ber Ofen in 
ber mit ftrengeren formen unb arebiteftanifeben Cinicn 
arbeitenben(fpo<be bes CouisXVI.-etilseine faft fonfer- 
oatioanmutenbeBelcnung feiner ftmedform. Dann aber 
fam ein neuer lop: bei ۊulenofen mit einer Bafe als be- 
frönenbem abfchlufe, auf. (Ss mufj einer neuen Seit oor- 
bcbaltcn bleiben, ben alten Kachelofen in feinem (Srunb- 
wefen wieber au Gbrcn au bringen. Der in abbilb. 1 wie- 
bergegebene Kölner Kamin je tat, bafe auch er ein 6pie!ball 
bes jeweiligen fle itftils war. Die Originale oon abbilb. 1 


10. BrounglafieileT quabraii|d}et Jtacbelrfen mit Äarpatibcn unb fiflürlicfcen 
TarftrUungen. (fnbe bes 18. 3abrbunbcrts. 


12. ßouis XVI.-Ofcn, gelbbraun fllafiert. 


1 1 . (Sufceilrmet €öulenofen mit aufaeltalen Brunne- 
geraten. an lang be» 19. ^abibunberts, 


13. (Smpircofen aus Steinach in SERittelfranfm. 14. (Relbfllafiertec Säulcnofcn mit eolifirrrnben 

Ornamenten. 


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H ' IMtag 



1 

1 






ifliobernc ffirofeftatnbilöcr: 3m SDtobefalon. 31od> einet ^eicfenung für bie 2eipjiger „31fu(lritlc Leitung'' doii Gotte Sftittig. 


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A 


WILDEFUER. 

EIN ROMAN AUS ALT*HII. DES1IEIM VON PAUL SCHRECKENBACH. 

(15. 


W ildefüer beobachtete mit innerem Ergötzen die Wirkung seiner Worte 
und fuhr ernsthaft fort: „Ihr werdet mir zugestehen. Ehrwürdiger, daß 
ein Kloster nicht darf Kapital schlagen aus bitterer Not. Das geziemt 
frommen Männern nicht. So denk' ich denn, Ihr werdet mein Erbieten 
annehmen und freudig ja dazu sagen.“ 

Der Prior wurde blau vor Wut. Er sah beängstigend aus, als werde 
ihn im nächsten Augenblicke der Schlag treffen. Er schnappte nach Luft 
wie ein aufs Trockene gesetzter Karpfen. Endlich würgte er die Worte 
hervor: „Das kann ich nicht allein entscheiden. Darüber muß der Konvent 
der Brüder eine Entschließung fassen.“ 

„Das versteht sich", erwiderte Wildcfüer. „Ruft Euren Konvent zu- 
sammen und faßt die Entsdili eßung. Bis zum Abendläuten bitte ich um 
Euren Bericht, und ich bitte Euch, daran zu denken, daß der Hildesheimer 
Rat solchen Leuten, die Wucher treiben in der Stadt, schon manchmal 'eine 
harte Hand gezeigt hat, Juden wie Christen. Gehabt Euch wohl, Herr Prior!“ 
Er nickte ihm zu und ging hinweg, gefolgt von seinen schmunzelnden 
Begleitern. Als sie in der Nabe des Tores angekommen waren, wandte 
Stauffenburg sein Haupt noch einmal und lachte dann, daß sein gewichtiges 
Bäuchlein schütterte. „Der Prior“, sagte er, „steht noch auf derselben 
Stelle, als wäre er zur Salzsäule geworden, wie das Weib des Lot, das 
abgebildet ist an Burdiard Meiers Haus. Er hat die Hand zum Himmel 
aufgehoben, als riefe er Gottes Fluch auf dich herab." 

„Davor fürchte ich mich nicht“, warf Wildefüer ein. 

„Du Hast ihn an dem angefaßt, was diesen Pfaffen das Heiligste ist, 
an seinem Geldsache“, fuhr Stauffenburg fort. „Das wird er dir nimmer- 
mehr vergessen. Nimm dich hinfüro vor ihm in acht! Aber du bist, 
weiß Gott, ein großer Mann, Hans Wildefüer. Wie nahe lag der Weg. 
die Stadt zu retten, aber keiner hat ihn gesehen als du. Das werden 
dir viele Leute danken. Nur wird der Vorrat nicht lange reichen. Du 
müßtest die anderen Klöster auch heimsuchen.“ 

„Das will ich auch!" rief Wildefüer. „Wir gehen von einem zum 
andern, und kein Kloster kommt ungerupft davon. Ich meine auch, sie 
werden sich alle unterwerfen, denn was wir verlangen, ist gerecht und 
billig, und es ist mir kein Zweifel, daß der Rat mit allem Ernst würde 
hinter mich treten, wenn einer Späne machen wollte.“ 

„Da hast du recht“, erwiderte Stauffenburg. „Aber meinst du nicht, 
daß auch die Stadt etwas profitieren könnte? Wie war ’s, wenn wir den 
Scheffel um etliche Groschen teurer verkauften, und täten dann das so 
gewonnene Geld in der Stadtgemeine Säckel? Wir haben viel Geld ge- 
braucht für die neuen Geschütze, die wir haben gießen lassen." 

„Darüber Laßt uns im Rate reden und Beschluß fassen. Ich wäre nicht 
dafür, den armen Leuten mehr Geld aus der Tasche zu nehmen, als wir 
den Klöstern zahlen. Es hängt an diesem Getreide sowieso schon Schweiß 
und Blut des gemeinen Mannes. Doch darüber entscheide die Mehrheit 
der Ratsmannen mit den vierundzwanzig Älterleuten. Jetzt zum Magda- 
lenenklo5ter! Dann zur Karthausc und zu den andern!“ 

„Wollen wir auch in das Kreuzstift gehen und zu deD Domherren, 
Vater?" fragte Tilo Brandis. 

„Das wollen wir. Aber dort müssen wir als Bittende erscheinen. Die 
Stiftsherren und das Kapitel können wir auch im Notfälle nicht zwingen, 
uns zu Willen zu sein, es möchten sonst böse und betrübliche Händel 
daraus entstehen. Aber wie ich Herrn Ludolf von Veltheim kenne, werden 
wir im Domkapitel die leichteste Arbeit haben.“ 

Diese Voraussage ging in Erfüllung. Während Abt Ulrich vom Gode- 
hardikl oster und die anderen Vorsteher der Klöster, sogar die Domina des 
Magdalenenklosters, sich heftig dagegen sträubten, ihr überschüssiges Korn 
an die Stadt zu verkaufen, ging der Domdechant sogleich auf die Wünsche 
des Bürgermeisters ein und versprach, die Sache mit dem Kapitel zu be- 
raten und sie dort aufs wohlwollendste zu empfehlen. „Wir haben vielen 
unserer Leute den Zins zur Hälfte erlassen in diesem Jahre,“ erklärte er, 
„aber auf den Böden über den Kreuzgängen liegt noch viel Korn und 
Weizen. Einhundert Malter oder auch mehr überlassen wir Euch, Herr 
Bürgermeister. Ihr sollt nicht vergeblich an unsere Pforte geklopft haben." 

Wildefüer sprach Herrn Ludolf von Veltheim seinen Dank in verbind* 
liebsten Worten aus und verließ die Domfreiheit mit seinen Begleitern durch 
die Ostpforte. Von hier aus führten steinerne Stufen in die Kreuzstraße. 

Hochaufatmend blieb er auf der obersten Stufe stehen und wischte 
sich den Schweiß von der Stirn. Ober seinen meist so düsteren Zügen 
lag ein fröhlicher Schein. „Es ist uns alles wohlgelungen“, sagte er. 
„Denn die noch widerstreben, werden bald nachgeben, sie müssen wohl 
oder übel. So werden wir zwar nicht in Überfluß leben, aber wir werden 
genug haben, und keiner in der Stadt braucht Hungers zu sterben.“ 

„Jawohl, Vater, und das haben sie dir zu danken", versetzte Tilo Brandis. 
Heimlich aber beschloß er. dennoch dem klugen Rate seiner Eheliebsten zu folgen 
und seine Wagen nach Nordhausen zu schicken, denn allzuviel mochte beider 
Verteilung des Getreides auf seinen Haushalt nicht entfallen, und vielleicht 
brachte ea sein Schwiegervater gar dahin, daß nur die ärmeren Bürger mit dem 
Korn der Mönche bedacht wurden. Dann sagte er, einer plötzlichen Eingebung 
folgend: „Ich möcht’Euch einen Vorschlag tun, Vater. Der Tag ist heiß, und 
Euch wird von dem vielen Reden die Zunge am Gaumen kleben. Wie wär's, 
wenn wir einen Frühtrunk täten? Es ist noch eine Stunde bis Mittag hin.“ 
„Das ist ein löblicher Vorschlag!“ rief Stauffenburg. „Wie meinst du. 
Bürgermeister? “ 


„Ich bin 's zufrieden. Ein guter Trunk bat mir auch vor Mittag noch 
nie geschadet. Auch ist der Anlaß dazu da. Aber wenn ich etwas trinke 
zu dieser ungewöhnlichen Zeit, so muß es etwas Rares sein!" 

„Malvasier“, sagte Stauffenburg. „Den gibt es da drüben.“ Er 
deutete mit dem Zeigefinger auf ein großes gegenüberliegendes Haus, an 
dem ein Schild hing mit der Inschrift „Zum alten Schaden“. In den 
ältesten Zeiten durfte nur in der Domschenke Wein ausgeschenkt werden, 
das war des Bischofs Recht gewesen. Aber die frommen und getreuen 
Bürger der guten Stadt Hildesheim hatten ihrem Bischof und Landesvater 
mit der Zeit, wie fast alle anderen Rechte, auch dieses zu entwinden ge- 
wußt, und weil damit dem Bischof ein Schaden geschah, so trug das Haus, 
das trutzig der Domschenke gegenüber sich erhob, den sinnigen Namen 
„Zum Schaden“. Als dann in der Kreuzstraßc eine dritte Schenke hinzu- 
kam, unterschied man zwischen einem alten und neuen „Schaden“. 

„Nein!“ rief Wildefüer. „Nicht in den »Schaden'! Sein Malvasier ist 
gut, aber in der Domschenke haben sic noch etwas viel Besseres: Alten 
Rheinwein, Rüdesheimer. mehr als dreißigjährigen. Den trinken wirl“ 

„Heil! Heil!“ rief Tilo Brandis. „Dann gleich hier rechts herab!“ Er 
öffnete eine breite Tür. durch die man auf steinernen Stufen hinunter- 
gelangte in die riesigen Kellergewölbe der Domschenke. Sie waren älter 
als jedes Haus, sogar älter als jede Kirche in ganz Hildesheim. Hier hatte 
schon der Meßwein des heiligen Bernward gelagert, als der fromme Kaiser 
Heinrich ihn -zu besuchen kam, und die Steine zum ältesten Teile hatten 
kunstreiche Bauleute fränkischen Stammes gefügt zu der Zeit, als die Söhne 
und Enkel des großen Karl im Lande als Herren geboten. 

Wildefüer wandte sich nach rechts und schritt einen langen Gang 
hinunter. An dessen Ende stand ein plumper Tisch aus Granitstein, um 
ihn herum klotzartige Stühle aus Eichenholz. Kleine, enge Fenster warfen 
ein mattes Licht in den Raum, Sie mündeten in den Dorogarten, und 
durch eines von ihnen konnte man den berühmten Rosenstock erblicken, 
der sein Laub schon zur Hälfte verloren hatte. 

Am Tische saß bereits ein Gast, als Wildefüer mit seinen Begleitern 
herantrat, und die zwei Flaschen, die vor ihm standen, zeigten an, daß 
er schon länger hier verweilen mußte, denn die eine war ganz, die andere 
halb geleert. Es war der Domherr Wilke von Münchhausen, ein frommer, ehr- 
licher geistlicher Mann, dem Lärm der Welt abhold, der zur Andacht stimmen- 
den Stille dieses Kellers um so geneigter. Nur zweimal am Tage kam er hier- 
her, vormittags und abends, pflegte dann aber jedesmal nicht etwa kurze Zeit 
hier zu verweilen. Denn cs war ihm sehr beschwerlich, seinen Leib durch die 
enge Wendelstiege zu zwängen, die von dem Kreuzgange des Domes in den 
Keller hinabführtc. Viel fehlte nicht, so gelang ihm das überhaupt nicht mehr. 

„Gelobt sei Jesus Christus!" sagte er, als Wildefüer herzutrat. „Siehe 
da, der hohe Rat von Hildesheim erweist uns die Ehre. Das ist schön ! 
Das ist schön I Ich sitze gern in Gesellschaft vor einer guten Flasche, 
obschon ich es auch nicht verschmähe, die Gabe des grundgütigen Gottes 
allein zu genießen. Es kommen mir dabei viele erbaulidie Gedanken. 
Haltet Ihr mit? Ich trinke Aßmannshauser von Anno elf.“ 

„Ich wollte eben meinen Freunden und Ratsgesellen ein paar Flaschen 
Rüdesheimer von Anno sieben zum besten geben“, erwiderte Wildefüer. 

„Auch gut. Ihr seid ein Kenner und wißt Gutes zu schätzen“, lobte 
der Domherr. „Stellen wir denn die Gläser nebeneinander, so haben wir 
die Farben der guten Stadt Hildesheim, gelb und rot. Und laßt Eucm Wein 
schnell kommen, in Christo geliebter Sohn, denn ich habe eine Zeitung für 
Euch, die wird Euch munden, und darauf, das werdet Ihr selber sagen, 
wenn Ihr sie wißt, müssen wir den besten Wein trinken, der im Keller ist." 

Inzwischen hatte Tilo Brandis den Wirt herbeigeholt, der in der Nähe 
mit seinem Knechte Weinfässer umfüllte, und bald stand der duftende 
goldgelbe Tiank in großen, bauchigen Gläsern vor ihnen auf dem Tische. 

„Nun höret!“ begann der Domherr. „Was ich Euch jetzt sage, weiß 
noch kein Mensch in Hildesheim. Es ward mir erst vor einer Stunde 
kund durch einen Brief, den ich aus Franken erhielt. Bald freilich wird 
es ruchbar sein im ganzen Lande, denn die Ketzer können ’s nicht mehr 
geheimhalten. Nun höret zu!“ Er bog sich über den Tisch vor und 
flüsterte geheimnisvoll: „Der Landgraf von Hessen hat zwei Weiber!“ 

Wildefüer zuckte zusammen. Es ging ihm wie ein Stich durchs Herz. 
Er dachte an einen anderen Fürsten, der auch zwei Weiber hatte, und 
dessen grauenvolles Geheimnis er kannte. Er zuckte die Achseln und schwieg. 

„Wie? Ihr sagt nichts darauf?" fragte der Domherr enttäuscht. „Ich 
dachte, Ihr würdet nicht schlecht in die Höhe fahren.“ 

„Ach, Hochwürden, warum? Das ist ja ein gemeiner Brauch der 
Fürsten und Herren. Manche haben drei oder vier. Wenn einer sich 
genügen läßt an seinem rechtmäßigen Weibe, so rühmt und preist man 
ihn als einen sonderlich frommen Fürsten." 

„Ha!“ rief Münchhausen. „Ich merke, Ihr habt mich gar nicht ver- 
standen. Was Ihr da sagt, das weiß ich wohl. Über solche Dinge macht 
niemand ein Aufhebens. Aber das ist in der Christenheit unerhört, daß 
einer sich zu seinem angetrauten Weibe noch ein zweites antrauen Läßt. 
Und das hat der Hesse getan!“ 

Brandis und Stauffenburg stießen einen Laut der Verwunderung aus, 
der fast wie ein Schrcckcnsruf klang. Wildefüer bog sich weit zurück und 
blidete dem Domherrn mit einem ungläubigen Lächeln ins Gesicht. „Das wird 
wohl bloß ein Gerücht sein, Hochwürden“, sagte er. „Der Landgraf ist 
der Kühnste unter den scbmalkaldischen Fürsten, aber das darf er doch 


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nicht wagen. Der Kaiserlichen Majestät peinliche Gerichtsordnung, die vor 
etlichen Jahren herauskam, setit den Tod auf das Verbrechen der Bigamie. 
Wie dürft* ein Fürst des Reiches sich öffentlich dagegen vergehen 1 Es 
wird ein Geschwätz sein, Hochwürden, das Euch einer zugetragen hat.“ 

Der Domherr geriet in eine Erregung, die seinem sonst so gehaltenen 
Wesen ganz widersprach. „Meint Ihr?" rief er und schlug mit der flachen 
Hand auf den Tisch, daß es klatschte. „Da irrt Ihr Euch sehr. Wißt 
Ihr, woher ich die Zeitung habe? Von meinem günstigen Freunde, dem 
hochwürdigen Herrn von Eichstätt. Der Handel kommt zu Regensburg 
zur Sprache auf dem Reichstage.“ 

Wildcfüer sprang von seinem Sitze auf. „Es ist also wahr, so un- 
glaublich es ist?" 

„Gewißlich wahr“, bekräftigte der Domherr. „Abei es kommt noch 
besser, noch viel besser. Der große Erzketzer zu Wittenberg, Doktor 
Martinus Luther, der Evangelist der Deutschen, wie er sich selber nennt, 
hat den ganzen Rat und Handel gebilligt. Es sollte geheim bleiben, aber 
es ist heraus, und bald werden es die Spatzen von allen Dächern pfeifen.“ 

Brandis und Stauffenburg, die beide heimlich Luthers Schriften lasen, 
fuhren nun gleichfalls von ihren Stühlen auf und blickten einander bestürzt 
an. „Das kann nicht möglich sein“, murmelte Stauffenburg. Wildefüer 
aber rief mit funkelnden Augen: „Wenn das wahr ist, Hochwürden, so 
tut es der Ketzerei mehr Schaden und Abbruch als tausendmal tausend 
Bücher und Schriften, die unsere Gelehrten gegen sie schreiben. Dann kann 
alle Welt mit Händen greifen, welch böse Früchte dieser Baum bringt. Er 
hat abgeleugnet, daß die teuflischen Schandbuben von Münster von ihm aus- 
gegangen sind. Nun zeigt er, daß sie mit ihm gleichen Geistes waren, daß er, 
wie sie, erlaubte, mehrere Weiber zu nehmen. Nur möcht’ ich erst sicher 
wissen, ob cs auch wahr ist. Ich kann ihm solche Dummheit kaum Zutrauen.“ 

Der Domherr nickte eifrig mit dem Kopfe und rieb sich die fleischigen 
Hände. „Ihr dürft es für gewiß und wahr halten. Der Landgraf hat ihm 
ein Fuder Wein verehrt und ihn als seinen Schwager begrüßt, denn das 
Weib, das er sich hat antrauen lassen, ist eine von der Saale, und die 
sind nahe mit denen von Bora verwandt. Die entlaufene Nonne, die der 
Erzket 2 er geehelicht hat, ist, wie Ihr wohl wißt, eine Bora.“ 

„Dann werden viele an ihm irre werden, die jetzt auf ihn schwören !“ 
sagte Wildefüer. Er dachte dabei an eine, die nun schon seit einem 
halben Jahre bei den Schwestern im Süsternkl oster wie eine Gefangene 
lebte und dennoch keine Willigkeit zeigte, ihren Glauben abzuschwören. 
„Das sollte man auf allen Straßen und Plätzen ausrufen lassen und mit 
allen Glocken dazu läuten", fügte er hinzu. 

„Läuten wir zuvörderst einmal mit den Gläsern dazu!“ rief der Domherr. 
„Ein Pereat der Ketzerei allerwegen I Ein Vivat unserer alten heiligen Kirche!“ 
Er hob sein Glas hoch empor und ließ es kräftig an Wildefüers Glas er- 
klingen. Den beiden Ratsmannen war es sehr unbehaglich zumute bei diesem 
Trinkspruche, aber sie wagten nicht, sich auszuschließen, und stießen mit 
an, freilich mit niedergeschlagenen Augen und verlegenem Lächeln. 

Wildefüer hatte sein Glas bis auf den Grund geleert und hielt es 
seinem Eidam hin, daß er es ihm von neuem fülle. Was der Domherr 
erzählt hatte, war ihm eingegangen wie alter Wein, der des Menschen 
Herz erfreut. Wenn die Tat Herzog Heinrichs, deren Mitwisser er ge- 
worden war, ans Licht kam, so mußte sie der katholischen Sache Schande 
und Schaden bringen, und! sie kam ans Licht, das sagte ihm eine innere 
Stimme. Nun aber war ihr Ruchbarwerden nicht mehr so gefährlich wie 
bisher. Nun konnte man den Lutheranern entgegenhalten: Was ist denn 
schlimmer: Sein Weib mit einer anderen betrügen, oder die uralte, heilige, 
von Gott eingesetzte Ordnung des Ehestandes mißachten und zerstören, in- 
dem man sich frei und frech, wenn man der einen überdrüssig war, noch eine 
zweite antrauen läßt? So weit war es gekommen im deutschen Landei Was 
der „König von Zion“, der verrückte Schneider von Leyden, in Münster 
getan hatte, das tat jetz't einer der ersten Fürsten des Reiches, derselbe Fürst, 
der die Greuel der täuferischen Rotte in Münster hatte unterdrücken helfen. 

Voller Hohn und Grimm lachte er laut auf, und der Schall seines 
Lachens hallte mächtig wider in dem Gewölbe. Kaum aber war es ver- 
klungen, so wurde ein anderer Schall hörbar, und die Köpfe der vier 
fuhren herum. Es wuchtete einer heran mit schwerem Tritt, ein Mann in 
eiserner Rüstung, als wolle er in den Streit ziehen. Nur der Helm auf 
seinem Haupte fehlte; er mochte ihn wohl draußen haben hängen lassen 
am Sattel seines Rosses. Hans Wildefüer erkannte ihn auf der Stelle, 
noch ehe das Licht auf ihn fiel. Wie Herzog Heinrich sein Haupt alle- 
zeit nach der linken Seite geneigt trug, so trug dieser Mann, der sein 
Todfeind war, den Kopf allezeit im Nacken. Es war Klaus Barner, der 
wildeste, fehdelustigste und gefürchtetste Ritter des Niedersächsischen 
Kreises. Einst in den Tagen der großen Stiftsfehden hatte er an der 
Seite der Hildesheimer gegen den braunschweigischen Welfen gefochten, 
und damals war Hans Wildefüer sein Freund und Zeitgenosse gewesen. 
Die Freundschaft der beiden hatte aber nicht lange Bestand gehabt, denn 
später war Barner mehrmals der Stadt Feind geworden, und Hans Wildefüer, 
damals der Stadt oberster Rittmeister, hatte ihn einmal im freien Felde 
zur Flucht genötigt und beinahe in seine Gewalt gebracht. Noch trug der 
Ritter die Narbe an der Stirn, die ihm Wildefüers furchtbarer Hammer, 
seine liebste Handwaffe, durch die Sturmhaube geschlagen. Dann hatte die 
Stadt sich wieder mit ihm vertragen und lebte zur Zeit mit ibm in Frieden. 

So trat denn Wildefüer auf ihn zu, bot ihm den Willkommensgruß 
und sagte: „Setze dich zu uns, Klaus Barner, und tue uns Bescheid I Was 
führt dich nach Hildesheim?“ 

Der Ritter blieb vor dem Tische stehen und ließ seine funkelnden 
Augen von einem zum andern gehen. Wildefüers ausgestrecktc Hand 
nahm er nicht. „Ich weiß noch nicht, Hans Wildefüer, ob ich dir Be- 
scheid tun kann. Ich suche Herrn Wilke von Münchhausen und ward 


hierher gewiesen. Es ist ein absonderlicher Zufall, daß ich auch dich hier 
finde. Denn auch mit dir habe ich ein Hühnchen zu rupfen.“ 

„Mit mir?“ rief Wildefüer verwundert. „Was habe ich mit dir zu schaffen?“ 
„Das wirst du hernach erfahren. Zuvörderst muß ich wissen, woran 
ich mit dem von Münchhausen bin. Ihr wißt. Gesalbter des Herrn, was 
ich von Euch will?“ 

Der Domherr ahnte es gar wohl, aber er heuchelte Unwissenheit. Ihm 
war sehr unbehaglich in der Nähe des gewalttätigen Landschaden, und er 
segnete den Zufall, der den Bürgermeister und seine Begleiter gerade jetzt 
an seine Seite geführt hatte. 

„Ihr habt den Hof gekauft, den mein Vetter Jürgen hier in der Stadt 
hinterlassen hat“, schnaubte ihn der Ritter an. „Den Kauf macht ruck- 
gängig, Herr, das rate ich Euch. Wollt Ihr, oder wollt Ihr nicht?“ 

„Erlaubet“, erwiderte der Domherr, dem vor Schrecken die Sprache 
fast versagte. „Ich habe ihn gekauft von dem rechtmäßigen Erben, dem 
Herr Jürgen ihn hintcrlnsscn hatte in seinem Testament.“ 

Barner schlug sich mit der Faust gegen den Brustharnisch, „Der alte 
Narr durfte gar kein Testament machen über den Hof!" schrie er. „Vor 
sechs Jahren schon hatte er ihn mir zugesprochen vor vier ritterlichen 
Zeugen. Wie dürft' er ihn da vererben?" 

„Erlaubt,“ warf Münchhausen ein, „das hab’ ich nicht gewußt.“ 

„Das lügt Ihr, Domherr. Ihr habt ’s gewußt, und Euer ganzes Kapitel 
hat ’s gewußt, und der ganze Kauf ist ein abgekartetes Spiel. Aber den 
Teufel will ich tun und mit mir spielen lassen, ihr Pfaffen! Macht Ihr 
den Kauf rückgängig oder nicht?“ 

Der Domherr wand sich auf seinem Stuhle. Er ächzte, und der Schweiß 
brach ihm aus, aber er brachte kein Wort über die Lippen. 

Da kam ihm Wildefüer zu Hilfe. „Ich denke,“ sagte er, „man muß 
Herrn Wilke Zeit lassen zum Überlegen.“ 

„Nein!“ schrie Barner. „Kein Überlegen I Auf der Stelle soll der 
Pfaffe sich entscheiden, ob er mein Recht anerkennt oder nicht.“ 

„Du wirst ihm dennoch Zeit lassen müssen, denn ich will es“, sprach 
Wildefüer mit unerschütterlicher Ruhe, „Auf Hildesheimer Boden gibt cs 
keine Gewalttat, soweit ich sie hindern kann, und ich kann sie hindern. — 
Ich rate dir dringend, Klaus Barner, dein Schwert in der Scheide zu lassen. 
Hast du es geblößt, so kommst du nicht mehr aus Hildesheim hinaus.“ 
Sprachlos vor Wut blickte ihm der Ritter in die Augen, die fest und 
ernst auf ihn gerichtet waren. Dann mit einem Male brach er in ein 
wieherndes Gelächter aus. „Hans Wildefüer! Schirmherr der Pfaffen!“ rief 
er. „Ich danke dir für deine Warnung und wahrlich, ich werde sie dir nicht 
vergessen. Doch wirst du mich nicht hindern, daß ich Herrn Wilke zum 
dritten Male frage, ob er mir zu meinem Recht verhelfen will oder nicht.“ 
„Wir müssen wohl Schicdsmänner — “ begann der Domherr vorsichtig. 
„Ja oder nein!“ unterbrach ihn Barner. 

Der Domherr schwieg. 

„So tragt die Folgen!“ sagte Barner. Dann wandte er sich von ihm ab. 
„Und nun zu dir, Hans Wildefüer. Du hast eine Jungfrau in deiner Gewalt 
und enthältst sie wider alles Recht dem vor, dem sie verlobt ist. Du hast auch 
alle ihre Kleinodien in Verwahrung, dazu das Geld, das du erlöst hast für 
ihr Haus in Goslar. Über das alles hast du sie ins Kloster gesteckt.“ 
„Das alles geht dich gar nichts an!“ rief Wildefüer, und sein Antlitz 
bedeckte sich mit dunkler Rote. 

„Du wirst gleich hören, was es mich angeht“, fuhr der Ritter fort. 
„Christof von Hagen, das wisse, ist mein Freund geworden und hat mich 
um Gottes Willen gebeten, ich möchte mich seines Rechtes annehmen. Und 
so fordere ich dich denn auf, du wollest die Jungfrau ihrem Verlobten 
zustellen und ihr ganzes Vermögen Er ist heute mit mir hergeritten.“ 

„In die Stadt?“ rief Wildefüer. „Wer aus der Stadt verfestet ist und kehrt 
dennoch heim vor der Zeit, der verfällt dem Schwert. Das weiß er gar wohl.“ 
„Er ist so albern nicht, wie du meinst“, entgegnete Barner. „Die Stadt 
zu betreten, hütet er sich, aber er sitzt in der Neustadt, wohin dein Arm 
nicht reicht. Nun, Hans Wildefüer, wie denkst du? Willst du es halten, 
wie ich's gefordert habe?“ 

Wildefüer blickte ihm finster ins Gesicht. „Der ehrvergessene Bube 
hat dir die Fehde gegen mich verkauft, das merke ich wohl, und daß du 
Streit suchst mit mir und uns allen, das merke ich auch. Aber ich habe 
nur einen guten Rat für dich: Hebe dich von hinnen, so schnell deines 
Pferdes Beine laufen können! Das ist meine Antwort.“ 

Der Ritter stieß sein Schwert so hart auf den Boden auf, daß es in 
der Scheide klirrte. Über sein hageres Gesicht fuhr ein höhnisches Zucken. 
„Dein letztes Wort, Hans Wildefüer?“ 

„Mein erstes und letztes.“ 

„Dann sage ich Euch, Bürgermeister und Rat, Pfaffen und Laien von 
Hildesheim: Auch Ihr werdet die Folgen tragen wie der da!" 

Ohne Gruß drehte er sich um und schritt nach dem Ausgange des Kellers. 
„Was wird nun?“ stöhnte der Domherr. 

„Eine Fehde, Hochwürden“, erwiderte Wildefüer ruhig. „Noch ehe 
wir einen Tag älter sind, sagt er sie uns an, mir und Euch, kann sein, 
dem Kapitel auch und der ganzen Stadt. Ich komme gegen Abend zu 
Herrn Ludolf von Veltheim. Seid auch da, wir wollen über die Sache 
dort weiter reden.“ Er ergriff sein Glas und trank es im Stehen aus. 
„Kommt mit mir, Tilo und Stauffenburg. Es wird gleich Mittag läuten, und 
eure Weiber werden auf euch warten. Gehabt Euch wohl. Hochwürden!" 

Mit ernsten Gesichtern folgten ihm die beiden. Als sie vor der Treppe 
standen, die zum Lichte hinaufführte, hörten sie draußen die Hufe der Gäule 
klappern, auf denen Klaus Barner mit seinen Knechten von dannen ritt. Da 
seufzte Herr Tilo Brandis aus tiefer Brust, denn es erschien ihm rätlich, seine 
Wagen zu dieser Zeit doch lieber nicht nach Mansfeld und Nordhausen zu schicken. 

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26 


3 Uuftrirte 3 e>tung. 


9tr. 3966. 



®ic (Sinfübrung ber ©osbeleucbtung 
in Berlin. 

QQts in bie 9R itte bes ad)tjcbnten gahibunberts reichen bie 
-C^Beriuche jurüd, bas aus bei <2rbe bircft gewonnene ober 
aus brr ©tcinfoble cneugte ©as au Beleucbtung&jitecfen gu 
UtncnbUL Der §ollanber ß. % SDtincfelacrs bol 1783 bie 
3nbuftrie bes Seuchtgalcs begrünbet; ber Dculfche gr. “211b. 
2öinjer bat 1804 ein englifebes 'Patent erbalten, um ©as jur 
Gtäbtebeleuchtunci ju oerwerten; ficben gab« (pater machte 
brr »iflenfdbaft liebe Begrünber ber SRctalluigie, 28. Slug. 
Sampabtus Don ber greibeiger BeTgafabemic, ben erften 
öffentlichen ©asbelcuchtungsoerfuch in ber gifc&ergan«- ber 
genannten 6tabt. 21m lefeten Dcjember 1813 crffrabltc bie 
Sonboner 2Beftminfterbrücfe jum erften SWak im ©aslicht; 
wenige SJlonate (pater fonnte bie neue Einlage auf ein ganzes 
Stabtoieitef ausgebebnt werben. Der genannte tfampabius 
bat bann 1816 bei greibeTfl i. 6. bie erfte beutfebe ©as- 
anftaO errichtet; im gleichen gable fam bie erfte ©as- 
beleucfctungsanlage nach Berlin ju einer beute noch be- 


(tebenben girma; als griebricb 2Bifb<Im III. bort bie 
neue Anlage befichligt batte, machte er ben Bor» 
(dblafl,_ bie neue Beleuchtung in ber ganjen Stabt 
eingufübten, was aber bon ber betrefjenben girma 
abgelebnt würbe. Bor bunbert fahren, am 19. ftuni 
1819, nahmen jioei englifche Ingenieure aus (Sbin- 
bürg ein patent auf bie (irjeugung oon fompri- 
miertem ©as, bas als „tragbares ©as" in bie 2ftob* 
nungen ber ftonfumenten birefl geliefert »erben follfe, 
bo6 haben ftch bie Hoffnungen, bie an biefes an fi<b 


»id)tige Baten! aefnüpft würben, ni<bt erfüllt; bie Su- 
ieitung bes ffiajcs burd) lobten erwies ficb in §u- 
funft als rationeller unb oortetlbafter. 

Der Bertrag jur erften Straßenbeleuchtung burtb 
©as in Deutfeblanb würbe für bie Straße Unter ben 
Cinben in Berlin am 21. Slprit 1825 abgcfdjloffen; 
anbcrtbalb Öabre fpäter, am 19. September 1826, er- 
folgte bureb eine englifcbe ©efellfcßaft bie 3nbetrieb- 
feßung. Die 2ßirtung bieler Umgeftaltung ber öffrnl- 
lieben Beleuchtung fanb einen ftieberfcßlag in etlichen 
fatirileben Blättern bes ‘ ' 


aus Ciolanb ftammenben, (eit 
1823 in Berlin lebenbtn 
ftupferflcdjers unb Stein- 
~a jeübners gr. Burcharb 

Dörbe cf. Don befjen £itbo- 
J grapbienfolgen granj 

ftugler mit 2t echt rühmte, 
bah bre fchlagenbe Ccben- 
bigfeit, bie fick bis auf 
i bas gcringfte Detail ec- 

ftreeft, bie ftomif bes 
©artjen unroibcrftehlich 
macht, ber ben acht 
»Jahre jüngeren Sheobor 
(pofemann, beffen Runft 
unb 21 rt iefet toiebtr 
hoch in ©eitun g ftebt, 
als Berliner Sitten- 
(chilberer entfeßeibenb be- 
einflußt hat unb ber 
felbft auf ben jungen 
SHenjel nicht ohne 28ir- 
fung blieb. Dörbecf Der- 
öffentliche um 1825 eine 
©ammlung „Berliner 
H 'IBifec unb Slnefbotcn", 

bie [ich an Dinge bes 
21Utages hefteten unb fie in 
I bumoriftifcher gorm beleuchteten. 

H gebermann fab mit in Berlin 

bie ©asröhren in langen ©räben 
bureb bie Stabt gelegt würben; 
bes Bolfcs Meinung über bie 
neue Beleuchtungsart tritt in 


2lus gr. B. Dorbwfe „ Berliner fBioe unb Stndbeten" (um 1825): Clin gatem» 
anftcrfci bet ©asbdcucbtunfl batte 2Rübe, bie 0 lammt in einer Üatrrnc in Btanb p 
bringen ; Berliner jungen laben neugietig ju- Da bie glömme immer tmebet oettoto. 
rie| einer non ihnen : „3Jläitnefen ( (all »cf 3hn’ vielleicht oor'n ©tojehm 6t bringen? 1 * 


ben Bilbern anfcßaulich unb tTeffenb jutage. Das erfte 
beutfehe Unternehmen für ©asbeleuchtung würbe 1828 in 
Dresbcn gegrünbet; 5lub. Sigismunb Blochmann führte 
hier bie Beleuchtung her Stabt burch; 1833 folgte 33iea 
unb noch *m leiben gohqehnt waren bie fccupifläbtc Eu- 
ropas mit ben Borteilen ber neuen drfinbung beglüdt 
»orben. Baul 21lfreb SWerbach, Berlin. 


3Ius 0r. B. Dörbctfs „Berlin« 2Btüe unb 3üiefbcten~ (um 1825): (fin Bauarbeiter öuberte beim Ünblicf bet 
jur Berbreitung bes ©dies Menmben ‘>töbren leine ©ebanfen: „Senn lef mal ©üblt, roit fie bei Ot bureb 
bie ftonone bo raffe? tTiegen?" Durch bi« antoctl eines arbritsgenoflen würbe er rafch unb grünblich be- 
lehrt: „Del ift ja ebenl ber " 




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afurf) feine £arfftf)ufje 


beftünble man oon 3cit ju 3«if mit 

Or. ©enfner’d Oe(©odfd(eberpu^ 

Nigrin 


t um bem Ceber Ttabrung m geben, bamif ti 
half barer mirb. 

6«rf)«(ler, oud) t>«e fo beliebten Porftllboetrmatlfe« .Dcberin* : Carl «SenHitr, (Sdudinarn (3HQrttt«t>). 


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1 mr&T $ufm«rf|amf«it juw<nb<n miflt*. kW b«ißt «» 

in b«n Slaufbauftrn nicht mtbr „Turfrn roir eo 3bnen au* 
Icfeufen?", fonbern „Rehmen 6ie e» mil fi<b?"- ’ffieit mtbr 
roirb ju gelehrten haben, Tor allem in 6er Reflamc. Ta 
gilt cs. bit IRarte in bas CGcbäcbtnis einAupiägtn. 'JRil einer 
^icrieljeife wirb man j. “0. niemals brn Dienen Xeil einer 
ganjjeitigen Reflame erreichen. Kleinere 3nferate überfiebt 
man bas erflemal. bas awtite bemcrti man, bas brüte lieft 
man. benft Heb aber ni<t>ts babei. bas vierte lieft man unb 
überlebt Heb, beim fünften befpriebt man ficb, beim feebften 
mochte man »obl einen Terfucb machen, beim fiebenten tauft 
man Ter IMafc an ficb macht bic ffiiiflainfeit einer Rnjcige 
nicht aus. (Es femmt lebiglicb auf bie fmn- unb fachgemäße 
(Gruppierung bei 'Anzeigen an. Ta» überlaffe man rubig 
bei Leitung, bie ein gleiches 3ntereffe mc her 3nferent an 
ben Rnaeigctt bat. 

Brioate Berbefferung her Statuta. Stenn aueb bie greife 
im neutralen Kuslanbe nicht fo bwb finb roie bei uns, fo 
rverben fie hoch bureb ben ungünftigeit 6tanb ber t>r utfeben 
Valuta aufeerft ungünftig beeinflußt. 'Wir müffen uns bagegen ju 
helfen toiffen. Rad) rieben »ftblufj unb Öffnung ber (Grenzen »er- 
ben auch mir früher roieber Sluslänber unfere bc utfeben Heilquellen 
benußen. (Sine ganje Reibe pon beutfeben Kur* unb ,yemben* 
orten bat internationalen Stert. Tiefe noerben auch »ieber oon 
£nglänbero, Smcrifanern, ^raujofen ufro. belacht »erben, Ter 
beutfebe (ftaftroirt. Hotelier, ^immercermictcr brbinge ficb hierbei 
für bas ^immer täglich nicht etwa 10 SKarf, fonbein 10 Oranten 


in 1riin*oni(bem ober bie rntlprecbrnbe 6-ummc in englilchen 
'Pfunb ober amerifanilcbem ober botlanbilcbem (SWlbe aus. Tat 
i(t nach S 244 bes Teutleben Bürgerlichen (Gefeßbuches Lulaffig 
'S» muh nur bie Torficht gebraucht »erben, ausbrücfliCh 
Gablung in auslänbifefeer 'ivtabrung «u oereinbaren. 

künftige Serie besausf lebten bei ber eilen baß n. Ter 
Bertebr auf ben preußifdjen tctaaisbabnen bat ftd> feit hem 
1. 3uni beffer als angenommen abgrwidrlt. Hbgcfeben oon 
ben Dfinflftfeiertagen bat (uh «ine au Harfe -Belüftung her .lüge 
bur<b bie Aufhebung ber Rtifrerlaubnt» nicht ergeben, ^ur- 
seit fahren bie 6taatsbabnen bereits 42 p. H- bes Aricbensfabr* 
planes; wenn bie Reparatur bes tofomotipparfes »eitcr fo n* 
jreuliche ^ortfebritte macht wie bisher, wirb fi<b jeher 'J'erfebr 
in ben naebften Monaten glatt bewältigen laffen, ba bie preu* 
fjilcben 6taatsbabeirn an Etagen feinen fDtangel leiben, fofern 
bie Reparaturtperfftälten weiter |o arbeiten als bisher. (Gegen 
44300 'Perfonenroagen bes fahre» 1914 ftehen jurceti noch 
17000 betriebsfähige i>er(onrn»ag(n iut Verfügung, eine fabl. 
bie burd) fortfebreitenbe Reparaturen unb Reubauten balb erbeb* 
lieb Dcrmcbrt fein »irb (Sine ‘ilruabl oon (Güterwagen »trb §u 
i>er|pnen wagen umgrhaut. »Einen JRangel an (Güterwagen bat bie 
(Silenbabnoenoaltung jurjeit nicht, jedenfalls läßt ficb her äugen* 
bildliche ^terfebr mit bem perbanbenen 'Ulaterial gut bewältigen. 

Serfanbauftfanftei nach ben beferen Mitten im SBeften. 
tSolfsperiag für i>olitif unb Terfebr, «Stuttgart. 'Preis 2 3Rarf. 
Seit Monaten betriebt in allen Greifen oon Handel unb 3n* 
buftrie Ungewißheit über bie ^nfanbbcftimmungen nach ben 
belebten (Gebieten. Um bem abiubelfen, ift bas corlicgcnbe 
pro fttfefae 'Jö erleben in feiner Reuauflagc porjüglid) geeignet. 
(£» enthält ein Ter&ei<bnis aller belebten Orte mit Angabe 


ber &r|abungs*onrn unb bes Obcipoftbuc Mionsbe jirf» in einem 
ttlpbabel unb enthalt auch bie pfal* unb (il|aß*totbnngen 
(Sin wichtiger Xeil ift ferner bie praftifcb« überfubt über bie 
Terfanbbeftimmungen, bi« bureb Rocbträg« ftets auf bem 
(aufrnben gehalten »irb. (fine farbige Starte ber 0<|aßuna»* 
»nen ergänzt bas Geriehen 

H«s Aermanifche Rattonalmufrum <u Nürnberg bat, wie 
aus bem jungft rrfcbienrnrn ^abresbrnebt für 1918 bcröorgebt. 
neben anberen »enoollen Anläufen unb ,Su»enbungen ben RaÄ- 
laß bes befannten Bismardforfcbers Horft ftobl. ioweit er fich 
auf beniltrcicbsfanMcr bejiebt, eraorben. Unter ben Tofumenlen 
ragt als Hauptftüd ein sieUeitibt für ben brüten Danb oon Aürft 
^tsmards ®rbanfrn unb (Srinnerungen beftimmter autbenti|<her 
'Bericht über bie BoTganpe bei her virtlaflung Pcs großen €taats- 
mannes berpot. Tiefe Reuenperbung für bas TlrCbiP bes be- 
beutrnben nationalen Inftituts hübet eine wichtige 'Srgänrung 
ber Bismardbofumentenfammlung, bie oot jwei labten au» bem 
Ra6laß bes ehemaligen (£befrebattrurs her ..Hamburger Racb- 
riebten“ Hermann Holmann burd) Stiftung an bas 'JKufeum ge- 
fommen ift, Informationen unb ii(rt|unaen eribaltenb. bie Hof* 
mann wabrtnb bet leßten ^ebensjabre bes dürften als Unter- 
lagen für (eine fteitungsartifel unb anberr 'Arbeiten erhielt 

(Sine fRilllon i»t ^ärherung her 53atur»iffen|4»afl. 'Kon 
bem flKünchenrr pnoalgelebtien Dr. Hermann hlnfchuh-ffämpfe 
ift mit einem Kapital Don 1000000 9R*lf eine „l>r.-RnKbüh* 
Kampfe- Stiftung für Pbpfif, (Ibemie unb Ratunpinenfcbaften“ 
mit bem (Biße in Jliinchen errichtet unb oem tstaatsmimftrrium 
für Unterncbl unb Kultus genehmigt worben. 

3n Bah Ceqnbaafen finb bis cmlchl. 6. ,luni 7947 fturgdflr. 
7 4.'>3panante n engefommen unb 72B7tiBaber oerabfolqt worben 


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153. Band. 


AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK 


Frankreich in Nordafrika während des Krieges. Trotzdem 
Frankreich die Hauptlalt des hinter uns hegenden Weltkrieges zu tragen gehabt hat. hat 
cs doch noch Kraft und Energie genug gehabt, fein nordafrikanifches Kolonialreich auch 
wahrend des Krieges weiter auszubauen, um fich dort eine Kraftquelle zu fehaffen, aus 
der cs feine durch den Krieg Itark in Anfpruch genommenen militärifchen und wirtfehaft» 
liehen Kräfte ergänzen könnte. Der Krieg gab ihm die willkommene Gelegenheit, noch 
die letzten Reftc der Deutfchland auf der Älgeciraskonferenz zugefprochenen Rechte in 
Marokko zu befeitigen und damit jeden Widcrftand, der der franzöüfchen „Penetration 
pacifiquc" Marokkos von anderer Seite entgegengefetzt werden konnte, auszufchalten. 
Zur Bcfchleunigung der friedlichen Durchdringung Marokkos gründete der energifche 
und zielbewußte General Lyautey 1916 die „Societ£ de Geographie du Maroc“, die in 
Cafablanca ihren Sitz hat, und von dort aus weitere Tochtcrgcfellfchaften gründen foll. 
Sic zerfällt in eine allgemcingeographifche und in eine wirtfchaftsgcographifche Abteilung 
und gibt fortlaufend ..Bulletins" heraus, die fich mit der phyfikalilchen und wirtfehaft* 
liehen Geographie des Landes befaßen. Daneben bildet die Ausrüftung von Expeditionen 
in die noen unerforfchten Gebiete des inneren Marokkos eine Hauptaufgabe der neuen 
Gefellfchaft. Durch folche Expeditionen find in den letzten Jahren die geologifchcn Vcr* 
hältniße des atlantifchen Kültcnlandes, der marokkanifchen Mefeta und des mittleren 
Atlas erforfcht und kartographiert worden. Auch in der anderen franzöfifch»nordafrika» 
nifchcn Kolonie, die Senegambien und die franzöüfchen Bcfitzungcn an der Guineaküßc 
umfaßt, wurde ein wiffenic häßliches Inftitut. das erftc feiner Art im franzöfifchcn Weits 
afrika, gegründet, ln Dakar, der Hauptltadt Senegambiens, wurde ein „Comite d’Etudes 
hiItoriqu.es et feien tifiques“ errichtet, das eine Zentralftelle für die Forfchungsarbeiten im 
franzöfifchcn Sudan bilden foll. Neben einem Jahrbuch mit Arbeiten hiltorifchcn, ethno» 
raphifchen und wirtfchaftlichen Charakters werden vom Komitee auch größere Arbeiten 
iltorifchen und naturwißenfchaftlichen Inhalts veröffentlicht. Wefentlidn zur Förderung 
der Kenntnis bisher noch wenig oder ganz unerforfchter Gebiete des zentralen Sudans 
und der Sahara haben die militärifchen Operationen beigetragen, die Frankreich in den 
erften Jahren des Krieges zur Unterwerfung der Oafen von Tibefti und fpäter zur Be* 
kämpfung der SenuflhSekte unternommen hat. Kutz vor Ausbruch des Krieges war dem 
General Largcau die zur Sicherung der großen Karawanenfiraße Tripolis*Tfchadfee er* 
forderliche Unterwerfung der Oafen von Tibefti in der öftlichen Sahara gelungen, aber 
die geograpjiifche Ausbeute der erfolgreichen militärifchen Unternehmung war wider Er* 
warten lehr gering gewefen und beichränkte fich auf eine auf Nachtigals Aufnahmen 
beruhende Kartenfkizze. Erft Largeaus Nachfolger, der Obcrft Tilho, der fich um die 
Erforfchung des Tfchadfecs und feiner Randländer früher fchon fehr verdient gemacht 
hatte, hat lieh auch der geographifchen Erforfchung der neueroberten Oafen gewidmet 
und kartographische Grundlagen für diefe von Europäern bisher noch nicht betretenen 
Gebiete gefenaffen. Nach den Mitteilungen Tilhos über den Landfchaftscharakter der 
von ihm zuerlt betretenen Wültengebicte übcrrafchen fie durch die Mannigfaltigkeit der 
Formen und entfprechen fehr wenig den Vorftellungen, die man fich im allgemeinen von 
diefen trofilofcn wuftencien gemacht hat. Im füdlicnen Tibefti erflieg Tilho den höchftcn 
Gipfel des ganzen Gebiet«, den über 3000 m hohen EnnbKufü, einen erlofchenen Vulkan, 
denen noch erhaltener riefiger Krater einen Durchmeßer von 12:8 km und eine Tiefe 
von 300 m aufweift; er bildet den Mittelpunkt einer Bergregion, von dem die einzelnen 
Bergketten fächerförmig nach Olten, Norden und Welten ausltrahlen. Südöstlich von 
Tibefti, wo fchon Nachtigal einen fifchrcichcn See entdeckt hatte, konnte Tilho das Vor» 
handenfein zahlreicher Seen feftftellen, die von Quellen gefpeift wurden und deren einer 
logar Süßwaßerfifche enthielt. Die Umgebungen der größeren Seen wiefen Siedlungen 
auf; die ungefähr zur Hälfte feßhafte Bevöll terung der Oafen fchätzte Tilho auf 6000 
bis 8000 Köpfe. Die hydroeraphifchen Verhältniße aiefer Ubergangszone zwifchcn Sahara 
und Sudan erwiefen fich als lehr kompliziert und bieten der geographifchen Forfchung 
noch ein weites Feld wißenfchaftlicher Betätigung. Dr. Fit za u. 

Das älte ft e Segel. Wie der Menfch in dem vom Sturm entwurzelten oder 
fonftwie ins Waßer Beratenen Baumftammc das erfie Fahrzeug fand, das er dann durch 
Aneinanderfügen mehrerer Baumftämme zum Floße, durch Aushöhlen des einzelnen zum 
„Einbaum" fich ausgcftaltete, und wie er diefe primitiven Fahrzeuge zunächft, auf ihnen 
reitend oder kniend, mit den Händen rudernd fortbewegte, dann aber die rudernde 
Handfläche mit dem Armrund daran im Ruder künftlich nachahmte, fo wird er auch 
fchon frühzeitig erkannt haben, welch wichtiges Hilfsmittel zur Fortbewegung feines 
Floßes oder Bootes der Wind darftellt. Diefe Wirkung des Windes hat er zweifellos zu* 
erlt am belaubten Bufche beobachtet, der vom Winde in der Richtung des Wehens nieder* 
gedrückt und glcichfam fortgetrieben wurde. In der Tat bedienen fien noch heute manche 
Naturvölker eines Palmwedels oder Laubbufches ftatt des Segels, wie beifpielsweifc die 
Indianer Guayanas, die Mentawefllnfulaner (Molländifchdndicn). die Bubi auf Fernando 
Po (Weltafrika) uff. Letztere bringen dieses primitive Segel in Form eines Büfchels Schilf 
auf dem Bug ihres Einbaumes an. Die Indianer Guayanas fetzen eine (tark belaubte Palme 
im Vorderteil des Einbaumes als Segel, wobei der Baum nach rückwärts bei drückendem 
Winde durch einen Strick gehalten wird. Jetzt hat nun Prof. Karl Schuchhardt auf 
Mcßem der jüngeren Bronzezeit das gleiche primitive Bufchfegel bei unferen nordifchen 
Vorfahren nachweifen können. Diefe als Rafiermeßer gedeuteten Bronzeklingen zeigen 
häufig als Verzierung das leichtftilifiertc, aber nicht zu verkennende Bild eines Schiffes 
mit [tark aufwärtsgekrümmtem Vorder* und Hintcrfteven. alfo von der Form der fpäteren 
Wikingerfeh ißc etwa. Bei einzelnen Schiffen fieht man menfchliche Gehalten als Be» 
fatzung, die meifien erscheinen unbemannt; bei drei der in nordifchen Mufeen bewahrten 
Bronzemeffern erhebt fich aber mittfehiffs ein merkwürdiges Gebilde, das etwa dem Quer* 
fchnitt eines jungen Hutpilzes gleicht oder einer Itilifierten Trauerweide in Umrißzeichnung. 
Und in der Tat handelt es lieh bei diefem Bilde um ein Bufchfegel, darüber kann nach 
Schuchhardts Darlegung kaum noch ein Zweifel hinfort beftehen. Als Segel war ja das 
Gebilde fchon von aen erften Befchreibern gedeutet worden; die rundliche Pilzform wurde 
auf das Konto der ..Unbeholfenheit des Künftlers" oder feine „Vorliebe für das Rund» 
liehe" gefetzt. Dabei blieb jedoch unerklärlich, weshalb diefem Malt und gebaufchten 
Segel das Wichtigffe fehlt: die Rahe, die qucrgclkllte SegeUtangc. Hinzu kommt ferner, 
daß noch zur Zeit des Tacitus die Nordländer kein Segel kannten. „Die Suionen" 
(Schweden), erwähnt er im 44. Kapitel der »Germania«, „haben weder Segel noch feite 
Ruderbänke." Auch das ältelte uns erhaltene nordifche Seefchiff, das 1863 im Nydamcr 
Moor (nördlich Eckernförde) entdeckte große, aus dem dritten oder vierten Jahrhundert 
flammende, heute im Kieler Mufeum befindliche „Nydamcr Boot" zeigt noch keinerlei 
Vorrichtung zum Setzen des Maßes. So kanti das gefcnildcrte Gebilde nichts anderes fein, 
als ein primitives Bufchfegel, eine Weide oder Birke mit ftarkem Hängelaub, wie folche in 
Nordcuropa ja zu den häufigften Bäumen an Waßerläufen gehören. Dr. A. Heilborn. 

Die neue Nahrungsmittellehre, fo könnte man die Gedankengänge 
nennen, zu denen Geheimrat Rubner in Berlin bei Unterfuchungen kam. die durch aic 
Zeit der Brotftreckung veranlaßt wurden. Man wird fortan nicht mehr Nahrungsmittel 
fehematifeh nach ihrem Gebalt an Stickftoßfubltanzen oder Eiweißkörpern. Fett. Kohle» 
hydraten, Rohfafcr und Afche beurteilen dürfen. Sondern, was fchon bekannt, aber im 
Drang nach praktifcher Verwertung der Zahlen meifi überfchen. neben Eiweißftoffen 
gibt es an Stickftofffubftanzcn unter anderem auch die Amide, die in Pflanzennahrung 
oft die Hälfte der Stickltofffubftanzen ausmachen, und neben gewöhnlichen Kohle« 
hydraten, C„ H„ O«, wie Zucker und Stärke, gibt es die Pcntofen, C s H, 0 O s , die in allen 
Pflanzen, bis 12 Proz. der Trockcnmaßc bildend. Vorkommen. Unter „Rohfafcr" verftchcn 
wir die gröberen, unferen Zähnen Schwierigkeit bereitenden Zellmembranen. Der Begriff 
ift daher weder übereinfiimmend mit Zellmembran, denn alle Pflanzen enthalten Zellmem» 
branen, noch mit Zellulofe, denn die Zellmembranen umfchließen noch Mengen von 
anderen Stoffen, befonders Pentofen, namentlich die Kleiezellen auch Eiweiß, was die 
Verdaulichkeit der Stoffe betrifft, fo verftand man darunter teils die Bekömmlichkeit, 
alfo das hervorgerufene Wohlbehagen, teils die Leichtigkeit der Auflöfung der einzelnen 
Stoffe, fchließlich den Grad der Ausnützung nach Vergleich von Nahrung und Kot. 
Bei diefem Vergleich ift fortan vor allem zu beachten, daß der Kot bis zu zwei Dritteln 
vom Darm abucfchiedcnc Vcrdauungslafte enthalten kann, denen im Aufgenommenen 
nichts entfpricht, und deren zumal bei ticrifcher Nahrung fehr hohe, bei pflanzlicher 
fehr vcrfchicdcn hohe Mengen nebft der zu ihrer Abfchcidung verwendeten Drüfenarbcit 
den Nährwert beeinträchtigt. Ferner wird von den Kohlehydraten die Stärke zwar, wenn 


fie nicht, wie in Bananen, roh aufgenommen wird, bis zu faß 100 Proz. refoxbiert, au* 
genützt oder verdaut, die Pentofen werden dagegen nur, foweit fie frei find, ausciebie 
verdaut, foweit fie jedoch in Zellmembranen liegen, viel weniger. Von den Zellmem 
branen werden bei Gcmüfe und Obft bis 90 Proz., bei den Membranen der Getreidcarter. 
nur bis 40 Proz. verdaut, wobei am fchwerften verdaulich, jedoch in verfchicdenem Grade 
die Zellulofe ift. Kleie ift daher, obwohl eiweißhaltig, ein fchwerverdaulicher Beltand: 
teil im Brot und wäre beffer als Kraftfutter für Vieh verwendbar. Gewöhnung des 
Menfchen ändert daran nichts, eher kann bei langem Liegen im Darm die Zellulofe Deffcr 
aufgelöft werden, auch verhalten Geh die einzelnen Menfchen darin verfchieden. Aus 
alledem folgt, daß man nicht nach dem oben erwähnten alten Schema Nahrungsmittel 
miteinander vertaufchen kann. Vielmehr ergab fich nur dann ein Gemifch als fo ver« 
daulich wie feine beiden Bestandteile, wenn zwei tierifchc Nahrungsmittel gemifcht wurden, 
weniger genau bei Mifchung von einem ticrifchcn und einem pflanzlichen, und günftiger 
als nach der Additionsrechnung fiel das Ergebnis aus bei Mifchung zweier pflanzlicher 
Nahrungsmittel. Nach diefen Erfahrungen fucht nun Rubner für die Zukunft neue 
Berechnungen des Wertes verfchiedener Koftarten anzubahnen, während bisher alte Er» 
fahrungen der Küche und des Volkes vielfach beffere Maßßäbc abgeben als chemifche 
Tabellen, hber auch einen beßeren als das Gefühl der Sättigung, aas frühzeitig durch 
bloße Magen füll ung, z. B. mit dünner Suppe, durch hartes, viel Kauarbeit erforderndes 
Brot, durch Fehlen von Gcfchmacksftoffen oder bei Käfe durch zu ftarken Gefchmack 
und Geruch eintreten kann, ferner bei langem Liegen von fchwer Verdaulichem im Magen. 
Solche Selbfttaufchungen lind offenbar in Zeiten knapper Nahruhg gefährlich. „Man lebt 
nicht von dem, was man ißt, fondern von dem, was man verdaut." Prof. Dr.V. Fra nz, J ena. 

Eine neuartige Lichtkrankheit. In der Wiener Gefellfchaft der Arzte 
(teilte vor einiger Zeit Prof. Riehl mehrere Patienten mit auffälligen Hautveränderungen 
vor, deren Hauptfymptom eine ftark dunkle Färbung der Gefichtshaut bildete. Die 
Patienten erinnerten in ihrem Ausfehen an die gebräunte Farbe von Sportsleuten oder 
Matrofen, die lange Zeit intenfiver Sonnenbeleuchtung ausgefetzt waren. Im vorliegenden 
Fall konnte diele Urfache der Bräunung (es war in den Monaten Februar bis April) 
völlig ausgefchloffcn werden. Anzeichen einer akuten Entzündung fehlten durchaus, 
waren nach den Angaben der Patienten auch nicht vorausgegangen. Die Urfache ab» 
normer Pigmentierungen der Haut beruht zuweilen auf einer Erk rankung gewißer Organe, 
der Nebennieren beilpielsweife, oderauf einer langdauernden Zufuhr kleiner Giftmengcn 
(Arfen; giftige Stoffe im Mais bei der Pellagra). Solche giftigen Stoffe erzeugen entweder 
vom Gelamtorganismus aus teilweife Pigmentierung der Haut oder aber fie „fcnfibilifieren" 
die Haut gegen den Einfluß des Lichtes. Das Charakteriftikum der Senfibilifierung be* 
ßcht darin, daß der in den Körper cingcführtc Stoff nicht direkt eine Wirkung ausübt. 
fondern erlt dann, wenn ein äußerer Einfluß, z. B. Belichtung, dazukommt. Umgekehrt 
ift die Belichtung allein noch nicht imftande , auf den Körper an und für fich den be» 
treffenden Einfluß auszuüben, fondern erft wenn die Anwesenheit des fenfibilifierenden 
Stoffes im Körper die Vorausfctzung dazu gibt. Derartige Stoffe wirken alfo wie ein 
Katalyfator in aeT Chemie; man nennt lie „Photokatalyfatoren“. Trotz genauer Erhebungen 
gelang cs nicht, bei den Kranken eine Grundlage für die Schädigung, etwa giftiger Natur, 
zu finden. Riehl vermutet daher, daß ein mit der Nahrung eingeführter Stoff vielleicht 
die VeranlalTung für die Erkrankung bildet. Dr. W. Schwcisheimer, München. 

Trinkwafferverforgung am Meer. Man hatte aus den Brunnen Nor- 
demeys bisher immer unbeforgt gutes Trinkwaßer entnehmen können, bis der zuneh- 
mende Badeverkehr ein Vielfaches des früheren Süßwaßers erforderte — da fteigerte fich 
Jollen Salzgehalt bis zur Ungenießbarkeit. Jetzt crforfchtc man durch Bohrungen die 
Tiefe der Süßwaßcrfäulc. Da ergab fich: 1. Daß in der Mitte der Infel nach 60 m (nach 
dem Strande zu nach 50 m) Tiefe auf Siißwaffer — Meerwaffer folgte; 2. daß die Süß* 
waßeroberfläche nach der Infelmitte zu in. 1 */, m Höhe Geh dauernd über dem Meeres« 
fpiegcl wölbte. Es muß uns überrafchen . daß das Süßwaßerpolfter der Infel bis 60 m 
unter dem Meeresfpiceel reicht und der Süßwaßerfpiegel fich dauernd auf l 1 /« m Höhe 
über dem Meere erhält. Wir haben fofort des Rätfels Löfung, wenn wir an einen Ol* 
tropfen im Waßer denken. Er verdrängt fovicl Waßer wie er fchwer ift, und das ilt 
weniger als er groß ift. Mit diefem Rauminhaltsunterfchied ragt er gewölbt über die 
plane Waffcrfläche. — Der feine Seefand als Untergrund der Infel würde natürlich fofort 
das Seewalfer bis in Meeresfpiegelhöhe (teigen lallen, wenn kein Süßwaffer da wäre und 
dagegen drückte. Das muß alfo fovicl Schwere haben, daß cs dem Meerwaffer die Wage 
hält, bei dem jedes Liter nicht 1 kg, fondern infolge der Salze 24 g mehr wiegt. Diefem 
Mehrgewicht hält all das Süßwaffer die Wage, das lieh über dem Mceresfpicgel bis zu 
1 V, tn Höhe wölbt. Jetzt hcrrfcht zwifchcn Meer« und Infelfüßwaßer Gleichgewicht. 
Wo beide fich berühren, ift das Ineinanderfließen recht gering. Der Vergleich mit dem 
Qltropfen im Waßer paßt. Wenn (tarker Regen den Süßwaßerfpiegel zu erhöhen vcr* 
fucht, fließt lebhaft an den Rändern Süßwaffer ins Meer bis wieder das Süßwafferkiffcn 
mit 1 ■/, m über und 60 m unter dem Mceresfpicgel dem fchwereren Meerwaffer gleichen 
Druck entgegenfetzt. Sehr intereffant ift die WaffervcTforgung manchcT holländifchen 
Großftadt. Solche Städte wie Amltcrdam, Delft, Haag beziehen die für fie notwendigen 
Riefenmengen von Trinkwaßer aus den Dünen am Meere, die (teilen weife 4km breit, 
durchfchnittlich 10 m hoch lind, bei Haarlem gar bis 60 m anfteigen (Höhe von drei vier» 
flockigen Häufem). In den dort gebohrten Brunnen fleht der Spiegel oft bis 3 m über 
dem Meere. Bohrt man nach dem Süßwaffer direkt am Meer, kommt man bei 35 m Tiefe 
auf Salzwaßer. Bei 0,5, 1, 2, 4. 8 km Entfernung vom Meer erreicht man Salzwaßer mit 
66. 88. 104. 115, 117m Tiefe. Alfred Leopold Müller 

Die Trockengebiete Deutfchlands. Da nach Süden mit der Zu. 
nähme der Gebirge die Regenmenge im allgemeinen gleichfalls zunimmt, fo muß man 
die regenarmen Gegenden vorzugsweife im ebeneren Norden fuchen. Das größt« Trocken 
gebiet ift das wcftprcußcn*pofenfche. das vom Weichfeldelta bis an die obere Obra und 
von der polnifchen Grenze bis über Nakel hinausreicht; es hat fomit eine Fläche von 
rund 280 x 80 — 22400 qkm, alfo noch 3000 qkm mehr als ganz Württemberg. Hier fallen 
weniger als 500 mm im Jahre und an den oberen Netzefeen fogar nur 375 bis 400 mm. 
Die Urfache bietet der pommcrfchc Höhenrücken, der trotz feiner mäßigen Höhe doch 
genügt, um den Regen aer Welt* und Nordweftwinde abzufangen. Alle anderen Trocken« 
gebiete, deren Regenmenge zwifchen 450 und 500 mm liegt, find ganz wefentlich kleiner, 
(o das an der Oder, das das Oderbruch und nördlich beide Oderfeiten bis Greifen» 
hagen umfaßt, ferner das im Krcife Oftltcmberg, das an der Oder bei Bcuthen, das beim 
UnterfpTeewald und das an der Havel bei Oranienburg. Größer als die letztgenannten 
ift das durch den Regenfchatten des Harzes erzeugte Trockengebiet, das von der Elbe 
bei Parey über die untere Saale bis in die Gegend von Tennftedt an der mittleren Un- 
Itrut reicht; in Oberröblingen am trockengelegten Mansfelder See fallen nur 430 mm. 
Auch der Rheingau nebft dem Tödlich anschließenden Rhcinheßen, ferner ein kleines 
Fleckchen bei Scnwcinfurt am Main und ein cbcnfolchcs bei Kolmar im Elfaß gehören 
hierher. Das letztgenannte Trockengebiet liegt dem fehr näßen Belchen fo nahe, daß 
hier die Jahresmenge des Niederfchlages auf nur 40 km vpn rund 2000 mm bis auf 
480 mm. alfo um 1520 mm finkt, ein Gcgenfatz, wie er fonlt nirgends in Deutfchland 
vorkommt, Prof. Dr. Kaßner, 

Die Vergrößerung von Sonne und Mond am Horizont 
erregt zwar oft genug Bewunderung, feiten aber gibt fich der Beobachter Rcchenfchaft 
über das Zuftanaekommen der Erfchcinung. Wer fich indeßen mit diefer Frage näher 
befchäftigt, findet fehr bald, daß die Meinungen der Gelehrten hier noch auseinander« 
gehen. Die in neueftcr Zeit von Filchnc gegebene Erklärung einer aus mechanificrter 
Sehvorftellung folgenden optifchen Täufchung ift nicht neu, (ic findet fich fchon bei 
dem Marokkaner Alhazen vor 900 Jahren, dann bei v. Littrow, Weyers, S. Günther und 
anderen ausführlich dargelegt und führt die fcheinbare Vergrößerung der Sonnen« und 
Mondfeheibe am Horizont teils auf das infolge der Lichtfchwächung in der Atmofphare 
mattere Ausfehen diefer Himmelskörper, teils auf die Möglichkeit des Vergleichs mit irdi» 
fchen Gegenltänden zurück. Wieder andere halten die Erfchcinung für reell; die unteren 
dichten Atmofphärcnfchichtcn, Tagen fie. wirken auf die LichtftTahfcn wie eine Linfe ver« 
rößemd. Die oft zu beobachtende Abplattung der Sonnen» und Mondfchcibe ilt — darüber 
enfeht volle Klarheit — eine Folge der Refraktion (Brechung) des Lichtes, die bewirkt, daß 
der untere Rand der Scheiben höher erfcheint als er tatfäcnlich ift. A. Stentzel. 


Die llluftrirte Zeitung darf nur in der Geltalt in dm Verkehr gebracht werden, in der Ce zur Ausgabe gelangt ilt. Jede Veränderung, auch das Beilegen von Drucklachen irgendwelcher Art, iß unterlagt und wird gerichtlich verfolgt 
Alle Zuiendungen redaktioneller Art find an die Redaktion der llluftrirten Zeitung in Leipzig, ReudnitzerliraBe 1 — 7, alle anderen Zufeaaungen an die Gelchäftsftelle der Illulirirten Zeitung, ebenfalls in Leipzig, zu richten. — Genehmigung 
zur Reproduktion unterer Bilder kann nur nach Jedesmaliger vorheriger Verständigung mit dem Stammhaus Q. J. Weber. Leipzig) erfolgen. — Für unverlangte Hin fen Jungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung übernommen. 

Copyright July 10* h 1919 by llluftrirte Zeitung, J.J. Weber, Leipzig. Nummer 3967. 153. Band. Verlag von J. J. Weber in Leipzig, Reudnitzcrftraßc 1-7 


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32 


3Uuftvirte 3ritunfl. 


9lr. 3967. 


Allgemeine Jiotijen. 

IU 6d)Dicrigf(iteit im fEifenfrai)noei:!cI)r. Om 9tut>r« 
bejirf ift in ber lebten 8e>t beticfcicbentlidj roiebcr über ‘Jöaflcn- 
mangcf gtflagt worben, bas beifjt, ber Qfittmtfcfcf bot niebl 
biejrniflcn SBagenmcnflen geflellt erbalten, beten er beburfte. 
Die Eingabe „ ©aflcnmanöfl" Wirb babei ganj allgemein für 
biefen SRitjflanb gebraucht, obwohl fie bic tage niebt immer 
treffenb fennjeiefenet. Oft aud> icfjt ein 2Jlangel an ©ütciwagen 
niebt Dorfcanben, f 0 fehlt es btxb an Cofomotiocn, um bie 5Dagen 
babin au bringen, wo man ibrer bebarf. Die Urfacben biefcs 
SKangefs an (jatomotioen liegen dot allem in ben bureb bie 
^affenftillftanbsbebingungen notig geworbenen Ablieferungen 
einiger Jaufcnb ^ofomotioen an ben 33crbanb, unb ferner barin, 
bafj bie uns oerbliebenen iDlafdjincn fiefc in einem au&CTorbeitt- 
lieb fefjlccblcn ßuftanb befinben unb immer aufs neue bie Aus- 
bcrferungsroeiffiätlen aufiueben muffen. Die prcufjifdje (fiten« 
bobnoerwaltung bat mittlerweile 2463 neue fcofomotiecn beftcllt, 
unb bie £ofomotiDfgbrifcn finb eifrig bamit befrfjäftigi, ihren 


2ieferungsoen>fli6tungen na<bjufommen._ Om ganjen bürfen 
auch in Anbetracht ber obwaltenben ^crbältniffc bie Lieferungen 
neuer SDtaWnen als befriebigenb bejeiebnet werben. Dafe 
trofobem ber Skflaitb nicht in bie fböbe gebt, liegt an ber fdbon 
erwähnten fcfelecbten ^efebaffenheit ber alten 2Rafd)incn, bie 
jur golge bat, ba& »öd) entlüft immer noch fo Diel ‘üRalcbinen 
bie Ausbelferungswerfftotten aufftidjen müffen. als baraus aus- 
gcbeflcrte 2Raftftincn bem '^erfebr ^ur Verfügung gcftcllt werben 
fönnen. Unbeftreitbarer 3Rangcl beftebt ferner an ^erlofien- 
wagen. Auch hier fueftt bie Qifenbabnoerwaltung Abhilfe ju 
Icbaffcn, inbem fie 2890 Sftagen in Auftrag gegeben bat. Die 
■©efteUungen auf neue ©üterwagen belaufen ficb auf 45000 
Stüd. Onsgefamt betragen bie oon ber (£ifenbabnt>ertoaltung 
an bie Onbuflrie gegebenen Aufträge mehr als aroci SDtilliarben 
SRorf. Daoon entfallen etwa 1,7 bis 1,8 SDtilliarben 2Rarf aul 
fta^rjeuge, ber 91eft auf Oberbaujeug. A3enn cs aber auch ge- 
lingt, mit £ilfe birfrr S3eftellunpen unb ihrer Ausführung bureb 
bie Onbuftrie ben CofomotiDcn- unb AJagenparf »ieber auf bie 
£>öl)e j u bringen, fo würbe bamit bie übertninbung ber jefit 


berrfebenben ßchruierigfeiten boeb noch feineswegs gewöbrleific 
fein. <5s fehlt eben an geeignetem, b. b- genügen!) burdjgcbi: 
betem Sobnperfonal, um ben gewaltigen SBagenparf |o i: 
Umlauf ballen ju fönnen, wie bie ■Sebürfnifje bes Aerlebn 
bies erforbern. Die bureb ben Acbtftunbentag bcrbeigefühnc 
(äcftroicrigfeften tragen gleichfalls bavu bei, bas Übel noc 
weiter ju fteigern, wie anberfetts ber Äßegfall ber Afforborb. 
ebcnfowobl bic Ausführung bei Ausbefferungcn oon iDlafcbinr 
unb föagen wie bie öerftellung neuer erfebwert unb DeTlang fern: 

(£xlibrtS‘2Dettbeu>crb. ^urgörberung ber Orig inal-Aabu 
rung pcianftaltet ber Aerein für ttflibrisfunft unb ©ebiaui; 
fliapbi! einen ‘ffletlbcwerb jut Erlangung einer S^libris-Aabit- 
rung für eine fünft- unb fufturgef(fti<fttU(fte Bücherei. (Ss foinmrn 
10000 SWarf aur Aerteilung. Der erfte Dreis beträgt 30003Rarf 
aufeerbem finb Anläufe Dorgefeben. Aon Äünftlern gebörri 
bem Preisgericht an: Ata;; illinger, Artbur Äampf, (f mtl Orlit. 
5. Döpfer, t>ans 3Reib unb Daul 6cbeuricft. Bcbingungr 
ftnb Don ©eb. Aeg.- Aal Ai. t>on Sur heften. Berlin SW. 11. 
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begrüntet 1 S 30 > ieigjlg - ©ittridjring 21 

33 erficftcrung 06 cflan<) 

13Kifliarbe22oiuittionen3Warf 

übernimmt 23er(id)erungen unter 

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sollten nicht vrnAumen, ihre VorbcreiWngen /u treffen, um leilrunehmen an 
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Zeit sein muH. Das bcMe Mitiel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch! 
einfachen Selbstunterricht auf ein Examen vorruberetfen , die Einjährig- 
Freiwilligen- Prfifunc und das Abiturienten- Examen nach/nholen oder die 
fehlenden kaufminn. Kenntniwe *u ergänren, souie eine vortreffliche Allge- 
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Urifeh 3 . 73 , 3 WhrtH» 3 . 73 . ^dblltifeh 3 . 73 . 
ünaarifh 3 . 75 , Pelnifth 5 . 73 , Jtvfflflb 3 . 75 . 
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«laa lautet: ..Eän von «n«u lüchtiicvn Fachmann gr«clarielM*iM» HandbuM dw 
lievehlivbtxlebre und (iefühlttiy giitie. Vcrfaaaer ia« rin eben«« tüchtiger 
Iriiysni- wie Psychologe ; waa rr ÜteT da« (ie fühl »leben dr» weibltchen Kinde« 
ftb*r die Entwickeln ng der Trieb«, über da« ..ga-ntltrllt l»«* Alter" d— 
Rarkfikclu-». über «.eiall sucht, Widrraimnd. kittUcbe Kraft, Scham, OIht <!*• 
Weib m d*r Kho, die Hlüu-- und Verlallghre *q»gt. «etigt tun Hiict _ a»uTerftun> 
Bahemehunc d-« so «ehwierigen (iebieu. und T«m dieser gutm Kmnmcbati 
dürfru «ich di*, die gern (ItH-r die erutiachen Mjraterien und ihre7,uianmimhing> 
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34 


9tr. 3967. 


3ttuftrirte 3«itung. 







©offfneb Heller. / &on Dr. |)annrf ^Starten Elfter. 


9 BB 


©ottfrieb fff II et als ■üJlfllftubwt in aRünchrn 

(1841). 


^enn man einmal 

kinc 5lrt „3nt>en« 

turaufnabme" in ben 
64>äfccn bes beutfcben 
©eifte* aus jeitfle- 
mäßen Urfacben öor- 
nimmt unb babei nach* 
forfcbt, wie weit benn 
nun bei große Schwei- 
zer mit feinen Gebens* 
läften eingeftrömt ift 
in ben Vlutfreislauf 
bes beutfcben Golfes, 
wirb man nicht frei oon 
Vitterfeit unb tiefem 
6cbmcra barüber, baß 
äußere Umftänbc, rote 
bas Verlagsrecht u. 
es oerbinbert haben, 

Keller* Derfön liebfeit 
unb ®er! beute als 
innerlieb wirfenbt De- 
ro alt in jebem beut« 
leben £>erjcn lebenbig 
ju (eben. Stein jroeite r 
Dichter bes naebgoetbe- 
leben geitalters hätte 
wie er bcanfpruch'ti 
bürfen, geiftiges, etbifebes unb fünftlerifebes Element ber beutfefoen 
Kultur in ©egrnwart unb gufunft au roerbeit. Stießt etroa, Weil 
er ein ©enic getreten wäre, fonbtrn roeil er ein AJabrhaftigcr 
gewefen ift. 6<ine naturgeborene (Ehrlich feit gegen ficb felbft unb 
gegen anbere bilbrt ben Kern feines ?Befens unb feiner Kunft. 

Unb biefer Stern hätte als ewig »erbenbe (Etbif übergeben [ollen 
in bas beutfebe ©ein. Doch ©ottfrieb Stellers 6tunbe ift noeb nicht 
oorüber: bie Sufunft muß brm SERanne unb feinem SBerfe noch 
bas unerläßlich' Aufgeben in bie 
6eele bes gefamten Golfes bringen. 

Aus bem SDtittelpunfte feines Aße- 
fens, leinet SBabrbcitstreue, erflärt 
ficb ohne weiteres bes Dichters AJerbe- 
gang, (Eharalter unb Schaffen. gebe 
abfolute (Ehrlichkeit bebingt ein unenb- 
liebes Ringen mit ben inneren unb 
äußeren SRäcbten bes Sehens. (Es (teilt 
benn feine gugenb bis weit in bie 
SRannesaeit hinein einen fteten Kampf 
bar um bie bäcbften fragen unb 
"Probleme. Aßet ben „©rünen £>ein- 
rfcb" recht lieft unb serftebt, fiebt unter 
ber oft bunten hülle unb anmutooCm 
Oberfeite bas Dunfel bes gauftild' n 
auch in biefer Statur. (Es erfüllte b c 
©erträumten Kinberjabre in ßäricb; 
es überfebattete bas Suchen nad) fünft« 
lerifchem Ausbrud in ben SfRalcrjabren 
in SRüncben unb Zürich; unb es ließ 
ihn DoUenbs nicht los, als er mit einem 
bur<b feine erften 1846 erfefcienenen 
©ebnete erlangten Staatsftipenbium 
in hetbelberg bei pettner unb geuer- 
bacb weitere Ausfcbau in bas Reich 
bes ©eiftigen hielt, geuer bacb brachte 
iwax bie entfebeibenbe 'öenbung in 
rellgisfen gragen: Keller würbe jum 
Vantbeiften ©oetbefeber Obferoanj. 

'21 ber er nuibe es boeb erft ganj in 
ben berliner , fahren, wäbrenb er,, 
banf bem ßbidfalsbeftimmten Drängen 
eines einfuttigen Verlegers, unter 
ASiberftanb unb 6ee!enqual {eines 
fiebens (Entroicffung naebbilbtte. Als 
er nach fünfjährigem Aufenthalt 1856, 
mit bem „©rünen heinricb" unb bem erften Vanb« ber „2eute oon ©eibwpla“ in ber 
Safcbe, bie Reicbsbauptftabt oerlitß, roar er innerlich ausgcTeift. (Ein tppifcb germanifeber 
Atrnfcb: erft mit fiebenunbbreißig fahren mit fich unb ber Tßelt einig! Raihgenittcr 
grollten noch weiter. (Er fanb ben Söeg, troß bei hilf'» bie ibm Süricb mit ber Staats- 
{chreiberbeftaUung non 1861 bis 1876 bot, in bas äußere regelmäßige Ceben nicht mehr 
jurücf. Verfallen feiner Onncrficbfeit unb feinem ffünftlertum, glitt er an bem ©lud bes 
SRenfcblicben mit troß allem fucb'nben £)änt»en oorüber. (Er blieb sereinfamt. “fflarb mehr 
unb mehr jum fogenannten Original. Unb roar bo<h ber tiefften, retnften, ebelften unb 
jarteften 2Ränncr einer. Sei Keller — wie bei Raabt — ftedte hinter ber rauhen Knorrig- 
feit ber Außenlcßale ein weicher, feiner, finniger 
Kern, ein leicht oerleßlicbes ©emüt unb bie Scheu 
frommfter (Ehrfurcht, bie ©röße echter ‘JBeisbeit 
unbßauterfeit. 3n allem, was ber einfame 6taats- 
fchreiber unb ftunggefelle, lang betreut oon feiner 


braotn ©cfcwcftcr Re- 
gula, noch febuf, in ben 
fultutbiftorifcb unber- 
gleid) lieben Züricher 
ytooellen ", in ben Jein« 
febmederifeb unüber- 
trefflichen „Sieben £e- 
aenben", in bem wun- 
berOoilen Siebes- unb 
grauenrtigen „Das 
©inngebiibr unb felbft 
im politifeben Vornan- 
torfc „üRartin 6alan- 
ber", ber feine febönfte 
grauengeftalt enthält, 
wie oor allem in feiner 
fo oft mifjoerftanbe- 
nen. aber unentbehr- 
lichen Vprif, brechen 
6eele unb ©cltan- 
fchauung in 9laturVraft 
unb erworbener Gil- 
bung gleich ftarf ber- 
oor: ebelfte Humanität 
waltet in allem, was ber 
©<bweiaer©oetb< febuf. 


©ollfrifb ffeilet im Atter. 


£>aus .cum golbencn ADintrl auf bem fttrumarft in 3üri(b. 
am cbcmaliflrn ffronmtor, bic Cbcburtsltattr ©c-ltlricb ftrllcrs. 

3 um 100. ©eburtstag ©ottfrieb RcKers 
am 19. 3uli. 


®a5®a(ferflug3eug im®icnfte bes ÄeifeDcrfebts natfc bet 6ec (Iragfäbiflfcit 24 “^er 
fonen mit ©epäd): 'Bie ‘Sabereifenben geben über bie Eanbungsbriide an '?orb. 


gerbinanb 33riitt. (Slbbilbungen [. 6. 47.) 

Of>on ben Neuerern ber Kunft wohl febon längft als abgetan 
-Ounb erlebigt betrachtet, oon ben Anhängern ber guten gebie- 
genen beutfehen JRalcrei auch beute noch flef<bäfjt unb hochgeehrt, 
fann i)r?feffor gerbinanb'örütt am 13. guli feinen pebjigften ©e- 
burtstag feiern. Auch ohne biefen äußeren Anlaß wäre es gewiß 
angebracht, ft*h biefes üDlcifters ber garbc roieber einmal xu er- 
innern unb ben beutfeßen Kunftfreun- 
ben ibn unb fein 3Berf ins ©ebäcßtnis 
ju rufen. 

'Seibern bocbangefehencnbelgifcbcn 
SDlaler gerbinanb Dauroels unb bei 
Alb. Saur in ©eimar hat gerbinanb 
Srütt, ber in Hamburg geboren ift 
unb feit etwa breißig fahren in (Eron- 
berg im Naurus lebt, ficb ben gunbus 
Au feiner Künftlerfcbaft geholt. AB as 
Dauwels, ein ©cbüler ber Antwerpe- 
ntr Afabemir unb glübenber Serehrer 
ber alten SOlciftex, lehren fonnte, ift 
für ben, ber bie 3rabition bei Am- 
roerpener2Ralerf(bufe fennt, oßne »ei- 
teres Hot. war tn erfter Cinie bie 
reftiofe Eingabe an bie ERatur, war 
eine tiefe Aerfenfung in bte 3«>tbnung 
unb brr garbe gegenüber jene greube 
an bnrmon Heben ,Su lammen! längen, 
bie nur aus innerfter fünftfcrtfc^cr 
Smpfinbung heraus geboren werben 
(onnte. 3n biefem 6inne ift Srütt 
ein getreuer 6<büler feiner CebreT ge- 
wefen. Unb in biefem bot er, unbe- 
flimmert um bas, was um ihn »er- 
ging, mit unerfcfcütterlicber Konfequen) 
fein ABert aufgebaut, auf bas er feßt 
mit nicht geringem 6tolje jurücfblidrn 
fann. Aus ber großen Ateihe feiner 
jum Seil berühmt geworbenen ©emälbe 
einige herausju greifen, ift eben fo (eid)t 
toie febtoer. 3n« unb auslänbifcb< 
©alerien bergen fl«, unb wer im 
6<baße (einer fünftleTifchen (Erinne- 
rungen naebgräbt, wirb wohl manch 
eines mit bem Atomen gerbinanb A3rütt 
entbeefen. Anfänglich waren es lojiale Stoffe, bie er bebanbelte. „De* Üanbes ^offnunA“. 
„Aus bewegter jjeit*, „ScbulbDericbreibun^ 1 “, „Verurteilt* unb ähnlich b«'ß'n bie Th««nato, 
bie ihm ©elegenhcit gaben, alle Vegifter (einer fünftferifeben unb (eelifchen Auftbrudsfraft au 
aieben. ©eniafe 3mpre|rtonen im (Sinne ber mobemen „iften" waren biefe Vilbet freilich nicht. 
Da,ju waren fie mit ju oiel SDtübe unb fauerm Schweiß entftanben. Aber pe padten unb lünbeten 
laut unb bcutlich, wie hier einer banach gerungen batte, bas Veite au geben. 3n fpäteren fahren 
roanbte Vrütt ficb fuft ausfchließlicb hiftorifchen Stoffen ju. Unb neben Hermann A)rcU, bem 
Karlsruher gerbinanb Keller unb bem jüngeren Arthur Kampf ift er einer ber wenigen geblieben, 
bie bas $>iftorienbi(b in untere Seit herüberretteten. Unb wie man fich auch h'utrxu ihnen fleUrn 

mag, fie finb unb bleiben ein gutes geugnis bafür. 
baß bas feböne Künftlerbefenntnis bes großen eng- 
lif^cn "Präraffaeliten AlofTetti: „3ch male ©eban- 
fen, nicht Dinge", auch oon beutfeben Künftlem 
richtig oerftanben würbe. Arthur Dob*(p. 


Unterbaltung im ißafter. Ganbbaulrn om €lranbc Auf brr Tune. 

'Bas ftinbctparabics an ber <5ce. 


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'Berliner 'Jlubetfport: 'Jiegattateg in ©rünau an ber Oberfpree. 5Iad) einer 3*'<t>tuing für bie Seipjiger „3Uu(trirte Leitung" ooti grits ©rotemeper. 


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36 


SUuftrirte 3 «itung 


9Rr. 3S67. 





•Bitrqmi 


‘pTO-fcIfoT gerbinanb Brütt, 

befanntrr ®enre- unb CNftorimmaler, begebt 
an feinem langjährigen iRobnfiß tfton- 
bcrg i. I. am 13. 3uli feinen 70. (Seburts- 
lafl. 9fll. Ne 'ilbbtlbungen auf €■. 47 
(^ 0 (. 't>rof. Rrauib. granffurt a. 2R.> 


©efe. 9Rat “ptof, Dr. Sari 
Brugmann, 

fWtttdtt brt i#bmwf«d«if<fc#it 
fdwh du ber Unietffil.il Uri Mi fl. t am 
29. 3uRi im 311« bei» TU 3ab«n it>bet- 
Vielter VdHk, £npjif|.) 


Julius ©raf p. SRirbad)- 
Sorquittcn, 

befannlet tRtebfltunbbefi&er C'lfpfeuljtni. ber 
Ti* um bea #i(b«aufbau feine» tvimat naA 
bern aufleneinfall befoiibtft fWfMBfUfflMtb. 
Inerte am 27. 3 unl Innen NO. ®ebuttslag. 


Sbuarb 6(bmib, 

iRcbibeitsIoualift. mürbe »um Cbetbuiprr- 
meiflei oon äJiuiuben gewobli <fr »a* teil 
1 900 ÜRagiftrattral ber t; tobt SUundxn. teil 
1N92 9tebafte«ir bet .SKünrfcner tM>". po« 
•fWruf gelernter Btobe(|<brnnet 


‘Prof, Dr. §>uflc SRiemann, 

bet befannle Vripjifler IRufifgelebrte, meb 
b« bebeu tenbflr fsertiele» ber mobemer 
2RufiPtt>inen|d>aft, friert am IN. Juli Inner 
?0. (be buttslag. (IRgl atrtifel auf C- 37 


ausltfeacbtunflsarbritcn in brr ftriebrkbftrabr am 'BeUr-2Uliantt-^Ui|». -Bau (teile am Belle-ailiance-iMaö; clrftrilcb betriebener JranoporUufl. 

Bom ‘Bau ber 'J!ori> ■ Süb ■ Untergrunbbabn in Berlin. 


•fflöflenrcrfebr auf bem *Pt> t»Cx»ncr 


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Sin von ber Regierung jur s pctfcnenbcfö < rbrrung grfteUles fDiilitärauto. 

Berlin im 3eicf>en bcs Bertebrsftreifs. 

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"Jtr. 3967. 


Olluffrirte 3fi*ung. 


37 


e r ^ r l f I) C n ^ I ll / £3on 'Proftffor Dr. ‘jftaul Öffff. 


(TNqö gewaltig* Gingen, bas bic Wülfer bis in bie tirfftcn 
^C^Iicfen crfcbiittcite, bat [ein Enbe erreicht. An bemfelben 
■Tage, ba Oor fünf gabren ber Erjberjoß granj gerbinanb in 
©erajewo ermorbet würbe, ift nun in Berfaillcs bet grieb« 
unteraeicßnet worben. Sin Bleucbelmorb an einem oerbaßtrn 
gürften, pon bem bie großferbifcben ganatifer bie ©tÖTung 
ihrer nationaliftilcfcen S>el< befürchteten, bot ben RJeltfampj 
etngefeitet. (Sin SOleucbelmorb an einem oerbaßten Bolfe, 
bcften beifpiedofe Entfaltung bie 2Ra<btftcIlunfl ber Befihcn- 
ben gefäbrbete, bat ibn jum Abfcbluß gebracht. Der Seift 
erbarmiingslofen Bernichtungswillens, ber bor feinem ÜJlittel 
jurürffcbredt, um ben ©egner ju gaLle ju bringen, bot ficb, 
in gleichmäßigem haften oom Anfang bis jum Enbe, bureb- 
gefeftt unb ben ©ceg errungen. 

Deutfhfanb liegt »erfcbmettert am Boben. (Es mürbe 
jurn Belegten, nicht fo febr, roeil es feine Kräfte über- 
fchägtc, als ©eil es ben ©lauben an ficb felbft oerlor. Die 
innerftaatficben Auseinanberfeßunaen erlangten mitten im 
furchtbar ften Dafeinsfampfe bie Oberbanb über bie Rot- 
roenbigfeiten bes gefdblofle- 
nen gufammen[tebens nach 
außen, unb in einem Augen- 
blicf, ba es galt, bie leibten 
Kräfte jur Bftaßrung ber Ein- 
heitsfront sulammensufaffen, 
machte es Heb wehrlos unb 
lieferte fub ben Seinben aus. 

®eldj unbeilooller Irr- 
tum, enjunebmen, bie-6ieger 
mürben nach ben ibealen 
SBorten banbeln, bie fie mit 
grober ©ebärbe roieber unb 
»ieber gefprochen batten! 

Bftelche DerbängrusoolleBer- 
fennung ber feinblicben 8t«I< 
unb Abfi(bten, ju erwarten, 
bic Böller würben fi<h nach 
biefem legten Kriege jur 
ewigen Berfößnung in bie 
Arme fallen! Niemals bat 
ein Bolt eine graufamere 
Snttäufcbung erfahren. Unb 
bcs erfctütternbfte ift, baß 
Deutfcblanb fcbliefelicb feine 
tfnterfebrift )u bem bureb unb 
bureb unfittlidjen ©croaft- 
frieben geben mußte, weil bie 
innere Auflöluna bas Opfer 
eines erneuten Durcbboltens 
unmöglich machte, bas es 
balle auf ficb nehmen muffen, 
bis bie lieber ju erwarten ben 
günftigen Ausfuhten ber 
internationalen Entwidlung 
roirffam geworben wären. 

9Ran muß Weit in bie 
©ef<bi<hte ^urücf greifen, um 
griepensfchlünen.bieDon bem 
gleichen (Seifte getragen finb, 
au begegnen. 3m ©runbe 
labt Hä ^ cr Berfatller Ricbt- 
fpiudb nur mit jenen triege- 
rifeben ©ewalttaten früherer 
Seiten pergleichen.auf ©runb 
beren bas fi«0«nb* Bolf er- 
barmungslos bas Dafein bes 
befiegten auslöfebte. 211s es 
bentlicb würbe , welches 
©<bidfaf bie Entente bem ge- 
fcblagencn Deutfcblanb ju 
bereiten gebaebtr, fchrieb ber 
befonnte welfcbfebweiaerifeb* 

€<briftfteller Romain Rol- 
lanb an eine Barifer Sei- 
tung: „Die Alliierten halten 
ficb für ©ieger. 3d> be- 
trachte fie (wenn fie nicht in 
ficb flehen) ab be liegt bunt) 
bfitBismardismuB.“ Diefes 
ßebfagwort gehört aum Ruft- 
jeug ber feinblicben Bropa- 
ganba. Als ob biefex oom 
fanatifeben BeTnicßtungswil- 
ien beb er richte griebenslcblufe 
bas ©eungfte mit ben poli- 
tifeben SUtetboben unteres 
groben Kanjlers ju tun hätte, 
bellen ©taatsfunft ficb immer 
auf gerechtem 2Raßbclten 
unb Anerfennen gegrünbet bat. Auch ber beliebte Vergleich 
mit bem grfebensoertrag oon Br«ft-2itomff, ber bem be- 
fugten Außlanb nur bas Don feiten bes fiegreicben Deutfcb- 
lanbs auferlegt haben foll, was bie Entente nun bem befiegten 
Deutfcblanb aufamingt, ift hinfällig, benn er bebeutet nichts 
anberes als bie non unferen geinben in Anfprucß genommene 
Anwenbung bes nationalen ©elbftbeftimmungsrecbts, wenn 
auch in bem Berfabren bes Obrigfeitsftaats. 'Rein, im Be- 
ref^e beutfehen politifchen fjanbelns finb feine Vorgänger 
bes S3erfaiUer ©ewaitfxiebens au finben. A3obf aber er- 
innert er an bie griebensfchlüffe Rapoleons I., bem ftets 
bie rüdficbtslofe Unterbrücfung unb Demütigung bes 93e- 
fiegten oor Augen ftanb. AMU man atfo g,efch>ch»t(id^e '•‘pa- 
rallelen weben, [o erftreefen fie fich oielmebr auf bie fron- 
Aöfifche ©efchi^te, unb man wirb nicht oon SJismatcfismus, 
fonbern oon ©onapartismus ju fpte<ben haben. 

Oft genug ift in biefen Sagen auf ben Xilfiter grieben 
bingewiefen worben, ber 'preugens ©robmachtfteUung per- 
niebtetr. 3n ber 3at liegt es nabe, an ibn au benfen, auch 
weif bamafs Deutfcblanb im weiteren 6inne bas Opfer ber 
franaöfif<b rn öenfebfuebt war. Aber um fo lebhafter wirb 
man bann auch ber Sntoidlung gebenfen, bie fich an ben 
Rriebensoertxag oon 1807 anfcblofj. Der ’öergeroaltigung 
vreubens burh ben fran&öfifcben ©olbatenfaifer folgte bie 


innere ^iebrraufrichtung bes preufjifchen 6taate» unb febfieh- 
lieb bie Erhebung oon 1813, bie ben Ausgang bilbete ju 
Rapoleons Untergang. uns biefes Beifpiel, wobin bie 

übcrlpannung bes Aernc^tungswillens führen fann, fo feftigt 
ficb in uns ber ©faube, ba§ es bei bem uns auferlrgten 
64>macbf rieben nicht fein Beroenben baben wirb. "Alanchfr 
Deutfcbe ftebt beute auf bem ©tanbpunft, bah unferr Rieber- 
läge nicht unoer|chulbet mar; bas ma^| fein. Dag bie über 
uns oerbängte „Strafe“ bei gejebiebt lieben ©ereebtigfeit ins 
©efidbt feblägt, unb bag cs unferen geinben nicht gufommt, 
bes ©ittennebteramtes gegen, uns au Walten, baran fann 
nicht emftlidj gejweiffll werben. Es ift eine aefcbi<bt(i(be 
Ungebeuerlicbfrit, griebensbebingungen aufjurtellen, bie bei 
noch fo gutem Villen nicht eingebajten werben tonnen, weil 
fie bas Btrmögen bes Befiegten überfteigen. Rein gerecht 
Denfenber bätt benn auch m, t her fcharfen Berurteifung bes 
Berfailler Vertrages aurücf, unb felbft im Säger ber Entente 
mehren ficb bie 6_timmen, bie bie Rotmenbigfeit einer baf- 
bigen Repifion für erforberficb erachten. 2ebbofte &off- 


forbrrung, nicht bie t^änbe in ben ©cbofe »u legen, fonbern 
in unermübficbem unb oerantwoitlichem ©chaffen für bas 
B3obI unb ffiebe bes nationalen 3<bö felbft ßorge |u tragen. 
Die großen ^eiftungen, auf bie bas beutfebe uolf aurücf* 
b tiefen fann, unb bie es jebem anbern Bolf gleichwertig 
machen, weifen ibm bas Recht au, an ficb unb leinen A$ert 
ju glauben, unb machen es ihm jur Pflicht. Heb ben ihm 
juftebenben ^lag juiüctjugeminnen. Unterwirft es ficb miber- 
ftanbsfos bem überlegenen A3illen ftärfercr Böller, fo wirb 
bie ©efebichte mit ber t>ärte unb ©raufamfeit, bie fie gegen- 
über fcbmäcblicben unb unfruchtbaren Böllern walten labt, 
über fein Dafein binweggeben. 


% 



nungm barf ber Deutfcbe an bic $attung bes ©enerals 
6muts fnüpftn, ber fogleicb nach ber Unteraeichnung, als 
elfter unter ben leitenben 9Dlännern, ben 3Rut batte, fich 
au brrfelben Anficht au befennen. BUrb fcbfiefjficb ein wahrer 
Bölferbunb, ber einem jeben Bolle gibt, was ihm gebührt, 
auf biefer ©ninblage erroaebfen? 

Rein ©terblicber wirb bagegen Einfpruch erheben, wenn 
ber BölfeTbunbgebanfe aum eigentlichen 6ieger in bem 

S rohen Ringen wirb; es ift bie oomebmfte unb fittlichfte 
bee, bie auf bas Bölferfeben angeroenbet werben fann. 
3Jtit ber Ricberfage ift es Deutfcblanbs Aufgabe geworben, 
ben ©ebanfen in ber Reinbeit unb Aßabrbaftigfcit ju Oer- 
treten, bie bem pbrafenfeinb lieben Ebarafter bes beutfehen 
Bolles entfpreeben. Es fann erwarten, bah ihm in einer 
folcben auf bem ©runbfag ber ©ereebtigfeit aufgebauten 
Bölfergemeinfcbaft jurüefgegeben wirb, was ber ©etoalt- 
friebe ibm oon feinen Dafeinsoorausfehungen genommen 
bat. Aber es barf nicht babei ftebenbfeiben unb allein 
auf bie fegenfpenbenbe AMrffamfeit bes Böfferbunbes bauen. 
Der alte menfeblicbe 3mperaiio: „Bete unb arbeite!" gilt im 
übertragenen ©inne auch für bas BöltcrCeben. Er enthält 
auf ber einen 6eite bas ©ebot, brr in ber ©efamtbeit ber 
Bölfer oerförperten Redjtsibee als einer immanenlen Kraft 
au oertrauen, auf ber anbern aber bie Oerpfliebtenbc Auf- 


§>ugo 9tiemann. 

8u feinem fiebaigften ©eburtstage (Borträt f. 6. 36). 
iebt etwa für feine greunbe unb ©chüfer allein gilt es als 
feftftebcnb: Der Cetpaiger 3JJufif ge lehrte fbugo Riemann 
ift nicht nur ber bebeutcnbftr 
lebenbe, er ift überhaupt ber 
be beuten bfte Bertreter ber 
mobemen 3Rufifwinenf<bdft. 
Keiner fommt ihm gleich an 
Bielfeitiafcitunb perfönlicher 
Durcbbringung unb Sufam- 
menfaffung minbeftens ber 
beiben wi^tigften. oon ibm 
am ftärfften befruchteten ©on • 
bergebiete, ber Ibeorie unb 
ber ©efebichte feiner Aßtffen • 
febaft, anb wenn ibn einer 
oor aebn ben mufif- 

wilfenfchaftlicben „Prsecop- 
tor OsrmsniM“ nannte, fo 
muhte bas febon bamals ju 
wenig nac&brüCfli$ ftingen 

unb hätte febon bamals rubig 
in einen „Prmeceptor munai* - 
umgcWanbelt werben hülfen. 

Bor her b»b« n Bebeu- 
tung Riemanns für bie gacb- 
wiflenfcbaft bat man ibm oft 
feinen Einfluß auf bie leben- 
bige Äunft abfprechen wollen. 
Es ift atneifeilos richtig: Die 
aRebrjabl feiner „gelehrten“ 
3Berfe, banmter fein fünf- 
bänbiaes „$>anbbu<h ber 
3Ruritgefchi4)te'', ift nur bem 
Berftänbnis bes gachmannes 
jugänglich, ift „2Ruftfpbilo- 
togie“, wenn auch ^bifologi« 
im heften 6innc bes Atortes. 
Aber feine anberen Bücher 
unb ©ebriften, allen oorah 
fein „SfRufiffepfon" (mit ben 
bisher acht Auflagen ber 
größte mufifleptalifcbe Er- 
folg überhaupt), unb feine 
tnufifalifeben Katechismen 
finb faft ausnabmsbs nach 
. Berbienft Derbreitet ©oTben. 
wenn oielleicht auch feine 
fonftigeit tbeoretifeben Lehr- 
bücher, befonbers auch feine 
großartige große Kompofi- 
tionslebre, noch nicht ganj 
ihrer Bebeutung gemäß ge- 
würbigt werben. 

ABenn man in Betracht 
jie bt , baß ber ©e lehrte außer * 
bem noch Berge älterer unb 
flaffifcbeT SRufit in Reu- 
bruefen, aum größten Jeile 
nach ber oon ibm erft be- 
grunbeten - ‘iVbrafierungs- 
lehre, ferner Überfeßungen 
unb Bearbeitungen mufif- 
(itcrarifch<r6tanbwerfe(bar- 
unter Shapers grunblegenbe 
fünfbänbige Beelbooenbio- 
grapbie), eine Unjabl Auf- 
lage unb Kritifen, gegen 70 
meift für ben Unterricht be- 
ftimmte eigene mufifalifcbe 
After fe oeröff entlieht unb enb- 
lieb als Brioat- unb Uni* 
Derfi tötsichrer eine um- 
faffenbe Dätigfeit entwicfelt hat, fo muß man jugebeiT, baß 
biefes Leben im fchönffen ©inne ein föftli^irs, eins ooü Blühe 
unb Arbeit gewefen ift. 

$ugo Riemann ift am 18. fftuli 1849 ju ©roßmeblra in 
Ehünngen geboren, ftubierte in Berlin unb (Tübingen an- 
fänglich gura, fpäter ©efcbicble. fältelte aber nach feiner 
£)eim febr aus bem gelbauge oon 1870/71 aur 3Ruflf um, 

a au biefem gwede nach Ceipaifl unb promooierte 1873 
öttingen. Rach mehrjähriger Dirigenten- unb Ceßr- 
tätigfeit in Bielefelb habilitierte er fich 1878 als Drioat- 
bojent an ber Unioerfitäl Ceipaig, wirfle aber feit 1880 
Wteber als SRufiflebrer fn Bromberg unb fpäter an ben 
Konferoatorien oon Hamburg, ©onbershaufen unb Afties- 
haben. 3m gabre 1805 nahm er feine Borlefungen in 
Leipjig wieber auf unb ift noch beute im Amte bes orbtnt* 
lieben öonorarpeofeffots unb Dfreftors bes SPtufifmiffcnfcbaft- 
lieben önftituts unb bes [taatllchen gorfebungsinftitute» für 
Blufifwiflenfcbaff. Leiber ift Riemann gerabe in jüngfter Seit 
oon ben Ünbilben bes Alters nicht unberührt geblieben, ©ebt 
ber oon einer AJelt oon greuitben unb ©cbülern innig gehegte 
Bftunfeß, baß bem greifen gorfcher unb Lehrer ein langer, geiftig 
ungebrochener Lebensabenb betrieben fein möge, in Erfüllung, 
fo bebeutet bas gleichartig eine gülle weiterer wertoollfter 
Erträge für bie aRuliftoiffenfebaft. Dr. SDlai Unger. 


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38 


3Uuftrirte 3 s ' tun 8- 


9lr. 3967. 


Ä o m i f 


5 )elbengebtcf)fe. / 


«3 o n ©uftop f r t m « n n, 






Ojronie unb Satire gebeiben auf bem Deben jetlebenbet Umwertung, 
Ohoben «twos Defreienbes. Bit aufflammenbex Seit (wie uw fte 
1914 erlebten) ift wenig Raum bafür. Da glüht alles im „3a!" — 
freilieb aucb in einem brennenben Ring, ber für ben einjelnen, »am 
ÜRaffenftronte SWitgcriffenen inbioibueUc Unfreibeit bebeutet. 5* 
nach oerpuffter Efftafe mir an unlerer ©ottäbnlichfeit immerhin, 
um |© abfleftumpfter »erben unfe re Organe für bas fritiflofe Dathos. 
3Rit feimenbem Sweifel fommt bie Neigung jur T>erfiflag« — ble 
2Ren|<hbeit [poltet ihrer felbft unb weife nicht, roic. Diefe aucb im 
heutigen Ehaos beobachtete Neigung lenft unferen Dlid jurüd auf 
ähnliche Er|<h«in ungen in ber Literatur früherer löge. Schon 
Bellas fannte bas „fomifche Epos". Die Da trachompomachia (^rofeh- 
mäujefrieg), fälfdblicb fbomeros jugelchrieben, »urbe jur JJeit ber 
Derferfriege oon ^lipres, einem Drüber ber ftonigin Rrtemipa, als 
'PaTobie auf bie Rriegsbflöenperherrlichung bei „3lias" gejehrieben. 
©eorg Rollenbageit bat uns, als bumonjoll-bibaftilcbes ©ebiebt, 
ben „ÖTofchmeufefer" bann jur Seit ber ReforntationsttmTcu ge|<henft. 
3n ben Dorgemittern ber franjöpfcben Reoolution, jur ©eburts- 
(tunbe einer an altgebeiligtcn Jferonen unb Altären rüttelnben neuen 
$Beltanf<$auung, traoeftterteRlopsDluniauer Dirgils„21eneia“, fehrieb 
l>r. Karl Slrnolb ftortum feine „3obfiabe", „ein fomifches 
^etbengebicht", bas bie berrfebenbe ©efellfchaftsdalTe ber 
Spirfebürger unb ^^ilifteT, ßopf gelehrten unb ^ebanten 
mit beifeenbem Spotte böbnte. ßcbes biefer in feiner Rrt 
meiftertieb fonjipierten SBerfe trägt ben Stempel feiner 
Seit. Rollenbagen roill ^umanifti fdp • lelpr^aft unter ber 
iiermasfe ..ridendo diccre verum*. Dlumauer bat ftch 
jum Stele gefefet: bas StTahlenbe ju fdbroärjen unb bas 
(Erhabene in ben Staub jii jieben; er folgt ba — nicht 
errötenb — DRelanbs Spuren. Rortum ftrebt lebiglicb 
banach, anjuprangern. Defterfpiegel halten bie Sronifer 
oor, bamit SÜlifegebilbetes ftcb bis jur morbenben Bäcker- 
liebfeit Derjerrt. Eijieberifcb wollen Tte lebten Enbes alle 
»irfen, Don Schladen befreienb. ft. fi. 3H. 3J(üller lagt in ber 
Dlutnauerf(ben„$leneis M -21usgabe um 1800 jur Einführung: 

„Rein Xbor barf über ben anbern lachen. Diefes Vorrecht 
gebührt nur ber fiepen, ebelgebilbeten Ratur, unb nut 
berjenige barf bas ßafter fpottenb wichtigen, beffen $erj 
bie feinftc Siebe für bas 2Babrt, Schöne, ©rofec, 2Dkn|cb- 
liche burdbglüht 

Rus Stehe jur SUlenfchbeit, ju ihrer höheren ©eftal- 
tung fpottet ber Doet. Unb hören wir bas Schwirren ber 
©eifeel, fo muffen wir uns nur ju oft lagen: Das gilt 
auch euch! Rn einer Stelle ber 3 u eiflnung, bie Rollen- 
hagen bem 1595 juerft gebrudten „grofchmeufeler" dop 
anfehidt, beifet es: 

..Senn Dih in on|ei Teutleben epnubea, 

’iVnfn firäfcb niefei fo aierlidj cnad>en 
e® bitt ti) t?abt mit jpn ©«Dult, 
tf* bol Dora» bi« IfanDartb |djulb 
Tet OViccb onb aud> bei 5tömi|«b SRann, 
edxitrt bat eT fünfltid? retxn tann, 

<£<in anffeDorne Wutter€.pradj. 

«üb bflt bos für rin« große tra* : 

T*r T>«ut((f> aber l«fl«t per all*n, 

» Wo* frtmbb ift. ft<^ beffrt gefallen, m 

tem fmnbb« €ptod>«n, t«b«n, |d>rritxn, 

€<in 3Rutlrr€p«od) mus rt rocht Wribtn ■ 

So »eit reicht bie Qrfenntnis gewifler Rrebslcfaäben 
unferes Dolfscharafters jurüd, To wenig haben wir im 
Saufe ber Sabrbunberte — unb aus ihnen — baju gelernt! 

Schält man aber bie nationale ßeitjatirt aus ber um- 
fangreichen 9la<hbichtung heraus (bafe in einem giofche 
Cutbet, in einer Schilbfröte bet i)apft mitagierett, ift lehten 
(fnbes nur ein Sonntagsfutter für ben ßiterarhiftorifer), 
fo bleibt eine ftapujinerprebigt für bie gelamte 2Ren|ch- 
beit. ?Benn grofebfönig Dausbad ben ^Jrinjen Drölelbieb 
lobt, bafe er fein SDläufegef<hle<bt in Ehren hält; 


ttinonomus 3ob|crs Hellem 2lus : „Tic oobfuOt" 
(1784) »Mt IV. Earl 31moll» Rottum. Cf rfler Jbeil, 
3rocit« ftapitrl. 


„T«r ift «in- m«i|«r, fllücflubet Äonn. 
TVr fid) in Irlnm tlonb Icfcicfrn fann. 
W«r hos nicht fonn, brr ift tl«nb 
Unb W«ibt rin Stfon bi* on («in 5nb‘“, 


litdbiib aus: „Ter ?To1d)mdusler" ( 15951 oon Cbeorg ^tellcnbagcr. 5lcu 
berausflefleben t*cn Äoferricb Senfbif. Gtrinari«fenunfl Oon ßeoo (Jüan. 


jo beutet ^r auf ben unfeligen gwiefpalt, 

oben nach unten, linfs nach rechts — unb **<* vensa — 


. _ ber ficb noch 

beute int Stanbesoorur teile oon oben nach unten, linfs na-, ...... 

flaffenb auftut. Glicht, bafe man ber Sucht unb Drbnung eiTtraten’fönnteT grofeh ©raufopf 
lagt: „Denn ohne ©efefe ift bie ©emeine wie ein ßeib ohne Sehnen unb Deine." 2Iu<b 

im (ebenbigen Beihe berrfcht einer: her 
Ropf, als Sife ber Dernunft. 

..ülfo traten Oie €«cU ben Vrib 
Unb tno®t, ti am Vtbrn MtiO." 

?lber her ftopf biene aud) Öen ©liebem, 
ohne 9lang unb Stanb. 3Bcber Üprannei 
— ntcb^ Anarchie. Sonft wirb ber Storch 
ber gröfche ftönig! Terrorismus einer 
SWinberbeit?? griebeoolle Arbeit jum ge- 
meinfamen ^ßoble. Unb »ie ber Streit 
im 3nnrrn jum Unheil ausfehlägt, |o ber 
ftampf nadb aufeen. ©obl Hegt bas 
SDläufebeer über bie gröfche im erften 
©ange. Da aber (teigen bie ftrebfe herauf, 
unb was fit Dom Sieger nicht erkgtn, 
erlebigen bi« ftäfer, bis ©eier unb 3Dei- 
ben, 'jßalbfater unh guchs etngreifen. Der 
Dielt frieg ift ba — im Tieifosmos! 

Jco toort» On lag* hrt Arirg p-eUOracbt. 

Tic Connc fling unter unb.es trarb Sacht. 

fahl, |p febaf. Io fabl gebt'» aus, 

Wenn fkb bet ftiofcb rauft mit bet Maut." 

Dmmerbin: So tief wie bas *3Rann- 
tbier" ftebt all bas Beben nicht, was ba 
freuebt unb fleußt. Eine dlaturweisbeit 
roobnt ihm inne, bie ber Dichter im Dot- 
gefaitge aum brüten Duche fünbet: 

„Tie ibin« alle in txi Welt 
Ocbetmann für unomünpig bolt; 
hennoch brr 'iVftien Sn hirfi ifl, 

Tot fein« ihr« Olridxn frifit 
Billig brr £W*n|<h aud> fo t ho.tr, 

Ä«nn er ftine tünhr im Pergrn hüll«, 

Wtna nicht ber all« ftatns-3ocn 
."«bm Den ?Joiut mär' anfltbot’n. 

Wrgcn Mrfer bö|m itrfüdjrn 
ftönnen mir'* nicht anber* cnoihcn, 

SIs bofe b« frommt auch ftrirfl führen t«rnr 
<tc tbu' es fll*uh (jrrnr oOtr umxTB«. 

It’rum hallen b»«r üröfcb« unb 3Räuf« Slath, 

®i« man oueb bei ixn iDicnlthcn tbot 
Wo* tu tbun |ri ober au laf|«n. 

?l«n ft« einonhrc fcinblid« hoffen. 


ürnra& retiet (einen Datei SMiifrs, leinen 6obn '2bfor. 
unb leine CSattin ftreula aus bem Dranhe oan Irsja. 
^lus: „Dirgils Steneis" <1784 — 88). Tcaoeftirrt Don 
Sllcw -ölumauer. Äuplerftih oon Daniel Sbot-oroiecfi. 
(Ausgabe oon 1800.) 


- Irlartt a 

»te Rrteg #b«r Wut unb #fut bergebi Unb bas CSnb« in ®att«s t»änb«ii ftebt 
Äetit 'Bort bol Ifl h« Kargen unb virritm — / Odii perletbe Sriebrn ju allen 3*tm> 

DJählt 9loUenbagen für fein Cebrg*hi<bt als äufeere gorm bie alle 
„3lia9"-^5aTobie nur jur beliefen Derbüllung bes gieles; mit fritifcheui 
Sfalpell an leine Seit unb ihre 2Ren[cben beranjutrelen, fo ift bem 
ehemaligen 9Btener gefuiten unb nachmaligen Duchbänbler 9Iloos 
Dlumauet bie Traoeftierung 6er Dirgiljchen ^Bieneis" Dorhe rs»ed 
Die Prionen werben mit unoeränberlen 9lamcn eingeführt, nur 
burch Bäche rlicfemaihung ibies Heroismus entfleibet. Die babinter- 
ftehfnben, eigentlichen Opfer feiner fatirifchen Dfeile: ftlefus unb 
Oeluitfsmiis, tiifft er, inbem ex ben antifen ^erlonen bis hinab 
jum £>öllenbunbe ihre 31rt unh gebier grell aufpinfelt. Dlumauet 
arbeite! bemgemäfe jjur bxaftifchen Romif hin. Seite für Seite u>ech 
er in uns löftlicbe Erinnerungen an bas 6agenbdft-$iftori[<h«, wofür 
wir jung unb gut glühten — burch Umbiegung ins Durlesfe wirb 
unfer SmerchfcU erfchüttert. Dlumauer ift Sifebolh, hem nichts 
bcilig ift — mebtr bas t>elbentum bes üeneas noch bas Cciben ber 
liebesfranfen Dibo. Üeolus bat in feinem ’äDJinbfacf Ebbe, als bie 
Denusfeinbitt ßuno ihm bie umherfchiffenbe Trojanerbiu! ju t»er- 
nichten gebietet. Der Eurus ift ausgeriflen unb bient ben 
Sfüungsldjreibern, ber rHorbwinb ift an bie Derliner 
5lejen(enteii Derlieben, bie ihn §um ^eltifuh machen — 
immerhin orgelt er noch hübfcb brein: 

..3tnros |d)ti< unh gitirrlr an Dönhen unb an 0ufcrn: 

..P hält“ ich hoch, tot« anber«. )u bau* in* Ära* grbiflfn! 
tro aber muh ich armer (Stauch picllcidbf in einem Wolfilchboarfi 
'3lein Pclbcnleben enben!" 

Derweilen flfet C)err Sfus — *alva venio — auf feinem 
ßeibftubl unb blicft auf bie Dielt herunter, mit beren ©e- 
[djiden er Heb während (olcher 3Jlorgcnanbad)t abjugtben 
pflegt. |)öfi|chem 3ntrigenfpiel gelingt es, ben Heneas bei 
Dibo ans Canb ju retten. 2ln ihrem ?)ofe legt er w |ein 
&elbenmaul" in galten unb crjdblt, bramarbafierenb 
Trojas galt, golge: Dibo oerliebt ficb fterblich in ihren 
©aft — 

„Unb faum begann aus ibtem Belt bie temne autjubrnPea. 

Ta batlrn Obro 'JRajrfiut Bapeun unb eeilcnllrdjen. 

Cie warf bas aRöoxticn au* hrtn Belt, gririb iVint ora StadtTtoefc: 
Unh hib fid> in Oie 5täotl." 

Der bahin beorberte ©eroiflensrat (natürlich einer aus 
Don Bopolas Orbcn), bie Reservatio noenialis, bas 3Rotio 
„Der groed heiligt bas SPlittel", tun ihre Schulbigfeit 
Sie erhält bie „ühfolution" jur neuen Ehe. '21c neas aber 
banft, als bie 6ad>e ernft wirb — er oerfucht heimlich 
ju ben Schiffen ausjutneifen. Das belommt ihm übel. 
Dibo Taft! Erft fliefte ft« ^h m l«* n f fcemben, unb nur 
will er fit mit fünftiger gamilie Hfeen lallen: 

„Tu betflelaulnet Bub« hu, hu ebrpcr^ell ■>(« Bendel! 
öin Ichöncr fulh! 3a — dn Äilou bat bu «tu WotflenfOitPenflcI ! 

21eneas finb«t bie Siebe fd>ön, aber wenig jum Bachen — 
unb entfleucht. Leiter geht jeine Irrfahrt, bis er jur »etfer 
grau Spbiüa gerät unb mit ihr jur $>öllc hinabfährt. Dtim 
©arfoch Satanas ftnbet er allerbanb — ein literarifcheb 
3nfetno. 21m fchaurigften fieht es in ber „Dcrlagsregion' 
aus. 2tencas [teilt einen arg oerftümmelten aJlarjpas unb 
erhält jur Antwort: 

r 3eh ben «in ^d“« 1 '. fp<ad) ei, bet SUafjitet ebiett«, 

Ted) leben bietet {vrin Derber mit ftoenmer ponb foflriert« : 

Unb mie icb ben Optbtus b«t «eit gab, |e perftiimmelt mujj 
3«b bict mich peohugiereit . " (jenfuT!) 

Eine ftoppel wütiger gleildjerhunbc, bie bas noch »amu 
j&irn aus einem 3Renfchenf(häbel [reffen, erprefet ihm bie 
grage, wer biefe Deftien [eien: 

„9ta<hhtudrt pnb (rr rot bette €phillei bief« fnirbc, 

Tos ollrrunpcttd^ämlefle We^üthl im PöUcnftMunbe, 

Xta» (tet* nut nod) Autoren jagt, hie Braten brp Den Stopfen potft, 

Unb tbt ©ebitn rerfebeet." — 

über bas Elpfium fommt 2teneas enblich nach „Dfälfcb- 
lanb". Durch ^tsfansUnporfichtigfeit (o bie|e ft ronprinjenü) 
entfpinnt ftch ein 3&eltpölfrrf<haftsraufen. 6o treibt bas 
Sdjidfal ben frommen gelben butch 2öixrfale feiner De- 
ftimmung ju, in ßatium 2tom ju gxünben. Die Dorgange in Dulfans (»eroenwaffenfehmitbe, 
benen bas biftorifche 6chäfer[tünbdben im t)iwmelbette bei Denus oorangeht, geben Dlumauer 
willfomtnene ©elegenheit ju fatirifchen Ausfällen auf bas dentale 9tam — in jahrtaufenb- 
langer Dorwegnahme ber ©elch*bni[fe. 

Der gülbene Drathtfchiib wirb ein 6<hanb- 
benfmal ber päpftlichen Derfehiungen an 
ÜRenfchenrechteit. Das groh[pre«h«ri|(he 
Romanentum [lebt am Dränger. 

Den 8©pf, bas Dhiliftröfe im beutfehen 
Erjiehertum, im Deamtenflüngelwefen hat 
(ich bagegen Rortum oor bas Rohr ge- 
nommen — unb trifft immer ins Schwarje. 

Sein fomt[<hes $elbcngebi<ht ift feine Dot- 
obie auf ein emftes Epos — ift eine ge> 

Ichicbilid) wahre Rbfpiegelung ber Sitten- 
juftänbe einer ftulturperiobe, bas elfte 
[einer Rrt „an rieh", ©crablinig unb ein- 
fach wie bie eingeftreuten t>ol jfebnitte finb 
bie 2Hittel biefer Satire, „tbealbumm unb 
oerlumpt" bie banbelnben Derjoncn. oolfs- 
tümlich bie ftnütteloerfc, ein $>ohn auf alle 
©efefee, bie Rhpthmif unb Sprache. Ruch 
(iteraiifche Traoeftic fpielt hinein, fo hie 
Drrfpottung ber bamali^en ffiertherepibe- 
mie, famt ber „monbfeheinfetigen Empfinb- 
jamfeit überfentimentakr Raturen". 21ber 
im ganjen ift „Die gobfiabe" fein parobi- 
fterenbes Sdplüffclcpos, bcftcht für ftch unb 
burch fuh felbft, oerbirnt bas 'Drdbifat 
„flafjifch" auf hem ©ebiete unferes heiteren 
Schrifttums. Allgemein gültig, auch heute 
noch: irgcnbmo wirb [ich bas ftanbibaten- 
eramen bes oerbummelten 6tubio[us ?)i» 
eronpmus gobs immer wieber abfpielen, 
folangc noch i$öpfe »adeln unb hie fberbc 
t>em-t>em na^blöft, wenn’s ber Ceitbammel 
oortut. Rach beiben Dolen fprifct Rortum 
bie Bauge (eines Spottes, um — auf eine 

mittlere Binfe ber_ Einfecht jwängenb — Das trojanilcbe Dferb. (fin Eremit aus Stigos mo(W 
©egenfäfee JU berföbnen. ben Xrojamm trns. bas iMcib (ei €t. (ßectfl flODCtb! 

So wirb hi«f hört her Spötter 3lus; M *Bir8ib 2tmis" (1784—88). Iraoeliirn cw 
jum Erjitbcr, ftnb berartige bichterilche 3loos tffumaufr. Äuplriftid) oon Tcnicl Ebobotrinf:- 
Erjeugniffe ein Sauerteig ber Rultux. (Ausgabe pon 1800.) 


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9tr. 3967. 


OUuftrittc Teilung. 


39 



yjlUllllllllflMlltnM 11111111111(1111111111111111 IUI IIUIIII HUIIII Uli lg 


'Sen bet Oaferes- 
ausftcllunfl 1919 ber 
©enoflenfcbaft ber 
bilbenben ßiinftler 
3Biens. 


Ober* Seibf. lints: 

Sn ton ftarlinsfo: Toppclbilbnis 


9tccbts: fSraiy 'üBintibafln : 
twrmonic. 


SRiHlfte 9l«ibe, linfs: 
©ilbclm Tliftoi Ämufj : Äinbcr 
mit £mnb- 

SBlitle: 3»|cf t*u: grucbtbarfeil. 


Greils; ’Cinjena «Sotflon; 
gtpnlfKbnani in Slttling. 


Unten: 3Uibo(f 'Äjltgei: 
twurr im (fnnstol. 



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Spätsommer im SBallis (Sd^roeij). 5la 


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3ut Seit ber öeuointe. 3t ad) pbc-tograpbifdjcn "Mnabmen eon 3obs. düblet, S.'cipji8. 


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W I L D E F Ü E R. 

EIN ROMAN AUS A LT; H I L DES H E I M VON PAUL SCHRECKENBACH. 


(1b. F orttrli uof ) 

II. 

I n einer der kleinen Zellen des Magdalenenklosters, die über der 
Innerste lagen, stand Lucke von Hary und blickte trübselig durch die 
vergitterten Fenster hinunter in den Fluß. Seit sie sich hatte beikommen 
lassen, einen Fluchtversuch zu wagen, war ihr dieses enge Gemach als 
Wohnung angewiesen worden, und sie stand unter der strengsten Aufsicht. 
Auch wurde sie seitdem nicht mehr vom Tische der Äbtissin gespeist, sondern 
mußte vorliebnehmen mit der geringen Kost der Nonnen, die nur einmal 
in der Woche Fleisch erhielten, sonst von Gemüse, Fischen und Brot lebten. 
Auch schlief sie nicht mehr in weichen Federbetten, sondern auf einem 
harten Lager unter einer Wolldecke, wie die frommen Schwestern auch. 

Sic wäre wohl krank geworden bei diesem Leben, wenn man ihr nicht 
erlaubt hätte, täglich eine Stunde oder auch zwei im Klostergarten zu 
arbeiten. Aber seit einer Woche hatte das auch aufgehört, denn es gab 
nichts mehr im Garten zu tun, da sich die Natur auf ihr Wintersterben 
rüstete. Mit Grauen sah sie den Tagen entgegen, die nun kommen mußten, 
wo sie wie eine Gefangene io ihrer Klause sitzen würde, abgeschieden von 
aller Welt. Denn die Domina kam schon längst nicht mehr zu ihr, um 
sie zu bekehren. Sie hatte eingesehen, daß sie dabei trotz ihrer Gclehr* 
samkeit den kürzeren zog. Statt dessen schickte sie ihr nur noch Bücher, 
deren Inhalt sie auf einen anderen Weg bringen sollte. Was die Feinde 
Luthers gegen ihn und seine Sache geschrieben hatten, das brachte sie 
ihr, so weit es ihr erreichbar war, in ihre Zelle, und da Lucke sonst vor 
Langeweile gestorben wäre, so las sie es auch. Aber sic blieb trotzdem 
so hartnäckig und verstockt wie am ersten Tage, und Frau Elisabeth Ercks- 
leben verzweifelte mehr und mehr daran, daß diese Seele der alleinselig- 
machenden Kirche wieder zugeführt werden könne. Dem Bürgermeister 
sagte sie das freilich nicht, wenn er, was immer seltener geschah, ins 
Kloster kam, um nach seinem Mündel zu fragen. Dann führte sie viel- 
mehr Sprichwörter im Munde wie „Auf einen Hieb fällt keine Eiche“ oder 
„Rom ist nicht an einem Tage erbaut“. Sie glaubte längst nicht mehr 
daran, daß es ihr jemals gelingen werde, das junge Mädchen zu bekehren, 
aber sie konnte das demütigende Geständnis ihrer Niederlage nicht über 
die Lippen bringen. Auf keinem Nährboden aber gedeiht der Haß üppiger 
als auf dem der gekränkten Eitelkeit, und darum haßte sie schon vom 
zweiten Tage an die junge Ketzerin, die ihren geistlichen Triumph so 
schnöde vereitelte, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem 
Gemüte. Wäre Lucke eine Schwester ihres Klosters gewesen, so hätte sie 
sich der Gnade Gottes befehlen können, denn der Domina standen genug 
Mittel zu Gebote, das Leben einer Nonne zum Martyrium zu gestalten. 
Aber sie unterstand nicht ihrer Gewalt und stand außerhalb' der Kloster- 
zucht, und überdies hatte Wildefüer der Domina streng eingeschärft, sie solle 
Milde und Sanftmut walten lassen. So mußte sie sich Zügel anlegen, aber 
was sie tun konnte, der Widerspenstigen das Leben schwer und unleidlich 
zu machen, das tat sie. 

So verlebte Lucke traurige Tage, und alle Anzeichen deuteten darauf 
hin, daß noch trübseligere folgen würden. Aber sie hielt sich aufrecht 
und ungebeugt. Hatte sie im Anfang hin und wieder geschwankt, ob sie 
sich nicht durch Nachgiebigkeit eine Milderung oder gar Änderung ihres 
Lebens erkaufen solle, so hatte sic diese Schwäche jetzt völlig überwunden. 
Gerade in der Anfechtung und in der Einsamkeit der Klosterzelle war sie 
ihres Glaubens ganz gewiß geworden, und die Worte der Gegner Luthers 
machten sie in ihrer Überzeugung noch fester. Mochten sie lästern und 
schmähen — nichts von dem, was sie gegen ihn vorbrachten, war auf die 
Heilige Schrift gegründet. Sic durfte keine Bibel haben, nur eine lateinische 
hatte ihr die Domina mit spöttischem Lächeln auf den Tisch gelegt, weil 
sie wußte, daß die Jungfrau der fremden Sprache nicht mächtig sei. Aber 
Lucke hatte bei ihrer Muhme in Goslar so oft und viel und mit so 
glühender Begeisterung in der Lutherbibel gelesen, daß sie die großen 
Kern- und Trostsprüche der Evangelien und Apostclbricfe fast alle aus- 
wendig wußte. Manche dieser Worte übten eine geradezu wunderbare 
Wirkung auf ihre Seele aus. Sie funkelten und leuchteten in ihrem Herzen 
wie Sterne in der Nacht und erfüllten ihr ganzes Inneres mit Kraft und 
Trost und Frieden. Besonders häufig und immer wieder kam ihr der 
Spruch der Bergpredigt durch den Sinn: »Selig seid ihr, wenn euch die 
Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei 
Übles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird 
euch im Himmel wohl belohnet werden." Das tröstete sie und erhob sie 
in ganz besonderer Weise. 

Aber dabei war sie weit davon entfernt, ihr Gemüt nur auf den Himmel 
zu richten und nur auf einen himmlischen Lohn zu Hoffen. Neben der 
glühenden Begeisterung für den Glauben, um deswillen sie leiden mußte, 
lebte in ihrer Seele ein heißes Verlangen nach irdischem Glück, und das 
erwartete sie von Christof von Hagen. Sie war nicht irre geworden an 
ihm, als ex zwei Jahre lang in der Fremde hatte wellen müssen. Nie war 
ihr auch nur vorübergehend der Gedanke gekommen, er könne von ihr 
lassen und draußen eine andere liebgewinnen. Noch viel weniger kam ihr 
jetzt ein solcher Gedanke. Auch daß cs den Menschen gelingen könne, 
sie auf immer auseinanderzuhalten, glaubte sie nie und nimmermehr. Der 
Tag zog sicherlich herauf, dex sie mit ihrem Liebsten vereinigte, mochten 
die Feinde auch noch so große Macht und viel List aufwenden, sie 
von ihm zu trennen. Einst mußte sich alles wenden, und vielleicht war 


der Tag gar nicht mehr so fern. Christof von Hagen hatte ihr genug 
von seinen Plänen mitgeteilt, als er sie das letztemal in seinen Armen 
gehalten. Er wollte den Bürgermeister stürzen mit Hilfe des. niederen 
Volkes, wollte der neuen Lehre zum Siege verhelfen in der Stadt, und 
so wenig sie an seiner unverbrüchlichen Liebe und Treue zu ihr zweifelte, 
so wenig zweifelte sie auch daran, daß ihm das alles gelingen werde. Sie 
gehörte zu den Menschen, denen Höheres und Größeres verliehen ist als 
die Gabe der Klugheit und eines scharfen Verstandes, nämlich die Kraft, 
unbeirrbar glauben, vertrauen und hoffen zu können. Darum vermochte sie 
das, was über sie verfügt war, mit Ruhe und stolzer Gelassenheit zu ertragen. 

Hin und wieder freilich, bei ihrer Jugend kein Wunder, gewann auch 
einmal eine trübe Stimmung Macht über ihre Seele, und das war jetzt der 
Fall, da sie, mit der Stirn am Gitter ihres Fensters lehnend, hinunter- 
blickte in die Innerste, die gurgelnd und schäumend über das Mühlwehr 
dahinschoß. Ein rosiger Glanz lag auf den glitzernden Wogen, der Wider- 
schein des Abendrotes, denn drüben hinter den Hügeln, von dem der 
Turm der Sankt-Moritz-Kirche herübergrüßte, war eben die Sonne unter- 
gegangen. Ein Tag war wieder dahin, ein nutzlos verbrachter Tag. Wie 
kurz war doch das Leben, und wie bitter war es, so viele seiner Tage hinter 
der grauen Mauer des Klosters vertrauern zu müssen! Es konnte wohl noch 
ein Jahr, es konnten vielleicht gar zwei Jahre vergehen, ehe ihr Verlobter 
kam. sie zu befreien und heimzuführen. Womit hatte sie es verdient, daß 
sie betrogen werden sollte um die schönsten Jahre ihrer blühenden Jugend? 

Eine Träne wollte in ihre Augen sich stehlen, aber sie drängte die 
weiche Regung schnell zurück. Draußen auf dem Gange näherte sich ihrer 
Zelle ein Schritt, den sie gar wohl kannte. So hart und fest stampfte 
nur eine im Kloster dahin, Gottlinde, die Schaffnerin, die ihr noch wider- 
wärtiger und verhaßter war als die Domina selber. Ja, es gab Stunden, 
in denen sie dieses hagere Weib geradezu fürchtete. Noch nie hatte sie 
aus ihrem Munde mit den dicken, aber fest zusammengepreßten Lippen 
ein freundliches Wort gehört, und nie hatten die Augen mit einem anderen 
Ausdruck auf ihr geruht als mit dem des Hasses und der Feindseligkeit. 
Die Schaffnerin, die hoch stand in der Gunst der Domina, wußte jeden- 
falls um ihre Ketzerei und betrachtete sie als eine Verlorene. 

Ohne Gruß und ohne Lucke auch nur anzusehen, betrat sie das Ge- 
mach und stellte ein Brett auf den Tisch, auf dem. zwei Teller standen. 
Sie enthielten die Abendkost, die der Gefangenen zugedacht war. Dann 
schickte sie sich an, das Zimmer wieder zu verlassen, als ihr Blick auf ein 
schmales Buch fiel, das auf dem Boden lag. Sie hob es auf und las den 
Titel. Es war die anmutige Schrift, die Hieronymus Emser, weiland 
Herzog Georgs von Sachsen Hoftheologe, auf Doktor Martin Luthers Buch 
an den christlichen Adel deutscher Nation als Entgegnung verfaßt hatte. 
Der Propst des Klosters hatte es in feines Pergament einbinden lassen und 
der Domina verehrt. Nun lag es mit zerstoßenen Ecken auf dem Estrich. 

„Wie kommt das Buch hierher?“ herrschte die Nonne das junge 
Mädchen an. 

„Ich habe es dorthin geworfen“, erwiderte Lucke ruhig. 

„Wie kannst du dich dessen erfrechen?“ 

„Es ward mir zum Ekel, als ich darin las, denn es ist ein unheiliges, 
widerchristliches Buch.“ 

Jetzt richtete Gottlinde ihre harten grauen Augen mit einem unheim- 
lichen Ausdruck auf Lucke, und nachdem sie ein paar Augenblicke ihre 
Gestalt von oben bis unten gemustert hatte, sagte sie mit mühsam unter- 
drücktem Grimme: „Man verfährt allzu lind und säuberlich mit dir, meine 
Tochter. So es nach mir ginge, so wärest du bald zahm.“ 

Lucke hielt ihrem Blicke furchtlos stand und erwiderte gelassen: „Wie 
wolltet ihr mich denn zwingen?“ 

Gottlinde zog höhnisch ihre Oberlippe in die Höhe und zischte zwischen 
den starken weißen Zähnen hervor; „Mit den Mitteln, die schon manch 
hochmütiges Weib zur Einkehr und Buße gezwungen haben. Ich nenne 
dir nur zwei, meine Tochter: den Hunger und die Rute!" 

Der Jungfrau fuhr ein Schauer über die Glieder, aber dann richtete sie 
sich hoch auf und warf einen sprühenden Blick auf ihre Feindin. „Damit 
meint ihr mich zu zwingen?“ rief sic, „Nimmermehr! Ich wäre bereit, 
um Christi und seiner Wahrheit willen das Ärgste zu lei den 1“ 

Gottlinde lachte hart auf. „Große Worte haben schon viele gehabt 
und dann doch klein beigegeben", sagte sie spöttisch, aber dann ver- 
stummte sie plötzlich, ln dem Blicke, mit dem Lucke sie unverwandt 
ansah, lag ein Ausdruck, der ihr eine abergläubische Scheu einflößte. 
Das Mädchen sah aus wie eine Verzückte. Ihre Augen leuchteten in 
einem unnatürlichen Glanze, und nach einer Weile klang es halb gesungen, 
halb gesprochen von ihren Lippen: 

..Die laß man lügen immerhin, 

Die haben’s keinen Frommen, 

Wir sollen danken Gott darin, 

Sein Wort ist wiederkommen. 

Der Sommer ist hart vor der Tür, 

Der Winter ist vergangen, 

Die zarten Blumen gehn her für: 

Der das hat angefangen. 

Der wird cs wohl vollenden.“ 

Die Nonne Gott linde kannte nicht Luthers Lied von den zween Mär- 
tyrern Christi, aber die Worte berührten sie fremdartig und unheimlich. 
Sich fortwährend bekreuzigend, wich sie nach der Tür zurück. „Heilige 


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Jungfrau, sei mir gnädig!“ stammelte sie. „Das Weib hat den Teufel!“ 
Dann enteilte sie, indem sie die Tür heftig hinter sich zu warf. 

Als ihre Schritte draußen verklungen waren, wich die unnatürliche 
Spannung von Lucke. Sie lehnte sich wieder gegen das Fenstergitter und 
schlug die Hände vor ihr Angesicht und weinte, und ihre Tränen flössen 
unaufhaltsam eine lange Zeit. Das Gefühl der Verlassenheit, das Bewußt- 
sein ihrer hilflosen Lage überwältigte sie mit eihem Male derart, daß sie 
sich nicht mehr zu fassen vermochte. Es war ihr, als versinke ihre Seele 
in tiefe, undurchdringliche Nacht, io der nirgendwo ein Licht aufblitzte. 
Wenn Wildefüer sie dem Willen der bösen Weiber noch länger überließ, 
so mochten sie wohl das Schlimmste versuchen, um sie zum Widerruf zu 
zwingen und ihren Willen zu brechen. Die Leiden der Nonne Florentina 
von Oberweimar waren durch Luthers Büchlein aller Welt bekannt, und 
vielleicht standen ihr ähnliche Dinge bevor. War sie stark und standhaft 
genug, sie zu überwinden? Noch niemals hatte sie daran gezweifelt, jetzt 
kamen ihr die Zweifel an der eigenen Kraft und raubten ihr alle Zu* 
versieht. Sie stand ja nicht unter der Herrschaft der Domina, kein Mensch 
im Kloster hatte das ReAt, Hand an sie zu legen und sie zu peinigen, 
aber wo gab es denn für sie Recht und Gerechtigkeit? Sie war von aller 
Welt abgeschieden, hatte keine Mittel und keinen Weg, sich an irgendwen 
um Hilfe zu wenden, und ihres Verlobten Hilfe kam vielleicht zu spät. 
Vielt ei At war sie dann sAon sAwaA geworden und hatte ihren Glauben 
verleugnet, und war das gesAehen, so war ihre Seele auf immer zerbroAen. 

„Herr, mein Gott, verlaß miA niAt! Gib mir Kraft und Stärke, daß 
iA dir treu bleiben kann“, flehte sie, indem sie auf ihre Knie niedersank, 
und immer von neuem wiederholte sie: „Gott, gib mir Kraft und Stärke!“ 

PlötzliA fuhr sie auf. Es war ihr, als ob sie eine Stimme höre, die 
ihr mit mäAtigem, metallenem Klange zurief: „FürAte diA niAt, iA bin 
mit dir; weLAe niAt, denn iA bin dein Gott. IA stärke diA, iA helfe 
dir auA, iA erhalte diA durA die reAte Hand meiner GereAtigkcit.“ 
Sie kannte dieses Wort gar wobl, der selige Ohm Bröcker in Goslar hatte 
es in seiner Bibel untcrstriAen und einen Anker an den Rand gemalt. 
Jetzt erklang es ihr ins Herz hinein wie Posaunenton, und es war ihr, 
als gebe ihr der AllmäAtige selber Antwort auf ihr Gebet und versiAere 
sie seiner Gnade und seines göttliAen SAutzes. Sie empfand das wie 
ein Wunder und fühlte mit einem Male in diesem Augenblick, wie Gott 
seine Verheißung wahr zu maAen weiß: „IA will euA trösten, wie einen 
seine Mutter tröstet" Ja, ihr war zumute wie einem Kinde, dem seine 
Matter Trost zugesproAen hat, und das, während ihm noA die Tränen 
an den Wimpern hängen, sAon wieder zu läAeln vermag über das, was 
eben noA sein kleines sAwaAes Herz ersAreckte und bedrückte. Die 
ZuversiAt, die sie vorher der Nonne gegenüber an den Tag gelegt hatte, 
erfüllte nun ihr Herz in noA ganz anderer Weise. Alle FurAt war aus 
ihrer Seele gewiAen, sie fühlte siA siAer und geborgen in ihres Gottes 
starker, väterliAer Hand. 

Da wurde die Tür aufgerissen, und die Domina ersAien auf der 
SAwelle. Sie befand siA offenbar in größter Aufregung, denn sie zitterte 
an allen Gliedern, und ihre Wangen leuAteten wie Zinnober. Sie wies 
mit der ReAten auf Luckes Kleiderspind und gebot mit sAriller Stimme : 
„Nimm deine SaAeu und ziehe diA an und folge mir!“ 

ErsArocken war Lucke von ihren Knien aufgesprungen und bliAte sic 
nun verwirrt an. 

„Hörst du niAt?“ fuhr die Domina sie an. „Du gehst mit mir!“ 

„Wohin wollt Ihr miA bringen?" fragte Lu Ae, indem sie siA den 
Mantel umlegte. Sie war wie betäubt. 

„Dorthin, woher du gekommen bist. Wärst du doA niemals zu uns 
gekommen!“ versetzte die Äbtissin, und dann würdigte sie die Jungfrau 
keines Wortes mehr, sondern streifte sie nur von Zeit zu Zeit noA mit 
einem bösen Blick, in dem zugleiA eine gewisse FurAt lag. So saß sie ihr 
dann in derselben KutsAe gegenüber, in der Wildefüer mit ihr ins Kloster 
gefahren war. Neben ihr hatte eine handfeste ältere SAwester Platz ge- 
nommen, die jedenfalls mitgenommen war, um eine etwaige FluAt Luckes 
zu verhindern. Aber die Jungfrau daAte niAt an ein EntweiAen. Es 
war eine wunderbare Ruhe über sie gekommen. Was diese Fahrt zu be- 
deuten hatte, wußte sie niAt. NaA den Worten der Domina sAien es 
ja, als solle sie das Kloster wieder verlassen, aber ob das eine Besserung 
ihrer Lage bedeutete, oder ob noA eine sAlimmere Prüfung ihrer harrte, 
war damit keineswegs gesagt. An ein NaA geben ihres Vormundes glaubte 
sie nun und nimmermehr. Aber moAten die MensAen mit ihr tun und 
handeln, wie sie wollten, sie fühlte siA jetzt allem gewaAsen, was über 
sie verhängt werden konnte, denn Gott war mit ihr. 

Die Gegenwart der beiden Klosterfrauen hatte sie ganz vergessen und 
fuhr aus tiefen Gedanken auf, als der Wagen vor dem Hause des Bürger- 
meisters hielt. 

Hans Wildefüer befand siA gerade bei einer Arbeit, die er alle Viertel- 
jahre einmal verriAtete und niemals einem anderen überließ: er reinigte 
und putzte seine Waffen. Der EinbruA der Dunkelheit hatte ihn dabei 
überrasAt, und so war denn die Diele seines Hauses aufs hellste erleuAtet, 
und von der Decke hing eine mit Wasser gefüllte Glaskugel herab, durA 
die eine hinter ihr befestigte Lampe einen runden LiAtkrcis und viele 
glitzernde Kringel auf den TisA hinabwarf. Dort stand sein blitzblank 
geputzter BrustharnisA, und neben ihm lagen sein breites SAwert und 
der gewaltige Eisenhammer, der einst in den Tagen der Stiftsfehde den 
Söldnern des Herzogs von BraunsAweig und den aufsässigen Stiftsjunkem 
so furAtbar gewesen war. Er nahm ihn auf und ließ ihn einigemal durA 
die Luft sausen und stellte mit Befriedigung fest, daß er ihn noA ebenso 
leiAt zu sAwingen vermoAte wie in den Tagen seiner Jugend. 

„Das maAen EuA in der ganzen Stadt kaum drei Männer naA und 
kaum einer in Eurem Alter, Vater“, sagte seine ToAter GesAe Brandts, 


die im Hintergründe des weiten Gemachs am Herde stand und eine 
Wildente rupfte. 

„Es liegt in unserem Ges Ale At“, gab der Bürgermeister zur Antwort. 
„Alle Wildefuers sind starke MensAen, und iA habe meine Kraft zu 
keiner Zeit meines Lebens vergeudet, wie so viele tun.“ 

Er legte den Hammer wieder auf den TisA und ergriff das SAwert, 
um es zu putzen. Da öffnete siA die Tür, und die Domina trat herein, 
gefolgt von Lucke und der KlostersAwester. 

Wildefüer war so überrasAt von dem Anblick, daß die Waffe seinen 
Händen entglitt und klirrend auf den TisA aufsAlug. „Was soll das 
heißen?" rief er. 

Frau Elisabeth Ercksleben fand in ihrer Aufgeregtheit zunäAst keine Worte. 

Dann sagte sie mit tiefem Aufatmen: „IA kann die hier niAt läuger 
bei uns behalten. Nehmt sie zurüA!“ 

„Weswegen?“ fuhr er auf. 

„Deswegen. Lest, Herr!“ Sie reiAte ihm ein Papier, von dem ein 
großes, sAweres Siegel herabhing. Die ganze Fahrt über hatte sie es in 
der Hand gehabt. 

Wildefüer striA cs glatt und hob es zum LiAte empor. Eis von seinem 
GesiAte weit abhaltend, las er: „Der Domina und dem Konvent der 
Nonnen im Magdalenenkloster zu Hildesheim meine höAste Ungnad' und 
Gottes Zorn zuvor! Ihr haltet, wie mir mein günstiger Freund Christof 
von Hagen hat zu wissen getan, eine Jungfrau bei EuA gefangen wider 
alles ReAt, des Namens Lu Ae von Hary. Dcshalben will iA Euer Feind 
sein und sage EuA hiermit ab und will EuA allen SAadcn tun, soweit 
es Gott mir vergönnen mag.“ 

Diese Worte waren von einer zierliAen SAreiberhand gesArieben. 
Darunter aber stand mit einer SArift, die wie aus Balken gefügt war: 
„Klaus von Barner, Ritter.“ 

Wildefüer ließ das Blatt sinken und sagte gelassen: „Davor fürAtet 
Ihr EuA, Ehrwürdigste? Euer Kloster liegt im Ringe unserer Mauern und 
Gräben und Wälle. Was kann der verzweifelte Bube EuA anhaben?" 

„AA viel, sehr viel!“ rief die Domina und braA in Tranen aus. „Wir 
haben draußen in den Dörfern viele Gütlein und hörige Leute und Acker 
und Häuser. Daran kann dieser Homo crudelissimus sein MütAen kühlen. 
Man kennt ihn ja. Er ist der sAändlichste BösewiAt auf dreißig Meilen 
ringsum. Gott bewahre jedermann vor ihm! Die RausAeplatts auf Steuerwald 
sind mit ihm befreundet. Denen lasse iA noA morgen in aller Frühe 
sagen, daß diese Virgo maledicta niAt mehr in unsern Mauern ist. Sie 
mögen ’s ihm kund tun. Nein, redet mir niAt zu, es hilft niAts, iA muß 
das Heil der Herde bedenken, die mir anvertraut ist. Es hilft EuA niAts, 
iA will niAt. iA will niAt, non volo persuaderi, iA will niAt überredet 
werden. Lebt wohl! Lebt wohl! Tut mit der hier, was Ihr wollt.“ 

Damit drehte sie siA um. Ehe Wildefüer nur ein Wort hatte er- 
widern können, war sie zur Tür hinaus. Die Nonne folgte ihr, nur Lucke 
blieb zurück. Mit nicdergesAlagenen Augen stand sie da und regte siA 
niAt, aber die wechselnde Farbe ihrer Wangen ließ erraten. welA ein 
Sturm in ihrem Innersten entfesselt war. Wildefüer hatte das SAreiben, 
das die Äbtissin erhalten, niAt laut vorgelesen, aber aus seinen Worten, 
wie aus denen der Domina konnte sie sAließen, daß jemand siA ihrer 
angenommen hatte, der mäAtig und zu fürAten war. Das hatte siAerliA 
Christof von Hagen bewirkt, denn wer kümmerte siA sonst um sic? Gott 
sAien sie also erretten zu wollen aus der Hand ihrer Bedränger. 

Lange herrsAte ein tiefes SAweigen in dem GcmaA, Wildefüer 
stemmte beide Hände vor siA auf den TisA und bliAte finster vor siA 
nieder, ohne ein Wort zu spreAen. Der lebhaften Frau GesAe brannte 
die Frage auf der Seele: Was soll nun werden? Aber sie wagte es doA 
niAt, sie über ihre Lippen gehen zu lassen. 

EndliA wandte siA Wildefüer an sic und gebot kurz: „Führe diese 
da hinauf in die Stube, die sie früher bewohnt hat.“ 

GesAe erhob siA sogleiA. „So komm!“ sagte sie usd zündete ein 
LiAt am Feuer des Herdes an. LuAe folgte ihr ohne Widerstreben und 
sAritt naA ihr die Treppe hinauf. 

Droben spraAen die beiden wenig miteinander. Frau GesAe verspraA 
dem unwillkommenen Gaste des Hauses, sie werde bald die alte Trine 
mit Abendbrot zu ihr heraufsenden, und ging dann mit einem kühlen 
Händedruck hinaus. Merkwürdig, daß sic, die sonst so SiAerc, siA in 
Gegenwart dieses MädAcns immer etwas unsiAer und beklommen fühlte! 
Ihr ganzes Wesen war ihr unbehagliA, ihre SAönheit ersAien ihr fast 
unheimliA und dämonisA, und diese SAönheit hatte durA die lange Haft 
im Kloster niAt gelitten. Wohl waren ihre Wangen sAmäler und bleiAer 
geworden, aber die Augen hatten einen Glanz, den sie früher niAt ge- 
habt hatten. 

Mißgestimmt sAritt sie die Treppe wieder hinunter. Sie konnte den 
WunsA niAt unterdrücken, LuAe von Hary moAte lieber ihren Weg niAt 
wieder gekreuzt haben. Er war wohl niAt nur durA die leise EifersuAt 
zu erklären, die sehr sAöne Frauen bei fast allen GesAleAtsgenossinnen 
erregen. Darüber fühlte sie siA im großen und ganzen erhaben. Sie 
beneidete so leiAt keine um ihre körperlLAen Vorzüge, außer wenn sie 
bei ihrem Manne bcgehriiAe oder auA nur bewundernde BliAe wahr- 
zunehmen glaubte. NiAt die EifersuAt maAte ihr das MädAen unleidliA, 
sondern das Gefühl einer inneren BesAämung vor ihr. Sie selbst las jeden 
Tag in Luthers Heiliger SArift, aber außer ihrem Manne durfte das kein 
MensA wissen. Das junge Ding dagegen, das zwölf oder dreizehn Jahre 
jünger war als sie, hatte den Mut, seinen Glauben yor aller Welt zu be- 
kennen und um seinetwillen zu leiden. So fühlte sie siA ihr unterlegen, 
und diese Empfindung hatte ihr bisher unter den Männern nur ihr Vater, 
unter den Weibern überhaupt noA kein MensA eingcflößt. 

<Forta*tsuDg folgt.) 


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'Brofelfor üJtar ©djillings, 

Ni Mannt* Ro-mppnifl uni) CicNflfrlritfi , tPurN 
»um Cvanbirrftor btr trtoatstbrotet in tVrlm *»• 
nanni. (“pbet- Nicola DrrUtifib. tWtlin.) 


trvncnbilb. (Sntrourf von DtoWfor Kurt Jtnvpin.) 

ßtrinbbergs 3Rät<&en|pit! „©(tmxmenroeiir im JieRilifefn fianbesitjcatcr ju Darmftabt. 

vpirllfiirt Nt potbilMicbm •.luflubtunfl n>ar Nt oulumftritlra* nrur 4 NolttlrtUi Dt. üta( flauer. Nflrn rigenanif*. pan» auf 
lubülftrin 3 Rtn 1 <NnftuNum NtubcnN Steg'* Irtflungcn grotst Unprbung ausuNn. ifbol Crtmn Haupr. TVtrmftoM ^ 


ßcopoib Jefjrter, 


Nt neuttrtdnnlr t6«julpi*lbitffl(»t Nr elJulslNultt 
in flerlm. NtNt Tittfrot N« tR*u*n €4>d«1ritl- 
bau|r* in RoniaiNta t.Dr. 


‘Bon fcer bicsjäbtigeit lagung bet 'Seut[d)cn ßanbsmattnfcfcaft in Koburg, bet etflen lagung fett ‘Pfingfteti 1914. iDbot Dtof tlbuoib UNtnbutb. Coburg.) 


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Olluftrixtc 3citunfl. 


‘Deutfcbe üanbsmann(cf)aft. 

3 um erften 2Rale feit Dfingften 1914 
fanben fitfc bie fkrtrrter ber Dcutfcben 
Sfanbsmannfcbafl in Hoburg jufammen. (Be • 
treu ihrem ’h^ablfpruthe, bas Üalerlanb 
über alles, ftellt fitfc bic I'cutlcbe itanbs* 
mannlcbaft auf ben Doben bn gegebenen 
*©e rbaltniffe unb ift entfcbloHen. roic bisher 
unter geunbf ab Uihet Uhlebnung partei- 
potitifcher SVcftrebungen für bas Itotcrlanb 
ju arbeiten. Die Deutfcbe2anbsmann|cbaft 
bat als erfter Storbanb bie (&lri<hftellung 
ber J&otfclcbulrn mit ben Unioerfitäten in 
ihre 6a$jungen aufgenommen, Durch bie 
biesjäbrige Hufnabme ber Canbsmann- 
Jcbaften, bie ben $1. 2. (£. auf ber 2Rarfs- 
burg flebilbet botten, bebnle [ich bei IJer* 
banb auf bie -lecbnilcfoen t>o<bl<t>ulen aus; 
er umfafet jefjt aud) 2anbsmannfcbaften auf 
Xierärallichen unb tJanbrniitfchaftlicben 
ÖDcblcbulen. Die «Tagung fpracb ficb er* 
neut für bie Stofämpfung ber Hus»ücble 
bes ixinfjmanges unb ber Xrinfunfitlen 
aus. 91 tu aufgenommen mürben in bie 
6a&ungen bie gorberung ftaatsbürgerlidber 
‘Belehrung bureb Ausbau ber Bütfcereien 
unb Husfpracben. Hn ben Qrunbfäften 
bes SBaffenftubententums bält bie Dcutfcbe 
Canbsmannfchaft feft, »erbietet aber bie 
^iftolenfoTberungen im Berbanbe unb 
naitl aud) ben Unfug brr 6äbelforbr* 
rungen, »ie er eingeriflen ift, abjuUbaffen 

^ reb Bctbanblungcn im SBaffenring) 
bemühen. Die Tagung ipar opn bem 
ernften Söilltn getragen, ben berechtigten 
gorberungen ber neuen 8<i* Rechnung 
ju tragen, aber bie bewährten alten 
(Srunbfdbe ju Der tr eien. Der 13er banb 
jäblt fünfunbfeebgig offene unb fünf per* 
tagte £anbsmannf(feaften. 


9U. 3967. 


gdjwanewveib flüite badet) unb bet Dtinj 
ladbar üütbtli 


«Eiproanenweife (Klicc badet). 





46 


3[fuftrirte 3eituiiß- 


9lr. 3967. 


Sec^ntfc^e ^lufcum für <3n&uff:rte unö ^etoerte in SDten. 



(»MVNH 


'perfoncrocaaen 6er crflcn auf 6cm ruropäififacn geft- 
lanbt ppn äfaft nad) Bubtpcis erbauten un> mit 
plerben bf hi ebenen 'Bahn (1828). 


(T\as Teutfcbe -Dlufeum in iDlüntben, bas 
-i/auf bas ©eiftesleben bcs Deutfcben Rei- 
ches fdbon burd) ein« Steibe Don Jahren be- 
fruebtenb einwixft, bat nun auch in Ofterrcid) 
eine ©cbroefteranftalt erhalten. Das lech- 
nifebe SRufeum in $Bien ift jur grob&ügip- 
(len unb Icbenblgflen Bolfsbilbungsfiaite 
Dentfcböfterreicbs berangeieift. 21l5„ s IRu|eum 
ber Bewegung* jeigt es bas geitlicbe goit- 
[(breiten ber «a eefen if in biftorifeben Ifntroid- 
lungsreiben. wabrenb bie betriebsfähig auf- 
geflellten SDtafcbinen bas Leben un(eier mo- 
fernen ^Irbcilsflättcn Derfinnlitben. 21h 
»eitere» 3Rittcl ber Berlebenbigung bes 
Dlufeumsinbaltcs bienen bas gefproebene 
Bart in ben fa<blid)en gübrungsoorträgen 
(oroie bie Kinematographie, bie in giltn- 
, oortragen fiaien unb gacblcuterc lebenDigen 
(Einblid in bas Befen neujeitiger 3e<bnif 
gibt. Das ledjniftb* SRufeum in fflien bat 
bamit erftmalig rcäbrenb bei Bcfucbsflunt'rn 
.frei gugängige Borträge eingefübit unb ba- 
mit eine Ccbrtätigfeit aufgenommen, bie, 
gleich einer Bolfsbacbfcbulr, bie 9iaturttiffen- 
febaften unb bie ^Iccfonif im 21nfcbauungs- 
'unterricht ben roriteften Greifen ber Beoöl- 
fentng oermittelt. Der burebgreifenbe (Er- 
folg biefer (Einführungen »ei ft auf bie not- 
roenbige Busgc ftaftung unfern SMufeen ju 
toirflidben Ccbmuifcen bin. Die überaus rei- 
fen ©ammlungen bes Bien er_2Jlüfeums neh- 
men einen gläcbenraum ppn über 15500 *i m 
ein. Dem SDlafdjinenbau ift bfe grofje 
"JJlittelballe bes SRufeums eingeräumt toor- 
bcn. $ier finb nahezu liidenlps bie <Ent©id- 
lungsreiben ber Baffer-, Dampf- unb ©as- 
motpren aufgeftellt, unb bet fbintoets auf jene 
Seiten, in beren ausfeb lieb lieb menfeblühe 
unb tierifebt Jlusfelfraft jum Betriebe oon 
Sagen, 6cbiffen, Iretmüblen u. bgf. »er- 
roenber rourben, gibt einen »irfungsoollen 
fiintergrunb für bie mobernen 2Rotoren, an 
bie auch bie älteren unb neueftrn 3Jlafcbi- 
nen ber JVältctecbnif angcfcblofftn finb. Die 
Abteilung „Bcrfebrsroefen" bringt junäebft 
bie ßammlu ng bes (Sifenbabnmufeums mit »ic- 
len ffiegenftänben pen oe riebt scefdjicbtlicbcr 
Bebeutung: BfTfenentcagen bcrerften’pf«rbc- 
eifenbabnCinj-Bubroets aus bem jabre 1828, 
eine ber erften 9torbbabnlofomotioen (1841). 
Die *Reibe ber 6tra&enfabrjcuge beginnt mit 
bem im Jabre 1875 in Bien erbauten erften 
öftmeiebifeben Benginauto, bem SDlarfus- 




ftcufrfphBc aus bem Oabte 1742 


'Site feteinbierbraueno aus Reimten. 


i.'c*fomotir« ber £4>ma(fpui-£tTrdt t'ambocb-ff'tru 

ben aus 6cm Jabit 1854. 

fraft»agcn. unb (cfct fi<b in Dampf-, Seitjir- 
unb eleftriftben 6tTafjen©agcn fort. 

3n ber Abteilung „©ebiffabrt" toirö u. a 
in üDlobellen bie (Entroidlung ber £>anbels- 
febiffe oom oorgcfcbicbtlicben (Einbaunt bis 
Aum mobernen Dgeanbampfcr oorgefübn 
Die allmäblitbe Beroollfoimnnung ber Be- 
leuchtung oom einfachen ftienfpan bis gute 
■äucrliebt tritt uns in ber ©ruppe „®as- 
teebnif" entgegen. 6cbr angicbenb unb bc- 
lebrenb ift bie ©ruppe „Berg- unb fbütten* 
»den", bie au<b «ine naturgetreue iUa6- 
bilbung eines ftoblenbcrgtcerfcs »on 150 m 
€tollenlänge mit allen (Einjel beiten ber 
Sloblenfötberung enthält. Die ©etsrnnunp 
ber (Er<je unb beren büttenmännifebe Bet 
arbeitung bis jur Ctabierjeugung teirb bunt 
oorjiiglicbe SKobellc unb (Einrichtungen bar- 
geftcllt, baruntci auch ein altftcirifcbes 0rif6- 
feuer. 3n gefebufc! lieber Beibung führt bie 
©ruppe „Bobenfultur" bie (Entmidlung btr 
lanbroirtfdjaftlicbcn 'JDlafcbincn unb ©rrätr 
t>om -pflüg brs SVaifers 3ofepb il. bis gut elef- 
trifdb betriebenen Drefchmafchine ror Bugen 

•Ein altbimiflifcbes Laboratorium erinnc;; 
an bie älteften Berfucbe cfcemifcber gorfd>unp 
(Eine prächtig ausgeftattetc Bpoibefc aus bc: 
Barodgcit enthält eine bei reiebften ©amm 
lungen oon Bpotbefergefdfjcn un b leitet tr 
bie Busftellungsreiben ber <hemif<ben ©rof ■ 
inbuftrie hinüber. 

3n ber Abteilung „Bauaefen" »erber 
bie Leiftungen bes £ocb- unb Tiefbaues 
©trafeen- unb BJafferbaurs bureb anfchaii- 
liebe Bilber unb SDtobellc bem Bef (baue 
erffärt. 6ebr anregenb «pirft bie Druppe 
„21rbcitcrfd)uö". bie aus bem ehemaliger 
©etperbebogienifeben SKufcum berporge- 
gangen ift unb bas ©rbict ber ©eroerbc 
bogiene unb ber Unfaüoerbütung umfaB- 
(Einem getoiffen inneren 3ufammerbang ent- 
fprccbenb, ift bas „geuenpebnoefen" angc- 
ftbloffen, bcflen Bufftellung manche gcfcbict: 
lieb bemerfensroerte €tüde, trie eine alter- 
tümliche ©prifte aus Snposbamm unb btc 
alte fßiener t>offpri^e mit bem eigenartigen 
^ßaffertDagcn. enthalt. 

Tiefe berporragenbe Boltsbilbungsftänc 
»urbe »äbrenb ber 2öirren bes 'ffieltfrieges 
bureb unermüblidje Brbeit, bureb bie wert- 
tätigt SDlitbilfe ber inbuftrie unb bureb bte 
»eitgebenbe ünterftü^ung ber ©taatsregic- 
rung unb ber ©emeinbe Blien juftantc 
gebracht. 



•JUtfteirifcbes ^rifebfeuer. 


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■Jttlc (£en|enf<bmiebe. (18. ^abibunbert.) 


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5Rr. 3967. 


Ollufiiirte 3eitung. 


47 



bfii ®ffd)iwntrn. 


«Eintu^runfl b« jungen ‘Pfarms. <^otofluirüre-?Wilag J. 3. ‘fflfbcr, e«pjig.) 

©cmälbe con gerbinanb Siütt. 3um 70. ©eburtstag bts ft'ün[tlei5 am 13. (Slititd [. S. 34.) 



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48 


Muftrirte 3 eitung. 


3lt. 3967. 





Dä 


1. CJicrffftcnb« fBeibcßcn; bei Hinterleib ift 
tcTciis in bic <4ifrc cingcgtatrn. «Ein 2Rcinn<b«n 
bat fi* auf tws »eibcßeii gefeilt. 


ab es in unferer fortgefchrittenen 
_ Seit noch Onfeftenplagen gibt, bie ^ 
für gange Canbfcpaften, ja füx gange £- 
Bölfer eine (Ejiftenjfrage bebeuten, o«r- 
mögen mir uns bei unfexen rooßlgeorb- ■*' 
neten Berßältnilfen faum oorjuflellen. 

H cu jeßr cdcnplagen finb uns jtDar 
aus bei 6<ßule befannt, aber gerabe 5 ' ri,,es 
besbalb neigen mir bagu, fie in bi- 
blifcße geilen gu ©erlegen, unb bebenfen 
nießt, baß auch in beutiger Seit in ben 
Cänbern ©übamerifas unb Xeilen Don 
Rorbamerifa, in Rorbafufa, in gen- 
tralaficn unb (Eßina bie Heulcßrccfen f 
fcbrecflub* Berwüftungen anrießten unb bie Cebensbebingungen ber Bemoßner 
bebenden, Baßrenb bes Krieges finb mir mit ibnen babureß in nähere Berührung 
gefommen, baß bie uns oerbünbete lürtei gerabe in bieler coicbtipcn Seit oon t>eu- 
fcßrecfenplagert f<ß»et betroffen war. 3n ben JJaßwn 1914/1S- fiel bie ’figpptilcße 
Bonberßeufcßiede (SchiBtocercm peregrina), in uncnblicßen ©cßmäTmcn oon 
•Üßopten fommenb, in ^aläftina ein unb richtete bort ungeheure Bercoüftun- 
gen an. 3ßr ^ufheten fanb aber glüdiicßerroeife feßon in bem gleichen . 

geßre ein <f nbe. ©leiebgeitig batten bie in Beftanatolien unb Rorbfprien \ 

cnbemiftßenHerbe ber 2Raroffanilcßtn BanberbeuftßrecfeföUuronotusmaroc- 
c&nua) folcße Busbeßnung angenommen, bah bie Bebölferung gang mutlos 
tourbe unb bie dauern ihre gelber nur noeb mit bem Rotroenbigften be- 
ftellten, »eil fl* mußten, baß bpcß alles bem Berberbcn prelsgegeben fei. 

Bon Reifenben oft ermähnt finb bie enblofcn geflügelten ©eßmärme. bie 
in ben SDlonaten Quli unb Ruguft bas Canb bureßgießen, häufig in folcßcr 
Dichte, baß fie bas Sonnenlicht »ie fallenbe ©eßneeflocfcn abftumpfen. Bo 
fie fieß nieberfaffen, ift bie (Ernte oerloren, felbft menn ber Rufentßalt nur 
roenige 6 tunben »ährt. 3m allgemeinen burebaieben bie(e ©djroärme bas 
Canb regellos. Die Banberricßtung feßeint nur bureb bie oorberrfebenben 


■Cierlej gtaeium. 


# * 


gcnonenld>aftficb cingefammelt »erben 
(Rbbilb. 4). Bclcß außer orbentlicßc Er- 
folge hierbei gu erzielen finb, gebt 
baraus ßcroor, baß 1916/17 über 
71)60000 kg v£icr cingclammelt unb über 
40000 ha mit Cf tern belegter Stoben 
gepflügt mürben. 

Die Carocn finb burch mecßamlcßc 
unb eßemirebe 3Rittel ju brfämpjcn. 

SDlccßanifcßc Bcfämpfungsmiltcl finb 
in allen prinutiPcnCänbcrn mebr ober 
»eniger finnreieß ausgebilbet. hierbei 
»erben bic Uamn getrieben unb mit 

ben güßen ober Sincigen, Klappen unb anberen 3nftTumentcn jerticten I 
fcßlagen. Diele Bletßoben ftnb jeboeß nur ba ergiebig, »o ficb größere f 
rungsmaffen an ben Kämpfen beteiligen fonnen. Bo bie Beoölferung aber | 
lieber ift, unb ®o es fieß um große 
Befämpfung auf moberne I 
ginfapparates ift (Rßbilb. 

ganger") nicht in ber Sage finb, über glatte gläcben »ie 'Bachstuch, 
CSifenblcch ufro. bin»egjuflettem. ©teilt fid> ißnen eine folcß glatte * 
auf ihrem ©ege entgegen, fo oerfuchen fie, fie gu überflettern 
übcrlpringcn, unb fammeln ficb oor ihr an, geben aber biefe nuhii . 
mübungen halb auf unb wanbern längs bes $inb*rni|f** meiter. Übertrag 
»ir biefe Beobachtung ins Jecßnilcßc, |o tonnen mir burch bcfeftfgtc 
platten oon ungefähr 30 cm Höbe, bie ficb [entrecht auf ben ^ 
lüdenlofer golge über bie Brcitenausbcßnunfl bes Banberguges c 
reiben, einen gangen 6 <broarm in feinem Bormarlcß« bemmen. Die < 
Sinfroanb anlaufenbcn 3nfcften perfudjen nun, längs ber Sintoanb rocite: 
^umarfeßieren. 2Ran ßat infolg fbeflen bie auf ilbbiLbung 7 crficbilicben ©ruber 
bie je nach ber Bobenbcfcßaffcnbeit 1 bis 2 m tief ftnb, angelegt. 0 ie Tnl 
fo breit, baß bas 'Infett nicht barüber megfpringen tann unb bei (eines 


Cficrunb <£lcrpafcte, teils In natüri» 
lagcrung. 


ober 


anetnan 


j um große fteufchrccfenmanen ßanbelt. muß fk 
mechanifcße SDlittef ftüßen, beren beroabrtefte bie 
ßbilb. 6 ). 6 ie berußt barauf, baß bie Uaroen C, 


£Dte ^)euftrecfen&efämpfung in Anatolien unb 
<Sl)rim toä^r^nb be^ ^rtege^./^ 3 on Dr. Öerm.^üc^er. 






4. Süitifihc ToiIbcDoLfaunfl beim 6amtncln oon ßcufcbrnteneicm. 


Binbe beeinflußt ju fein. 3m ^luguft feßreiten fie auf ßbffäcßen 
unb Bergabbängen, bauptfäcßlicf) auf fteinigem Boben, jur (Eiablage 
(^fbbilb. 5). Diefe erfolgt {o bießt, baß oft meßr als 200 ©erheben 
auf 1 qm ißre QEier abfeßen. Die Gier, burcßfcßnittlicß 35 , meiben 
in einem “flatet in ein mit bem Hinterleib bes BetbcßeRS 5 bis 6 cm 
in bie (Erbe hinein gebohrtes Crcß abgelegt (?lbbilb. 1). 6 ie finb 


5. €<b»«nn geflügelter t*cu(<btc4cn, Per fi(h jur (fiablagc nirPergdan«n ßat 


Bormarfcße ßineinfäUt. Da bie nacßfolgenben liere naeßbrängen. 
»irb auf biefe Beife ein normaler Banberjug tnnerbalb eines Xagr» 
gefangen, bei großen 6 cß»äuncn bauert es auch »oßl jmei ^agc 
Die Here fterben in ben ©ruben in Krgeftei nn ©auerftofi- 
mangeL Bei ber Befämpfung ber £>tufcßrecfen in ber Jürfei hatten 
mir runb 1000 km folcßcr ginfcoänbe in ^ätigteit gefeßt, unb gebn- 


'J!onnlub »4 unb ftxiblidsci fefluotllrs 3 n|cfl. 

3. (SnhoiiflunflsftaPifn bet 2Tuirotfantfd>en ©anberbeufhreäe. 

Umgebung halb aufgejebtt ift. Das gemeinfame 
ilustriecßen auf eng begrenztem 9tdume unb bas 
große 9labrungsbcbüifnis jroingen fie jur Banbe* 
tung. ©teilen, bie feßon oon anberen leer qefreffen 
ftnb, »erben fcßneller burebfeßritten. Die einzelnen 
©ruppen Icßließen ficb aneinanber, unb es ent- 
ließen Banberjüge, bie fieß auf mehrere Kilo- 
meter Sänge unb 200 bis 600 m -liefe aus- 
beßnen tönnen. 3n Bbftänben oon ettoa acht lagen 
häuten fuß bie Samen, b. ß. fie flößen bas alte Rleib 
ab unb gießen ein größeres an; mit bem Häuten 
fteigt auch basTtaßiungsbebürfnis. 9lacß ber britten 
unb oierten Häutung ift biefes Io groß, baß bie 
Heufcßrecfe täglich roeit mehr Tlabrung gu ficb nimmt, 
als ißr eigenes Körpeimeroicßt beträgt. Die Ber- 
»üftungen, bie folcße Banbergüge anrießten, finb 
ungeheuerlich. Blan geminnt ein ungefaßtes Bilb 
oon ben gemaltigen ©ummen oon ©rünftoff, bie 
fie täglicß oerjeßicn, menn man bebenft, baß ein 
mittlerer Banbcrgug im britten bis oierten 6 tabium 
40_bis 50 t u>iegt. 9lacß ber fünften 
Häutung »irb bas 3nfcft geflügelt 
unb erbebt fuß nach einiger Seit in 
bie £uft. um, wie feßon CT»äbnt, 
im Canbe umßerzutoanbern unb naeß 
oollenbet er Steife bie (Sier abgulegen. 
Benige Xage nach ber (Eiablage 
geben bie £iere ein. 

3m Aufträge ber türfifeßen Re- 
gierung ift nun »äßrenb bes Belt- 
tiicges oon bem Bcrfaffer in Bna- 
tolien unb 6 orien eine große Organi- 
fation gefeßaffen »orben, beren Auf- 
gabe bie Befämpfung ber SRaTotfani- 
(eßen Banberßeufcßrecfe bilbete. 

gioccfmäßigenoeife befeßränfte fieß 
bie Befämpfung auf bie Bernicßtung 
ber (Eier unb Carocn. (Erftere »irb 
babureß unteiftüßt, baß bie Eiablage, 

»ie ermähnt, hießt gebrängt erfolgt. 
Dflügbarcs Sanb ift besßalb gu pflü- 
gen, unb »0 gaßlreicßt Be»oßner gut 
Bcrfügung fteßen, fönnen bic (Eier 


6. Anlage *um gang oon ftitocn 
ber ‘ffianberbeulibreäe in ber 9?orb- 
(orifjßen Steppe (1917). 


unempfinbiieß gegen Kälte unb 
bureß eine Hüü ( gegen Rus- 
troefnung gelcßüßt. Das Cagern 
im Boben bis gum SHärg, ja 
bis gum SDlai bes fomntenben 
Sabres tönnen fie infolgebeffen 
ohne ©cßaben ertragen. © 0 - 
baib bureß Kr übfaßrsrcgen unb 
• fonne ficH bie Bergbalbrn mit 
jungem ©rün bebeden, begin- 
nen bie 8 groen aus ben (Eier- 
pafeten ausgulcßlüpfen. ©ie 
finb ungeflügelt unb als 
„Fußgänger" betannt. Bis- 
balb fangen fie an, mit fol- 
eßer 0 reßluft 9labrung gu fitß 
gu nehmen, baß bie fpär- 
licße Begetation ber näißften 



8 . ©erflenfelfc in Per (fbenr oon Bcrgama ; not (linfs) unb nach (mßte) hem Durthjug ein« ßcultbrc^enlcbwann«. 

r'culfdjc Äullutfltbcit in ber Türfei. 


7. ganggruhc für bie i'aroeu bet 
Wanhcrbeufßrede. 


taufenbe oon SDlenfcßen ipgren 
in ber Befämpfungsgeit mi: 
bem 2lu5»erfen ber ©ruben unb 
(Errichten oon ginfroänben be- 
(cßäftigt. Buf biefe Beife wür- 
ben im gaßre 1917 85000000 
kg ocrnicbtft, 5s ift uns bunt 
bie ergriffenen Blaßnabmen ge- 
lungen, »enn auch nicht bie Heu* 
fcßredcnplage pollftänbig gu be- 
teiligen, |o boeß bie (Ernte ju 
|d)üßen unb ben Bauern bas nö- 
tige Bertrauen »iebergugcbcu 
ben Boben unter Bufroenbung 
aller Kraft toiebex gu beftellcn 
(Bbbilb. 1, 2, 3 unb 8 pßot 
Dr. Bauer, 5 pbot. giefenbeo 
6 Dr. Brebemann, 4 unb 7 
Dr. Bücber.) 


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31 us Rrantrcicb ,(uiüilcl)t<nbc bcut|d>f fttitflsfltfanfltiw na* tfcrer "älntunft in 6« ^ollbollc am SMuptbabnbof .ui :H!ünd)cn. 3!ocb einet 3ei*nuno für bie ^eipjiflet „Olluftiirte Seituno" pon 'Jllbin Xippmonn. 

Tw *»|anfK*wn, flleiebfam Icbent'«,* mmfcMiix «|fl||Mdt. troflm auf bei t'mfl arlhr unh tocifre. mit «amen. fcdtimimmqMnt unb näheren **e*eid>mmocn juikk lullte fVoleitabrrflen. au| bero «üdm «uloenabu blaue Kleefe mtl toten «ummern 


50 


3 IIuftrirte ßritung. 


3 Ir. 3 ! 


i9«r 


i^mertfa aU Sebentftmtfefoerjorger her SDelt. / &on XutU&ge ^ut^erforD’), 



(jfgrn Wunds* in der SXinder wie gegen spröde 5?au/ ^^1 

hilft ausgezeichnet 

Lovan«Creme 

Vas Präparat ist völlig reillos, kühlt stark and verhindert bei regel- 
mäßigem (jebrauch das Kufspringen beiw Wund sein der Stände. 

ff rode Hube 3(1. 1 50 Kleine Habe 3(1. 1.-' j 

Queissec &■ Co., G. m. b. H. 

Hamburg 19. 


(^vurd) Die r Kampfcsjabrc jermürbt, muffen ficb bie frieg- 
-i/fübtenben Nationen auf Amerifa, in feiner Gefamtbeit, 
afs EebensmittelveiloTger verfallen. Biclfad) wirb bei Ber- 
rounberung über bie Cciftungsfäbigfeit ber Steven Welt auf 
tiefem Gebiet Ausbrud gegeben, ebenfa n>ic man über bie 
fcbnellc gufammenftellung bes amerifanifeben feeres, feine Aus- 
rüftung unb feine (Sntfenbung erftaunt war. Amerifa ift in 
ber Sage, fein Angebot ber Bacbfragc genau anaupaffen. -Wan 
ftelle ben Stationen bie genügenben Gelbrummen aurBrrfüaung, 
unb Starb- unb Sübamertfa fönnten. obne jegliche anberc pilfe, 
bie Bewohner bes gefamten (Europas fpcifen unb ffeiben! 

SWit »bien 14 880000 Quabratmeilen (englifch) befiel bie 
5R«ue Welt beinahe bie £>älftc Samten bebaubaren (Erb- 
Oberfläche. Dn Europa entfallen 121 Bewohner auf jebe 
Quabratmeilc, in Amerifa nur 1 1,1, unb biefe befinben ficb 
gröfetenteils in ben bicbtbevöfferten ©egenben um Steuporf 
herum, Die Aushebung ber beiben $älften Amerifas — von 
ben $uirnnerfif(bfreien SDlaincs bis »U ben Olivenhainen Kali- 
forniens, Don ben eisftarrenben ©olbminen Alasfas jwolf- 
laufenb SWeilen fübroärts bis ju ben Wollntärften Punta 
Arenas, ber füblicbften Stabt ber Welt — bietet einen Äeich* 
tum an Bobeneracugntffcn, ber ebenfo abwccbflungsreicb ift 
wie bas Klima felbft. WalTofj- unb Seebun beerben wäfjen 
jid) auf ben beeiften Ufern ber nörblicbrn SEReerc unb Der- 
eröfeem ben Stationalreichtum bureb Pel»e unb öle, unb auf 
ben weiten, unabfebbaren Steppen Don Xejas unb Argen- 
tinien grafen bic Äiefentierberbcn — Schafe unb Ochfen — in 
ungejählten ÜÄengen. Di« toarmen ©eroäfler von gloriba 
ftiften alljährlich ihre fetten SJlafrelert tonnenroeife unb tragen 
Taft ebenfopicl au ben Staotseinfünften bei, wie es bie Steu* 
anlagen jum Anbau bes Grape fruit, einer beliebten Stauben* 
f nicht Don jitfonenäbn liebem Ausfeben unb faftigem, füfjem 
Innern, bes allübtidjen erften Ganges eines echt amerifanifchen 
grübflücfes, tun. On ben SRu&wälbcrn oon Couifiana unb 
Jejras fällt bas ©6lb im mabrften Sinne bes Wertes oon ben 
Daumen; im testen ffabre ernteten bie bereinigten Staaten 
03000000 Pfunb 9tüffe im Werte oon faft 5000000 Dollar. 
Die bauptfädhlicb aus Xejas ftammenbe gwiebelerate brachte 
ben bereinigten Staaten im borjabre 7000000 Dollar ein. 

Kein anberer Weltteil fann ficb einer folchen Ausgiebig (eit 
unb lolchen Reichtums an Kruchten jeglicher Art rühmen. Die 
bob« (Entwicflung ber Konferveninbuftrie bat es mit fich fle- 


•) ®r geben 

tMRngrfttifMt öl , 

5ir rVrbdltnifle mit ben 21us»n bts Umerifanm, btr dm btr lil _ . 
omrntanlftbm Hinrichtungen Überzug! Ift. SucS Oie ftatifti (ct»en Angaben finb 
faft Ouxcbiprfl ammfanildxn llrierunm. €eine 'üutfiibningen büiftm | ebenfalls 
allgemein inirrrfTietcn. ©eben He Ooa» bie fflftoi&bril. bafe 'Jlmmfa in bei Sagt 
ift, bie ömdbrunflSDftba'Ilnifle auch in lkiit|d>lant> in rTtwblidxm Umfange tu dct- 
bclffrn. jumai trenn bit mabacbenben poiiUlcben unb roirllttaftlidjen ftmic icnfeils 
Oes C?, Irans ibtrn ®ortcn bie Jaira frlnru iaffe« unb uns cbenf» trit ihren 
?unbes«fnB|Ttn Ourd) ©(»äbrung geöfirer fangfriftiurr Rrtbilt bi» aöflliifcfrit Aura 
■l'fiufl Oer |ur Serbe (ferung unterer CrOensboliung erforbcriiiOcn Sabrunasmittel 
Oielni. 8»r Oas Oeut(cbe 'Colf ober gilt ts, bureb unermüblitie löligtcit Me 
nun üusflleicb unterer €<buib nötigen tBertr au Idjaffcn. 3ut Srflärung bet 
^merifanilcben 3Rab- unb t&erri&tsanaabcn feien nacbltcbenO bic fnllpncbenben 

• — * - 2,580 .ikro, 1 VfunO = 

Icnnt lOOU kg. 


bier einem Imerifaner bas fBort p rinn C5<tn!Oerung ber 


bet anwiifoni(6en üibensmittriinbuffTim 5iaturgeiuofe fiebt er 
“ * I berttgenbcit bet 


Ocut|d>en Sinbeiten ai 
«'■4 g, 1 TMlat 


r unb tjkmdjtsanaaben feien nai 
angefübrt; 1 Ouabratmrile cngülcb 
U3 a 1 ©oUpne - 4-’>43ö i, 1 


bracht, bah l> as öbft unb ©emüfe in faft ebenfo frifchem 3«* 
ftanbe wie bei her (Ernte nach allen Weltteilen in tBücbfcnform 
oerfanbt »erben fann. Kalifornien ift mit blecht als bie 
früchtereichfte ©egenb ber Welt befannt. Seine Oliven unb fein 
Olivenöl, feine Orangen, gitronen, Bananen, Trauben, ‘■pflau- 
men, STojinen finben in ber ganzen aiDilifierten Welt Entlang; 
nach ihm fommt gloriba, währenb auch in gen traf- unb Süh- 
amerita wie inWcftinbien ber Obftbau au ben t>auptinbuftrien 
flerechnet wirb. ?lon ^rafilieti fommen hie ^Paranöffe; 3a- 
maifa liefert in ber Dauptfach« bie milchigen, wcibfleilthigen 
Kofosnüffc, ebenfo wie ^onburas unb ‘Panama; aus Kuba unb 
ben 33abama-<3n|e4n wirb bas ©ros ber 21nana|f« uns über- 
mittelt, unb ‘Bananen in Wefenmengen von Äoftarifa, Hamaifa, 
Brafilien, STifaragua unb ben meiften ber amerifanifchen 
Jropcnftricbe. ÜDicritos Obftausfubr im lebten 3abre hatte 
einen Wert oon 15000000 Dollar; 9Jlejifo ift au^ bie Heimat 
bei Banillenfchote, oon ber es jährlich 170 000 ^Jfunb auf ben 
Weltmarft bringt, wie auch 1110000 ‘pfunb Sarfaparill«. 

Unter ben (STacugniflen ber Bereinigten Staaten befinben 
ficb: *pfcl 150000000 Scheffel im Werte oon 85000000 
Dollar; Birnen 8840733 Scheffel = 7910600 Dollar; "pfirficbe 
unb Beftarincn 35470275 Scheffel - 28781078 Dollar; 
■pflaumen, roh unb gebörrt, 15480000 Scheffel = 10299000 
Dollar; Sraubcn 2571065205 Scheffel - 22027961 Dollar; 
getrodnetc Bohnen 11250000 Scheffel - 21770000 Dollar; 
bonig 55719800 Dfunb = 8000000 Dollar; SW i Ich 7500000000 
Gallonen (1 Gallone =47 4 Eiter); irifche Kartoffeln 293000000 
Scheffel, füge Kartoffeln 60000000 Scbcffcl. 

&>utfiana unb bie Karolinen entwickln ficb iu recht be- 
beutenben reistragenben Staaten. Die ^robuftion beläuft 
fid) auf ungefähr 23000000 Steffel jährlich. 9lachftehenb 
bringen wir einige vergleichenbe gahlen, bie hen Umfang 
unb ben Reichtum ber amerifanifchen Graeugniffe beleuchten, 
^lohrauder; Wcltprobuftion . 9215637 t 
Brebuftion ametitds _4 770754 t 
•Jtmeufa erzeugt bebeutenb mehr als bie Raffte bes gefamten 
gueferumfafees ber Welt. Kuba fteht auerft auf ber Eifte mit 
einer (Ernte oon 2597732 t; bann folgen bie Bereinigten 
Staaten mit 1108000 t, Braftlien 204000 t, Argentinien 
147248 t, Btni 140000 t, $>aiti unb Santo Domingo 84661 1 
Daau probuaieren bie Bereinigten Staaten noch 1238280000 
■pfunb 9lüben- unb 14050206000 Pfunb Abornjucfer. 

Sirup unb 3Rc(affe: Weltprobuftion 473761850 Gallonen 
prob. Bmerifas 301 202 128 

Die Bereinigten Staaten mü einem (Ergebnis von 216634379 
Gallonen übertreffen in berSirupfabrifation alle anberen Statio- 
nen bei weitem ; ber gröbere Xeii, über 130000000 Gallonen, 
wirb aus inbifchem Korn (SRais) berge [teilt. Aus 9lobr&ucfrr 
werben in ben Bereinigten Staaten 21 635000 Gallonen Sirup 
fabriziert, unb aur Ausfuhr bringen biefe 12632969 Gallonen, 
tsäbrcnb Kuba rtffche 36000000 Gallonen berfenbet. 
Gummi: Weltprobuftion (1918) . 422000000 Pfunb (engf.) 
probuftion Amcrifas . . 142000000 
9Rebr als ein Drittel bes ganaen Weltverbrauches bringen 
9lorb-, gen trat- unb Sübamexifa auf. Brafilien fleht mit einer 


t^ahresausfubr oon über 75000000 Pfunb obenan, 3(l»r:!: 
oerfenbrt jährlich ungefähr 20000000 pfunb. Anbcre Jcl- 
Amerifas, wo bie ©ummigewinnung in hob« 35lüte (trt-, 
finb ©uapana, (Sfuabor, Koftarifa unb Kolumbien. 

Schaft: Weltprobuftion .... 603957717 Stüä 
Probuftion Amerifas . 200435491 
SDlan erfennt baraus, bafe bie 9leue Welt faft ein Dritui 
aller Schafe beherbergt; biefer Anteil acrfällt in 640423): 
Stüd für 91orb- unb 136393159 Stücf für Sübamerila. IV 
Bereinigten Staaten haben mehr afs 60000000 6ha!- 
Argentinien über 80000000. Die argentinifchcn Schof« ®<cbf 
awar mebi mit 5lücfficht auf bie ©üte ihres gleiches als ibrr 
WoLle geaüchtet, unb troftbem nimmt Argentinien mit 300000u> 
Pfunb Wolle im 3«hrr brn zweiten Bang in ben WeCtaiffn 
ein, bie Bereinigten Staaten bie britte Stelle. 

Xabaf: Weltprobuftion . . . 2835740000 Pfunb 
Probuftion Amenfas 1420001000 
-[Rehr als bie $ä(fte ber gelamten Xabafernte un|m 
Weltalls flammt aus Amerifa. Kuba ift ber gigarren w eqe* 
berühmt, aber bie Bereinigten Staaten mit 963000000 Pfur: 
führen bie allgemeine Xabafgewinnung an. Brafilien fteht in 
56000000 Pfunb an »weiter Stelle, Kuba erzeugt 420300' 
Pfunb, 2Repfo 34711000, Santo Domingo 18000000 u 
Argentinien 17900000 Pfunb. 

Kaffee: Weltprobuftion . . . 2 384 879 000 Pfunb] 
Prabuftion Amerifas 2243043 000 ^ 

ein Kaffeebau unb -ernte lägt [ich Brafilien ben Aar, 
mit einer gabrcsausfubr von 1 597950000 Pfunb nicht ftreiti 
machen. Die SRepuhlifen gentralamerifas Perfcnbeit insgeia^ 
200000000, Kolumbien 123442000, Beneauela 117 0420" 
fjaiti 80812000, 2Rej:ifo 53759000, bie Bereinigten Staat** 
50000000, gamaifa 10 034 000 unb Panama 500 000 pfur: 
Kafao; Weftprobuftivn . . . 563 496 000 Pfunb 
probuftion Amerifas 378 520 000 „ 

An erfter Stelle ift (Efuabor mit 93 255 000 pfuuf 
St. Xbvmas bringt 79 366 000 Pfunb h er vor, Bxaftlir 
65697000, Xrinibab 48069000, Santo Domingo 43 00000 
Beneauela 37478000 unb ©ranaba 11 464 000 Pfunb. 
gif che: Weltprobuftion . . . 493 474 861 Dollar 
probuftion Amerifas 144 009318 * 

Die Befcbicfung bes gifchmarftes feitens ber Bereinigt*! 
Staaten unb ibrer Unfein wirb auf 85 569 698 Dollar tn- 
gefchäfet. Kanaba fommt biefem (Ergebnis am nächften rr.r 
33 400 682 Dollar, wäbrenb 9teufunblanbs gifchcreien für 
12 003 938 Dollar bervorbringen. SJlittel- unb Sübameii'j 
mit Weftinbicn hot einen Umfab von 13 035 000 Dollar. 
Baumwolle: Weltprobuftion .... 10 729 000 000 pfint 
Probuftion Amerifas . 7311645 000 „ 

Die Bereinigten Staaten mit einem Gefamtergebnis w 
7 129 645 000 Pfunb (engl.) Baumwolle probuaieren fifi 
hoppelt foviel als bie ganae übrige Welt. An tober Bocr 
wolle verfenben bie Bereinigten Staaten 4 760440 338 PM 
Derarhcitcte Baumwolle im Werte oon 51 500 000 Dollar. 2i 
»weiter Stelle ftebt Brafilien mit einer gabresausfubr von *w: 
70 000 000 Pfunb, bann fommt Peru mit 22 SfRiliionen Pfuct 


f- r 


HAN1A LLOYD 




WEBKEAMttEKM 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 




9ir. 3967. 


Oltufttirie ßcitung. 


51 


©W ei gen: ©rltprebuftion 2 697 000 000 Scheffel 

©rpbuftion AmeiiCos . 1464)000 000 m 
Auch hier finb bie ©«reinigten Staaten mit 91100000(1 
Scheffel in ben ©Wcliliften an elfter Stelle. Kanqba er* 
<uflt 321000000 66tffel, Argentinien 106500000« Uruguao 
H 04)0000 unb 3R«iito 16000000 Scheffel. 
tOlais: AWcltprobuftion .... 3001 121 000 Scheffel 
©röbuftion Amen fas . 2 831 720 000 
Die ©«reinigten Staaten mit einer (Smte von runb 2 */ 4 ‘Ulilli- 
irben Scheffel übertreffen ben ilm|a(j oller anberen Vänber gu* 
ümmrnflcnommcn mebr als achtmal. Argentinien reibt ficb mit 
90642000 6cheffel als groeitesein. tibile, Uruguap unbKanaba 
u-bmen in ihrer ©ebeutung als maisbautnbe i'änbcr ftetig au. 

ift »1t behauptet roorhen, bafj bas (Geheimnis brr 
imerifanifchen ©röfoe im üDiais rube. 2)tais ift ber 'Weilen 
'tmerifas. l£r ift bas bauptfächliche (Ergebnis bes Aderbaue» 
mb bie »ertpollfte <£rntt, bie in irgenbrorlcber (Erbe gebeibt, 
•a ber Alais au jeglicher ftabresgeit 2Ren|d>en n>ie Itere 
peift. Die Stengel unb Blätter finb als 9tinb«rfutt«r un* 
iber trefflich, unb aus ben Kornern »erben bunberterlei für 
■en öanbel bocbrokbtigr ffrgeugnifle bergcftellt, oon Salat- 
•len, Slärfe, HRaisfloden für ben ftrübftüdstifcb an bis gu 
Wachslichtern unb imitiertem ©ummi. 

Amerifa ift baber oor allem bas £anb bes Brotes unb 
■es ftleilcbes. Das (Selamtergebnis ber ©«reinigten Staaten an 
törnerfruebt. Aeis nicht ctngefd>lof1en, erreicht bie faft über* 
oaltigcnbe 8abl oon 4 280 24)5 04)0 Scheffel im ©Serie oon 
! 694 994 000 Dollar. Die bereinigten Staaten führen jährlich 
t liebe 12 Millionen Scheffel 'ffleiiettmcbl aus. sieben ben liefen • 
rnten an ©leigen unb iDlais »achlen in ben Staaten 43000000 
'djcffel Aoggen unb 17000000 Scheffel ©ucbrocigen. ©ueb- 
oeigenfueben finb bi« ungcrtrennlichen Begleiter bcs Ahorn* 
irups, ber fchmadhafteften alter flüjfigen Süfeigfeiten, ber 
’em guderigen Saft brr Abornbäume Vermonts entflammt. 

(Sbifago ift bie l'eben»mitt«lgcntrale ber ©Welt. §ier finb bie 
hauptfabrifen ber großen amerifanifchen Honferoenfirmcn, bie 
»iicberlagen in ben bebeutenbftcn Ausfubrgentralen berglcifcb* 
nbuftri« ber '©«reinigten Staaten, 2Rittel* unb Sübamerifas 
nUcrbalten. ©on ber &anbebfatnm«r unb ber ©robuftenborfe 
tbifagos »erben bie gleifcb* unb ©rotpreife ber ©Seit beftimmt. 

Auf ben breiten Ebenen unb in ben Ställen bes oerbünbeten 
Kmerifas »erben über 162400 000 Stüd ©ieh gefüttert. <ln 
•iefe ftabl teilen [uh bie bereinigten Staaten mit 56600000 
stücf, Argentinien mit 30000000, ©rafilien mit 31 000 000, 
Iruguao mit et»a 10 000 000, Kanaba mit 6 651 000, ©ara* 
,uao mit 5500000 unb 3Rcjifo mit 6000000. Anberc 
sichtige ©iebgüchtcreien finb ©cnegucla, Kuba, ©uatemala, 
Sonburas unb ©olivien. Det_ Scbwcinebcftanb ber 9lcuen 
Welt umfafjt annäbernb 200 SCRillionen Stüd; baoon entfallen 
►2 2Rillionen auf bit ©eremigten: Staaten, roäbrenb Argen- 
inien, ©rafilien unb Kanaba ihnen am näthften fommen. 

Die riefigen Steppen ber ©ereinigten Staaten, bic ben 
Serben früher fo prächtige® eiben boten, »erben nach unb nach 
irbar gemäht unb beftellt, fo bah bas©icb bem ©fluge »eichen 
■uife. ’Jlorbamerifas jage als piebjüchtenbes Oanb finb gewählt. 
Dir ftonferoenfabtifen (ibifagos roenben baber ihr £>aupt* 
ntcrefle ben ©ampas oon 3ttitte(* unb Sübamerifa gu, »o 


fie ausgebebnte Oänbereien erworben unb Serben in ben geeig* 
nrtftcn ©«ibeftiicben untergebraebt haben. 'In Argentinien, 
'Panama, 2Krpfo, ©rafilten, tibile. ©uatemala, Sonburas. 
©araguap, Uruguao, ©eneguela, Rofiarifa unb anberen Staaten 
buben fie gro^e gabrifnieber lagen errichtet. Die Teilung ber 
berühmten gfrifcbpadrreien Argentinien», »ie ber gaebausbrud 
lautet, ruht größtenteils in ben Pänben oon firmen (Sbifagos. 
Dir gabrifen finb nach bem üRuftcr (Jbifagos angelegt. 
ARoberne Cinienbampfer mit vier Ded» unb oorbilblichen 
fTüblräumen beforgen bie ©eförberung bes Sleifebes. bas bie 
Aeile nach oll*” ©Weltteilen angutrelen oennag unb feinen 
©eftimmungsort in eben|o frifchem unb ^rnirhbarrm ^u* 
ftanbe erreicht, »ie es im ßafen oerjcbifft »urbe. Die 
geräumigen ftüblräume eines einzigen Dampfers oermögen 
45000 ©ieitclrinber ober 155000 gange ßammel in gefrorenem 
Jiuftanbc gu beförbern. grübet führten 6üb- unb SRittel« 
amerifa ungeheure tDlaffcn (ebenber Ainber unb getrodneten 
gleifcbcs aus, aber buTcb bie Dampfer mit Kühlanlagen 
febläft birfer t>anbe(sgroeig nach unb nach ein. 

Uruguao ent»idclt fich gu bem größten oiehgüchtenbcn 
ßanbe ber gufunft. Auf ben roogenben graHgen Steppen 
bat ber (£bifagoer ©oder Aiefcnberben rcinften Su<t>tr>iel>es 
untergebraebt, unb Uruguao» ©robuftion an ©ieb vergröbert 
fich jährlich um 20 ©ro^ent. Hn üRontcoibeo finb grobe 
Konlcrvenfabrifen angelegt »orben. 

©Wäbrenb bes lebten Kriegsjabres ging ein« Aeforbfubre 
an ©efTierfleifch nah JpaDTC, als ber Dampfer r( '!Hc*scommon" 
mit 2500 t nach Port entfanbt »urbe; birroon »urben 
1500 t in Aio be Janeiro unb 1000 t in Sao ©aolo ein* 
gclaben. An bcibcn Orten finb 4£bifagocr gabrifen. fln 
'Panama räumt ber ©ouperneur ber ftanalgcne 4000 ARorgcn 
l'anb, groifcben Acu-Gulebra unb Sierra i'igre, für ® eiben 
ein; 10000 Stüd ©ieb »erben hier untergebracht, bie monat* 
(ich um 1000 Stüd oerftärft »erben follen, um ben gleich 
boben Abgang gu erfepen. 

©egenwärtig ift Argentinien bas $>auptgucbtlanb Sübameri- 
fas. Die Ausfuhr an gefühltem Ainbflcifch oon bort beträgt 
jährlich 1115000 ©Mertel; ©efrieifleifch vom Ainb 4867000 
©Mertel : ©efrierbammel 2500000 ©iertel; ©efrierlamm 730000 
©iertel. Argentinien führt aufcerbem fhoa 15000000 tgfeifeh* 
ergeugniffe aus, 70000 Stüd lebenber ^inber, 102000 Stüd 
Schafe unb grobe ©I engen von getrodnetem gleifch- 

Die neuen Sfonferoen* unb l^üblraumanlagen ©rafiliens 
finb imftanbe, 6000000 kg ©efricrflrifd) monatlich gu 
verfenben. (fs ift berechnet »orben, bah bie ©rooingen 
ÜRinas ©cracs, Sao ©aolo unb Alatto ©roffo monatlich 
mühelos 20000 Stücf ©ieh ausführen fännen, ohne ben 
teimoerbrauch irgenbroit gu ftören ober eingufebränfen. Aber 
trofgbem bleibt (fhilafl» bic unantaftbare gleifcbgentrale. Die 
Statiftif bes innerhalb eines Rohres in ben Äonjerocn* 
fabriten dbifagos unb ihren 9litbrrlagcn in ben ©(reinigten 
Staaten gefcbl achteten ©iebes beläuft fich, »ie folgt: 

9tinber . . - . 8159888 Stücf 

Scbroeinc . . . 20265667 „ 

Schafe 14037830 „ 

71m gabre oor bem Kriege führten bie ©«reinigten Staaten an 
tfrgeugniflen vom Schrocin aus: Scbmalg 481 437792 ©f unb; 
€cb»eineflfif6 45543685 ©funb; Sped 193964 952 ©funb; 


Scbinfrn unb Schultern 165581791 ©funb. Die ^leben- 
probufte bringen enorme Summen «in. ©tan behauptet, bab 
ben dbifagoer ©adern nicht» oomScbmein entgeht auber feinem 
©egrunge! gebt haben bie girmen auch ©eflugel aller Sorten 
unb Vjier in ihr ArbettsfelP aufgenomnten, unb auch hier ift ber 
Umfaft enorm. Tin Amerifa als ©angem brfinben (ich über 
720041)000 tiübner, unb bie tfrnte an tfiern umfafjt bie er- 
ftaunlidje J^ahl oon 21004XW000 Du^enb im fV>bt- ^* e ^e 11 ’ 
einigten €taaten befiben aü«jn 489(HHJ(I00 kühner mit einem 
gabresergebni» an leiern oon 159100004)0 Du ben b. 

Deutfdblanb braucht befonbers gett, ^uder unb ©aum»ollr. 
Tlorb*. ©Uttel* unb Sübamerifa baben gur rlcii einen dbcrftub 
an allen brei Dingen als gvlge bes feblenben beutfehen Ab- 
fahr» unb ber angehäuften Ergeugniffe. ©or bem Kriege ftanb 
Deutfdblanb an g»eitcr Stelle in ber ftunbenlifte Amerifa». 
©on ben ©«reinigten Staaten führte e» im gabre 1914 
®ar«n im ®erte von 345000000 Dollar ein, eine Siffer. 
bic nur bureb ©robbritannien übertroffen »urbe. An Schmal* 
allein fauftr Deutfchlanb ben ©errinigten Staaten 160862204 
©funb ab. 

<Mr unb gelte »eTben in ber bleuen ©Welt in ühenpältigen- 
ben Mengen bcrgrftrllt. Tin ben norblichen Strichen ift bie 
©ewinnung ber gifchöle ein lebt bebeutenber ßanbelsgmeig. 
©on ©rafitien fommt ©Walfifchöl in einer gabresmenge oon 
3 2RiU. ©funb. Die amerifanifchen 9lü|fe finb aufecrorbent* 
lieb ölhaltig. Kofvsnuböl unb Kvfosnubbutter ergeben bie 
fo ga bl reich »aebfenben Kofosnüffe ber Tropen, unb auch bie 
©aranüffe ©rafiliens »erben bagu permenbet. Die (ogenann- 
ten amerilanilchen 9Rülfe, von benen 2004)0000 Sebeffel in 
ben ©«reinigten Staaten geerntet werben unb bort „Pcmnut- 
(Qrbsnufj) bei&en, ergeben fp»obl Ol als auch ©uttcr, bie 
lebterc ift fogar recht fAmadbaft als ©rotaufftricb. Die ge* 
mäfteten Schweine 6er garmen itn ®eften btlben bie ßaupt* 
fettqueUe ber ®elt: 481000UO0 ©funb S«b»einef<fcmalg im 
©Werte oon 55000000 Dollar. Die Ainberberben Dcxbelfen uns 
gu ungeheuren Xalgmengen, bie gur t>erftellung von 3Rar* 
garine perwenbet werben, in welcher ©rand?« Amerifa auch 
anführt. Die ©«reinigten Staaten allein probateren 150 3Rill. 
©funb jäbrfi6 an ARargarine. Aus ©aum»oll|amenöl »irb 
ein ©flangenfett unter bem Flamen „(Sottolene* auf ben 
2Rar(t gebracht, bas oielfach fogar bem Scbmalg vorgegogen 
»irb, befonbers gum ©raten, ba es ablolut geruchlos ift unb 
mehrfach benufjt »erben fann. Die &erftellung oon ©aum* 
»pUfamenöI in ben ©«reinigten Staaten bringt jährlich 
1504)00000 Dollar ein. An ©aumroolllamcn »erben_ ctroa 
7 ©Ull. t probugiert. (Mfucbcn unb ^Imcbi. Von biefem Samen 
berftammenb, finb ein prachtoollcs ©ithfutter. Dir ©ereinigten 
Staaten fabrigicren auch ocrlcbiebrne jierfette oon insgelamt 
1500000 ©funb jäbrli6. Die in ben garmen unb gabeifen 
bcrgefteUte ©utter in i»Pbc oon 1619415000 ©funb bat einen 
Aöert von ctroa 40004)0000 Dollar. 

All bie Dinge, bie Deutfchlanb am meiften bebarf, befinben 
ficb im ilberfluQ in ben amerifanifchen i’änbrrn. Sobalb bie 
ßanbelsbämm« roicber einmal geöffnet finb, fönnten Deutfcb- 
lanbs ©ebürfniffe fcbncllftens gebedt »erben, unb bie 9leue 
AWelt fänbe ben febnlicbft erroünfebten ©larft für bie fluder- 
[toffr, gelte unb ©aumroollc, bie ftetig im ©reife gurüdgehen 
infolge ber überprobultton unb ber belcbränften 'Jlaebfrage. 




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4 jt / LleVhaPer-Krel 

urttuöe wfnd « < 

an emtle !> 
P. P. Ueb«, 

Sotyett- 

&J 


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OHIO STATE UNIVERSITY 


Soweit der Verfaffer 
feeli/chcr Werke 
brieflich Handfthriftcn 

beurteilt, (t(lt)t er (leb auf (eine 
ElafAklaagi-Method«. Er gibt nur 
kombinier««. Ausarbeitung. Wie 
»eine Werke aaetiwcMIdi aor ln 
LtcPbaber-Krcifen Geltung haben, (o 
wendet fkti die brieflidie Arbeit 
an erntle Menfcben. PrafpeUt 
P. P. Liebe-, Mönchen IS. Weil. 


| Edef* Erzeugnisse ivutufer barer *Fpinfieit! i 

QactzRch «ocbOtzt 

| Einmal probiert - Immer benutzt! | 









Äun ft au$ ft cüungen 

Oalerie (Stnfi Strnolb, ©reefben. 3n brn oberen 3t<!umrn brr ©aterie Strnotb 
ifl festen eine SfuSffetlung iOeutfdjer ßanbgei<bnung(n eröffnet »orten, 6ie nndj 6tm 
Katalog 345 Phiramern umfaßt, (ii ift ein aujerortentlid) ffgöne« Btateriai jufammen' 
getragen, bae, »ie man aut bem S)or»ort beb Kataloge« entnehmen (ann, au« bem 
Beffb bec ©alerte ÜIrnotb felbff entflammt unb beftc Beifbiele unfeter grofien 3JIeifler 
geitbner Dcranfdjaulidit. Oie Sammlung »irb eröffnet mit einer Slnjaffl früherer 3eitf)nungen 
een £ub». Siebter, ß. ©Bibrocg, 3Jtortg B. Seffroinb, ßoSpar fflaoib jrfebriiff, 3uliu« 
ßeficig, Xuö». Burger, ÜJilf;. Bufcb, ßan« Don Starte« unb fuhrt über gu 3eief)nungen 
in gruDDenmeifer Darftellung non ßan« Xffoma, JBilf). Steinhaufen, SSiltielm Xrütmer, 
3rig Sorgte, Slö. o. Uenjet, TBitb. tritt, 2Jtaj iiebermann, Xoni« ßorinlb, iS. 2IW«gerber, 
5ranj o, ©tuet, Dtaj ©tcDogt, Kätbe Kolloid, Star Klinger, X. B. ßofmatw, ßarl ßofer, 
3eri>. ßoMer, Otto ©reiner, Otto Seltner, ßarloö ©retbe u. a. Oer Befudj bitfer Stu«. 
ffetlung, für bie ein umfattgrei'tfier Katalog mit 53 gangfeitigen ütbbitbungen erfdjienen 
ifi, bürfte für Kunfifreunbe eine Quelle ffbönfien ©enuffe« »erben tönnen. 

(Sroffc Runff.üfueiffeltung älrtftur ©afilffeim, Serfin, Pofftbamer. 
6tr. lisb., ;eigl augenblieftieb eine große Kueltcltung oon 3agtu unb jieebitbern. Ser 
treten ffnb bafelbli roertDotte ©emdtbe Bon Star Xiebermann (XSiebmartf in Xaaren), 
00/. o. 3üge(, ttboma« ßerbft t (mit einer ©cn&erauüflelluttg), S. 3 riefe -f, ß. Orabtmann, 
0. Xbema, st. Slagner, St. Srenbet f, Mb. ©ebreger t, Q Berboctbooen t, 6- Baiffb, 
SJlfr. 3I5ec3erjif (mit einer groben ©onberousffeltuiigj unb Biete anbere. — ferner fefen »ir 
im Runfthaus Oagtgeim ©emälbe oon Stnbr. unb Dü». Sttfjenbatb, TS. XetM, 355. Xrifötter, 
3. ©perl, ß. ©piboeg, ß. ßauümann, 3- B. Oefregger <au« bem 3abte 1869), ß. Sraegt, 
Si. b. Sranbib, 3- 2Dengtein, 5r. Sotg, 5- B. ©tud, 3- ßorot, 0. ß. ßeurbef, X.Gorintg, 
31. ®. Oiaj, 5- B. tenbed), 3- ©tagt, 351. o. Diel), ®. ßrifönltber t, 3- M. o. Kaulbadj, 
3B. Sirte, 3. ©atlegoö. St. Sagemeifter, 0. B. Starte«, SI. Sengtler, 3. 3fraet« uf». 

©er „STunfffjpf ©rei Stbler", Berfieigcrung«’ unb Stubfletlungefüie für Stunfi 
unb Suttffgeoerbe ju Srantfurf a.St., ©oetbeptäg 5, Deranfiattet SInfang 3uli feine brifte 
itunffoerfteigerung i bur<b Sinjunabme ber 3Wume beet erffen unb jweittn ©tncteO mit 
Ober' tief», ©eitenticbf, »irb er jum größten Unternehmen feiner SIrf am ptafje unb gibt 
biefe ßrmeiterung ©elcgenbeit gu ffünbigen unb »eebfelnben ftuitffau«ffe(tungtn. Oie 
Xeifung ber Kunffabteiiung obliegt bem Xeifbabcr Serrn Subelf ©djreg, »eiteren Kreifen 
ber StunfTtiebbober at« Oirettorial-StffifTent am fitdbet'ffben Stunfiinfiitut betannf. 


unb Äunflaufttonen. 

©rei (iferarifdg toerfpotle SünfiquariafbDerjeitfjniffe oeröffenf tidjf 
feeben ba« Sud)' unb Stunffantiguarial D«far Sautbe, S erti n >3 1 febe n a u, 
ßanbferpfir. 72. Staiatog 74 betitelt : „Soltlere unb Stgftit' bringt intereffante 
SSerte über Stbergtaube, SUdfimie, 5abet, 3auff, tieb, Stdrcben, Stpfbetogit, 
Pbitofopbie, ©age, ©piritiömu« uf». Staiatog 75 beijii ,Oa« alte Bueb* 
unb ecrjeftbnct nur Sterte oor 1800, foroic eine Stbtcitung »Sibtiotogie u. Sibtio, 
grapbit- Oiefem Kataloge gebt eine intereffante Sibbanblang au« bem IS. 3abrf?m>btr! 
DorauSbetr. ba« =Stuttion«'ffn»efen=. Statalog76,Slutograpbenunb®rapbif' 
bringt nur ©tüefe au« blefen ©ebieten oor 1SOO unb ift eine ßrgöngung gu Statatog 75. 

©emälbe Den Si. Sicbenbaib, 0. Sidjenbaeb, 6. Saifd) , ß. o. Sartet«, 9t. Braits. 
3t. Bunter, St. ßatame, ®. ßourbet, 3. o. Oefregger, ß. 3. Oeitcr, 3t. Oiag, S5. u. Oiei 
9t. B. ©ebbatbi, ßb. ©rüfjner, l. ßarimann, pef. ßafttuleBer, ß. ßctfdfen reifer, ©erb. 3anfen, 
91. Kampf, ßug. Kampf, 3- St. b. Kautbatfi, 3. Kieberieb, St. B. Ko»a1«K, ßbr. ftröner. 
©oib. Kuebt, Sratig D. Xenbadf, Stap Xiebermann, 2D. B. Xinienfdfmiot , ßlau« Stcgei. 
Paul Stegcrgeini, ßugo TJtüblig, X. JJtunlbe, ®. Deber, ßb. ©ebteidj fen., ®. ©djön lebet, 
®. ©eganfini, ß. ©pib»eg, 0. sStrütgei, ßan« Shoma, 2B. Srübner, 3. B. Ugbe, B. Bautier 
TU. Botfbart, 3. JBeipgaupt, S. 3immermonn, ß. B. 3üftet, X. B. äumbufeg u. a. empfiebii 
mit einer grofen Siuöoabt Sterte anberer Künflter Salerfe 3ut. 6fern, OüffetPorf, 
R5mg«attee 23 (PriDa (feite), Jtuf 4719. - ©emötbe au« Prit>atbe(Ib ju taufen gefutf): 

Runflfreunben unb ©ammtern UM bie ©tänbige 9(u«ffet!ung im 3efffaali 
Per Xeipgiger ,3lluffrirfen 3eitung', Xefpgig, Seubniber ©trage 1-7 Bor 
itefffübe ©etegengeil jum Sinfouf Bon ©eraötben , Siguarelten, 3eitt?nungen uf». Bon 
ben nieten au«geffeltten Bitbem ffnb befonber« 3U er»dl)nen: profeffor Sr [er ,©onntag- 
Ptofeffor 9t. 3anf „Jagbffücf', oier Xanbfcbaften een pafdgelb (®era); ferner uosi 
nidff Deröffenttidfte Siguarelte oon 3Jt. TBietanbf, ßomba, ßoffa, ftdfellbom, Krante 
unb eine SJngagi oon Paffeffen Kainer«. Oie Rtfeg«bi1ber oon Sfgnumn, profeffor Boljrbt, 
ßorreggio, profeffor Oiemer, 3roff, ©arimann, ©aufe, ©rolemeper, Profeffor ßans 
oon ßapet, Otberb, profeffor Sabe«, <Scf;roormffät>t, profeffor ©torb, profeffor Sfötoer 
u. a. haben neben grogem rünfflerifdjen ben hoben litirftirgteitsiroert, ba fie gum grögfen 
Sieit unter bem ßinbruife feibfferlebter öreignlffe an ben oerftffiebenen Jronten eniffanben ffnb. 
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BÜCHERSCHAU: PROBLEME DER GEGENWART* 


3uriflifd)e Xiferatur. 2Jton hat fld) ppr bem XDeilftfege nicht atljufeßr mi( t>en 
Problemen beb Söflerbunbeb befaßt, weil man allgemein ber STnflcßt mar, baß bie 
Gntmidlung nur langfam pocanfcßreilen, btr Böiferbunb er|T in fef?r fpätcr 3ett erreirf?£>ar 
fein tuerbe unb baßer bie ßauptaufgabe Dot allem in ber Xßefterentoldlung ber Inter- 
nationalen Sufaanmcnurbcit, ber Scßiebbgeriehtbbarfeit, ber Slbtüflung ufu>, befldnbe. 
JBer bie CSntoirftunfiögcfdjicßle beb Sölferbunbeb Derfleßen Dill, barf an biefen Sorarbcilen 
nicßt porübergeben. Befonberb bas? 1911 in ätoeiter Auflage erfd)ienene „ßanbßucß ber 
5riebenbbemegung*,(Beicßenbad)fd)eSerlagö6ucßbanblung,Leip,jig;gcbunbenl2:jjlart) 
beb Jüf)rerb ber beugen Sriebenbbemegung, Dr. fltifreb ß. 3tiebb, prrbient in bfefer 
ßinfirßt befonbere ätufmerffamteit. Gb führt trefflid) in bie ©ebanfenroetl beb Püjiffb- 
mub, feine ©eflbicßie unb feine 3iele ein unb bilbet eine Äuferff tpertpolie Grgdnjung 
ju ber Slonalbfcßrifl „Oie 3riebengmarte“ (Drell Jrüjfli, 3ürid)) begfelben Serfafferb. 
jjrieb fjaf f<f?on pon bcm erflen Xage beb Rriegdbcginnb an mH poltfommener Rtarbeif 
ooraubgefeßen, baß biefer firieg ju einem Sölterbunb führen merbe, unb hat ju jeher 
Stunbe bafür gefämpfl. Sein , Rriegblagebud) ' '), bah in btn „Guropdlfcßen Büchern* 
(Utas Bafcßer, 3ürid), 1918 j Preis brofcJj. 7 Jranl) erfcßienen ifi, jeigf unb feine 
Stellungnahme ju ben Rriegbprohlemen. Sr flßloß 1915 feine «Scfjrif? „Guropdifdje 
SJieberßerflellung* (Drell SüffH, Büritf); Preib3 Xhart) mit ben fdjonen TCerten: »Oie 
SeDiflon ber Sergangenbell ifl nießt mehr möglich, aber bie 3ufunfl liegt In unferen 
ßdnben. Oab 3eifalter, bah jeljf anbridjt, ifi ba« paäifllfiflbe, ifi bie grafte Gpexbe ber 
XBiebergulmacßung, ber aud blutiger Grfaßrung beraub angemenbeten Srfenntnib, beb 
Slubgfelcßeb unb ber Stlnpajfung, bab 3eitatter ber großen lotenfeier für bie lebten, 
allerlehten Opfer menfrhliiher Oerirrung, bab grafe, ppu unb 6urd)6ad)te unb mil 
unfetem ßerjblut Dorbereitete 3eitalter her europdifeßen TBieberherfiellung.*' 

Oie ßaager Jriebenbfonferenjen ppn 1899 unb 1907 fefjufen helanntlirh in bem 
„SI6(ommen jur frieblirhen Grlebigung Internationaler Streitigteiten* 
(pgl. meine fomroentierte Stlubgahe hei 3. ®. 3. Ptohr, Tübingen, 1911) ben Reim eines 
JUettflaatenbunbeb. 313er ftdj in bfe ©ebantenroelt biefer etaafenlongrclTe oertiefen mill, 
fei auf bie pon SJalther Schürf i ng ßeraudgegebene Sammlung „©ad XBerf Pom 
ßaag“ (©under e ßumhlot, München) hingemiefen. 0er erfle, oon Sdjüding fetbfl 
geßßrießene Xeil: »0er Staafcnperbanb bet ßaager Ronferenäen* (1912; 
Preib 8,50 2Jtarf ; engliftfe äludgabe 1918), galt Dielen bamalg alb ein utopiflßeb XBert, 
faß ater in genialer XPeife bie fommenbe Gntoicflung potaub, j. 3. auch bie Ptof- 
tpenbigteii einer internationalen Gjelution in bem Bölterhunb ber 3ulunff. Ber jmeite, 
pon mir felbjf gcfchriehene 3anb btr Sammlung beljanbeiie bab „Problem eineb inter- 
nationalen Staatcngericßtbbofcd" (1912; Preib 6 Marl; engtilcße SUubgabe 1918). 
Befanntticß fehen fotpohl ber parifer BötTerbunbentourf aib auch bie Sorfcßläge ber 
beutfeßen Regierung bie Sdjaffung eineb fotdjen ©erlcßtbhofeö oor. 3n einer befonberen 
Serie biefer Schrifenreihe über hie „3uhifatur beb fldnbigen Scßiebbßpfeb* 
(3 3ünbe ; preib 45 Ularf) haben hernorragenbe Sölferrecßlbtebrer unter Scßüdingö Zeitung 
eine jurijliflbe unb p ol ittfeße Grörierung fdmfticßrr Pan bem ßaager ßof eniflbiebenen 
Streitteile gegeben. Boraubficßfliih toerben bie GrgebnifTe her ßaager Ronferenjen auch 
nach ber Segrünbung beb SöllerfmnM oon 3ebeuiung fein. 3nbhefonbere toirb man 
bie im ßaag getoonnene projeßrecßtlicße Grfahrung fid) äunutje machen. ©pejirll bie 
»erhanblungen ber erfen ßaager ffonferenj hat 3Jte u rer in feinem großen KSerfe über bfe 
»ßaager Sriebenbfonferenj* (©djmether, Otündjen, 2 0önbe, 1905-1902; preib 
40 TJlarf) behandelt, todhrenb Jtippolb eine gute ©arflellung üter »Oie jmeile 
ßaager Jriebeubtonferenj' (Ounder 6 ßumhlot, OTüncben, 2 3dnbe, 1908-1911; 
preib 15 3Jlart) gegeben hui. Sehr brauchbar ff? auch Jriebb »©arflellung ber 
lebten Ronferenj" (Glifdjer, Xeipjig, 1908; preib brofd). 3,85 UtarO- Spejiell über 
bie SeVebegrtichibburtett hat Profeffor Xammafch rin aubgejeichnefeb 3uch gtfdjn'eben: 
»Oie iel)re oon ber Sdbiebbgeriihfbbarleit in ihrem ganjen Umfange* 
(Kohthammer, Siutlgarl, 1913; preib 8 ÜJIarf). ©er iOerfafler toar einer ber heroof 
ragenbflen echiebbrirhier hei Projelfen beb ßaager ßofeb unb ifl fürslich auch oon 
ber üflerrcidjifchen Regierung alb SachoerfMnbiger nad) Parib gefanbl tpotben, 

©ie oichligfitn Sorarbeiten für bie Probleme beb ISölIerbunbed flnb ©obl Don ber 
,3enlralorganifation für einen bauernben Jrieben* geleiflef morben, bie Stnfang 1915 
burd) ben holldnbifdjen Itiniflcriairat be 3ong uan 23eet en ©onf im ßaag inb Xeben 
gerufen tourbe. 3n erfler Xinie arheiieten ppn beutfeher unb öjferrridimXer Seile 
hieran Srieb, iammafd), d. Xaun unb Schüding mil. Oie Bereinigung hat bunh 
heroorragenbe ©elehrte bie toichligflen Gmjetprohteme bearbeiten taffen unb bie oerfchitbe- 
neu Berichte in einem Sammelmerf: „Recuell de Rapports sur les dlffbrenls 
polnts du Programme - mlnlmum" (üJlijßoff, ßaag, 1910-1917, 4 3ar.be, 
preib 22,50 ©utben), Dereinigt, bie unentbehrlich für jehrn flnb, ber fleh mit ben Pro- 
blemen beb Bülferbunbeb befaßt. Oberhaupt oerbanfen mir ben bollünbifcben Selehrten 
unb paäififlen außerorbentiidj tpidjltge ittnregungen aub brr 3_eit beb firiegeb. ßeroor- 
gehoben fei oon nieberlcSnbifdjen Ültbeifen noch bab große hiflariflhe 3Bert oon 
ter XJteuIen: „Oer ©ebante htr internationalen Drganifation tn feiner 
Gnttpidtung 1300-1800* (ebenba, 1917; Preib 7,50 ©ulben) fomie bie pro- 
grammatifche ßchrifi beb ieibencr ProfefTorb Dan Bolfenhooeu: „Oie brei Stufen 
beb Bölferrechlb" (ebenba, 1919; Preib 1 ©ulben). Oie leijiere Sltrbeif gibt in 
großen 3ügen ein 3itb oon ber ©efchidjle beb Bötterrechtb, beffen leßteb 3iel nach 
fflnfleht beb Berfaflerb bie Dültige Befeitiguug jeher ffriegbmögtichfett fein muß. 

©egen Gnbe beb Sriegeb ifl eine Seihe jufammenfaflenber airheiten über ben 
SoltetOunberfcbiencn. JtamenilichSchüifingb »Internat ionate Bechlbgaraniien* 
(Brofdfcl, ßamburg, 1918; Preib2 3Jiart)fotoie GrjhcrgerbSchrifi über ben »Bblter- 
bunb* (ßobbing, Berlin, 1918; preib 3 Starf) (inb beroorjubeben. Gine Bnbe anherer 
Ülrbeiten hat gleichseitig Derfuiht, fefisuflelten, Don roelchem ©eifle bie neue Staaten- 
organifation befeelt fein muß. Bon heroorragenbem BJecte (inb in biefer ßinflißt bie 
Sdjrifien pon iammafch: »Guropab elfte Stunbe*, unb Soerfler: »XBelf- 
politif unb Ißeltgecoiffen* (beibe Berlag für Rutturpolittt, Btümfcen, 1019; preib 
je 8 UJIarf). Gine Beiße Iteinerer SIbhanblungen finbet fld; in ben trefflichen Samm- 
lungen »Oer Beue ©eifl* („Oer Beue ©eiji*-Bertag, Xeip3ig; Preib jel,50Bfarf) 
unb „Bach bem XDettlriege, Schriften jur Beuorieniierung ber aubmdrtigen potitil* 
(Sertag für Baiurtpi|fenfd)afl, Xeipjig; preib je 2 Start). Unter ben bort erfeßlenenen 
Scßriflen flnben fld) Strheiten oon iammafd), Menbetbfohn-Barthotbg, Scßüding ufto. 
©ebgleichen fei auf bie Don ber Oeulflhen Xlga für Böltcrbunb ßeraubgegebenen 
»Slugfcßriflen* unb »Bionographlen jum Bölterhunb" (Beimar ßobbing bä®, ßanb 
Bcberl Gngelmann, Berlin, 1919) hingetoiefen. ©arin flnben fleh aud) bie roicfjligen 
BüKerbunbentoürfe ber parifer fi'onferenj, ber beufflhen Begierung fötale btr Oeutflhen 
©efellfchafl für Bölterrcd)!. Or. ßanb ®ehberg. 

Sojialpolitifdje unb tDirtfchaftlicße Schriften. Biel tremger jahlreich alb 
bie jur(flifd)en Schriften über bie Bötferbunbfrage flnb bie ©arflellungen fojialpolitifcher 
unb inbbefanbere toirtfchafllidjer Sirt. Unter erfleren nimmt tebenfallb ben erflen plafl 
ein bab treffliche Such oon profeffor Dr. Stephan 3aucr, ©irettor beb 3ntematfo. 
naien ßlrbeitbamteb in Bafel, über »Sfrbeiterfdjulj unb Bölfergemeinfcflafi" 

') COtroltiipc In Olefan 5ufQmrntr6<uigt auif) meint c?*rin .nie pojifll Im mtlffrSeet* (»Oer neue ©clft', 
Xkrlag, Ltipjlg, 1919; Prcirf 3 lHarf). 


(Berlag Drei! Jüflll, 3üricß, 1918). ßier hat Bauer, ber roie fein anberer bir inler- 
nationale fojialpolififcbe ©efeßgebung heherrfd)!, bie Sülle beb Stoffeb porlrefflich ge- 
mcfflerl. ©ie ©urdjluhf feineb XBerteb müßte fetbfl jeben eslrem-tupilaliflifchen Partei- 
ganger beeinflußen unb ihm hie Überzeugung heihringen, huß nach ben Bliilionen Ber- 
iuflen an ttlrheiierleben burd) ben Xüettftieg eb ju ben gchieierif4eflen Siufgaben aller 
Staaten gehört, für bie Berldngerung ber probuttioen Xebenbbauer ber Slrbeilerfdfafl ju 
forgen, Bauer jeigf, toic ein inlcmatianaler Slrheiferfchnh im einzelnen herettb porhanben 
(fl. Slber gleichäeitig bedi er alte XBtbcrfprüdje unb ünnallfommenhciten ber herrfdjenben 
3uflänbe auf unb bemeifl, baß bie einjrlnen Slaafen aub eigener Rrafl alle erforbertichen 
fojialen Beformen ßerheijuführen ohnmdeßtig feien. „Oen Bdßrboben für bie 3ücßhmg 
einet fld) über Blonopolgeiplnn, ©efchdflbegoibmub unb fflaßeninlerejfen erhehenhen 
©cneration büßet bie Sicherung oon ©efunhheit, Btmbcflruhe unb Slinbefleinfommen, 
wie (ie ber fgflemaiifcße Stubhou beb internationalen fllrbeilerfcßuheb perhürgl.' - Betannl- 
lieh haben oor, in unb nach bem Kriege bie uerfdflebenflen Internationalen ©eroertflhafW- 
tonferenjen im tpefrnflicben üherefnfllmmenbe Programme für ein iniernatipnaleb fflrbeifer- 
recht aufgeflellt. Paul Umhreil, ber Bebafteur heb Rorrefponbenjhlatteb ber ©eneral- 
(pmmifflon ber ©etpertfehaflen, hui eb mit CSrfolg unlemommen, in einer Srofcßüre: 
»Bölterhunb unb iniernationaieb ätrheiterreeßt' (4. 3Iugfd)rifl ber Oeutfcßen 
Xlga für Böilerbunb, Berlag ßobbing, Berlin, 1919), eine fllri tunen poifbtümtichtn 
Rammentarb ju biefen ©emerfflhafibforöerungen ju geben. Sluiß bie beutfehe Begierung 
hol fieß bie ©etperffcßaflbforberungen ju eigen gemad)i unb allen anheren Begierungen 
ooran bereits im Jebruar 1919 ein offljielleb Programm für ein XBeltarbeiterrecßl Der- 
äffenilicßi. Dr. Xubcoig ßepbe, ber flclloerirelenbe ©cneralfetrcldr ber ©efellfcßafl 
für fojiaie Beform, hat in feiner Sdjrifi „Oie Sojialpotitit im Sciabcnboerirag 
unb im Bötferbunb* (Berlag Sifcßer, 3ena, 1919) biefeb Programm ber beuffeßen 
Begierung für einen SriebenbDertrag fnflemalifch bargcfltlll. Ginen dßnlicßen 3®ed Bie 
bie heiben leßigenonnfen Scfiriften pcrfoigl aud) bie ©arflellung pan profeffor Dr. flltfreb 
Blaneb: „Sajialppliiit in ben jjriebenboerirdgen unb im Bäirerbunb* 
(2. Uluflagc, Berlin, 1919; Berlag Rarl Siglbmunb). ßier tplrh ein turjer Überblid 
über bie Gnlmidlung ber inlemaiionalen Sojialpolitit gegeben, albbann eine Slüfenlefe 
aub btn jahlreicßen günfllgen Urteilen pan tflubtänbern über bie beutfeße Sojialpalitif 
unb her 3ufammenbang biefer mit Oemotraltflerung, fojialem Srieben unb Blenfcßen- 
ötonpmie batgeflelll. Bad) ßai fld) freilich bfe am Gnbe biefer Scßrtfl aubgefpraeßene 
ßoffnung nidjt erfüitt, bie Strheiier ber ganjen IBclt möchten „ihre jum Xeil Biber- 
flrehenben Begietungtn unb Uniernehmertreife baju notigen, minbeflenb bie fdjon in 
Oeutfcßlanb Dorßanbenen 6031'algefebe bei (ich einjuführen". ©er jufammen mil bem 
Böllerbunboorflhlag her beufflhen Begierung oeröffenHid)te Gnlrourf für ein XBelt- 
arbeiierrecht ifl unter hiefem Xitel alb 6. Slugflhrifl ber Oeutflhen Xiga für Bötferbunb, 
eingeleiiel oon ßanb XBehhtrg unb Sllfreb ®aneb, im Sipril 1919 erfd)ienen (Berlag 
Bobert Gngelmann, Berlin), ßiermit büifle ber Überhlid über bie fojialpolilifcßen 
Scßriflen jum Bölterhunb herettb eeflßöpfl fein. Ungeheuer oiel bleibt her internationalen 
XBiifenflßafl auf biefem ©ebiel nad) ju tun übrig, unb eb ifl nur ju hoffen, baß auch 
bie Bölferrecßller fieß enbied) enifcßlieflen, bab fojiaie Becßl mil chenfoolel Sorgfalt unb 
ülubfüßrlichfeit in ben Baßmen ihrer 3orfcßungen unb Xeßrcn aufjuneßmen Bie anbere 
Beit weniger toicßlige Bfaierien. Ginen gecoi|fen ttfnfaß ßierju bietet bab umfangreiche, 
trefflich aubgeflattete lUert Don Dr. ßanb XBeßberg über „Oie fnternailonale 
Befcßrdnfung ber Büflungcn* (Oeutfcße Bertagbanflalt, Stuttgart, 1919) infofern 
alb bureß ben XBegfatl ber Blitiiarbenaubgaben für Büflungen in allen Xdnbem er- 
heblicße ©elbbelrdge frei mürben, bie für bie 3mede ber Sojialpolitit orrauögabt merken 
fönnten. Gine Blaterialienfammiung unter bem Xilei „©er Bölferbunbgebanfe*, 
jufammengtflelll oon profeffor Dr. Büßlmann (Berlag Bobert Gngelmann, Berlin, 
1919), enlßüll neben Slubjügen aub Rant, Jiißte u. a. über bie gefdjicßtliche Gnttoldlung 
ber 3bee jaßlreichc aiuffüße pöltetreißllichen unb politifcßen 3 n halicb. ©aneben Birb 
auch bis fojialpotilifthe unb bie Birlflhafftlcße Sette ber Böiferbunbtbee beadjfef bureß 
JBiebergabe aub ber Scßrifl oon ProfeffoT Dr. ßarmb: „Bölterredjtlicße Siche- 
rungen ber mirtfcßaftllchen Bertehrbfrelßeit in jriebendjeilen* (Berlag 
Sifcßer, 3'na, 1918), unb bureß tUuffdße über XBeliarbeitbrecßi oon Jrande u. a. Schließ- 
lich ifl ei" f e h r aftuclleb Xetlglieb berBöiterbunbfragen, bab flaatbffnanjielte, in bem foeben 
in 2. flluflage erfdjienenen Slertoon Profeffor Dr. Sllfreb Bfaneb: „Slaaibhanfroife*, 
erörtert Borben. 3m übrigen ifl bie fllubbeule Birtfchafltiißer Schriften, bie fld) mit bem 
Böiferbunb befaffen, feßr bürflig. Gs flnb nur ju ermaßnen bie SIbf)anbfung bed früheren 
Beidjbfcßahmmiflerb ©otßcin; „Sab 3niereffe Don ßanbet unb 3nbuflcie an 
ber inlemaiionalen Berfldnbigung*, bereitb 1917 alb ßefl 1 ber Scßriflenfotge 
„XBeltBirti'd)aff unb XSelifritbe" erfd)ienen, unb bie feßr tDeiiauögreifenhe, ßöd)ff unter- 
neßmenbe ©arflellung oonDr. XBaller Bargiub: „©er Böiferbunb, feine Rulfur- 
unb Xöirlfcßaftbaufgüben* (Berlag Bcueb Baterlanb, Berlin W.). 3n tüßnrm 
Scßmung enirolll ber BerfafTer auf menigen Seifen unb ein 3beatbitb beb mirtlicßen 
Birtfcßafiliihen unb fpjiatcn Bötlerbunbeb, Bie cd hoffentlich Benigftenb unfere Gnfet 
einmal erleben roerben. Sllfreb Diane*. 

Potilifcße Schriften. - Jß. 3. Sonn: „3rlanb unb bie irifeße 3rage.* 
268 Seifen. 1 Rarle. (Ounder e ßumblot, Blüncßen, 1918; 2,50 Bfarl.) — ©en 
irifrßen (Jragenfomplei enttoirrt jum Xeil meiflerßafl BI. 3. Bonn. Bicßi immer roirb 
man ißm folgen in ber Übermertung beb mirlfri)afllt4en Btomenteb, bod) offenbar richtig 
hat er gefeßen, toenn er ber tUgrargcfeßgebung pon 1881 reooluttanierenbe Bebeulung 
beimifll. Sie ßaf bie ©rüne 3nfel aub bem Glenb beb pauperibmub ßeraubgenffen 
unb fomit erff repplulionbfdhig gemad)f. ©ab Scßlußfapiiel, „3rlanbb TBiebergeburl*, 
lief? man mit otemlofer Spannung. Dh her ©ang ber fünfligen Greigniffe fein opti- 
mifliflßeb Pragnaflifan; Unabhdnglgfeit beb irifeßen Bobenb unb beb irifeßen Staaieb, 
nießt beb irenootfeb, befldtigen mirb? - 3oacßim Rüßn: „Sranjöflfcße Ruflur- 
träger im Oienfle ber Bölferperßeßung.* 68 Setten, (Gugen ©iebcricßb Sertag, 
3ena, 1917; 1,50 Biarf.) - Gine glüdticße unb treffenbe SfubBaßl aub ber parifer 
Berßeijungbflleraiur flellf bab Bücßtein ppn 3oaißlm Rüßu bar. Gb ifl für ©euffeßt 
einfad) nießf ju faffen, 3U melcßcn ßpflerifeßen SSuflerungen fuß - nießl bie üblichen 
öeßiournaliflen - nein, bie Blüte ber Parifer 3nicl(efiuellen, fafl burchtoeg Blitgllebrr 
ber Mfabemie, haben ßinreiflen taffen, ©arnaeß muß man ade ßoffnung auf eine 
ffinflige Berfldnbigung mit jranfreid) fahren (affen. Jür hie ndeßfle flluflage fei alb 
XBunfcß Dermerfl, bnß man gern bie Grfcßeinungbflelte angeführt fdße. - Ru-ßung- 
Bling: „Gßinab Berleibigung gegen europdifeße 3been.* Rrttifcße Siuffdße. 
ßeraubgegeheu unb eingeleftet oon talfonb paguei. 150 Seifen. (Gugen ©iebericßb 
Beriag, 3ena, 1911; 4, 20 DIarM - Bor bem Krieg erfdiienen, aber barum nießt 
minber lefenbmert ifl bie oon üllfond Paquet unb bem Sinologen Bicßarb XDilßelm 
beforgte Übertragung pon einigen aiuffüßen beb cßineflfcßer ©eleßrten unb Publijiflen 
Ru-ßung-Bting. Gb flnb XBorte tieffler, reifer Rultur. jreilid), in ben leßten Borßof 
flnolcgifcßen ©enfenb führen fle nlcßi ein, (ie haßen nur XBert bureß ißre älpologelif. 
©ie 4me(ifcße 3il'erfreub!gleit übenafcßl, jeigt fle bod) jugleicß, Bie ffef Cßincflfche 
©tleßrle mit ben abenbtänbiffßen ©entern oertraut flnb. Dh her politiler, her Rauf- 
mann aub biefem Buche Renntniffe über bie cßinefifiße Blenfcßenfeele feßöpfen bürfen, 
feßeinf mir mehr alb jtoeifethafl. Prof. Dr. Büßlmann. 


Bie3llu|Irirte3eitungbarfnurinbeT©e|Ialtin benBerfeßr gebracht werben, in ber fle jur Slubgabe gelangt ifl. 3ebe Beränbtrung, auch bab Beilegen pon DrudfaßenitgenboeldierSIrt, ifl unterlagt unb 
wirb gerichtlich oerfotgt. Stile 3uf«nbungen rebattionelterStrtfinb an bie Bebaftton ber 3(luitrirten Leitung in Xeipjig, Beubnißerßraße 1-7, ade anberen3ufenbungen an bie ©eflhäftbffelle ber inulTrirten 
Leitung, ebenfattb in Xeipjig, ju rießten. — ©eneßmigung jur Beprobuftton unferer Silber fann nur naß jebebmaliger Parßertger XJerflänbigung mit bem Stämmßaub (3. 3. XBeber, Xeipjig) erfolgen. 

Jür unbertangte Ginfenbungen an bie Bebaftton »irb leinerlei Serantwortung Qbemetnmen. 

Copyright July 17" 1 1919 by llliulrtrtr Zeitung, J. J. Weber, Leipzig. Nummer 3968. 153. Band. Verlag von J. J. Weber ln Leipzig, Reudnltzerstraße t— 7. 


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3 ( ( u f f r i r < e 3 « i f u n g. 


3lr. 3968. 



Die Bedeutung von Rad-Jo für die 
Entwicklung der Kinder 

Daß das Oemütsleben der Schwangeren von der größten 
Bedeutung für die Entwicklung der Fracht ist, gehört zu den 
bekannten Tatsachen. Nicht nur der organische Leib der 
Frau, sondern auch ihre Seele und deren Gemütszustand 
sind gleichsam Welt und Klima des in ihr wachsenden 
Kindes, und trübe Gedanken der Mutter tragen daher 
auch Wolken und Stürme in das physiologische Oe 
triebe des zarten, still und geheimnisvoll lebenden 
Wesens in ihrem Innern. Nun hat die Schwanger* 
schaft selbst nicht nur bedeutende Veränderungen 
in den inneren Geschlechtsorganen und den zu 


diesen in innigster Wechselbeziehung stehenden 
Organen zur Folge, sondern auch alle übrigen 
Körperorgane und deren Verrichtungen erleiden 
wesentliche Veränderungen. Das Nervenleben 
erfährt eine Umstimmung, die sich in einer ver- 
änderten, von dem nichtschwangeren Zustande 
abweichenden Oeistes- und Gemütsverfassung 
äußert. Manche Frauen werden im schwange- 
ren Zustand weinerlich, launenhaft, reizbar, trüb- 
sinnig, gedächtnisschwach, und häufig werden 
sie von der Furcht beherrscht, sie wurden die 
schwere Stunde nicht überstehen. — Andere 
hingegen sind wiederum heiterer, Verstandes- 
schärfe und „guter Hoffnung“. Das sind aber 
in unserem heutigen Kulturleben die Ausnahmen, 

Die Regel bilden die deprimierenden Oemüts* \ 
zustande bei der schwangeren Frau. Daß diese 
Zustände nicht ohne Einwirkung auf die reifende 
Frucht im Mutterschofte bleiben, liegt auf der Hand. 

Als ein monumentales Beispiel für die seelische \ 

Reziprozität von Mutter und Kind wollen wir nur V An * 

das sogenannte ..Versehen“ der Schwangeren regi- \ • »» «Em 

strieren, bei dem es selten ohne Entwicklungsstörungen \ 
des Kindes abgeht. \ sehr 

Unser Präparat Racl-«lo hat nun. neben seiner \ Kn« 
anerkannt vortrefflichen Wirkung auf die körperliche Ver- V1J 

fassung der schwangeren Frau, auch einen nicht hoch ge- 'v 
nug zu schätzenden Einfluß auf ihr Gemüts- und Geistes- \ 
leben. — Fast übereinstimmend lauten die uns lugekom menen 
Berichte der Frauen, daß sich beim Gebrauch unseres Präparates 
eine freudige, aufgeweckte, hoffnungsvolle Oemütsstirnniung ein- 



An den Rad -Jo- Versand G. m. b. H , Hamburg 40. 

. . . .Es sind zwei Wunderkinder, um die wir von allen Seiten 
beneidet werden wegen ihrer prächtigen Entwicklung, 
die wir einzig und allein Ihrem „Rad-Jo“ *u- 
\ schreiben. Bei der Aufnahme waren die beiden . 
\ Knaben I Monate alt. Ich Mel'e Ihnen gerne anheim, / 
\ von dem Bilde jeden Ocbratich *«» machen. / 
BerllnWO, Potsdamers! r la, 7. Jan. 1414. / 

V Wal tar Iden, 

ICO v. i. Fa. Emil Wolsdorf! / gt 


So wirkt Rad-Jo. 


stellt daß Angst. Furcht und Besorgnis vor der schweren Stunde 
verschwinden, daß ferner in somatischer Hinsicht der Schlaf ruhig 
und fest wird, der Appetit sich hebt, die Gesichtsfarbe auf- 
fallend frischer und blühender wird und die Schwangerschafts- 
beschwerden schwinden. 

Die Nutzanwendung für die vorgeburtliche Entwick- 
lung des Kindes liegt auf der Hand. Die Fracht im 
Mutterleibe kann - ungestört von deprimierenden Ein- 
flüssen ihrer Erzeugerin — ihr Wachstum vollenden und 
wird lebenskräftiger und lebensfähiger. — Durch eine 
große Anzahl von Müttern, die teils mit, teils ohne 
Anwendung von Rad-Jo geboren, wird bestätigt, daß 
der Unterschied in körperlicher und in geistiger 
Hinsicht von ,, Mit -Rad-Jo- Kindern“ una„Ohne- 
Rad-Jo- Kindern“ ein ganz wesentlicher, hervor- 
ragender sei und zuGunstendes Rad-J o-Genusses 
in jedem Fall spreche. 

Das goldene Buch der Frau. 

Reich illustriert, ca. 250 Seiten, broschiert 
Mark 4,50. Inhaltsverzeichnis: Bewahrung 
des Eheglücks und dauernde Fesselung des 
Mannes. Warum verblühen manche Frauen 
I so früh? — Da» Geheimnis der Frauenschön- 
heit. — Periode und ihre Störungen. — Erzie- 
lung leichter Schwangerschaften und schmerz- 
loser Entbindungen. —Verhütung der Schwanger- 
I schaftsbcschwerden. — Das Kind und seine Er- 
1 Ziehung. — Die wichtigsten Erkrankungen der 
Frau. — usw. usw. 

Das goldene Buchdes Mannes. 

iburg 40. j (Seitenstück zum goldenen Frauenbtichl, broschiert 
üicn Seiten / Mark 4,50. Inhaltsverzeichnis: Liebes- oderVer- 
io« 1 *u?* / nunftehe? — Mädchen, die man nicht heiraten soll ! 

i.ndcn / Wie gewinnt man Liebe? — Ist Ehescheu berechtigt? 
heim, / — Ausschweifungen.— Enthaltsamkeit.— Oeheitne Leiden 

,en - / und Verirrungen, ihre Heilung. — Was muß der Ehe- 
/ mann von der Sch wange rschaft und der Entbindung wissen. 

/ usw. usw. — Beide Bücher zusammen Mark 8,50. Elegant 
^ gebunden Mark 11,50. Versand gegen Nachnahme. — Zu be- 
ziehen von: Deu tsche Handelsgesellschaft fürWohlfahrt 
und Gesundheitspflege m. b. H., Hamburg, Amolposthof. 



Das Bewährte ‘Haarwasser 

fftlaA. verlange Granat- Qlaartvta&ser in den einschlägigen. Qe&chäfben* 

Gfanol Q,m.b,H llambuf'Q 40 ^a/£osfhaf 


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itnfc gttic&>erbci$en6 6amv J “ 

n>ir einen 4>trot>l 6er g&t'getv Sonne-' 

6ir 6cine golönen X<x€crv ^uffiwvT 
6aru\ tragen Ceict>ter roir 61^ ,£ajV, 

6ie S<fric£5nt «n$ $u tragen anferteg t , , ,w 


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entfallen. Preußen hd leine HerfafTun^dfonttrrrrrfjle mehr, fonbem liebt llaatsjrecfjtlid) lern 
fteinßen Xanbe glri©. (So bebarf nunmehr Me Sei©Sgemdt einer neuen Xragftaf) in ß© felbfl. 

Set©bgettdl iß Me StaalbgetDall beel Sei©eb. Sie n©t im beuifdien Bort. Stub- 
geübt tuirb fie non ben auf ©runb btr Stlthbotrfaßung bierju berufenen Droanen. 
©o fann man unter Jteirfjdaeroall ein ©eppelleS aerflehen. Sntmeber bie in ber ©taatb. 
gemalt btb Setdfeb enthaltenen fa©ti©en ?Ootlma©t<n unb Sunfftonen ober Me mit 
ihrer Berri©tung betrauten Perlenen, Betjörben unb 5lörpttf©aßrn: Sei©«prdfibtnt, 
Sei©bregierung (Sei©Stan 5 ter unb BebhSnu'nißer), Sei©btag. Hier femmt eb auf bie 
etfere Bebedung an. Oie Hauptfrage ifl: Hit met©en 3ußdnbigfe!ten fff bie Sei©b> 
gemalt im 3ntereffe ber Sei©be inbeit auejußattrn? Our© met©e Organe Mefe 3u. 
fldnbigfeiten bann mahrgenemmeu merben, iß Stage jmeiten SangeS. Jene maleriette 
HJrrßdrlung ber SeiihSgrlodtt gegenüber bem bisherigen Seiht mirb namentlich bur© 
ein 3mrifadje« ju ergeben fein: bunt) Slubbehnung ber ©eftftgebungb* unb bur© 
«Steigerung ber äluffl©tbgemalt btb Sei©eb. Our© beibtb merben neue Klammern 
unb Singe um bie Seiet? eeinfieit gefegt. Cfn-tfe^eibenb ifl Dar allem bie Cfrmeilerung 
ber Bei©SgtfebgtbungögcTOdt, bit, auönahmSmtifc uom ganjtn »olle burch Bortd. 
abflimmung betätigt, für bie Segel nan ber gemdhlfen BortbPertrctung, nom Seidjbtag, 
aubgrübi merben fall. 3m ©Tunbfaße ifl bet re©tbf©öpferif©en ©emalt beb Set©rb 
fein ©ebiel bei fiaal(i©en Xebenb enfjogtn. 6ie ift in biefem ©inne unbef©rdntt. 
©ie legt ß© aber biejenigen ©etblibefthrdnlungen auf, bie, ahne bie Sel©Seinheit ;u 
gefJheben, im 3ntcreffe ber Erhaltung beb ßaalti©en Sonbertebenb ber Xönber erfoeber. 
lieh finb. 3n bitftm ©inne nimmt bie Berfoßungburtunbe eine Slufjdhlung ber brr 
3tel©Sgefeljgebung untertiegenben ©egenftünbe ror. ©ie geht habet Den ber ®runb- 
unterfcheibung einer auS|ihließti©en unb einer geteilten grfrijgeberif©en 3ußdnbigfeit 

»DIE STAATSGEWALT LIEGT 

U nfere ©tgner (teilen uns unter ben Orui furchtbarer »Sriebenö'brbingungrn, bie 
ben leb unferer felbtHnbigen Doltbmirß©aß unb Polttil bebeulen, ©ie überfehen 
geflißenftl©, baß auch fle relcf)ti<h«n Slnteti an ber ttlnhdufung ber Branbßoßt 
für Me (fntjünbung beb XBelltrlegeb hotten, unb baß Ma grüße Hehrheit btb 
beutfehen Batte« fett ber SonemberreDetufion entf©toßcn unb ahne flmterhdttlgtcit an 
ben ätbbau ber (lautlichen Einrichtungen gegangen ifl, bie unb atb Betfaßungbreße aub 
feubaler 3cit fulturfeinbiichcn Hilten aufjroangrn unb baran hinberten, mil anberen 
Böllern fo in Stieben ju leben, mfe mir mailten, unb mir eb unferen Bortbbebürfnißen 
enßpra©. Unfere ©cgner motten nliht fetfen, baß mir unb heiß bemühen, alle ©i©cr. 
heiten bafüt äu ftnben, baß fich in Oeuffcfjlanb ©etbßbeßimmung beb Bolftb unb ©eit>|!. 
oermattung flatt ber alten Dbrigteifb. unb Sefehlbregierung für unfere inneren unb 
äußeren Bejahungen Doll aubmirten. 

Oer Qmß unfertb potttffrfjen tffiiltcnb äußert flefj in ben Berfaßungbarbeiten unferer 
Sationalperfammtung in Heimat. Slub ber Stürje unferer patitifihen ®efcf)ict)le con 
faum h“nbert 3ahren ergibt ß© bie organif©e Sotmenbigteit, baß hart no© ©ajial- 
bemefratie, tinfbflehenbrr Xiberalibmub unb tatholißhe Partei jufammenarbetten muffen, 
»eit feine biefer Sief?tungen atb Delle Hehrheit ber neuen Betfaßung ihr eeineb ®e- 
pröge cuferütfen fann. Qbrigcnb ßnb Mefe beei HehrheitSpartcten biefetben, bie im 
lebten Stidjblag ntäßrenb beb Kriegt« fl Cf? im Kampfe gegen bit preußifcfjt ©enerab 
flabbpalilif jufammenfanben unb gemeinfame Urheber beb ParlamenfSbeßhlußeS für 
einen BerßiSnbigungSfriebtn unb gegen alibruffciie ©ematipaiitif mürben. Han muß 
ohne jebe Stßnung t>on ben gefrt?tcf?tlfrfjcn Bebingtheiten unb ©ihmierigfeiten unferer 
/ungen patitifihen Sntmitftung Don unten na© oben, einer taufenbfdheigen &errf©aß 
Don oben na© unten, fein, um ju oerfennen, baß mit leibet no© ni©t Diel meiter 
fein fönnen. SIber felbfl biefc no© unDollfomtnene Ronßtllation hot ergeben, baß im 
Berfa|Tungbauef©uß ?u IBcimar einflimmig unb ohne (eben grunbföhli©en 
XBiberfpru© atb meithin (eu©tenber Kcrnfat? unferer neuen Berfaffung bie bemotro. 
tif©e Heilebo(f©afl oertünbet iß: „Oie 6toatbgemaII liegt beim Bolle!' 

Oab mitt für bab 0eu(f©lanb, bab ß© no© eben in Me Banbe beb Kubaner. 
gnhorfamb f©togen ließ, ungeheuer oiet fagen, mehr no©, atb bte gtei©en Horte, Me 
in ben BerfafTungtn allerer Oeniotratien beb Heßenb genau fo (leben 

Oec neue 3unbamenlalfafc bebeulet ;unö©ß, baß für bie übermölflgenbe Baltbrnef-r- 
heft in Oeuif©tanb bee ©iurg ber Opnaßien unb ber Strißofratte ber ©eburt unb bitb 
Befißeb enbgütffg beßegelt ift: baß bie Hitbtrfthr btr alten Befehtbherrf©aß bur© jebe 
ber na©folgenben Betfaifungbbeflimmungen txrriegeH unb Peehütet merben folt t baff 
n(©i ein SirmeniDe©fel, fonbern eine grünMi©e ©pßemönberung feßgetegt wirb. Oiefe 
Stlarßettung mirb unterfKtjt bur© Me melieren Brrfaßungbbeßlmniungen, Me Hltglteber 
bisheriger Ianbtöberrli©tr3amflfrn nan ber Pröfibenß©aß aubf©tleßen unb Me mitilürtf©e 
BefehibgemaH unfee Me neuen Boßbgtmolten fletten. 


aub. Hlubf©ließli© Sci©bfa©t ßnb Me Bejahungen ju ben aubrnürligcn ©laden, bie 
Berteibigung beb Sei©eb ju Xanbe, ju IDaffer unb in ber Xuß, Sei©bßnanj-, 3»t : ‘ 
unb Hanbeibmeftn, bet Bericht bur© Poß, Ittegraphie, 5ernfpee©mefen. öifenhahnen, 
Hoßerßraßen unb Ptraßfuhrjeuge. 3n biefen Bcjtehungen iß ben ©licbßoaten gtfelp 
geberif©e 3“ßönbigfeit oerfagt; bie Bebücfniße leitb ber ßraßentmieflung, teflb bet 
Si©erhttt trfotbeen natmenbig Sonjentraßon. Stuf anberen ©thieien hlmoieberum fotl 
ober fann jmar bab Sei© bie ©efeßgebung aubüben. ©alange unb infomcit aber bab 
Sei© hieeoon einen ©ebrau© ni©t ma©t, behalfen bie Xdnber bab Sr©t ber ©efeh- 
gebung au© auf biefen ©ebieten. Oieb iß ber ©inn einer geteilten ober fonfurrierenben 
3ußdnbigteit. 3n Stufjählung ber hierher gehörigen ©tgtnßünbe überf©reitet btr <fnt> 
murf beb Berfaffungbaubf©uffeb bet Sationaloerfommtung ethebli© unb bemertenbroert 
ben in 31rt. 4 btr gegenmörtigen Sc(©bDecfaffung gejogenen Sahmen. Gr fügt namrnb 
tt© neu hinju Slubtleferungbrt©t, Bergbau, SSrforgc für STriegbteitnehnier unb ihre 
Hinterbliebenen, Me Betgcfellßhaßung oon Saturf©ähen unb mirtfihaflti©en Sinter. 
net?mungen fomte bte Segetung ber Herßeftung unb Betitilung mirtf©aßti©er ©üter 
für Me brutf©e ©emeinmirtfihafl, Bfoötterungbpaltttl, Hutterf©aflb., ©duglingb., Kinber- 
unb 3ugenbfürfatge, XBanbererfürfarge, bie ffinri©tung berußi©ee Bertretungen für 
bab Öebiet beb Sti©eb, enbti© menigßenb bte ßtufflettung Dan grunbfühti©en ©tfeßeb. 
regeln über bte Seligionbgeineinf©aß(n, bab gefilmte ©©utmrfcn, bab Beamtenrr©t 
ber öffen(ti©cn Stöeperf©aßen, über Bobenre©!, Babe noerteitung, StnßeMungb- unb 
Heimßöltenmffen, Binbung beb ©runbbeßheb, Hohnungbmefen, BcDÖlferungbaertettung. 
Ott Xcftt fpürt ben 31ügrlf©lag einer neuen 3eif. Unter nüchternen Se©tbfdhen Dtrbirgi 
ß© bab große pattßf©e unb ualertdnbif©e 3l*t ln bet ©tdrte ber Sei©beinheit jurürf. 
jugeminnen, mab ungiücff{©eb ©©irffat bem beutf©en Baße geraubt. 

BEIM VOLKE!« VON MAX QUARCK, 31. D. N. 

Hit gemailter, oatter Oeutli©teit petfünbet aber ber neue ©runbfaß für Me fünßige 
Orbnung unfeteb pelitif©en Xebenb du© pofitib, baß alte orbtttnbe unb beßimmenb« 
©rmatt »beim Botfe' Hegt. Si©t beim ,beutf©en Borte', mit anfangs mißoerflönb. 
tt© beim Bcrfa|fungSaubf©uß beantragt mürbe, ©anbern f©te©lt?in unb gcntrell bei bem 
.Barte* alb fd?arf hetaubgrarbeitftem ©egenfaß jut .Dbrigfeit* aber jtim .Herrßhet*. 
ßttteb, toab in ber großen BoltSgememf©dß fi© müt?cn muß atb Ötrbeitebiene auf ber 
oberßen aber unterßen Stufe beb Xtbenberfolgeb, fall abfotut glti©btre©tigf neben, 
einanber ßehen in btr Högti©teit, auf bab ©emeinfamteitSTeben einjumirfen. ©rünb. 
ti© oufhörrn fall ber palitif©e 3 Ulla nt, btt bem ber eint nur ©uhftft unb bet «nbtre 
nur DbftK ßaatti©cr Drgonifatian mar. 3n naetteßer Slnoerfrorenbfit hatte bltftt 
3uflanb Dar ber SeDotutlon feinen Stubbrud gefunben im preußif©en Oteiflaffenmahl' 
feßem unb in bet an(ifajiol*n parate ber ©troaltigen beb ©roßgrunbhtßheb unb bee 
©taßinbußrie, bit ba lautete: .fflir matten bte Herrtn im Haufe fein.' Oer neue 
3ußanb ber Bortercgirrung fotl bagegen feinen Stubbrud ßnben Im ungemeinen, gtei©en, 
geheimen unb biretten B3ahtre©t für alle Sei©b-, Xdnber. unb ©emrinbtprrtretungtn, 
mie tb fielt bet Seoolution bereite atb DortSlünili©e Hethabe ber pot(tif©en Qrfrif©ung 
unb Belebung in ganj Oeutfd?tanb geübl mirb. Oer neue Sei©Sbau fall folib Dan 
unten her aufgerf©lct mtrbrn auf bem Bcrtrauen ber Haßen jur felbßgetDöhlten 
Stgierung unb auf bem Bertraucn ber Scgirrung ju ben Boßemaßen atb Xrdgern 
ber ©faatbgetoatt. Oie Deefaßungbmdßige Befeßigung ber tXarifDertrdge unb Sirbeiler. 
Dtrteetungen, no© mehr ober Me (Sinfüfjtung nan Battbabßimmung unb BartbinitialiDe 
alb Segutatoren unb RontrotlDerfahrtn ber ©efeßgebung unb Bcrmattung merbtn bie 
6i©etheilen bafür, baß bee Hille bet glt(©bere©tigten Bottagenaßen überall unb ßetb 
entf©ribenb iß, na© menf©ti©em ffimteßen polltnben. 

Hohl mißen mit In Oeutf©lanb, unb par am beflen bei ber Pnuatbemotrotie, 
baß bie formelle Oematratie na© ni©t bie fojiate fllaffenf©eibung aufhebt. Unter bem 
frrießen Hot?trr©t ber Hctt für Hdnner unb Stauen mißen, fatange Me ülubnußung btb 
Henf©m bur© ben Htnf©en, unb mfolgebelTm Mt ©eminnanhdufung, oom refltob bur©. 
geführten Sojiatibmub na© ni©t haben aufgehoben merben rönnen. Me fajiaten fitaßen 
beb BefifjcS unb ber ütrbeft meiter gegentinanber. Oenna© hot bie mögli©ß Dottenbcle 
po(itif©e Oemotratie, rate mit ßt eben aubjubauen fu©en, au© hier ©re ßrittruß. ©Ie 
muß unb mirb, itibem ße aße potit(f©en Borre©le megf©memrnl, atlmöhti© au© bi« 
fojlalen prioilegien unterfpülen. ©ie f©utt in tanger unb gebutbiger Strbeit, Me frei- 
tt© in Orutf©tanb na© Hrnf©cnaltrr umfaßen mirb, alle Bolfbgenaßen ju Hitarbeitern 
unb Bermatfern, meß ße alten bie gtei©e Beranfn.arfti©feil an ber ©eßaitung itirrb 
eigenen ßaattidjen ©©idfotb gibt, ©ie öffnet Me Bahn jur Bermirlli©ung btb £ahtS, 
nan bem i© ni©t rneiß, ab ihn eine anbere mobeme ßpra©t fa f©dn unb marin 
farmen lann mir bie beuß©r: »Sittci) für bab Botf bur© bab Bart!* Oab iß bie 
atlgeineinDtnldnbtiihe Übtrfeßung ber neuen BerfaßungSbeßimmung: ,Oie 6taatb< 



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3 


Original frorm 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 



gemail liest beim Bott!' Bon foltfjer poiitifcfjen Prajid oud fTieft ztoeifelloe auch 
reicbed fojialeü leben in bie tünflige Oeftafhing unterer gewerblichen unb griffigen 
Drganifation, in bie SteueTPerbdltniffe tote in bie Sdjulocrmaltung, in bie Xedjffpreetiunfl 
mir fetbfi in bad roube ©efcfjäft ber ooltdtümlicben ianbeeoetteibigung. 

Sollte und ober ebenbedbalb, wert fie gerobe ein fozcuibf mnhntcfdjr? Ofuffdjianb 
furchten, ber Berffümmrlungdmille unfern bereinigten Kriegsgegner treffen unb bub beutübe 
Berfaffungdmert jät) unb fürs oor feiner Boltenbung unterbrotben unb gebinbert Werben, 


wie ed übon rubte unter bem ungeheuren Drud bed gegneriftben .ffriebend'aiige&ofed, fo 
finb bie Gnlrnlrmäöbfr furzfidjtigr S(fjübrn. Bonn Oremunbrn fie töbiidj ihre eigene Demo- 
tratie, bie io auäj in ihren einzelnen iätcbrm nod) auf entmidlungdfäbigrr Stufe fleht unb 
auf ben bemofratifrfjen Sortfifjritt in ber ganzen Hielt angemiefen bleibt. Oer Pfeil 
prartl jurücf unb reibt tiefe TOuuben im Staaidfctper berjenigen, bie (eine Sichtung oor 
bem ehrlichen, bcmofratifcben Bemühen Oeuffcbianbd aufbraibhn, toie fie unfere fdjmere 
Berfolfunge* unb Berfüngungbarbeit für bie bemofrafffcbe Hielt überall beif<b cn tann. 


DIE GRUNDRECHTE UND GRUNDPFLICHTEN DER DEUTSCHEN 

VON GEHEIME* HOF RAT PROF. D*- BEFEHLE, MITGLIED DER NATIONALVERSAMMLUNG. 



^ on ber Berfaffung ber jungen beutfcben BepuMif erwartet unfer Bott nicht 
^('j-nur Steine unb Blauem bed fiaaltidjen ütufboueS, fonbem auch Brot; Brot, 
jJ \ 600 in großer Bot bed BatertanbeS fiärti unb wleberaufncblef jum Blarfcbe 
in eint beffere 3utunft. Bctfaffungdfäffe feilen nidjt nur Paragraphen auf 
Papier fein. Sie tonnen auch neu«! Hlollen audhrüden unb baburch HJolien Beden; 
fie Knnen Siimmungdwerte febofftn, aud benen Sreube am Staat heroorguitil ; fie 
fönnen 3 iele geigen, benen bad werbende ©efcfjlecbt enigegengeht, um an ihnen ftsate»- 
bürgerlich ju ertüchtigen; fie tonnen enbticb ewige ©fietcr ber ffreiheil unb ©errdjtigtrii 
iünben, um gegenüber lüge unb Bürterbaff ein Oentmal beb lauirren Bedjidempfinbtnd 
aufjurichien. Mud ben Sreigniffen ber Beoolution geboren, hätte hie neue Heid)«' 
oerfnffung ihre Aufgabe nicht gelüfi, wenn fie nicht bad dunere Schäube ihceb Staate 
red)fb mit einem Belenntnid bet ©runbgebemten füllen mürbe, uon benen bnb öffenh 
fiche i eben im neuen -Oeuffcblanb hcherrfcht fein fotl. 

Blft ber Bertünbüng ber .Stcnjäjenreebft' hat not embunbertunbbreiffig fahren her 
franzöfifdje Seite eine Hkit erobert. Oie Beratung ber .©runbrechte beb beutfcben 
Boitre* bitbett in ber paulefirdje ju Srantfurt ben ßöbrpuntt ber nationalen Scherung 
unb fcfjöpferifcben Begeifferung öb mar barum mehr alb eine pieUMpfHibt gegenüber 
jenem Borbilh ber beutfcben ©emotrafie, «nenn Beidjdminifler Dr. peruf unb, (hm folgend, 
bie Jteicberegierung in ihren Berfaffungbentmürfm fi«b nicht nuf ben Tonfiruftioen älufriff 
beb repuhlitanifdjen DruffdjUinbd befdjränlien, fonbem audj jenem HbffhniHe ber ®cunb. 
rechte einen Plaff barin fiebern wollten. Oiefe Gnftoürfe mufften freilich in rafdjer 
6 cbrifi, mäbrenb noeb ber beutfebe Boben non ber Slaatbummdljung ertitterte, fertig' 
gefleill merben, um bet oerfaffunggtbenben Bahonaioerfammlung eine Beratungbgrunb' 
läge p flbaffen. 3 “ eingebenber Überlegung, oh niebl ber Böhmen her ©runhrechte 
geeignet fei, neben ben ollen Gbelflemen llnatbbürgcrtiäjcr .vrnSfit neue Sdi?e auf. 
junehmen, fomie barüber, ob nicht am Önbe unftrer neuen Berfaffungdurfunbe für bie 
paliliübe Srjiebung beb freigemorbenen Belieb eine gefingerte Bebeutung jutomme, bie 
auf bie Sluogefialtung ihreb 3nbattd prüdwerten muhte, fehlte pnächfi bie 3eit. Oodj 
enthielten üben jene Snttoürfe ülnfaht, bie ben fojiaien ©ti|i einer neuen 3eit an. 
fünbigten. Oie Begierungdoerlage fupte ein ganjeb Programm in ben lapibaren Sah 
jufantmrn: .Oie Sirbeitdlrafi fleht unter hem befonberen Schuhe beb Beicbeb' (Slrt. 34 ). 
Kein 3meifel, hier galt es fortjubauen unb Wciteriuffrrbeft. Hilf bie Bertunbcgung 
ber .Bienfdjcnrcdjte' ihrer 3r>< alb ber State djidmud beb freigemorbenen franjäfifchen 
Boiteb erühien, fo fonnlen nun auch in ber neuen beulfiben Beidjboerfalfung bie ©runb- 
eeebte JU einer Magna Charta werben, bie bob freie ©eutfdjlanb feinem Borte hinrefebt, 
um eb politijcb reifer merben ju taffen. 

HSad finb ©runbreebie? Bluilofe, fiaatb' unb recbldphitolPphifd?« Irioialiiäien ober 
iehenbige Pfeiler ber Btdjidorbnung? HJie bat nicbi ihre Sinfcbdhung unter bem Hianbet 
ber Siuffaffungen über bie 3®ede oon Staat unh Bedjt gewedjfelt! Sinb ce im 
mobemen Siaatc nicht Selbfloerffänbliibleiten, wenn bie 3reih«it ber petfon, bie ©leidj- 
heil oor bem ©efeh, bie HSafjrung beb ßaudfriebend, ber Schuh beb Sigenlumd, bie 
©araniie ber freien Blrinungöüufterung unb ber relcgiöfen Überzeugung, bub ©eboi beb 
orbenflichen Beehtbwegeb für jebe Strafnerfolgung unb fo manches anbere aubgefprochen 
wirb? Sinb becb gehl immer unb immer miebee auf ben unbefangenen Xefer eine 
erhebenix BKrtung pon biefen Sähen aus. 

Biii ber Berbriefung ber loieranr unb ©emiffenbfrefheil bureb bie ©rürtbungb. 
urfunben englifcb'norbamerfgniSber Kolonien beginnen bie ©eunbreehie im aefjfjrbnlrn 
3abrbunbeet ihren lauf. Slub englifcben 3reiheitbprioilegien oon ber Magna Charta 
bib zur ßtll of Rights unb üub 'ben Sähen ber naturrecbtlichen Phiiofophie wettet fleh 
ihr 3nba!t la 3atxtte nimmt bte Declaration of Rights beb Staatrb Birginkt oon 
1776 zum Borbilb feiner ,B)enfd)enred)fe*. 3n ihrer febatfgefebliffenen fronjöftfcben 
Hubprägun« bilbeten fie feitbem ein Borbilb beutfeber Berfaffungen. 3m ©runbgebanfen 
fpracben fte ben Sah aub, bap eb überffaatlidje Bedjte beb 3nbimbuumb gehe, hie jeher 
Siaoi unb jebeb pofitioe Bedjt ju achten habe. Oiefer ©runbgebante febuf bie ©aroniien 


einer oon jlaallichen Singrifen freien Bedjlbfphäre her perfon. Oarin bejianb biiher 
auch im beutfcben Berfaffungbrectjt ber eigentliche innere HSert her ©runbreebie. Sie 
erhoben ben nur mit Pflichten helafieien iinierian beb abfoluien Staaleb rum freien 
Slaatbbürger beb neuzeitlichen BerfafTungbftaateb. Oer Begriff unh her älubbau her fub- 
jeitioen öffentlichen Bebte lonnfen lieb an ihnen ebenfo entmideln, mir fie alb Damm 
gegen rraftionäfe Befirebungen her Btachthabrr im Obrigfeitbfiaal wirften. 

Oie feinen flaatb> unb recbfbphilofophifcben Unlerfadj ungen oon 3eüinel waren eb 
namentlich, bie auf bie prafftjehen Ülubwcrtungen, aber auch auf bie poliiifcben 3 m > 
ponberahilien jener BerfalTungbbenfmälrr beb achtzehnten 3ahrhunberfe hinwiefen. Oab 
Htiebeeerwachrn ber Bechlbphilofophie in jüngfier 3eit unb zuiehl unter hem mächtigen 
Slnirieb ber RriegbgcfcbebnilTe trat förbtrnb b'nju. So war eb henn fdjon an (ich 
gertcblfertigt, baff bie neue Beidjbocrlaffung an bem Problem nicht achtlos oorüberging. 
3 o, nach bem gewalfigen ümffurz mu^le ffcb bie Bolwenhigleil aufbrängen, in 5 prm 
oon ®runbr«bten fefte ßallrpunRe für bir fernere Sntwldlung ju fibafftn. Sb galt 
bobei nur, bie 3 eidjen bet 3 f 't ce<b! ju beulen. 

Oer ©rbanlc, tag man fidj nidjt Icbiglidj mit einer Übernahme ber alten ©runb< 
redjle begnügen bürfe, lag fozufagen in ber Xuff. priDate Öntoürfe über bie Sttub. 
gefiallung ber neuen Btiebbcetfaffung, wie fie in banlenbweriet HZeife 00 m Berein 
.Bedjt unb Hürtfcfjafi', bon peof. Dr. Brebt unb anbtren aubgrarbeitet würben, batten 
(ich fdjon baran gemadjt, bab Kapitel ber ©nmbtecbfe aubzuweiten unb ben Jorberungen 
ber 3 ei(tage anzupaffen. 3 n ber Berfaffungblpmmiflion ber Bationaloecfammtung felbff 
fertigte fidj nach turzem Scbwanten barüber, ob bie ©runbredjte in ber Betfaffung zu 
beiaffen feien, rafdj ber pofilioe fficile baju. Bon oerfebiebenen puntien fehle hie 
gebanfitbe HJerterarbeil ein. Sie führte zu einer hebeuifamen Srmcttenmg ihre* 3nbatW 
unb zu einer Bertiefung ihrer ©ncnblenbenz. Beherrfcbenb Würbe bab Siechen nach 
oolfbiümlidjer ©efialtung unb nadj fozialer Berinnetliihung ber ©runbrtdjte. Bon 
rechte unb linte liefen beeactige äinträge ein. Huf [oziatbemotratifeber Seite zeigte ficb 
bie Beigung, im Bahmen ber ©runbreibte bem neuen ©eifie bcc jozialiftifcben Beoo. 
lution Bedjnung zu tragen unb bann Becbt unb pflidjl ju SIrbeit fomie bie Sojca- 
tifierung beb TBirtfihafiblebenb zur ©eltung zu bringen. Gin foziaibemotratifibe« Kom. 
miffionbmitglieb hat juerfl ben ©ebanten ber .©runbpfTidjIen' neben bie .©runbreebie' 
gefielli unb bamil ber ganzen Behanbtung bed Probleme eine neue unb entfdjribrnbe 
HJenbung gegeben. Ge leudjlele ein, bah bie ©runbienbenzen 6 er beutfefjen Berfaffurcgd- 
Umwälzung bied forberten. Die ©runbreebie ber älteren Berfaffungen finb rein einzeb 
perfönlich aufgebaute ffreiheit'redjle bed 3nbioibuumd gegenüber ber SiaoWgewall, ein 
ätieberfdjlag bed Sreiheitdringend ber Perfon mit ber 'Slaaidoilmacbf. Oer Siaai 
erfdjeini barin aid ber ©egntr bed einzelnen; bie älbioehrflellung bed unierbrüdien 
Boited, bie Befeitigung oeraileter öärten unb Stantdeingriffe, fie geben batin ben Ion 
an. Sirbeutfebem Becbldbenien ffi triefe alomifiifcbf Huffaffung bed tinzelnen Htenfdjen 
unb Bütgetd her franzöfifdjen Hufllärungezed ebenfo fttmb wie bem fojialiflifcb ge- 
ffhulien Oeutfdjen ber ©egenroari. Sd galt barum fehl, eine am ©efamtwohl orienlierte 
Sreibeil, bie ficb mit Pflichten paari, in ben Borbergrutib zu (teilen. Oad neue fcsiale 
unb bemohahfebe Oeulfdjlanb rufi und nadj ben fcbtedlidhra tehren ber 3üngfi- 
nergangenheii zu ber ffrlenntnid auf, baff Pflicht unb Üienfl für bie Ülltgemrinbeit ber 
flarren Betonung ber Sreibcitbrecbte bed einzelnen oorgehen. Darum wirb bie Ber. 
faffung, bie wir jeht beraten, ben fozialtn Pflichigebanlen mit ben ©aranlien brr freien 
tehendfphäee ber Cfinzelperfünlidjteii oerbinben muffen. Beibed ffi heute gleich nätig, 
beibed gehört aber auch in bie Betfaffung hinein. Daher wirb bie HJeil, wenn fie in 
ber neuen beutfcben Berfaffung .©runbreeffte unb ©runbpflfdjten ber Oeutfcben* gewahr 
wirb, rrlennen, bafl cd und heiliger Senfi ifi mit her inneren Gmeuerung. Sie wirb 
wieber einmal ben alten Spruch beflätigen muffen ; „Germania doceti" 

Sin plan muffte entworfen werben, ber biefen ©ranbredjfen unb ©runbpflidjlen in 
ber Berfaffung ben erffreblen breiteren Boben fiebern unb über bie fgflrmlofe, gefcbicbtlicb 
übertommrne älufreihung ber alten ©tunbredjle 3 U einer floffiieben ©iieberung gelangen 


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Digitized by Goo 


Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 








Mit«, oelifte logifdjc Sotgeriifttigtelt mit (Taaiäeiiie^tenfrfyeT Arfiftauliiftteii ju nerblnben futftt. 
— ©ie Bertolrltidjung toar niiftt leiiftt, flefd^rtic^e Siippen broftten. Beim ©heben 
raeft fftflematififter ©lieberurg unb nadi bem Aubbau 6er Pfliifttenfelte jeigte lieft fofort 
btt groffe XüJtnftofKgfcil im fibertommenen Befianb ber ®runbte(ffie. 3ur Aubfütlung 
biefer Lüden bolen, mab bie jüngfle Bergangenfteit angeftl, bfe ©efefte beb Oeuffdjen 
Seiefteb, »ab aber bie ßulunfl anlangt, bab Programm ber neuen Beitftbregierung 
fiilfen an bie öatib. JiiefttS ffanb im XDege, grunbtegenbe ffinjetfjfte ber bisherigen 
3tedffborbnung, um fie bem Botlbbetoufftfein einguprdgen unb unter ben erftöftfen ©djuft 
ber Berfaffung gu fieilen, in bie BerfaffungSurtunbe feibff aufguneftmen. XBd «S barauf 
anfam, für grofie Jlrcfttbgebiefe einen (Ternfaft gu formulieren, tuaren Berftfttoommenftrti 
unb nieftteifagenbe Sitlgemeinftcil gu oermeiben. ©ie 3ugcfJdn&niiTe an bie 3u>ecfr ber 
Slaatbbürgertunbc burflen bie Säfte niefttaliju leftrftafl toerben iaffen. ©ie Sinfünbigungen 
einer neuen Stira beutfefter ©efcftgcbungbarbeil (m Jtegierungeprogramm beb JiricftS. 
fabinetib mären anbererfeitb im hoffen ©rabe geeignet, Berfaffungbfdfte ebgugeben. Pro. 
grammpunfte aufguiteftmen, ftaben fiift Me Bcrfaffimgen aller 3fütn nie gefifteut. 

Blan fieftt, tnoftin bab 3iel gefledt toerben muffe. Aub feftr perfiftiebenartigen 
©runbflefnen füllte ein tooftlgeorbneieb ©angeb erbaut »erben. ©Ie allen ©runbreeftte 
»aren natft bem Borgang ber Jtegferungbbortage 3 U überneftmen, babei aber auf iftre 
Qbereinfiimmung mif ben uetfinberfen 3«>eden unb Aufgaben ber©egennjart ju prüfen. 
3n mtftr ober meniger (üftnen ©riffen mufften barüber ftinaub norftanbene Bctfttbfafte, 
aub DtetfjfbfaftfompieEen abgeiefene Xeitgebanten unb programmfele ftingugenommen 
unb ju einem Innerlicft unb in ber Jorm befnebigenben ©angen gefügt merben. 

Silb ber ba 3 u berufene linferaubfcftuf bab Srgebnib feinet Beratung ber BerfafTungb. 
fommlflion Porlegte, jeigte fiift bab IJIeue in oerfeftiebener Äicfttung. - ©er einfeitige 
©efiifttbpunH non ©runbrerftfen t»ar jugunfien einer gebanflieften ©egenüberfieliung 


oon ©runbpffiiftten eroeitert. Oer fojiale unb fojialifiifefte pffifjtgebanfe, ber fiift bamit 
neben ben perfünliiften SreifteilSrecbten ber alten 3eit erfolgreich buriftgefeftt ftaf, tommt 
fifton in ber Auffiftrifl jum Aubbrud. 

©ie Slpffglieberung fobann i|l neu. 3n iftren fünf Abfiftnltien folgt fit einem ©runb- 
juge beb germanififten Beifttbbentenb, oon ber Siebung beb Sinjeinen burift bie Be- 
gieftungrn 6er ©emeinfeftaf! gu ben Sortierungen unb Sonnen beb Slaateb ooranjufiftreiten. 
Sie Ififl bemenlfpreeftenb bem erften Sibfiftnitt, ber ©runbreiftle unb ©runbpfliiftten her 
Perfon enthält, in einem gtofiien Abfcftnitt ©runblagen beb©emeinfci)aftblebenb folgen, ©ie 
fteroorragenbe Bcbeutung, melifte bem Berftfillnib ber fiaatliiften Dieifttborbnung 3 U ben 
(ulturpoiitififten '‘fragen uon Beligion, Ririfte unb Siftuie gufommf unb fiift fifton iufetiidj 
burift 3ofti unb 3nftall ber einftftiägigen Säfte abftebt, reiftlfertigi bie 3ufammcnfaffung 
biefer toiefttigen 3teefttbgebiffe In gmcl befonberen Abfiftnitfen unb bamii iftre ßeraub- 
fellung aub bem norftergeftenben, »oftin fie (m übrigen iftrer Jtafur natft geftbrfen. ©er 
fünfte Abfiftnitt, bie ©runbredjte unb ©runbpfiiiftten auf bem ©e6iete bebüBirtftftaflbtrbenb, 
atmet bnriftaub ben ©eifi btr neuen 3eit. über niiftt Abbruift unb XBrrteoemiifttung, fon. 
bem Sammlung unb aufbauenbe fojiale Arbeit ifl fein 3lei. ©runbgebanfen beb beuffiften 
Arbciietrecftfb finb ftier niebergefiftrieben. ©er Abfiftnitt ifl aber juglciift eine Xieufeftigung 
ber gefunben ©runblagen beb beuffiften XBirtfiftaflblebcnb unb eine Anerfernung ber grof en 
fogfaipolitififten Xeiftungen ber teftten ©tneralion jum AJoftle beb »erttüligen Boitee. 
üiaift bem plane foil bab ©anse mif ben JTeftfbfüften über Sojialifierung unb Arbeiter- 
rfile aubttingen, ©amli ifl aber jugieitft bie SiftBflie beb Siaalborganibmub feibfl erreicfti. 

AIS »Orunbreiftte unb ©runbpfluftten ber Beulfiften' toirb biefer ßcuplteif beb 
beufteften BerfaffungStoerleS toie ein ©enfmal beb beuffiften ©eifieb unb feiner fiffliiften 
©runbauffaffung an einem ber gröftien JDenbepuntie feiner ©tfcftidfle burift Baum unb 
3*it teuiftlrn. Blöiftfen (ie erjieftenb unb erftebtnb im eigenen (iefgebeugten Bolle Birten! 


DIE DEUTSCHE VERKEHRSEINHEIT 

VON RUDOLF OESER, PREUSSISCHER MINISTER DER ÖFFENTLICHEN ARBEITEN. 


eifti Perfiftiebenarftge ©rinbe ftaben fifton frfiftjelüg bab Bedangen naift einer 
beuffiften Betleftrijeinfteil Bacftgerufen. Bibmard ging non politififten unb 
findrtgietlen ©efieftfbpuntten aub; er gebatftte, bie Beitftbeinfteif ju träftigen unb 
bab Beiift burift bie Brrfeftrbeinnaftmen jugiriift finanjlell unabhängiger ju 
ffelteris er ftatte aber burift bie DteferOdlTeiftle bie Srreiiftung biefeb 3ieled 
fi.ft feibfl crfiftBeit unb giBann bit öffrnllicfte Bteinung noift niiftt für bie 3bte. ©igrntliift 
roifbtümliift uiurbe ber ©ebante atbbann juerfl burift bie Serfirgcrung Beiter Streife, 
bie btr fatale 2Bertbe»erb ber einjelfiaatiiiften ©fenbaftnen gegeneinanber aublöfie unb 
auift toaift erhielt. XBicber anbere Derfpradjen flth burdh bie Bereinhcitlithung beb Ber. 
fehrb gerabeju phantafiiftfte ÖrftiamlfTei fie glaubten, burih tiefe Jiitliarben ebenfo bie 
©clbnöte beb Beidgeb toie ber ©njelfiaafen (Tillen gu tbnnen. öS Baren oieüeiiftt nur 
eoenige, bie jum Ilern ber (frage uorbrangen, ber auf oerfehrbpoiiiififtem ©ebieie ju 
finben ifl. ©enn Je mehr alle Slaatenpolifif flift jur JDirtfihafibpoIilit aubgefTaltet, fe 
bcbeutungbuoller toirb bie Befterrfiftung ber Berteftrbanflalten burift bie 3enirnlgetnalt. 
Sidjtig unb »erflänbig angeBenbct, ifl biefe BefteiTftftung ein aubgcgtitftneleb JBetfgeug 
ber groften poliii!, fie fann feftr ^eroorrogenbeb im Sinne ber Bfiitcrannfifterung 
unb Büiferperffiftnung leifien. öS ifl bab bie Slufgabe, bit por allem anberen bab 
tünfüge BeidjöuerTehrbminiflcrium befreien unb feiner dätigteif alb fticfttfiftnur bienen muß. 

©ie Hemmungen, bie bisher einer Berelnheitiidjung beb BerfefjrS entgegenflanben, 
finb befannt: (ein Bunbebflaal Permoftfe fiift ju 6cm groften Opfer ber Oaftingabe 
feiner öifenbaftnen aufjufdjmingtn. XJiii ben ©fenbaftnen maren bie 3ntcre)Tcn beb 
eigenen XBirififtaflblebenb unb ber eigenen Staatbfinanjen aiiju eng pertnüpfl. über 
ber ©ebante ber Bereinfteitiiiftung ruar boift gu trdflig unb ju gefunb, um PÖliig 
ignoriert ju tnerben. ßb mürbe oerfuifti, in ben (fragen beb Befriebeb, ber Sarife, 
beb BJagenumtaufeb, unter Siufreiftferftaiiung ber bunbcöfiaafliiften Seibflänbigfeil, eine 
»aiftfenbe innere Annäherung herbeijuführen, bie noift Bäftrenb beS STriegeb ju bem 
fogrnannlen ijelbeiberger Programm fuftrie. Aber bie ieiftniftfte, befriebiiiftt unb lorifaciftfte 
Bcrcinfteilliiftung, fo Berfooli fie an fiift ifl, bringt boift niiftt bib jum XRitfetpuntt beb 
Probtemb oor, ba fie ben XBert beb Berfefttb aib 3nflrument einer flugen Auftenpotiti! 
niiftt reaiifierf. fiter griffen nun bie Tiiebertage unb bie Xteooiution ein, aiierbingb oon 
einem ganj anberen önbt fter. ©ie bebroftie Jieiiftbeinfttit muffte mit neuen, toirb 
famen. In bie Beite 3u(unff ftfnetnretiftenben Rtammern perftften Berben. poff, Sete. 
grapft, Jemfpreifter, XDafferflraffen, ©fenbaftnen - alle Berichrbmtttel, bie gleiiftmäffig 
Clabl unb ianb ntrbinben, beten Aubflraftlungen bib in bie leijte ßütie reiiften, fie 
erfäjienen porljer ftefiimmt ju bem feffen, einigenben neuen Banb. Sinb fie In ber 
fianb beb Beicfteb, fo erfefteinen fie alb Spmbol beb unerfiftütterliiften XBitlenS jum 
3ufammenftaiten für alle 3ulunfi. 


BegreifHift, toenn eb auift jefft ben Sinjeiflaalen noift niiftt tetiftt toirb, fiift Pon bem 
Bcrtoollen Befift iftrer Staalbbaftnen ju trennen unb bamit ein fo bebeufungSDolieS 
Stfid ber eigenen fioftelt an bab Tteitft abgugeben. ßb toirb maniftem fifttoer, feftr 
fiftmer, fiift gur ßinfliftt in bit nunmefttige Xtofmenbigleil eines fo gemiifttigen 6iftritttS 
buräjguringen. Slbtr biefeS Jtingen näftert fiift augenfifteintiift feinem önbe, bie Ber- 
reicftlicftung ber SiaatSbafjnen unb XBafferflraffcn ifl entfiftieben, fie toirb am 1 . April -1921 
pciigogen fein. 5ür midj feibfl mar ber Stanbpunft gegeben. Das preufiiftfte S!aa(b> 
miniflerium ftatle bereits por mtinem AmtSanfritt ber Berrciiftütftung gugeflimnrt. Alb 
altem Borlümpfer ber Berleftrbeinfteit galt eb für miift nur, bem bisherigen Siftmanlen 
ein Önbe gu maiften unb an bie Stelle beS »3a - aber -!* ein gieifrofteb: »3a - 
alfo - !* ju feigen. JBar ber Augenbiid für bie Berretifttiiftung aub emffcn politififten 
Büdfitftten bä, bann burfle niiftt burift eine ftiuftoltenbe poliii! beb 3n u bernb bit 
polilififte XBirtung toieber aufs Spiel gefelgt toerben, eb galt pletmeftr, entfifttoffen dop 
jugeften. ©ab (fl fniri) bfe Serfaffungbbeflimmungen nunmeftr ber (fall I 

jreiiiift ooltgirftt fiift bie Bereinfteilticftung beb Bcrtiftrb unter ganj anberm Bor. 
jeiiften, aib früfter angenommen toerben burfle. Auf groffc finanjlelte örfolge ifl einfl. 
Beilen niiftt ju reiftnen. Jüeil bie BerleftrSanflaiten ein fo tmppnbiiifteb Barometer 
beb inneren XBirifcftaflblebcnb barfleffen, erfiftefnt iftre (ffinanjlage augenbliitiilft uoenig 
höfitiift, unb eb Ifl nur nafürlidj, baff bab gefünbtfle unb (räfligffe Staatbbaftnuntep 
neftmen, ebenbab preufflfifte, unter ben (fiebetfdgauem ber 3ei* nnift am feftmerffen ju 
Itiben ftat. Aber Beit eb fo (rdflig ifl, mirb eb gttoiff bie Sieber am tftejlen Übertoinben 
unb bie alle ©efunbfteil jurüderiangen. @b bebarf freititft einer ftarien unb unerbiit 
liepen Ar6eii, eb Bteberau^uritftten, bamit eS ben jiitfelpunft ber fommenben Bep 
leftrbeinfteit biiben lann. Oie Berteftrbeinftelt aib foltfte ifl fteute feine Sorge mefgr; 
(eftt ftanbelf eb fiift pleimeftr barum, bie Bereinfteilticftung oon Anfang an auf einer 
©runblage aufjubauen, bie Dolle Sldjcrfteit bafür bietet, baff biefeb groffe, umfangreidit 
unb auffergetoöftnliifte Unlerneftmen feine üragtrafl betodftrt. ©enn ber Berlrftt ifl unb 
bleib! bab Birtfamfie 3nfirumenl beb Bfrifdgaflliiften XDieberaufbaueb; feine Xeffiungb. 
fäftfgfeil ifl bie erfie Soraubfeftung jur Hüebererflarlung beb niebergebroeftenen Bater- 
lanbeb! ©aju geftören Opfer, audg bei ben bibfterigtn Bcfiijem ber Slaaibbaftnen, bie 
Inbeffen gute Srfiiftte für bie Allgemeinheit Perfteiffen. Unb Ifl ber Übergang an bab 
Bei ij Doitgogen, bann bebarf tb einer gefiftidlen Umorganiflenmg, hei beren rüftligtr, 
jtordentfpteiftcnbcr ©uriftfüftrung bie befien unb erfabrenften STSpfe ©eutfiftlanbb mit. 
Birten muffen! So (ommen mir ju einer Berleftrbeinfteit, bie ftfier Btfift unfrreb BoKrb 
ifl, unb beren Aufgabe eb fein toirb, für jeben Botlbgenoffen baS Beflmfigiiifte gu leifien. 
3nbem fie ftbem einjetnen jum Stuften gereiiftf, toitb fie in XBaftrfteit bie etftoffie flarh 
Stufte beb Beiifteb fein! 







DIE STELLUNG DER FRAU IM NEUEN DEUTSCHEN REICH 


VON MARIE JUCHACZ, MITGLIE 

U m 6ic Stellung 6er jrau im neuen ©euifpianb gtmj ju erfaßen, ffl ein 
lurjer, burdjcub nipl erfcijffpfenbtr Büdilid auf ble Becgangenprit ber 3t»“«'' 
flimmreptbbemegung nötig. Oer Kampf ber Srauen ging pärotlel mit bei 
(f nltuicflung ©euffpianbb jum 3nbuflrieflaai unb £anb fn Qanb mit bem 
Rumpf um ble ©leipfltllung ber ®efpleptcr im Berufsleben. ßierbei (fl ein Unter- 
fpieb ju mailen jmifpen ben pöperen unb nieberen (Berufen. üBdprenb fip in ben 
pöperen, atabemifpen Strafen Me Srauen ipren piutj müpfam ertdmpfen mußten, nopm 
bie 3nbußrie ble ßunborbeiterinnen Diel mittiger auf. Oie Stauen ber bürgerlipen 
Bebößctungöflaßen fdmpflen in ihren eigenen Beiden gegen Borurteite unb Honhirrenj* 
furpt } in ben crganiflerten Spiptrn ber Strbeiterflaßc fanben bie Srauen alb Kolleginnen 
oerpdltnibmdßig fpncil atufnapme, in ben gemerlfdjafllipen Drganifationen fanben fie 
ßilfe im Kampfe gegen fc^tee^fe £opn* unb 51rbeifb6ebingungen. 3" ber ÜirPetterfpafl 
jeigte ßp bab größere Berfldnbnlb für bub Btbürfnib ber einzelnen Srauen narb Be* 
rufbarbeit unb bie Grfenntnib ber DoAbmlrifpafllipert Botoenbigfett ber Srauenarbeit 
alb ©efamierfpeinung. 

ülub biefer entmidtungögefpiptlipen Siuffaßung entftanb aber aup in ber Sojial* 
bemotratie bie Cfrfenntnib, baß ben Stauen aup bie potitifpe ©leicpbetepligung ge- 
bührt. Oie mepr aber mlnber große Ginßpt ber Sldnner Dieb aber aup ben Srauen 
ihren Rampfptaß an. 

Oie Xrdger ber ßotitifpen 5tauen6etDtgung maren Srauen aub allen Beoölfetungb* 
fpipten. Sn Ronfeguenj beb eben ©efaglen bilbelen bie Srauen bürgeriiptr ßertunfl 
unb Hieltanfefjauung ihre eigenen SrauenfiimnirecbteDcreine. örfl in ben lebten Sapren 
bllbefen fiep innerhalb ber politifpen Parteien Sraucngruppen, bie aber bad Srauen* 
mafjlrecht burpaub nipt rüdflptolob rrflreben burften. Oagegtn fanben bie fojial* 
bemofraßfpen Srauen in ihrer Partei rüdpaltlofe Unterflüpung. (Sie maren nl<pt auf 
Sonberocganifatipnen angemiefen unb furpien fie niept. 

Sn ben ertten Rrtegbjapren rupfe ber BJaptreptbtampf ber Srauen fafi ganj, er 
mürbe jurüdgebrJngl burp ble Sülle großer, fojialer Aufgaben im Oienfle beb nolleiben* 
ben Äilerlanbeb. Oab dnberte ficf> abec im (Sommer unb Serfrfl 1917, alb fpon burp 
allerlei Borjeidien brr inneren politifpen llmmanblung bab ganj in|iinltiDe ©efüpl er* 
(rügt mürbe, baß eb nunmepr mieber }u panbeln gelte. Bon ba ab tonnte über eine 
aanje Rette Don Stttionen jugunflen beb Srauenmapireptb bcriplet merben. Oab 
Gparatteriflifpe babei iß, baß Dielfaip fojlnlbemofratifpe unb bürgerttipe Srauen gu* 
fammengingen, mab oar bem Rrieg niemalb ber Sali mar. 

Sb entflept bie Srage: Sinb bie Stauen für ipre Stellung im neuen Seid) inner* 
Kd) Dorbereiief? ©er Kampf um bie Stiften), ihre Sletlung tm Berufbteben et 3 og bie 


DER NATIONALVERSAMMLUNG. 

Srauen Ju größerer pcrfönliper Setbßdnbtgtcit, jum eigenen Oenfcn unb ßanbein, Mt 
Berufbtdtigteit mar bie btfic Sniepung jur Staatbbürgtrin. Oicfer Gntmidtungbprojrß 
mürbe burp bie Rriegbjapre ungemein befpteunigt. Xrop biefer pfppoioglfpen Bor. 
bereifung unb ber furj ermdpnten neuaufgtnontmenen ßlrbeii für bab Sraucnmaplrept 
mar bie plößtip nolljogene ©tripbereptigung für bie Srauen mir für ble ©rfamt* 
beoößerung eine glatte Slberrafpung. 3“ fern lag bab 3iel unter bem alten Begierungb* 
fnfiem. Gb bedurfte erfl ber Beoolufton unb ber üJJaptflellung ber Sojialbrmplrafie. 
Über 6emunbrrungbmürbig fpnetl paßten |ip bir JBäpIerinnen brr neuen Situation an. 
Sie todptten unb mürben gemdpit. 3n ber BationalUcrfammlung, in ben £anbeb- 
Parlamenten unb fn ben ©emeinbeparfamenten ßfjen eine rclatiu große ßtnjapl Srauen 
alb älhgeorbnele unb Semelnbeoertreter. 

3Bab haben bie 3rauen in ber furjen 3eit Iprer parlamentarifpen Xdfigfcil gelri|lei, 
unb mab tönnen mir für bie 3utunfl Don Ihnen ermarten? Oiefe 5rage mirb in ber 
hier gesellten Sorm beb öfleren gefleitt. Gigenllip beßepi ;u einer folpen Stage gat 
fein Bcpt. 2Bab unter ber ßerrfpaß ber Oemofratle Dom ganjen (fielt unb feiner 
Sertrrlung geleißel merben mirb, pdngl ab oon ber polilifpen unb mirtfpaflliprn Rraß, 
bie eb befipt. Oie Srauen aber finb ein Heil beb ©o[fcb. 3pre bibperigrn £ci|tungcn 
bereptigen ße längt! jur Dcranltoorllipcn unb milbeßimmenben Teilnahme am Slaalb* 
leben. Tropbtm iß ein befonberer Ginfluß ber Srauen ju ermarten. Gb mirb ßp 
uletleipf niemalb burp 3ablen unb ttlufjdplung oon Xatfapen brmcifen lagen, mab 
butp ben bireften Ginfluß ber pariamenlarifp tdligcn Srauen grfpaffen mürbe. 51 ber 
bei ruhiger Siubmicfung ber freigemorbenen Rrdße mirb ßp halb ber Ginßuß »eigen, 
brn bie Srauen alb ffidplrrinncn unb Semdpltr aubüben. Sinb bie Srauen gleipmeriigt, 
fo ßnb ße bop anberb grartefe ütlenfpen alb bie ÜJtdnner. Oab 3raucnmahlrept 
mirb eine Bereiperung unfereb öfenilipen -Crbcnj bebeuien, nipt nur bie 3apl Der* 
mepren. Ourp ipre befonbere Gignung für fo 3 iale unb fulturelle Mufguben aller 51 rt 
merben ße bab ßffentlipe leben hefruptrn. 

(ffiir arbeiten nop immee unter fpmlerigrn Btrhällnlffen. Oer ütufbau unfeeer 
©erfaflung, unfereb ganjen polilifpen Spßemb inmitten fpmerer mirtfpaßliper unb 
polilifcher Rrifen, mit bem ©emallfriebtn ber Gntenle alb fpmerer ütud über 
bem ifaupt, nimmt bie Rrdße ber Oolfbuerireier einfpiießlip ber meibiipen fepr ßart 
in üinfprup. ülipt immer bürße eb fo bleiben, baß bie pariamenfarifpe Xdfigteil unb 
bie „pope poillrt* alle Srauenlrdße außaugen. Gb muß fo Diel Kraß ührigbieihen, baß 
bie Sraurn auf ihren eigrnflipen ©ehielrn peobufßo tätig fein unb aup ben geißigen 
Rontatt palten tonnen mit bm außerparlamentarifp tätigen Süprerinntn ber Srauen* 
bemegung. Oann merben bie gelößen Srauenfrdße unenblip Diel ©uteb fpaffen. 


DIE NEUGLIEDERUNG DES REICHES * VON Wilhelm heile, m.d.\. 


er 3ufammenbrup unfereb alten beutfpen Staatbmefenb fann bei allem Surpl* 
baren, mab er unb gebrapt pal unb bringt, bop aup fein ©uteb Im ©e* 
folge haben. Gr jmingt unb, Don ©runlf aub neu ju bauen. Oab alle 
Jteip, bab fo manpem ©turnt flanbgehallen, aber ber allerlep ten unb 
fpmerflen Probe, ber glelpjeitigen ßrfpülferung Don innen unb außen, bop nipt ge* 
roapfen mar, mar gerniß ein floljeb ßaatlipeb Baumerf, aber ein Staat mar eb nipt. 
Gb mar bie Solge ber unglüdtiprn beußpen ©efpipie, baß Bibmardb üteipbgrün* 
bungbbau fein einpeifllp parmonffpeb Baumerf Derben fbnnte. Oenn nipt bloß mert* 
»die, tragenbe Pfeiler bei gefpiptlipen Blerbegangeb maren eb, bie in ben Seipebnu 
mH pmringearbelief merben mußten, fonbem aup nie! merüofer, aber um fo anfpnußb* 
oollerrr piunber meifl jüngeren Oatumb. 

Sein Sortbeßepen mopte nop fo fepr bie Bcgrünbung eineb einigen unb feßgefügten 
©eutfpen Beipeb erfpmeten unb felbff oerpinbem: eb mußte erpatten merben unb 
blieb beßepen. Ocnn nlpl bab beutfpe Boß fploß ßp ju einem beuß'pen Slaal 
jufammen, fonbem feine Sürßen fploffen einen „emigen Bunb*. 3n biefem Bunbe, 
beflen prdßbium mit bem Xitel „Ocutfper ftaifer' ber König oon Preußen führte, 
ßanben bie Staafen gteipberepßgl nebeneinanber. Jtur bem Barnen nap ßanb bab 
Seip, bab feibß feine Blapt befaß, über ipnen. 

Seine Berfaßung mar ein mapreb Labprinip, in bem ßp nur bie Übung ber 
Runbigen jureptfanb, ein Supbbau TOaiepartub mit Dielen SJubgdngen unb Spieip* 
megen für bie baburp moplgefiperien Serfeibiger iprer allen ßerrfpaflbanfßrüpe. - 
Gin Radler, ber ßp burp bie ©röße feiner Grfoige eine folpe Siutoritdl ermorhen 
patte, mir Bibmord, ber nap bitteren Rdmpfen mit ben ©eneraien in ben Kriegen 


oon 1S66 unb 1820/71 aup ben miifldrifpen ©emalten gegenüber eine nie mepr an- 
gelaffete übereagenbe Stellung einuapm, ber tonnte aup in biefem oerjmidfen Süßem 
beb Über*, Beben* unb ©tgeneinanber beb bunbebßaaflipen Beipcb eine ßarfe Polilif 
mapen. Sille Bapfoiger mußten ipre Rrdße in biefem ©emifp aub IBiberßnn unb 
Jbalbprii Derbraupen, um fo mepr, alb ber Stufbau beb fuhrenben preußifpen Staaleb 
bem beb Beipeb oötlig entgegengefept mar. 

2Bie haben mir gelitten unler ber ©ebropenpeif unb bem inneren Tßiberfprup biefeb 
Siaafbmcfenb! B3ie hat bab beuffpe Boß bafür gebüßt, baß eb bie ßalbpeitrn unb 
3meibeuligteilen feiner ßaaliipen 3ußdnbe fo lange gebuibet pal! 

tlnb jepi iß bie »eltgefpipllipe Slunbe getommen, in ber bab beutfpe Boß ßp 
feinen Staat nap bem alleinigrr ©eftp Innerer Bofmenbigfrit unb 3u>rcfmüßigteit bauen 
fann. 3ept braupen mir nipt mepr ju ßagen: Stmerifa, 6u paß eb beßer! Oie alten 
Sürßenfplößer ßnb ja nur nop 3mgen einer allen ©efpipte unb jufammrn mit fo 
manpem Grbgul aub anberb gearteler Bergangenpeit Icbigiip ein Beßp, ber aup peule 
nop unfer futtureßeb leben bereipert. Biptb pinbert unb aifo mepr, toenn mir nur 
felber Dollen, ben beutfpen Ginpeltbßaat ju erripten, babtß ben freien beutfpen Boßb* 
ßaat, beßen Boraubfepung unb 3iel jugieip bfe lebenb* unb 2Billenbgemeinfpaft beb 
ganzen beußpen Boßeb iß. Bipl mepr bab boppelie Oupenb größerer unb firmerer 
©liebßaaten, fonbem bab Beip iß unb bann ber tigenllipe Staat. 

So bentt unb empßnbet bie große Bteprfjeft beb beutfpen Boßeb. Unb aup btt 
Bteprpeit ber Bationaioerfammlung Iß mit folpen ©ebanten an ipre ülufgabe ber 
Spaßung einer ntuen Berfaßung gegangen, ülbcr eb fpeinl, alb ob birfelbe Brno* 
lufion, bie burp bie Befeitigung ber Sürßen ben BJeg jur Ginpeit freigemapt pal. 




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rHE OHIO STATE UN 


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ifjn ßleitf? auf« neue miebtr oerbaut habe. ßötte in btn lagen der Ummdisung Me 
neue Bcipßregierung auch Me preußlfpen Slaatßgefpdfle an flp geriflen, mie eß bamatß 
fo nape lag, fo mären beute Brief) unb preußifper (Staat einfi; unb maß in Preußen 
grfepab, baß hätte mit unmiberflehliper XBttpl foetreißenb auf alle anberen Seil« ©etltfpi 
lanbß grairfl. Ptit bem Stugenblicf aber, tro eß mieber preußifpe Staatßminifler gab, 
batten au di bie neuen Begierungen in Sötern, Sabe n, Sraunfpmeig ufm. feften Sobcn 
unter ben Süßen. Jtun mürben fie traft beb Jiaturgefefjcb bon ber Beharrung bie 
getreuen Bapfolgcr ibrer tönlglfepen unb fürfllipcn Botgdnget. Um flp in ihrer Xttapt 
ju fefligen, mußten fle, roatlenb ober niptoollenb, bie parfihiiariftifdjen Strömungen 
flp bienflbar machen unb bamit - fi(b ihnen. 

3 tun über mirb gefugt, bie BeDotufion habe ebenfomenig mfe Sißmarcf ben Sab 
beftanb ändern fönnen. Bipf üRefpeft ber BcDoiuKonäre Dar bem gefpipttip Ober- 
tammenen, fonbtrn bab unoeränberte Sortbefiehen ber gefpipttip gemorbenen Ser' 
hälfnifje oerhtnbere ben folgertpfigen Übergang 3um ©nheitßflaat, ©ie ©euffchen feien 
nun einmal (ein einheitlicheb Sott. Unb eb hieße, fie nicht su einigen, fonbern aub< 
einanberjutreiben, toenn man ohne Büdflpi auf ben feibflänbigen Xebenßmilien ber 
einjelnen beutfpen Stämme ein einheifbregiment errirfjfen moilte. 

Sßir finb bie leßten, bie ben inneren Beiptum miffen m Sperre, ber unb ©euffchen 
aub ben manperlei Quellen lebendiger ©lammebeigenari oon jeher 3ugefloflen iß unb 
heute noch jußießt, 2 J 3 ir ßnb bie leijicn, bie nicht ben JSunfp hatten, baß fotcjje Siaromeß' 
eigenarf gepflegt unb badurp ber ©efamibeif nuh6ar gemacht unb erhalten »erbe. 
Slber (Tnh denn bie beuffpen Staaten mirtttp Slammebflaaien? Biplß meniger alb 
bab. Stile - im eigentlichen Sinne - gefcpicpllicpe 3 ufallbgebi!be, entflanben burp ffirfl* 
liepe ßoubmacplpelltit, burep Sruberfrieg unb ©emait, ßeiraien unb (frbfpaflßperirage 
unb nipt juleßf auch burp fremden, namentlich Bapoleonifpen ßinfluß. 3fl eb mirb 
(ich nötig, unb ifl eb mirfiiep oolißtümlip, blefe ,6taalen* auep (m Nahmen beb neuen 
Beipeß unoeränberi ju erhallen? 

©ab ff! bie Srage, oor bie fleh die ©eutflhe Bafionafperfammiung geflelti fah, unb 
bie oom Berfaffungßaußfpuß im roefenllicpen Derneinenb beanimoriei ifl. Bipi in bem 
Sinne, baß fortan alle Staaten oon ber Bilbfläpe oerflhminben fotllen. 3 Bo eb mirh 
licp ooflblümlich ifl, baß fle erhalten bleiben, rno bie flaatliche ©lieberung flep mit der 
flammebmäßigen ©lieberung unb mii ben 3ntereflen unb lüünfcpen der Beoöttrrung 
bedi, ba mögen fle gern forfbeflehen. Stber Unfl nnigteifen, mie fle am beulilchflen in 
Thüringen jutage freien, dürfen unb fotlen nicht länger ertragen merben. 

So meil mar (m Berfaflungßaußfpuß ber Bafionaloerfatnmlung unflpmer eine (Sind 
gung 3U erjieten, namentlich naepbem man juoor unter fepärferer Sibgrenjung ber 3» 
flänbigteif oon Beip unb Siaai bie 3 uflänbigteit beb Beipeß gegen früher außerorbenb 
licp ermeitert unb überhaupt bie Beipßgtmall gang mefeniiip oerflärti habe. Bein aber 
begann erfl bie eigeniliepe ©eptoierigfeit. XBitt man mirfiiep Me Beuglieberung ©eutfp' 
lanbb naep 3toedmäßigfeit ber Scrmattung unb naep JBefenbart unb XBunfp unb mirb 
fcpafllicpem 3 nterefle 6er Seoötterung oarnepmen, fo fommt man niepf mit bloßer 3 u- 
fammeniegung äufammengepöriger Jttein> unb Stiflelfiaaten aub. Jtamentiicp ber üben 
ragenbe preußifpe Staat, ber ebenfomenig mie Sägern ober JBürtiemberg ober Süden 
ein Stammebflaai ifl, fcpiingf fiep oieifaep um folcpe alten Fürflen' unb ßersogtümer 
In einer ttßeife perum, baß eine mitflipe Bereinigung nipi mögiiep ifl, ohne baß ent 
roebrr bie Sileinflaalen im ©roßfioat aufgehen ober ber ©roßflaat bie jugefjörigen Seile 
heraubgibi. Stab märe ®roß> Thüringen epne feine natürliche ßaupffladl Gtfurt? XBie 
fotlen - um nur ein meifereß Seifpiel peraubjugreifen - bie beiben Xippe unb pgrmont, 
ofe Sraunfpmeig, beffen XanMag bereitb befeptoffen pot, bab alle ßergogtum im flamm' 
oermanbten Biedetfapfcn - aber nicpl in Preußen - aufgepen ju laßen, ben 3 ufammen' 
fcpiuß mit ßannooer oolijicpen, toenn Preußen Me ßannoocraner gegen ipren XBfllen 
im preußifepen Slaatboerbanb feflhaifen mitl? 

©et Serfaffungbaubfcpuß ifl jur iöfung blefeä Problems in ber ßauptfape ben 
XBeg gegangen, ben Staatbferretär Preuß fepon in feinem trfien, oom Slaalenaubfipuß 
pinlerper aber bib 3ür tinfennfliepfeit partifuiariflifp umgetoanbeilen ©ttmurfe ein* 
gefepiagen patte, ©em Sirtifet 15 , ber hoffentlich in ber enlfcpeibenben Boilfipung ber 
Salionaloerfammlung eine noep größere Steprpeii auf fiep bereinigen toltb alb im BeT> 
fufTungbaubfipuß, lieg! ber ©ebante 3ugrunbe, baß bab Jteicp ber eigentliche Staat Ifl, 
unb baß bie Xänber, bie fortan auep niepf mepr ben Ttamen „Staat* füpren fotlen, 
nur Selbfloermaltungbgebiete im pöipflen Sinne find, ©emgemäß foit bie ©lieberung 
beb Jteicpeb in Xänber niepf mepr ängfltiep an bie öberfommenen Staaten gebunden 
fein, fonbern fle „fo!I im Sinne der mirtfcpafllicpen unb fulturellen ßöcpflleiflung unier 
mögiiepfler ScrüetflcpKgung beb lititlene ber betetiigfen ©eoäiferungen erfolgen*, tinc 
biefen ©runbfap ju oertoirriiehen, beflfmml ber äfrtif et : ,öie üleubilbung oon Xänbem 
ober bie Sinberung Ipreb ©ebiefeb burep Bereinigung ober SIbfrennung oon ©ebieien 
fand burep Seicpbgefep erfolgen, oenn fle burep den XDitien ber Seoötterung gefordert 
mitb ober ein übetmlegenbeö flillgcmeininterelfe fle erbeifpf. ©er Stillt ber Seoötterung 


ifl burep bie Slbflimmung der toaptberecpliglen Qinmopner fefljufleilcn, bi« auf Sintrag 
einee) Biertelb ber Siimmberepiigien ober ber poiitißpen ober fommunalen Bertreiungen 
eineb Biertelb ber beledigten Seoötterung burep bie Jteicflöregierung unsuorbnen tfl. . .* 

2 Baö Ifl erreipf, toenn ber SirtitetiS in biefer 'form ©efep toirb? Si Ifl nipl bloß bet 
Btöglipteii ber 3ufammen!egungen, fonbern aup ber Sibitennungen gegeben, unb jmar 
aup bann, toenn ber betroffene Siaai feine 3 ufltmmung jur SIbfrennung oon flp auf nlpi 
geben mtli. ßei genügt bann neben bem XDiiten ber beteiligten Beoölferung bie 3 u' 
flimmung ber SJeppeit oon Beipörai unb Seipölag in Jorm eineä einfapen Beipögefepeg. 

©aß lepie Ifl mefenliip. ßälle man, mie eß urfbrünglip oorgefptagen mar, ein 
oerfoflungänbernbeß Beipßgefep sur Sebingung gemapl, fo mürbe nipt bloß ein ©ritte! 
ber Btiiglieber beß Beipßiageß, fonbern cup ein ©rittet der Stimmen beß Beipßralcß 
ober Staafenaußfpulfeß, b, i. ber BJiberflanb preußenß atlein außreipen, um baß 3» 
flanbetommen ber Berbefferung unferer flaaltipen ©lieberung ju oerplnbem. ttnb ba< 
burp, baß ber XBille der befefligien Seoötterung smat mopl gehört unb beaptet merben 
muß, aber nipi allein enlfpeibet, baß oielmehr ein Scipßgefef) noimenbfg ifl, mirb 
eine Siperung gefpaffen gegen partttulariflifpen Bliß6rauip. 

Sun mirb eingemanbf, baß Preußen Bereitst in flp ein gut Seil Beipßefnpeii Der- 
förpere, baß man biefen Staatßoerbanb atfo unoerfehrf erhalten feile, ba man burp 
meilere Singiieberungen an Preußen Diel leipler sur ootttommenen jteipßeinheif ge. 
langen mürbe, ©aß ifl ein gefähriiptr 3rtfum. ©enn felhfl menn man ben JÜSitien 
beß Botteß - entgegen allen bemofratifpen ©runbfäßen - unbeaptei laflen unb alte 
bie oon Preußen umitammerien Sfiemflaaten sur Stfeifigung ber unfeiigen Bietflaaierei 
einfap in Preußen einoerieiben moilte, fo mürben mir jmar auf ber nipi fonberlip 
iragfähigen ©runblage beß 3<oangeß einen großen norbbeuffpen Cnnheifßflaat erhalten, 
aber ber Partitularißmuß beß Sübenß mürbe baburp inß Ungemeffene oergrößert mer. 
ben; unb mit man bie ßinglieberung oon ©eulfp-Cflerrcip in baß Selp unter fotpen 
Bedingungen burpfüßren mili, baß ifl oöiiig unerflnblip. SBemi baß Belp nipi ber 
Siufiöfung oerfallen fotl, fo muß bie preußifpe Hegemonie ber Beipßhegemonie meipen. 
Preußen hat feine große gefpiptlipe Siufgabe erfüllt, aiß eß burp feinen Daptffaat 
bie gcmatlige unb oietfap aup oergemattigenbe filammer für ben bißherigen Jlotbau 
beß ©eutfpen Beipeß fpuf. CSß mürbe fein eigeneß 2 Berf serflören, menn eß jetfl 
nipt bie Folgerungen auß feiner ©efpiple sieben modle. 

SItfo: nipt 3 ertrümmerurg preußenß ifl baß 3 >et beß Slriiteiß 15 , fonbern ßbnung 
beß Btegeß für baß Siufgehen Preußenß unb ber anberen Staaten in ©eutfplanb. ©er 
Berfaflungßaußfpuß bfli flp aber bei feinem Streben, bie Beipßeinheil su förbem unb 
bie Beipßgcmalt su flärten, teineßmegß su einer Unferfpäpung beß Seibfldnbigleifß' 
munfpeß unb ßigenflol3eß ber beutfpen Stämme oerieilen laflen. Seine Btehrheii ifl 
oielmehr gerabnu oon bem ©ebanfen außgegangen, baß mehr Berflänbniß für biefc 
Begungen ber Boffßfeele geforberi merben muß. SWrter aber aiß aller Sfammeßflol3 
muß der beuifpe ©ebanre fein, ©enn auß bem ßinheifßgcbanten - inßbefonbere im 
öinWlcf auf ©eutfp.fßflerrefp - flrömen bem beutfpen Botte fehl In ber Stunde 
fpmerfler Bot feine größten Öofnungcn su. IBenn mir atfo die gemaltige Srafl, beren 
bie beutfpe Bottßfeeie fähig ifl, für ben BSieberaufbau unfereß Siaatßmefenß »ul; bar 
mapen motten, fo dürfen mir unß nipi mit ber einfapen XBieberherfleilung beß ge- 
tünfletien alten Botbnueß begnügen, ßß Bebautet für bie ßinheit menig, menn nur bie 
Sürflen ihrer Sprone oerluflig gingen. Siup bie Sunbeßflaatcn felbfl bürftn nipt 
mieber mii ganzen ober halben Souoeränitätßdnfprüpen inßBeip eingeglieberf merben, unb 
oor altem barf fein Sundeßfiaat mehr bie Btapt haben, bie Bclpßpaiitit unter feinen ein' 
fettigen XBiiien su beugen, ober aup nur, fle burp unberepligte Sonberbeflrebungen ju 
erfpmtren. ©itfeß 3iel ifl um fo leipler su erreichen, menn ber bißher fo übergemaitige 
preußifpe Staat feine neuen prooinjen freigibt, damit aup fle in freier Sei6floermaHung 
tragenbe ©Heber beß beutfpen ©efamtflaafeß merben. So nur Tann beibeß erreipt 
merben, fomopl bie Freiheit aiß aup bie ßinheit unb bamii bie Fefligteit beß gansen Saure. 

« 

©eit Mefe Oariegungen nitbergefprfeben unb gefept morden find, hat im Berfaffungß. 
außfpuß bie sweite iefung flaflgefunben. Unier dem ©rüde btr außmärligcn Xage 
©eutfpianbß mar ber jtoang ;um fpnetien Sibfptuß beß Betfaflungßcoerteß gegeben, 
©ie Begierungen ber ßinjelflaalen hleitrn an ihrem parlitularifiifpen XBibrrflanb feil. 
Unb Me Folge mar, baß bie Slehrt)eil ber erflen iefung abbrölfelle. Um baß ganse 
XBert nipt fpeilern su laflen, gab man nap. ©ie Beränberung ber alten ©liebflaatß' 
grensen foll nap bem nun abgefpioflenen Kompromiß jmifpen Battonaloerfammlung unb 
Slaaienaußfpuß nur burp oerfaffungänbtrnbeß Beipßgefep erfolgen tönnen. ©aß 
heißt, mie auß ben obigen Oariegungen h«roorgeht, baß man oietleipi bie Stöglipteil hat, 
einige gans grobe Spönheitßfehier in ber ©lieberung beß ©eutfpen Beipeß su befeitigrn. 
©er partitulariflifpe XBibrrflanb, namtnflip Preußenß, aber mirb eß oerpinbern, baß eine 
mirttip organifpe, bie beuifpe ßinpeii befefligenbe Beugiieberung unfereß flaaltipen Stuf' 
baueß mögiip mirb. ©aß ifl tief bebauerlip. Biber: nop ifl nipi aller Sage üibenb. 







REICHSTAG UND REICHSPRÄSIDENT * VON I)®* ABLASS, M. I>. N. 


crcn frei 6er XBütbigutig beS SJerteS 6er neuen BeicpSoerfalfung eine Soff aepe 
gonj 6efon6ere ßeroor Hebung oerbient, fo iff ei bie, baff fie opne eigerttlicfje 
Borbüber gearbeitet bat. Gei gibt eine ganje Slnjapi bemotraPTcpcr Ber- 
fa|fungen in 6er Sulfurttelt, 6ie lange genug belieben, um einen Qberbficf barüber 
iu gefiatfen, ob in ihnen bie ©ouoerdnitdt beS freien BoifeS ben jutreffenben SiuSbrucf 
icfucibcn bat. ßier galt ei, unter fepärfffer Jlacpprüfung 3 u liebten unb ju fonbern unb 
)ie in ben Berfaffungen anberer Oemofraffen petoorgclrrtenen Stängel ju uermeiben. 

Sei foleber äibtodgung erfennbarer Borjügc unb JTaefjte ite i|l eg bem Berfalfer beS 
beulfdjen Berfaffiingöenfourfeff geglürft, bie ©trubel ber ©jplia bee franjöfifcpen unb 
her öparcbbiö ber amentaniftfien Berfafiiing glücflicp ju umffpiffen. 3n jranTreitf) 
berrftpf unumfepränft unb ohne jcbeS brauchbare ©cgcngctoicpt baS Parlament in un- 
■rfjter bemefratifeber BegierungSform, mobel ber prüfe bent ber Bepublif nfcpfS ifi als 
eine ben dufferen Schein Dertörpcrnbe ©e|iait. 3n ben Bereinigten Staaten non 
ilmrrifa bagegen ifi bie Trennung pan Sefeijgebung unb Beruwttung fireng burep. 
geführte |ene liegt auSfcptlefflid) in ben ßdnben beS Parlaments, biefe in benen bei 
prdffbcnten, ber baburdj eine Siadjtfülte perlieben erbalten bat, bie ifrn boeb emparbebl 
über alte noch fe felbffperritcpen Ginjelpectfdjer. Staff auch ein Ginffufi, trie ihn ein 
XBilfon btfonbtrö im Kriege erlangt bat, für Diele ctoaS BeffecpenbeS haben, fo i|l 
hoch nicht ju Perfennen, baff feine Stellung pan coabrcr Bofföpcrrfcpaff bimmeitpeit 
entfernt unb mit ihr feblecbttoeg unpereinbar f|f. 

3m neuen Beutfcpcii Belebe tnfrb ber ©ueptigffe unb Domebm|te Träger ber Staats- 
gemalt ber auS ben freieren SJapien bet Hteit peroorgepenbe BeicpSiag fein. Seine 
XJJitglieber gediegen ineilgcbenben |trafrechtli(ben ©cpup gegen Serfolgbaefeit im Biege 
eines ©trafperfaprenS unb haben ein 3eugniSotr»eigerungSred)l eingerdumt erhalten, baS 
fie befähigt, ihnen anoertraule Xatfaepect gebelmbaiten ju bilrfen. Bie gefamte SeicpSregie. 
tung bebarf nach ben ©runbfdffcn beS pariameniarifchtn SpHemS ju ihrer Slmtöfüprung 
beS BerfrauenS btS BeicpStageS. Spbalb ber BeiepStag bem BeicpSfanjIer ober ben BeiepS. 
neiciiffem burd) Befdffuff fein Bertrauen entjiebt, muff |eber oon ihnen fein atmt niebedegen. 
Babureb if) bie Begitrung ju einem Xlkrpeug in ber ßanb bei BeicpStageS umgeltalfet. 
ferner iff bem BetdjSlage nach bem BTuffer anberer Oemofrafien baS Bechi ein geräumt 
tppTben, UnttrfuepungSaudfepüfTe einjufepen, burcfi bie er ln eigener unbeeinflußter Gr- 
mittctungStdfigfeit lieh bie tpicfrtigffen tiluffcpIülTe über bebeuffame Bargdnge beS pplitifchen 
XebenS Derfepaffen fann. Oberhaupt if? bem BeicpSlage eine fepr flarf erhöhte Ber. 
»altungstätigfeit jugemiefen tpprbcn über baS Brcbt ber ©efrffgebung hinaus. 

XBdr es richtig, fn btefer »eittragenben Blelfe bie Becbte beS BeicpStageS ane- 
jugeffatten, bann machte fiep fofort bie jmingenbe Botroenbigfcit gelltnb, bafür Sorge 

DER VOLKSENTSCHEID ‘von 

emofratie unb Parlamentarismus finb ntept baSfelbe. Bemofratie iff bee 
ältere unb »eifere Begriff. Oie bemotraPfchen Stabtrepubiifen beS ütitertumS, 
felbff Born, fannfen feine BotfSpectretung, fonbern nur eine BcifSoerfamtn- 
(ung. Das ganje BolT, auf bem Btartte jufammenberufen, gab bie lepte 
Gntfcpeibung in ben Stngdegenpeften bee Staates. Stucp heule hat bie rein partamen- 
tarifdje Bemofratie ihren ©iegeSjug pon Gngianb auf nlcpl übet alle bempfratifcp 
regierten Staaten angetreten. 3n Gngianb felbff iff bei ben lepten Kämpfen um bie 
Beteiligung btS DbtrpauftS ppn fonferpatfoer Seile bie Ginfübrung ber BolfSabffimmung 
engeregt tooeben. 3n ben Bereinigten Sfaaten Pon üimerifa toi rö bie Btacpt bei 
PartamerlS burd) bie beS präffbenien minbeffenS in Schach gehalten. 3n ber Schtneij 
rrffredt fi<h bie Blacpl beS Parlaments nicht auf bie SI6feljung brr pon ihm gewählten 
Begierung unb iff namentlich baburep tpefenliicp eingefcprdntt, baff bie BolfSabffinimung 
als Grgdnjung unb Kontrolle ber ParlamentSbefcpliifTr in tneiltm Umfange jugelafftn iff. 

Stucp in Beutfcptanb barf nicpl alte Bfacpi auf baS Parlament gelegt »erben, üttlrm 
ppn ben fcptDanfenben Bteprpeiten beS Parlaments bie ©epidfate eines Staates ab- 
hängig ju maepen, geht nicpl an. Stuf folcpe XBcife mag eine Xanbgemeinbe burep 
ipren ©emeinberat regiert »erben, nicpl aber ein grofjeS Bott burep fein Parlament, 
©cgtngemicpte, »ic fie im fonffifutionellen Staale burdj bie ptrfon beS Btonardjen 
unb bie Pon ipm abhängige Begierung oorpanben finb, tonnen in einer Bemofrafie nicpl 
ciufteeplerpalfen »erben. Bielmepr muffen bie Organe, bie beffimmt finb, baS Parlament 
ju (onlrpttlcren unb ju crgdnjcn, ipre Sluforitdt fn berfelPen Bfeife »ie baS Parlament aus 
(em BJilten beS BotfeS fepöpfen. Sonfi »dre ber Begriff ber Bemofratie Dcrmifcpt. 

SIIS oomehmffe biefer Gfnricptungen fennt bie beutfdje Berfaffung ben BeicpS- 
präffbenien, ber auS unmilfetbarcn Hkplcn beS BoifeS perpargepf unb btSpaib in bem- 
felben 3JJ affe »te baS Parlament als BertrauenSmann beS BoifeS ju bejeiepnen iff. 


ju tragen, baff gegen mögliche JTtifbrducpe bet ©eroatt ein ffarfeö ©egengemichl gc- 
fchaffen »erben muffte, unb biefeS iff In bem SfuSbau bet Stellung eines ffarfen BeidfS- 
prdffbenten gefunben »orben. Bichl in ober Bcprdfentotion, fonbern in Iraffoollcr unb 
oerantlp ortungSrciche c Xatigfeii foll feine Siufgabe im Bapmen unb jum Scpupe ber 
Berfaffung beflepcn. Um feine Unabhängigleit Dom parlamenl unb ber Bricperrgirrung 
fcff 3 ulegrn, iff beffimml, baff ec oom ganjen beuffepen Bolle naep ber rclaffpcn Blcprptii 
ber unmittelbar abgegebenen Stimmen gr©dpll »irb. 3pm finb im mefenlticpen biefenlgen 
Becpte jugctedl »orben, bie (m früheren Bcuffdjtn Be tepe ber Äaifer als BunbrSobtrpaupl 
gepabt pat. 3n Botfdften iff Ipm baS Bedjl jugeffanben, einjetne beutfepe fdnber jur Gr- 
fültung ihrer pfüdffen auch mitßilfe ber 6e»afffiefen Xhacpt anjupallrn unb gegen einjetne 
beutfepe Xänber ehenfo mit ®e»ait einjufepreiten bei etpebfieper Störung ober ©efäprbung 
ber öffentlichen ©tcperpelt unb Drbnung. Bie Bauer feines StimfeS (ff auf fiebert 3apre 
bemeffen »orben. Gr ernennt unb entläfft ben BcidiSfanjter unb bie BeicpSminiffer, unb 
er pat baS Becpt ber fftufföfung beS BeiäjStageS, jeboep nur einmal auö bemfetben Iflntaff. 
Kann fiep bet bte Xänber oertrefenbe BeicpSrat mtf bem Beiepstage über ©efepe niäjt 
einigen, fo barf ber BeicpSprdfibent bie ffintfepeibung btS ganjen Bolfd anruftn. SIucp 
barüber hinaus iff bem BeicpSpeäfibent baS Becpt eingeräumt »orben, nad) feinem 
©muffen febcS Dom BetcpSlage btfcplofftne ©eftp jur BolfSabffimmung ju bringen. 

3ur Bcrpinberung Don üBiffPräuepcn in ber SimfSfüprung bei BeiepSpräffbenten 
barf anbererfeitS »feber ber BeiepStag feine Sibfepung burd) BoffSabflimmung herbei- 
führen. Bermeigert baS Bolf bie Sibfepung, bann gilt bie BolfSabffimmung jugleicp als 
Beumapl bei Präffbenien unb als Siufföfung 6eS BeicpStageS. Bei fepuibpaffer Ber* 
Tepung ber BeicpSDcrfaffung ober etneS BeidjSgefepeS barf ber BeiepStag ben BetcpS- 
präffbenien Pot bem StaalögericpfSbof für baS Beutfepe Brief) in Slnftagejuffaub pcrfepcn. 

GS »irb unoermeiblicp fein, baff Diele Beffimmungen beS Berfa (fungSentourfeS Sin. 
feeptung erfahren »erben. 3“ ben glüdllcpffcn Xöfungtn aber, bie ber Gntmurf fm 
Sfufbau ber ®e»allen beS BetcptS gefunben pat, feptinf mir bie ülbgrenjung bei Gin. 
flufffreifeS jmifdjen bem BeiepStag unb bem BeiepSpräffbenten ju gehören. 3n ber 
ßemolralie barf feine rinfeitige ©tmaltperrfihaff eines Trägers ber BeiepSge»att freflepen, 
unb gerabe bie BoffSberrfcpaff »irb ffarfe Btanner Pon pof)em filllicpen Berantmort. 
fid)feilSgefüpf unb groffer gtiffiger Begabung nicpl entbehren »ollen unb fönnen. 3n 
einem fein empfunbtnen ßebldit pal ber fcparfffnnlgffe ©eftpgeber unb übereagenbe 
SlaafSmann im allen Sllpen, ©oion, feine eigene BerfaffungSfcpöpfung bapin gefennjeiepnetr 
»©ooicl gab idj bem Boift ©emall, mit biefem genug iff, 

BicpfS ipm nepmenb unb nicptS ffbcigeS biefenb an Biacpl. # 

BiefeS föfftiepe XPort muff auch bie Bicptlinie für baS pepre beutfepe BerfaffungS»trf fein. 


OBERBÜRGERMEISTER KOCH-CASSEL, M. I). N. 

Gr feit joar bem täglichen Streite ber Parteien enltüef!, aber mit fo Dielen Btacptpoil. 
tommenpeiten auSgerüffet fein, baff er in ©tunben ber ©cfapr pon feiner poptn XCartr 
perahffeigen unb feinen Ginffuff geilenb maepen fann. tffuep ber BeieffStaf fff ein Organ 
bei BolfSmillenS, inbem er bie Bertrelung ber burep ben XBitien ber Parlamente in 
ben beuffepen Staaten juffanbegefommentn Bcgltru eigen bilbet, aifo aud) aus BalfS. 
toaplen, »enn aud) auS inbireffen, perOorgept. Be6en biefen Gtnriäjfungen aber bfeibl 
eS in bcfonberS »itpfigen Jüllen unentbehrlich, ben unmittelbaren Süllen beS BoifeS 
Im XBege beS BoifSentfcpcibS feffjuffellen. 3n bem urfprünglid)en Gntourfe bei BeicpS- 
mmifleeS preuff in »eitern Umfange jugetaffen, blieb ber BolfSenffipeib - biefen beuffepen 
Barnen paf berBtrfaffungSauSfcpuff für baS .Befttcnbum* gemäpit, ba baS 113 orl »Bolfo- 
abffimmung* ju unbeffimmf iff - infolge beff GinffufftS beS ©faafenpaufeS in ber Bortage, 
mie fie ber Bafionaloerfammlung jugegangen iff, auf einen elnjtlntn jail befcprdnft. iebig- 
licp SttinungSoerfcpitberpeilen jmifepen bem BeicpSrat unb bem Parlament foillen im Siege 
beSBoKScntfepeibö enbgültig enlfdffcben »erben fönnen. BaS Iff nur ein fepücplernet XSer- 
fud). Oarü6tt hinaus erfipeint eS erroünfepf, in allen ben Jällen baS Botf als leplen 
ßcpiebSridfftr anjurufen, »o bet BeicpSpräfibtni gegen PaelamentSbefcplüffe Bebentcn ju 
erpeben pat. JBie baS Parlament über bte Stmtspanblungen beS BeiepSpräffbenten unb ber 
Btgierung ju »aipcn pat- fo foll auch bet BetcpSpräffbentatS BertrauenSmann beSBotfrS 
barüber tuaepen, baff fiep baS jbartament in Ginflang mit ber BottSmetnung pätt. ©o »enig 
man bem BeiepSpräffbenten ein frthffänbigeS Betorecpt gegen bie Bcfcplülfe ber Baiional- 
perfammfung tintäumen fann - btnn baS »ürbe ju einer perfönlicpcn poiitif führen - 
fo fepr tragt eS baju ich ber »apren BottSmefnung jum 6iege ju oerpeifen, »enn 
ber Prdfibent baS Becpt erpält, einen BolfSentfcpeib perbeijufüpren. Slhtr baS allein 
genüg! nicpl. GS fann fein, baff bie iflnfcpauungen bei BcicpSpräffbenfen ebenfo »ie 
bie beS Parlaments niept mepr ber BolfSmeinung enifpreepen. Ba muff bie Btöglicp- 





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Sdjepfer u n b OTitarbeifer b e 0 JSerfaffungawetl* 

3n» Strfoffa *$4« afftet na$ 6*m X*»« pen fratW *It(<Mib«r 3JWfl*f. 


Uen linf* nocft rctfiip £at\4 3rt»r. rcn Skfftr, Cbcrrtaicninfldrai im :Hri<Nrmnlflcr1iim b«< Innern, Gefront fflr WcifafunaPanfttlr^tnbfitcn — 2Pirfll$fr (*f»Klm»r Hol Dr. IbcpC-cr Umlt, U nterffaaipftfrrid' im 

br» 3nnern. - Dt Gltmtn# p. Ptlbrötf. b*laat#»*frctdr a. D., 301. b.Ä. (£>, JJat). — Dr. X-u«e Prrufi, .tt»itf*minlrttr btr 3nn«m. btr C^dWpfrr nftta «ntttiirfP btr nnicn .HrttMPcrfaffuna. — ®rt$ 3tttty*rt, <$«$, Ar»k fD,1 * rir 

unb Uprtrfl$crber 71«» im tt*l<t#»3uftt3tnintflcrimii, - «bpif GrttfT, et«atäf«fn44r a. V , Ji, D. 3t 13 ) — Dr, Prunc* «bl«#, 3«fl*a»*t- V*- &. ß. (*>cm.). - Pr. Fpnr*b JkprrU, UniWTfWWprpfrffpr, 3R.fr.Xl3.). - Dr, Cube©ori««« 

Wrfanfrtcr bc» »clfPfloaM Pcu»fc&*Cf1err<i$. - Dr. p. Prr««r, G>efanb«r bt» 3Jp(W|toaU Z'afcrn. 


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<5 d? <> b f e r unb JJlltarfeeifer b e a 3erfaffutii)*u>erla. 

_Vtn Herfa ffang Muff Auf Der f>cutfA*n Jfatianaii*frfdmm!una nad* t»fm Cfbfn arutitftnet ren *>anf MltranDrr CTullrr 

*0«t ihtf« etad* f r tbi* ■ JtdfeafNIa ^(hrifWfO«, CT ft X. («**|.). - CPffl: ««nraft fcaufnwknn, fl l ai H dl WMr l *).. CT 6 Jl (üffit) UarfiftfftPff fte« Dfrfaffnn<|Mu«i$uflf« Uirtn: Df Pfttr ^pafcfi. **iaaMmlnlÄef a. D.. CT. ft. X. 
'IfilMrfrftfnPfr •»«■rflKrtitfr tn yrrfdfTungdaiwfdVJlTf« - U. Dr. IPllMni »eft! UntPfrfildl*prefrffar, CT ft Jl. (I». XV p.) cMamlbUft einer (-itung fte* Der(a(Tun ^ <j a*f<fuffe<. du(jrncmmen Im flrpfrn Jlunbre raiffaal Pf« Jli 
BinMleriunui Pr« Juium. - Unna t <CT«rf». CT. P. Jl. (O J?ul). — JJUlkelni fceile, «*«bri|Hei1er. CT. P. X. »£'*rn.). — Dr. CT«( Quartf. <!*(prflmenef. CT P Jl. («*CH — ;frau Judwqt pcrtufefrelfrin. CT ft. Jl («**U. 


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(eit einer Beridftigung auS bem ©olfe fetbfl gegeben »erben. ©aS £f? möglich, Denn man 
eine ©ottSabpimmung auf Antrag eines 3®anvgfielS 6er Stimmberechtigten beb Golfes 
jutöpi. Babel Ifl eS nicht ganj leld)t, ben Slntrag In eintcanbfreier ©Seife uuf$unebmcn. 
3nbeffen wirb fle^ eine gefepeStechnlffhe Xöfung pnben lafftn. Sine fofcpe ©oftS* 
abftfmmung mup berc 3®td hoben fönnen, foroobl b«S ©erlangen nach Borlegung 
eines ©efebentwurfeti duSjufprcchen (fogenannte „3niti<i(ioe* nadf der Sebweijet unb 
„Boftbbegtbren* naib unferer ©erfafjung), uIS <md) buS 3nfrafltreten eine« ton bem 
Parlament bcfölofTenen ©efrpeS, als Im ©llberfprudj mit btr ©oftSmeiming liebenb, 
SU terbinbem. ©tfeheStechnifcbe Slnjefbttten barüber B>l<ber3ugeben, terbicle! ber 
Saum. Oer Stufrag, ben ble ©emofratifdje Srattion gefttllf unb btn bie BerfaflungS- 
fommifpon angenommen bat. wirb, Die mir febefnt, aller Scbwferigfeiten ßerr. 

Sin einer Stelle aber ifl mit ber ©otfSabflfmmung baltsumacpen. GS todte grunb> 
fdfftich falf<b, oollte man eine ©elfSabpimmung auch barüber sulaffen, ob buS Par- 
lament noib baS ©ertrauen ber Btoöltening geniept ober nidjt. Oabingebenbe fosial- 
bemofratifhe Sir W ge bal ble ©tebrheit ber BerfuftungSfommiffton abgelebnl. SS Urne 
babei auf eine Slbberufung beS Parlaments durch ben ©olfswllkn unb auf eine fortwüb- 
renbe CSrftfjüflerung btr Slulorililf beS Parlaments blnauS, bie eS ibm unmöglich machen 
mürbe, (1$ einjuarbellen unb |l<b ©«»(djl s u oerfdjaffen. ©Senn bie einseinen 21b« 
Pimmungen brt Parlaments durch bie BolfSabffimmung fonfroillert Derben lönnen, 
fo feil man bem Parlament feine ohnehin nur fürs bemeflene iebenSbauer nid?! fori- 
laufenb in Jrage pellen. 

Plan fönnte meinen, bap bie 3ula|fung foldjcr ©olfSabflimmungen baS Holt In emiger 
Unruhe hielte. Siber baS Beifrfel ber Schweis ergibt, bap Pe in ber prapS feiten pnb. 


3cbe potitifdje Partei feheut P<h febtieptiep, ble bamil oerbunbenen Bo Pen unb Blühen ja 
Mufig aufouwenben. (SS ip auch nliht richtig, bap eine fotcpe ©otlSabffimmung immer 
rabitaliPerenb Dlrft. 3m ©egenteil. Oie Sibgeorbnelen Derben häufig nicht non ber mirf. 
liehen ©oftsftlmmung beeinPupi unb geleitet, fonbem ton ber uu3ufrtebtnen Sielte, bie fub 
an ber Obrtflücpe srlgt unb bureh bit lebpaPigfeif ihrer Bewegung bie ©oftSoe dreier mic- 
reipf. Oer ©offSentfchelb bagegen bringt ben ruhigen Untergrunb sur ©eltung. öS ip 
(rin 3ufall, bcP in brr Scfjroeis baS Beferenbum mehrfach fogar rüdfcbritflith gewlrti 
hat, Die 5. 8. bei brr Siblehnung ber fesialpotitifdjen ©efepgebung. Siber baS barf m*t 
febrecten. ©enn ein ©efefj, für baS baS ©oft no<h nieht reif tp, wirb erP einsufübrn 
fein. Denn baS Half bafür reif gemacht Dorben ip. öin befonberer ©ortefl beS ©oft?- 
entfeheibS ip eS, bap pdi bie Slgilafion nur auf eine einseine {frage su erftreden hat Sei 
btn Stahlen brrht ft<h bie Slgitatfon hdupg um perföniicpeS, namentlich abtr hat fit fo 
Bielertei 3fagen sum ©egenflanb, bap fein Be Derber ober ©olfSrebner fein Programm 
tiefgrünbig barlcgen fann unb pep bamit begnügen mup, (n groben Strichen btr Schlager 
hernorsuheben. Bei bem ©oKSentf epeib bagegen Idpt (ich eine Slgilaiion enftoidefn, bie 
bis in ble brelftpen Blaffen ber BcDölftrung hinein belehrenb unb feputen b Dirft. 

3m ganjen glaube ich, bap mit einer weligepenben 3ulaffung ber ©ottSabftimmung 
ben heutigen Slnfcfjauungen ber Beoölferung Bedjnung getragen mirb. OaS 3SoIf 1'1 
hdupg ber Xütigfeit ber Parlamente mflbr. SS ergeht fiep in lebhafter Rritif, ohne 
iefflaiti in bie läge su fommen, fleh mit ben Olngen felbff bon ©runb auS 311 befdjüfKgen. 
BrfTer als eine Srfepung beS Parlaments burch Slrteiter- unb Coibatenräfr, berrn 
Berliner Tagungen getoip nicht ben Ginbruef einer überlegenen Beife gemacht hoben, 
erfchcint eS, baS Parlament in ben Dichtigpen Süllen burch baS ©oft fefhft su etfepen. 


DIE BRÜCKE * EIXE GESCHICHTE VOM XEUEN REICH VOX KARL BRÖGER. 




m erften BeoolulionSabenb ftanb Huri (heller gans opm beim Xlfth, »0 
bref ober oier frembe ©Tenfdjen ble ©erfammlung Iciltlen. Sr fab baS BJeiPe 
Im Sluge ber oerfefftebenen Bebncr rollen unb füllte fein Dl)r mil Stimmen, 
*Dfe er bisher noch nicht nernommen halle. - Oiefe Stimmen nerfolgten ihn 
auf bem ßeimmeg, unb plSbtidj fHeg, heil unb überfdjarf beleuchtet, baS Bilb ber oier 
lebten 3ahre oor feinem inneren ©rpdft auf. Qr glaubte bie sftlembe ßi pe jenes SluguP- 
nacpmiltagS oon 1Q14 Dieber su fpüren, fab fid) bie hob« {freitrepps binaufgepen unb 
laS baS grellrote plafal; »Bleibung pan {freiwilligen um ble (Sde!* - SSar er eS roirflicb, 
ber bori über btn Sfafcmenhof rannte, gebept oon ber hohen Stimme eines Ütenfdjen 
mii golbener Borte am Uniformtragen ? 3ept härie er ben 3 U 9 ftampfen. (fr fdftcppte 
feine foflbare Sradjt oon jungem heben fcudjenb aus ber ßaiie. Bor iturt ßellerS 
Siugen flogen Xücpcr, baS weife fileib eines iungen, fdpanfen BldbdjenS gldnjte bell 
auf, bis Dine Silber oon Berg unb Sbene, {flup unb Baum ben mafeltofen Schein 
oerbedten unb er gans ltn Ountel einer unbePcmlen üladjl ertranf, in bie ber Truppen- 
sug brauPe. 

OaS Panbrifche Polberfrlb fchDapple Im Dfloberregrn, unb trübe, gelbbraune halben 
fcfiDemmten über bie hellftammenbe Begeiferung ber jungen Soibalen. ©ranafen 
pflügten baS ßirn Hurt ßetterS, ber fdjrcdbafl aufsudfe, benn blcfjt oor feinen Jüpcn 
wucpS aus ber Bopembemacht brüllenb unb gurgetnb bie Bauch- unb Schlamm- 
fpntdne auf, bie feinen {freunb unb ßcrjenSbruber Srip Stürmer in ben bleifablen 
ßimmei oon Bisfchoote gelragtn hatte. - ffrregt prich Rurt ßelter baS ßaar aus ber 
Stirne. Oap biefe Erinnerungen gerade brüte fommen muplen, an blefem SIbenb, wo 
bie Jreibeit blutrote 3Iüget über bem Xanb tüftelie unb bic Blenphtn aufrif sum {fiuge 
in ein neueS Oafein! 

Oie oontebme Biliengegenb lag flumm unb cinfam in ber Ounfrlhrit. Bur aus 
bem Dbergefchof eines ßaufeS brach noch gcbümpPeS liebt. Hurt ßefter fannte baS 
StnPer gut. Oori fap gemip ber Honfuf ßeinrich ßelter noch auf, über 3<>blm brütrnb, 
bie fein Oenten beberrfdjten. 

SKS Huri ßelter inS 3immer traf, wanbte ber ©ater nur flüchtig ben Hopf, nidtc 
abwefenb unb tippte mit bem BleiPiP Detter auf ber Seite beS ©eftbüpsbucheS. - SIuS 
Hurt brach bie Erregung, bie er bis (ept mubfam Perhallen batte. Sr überfdjüftete 
ben ©ater mit ©Sorten, an benen noch bie ©tut haftete, mit benen fte auS bem 
Blunbe ber ©erfammfungSrebner gejtür3t waren. 

Honfut ßeinrich ßeller brüctie ben Bleiftift gegen bie pultfante, bap bie Spipe 
mit feinem Sblirren bratp. Oie fleinen, fühlen Siugen (rochen hinter ble Satten beS 
abweprenben XücpefnS surüd. — ,©u firpft ©efpenper, Huri! ©er ©euijipe moepi 


feine Beuolution. ©aS liegt einmal nie 
auSfrafeelen. " SBenn er mübe (fl, fdjtül 


f 


In feiner Slrt. haf ben ocrpeplen Pöbel 
et fepon wie ber.* - »©etjeipi Siber bu 
Dann fomml 


Irrft, ©ater, ©u glaubft nicht, bap btr Deuifdje sur Beoolution fomml? 
eben bie Beooluifon $um Oeutfcpen. ÖS hanbelt pep gar nicht um baS, DaS bu unter 


Beoolution meinft, Oie Empörung bricpl auS tieferen ©rünben. ©erpept iff baS 
©off? Sicher, aber führen benn ble 3uPdnbe nicht eine Sprache, gegen bie febe 
menfcplid)e Slgilaiion botrlrö ©efafel bleibt?* 

©ater unb Sohn mapen pch einen Stugenbltd forfepenb, bfS ber flonful gleichmütig 
hlnmarf: ,3h halle ben Helb nicht für eine reootutionüre Kraft, ©u hafi auch einmal 
ähnlich gebacht. ©3arum büttefi bu bl<h fonft freiwillig InS Selb gemeldet ?* - ,©ao 
will ich bir gern fagm.* Hurt reifte fleh (eicht auf. „Hoch heute fegne ich ben Tag 
blefer fretoilligen ©telbung. ßütte Ich nicht oier 3ahre braupen geftanben, würbe «h 
heute über ©lütter unb ßchuije brnten wie bu. Sibtr ich fenne bie Bechnung, bie oom 
©olf aufgepcltt wirb, unb weif, wie Jboflen für popen ffimmt Besaplt mup fte ererben, 
baS ift mir heute abrnb dar geworben.* - ©er Honfut fdjnttt mit fur3er ©tfte ab. - 
,©u bift aufgeregt, Huri. Befcptafe erfl einmal bie Xiraben in Bube. Dann fönnen 
wir plelleichf weiter fprcipen.' 

ßeil unb fdjarf peilfdjle in biefem Slugenbiid ein Sdjup burih bie Bucht. Hurt 
6er fepon auf bet Sipweile beS 3lmmerS (fanb, fap bem ©aftr inS ©eftipi- Sin un- 
ruhiger Schatten ppien über bie barten 3üge su laufen. 

Beipenb 30g bie Slurjwelle ber Beoolution burch bie Sfübte, feil in biefer nücpi' 
liehen Siuöfpradje ihre rrpen Cpripcr im ©efprüdj Don ©ater unb Sopn aufgtfcpäumt 
haften. Huri ßelter war in Berlin, ©fit bem ©ater war nicht su reben. (fr gab 
feinen Supbreil BobenS preis. - 3m Hreife junger Sfubenltn, literalen unb gei (Tiger 
©lenfepen erleblc Kurt ßeller bie 3anuarflürme in Berlin, lecbenfdjapiidj wart er für 
eine griffige Jübrung beS Kampfes unb ftemmie fleh gegen alieS, waS einem ©faf- 
palten nur oon fern dpnlich fap. ZBtnn Hurt bann aber in ruhiger Sfunbe über bie 
Beben nadjbaepte, bi« in feinem 3lff«I gehalten würben, unb fl<h 5“ biefen Beben bie 
UBIrflldjfeit unb Me ©legt su biefer IDirfllebfeil Dorfftdlt, übeifel ihn bit Scpam. 
©laepten pe nlcpl nur Beoolution mH ben Uppen? Bur bet ©ebanfe erhob Ihn immer 
wiebtr, bap er geiftigtn Kampf wolle unb icbem anbtren Kampfe wlbtrftrrtie. ©5ar 
ein ©lafepinensewebr weniger ein ©Jerfscug beS ©lorbeS, weil rS gegen eine beftimmte 
iaftifdje Slulfaffung her Beoolution fepop? - Öber baS ©erpüllniS oon ©eip unb ©e- 
wall baeffte Huri ßeller lange nach- ®r fucple hier ben Sdjlüftel jur neuen ©3eli, fanb 
aber nur, bap ©eift weiept. Wo ©ewall hcrrfdjt, unb bap ©ewall auSgefplell hat, wenn 
©eip baS Selb behauptet. 3ufammen fonnien beibt HrüPe nicht Wirten. Ober gab 
eS bodj eine ©erföpnung oon ©ewalf unb ©eift? Oiefe 3bce orrfocpl Hurt ßeller 
teibtnfcpafttiih im Hreife feiner Srcunbe. Siber feine feproer mit ©«wlffen betabenen 
Sdpe fielen auf bretiemen Boben. Oaoon fam ein hohler, blecherner Badjpall, fo 
baft Hurt ßeller In blefem Ecpo felbft feine ©iorie nlcbl mepr ertannle unb ftep fcpnelt ber 
ganjen Unfrucpibarieil feiner toortfcligen ©tmelnfebaft Innewurbr. ©lüttnb ging er auS 
bem Kreis ber afabemlfdjen Beoolutionire unb fucple SlnfdftuP beim repolutiecnüren ©oft. 

Sin einem fühlen ©lürsnadimiilag flaf Hurt ßeller mitten In einer Bicfenbemon- 
ffration. Sr laufdjte auf bie ©ejprüdje in feinem ndeppen Kreis unb entbedte. bap fiep 





restricted 




Arbeiter am neuen '.Xeidj, ✓ Ti« it) einer. 3 « i d) n u n g non $ane $reefe. 


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'flnbringgilfl rinn u rourrfcblrtlr om 3nbrra5-t»fft-'rrnfm<il tronnmtpraTlrirt bei 3nnsbni<f. ?Iocb rinrt jcütmuna ron 31 ftrb .Vanflfri. 3um erflenmal feit fl nrfl»brflinn nnitbrn triebet iVtfllrurf mtiünbcl 
am iVrj HW am 13. Tuni. Untat bet Ärau-$ttt-€pifce nwr eine 150 m baba unb 45» m biene £lammm(<fcnt1 ./Bis tolum" fliwbraAt 

^Proteftfunbflebungen bet 6tabt 3nnsbrucf gegen bic Sfostrennung Tcutfcb'Sübtirols. 



Türtifebe iDiaffentunbgebungen gegen bie -Selcfjung ßmprnas burd> bic ©riechen auf bem 6uItan-21bnieb''PIaB in Ronftantinopel. 

Ti« Sfuffebtilten ouf ben ^onbern Scheuten auf Nein 2'onbr im ^'ntbetfltunb: „IBif mallen leben’ T*i« -Wobei mmebanei flttben niebt unb irrt Ne n nicht getötet!" S!u| bem l'onbe im Tinte rgtunb : _1Bit aetlongm Stechl! ^mei Willionen 

jurfen Pucfen nicht 2i «)•«■) ©riechen pcrpfcit trerben !" rpctholims bei iVaölfcrung im fMciet trmoinai 



$ie lat »cm Scapa gion>: Sie ttnglänber [chieften auf bic tncbrlofcn bcut[d)en ifTCatrofcn, bie uitfcte fintenben Rriegsfchiffc in 'Booten »cilaffcn baben. 

3la6 bar 3eid>nung l>es etiglildben ÜRoriiumolcrs -Bernart« fflnbHr, eines 3u0enjeuacn be» 'Batflann*. in Ülummer 4 1 K4 bei enalifcben .leitftbtilt “The niustrnU-d I»nd<>a Kcwi»’’ nom 28. ^\uni UM 9. 
twU«i*fl6nft |u bem T*lbe, bie nw Pbn« Kemmenlat »lebetfffbtn, laut»; Tut* einen gtuifli&en 3ufall NefunN iul» Net irpblbrfannlc Wannemakt Tetnarb ^nbMt am 21. ^uni an ‘t'ptb bet Watbldtiffe» „t:c*4<>fin-, eint» cbrmaliaen beulftbe« 
tifcfle». bas. unter bem StommonNo bes Untetlmtnants Veeih fleht, unb trat fe imftanbe, bcnJ'otgjnj) Net -JHeefenfunfl bet beucfdKn €<biff« W bepNocblen un-b »u ,criTncn „(SV&tn 11.**". eivibltc « r , r be«netfl* ich, tme Neutfcbe Walrofcn an -herb 
.«nebrtiNs bes <ftte(>e-n- «Vpatf in Tocte marfen Ter Veutnani belobt fernen Leuten, ibre SmcrnKfltt unb «fktrebte beumubaltcn. Tictauf heb ci ben Ttutfibfn. bit nunmtbt in ibtrn Tpeltn f*d> befanben. ben ’tVIrNI »«rufen, unpetjüflheN 

ibte «t duffe »uiucfiufebTcn Tie beutfihcn .Pi u Irrten nefen juruct: „SBir haben feine 91 über " lfm en^ltfcbet Watrofe tvarf hierauf eine Jln^ahl Stüber ins »affet. Ta nabten jtpei 'hecle, unb btt Neutfeben Cff',|ierr traten «lu-fjerfi unoerfdiami 
teutnanl Kertb gab als Antwort: „Auf, febtt fofett »u tfuern trchiffen »tinicf! «rpnft ftwtp i«b auf «2». muibe bann npltbtnbia, b«b Rtuet ju ctpffntn. «nb Nit Teulflbe« lab man «ml »eifeen iSlafl®en ttunfen > flleidiet 

Jeit lenft» fi4> ..i^tiebreb bet (fitafee" na«b bet Tatfberbfeitc, unb in toeniaen äRinultn jjing et untet . . Tit Teutldsen Nemiibter ficb, mit ihren J'oeien längr feils unfetes ^ahrjeug'- ju lammen U mer bet thefa^unfl (weit fit |eNe><b butefc ■4V- 
brohuna mit einem Xerrlret fttn.“ Tie anbeten €<b<ff* in bet Jeityiung finb; gang lin|s: \fmitn(d>iff „flpmjj Silben-, ubetbpttnbi «m mittirren fmitrjitvinbe, h'"l« bei -Tpaicn: Vinicn|tbi|fe „^apetn" |linh) unb „(Ttrber Hutfutfl“ |tr«hl»), im 

Tmtcegninb recht? : flleinet flttujet „ömben“. 


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Dr. fsans Eoljmeoct, 

fcr ntut Obrrbüiflcnnriltn Den Ronigo- 
btrg i. Di., btsbci 6tabl1onbifu* in Detlin- 
€d)öfl(b(ifl 


'Prof. Dr. (£. B. Sippmann, 

Tiiffttn Nt 3udrna|finrii( in feilt a t t , 
rourbr doh btt rrcubtldxn äfobtmit bn 
Will tn|<b allen burd) Dnletbung bn Vribntj- 
3Rebaille au tgnei ebnet 


grwbti(f> Soennerfen, 

flommnyrnrat. bn GHunber bn bcfanairn 
trdxritacarni« unb •Icbnnfabrif in ‘Bonn 
unb tVorfdrapfn btr DllfibriFl. t im Dltn 
pen 70 labten 


i'orb 9laplcigb, 

bcifibmlcr enalildKt Dboliln, ffnltafcr brs 
Siam oft tVflanbtrib bn Vufl. ftobtl* 
r rn strdacT Don 1904, t in Vcnbon am 
3 3u(i. 


Dr. g. granj griebmam, 

brt befanntc iul'ctfulplrforfdvr unb (War« 
br» n acb ibm brnannlrn fnlmittris. bn ffl , 
aulwrorbtnlliibrr DTpffflor an bicflmpc 
Berlin berufen rourbt 



r * 


'Bcgnifrung &inbcnbuTgs bei bet ‘Jlnfunll burd> 'Bürge rmci (Irr Dr. ©ebrr. 


'UoinDeulicbenDerbi) auf &erl»runetDalt>->tenii bahn 
bei 33etlin am 5. Sufi: ')lcid)stDcbrmimfter 31 oste 
begibt fid> jum Saiferpabiilon. 


Tos geirrt brs ^rltmarfdMllft in ber <tecli)orfi[Hafjc, rin ®r|<bcnf bei tslabl ^vonnoper an ibrrn (ibrenbürfler. 

§um 'iRüef tritt töinbenburgs: Des geibmarfebatis Sbeimtebr an feinen tHubefift Smnnober am4.3uli. 


Die 2Bobnungsnot inCbarlottenburg: 55onber Stabt errichtete Söoljnbaraden mit ©ärteben. 

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Der Werfet) rsftreit in Berlin: ttinDollbefetjtcrStabtbabiW 

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3u Hinbenburgs "Jt üdt ritt »on t>cr Dberftcn Heeresleitung unb sieimtebr an (einen 'Jfubefifi öannoccr am 4. 3uli: Der ®eneralfetbmar(d)üll begibt (idj, »on einer tau(enbföpfigen 'Utenge erwartet, am 'üabnbof 

Hannoocr ju [einem Automobil, rw« bi tn>i M , 


■ljojuijioi^ Qug „öuniufc' iupuijn|f£" wöivjij^ i»g ujiKpufuquog oq Ouiutypg uiiu 



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-■»Ir. 3968. 


3 I ( u f f r i r f c 3ci(ung. 


27 


OIE WIE DER AUFRICHTUNG DES DEUTSCHEN VOLKSTUMS 

„ V 0 X J 0 II .1 N \ ES «I E S II E K T S. 


aheed Boltdtum betrefft nicht in brr Summe materieller ©tüctogfiter und 
betrügerifeben Bcicbtumd, fonbetn in brr ffüllr fetlifdjen örlebcne ul leb 
©utrn und Crdiöncti unb bed fcftöpfrrifcbcn Heubtnfrnd in bet Boltdfretc; 
baju gcficrtn auch rtligiöfe Qrntuctung unb ©rfcfftoffcnbril unb IBabrung 
tilidftr hebendibratc. 

IBenn rin hanb unb Bolf Don brr ööfre frinrö Bricblumd, äuprren ©lürfcd unb 2 Bof|b 
bend fimiiit(r|iiir\l in ben Slbgrunb, in meteben unb Krieg unb ItcDoiution gebracht buben, 
i finb feelifdje Otrfdjiiflcrungcn, mir mir fit jrfjl im beutfeben Botte trltbtn, unaudblriblicb 
nb nur ju natürlich. 

Oie Ocmoralifierung unferer Slrmte. bie Hoocmbcr'Bcootution unb bit fommunu 
ifrfjrn Unruhen, bie fiebcrpbanlü|lifcben 3btrn in ber Itcugeflallung Oeutfdjlanbd (inb auf 
;rfen feeiifdjen 3uflanb unfrred Bolted juTÜtfjufüfpren. fid i|i über foltifj unb ein ber> 
Ingnidoolter ,'tcMer, bie prognofe für ben 3ortbe|?anb unfrred Botfed unb hanbtd aud 
efem Xiefffunb beraub j u fletten unb büffrrc Silber unb fdimarjc 3utunffdaud(tcbten ju 
laten. IBir mülTen und oictmebr ju bem enrrgiftfien IBillen aufraffen, bit 3utunff Oeuiftf)' 
nbd nicht nach Slonaten unglüefliebrr ©efdjrfjniife ju beurteilen, fonbern fie ju betrachten 
men in bem gtfdjiüjtlüben IBcrbcn ber ganj großen IBrtltreigniffe. Ocnn eine IBetl 
fne Setütigungdmöglicbfrit eined in ber Kultur fo bod) entmieteiten Bolted toie bed 
rutfeben. ifl unbenfbar. ©eutfdjlanb mirb narb hartem Gingen unb Stampfen feinen ptaij 

ber Sdlfergemcinfihuft nodj rubm< unb ebrenuoll audfülten. Siueb bann - ja erfl reefjt 
inn - rnenn bit militdrifrbe Sdracbtungdmcife ber Regelung ber Berballnitfe ber Böller 
icinanbrr übcrtcunben unb bie 3bce eined mabren Söllcrbunbrd efjriidf ©emcingut ber 
uttumutionen gemorben ifl. 

Öeute finb mir unferen Seinben mebrlod audgetiefert. ßd ermarten und barte Stiebend' 
bingungen, meldje unfere nationale Selhflönhigfeit befebrdnfen unb labmiegen, meldet bie 
rurbte unferer barten ülrbeit bem Ulolorb bed internationalen Stapifald opfern mollen. 
ber fo febtimm ber Srfebe aurb audfitbb metdjen bie überlegene Stacht btr Sfinbe und 


gejmungen bat, ansunebmen: bas üBrltgcmifTen mirb (ich gegen bie Bergrmattigung biefed 
tbtnfo tapferen mit tüibtigen beutfebtn Botted aufitbnen, unb bie IBettgrrecbtigtfit, bad 
3n(irument ber göttlichen Borfchung, mirb in nicht ferner 3f>* bie StlTtln iöfen unb brm 
beutfeben ®eifle bit Sreibeit feined Boltdiumd miebergeben , bie freie Bahn fdjaffen für bie 
Siuömirtung all feiner beroorrugtnben griffigen 3nibatioe in Berbinbung mit feiner 
febaffendfroben Ütrbeit. 

Slber bafür mülTen mir auch ben ©tauben an und felb|1 erhalten unb und nicht bureb 
bie gegenmdrfigc Xrübfal bid jur tlumpfen Bcnmeiffung niebeebrütfen taffen. Üaju liegt 
(eine BerunlatTung uor! 

OaS beuffche Botl hat fleh in ber Bergangrnbeit ju mieberbolten Stalen oud tirffiem 
potilifdjen Itirbrrgang miebtr ben ßöbenmeg ertdmpt). fid gilt, in ber ©egenmart biefen 
Kampf non neuem aufsunebmen. £)aju mütTen mir in ber Seele unferrd Bolltd bie 
hiebe }u unferem Baterianbe, ju unferen herrlichen beutfeben ©aucn mit ihren Sergen 
unb Xdlern, hellen 31ü|fen unb lieblichen ©een, ihren iöolbern unb bem Steergrffabe neu 
bcftlfigen unb roitberauftebtn ialTtn. Oie hiebt sur ßtimat muf bie Ouclie btt Xrcut 
für bad neue beutfdje BoUdlum merben, ein Bolldtum, bad (ich ebtnfofehr lodgelöff hat 
pon cgoiffiühmatcrialiffifcbcn ©efinnungen mit oon mililariffifcb'imperialiffifcbrn IBeitmucbtd' 
träumen. Unb in Bcrbinbung damit: Bertrauen auf bie Xüäjtigteit unb Strbeitdfähigleit 
alter Botldgcnoffen, getragen Don jenem eäffen fojialen ©eitle, ber bie RIaffrngegenfübe 
überbrüeft unb an ihre ©teile mabrt Bolldfolibaritäf fehl. 

IBir rnüifen in 3utunfi bahin trachten, baf bie ßrgcbnilTc unferer uotldmirtfcbafttiiben 
airbeit meniger in materiellen ©tnülTen umgefeft ald oielmehr 3®eäen jugeführt merben, 
meldje bie inneren unb fitttichen UBerte unfered Bolled neu beleben unb erhalten. So 
gelangen mir ju einem oerebeltcn fojialen beutfeben Boltdtum, bem mir bie Sahn burch 
bie 3Bi rrfot unferer Sage ertümpfrn. Ote ©taube an biefed oerebette beutfeb« Boltdtum ifl 
bie eitle Boraudfebung für unfere IBiebtrjufricbtung. 

Kämpfen unb arbeiten mir tue biefen ©tauben! 



>EUTSCHES REICH ODER DEUTSCHE REPUBLIK? 


VON PROFESSOR KARL 
n bee erflen Sifung bed Berfaf|iingdaud)üjuffed in IBeimar i(l befebtolfen merben, 
bem neu ju fdjaffenben ©runbrecht bed beutfeben Bolted bie Überfebrifi ju geben: 
»Qntmurf einer Berfoffung bec Bepubiif Oeutfchtanb.* ßd ifl alfo an 
meitljin fiebtbarer Stelle, entgegen bem Borfdjtag ber Beicbdregierung, bad IBori 
Oeutfched Beidj" mit Uibffcbt oermieben morben. 3Bir möchten biefen Berjcdjt nicht 
ich! nehmen; mir fürchten, baf ber SInfong meilerfeift, unb baf babei ffleöfered ju 
rfjaben femmt ald blof bad IBort. 2 Urnn irgenbmo, fo fihmingen b>*r unmägbate, 
>cr unent 6 ebrtid)e Kraft mit, bie ed forgfam ju febonen gilt. 

Und ifl bange gemorben um alted, road beutfä) if , aber mir oe^agen niäjt. BJir 
auben an bie un^erfiörbate hebendtrafi beutfeben TBefend, an feinen emigen hBert für 
olf unb Blenfchheit. Oiefer ©iaube muf inbed »urjeln in bem fefien Önlfcbluf, abju. 
>fcn alled, mud merfäj unb Ist ifl, aber fcfljubaltcn an allem, mad innered 3lecbt unb 


HÖLDER. STÜTTOART. 
gefunbe hebendftafi befiht. Oa;u gehört bee Jlame »Oeutfched Jteiih'. Bon ihm h'>P* ed 
nidjt: Jlame ifl Schall unb Bauch- »Oeutfched Beidf* - bad ifl und ein Klang, ber 3 U 
IJer 3 en bringt, ein Seuer, bad bie Seele märmt. 

Oer Bame bed neuen Staaled bet ©eulfben muf beutfh fein; darüber feilte ed 
feinen 3 n>c ifel geben. »Bepublif* aber ifl unb bleibt ein Jremboort, ein oondtüm' 
liched geroif, bad in unferem polilifchen Spraäjfäjah fein Beöjt behaupten mirb, unb 
bad burch ©eorg ijermegh unb Jerbinanb jreitigrath fogar in ber beutfeben ©ichtung 
ijeimalreeht ermotben hat. über feine metfehe herhinf (ann und bad IBort nicht dtp 
geflien machen, unb bem Sprechen unb Schreiben bed einfachen Blanned mirb ed immer 
Schmierigleilen bereiten. Hoch feft leben in ber ßrinnerung bed fübbeutfehen Botled 
bie Unformen unb Berballhomungen fort, bie fleh bad IBort in ben Berfaflimgdfümpfen 
bed leften 3aljrbundertd gefallen taffen muffte: Bon Bebotil, 5reibuBIif, Bubrif unb 




OTinfpffiouefn 


H. A.Wnktlfoau&en 


MHUMH 



18 


3 I ( u f f r i r I e 3 e i t u n g . 


ytr. 3965 . 



Emst» A ma ttere 1 


.fordern Sic Prei 


Kleiststr.3*(Hochbh. NotTrtSfl 
platz) Tel. Kurfürst (SH. 
Beobachtungen (auf RrisCtJ 
Bade- Kurorlen usw.). ErmtW 
speziell in Zivil- u. Strafp-ozOM 


In- Und Ausland. MH 
He Ir als - AuskflnNr 

über Vorleben, Lebens«®^ 
Verkehr, Qwundhcit, Ein 
mm, Vrrm4l|tn, HH|* 
usw. au* allen deutsch., Atters 
neutralen Plätzen . Plalirvii«»** 
ZutprUa»l(liH(! Tausend* 
frei will! je Anerkennung», j 


Schutzmarke 


öcrglricffen ©uri>c öamaM gcfbrocfjtn. ®it (?uf»cn römifdje Bccf)l öureb ein i>cul|(fpeii 
erfeftt unö finb beffen frof) un6 (Tolä. Sollen mir jefff den deutfdjcn Flamen unfercsJ 
SlaaW durefy einen römffdjen erfeffen? 

Sluf 6em Hamen „DeulffbcS Seid)" ruffen ferner die 25ud)f und die ®dj©ung(raff 
der gefdjid)ifirf)en Überlieferung, die gerade tm öenfen und {fügten bei Bolfe eine off 
unbe©upte; aber ffillmirtenöe und darum niet)t ju unfcrfdjäpuibe Ülcctff iff. SiuS dem 
iaufenöjüijrigen „ßeiligtti Bömifd)«i Seid) ©eutfcfycr Bation" ging er nadj deffen ruf)m. 
lofem fjerfall über in dae polilifdje ©ebnen und Iräumen unferer BäCer, dem Seubau 
bei Seil fji galten die Stampfe der 

Pauföfirdje, die 6d)Iad)ten de« dann _ . 

fdjen, ded öfierretibifdun, ded frait* 
jöfffdjen Kriege!; und am 18. 3anuor 
1871 getuann diefed ©ebnen neue 

©efialt in den damaid- möglichen ... 

formen, die ader, »ie mir jeiff bar 

feben, nid)l Pon Dauer fein fonnten. n 

Üiber mit jedem ©efdjiedjt bat fie^ / -J» 

der Seid)dgedanfe tiefer eingepftan 3 (, / 

und aid unoerlierdared 6rde feil er I I ■ v f 

auf unfere Saebfommen übergeben. X S 

Daju gebärt ader, bup mir an dem ^ ^ E .. aBPn , 

Samen fe|fbaiten, der, ©enn irgend- ! y , “•% j, k I ^ ' I 

einer, mit der ©ad)e aufd cnglie per. \ £ J4 \ jf- h‘\ jf * 

©aüjfen ifl; man fann beide niebt 1 * ’ yy . ' I ■ [I i 

ofjne ©diabtn audeinandeneipen. 3n I i I f X 

federn allen Samen iiegl ein ge. f ~*w<£~- - » — 

funded (onferoaiiped (Element, dad fit Kc>' 

Sergangenbeii und (Segcnmart Oer. " / 

bindel. 3n unferen alten Stadien [ f — - / 

und Dörfern ift der Same ofi dad | L ^ 

rinjfge, ©ad oon der 3elt ihrer Gnd ' / Jf 

Petjung erjübiti Käufer 3 erfailen und \ V. S \ 

jteigen ©ieder auf, ©efdjlerfffer geben . v, / ft 

und fommen, aber der Same (lüftet \ \ / / - 

unb pflanjf fid) fort pon 3af)rf)unbert \ \ / ^ -“"i 

ju 3abrbundert. ©o foll cö aud) im \ - 

Stiebe fein, in btr gefunden Stiftung | , \ / \ä N 

ded kleidenden und ded e©ig IDecff. Vf * \ 

feinden liegt tebendfrap. ** ' 

Daib dad ailed mag ncdenfäd)liib " 

fein, »iebiig und entfebeidend ader . _ . , . ... 

i|t die politifebe fflirtung, die oon ® l( Proleteflfüfjrer im »erfaffungdaudfibue. , 

dem Samen ded neuen deuifdjen 

Solfdnaatd audgeben foll, nrnb innen ©Ce na<b aupen. 3undd)f? nad) innen; unb da 
tann fein 3©eifel fein, ©eidjer Same den iOorjug oerdienl; der Same »Seicfi* bindel, der 
Same „Sepublif* trennt. 3n jenem liegt die Stufforderung jum 3ufammenba!i aller Oeul. 
fcfjen, in diefem lauert die (Erinnerung an polilifdje Stümpfe und Steinungdoerfd)ieden. 
heilen; auf den Boden ded Seidjd ©erden (Td) alle DeulfiJjen ohne Unterfd)ied non Samen, 
©tanb und Partei mit JJreuden peilen, auf den der Sepublif miete naturgemdp nur mil 
innerem JSordebail. Denn der neue BoifdPaat fann oon feinen Bürgern j©ar fofort 
©eborfam gegen feine ©efepe oerlangen; aber die Üderseugung oon feiner Subiigfeit 
und Bemübrung mup er erp durch feine Xeiflungen fipapen. ®ar Diele ©adere Deuifibe 
haben pdj in ben Xagen ded Umfiurud faff oon allem trennen mülfen, ©ad ihnen feil 




Dit protofeflfüfjrer im Derfapungdaudidtup. Süd) einer ©d’jje oon öond Hieran ter Kauer. 


3af)rjebnftn lieb und ©erf gemefen ©ar, und dad UmPellcn ded polilifd)en Denlene fijr 
gerade bei treu und lief angelegten Saluten auf harte SBiderjidnde ded ©emülj, n L 
mache cd folrf)en niebt f<b©erer aid nötig und laffe ihnen dad, ©oran Pe fap allei» fe 
nod) halten fännen, dad SBorf, dad and groper Bergangenbeit noch oertraut an ihr Cs- 
Hingt, dad .Bcutfcfie Seich". 

Dann die SBitfung nach aupen. Da fiopen ©ir nun freilich) auf den einjig ne 
ju nehmenden (£in©and gegen dad „Seid)", auf den Spinroeid, dap dad franpü 1 :- 
BJorl dafür empire fei, und dap aifo für den Sludlcinber mit dem »Oeulpben Sefr 1 

der Begriff Staifertum und T!orcci i; 
unjertrennbar perdunden fei. Sbf 
empire feibji fommi Oom ifllcmii'dc: 

. r , Imperium, und diefed bedtuleieinfäf: 

jf Öerrfdicip, XHodif ; ja, ed trits ü I 

' • 0tf<bi(ble ein aid ein JBort rrftss j 

W 1 i | fanifrber Särbung, infofem boe b | 

ff * perium popull Romani, dal Sit 

.'s J /y ded römifeben Boifd, eine ©Mh. 

^ y , ' ( Jk ded republifanifdjen Somd ifl; ni 

, v. , . . r \pf3k. Imperator, ©oraud empereur c: 

' ^ jjl 1 s l /V,. ffandtn ip, bcdeulet urfprüngi ied eea 

■ M H ) ijy L 1 ; WJ Befebldbader republifanifcber Sorte 

[ | ,11 I i'/j 'StB tegionen! Silber audj ©tnn ir 

' y 5 jO folcbe gefcbi(btli«be ffnoagunjin j.r 
J y / ja die @egeu©arl nicht mehr jeltn 

( tjjf- . | taffen ©PI - feilen ©ir u» .• 

* f ” V V F allem n ad] dem Urteil und X'cr,r- . 

~~ — — J unferer Seinde riebten? ijater j 

- ^ unfere üm©flljungen im Jnnern, 0 .- 

T % Änderungen nach aupen ihre <h 

/ '■ oderungdfurbf und Beutegirr, tw i 

Jf in Serfailied beroorgetrelrn find, ur 

— — — — ' um einen ifaud) adgefchoücbl? Bi- 

©erden ihnen und der ganjen Sr 
gegenüber gräper, freier und Dort 
^ ^ ger daffeben, ©tun ©ir am »Sei*- 

unbeirr! feflbalten, 25ir mülfen un* 
aud) ©ieder Sreunde in der M 
. ,. " . draupen enoerden; die Botpufr u; 

: . 3reundf<baP ader iP die Stiftung ir 

Böller; und die erlang! nun nid-, 

. , . durch faifdje Sachgiedigfeil. 

loch ein« ©fijje oon IJoni Hieran ber Kuller. endlich, und dad fiheinl uneete 

f<hon audfü)laggebend ju fein: a 
Samen „Deutfifjed Seiih' liegt eine 3ufunPdboffnung, die und bitter notmendig ip, m 
i)in©egjufpmtnen über den 3ammer der ©egenmari, ein ©elödnid der Xreue it olc 
die auf deutfeher Grt>e ©ahnten, ufid oon denen ©ir und nunmehr mil beiper Xreurr m 
ßetjen ©erden trennen muffen, ©ad »Deutfihe Seich' foll reichen, fo©eii deulfhi: 
BoPdlum und deulfcpe ©prache reichen - dad fagt und unfer fpra<f)li<bcd toie luit 
politifched (Empfinden, und darum fdjmingl im Stlange ded Samend mil die gefres 
auf neue Straff und neuen Sfufpieg, auf die BSiederfebr einer glürflicberen 3u(unp. 

Bleiben ©ir datum bei bem Samen, ber durch die Bergangenheü geheiligt, bunt 
die ©egeumarl gerejftferpgt und durch die 3u!unfl gefordert mird; ©ir ©erden ri o± 
ju bereuen haben! * 


& E LT vi t- e. e 


Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 


T Wer heiraten will 


» sollte sofort die somal-i 

,,AentllcHe Ratsch 11 


iljnychologische Studie Dr. Bergnera 
läge über die Ehe“ lesen. Unser Buch, 


_ Mann und Weib vor und in der Ehe, die für das Wohlbefinden 
und LebenselQck beider Oatlen von unschltzbarem Werte sind. 
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Seinen Stammhalter 

sichert ieder, der nach der tausendfach erprobten Methode 
“von Fnedr. Robert verfährt, wie solche in seine»« Buche 


dar gestellt ist. Zahlreiche Ellern bestätigen freudig den Erfolg 
der Ratschlige, d»e Robert in seinem Buche gibt. Die Beigabe 
’ von vier Tafaln mit zwanzln firßio*« Abbild, /eiet alles Wichtige 
auch int Bild«. Es geht alles natürlich zu und ist verblüffend 
. einfach, wie das Ei des Kolumbus. Preis 3.— M. Nachn. 35 Pf. 
teurer. Linser-Ve rlag, Q.m. h.H., Berlin-Pankow 60. h. 


ffier deaanfe Slcihcr trägt 


achte auf fadjgemaff beban. 
beffeb <Sd)uf?jcug. 

2 >r. ©enfntr'« 
Cri©acf»e(etierpu(i 

Nigrin 

färbt nid)t ab unt ocrfAmicrl Me 
jrteitxrfäume niffrt, felbft a»«nn ba^ 
£et»er na§ »irb, n>ei( Nigrin nur oud 
t>eflen Oelen unb feinffen ®otf>fen 
(lergegeflf n>irt>. 


Alois Maler, Hon n Fulda 172. 


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für Grabmalkunst 

Leiter: Prof. Dt. ». Airol man. 
Wiesbaden, KapeUeauär. 4 t, 

versendet jtejen Portoersatz (70 Pfg. in 
Brietm.) aus ihrem ca. 2000 Entwürfe 
umfass. VorUfccnuterul f. d. einzelnen 
Kall passend mummmpl. Auswahl« 
koll. ; dsh . Graberöfic u. falls moelich 
uneet. Preisl. angehen. KQnstl. Mtl- 
arbeiter: Hrof. VC*. Kreis. Prot. M. Jf. 
Kühne. Prof. Haiger. Prof. G. Metzen« 
dort. Prof. E. Körner, H.KaleUchu.v. a. 
Vertreferpodilfte in Berlin. Ham« 
bürg. Bremen. Königsberg. Breslau. 
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Karlsruhe. Mannheim, Fürth (General« 
Vertreter für Bayern), Wien, Zürich 
und 30 weiteren Städten. 

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7tr. 396 S. 


3 ( f u f ( r i r i e 3 « i ( u n cj. 


79 


KULTURRUNDSCHAU f JIKIMXfiSAl'ST.USf H FfllRENDER (J KISTER 


praftifht Bat ionalötonomir. Galle £>en iehrtn bebeulenbcr Batiocialölonomtn 
»it Stiften), ßrlffttihä, o. Bfagrd u. a. eifrig gelaufhl, unb fal) midi trog aller MJei<f)fil 
n brr Pra{iü bei Xebcni Dfrtafltn. 3 ui unb Gamtralia geben uni rocht ein burebfidjliflee 
J d,tma unb orbncnben .Hotrmrri unb beberrfdienbe Klarheit; nur frbll ihnen einei: ©it 
linb, ähnlich n>ie taej ®ef rt, brr firtjatfung brr ßntrgit, auf ein gefd)! offener ©tifltm ein' 
gc()rllt. Unb rin folhrö befielt toenigflrnä für bie Öfonomir biefer ßrbr flhcrlid) nicht. 
XBohtr (lammt benn all ei bai, mae ©egenftanb unferer XBirtfhafl ifi? Dod) nur oon 
auperbalb, ue>n brr ©onnt, ber uxllmeilen (Sonne, bie fo unjähiigt Sleme ncrfl ju bet' 
foegen fjat. unb )u beten Siefentonjrrn mir nebenher auh gebären. fintjirhrfl beine (Strahlen' 
banb, unb bic XBrtten oerblalfen. (Scbö'fr eine ©lernencnienle eine Brbeltoanb ztoiflhrn 
une unb bie 6onnt, fo todrc unfer ßrbhtn mit all feinem Blühen, feinem 6inn unb Unfinn, 
mit feinem 3bealgtfhroäh unb feinem ©rcoaltgetue alfobalb erlebigl - tx>ie et) )u groben 
teilen ja in oergangenen CEiejeilen, bie roitbtrfommrr fännen, fit) PCI grmefen ifl. Dar 
|i fein gefdjlolTenei ©nfiem, fonbern ein fehr_offeneä, unfidjereä unb toethfelnbei Vrrfiälfnicj. 
iüe>hl geben ber 3af)reelurnue, ber im allen Sigripten ben Begriff bei 3af)rc0 erf? hal erflehen 
lallen unb itamenllid) ber Vorrat foffiler ©onnenenergic eine gemilTe ©letigleil, aber grob 
bleibt trotjbrm bie ©ehmanlung, mit ber namentlich bie irbifche Pflanzenroctt mit Sonnen' 
energie „beliefert'' mirb. Beben ber Pftanjenprebultion, oon ber mir mit unferen Sieren 
abbängen, fleht bie Verteilung berftlben in räumlicher Behebung (Spebition) unb ber 3**1 
narfi Xetjeee bitbet bie oornehmtich* ßfo-nomie, b. i. beb öaufeb Regelung, ben ßauÄhalt 
ber Stenfcben ale 3eilmefen. Oenn bann oerfpeiren mir am mei(itn unftre SUbhängigfeit 
oon ben ©ehmanfungen unferet Kraftquelle ©onne. Boh heute mirb batt ßauihatten 
nicht allgemein genug cecftanben, mirb perprahl, trenn bie illlernährerin une) reichlich befhtrt, 
unb gebarbt, nenn ihre ©penbe (ärgliih auäfällt. Unb hoch hal fhon por ein paar 3ahn 
taufenhen ber erfte Bationatötonom, mieher im ältrffen Rulturlanbe Ügpplen, baä Srunb' 
Prinzip beb ßaubballenb gefunben, ber toeife 3ube 3ofeph, alb er bie nag taffenbr Iraum' 
ibec beb pharaoe mit ber flaren ßrtenntnib ber flehen mageren unbfiebtn fetten 3ahre aub* 
beutete, fir fanb bab für ein offeneb ©pflem grunblegenbe Prinzip beb Stubgleiäjeb. Oab 
greif! mell über birfe fall felbflorrflänblihr Begehung hinaus. Oenn nicht Mop bie „JBare", 
fonbern mir felbit finb fa auefj ©onnenprobufte unb ©onnenuntertanen. Bon Diogened, 
her ben gingen Sllejanbrr erfühle, ihm aub ber ©onne zu gehen, biä ju bem Btilliarben 
aubbeuter fofflrr ©onnenenergie Betfefellrr finb mir alle ©hmaroher ber ©onne unb ohne 
fit nur arme Proper. Unb barum unterliegen mir alle ebenfalls) riefen ©ehmanfungen im 
offenen ©pfirm unfereb Oafeinb. ©elbft ber reine Benter rorip, mie er neben fruht' 
bringenbem ©eroilterregtn a uh oergebenb Ithjenb burh öbe JBüflt sieben muff. XBarum 
fall ber Btenfch, ber fo eng an bie lemperalur gebunben ift - in ber Xuft masimal faum 
mehr alb W (oon 45“ Kälte bib 55“ XDdrme) unb im XBaffer laum 40 (0“ bib 40“) 
erträgt - marum foll er bie ©hmantungen unferer Kraftquelle nicht oiel mehr mitmahen, 
alb er fetber ahnt? Unb lann in einem offenen ©p|?em überhaupt ein fogenanntei abfoluteb 
©pfiecn, j. B. auch bab einer XBellanfhauung, überhaupt beanfpruhl merben ? 3ft niht in folhem 
jeglicher iübfolutidmuä miberflnnig? ®ilt niht auh für bie menfhlihen Beziehungen atfo 
ber „iMudgleih"? Unb jumal fomeif er ale teil beb ßauehaltrcS, alb träger oon iürbeil 
unb Verbrauch ln Belracbl (omml. 3®ar gebärt er niht zum ©eflein, ©crodhh ©elier, 
erftfjeinl aber im ©emerbe unb ©efhäfl mil bem VSaren- unb ßanbrldcharafttr. Darum 
unterliegt er hier um fo mehr unb ganz joeifellcxZ bem Prinzip beb Iflubgleiehrb. - Die 
Qftreme beb ßanbetb, ber Kapitalibmub unb bab Proletariat, müfTen fiep mil birfem Prinzip 
aubrinanberfehen, benn eb ift bab ofonomifhe Baturgefeh, bab auh über ihnen ftrhl. Oab 


Kapital gehört zu ben unerldglihrn Kraflzcnlrtn, ohne bir hin llubglrih in ben fhroantenbrn 
VerhätlnitJrn beb XBaeenoerfehrb bzto. ihrer ßrjeugung mögliip ifi. Darum ifi eb ein 
XDahnmih, menn bab praletartal. bab bab Kapital zu bilben milgeholfen hal, unb bab oon 
ihm bauemb lebt, biefe Bäprqurilr zerflören toill. Ülbcr fohalb bab Kapital bem 3merf beb 
Hlubgleiheb niht mehr 6ien(ibar bltibl unb btm Stbfolutibmub zufirebl, mirb rb mibrrfinnig unb 
oerfällt bem Baturgefep beb Ittubgleicheb, gegen bab eb fih oerfünbigt. - Dab finb alltägliche 
XBahrhtilen. XBorauf eb aber anfomml, i|l, bap man fie rrhnnt alb nalurgefepmäpig aub btm 
offenen ©pfiem unferer ©onnentDcrtfcpah fiiepenb. Dr. 3- punbbaufe n. tbohcnunlel OZb). 

Slnalpftn beb Kulturmerteb ber Völler. Xtigungtn pen ©hülfen, z* V. Ditlale, 
taffen (ih Zenfitren, aber fhon für bie Derfileupenbe XBerlung zmeier Üluffdge, Itoeier ©ebiiple 
gibt eb (eine rfafte, auf quantitaliprr äinalofr beruhenbe XJIeffung, nah oitl meniger für bir 
faffang ber totalität" eines ßrzithungbobjeflb. ffb lann teinöihaml geben füt bie Vemertung 
oon 3nbipibutn nach ihren intommenfurablen perfhiebenen Polen zen, bie (ih überbicb ungleih- 
mäpig unb ungleihartig entoicfrln, mic oieie Vtifpielc pan .XBunbrrhnbern' unb .gropen 
Vtännern' in aurqiebigfier XBtife bargelan haben. Könnlt unb bie Oölftrpfrichologie mil einer 
triffenfhaPlihen Xinalpft beb alle geipigen unb etpiftpen Kräfle umfafftnbtn Kullurmrrleb ber 
Baiionen btfepenfen, bab märe herrlich ! Da mürbe manche ßtucplcrniable fallen. 

Sülle ffiharaflerbliber, bie guten unb bie fhlehh", hie fharffinnigen unb bie faben, 
bleiben fubjetlio. XBenn ber amerlfanifhc ©eograpb ßuntinglon in feinem Buch „Civtll- 
latlon and elimale" eine Xifie ber XBerlung ber Baffen unb Völfcr auffitlll in Kullur- 
prozenlen, fo ift bamil bie Völferlunbt maprlih nicht über bie ©hcoelle beb tempelb ber 
eratten XBilfenfhaften getragen uoorben. Db ßuntinglon feine Xi|ie nah bem Kriege 
reDibiercn mirb? Db ihm bic Oeutfhen, bie nah ben Pingelfahfcn in ©ropbritannien 
unb bem Borbofien ber Bereinigten ©laaten für ihre Borbmeligebiele roenigfienb rehl 
Dollmerlig eingefhäpt mürben, niht ju gut mcggelommen finb? ßuntinglon hrmilligl für 
ihre Sähigleil, anbeee Baiionen zu leiten, ben ßnglänbem 9, ben Oeutfhen 2 Proj.f 
Diefe , 2 ' mup boh nah hm ülnfhouungcn ber ßnlenlc rnegen gänzlihcr Unfähigfeil auf 
0 unb unter 0 perabgefepl merben! XJlan lann ja niht ohne ©runb fagen, Bationen 
fieigtn unb finlrn in ihrem XBerti bab lehrt bie ©efhihte, nur in 3iff«m idpt eb ph niht 
»iebergeben. B?it älubzügen aub ber KrimmatPaPftil, 3ufammenPcttungen pon ßrfinbem, 
Sorfhern unb KünPlern tp ba niht geholfen. XBer hätte niht ben ßinbrud, bap ßuropa 
im lebten 3ahrfünfi niht nur in feiner XBeltpellung - bab mirb Ph halb ziffemmdpig 
belegen taffen! - fonbern auh in feinem Kulturorrl zurüdgegangen fei? ©anz hefonberb 
grop erfhtinl ber IBertoerluP bei ben ffranjofen. DP pnb ihnen Ilebenbroürbige unb 
fpmpatbifh« 3ügr nahfltrühml, oP ip anbererfeitb betont, bap fie in ihrem JBert infolge 
JU florier Belaflung mit einer gropen ßppothe! oon ßitelfeit (eine Bibmarrfroenbung !) 

herabgeminbert mürben. Oiefc ßigenfhafl btulet fhon Gdfar an in feiner fharffinnigen 

ßharattcriflif ber alten ©allieri Dante in feinem ©potl über feine eitlen XanbSleutr tu 

©iena Tuff böbnenb aub; ,©oth cilled Bol? fab ih im Xeben nie, fettfl bie Sranzofen 

finb ja nihtb bagegen." Süher mo flnb bie 3üge bet Bittertihleit geblieben, für bie 
gontane in feinem „KritgSgefangen' noh fo hübfh« Beifpiele anjufühttn »tip? Ver- 
irrungen befüatifhcr Bahgier unb niebrigfler greube an ber Dudlerei, in mie rieten 
unmiberteglihen Beifpiclen treten fle uns entgegen? ßin ganzes Voff, gemip niht in 
alten feinen ©liebten, aber in ben füfjrenbrn, tonangebenben, flh oorbtdngenben, oerfeuht! 
Diefe JBahrnebmurg unb Bctrahtung mirb niht miffcnfhafiliher burh ben Verfu h nah 
güfeinmdpigtm StuSbrurf, atS ob eS gälte, ben Salzgehalt eines BTeereS in quantitatiner 
SJlnatrjfe zu heflimmen. 3 3D. Paul Xcpmann. 


O n ( ( 6 » i dm 20. Juni ah(htf4>lo(f<ncn r i ( n I I i mi c I I t n X • i I i . 


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von Städten und Gemeinden zur Erinnerung an die Im Weltkrieg gefallenen Helden 
errichtet, um so in gediegener und pietätvoller Weise ihre Söhne zu ehren. 
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■^[[gemeine Slotijen. 

f>«imfltbüd)«t für beutfdje Kriegsgefangene. Unter bielem 
litel bringt bei ©einer „©unb" eine 6 rf»ifberun 0 bei Arbeit 
bet 55ü4»erjentrale 6 er heutigen Kriegsgefangenenfür|orgc in 
©ümlingrn bei ©ern. •Der ©crirfjt beginnt: „Ob einmal eine 
(öebenftafcl jenes £>aus Irfjmütfen wirb, bas wäbrenb ber lebten 
Kriegsbeilen bie ©üdjeraentralc für beutfdje Kriegsgefangenen- 
furfoTge beherbergt bat? Unnerbient märe biefr (Ehrung eines 
SBerfcs nidjt, bas bem unoergleicblidjcn Silbungsbrang 
bes beutfcben ©olfes ein fo berebtes unb in ©nfebung bes 
äu&erlidjen $uiammenbni(bes unanfechtbares Seuflnis rebet. 
fßo märe ein smeites ©alt au finben, 6 as nacb einem folcben, 
alte Körper- unb $ee(enträfte oeijebrenbem Kampf ums 5>af«in 
noch folgen junger nad) ©Übung, folcbe ©(broungfraft ju gei- 
ftiger Arbeit unb ©erPolIfommnung befäfee! Hn bielen £>unbert- 
taufenben ppn ©änben bat bie ©üdjeraentrale in Sämlingen 
Siebt unb ©Järme beutfefeer föiffenfcbaft unb DUfctung nacb b*n 


(Gefangenenlagern in ftranfreicb gelangen laffen, barunter maffen- 
baft ©rammaiifen für ^utfebe jur (Erlernung ber franjöfileben 
€pracbe. 2Ran bente ftd> einmal Kriegsgefangene anbexer 
©fite in ihrem ©erbältnis jur 6pracfee bes Seinbes!" 3m 
»eiteren werben bie beridriebenen Unternehmungen ber Zentrale 
gefdbiibert, bie, mit g. ©. rin (Eiiibrls-?Bettberoeib, alle barauf 
gerichtet mären, bie geiftigen unb fünftlerifchen Qäbigfeiten ber 
©efangenen ju werfen unb ju entwirfeln unb in bas troftlos- 
eintönige Sehen in ben Üagern unb in ben '21rbeitsfompanien 
ein wenig Jreube unb ftarbe gu bringen, ©efonbers binperoiefen 
wirb auf bie £>eimatbüd)er. Sie werben als eine (Erföeinung 
bejeiebnet „bie au bem wahrhaft unb bauemb 6cboncn gebärt, 
bas ber ftrieg benn boeb auch b«roor gebracht bat." (Es finb 
bies bas „©abifche ©u<h l , bas „9tb<fn*l<he ©u<h"» „^ontmern- 
bueb", 6rf)tDabenbuth", „6cbles»ig-£>olft«inbu<b", „ßachlenbuch" 
unb „©apernbücher. $ie ©ücherjentrale hat einige Sunbert 
biefer ©ücher jurürfgehalten, bie fl« für fünf firanfen für bas 
0tüd an Liebhaber abgibt. *£>er (Erlös tommt ber Stiftung 


jugute. Deutfcblanb bat mannigfache ilrlat&en, ber 6dMrr, | 
immer wieber ju banfen für jene gtobaügige Humanität, er- 
ber fifb bas fleineüanbbcr friegsgefangenen^eutreh^n annafer 

6einer ?)ilfe ift es au banfen, wenn iaufenbe Dort biefen. Die | 
ohne bte (Exfarocrier Fjürforge geiftigem unb förp«rltd>em 6iecfc- j 
tum Derfallen wären, gefunb au uns auiüdfebieii. 't’as bai'f 
ber ©cbmeij nie oergeffen werben! 1 

Sin« Uraufführung in t5 m S“ T£ fc er W«u*ttibtotfT |' 

brachten bie Zürcher ftammerjpiele, eine ©efellfcbaft gut gär- \ 
berung bramatifcher Runft, bas breiaftige Drama „®er gübrer ( 
bes fehweiaerifeben Richters ^aul 31 g jur erfolgrewfcen Urauj- 
fübrung. ^iDbleme ber tfeif, foaiale unb menlrfjlicbe, geber 
biefer bübnenwitffamen Dichtung ihren befenbern SBert. 3m 
fDlittelpunft ber (Entwirf lungen ftebt ein Ürgt, ein 3“t> rer *- T 
6inne ber ©loeboanalple, unb unter feinem (Einfluß reifen bie 
©efchehniffe ihrer Cöfung entgegen. Das p[p<hi|<b* ©egenlpu f 
ber herben jugenblicben Hauptfiguren — er ber reiche (Erbe i 
ber frei fein will, um fich felbft bas Eeben au bauen, fie bte I 




Ohne Operation. — Oha« Clpaverbawti 
Oknn ■ o<laaor aiii Battraha. 


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Transplantationen aus Affen. Unter den chirurgischen Operationen 
liehen die Transplantationen an erfter Stelle. Die Übertragung (transplantare = verpflanzen) 
eines KörperftücKs von einem Lcbcwcfen auf ein anderes, das diefes Teil verloren hat, ift — 
der Logik nach — die natürlichste und einfachlte Operation. Einem Menfchen wird ein 
Knochen durch ein Unglück, zermalmt; man entfernt die Splitter, nimmt einen anderen 
Knochen von gleichen Formen, läßt ihn einwachfcn und an die Stelle des fehlenden 
treten, fo daß er deffen Funktionen übernehmen kann. Das klingt Io einfach und felbft» 
verftändlich und läßt nur das eine, Wichtigfte vergelten: daß ein lebender Organismus 
jeden ihm eingefetzten Teil eines anderen als einen Fremdkörper empfindet, den er ent* 
fernen will. Schwer nur mag es gelingen, den Knochen eines Menfch en einem anderen 
Menfchen einzufügen, noch schwerer den eines Tieres. Denn je „fremdartiger“ das Wefen 
war, dem das dem Vcrftümmeltcn fehlende Stück entnommen wurde, um fo größer ift 
der Widerwille des verftümmelten Körpers, es lieh einzufügen. Die einft gehegte Hoffnung, 
daß man Hautpartien von Kaninchen, Meerfchweinchen und anderen Tieren dem Menfchen 
einpaffen könne, hat man längft aufgegeben. Nicht einmal von Menfch zu Menfch ge* 
ltngt immer eine Transplantation, ja nicht einmal eine Transfufion. die Übernahme von 
Blut Beide Formen von Blutkörperchen, die des Verletzten und die des opferwilligen 
Kameraden, der fein Blut in die Adern des Verwundeten ftrömen ließ, um ihn zu retten, 
liehen lieh feindlich gegenüber. Nur in den erfien Tagen, folan.ee der Verwundete wenig 
eigenes Blut befitzt, vermögen die fremden Blutkörperchen ücn zu behaupten und zu 
funktionieren. Doch fobald der Verletzte (ich ein wenig erholt hat, fetzt in feinem Orga* 
nismus die Neubildung von eigenen Blutkörperchen in großen Mengen ein, und fchon 
nach kurzer Zeit lind die fremden im Blute nicht mehr nachweisbar. An alles dies muß 
man denken, wenn man die Operationen in ihrer ganzen Bedeutung verliehen will, die 
ProfefTor Küttner an Kindern vorgenommen hat. Vor fechs Jahren erfetzte er einem neun 


Monate alten Kinde das fehlende Wadenbein durch das Wadenbein eines jungen Makako* 
affen. Röntgenbilder, die jiingft aufgenommen wurden, zeigten, daß das Affenbein in 
feiner Struktur vollkommen erhalten blieb, alfo vom Körper übernommen wurde. Den 


gleichen Erfolg brachte eine andere Operation an einem zweijährigen Kinde, dem vor 
vier Jahren ein Unterarmknochen durch einen Makakoknochen erfetzt wurde. Auch hier 
konnte im Rönteenbild der Dauererfolg fcftgeftellt werden. Dicfe Erfolge berechtigen 
zu fchönen Hoffnungen, auch wenn man nicht fo weit gehen will wie der glückliche 
Operateur, der glaubt, in abfehbarcr Zeit an Erwachfencn ähnliche Operationen und fogar 
Sennen* und Gefäßtransplantationen vornehmen zu können. Denn wenn man auch zu* 
geben mag. daß von allen TiersTransplantationen die aus Affen die meiften Ausfichten 
naben, da die Affen dem Menfchen entwicklungsgefchichtlich am nachtten liehen, fo 
bleiben doch gewichtige Bedenken, da die Operationen bislang nur an kleinen Kindern 
glückten, an jungen Organismen, die felbft noch im regften Wachstum find und daher 
auch leichter etwas ..einwachfen" lallen, ferner, da die Erfatzteile nicht mitwuchfen, 
fondern nur als tote Materie übernommen wurden.. In dielem Zuftande konnten lic 
wohl als Knochen nützen, ob aber auch als Wcichteile, als Gefäße und als Bänder, 
muß billig bezweifelt werden. Dr. Heinz Welten. 

Chemifches vom Zigarrenrauch. Die Schädlichkeit des Rauchens 
wird in Laienkreifen einzig und allein auf das Nikotin zurückgeführt, über deffen Quantität 
in der Zigarre ebenfo irrtümliche Vorftellungen herrfchen wie über die Mengen des vom 
Raucher eingefogenen nikotinifchen Giftes. Tatfache ift zunächft, daß der Nikotingehalt 
des Tabaks innerhalb weiter Grenzen, nämlich zwifchen 0,6 bis 4 Proz. und darüber, 
fchwankt, wovon wiederum nur verfchwindende Bruchteilein den Rauchenden gelangen. Der 
größte Teil des Nikotingehaltes wird durch das Rauchen felbft zerltört, ja, cs gibt Chemiker, 
die das Eindringen von Nikotin in den Mund des Rauchers vollftändig in Abrede itcllen 
und behaupten, im eingefogenen Tabaksrauch fei bis jetzt das Gift mit Sicherheit nicht 
nachgewiefcn worden. Eine einzige fogenannte Dinerzigarre würde bei ihrem Gehalt von 
einem Dezigramm Nikotin imftande fein, einen Menfchen fchwer zu vergiften, wenn das 


gefamte Nikotin auf irgendeine Weife in den Körper überginge. Somit fcheintdas Nikons 
nicht die Wirkung auszuüben, die man ihm gemeiniglich zufchreibt. Das Rauchen gehört, 
wie beifpielsweife der Vorgang im Kohlenmeiler oder Koksofen, den fogenannten Schwei, 
prozeßen an. An der Zigarre brennt tatfächlich nur eine ganz dünne, unmittelbar hinter 
der Afche gelegene Schicht. Die Verbrennung felbft kommt nur dadurch zuftande, dajs 
wir Luft durch die Zigarre hindurchziehen, wobei unter Sauerftoffverbrauch zunächlt 
Kohlenfäure und Waflerdampf als Verbrennungsprodukte cntftchen. Diefc gelangen in 
unferen Mund; jedoch haben üc durch ihre hohe Temperatur auf dem Wege durch die 
ZigarTe chemifche Zerfetzungen in deren organifcher Subftanz hervorgerufen, und zu«; 
entlieht ein Gemifch von flüchtigen antifeptifchen Körpern, die man chemifch mit Teer 
bezeichnet (Teer bildet (ich bei Erhitzung organifcher Substanzen durchweg, wenn auch 
der Laie unter diefem ein Produkt von ganz beftimmtem Gerüche fich vorftellt.) Das 
Nikotin, im Tabak in Form feines apfelfauren Salzes enthalten, zerfällt bei Erhitzung in 
verfchiedene im übrigen weniger giftige Subita nzen, wie Pyridin, Collidin U. a. m. Die 
Abfchwelung (Zcrfetzung durch Hitze) geht übrigens noch weiter. Eines der giftigltcn 
Gafc überhaupt, das Kohlenoxyd, wird namentlich dann in größeren Mengen aus Kohlen: 
fäure gebildet, wenn es lieh um fchlechtziehende Zigarren mit langfamem Luftdurchtntt 
handelt. Neben diefem zweifellos giftig! ten Zigarrengas ift noch die Blaufäure zu tn 
wähnen, die jedoch in fo geringen Mengen vorkommt, daß lic kaum einen Schaden an 
richten dürfte. Übertrieben find fodann die Vorftellungen von der Schädlichkeit des 
Papicrcs bei der Zigarette. Nicht die Pflanzenfafer Papier ift ein Gift, wohl aber der 
leichte Opiumzufatz. deffen Süßigkeit zum Inhalieren verleitet, wodurch das erwähnte 
Kohlenoxyd in den Raucher gelangt. Die ftärkfte Kohlenoxydbildung hat die Pfeife zu 
verzeichnen. Hier zieht die Luft am langfamften durch, und fo qualmt lic den giftigftcr. 
Tabaksrauch. Dr. S c h m id 

Arfenik im Hühnerei. Bei feinen Unterfuchungen über das Arfenik in 
Organismus kam der franzölifche Gelehrte Bertrand zu der Annahme, daß das Arfemk. 
ebenfo wie Schwefel, Phosphor ufw., ein konftantes Element der lebenden Zelle teS, daß 
es nicht an beftimmte Organe gebunden fei, fondern in allen Geweben Vorkommen muffe 
Wenn diefer Schluß richtig ilt, wenn alfo das Arfenik ein phyfiologifches, zur Exiftcnz 
notwendiges Element ift, fo muß es im Organismus in allen Perioden des Lebens von 
kommen, alfo auch in den Embryonalzellen, folglich auch im Vogelei. Bertrand benutzte 
zu feinen Unterfuchungen Eier von Hühnern, die in einem gefchlolfencn Raume ge- 
halten und mit Weizen und Buchweizen gefüttert wurden. Die Unterfuchung ergab, «ß 
alle Teile des Eies, die Kalkfchalc, die Schalcnhaut, das Eiweiß und der Dotter taA 
bare Mengen von Arfenik enthalten. Der Dotter enthält davon das meifte. VonJL^ mg 
Arfenik, die durchfchnittlich in einem Hühnerei enthalten lind, kommt die Hälfte bis 
zu zwei Drittel auf den Eidotter. Am arm den ift das Eiweiß. Die Schalcnhaut cst» 
hält trotz ihres geringen Gewichts etwa ebcnfovicl und oft fogar mehr' Arfenik als 
das Eiweiß. C. SehenkHng. 

Blitzgefahr unter Bäumen. Ein älterer Vers lautet: 

„Von den Elchen mußt du weichen, — Und die Weiden follft du meiden. 

Von den Fichten follft du flüchten, — Doch die Buchen darfft du fuchen»“ 

Da der Inhalt nicht ganz zutreffend ilt und eine Warnung vor allzu großem Vertrauen 
auf die Gefahrloligkeit gewiffer baumarten, weil keine vom Blitzfchlag ftets verfchont 
bleibt, notwendig crfchcint, habe ich den Merkvers, wie folgt, geändert; 

..Das Nadelholz. Eiche, nebft Pappeln und Weiden 
Sowie auch den Bim bäum mußt durchaus du meiden; 

Bei Hainbuche, Hafel, Kaftanic und Buchen 
Und auch unter Erlen maglt Blitzfchutz du fuchen; 

Doch haft du dein Leben nur etwas gern. . 

So hältft du dich beffer von allen fern." Prof. Dr. C. KaßaÄL 





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Dizi|arti| flr iagifcMkdiiilcs 

.Sport und Jnfd-. Haakarf 19. 


..Gewiss, wir trinken beide am liebsten Sekt: 
eine bekannte Marke bürgt stets für gleich- 
massige Güte und zufolge der Herstellung 
im Grossen kauft man Sekt verhältnismässig 
günstiger als Wein." - 

.Ganz richtig, ich habe auch stets Kupferberg 
Gold im Hause für den Fell, dass ich mal 
trübe Launen verscheuchen oder einen 
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Pa« (tnt)fidm j*P»« 3<ia«r* «rn6<rn 
trrarn Ihrrr lanPiVNrftlhPni 
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9lr. 39ß9. 


?nigememe S^otijen. 

(fine tfntfdjliffcung 6er Xeutfdjen t'anDsmntinidinft. 

*3)10 Jagung 6er Sillen Herren unb bcr Vertreter ber afticen 
L'anbsmannlcballen fafetr felgcnbc änifd) Heftung: ilufs tieffte 
eiidjüttert bunb bic furchtbaren 6d)icffal5|(t)Idfle. 'Don benen 
unfer ^Bolt am (Enbc bcs ‘ffieltfricges bcimgc[ud)t roorben ift, 
unb in MrebtungsDollcm ©ebenten aller berer, bic aueb aus 
unlcrer SEWittc für bes Deutfdjcn Reiches ifbre ben öelbcntob 
geftorben finb, (djlicfjen it>ir unfere iRciben ju einem feierlichen 
©elöbnis jufammen. 3üir Bereinigen uns in bem ^efenntnis. 
bafe mir niebl ruben unb reiften »ollen, bis bic fBunben geheilt 
finb, aus benen unfeT bciftflcltcbtcs ^aterlanb blutet, bis unferem 
tSinbeitsftaatc fein babcitsrolles (Befuge unb feine ‘©cltftcllunft 
roieberflerooniten ift, unb bis bie ganje 'SDienjAbcil eon neuem 
bat>on überzeugt roirb, bafc es o^ne bie fraftöollc Mitarbeit bes 
beutfd>en eebaffensgeiftrs feinen wahrhaften gortjdirttt beT ©e* 
fittunflsentrridlunfl gibt. 9iitbf nicbcrbrüdcn roirb uns baber 
ber rbnfifcbe Üulammenbrucb; oiefmebr wirb er uns fortab nur 
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Teuren 2anbsmann|cbaft liegt es oerficgclt, ba(j fie ficb in all 
ihren ©liebem unDerbrücblicb oon bem 'Ecroulitlnn getragen 
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Leiter Dornebmlicb berufen ju fein. 'Zßic fie mit ibren 'Wurzeln 
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Die Aufnahme- Prüfungen finden an den Tagen Mittwoch, Donnerstag und Freitag, den 24., 25. und 
26. September 1919 in der Zeit von 9— 12 Uhr ätatt. Schriftliche Anmeldungen können jedeneit, persönliche An- 
meldungen am besten am Dienstag, den 23. September im GeschSftasimmer de« Konservatoriums erfolgen. Der 
Unterhalt erstreckt sich auf alle Zweige der musikalischen Kunst, nämlich Klavier, sämtliche Streich- undBla*- 
inatrumente, Orgel, Konzertgesang und dramatische.. Opernausbildung, Kammer-. Orchester- und kirchliche 
Musik, sowie Theorie, Musikgeschichte, Literatur und Ästhetik. 

Prospekte werden unentgeltlich ausgegeben. 

LeiMiff luni 1919 . Das Direktorium des Konservatoriums der Musik 

Dr. Röntsch. 


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tfhotbrn bes t-lifts Botou unb 'planer in firflrnbuca. bei 
klunnir firlrifitir fietvrbidilei. b<m ocn brr pbdolppbildwn 
Äafultal brt UniMifiläl Srai bo» (f bienMioial prrlirbtn 
mürbe. 


<Scb. 9tcfl.-3lal "Prof. Dr. paul 
Teuften, 

hctuhmin tronsfnliii «in brr MniDcrfiiiii Miel, tfilrildirr 
unb i'rimiillrt brr mbilArn 'Ärligiw«srbite(opbi«, <ft*ünbrt 
unb Vrilrr brt eibof*cnbiiucr-tf>f Idlfcbotl. * «im 7 ^uli. 
74 ^«ibrt all. ipbol UrKibns, itirl. i 


©tb. ÜJieö.-iHat ~1>rof. Dr. Subtoig 
Krieger, 

brrpotru^rtibrr iVtlrclrr br« phrfi t,il il«fc-N«i tri ildxn Dcil. 
mrlbobr «in brr slnimiiuil-tVrlin. Vriirr brr lliiitxflil.it»- 
•Infuli für Wo flrtbrilrrrfd brrn. brprbt am 38. ^uli (rinrn 
»U. SVburisUifl. rpbot J'tKbtdrr, tVrlinj 


Segationsrat 3rbr. ». Serener, 

brt DorfilwnC* brr bruifdxn ftrirbmsbclrgation in 'JWi 
latllts, tri Cvn bunb bir ^tulipnalorrfainmluni) unb brn 
^triiftwrälibmirn ifbrrt raiifi^irrtcn Ärirbrnipemaa «i 
ubrnrubrn twllr 


Vilbung unb 
Jlunft. 

'Bon S\ arl 'Jlöltflcr, TüflcJ- 
borf-fßcrften. 

/2£ins f<fecint ficf>c r in unfe- 
^■rer geiftig unruhigen fteil: 

(fs Dollsicbl fid> allmählich 
eine 'Wanhlung bes Vilbungs- 
ibeals. — Die 3Jlöfllid)frit 
einer „allgemeinen Bilbung" 
wirb immer mehr in Zweifel 
flfioflen; ja, man lann febon 
offen ausjpredjen hören, bie 
allgemeine Gilbung fei in Die* 
len Sailen ein Irrtum b.\tr. 
gar eine Siflion, unb ferner: 
bie Vilbungsanfprüchc be5 
Staates unb ber ©efellfcbaft 
an ihre ©lieber feien nicht 
unter allen llmftänben etwas 
SHüfelichts eher tfrftrebens- 
wertes. — Sie bem aber auch 
fei, unb n>ie Diele (finficbligc 
bies unb ähnliches cingcfcben 
haben mögen, bie ■Bilbungs* 
melle fclbft ift feinesroegs im 
abfluten — trofo fo mancher 
Unterricht»* unb GiAiebungs* 
refarmen, bie im lefeten fahr* 
jebnt berauffamen. Diefc 
Untcrrid>t»reformen rechneten 
boefc faft alle burchmeg mit ^ . .. ä . 

bem Gegebenen — nämlich J)flrtCltQfl ber 

mit ber Jatfacbc, bah ein 
hohes fWafe Den fttimlnffftit 

erreicht werben, bafe ferner ganj beftimintc Bilhungsftoffe (man 
bcnlc befonbers an bas ©omnafium) angecignet werben mufeten, 
um au einem „^lbfchluffe ber Gilbung" au gelangen. ;T*tc t 
biefen Jallachni haben bie Örjiebungsreformen im groben 
unb ganzen gerechnet unb haben nur oerfuebt. hie 'Aneignung 
unb Verarbeitung ber Vilbungsftoffc leichter lu gcftallen alfo 
eine pfqcbologifcberc, jroedcntfpTccbenberc „fÜRctbobr" eiitAufüb 
iert. (Jinige Reformer haben wohl auch ilmgeftaltung bes 
Vilbungsftoffes Derfud)t; fie haben etwa beutFcbc ©cfdjichte, 
beutfehe 3Rotbologic unb (sage unb Dichtung in ben Vorher 
grunb au fefeieben gefuebt. — Dos erfefceint ja nun ganj gut 
unb («hon, wenn nur nicht babinter ber ©laubc an ein alleinige» 
Vilbungsibcal bcroorlchaute. Unb gegen folcbcn ©tauben eines 
alleinigen Bilbungsibeals fträuben (ich allmdblicb immer mebr 



^cr erftc ^orteitaa ber T^utfdjnationalcn Volfspartei am 12. 

im arofoen 6aalc ber s l>bilbarmonie 


'JWenfchen. Vf 5 ift »unächft 
vielleicht nur ein bunfles <8»e 
fühl, ba» aber, wer weife, wir 
halb, ju einem flaren Siffen 
werben will, unb bas gerabe 
bei ben im heften ßtnnc 
religiös burcbflulelen fülcn- 
feben beroor bricht: bafe hie 
unlerm Volte oor allem eige- 
nen melapbofifchen JCrdfte 
burd) bie berrjehenbe ’öil- 
bung au leihen feheinrn 
bi», im •Jlbnebmen begriffen 
finb. Vf» brängt cinftweilcn 
Don unten auf nach immer 
mehr Vilbung, was als ein 
gutes Reichen erfcheinen 
tonnte, wenn uns eben nicht 
hie übliche Vilbung fclbft an- 
finge, Atocifclbaft au roct- 
ben ! Scfelagroörter wie „Vil* 
bung ift 'JKadjt" finb an fol- 
eben «lenbcnien he» Vilbungs- 
beftrebens geroife mitbeteiligt 
Sa, ich glaube, bafe Jaufenbe 
oon (fitem unter ber bopno* 
tifchen iöirtung bieles Wortes 
banbeln, wenn He unter 
fcbtocrftenüRühen alles bar an- 
jeben, bie Einher „etwas ler- 
nen" au taffen, unb ha» beißt : 
fie eine (schule befudhen au 
laffen, bie ibnen bei guter 
'abfolDierung bie 3Rögli<hfeit 
. n • -r» f . K . - ober bas ilnrecbt auf ein 

unb 13. 3uli: Tic ’HorflanbsIribunc -jimi »bet «Utn bSfcerca Se- 
in Sttlin. tu! flaranlicttn. Unt> lo 

fchwinbet bann leicht aus bem 
Vewufetfcin, was Vilbung im tieferen, philojephiithcn ober 
rrligiöfen (rinn fein fönnte unb müfete: rin oornebmer Vibu- 
raftcr unb ein feelenooller, burAglübter iKenfcfe. Wenn irgen- 
dwas, fo oerbient oiclleicbi beute bas -aSort „Vilbung ift ^acht* 
eine i>taAprüfung auf feinen Wahrheitsgehalt bin. V^enn mi: 
'JKaAt -amt ober befferer Vcruf gemein! ift, fo mag es feint 
-Jticbligfcit haben, aberfonft? 6onft lebt iA niAt fiel iW* 
tioes. 'Dlag fein, bafe ein ftiinftlec ant IciAteftcn ju folAc 
ßfepfis fommt, aber bes 9ia<bprüfens jeheint mir biefe Rraoe 
\ hoch wert au fein. 3Ran fönnte im anfAlufe an biefe Sngr 
\ bircfl weiterfragen, ob ein Itünftler. ein DiAltr» rin SÜalei 
„gcbtlbet" fei, unb wirb chrliA jagen muffen, im Sinne bes 
Vilbungsibeals nicht. :Ul c i ft nicht. 6chon bafe bie heften 
/ ftünftlcr ber 3«it ft<h ihrer metapboftfAcn Äräfte flärfer bewufel 






'©ewillfommnunfl ber (Befangenen in fccr Gtuttgartei •Bahnhofshalle. 


(Empfang am -Bahnhof Stuttgart hurd) Vertreter her 
heutigen Aricgsgcfangencnhilfe. 


Die Slnfunft bes elften fcftlid) gefAmücften 3uge» in Stuttgart. 


Tic^jslicfcrung ua[crct ffricgsflcfangcncn nad; Untcrjci(^nung ^cs gri^cnsBerlrags. 

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5Jlr 3969. 


OKuftrirte 3ritung, 


93 



®as grauen-Jurn- unb -ßporlfcft bcs ®cut((^ea 'Heicbsausidjufies füt Seibe&übungen im ßtabion au 9 ?crlin-©runetpalb am 16 . 

Oben 1 1 n f s : 3tciübunfl brr Biobdwnablfilunfl b« ■Berlin« lurnprreins; rrdjts: €lad tum 1 50.in-taufm für 2Räbd>cn pcn 12 bis 14 3abrm. Unten linfs: 3rriübungm am ; 3Uillr: Htäulrin €<$röb*t (“fl. 6 C), 

6itflfrin im lOO-m-taufcn ; ftrriübunflfn cm Barmt. 



Ci nfs: TH* Gj-plofion, aus bet tu ft aufgmom 


X’ie Srplofion bei ©e[cboöfabrif in öobentdjonbauien bei ■Berlin am 16. Quli. 

(^ot Tcxfufc, Beriin.) B* <$ts: Tic überrrftt btt brri in bi< tu ft Qffbflmm taflerfebuppfn, in bencn üb« rin* 2JRi0ion ©rfcbokjünb« |o-R>if Ufturf- unb glatltroiinni Iofl«tm 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 






9Jon ben Onternationalen Ieid>tatt) letifcfjen ffietl- 
fämpfen in fiambutfl am 13. 3uli, 

ber erften international*!! Hcranflaltunfl auf bem (Äebirt bes 3la|*n- 
fports in Dtutfc&lanb feil 1914; Tic 2Rannfcbcftcn bes '©etlinei 
6port-(EIiibs unb b« 3Ralmtict 3brotts fweninqm Ramtfttena. 


werben, fcbeibet fit oft unb manchmal febr ftarf oon ben 
Vertretern bes bisher igen Vilbungsibeals. SDtan (önnte 
lagen, ber Run ft kr, ber etwas leifte, fei auf feine ‘Seife 
gebilbet; aber fcboit bie Xatfacbe, ba& jeber Siebter roieber 
anbers gebilbet ift als ber anbere, jeber SPtaler anbers als 
ber anbere, fagt uns oielleidbt, bafo ber Vtgriff „Vilbung" 
hier toobl nicht mehr pafot. wenn man ibn nicht gang be- 
beutenb erweitert unb oeTtieft. Vis babin fönnte man olel- 
teiebt lagen, bie berten unb tiefften Künftler flänben au feer 
ber Vilbung unb Unbilbung. öier liegen ©ebeimniffe 
bes VSacbstums ber 6ee(e unb bes ©eitles, um bie wir uns 
mehr bemühen follten. Unb gerabe bie Rünftler füllten 
biejen anfebeinenb tbeorctifchen fragen rubig mehr 3ntere|fe 
entgegenbringen. 6$on weil cs lieh auf bie Vaucr auch 
um bie grage hanbeln wirb, ob fie im taufe ber Seit immer 
mehr im Volle allein fteben follen unb wollen, ob fie €>celen 
finben werben, bie ihre ©oben oon ©runb aus auffaffen 
wollen unb tonnen ober njeht. taffen mir alfo mal bie 
t|rage, ob unb wie ber Rünftler, ber mit metapbQfifcb cn 
•JftuTgfln, beute gebilbet fei, unb fiagen; ob bie 2Renld)en, 
welche gum heute noch geltenben ViJbungsibeal ftreben, im 
wahren €inne ihr Vublifum werben tonnen ober nicht. 
Kann mit Vilbung (immer wie fie heute noeb meift oer- 
ftanben wirb) grobe ftunft erreicht werben? 3mmer mehr 
Zünftler entwichen [ich nicht ber (Erfenntnis, bafj cs gum 
minbeften jweifelhaft ift. Ommer mehr entjieben ficb 
auch nicht ber (Erfenntnis, wie oft unb wie febr Kunft erft 
gewürbigt wirb, nachbem fic autoritatio geworben ift. Om 
tiefften ©runbe. glaube ich, wirb ber wirtliche ftünftler. 
wenn er gang ehrlich ficb ausfpTitbi, geneigt fein, abguleug- 
nen, bafj bas Vefte ber Runft mit bcrVilbung ober burdb 
bie Slbfoltmrung oon fBiffensge bieten unb VJlflensftoffen 
erreichbar fei. Rünftler unb Propheten wenben fid) hoch 
immer mehr ober minber 
an ben ©efamtmenfehen 
— ob er etwas „gelernt" 
bat ober nicht. Venn 
grobe Ru rtft, ähnlich wie 
Religion, würge It Immer 
tiefer, als Väiflen unb 
Vilbung meift wurgeln 
(es mag auch 2lus- 
nahmen geben). Venn 
ber 3Renf<b ift gewif} 
nicht nur fo ein meifjes 
Vlatt, auf bas ber Vil- 
bungsgang nun etwas 

fchreibt — unb es baburch 
erftwertooü macht — ber 
EDtcnjcfc ift oon Anfang 
an eine lebenbige ßeele, 
unb ich glaube, unfete 
Vilbungsfchähung bat 
uns bod> alfgufebr Der* 
geffen laffen, welche SJtög- 
lichteilen ber (Entoidlung 
biefe 6eele bat, auch 
bann, wenn fie Vilbungs- 
gänge gar nicht ober nur 
halb ober oiertel abfol- 
oiert. #ören wir bod) fo 
oft, ba& Rünftler ihr 
Veftes erreichen im 
©egenlafogum üblichen 
Vilbunasgang, unb meh< 
ren ficb hoch bie (Er- 
fahrungen, bafj bie Runft 
ber ©rofcen jenen ju* 
gänglich war, bie nur 
„ma nge lb oft" gebilbet wa- 
ren. Vaft ich hier nicht un- 
oorfichtige Schlüffe jieben 
will gur abfebaflung ber 
Vilbungsgänge, ift fickt. 

3&obl aber bürfte bas 

Vroblember— „Vilbuna" 

ftmecfmäfjig tiefer burdb- 

bacht werben, um gu fin- . 

ben,wasgube|fernfei. 




“SSitA. <5cb. 9tat ‘'Prof. I>r. Qiiml 5*fd}«r, 

«Octnifo pen Vtltraf, Tirrftw So <Sb*mi|<b*n Onftituts bn Unuxrfitöi tVili«. bahn* 
bicditnbrt fi«1cbrr auf bem ©ebitt ber praanilcbcn «S^cmi«. Snlbftfcr bes Jbcnol* 
bobt O^no, Br* IWteiKJU.TortWUet bn € pmW« l** Xtaubrnurrfrts unb flrreiflrr <S in*ob' 
mbinbunflen, TtpbrlprnUtatjn IW2, t am IS. Juli in Ipannfr* im 67 rebenpiabt* 




Sine ©ifeung bes neuen baprifdjen 2ant>tags in Samberg. 


Sine neutrale grauentommiffion jum 6tut>iun 
ber 'löirtung ber Smitflerblodabe in <5)cutf(blanb 

'Hon linfs nach rechts : Htib Cianc ’3tSbams (Ümrrifa), bie berübrr. 
'Dbilantbcppm unb Cßninbcrin bn fuU-twufe in Clbitaqo , SKih C. IBor 
(Ütnerifa): 4lrUin Srau Dr. Slftla 3«obs ({wllanb); 914 
(I. ftor <Ctnfllanb) ; 9Rih 3°°" SW. ftrp (Cjnglanb) ; 'Ärjlin 9tr* Dr. Ski 
iwmilton Cänifrifat. 

iTre Tamm beludxn cHerltbirbrnr beutfdx €läbi». um Heb über bie Subaj 
brt irirtlcbaftliebrn 'flblperrufig Trutlcblanb» auf bie Hplfsjelnnbbm. Man 
lieb übet bir ‘tPuturag auf ben (ftnabningatuflanb bei grauen unb fttnfcr 
bnrd) riflrnt iVobaeblunflen au unlrmdblrn i 


3 ur 3 Bo(>nungspolitit. 

achtjehnte f5 a hrhunbert wirb oon uns immer gerne 

-^/lächerlich gemacht unb [pottifch behonhelt — 3®pi. 
Veröde, galante 8«lf, Viebermeieiei — , weil wir alle u 
hen 'Srjichungspnnjipttn unfercr (Eltern unt» <&rohe|trr 
noch unter ben oerroällerten ‘ilusläufern jener 3ritan|cbci:< 
ungen au leiben hatten. 6o [cblimm, wie wir es bureb j«t 
Ausläufer (ennen lernten, war es urfprünglicb nicht, c; 
ftanb a- SV l>le oon ber heutigen (Erziehung oerworfene gwi- 
beilsbcfcbrantung brr f^ugenb bamals, wo auch bir minbe; 
begüterten SUafjcn lianbbäufer, ©arten, Sommer- un? 
Viinterftuben brlafeen, in feinem Verhältnis gu bem Äafic- 
bafein, bas bie Ictjten ©enrrationen in brr qualoollrn (rnec 
ber ftäblifchen Vlirtsfafernrn ihren Rinbern bereiteten. 
fommt bem fitt liehen 9riebergang eines Voltes mehr ent- 
gegen als bie Vefcbränfung in ben VtabnoeTbältniffen. Sine 
5teibe oon Caftem entwidelt Heb hier erft. VSobnungscna 
ift ein fcauptgerftörer bes gamilienlebens. Ver 3Rfn|4 
muh ?laum hoben ; nicht blof) hie l'unge, auch her (Eharaftr: 
51uf äu engem Ülaum gelangen bie Cbarafteie gu Irinn 
Cintwidlunfl mehr. 6ie {chleifen ficb nicht, fte ftofaen fih 
wunb aneinanher. Viele SK enfehen (önnten in einem $auic 
gang gut neben einan ber leben, aber lebenslang in einen; 
Zimmer oert ragen fie (ich nicht. (Es Ift jur (Erhaltung bn 
gamilienglüds oon aufceroTbentlidbem ?Bert, bafj jrbes9ci;- 
glieb ber gamilie einen abgrengbaren VJinfel, ein gimmn 
eine Kammer, eine ©artenede für ficb hot- 5Bo beT^aum ^ict- 
gu fehlt, geht bie Oeima;- 
liebe, gebt ber gamilien 
finn oeiioren, fdhlägt 
häufig in bas ©egent«. 
um. Vie toachfwbt Sk- 
neigung bes ©rofj’tar: 
menfehen gegen tȊus 
lidjffit, gamilienleiwn 
RamiliengcTtlligfcit, fei» 
glucht in bas Kaffee- unb 
Spcifebaus, in bas Klub 
unb Vercinslrbtn ent- 
fp ringen nicht Io fehl bei 
Abneigung gegen cm 
tiigenbeim an fuh ob 
bem VJiberwillen geger 
bas Senbilb eines fol<h«n 
Vie meiften biefer hf® - 
flüchtigm tragen eine tiefe 
Sebnfucht nacb bei 
eines f^ims in fuh 
Qinc ©efurbunu un- 
feres nationalen t&efens 
ift nur möglich. tw® n 
wiebe rum bas beutfcfcc 
6aus gu feiner alten 
Viürbe gelangt (Es mu& 
ber fulturelle Äitfelpunf: 
werben, oon bem bic 
Kräfte ausflrable« 

SDlcla «f(b«Ti<b 

6prüd)c. 

Von gof. 6toIlreitcr. 

Vas Cehtn; füllt wj* 
nie gang aus — bießeclc 
rinat immer unb iW*W 
nach ferneren Selten 
©as eingige, bas uns 
oft bas ©lüd unauffinbbai 
unb unerreichbar macht, 
ift bas buchen banacb. 

Vichts Hingt eitler, 
als oon feiner 

T »’ feit" fpreeben. 



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Dct Eanfctafl mufj infolge iHatynangrb in einem Kongerlfaal lagen. 


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€*JäIb<rg fm 9tiff«ng«fcirgc. 

©(^[tfifcfe« Ccnfcföaften. 9ta<$ 3u<f>nungtn oon 'Paul ?luft. 


■ 


Go gle 


9lr. 3969. 


Olluftrirte 3 citung. 


97 



£vmo MeMte. 

ragcnbc Stelle fpielt, ift flar. STCocb (mb bie jcbroierigtn 
'Berböltniffe ein großes demmnis für alle, bie fuß gut fleiben 
roollcn. 9todj gibt (9 feine ©tofle, unb bie greife bei 
6d>neiber finb nahezu unerfcbtoinglidb. Um |o größere ©org- 
falt »ixb her fbexr, ben man früher „©entleman" nannte, 
feiner Stleibung juroenben mäflen. SIbgebärtet unb flarf ift 
er aus bcm Kriege Aurüdgefommen. günf fahre lang bat 
er förptrluß bas ^>6c^>fte geleiftet, toas S^enfcben leiften 
fönntn. Er ifl bärter gcroorbcn, oft gcfünber — robuftcr — 
er bat fid) beT Slatur genähert, bet er fa(t entfrembet mar. 

9lun bat beT Krieg bem 6port jeber ©attung Jaufenbe 
van neuen 3tnbängcrn jugefübrt. SDir »erben mehr ©ports- 


Qaä !Xecf>t auf äußere Äultur. 

Bon g. 2B- fioebnet. 35!it fünf 2lbbi(bunflcn #cn 
'Pbotonrapb '21. Sinter, 'Berlin. 


GfT>as ift bas, „äußere Kultur - ? Ein entfcbrounbencs Wort. 
<ijiStiDa9, bas uns al ® Derltbwommener Ergriff oon früher ber 
in |<bmüd)fr Erinnerung ift. Etroas, bas mit ßrbensform, mit 
gefteigerter tebcnsbaltung, mit forgfältiaeT Kleibung, mit Körper* 
fultur ju tun bat. unb bas in bem fBirbel biefer fünf fab« (eine 
©eltung oerlcren bat. Slud) beute |<beint uns bie grage |o weit, 
fo fern ju liegen, baß fie nicht bes Slnfebneibens lohnt, unb 
hoch - (allen mir in ©ad unb SIfcbe Buße tun? ©ollen mir auch 
rein äußerlich als Bolf ber ©cfnecbtrten gefennjeiebnet fein? 

9lo6 ettoas anberes fpriebt hier mit: bie ^nbuftrie. Die 
beutfebe 2Robcinbu|tric. 6ir, bie bureb ben St lieg au ben mcift 
gefdjäöigten Dnbuflrien gehört, |oll jeßt nach Zuführung oon Stob* 
((offen ju neuem Ueben en»a6en. hierbei bebaif fie ju allererft 
beT ilnterftüßung jener 2Ren|<ben, benen ber Begriff ber äußeren 
Kultur fein leerer ©d)all ift. 

Es »äte fallcb, ben 'Begriff ber äußeren Kultur mit „Ele- 
ganz" in einen $opf ju werfen. äußere Kultur ift meßr als 
Eleganz ift bas Btftreben, feinen äußeren 2Renld>rn Io auf- 
Äü^ieben. baß er gegenüber anberen 9Rilmenf<ben einen »obl- 
luenben Einbrud auslöft. Daß hierbei bie Kleibung eine berocr- 




'■Hierin 3trub 


Ift er |eit Ebambrrlains Seiten nicht nur bas Kleibungs* 
ftüd bes Diplomaten unb großen Kaufmannes geraffen, er 
bat auch bie Erbfdjaft bes unfeligen englifdbrn „Morning- 
Coat" angetreten, ben man bier&ulanbr „rutowsy" nennt, 
unb ber in feiner fonfe (tionsmäßigen Unpcrfönlidjfcit ein 
9Uf(n>at ber ©elcbäftsfübrer unb Kommis bleibt. Daß ber 
©ebrod feine Beliebtheit ben jaßlreid>en Berbern blungs- 
m5g liebfeiten, bie bie leßte $eit leiber brachte, oerbanfen 
(oll, ift unmabTfcbcinlicb. fßir hören, baß Elrmenceau unb 
bie nuiften Deputierten itn 6alfo an ben Berbanblungs- 
tifcb oon Berfailles gingen, unb mir bäten, baß lebigiieh 
•Jßilfon unb tanfing im ©ebrod crfcbicncn. 



Rehorn« ^ticmann. 


Srirtukb 


leute bähen als früher, unb bier liegt ber ©eg. 
ber bie grage ber Kleibung erleichtern toirb. Die 
mobernr dcrrenfleibung ift IpoTtlicbrr geworben. als 
fie je war, mit bem Berjieht auf jebe 9lote reiner 
Eleganz jugunften bes Draftifcbcn. 6ie heoorjugt 
aufgelegte aaleben, ©ürtel um faden unb Mäntel, 
bie fo roobl gegen Kälte |d>üßen unb fo ben 3Rantel 
erübrigen als auch bie gigur herausarbriten. €ie 
bcoonugt furse ©portbolcn unb tocile leichte 
6d>Iupfmäntel im ©egenfaß ju ben früheren ge* 
brecbfeltcn ©cbrodpaletots. 

‘Such auf bem ©chiet ber Bbcnbtleibung ift ein 
UmfdJtDung au perjeidmen. Der graef ift faft gan) 
Augunften bes ©mofings Aurüdgelretcn. 3lu6 hierin 
(eben toir eine Beooraugung bes 'f)rafti|cben unb 
Bequemen. Der ©mofing ift faft ge|ellfcbaftli£b ge- 
toorben. f&urbe er früher lebiglidh im Klub ober 
ju iterrenabenben getragen, fo miTb er jeßt auch 
im Theater unb in ©efelilcbaft oon Damen ange* 
jogen. 6ejne Sonn bat fieb unroelentlitb geänbert. 
Er jeigt bie gorm einer bequemen fade, hie auf 
einen Knopf gefcbloffen toirb, ftumpfc breite ©eiben* 
flappen unb eine äußere Brufttajche auftoeift. 

Die gaefe, bas bequemfte unb mriftgebraud)t( 
Kleibungsftüd bes denn, ifl in ihrer ganzen gorm 
fo Tu ta, roie fie 11*14 mar. 2ftie überbaupl bie 
2Robc bort anAufnüpfen fefeeint, roo fie 1914 flehen- 
blieb. Denn oon eineT roclentlicben Beränberung 
auf bem ©ebiete ber derrenmobe fann im Caufe 
ber leßten fünf fahre feine 9lcbe fein. Die SDiobe 
bat einfach baltgemacbt unb feßt fid) nun tocitcr fort. 

Ein Kleibungsftüd muß noch befonbcT» betoor- 
gehoben toerben: ber ©ebrod. Iroß ber 'Jlebo- 
lution fann man ihn heute noch ats bas aiifto- 
fratifdjeftc Kleibungsftüd bes derrn bejeiebnrn. 
Keins gibt es, bas gleich tpürbeooll unb gleich ele- 
gant toirft, fei ns, bas feinen repräfentatioen firn cd 
fo erfüllt, ©ut auf ben Körper feines Xrägers 
gearbeitet unb mit breiten 6eiben((appen serfehen. 



'Paul deibmann. 


CCinotünftlrr als 3P2o,bclönige. 


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53or ber 2BalIfaf)Ttsfird)c bcs ^(öfters 'Jlnbcdjs in Oberbapern. ?lad> einer 3^ 


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B bes ©onberjekfyners ber ßeipjiger, „SHuftrirten 3eitung" gelij 6ct)H>orm[täbt. 


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WILDEFÜ'ER. 

» 

EIN ROMAN AUS ALT* HILDESHEIM VON PAUL SCHRECKENBACH. 


i 07. FortMtiunr.) 

M it einer Falte zwischen den Brauen betrat sie den unteren Raum, 
lind diese Falte vertiefte sich, als ihr Blick auf ihren Vater fiel. Der war 
an einen Seitentisch herangetreten und füllte sich dort aus einer großen 
bauchigen Flasche Rotwein in ein Glas von nicht geringer Größe, das 
er dann in einem Zuge leerte. Zu Lebzeiten der Mutter hatte er im 
Hause kaum jemals Wein getrunken, jctct dagegen geschah cs häufig. Es 
war, als ob er Zuspruch und Trost im Becher suche. Das mißbilligte sie 
sehr, denn sie meinte, der schwere dunkle Wein sei seinem Geblüte schäd- 
lich. Aber sie wagte nicht, etwas dagegen zu sagen. 

Wildefuer stellte das Glas auf das Tischchen, korkte die Flasche be- 
dächtig zu, und nun stellte er die Frage, die sie vorhin unterdrückt hatte: 
„Was soll nun mit Lucke Hary werden?" 

Frau Gesch e war nicht wenig überrascht. Nur in kleinen Dingen, die 
das Hauswesen betrafen, hatte er sie bisher um Rat gefragt, in einer so 
bedeutungsvollen Angelegenheit noch niemals. Das schmeichelte ihr, und 
zugleich schoß ihr der Gedanke durch den Kopf, daß sie vielleicht dazu 
mitwirken könne, das Mädchen aus ihrem Kreise zu entfernen. Aber sie 
mußte behutsam vorgehen. Deshalb sagte sie nach kurzem Besinnen: 
„Meint Ihr, Vater, daß Herr Klaus von Hary etwas gewußt hat von dem 
neuen Glauben seiner Tochter?“ 

Wildefuer blickte sie verwundert an. „Du fragst töricht“, erwiderte 
er. „Nein, wahrlich nicht. Hätte er etwas geahnt, wer weiß, wo sic dann 
jetzt schon seit langem wäre! Sicherlich in einem Kloster!" 

„Wenn er es nicht gewußt hat, so dünkt mich, Vater, der Eid, den 
Ihr ihm geschworen, sei null und nichtig“, sagte Frau Geschc ruhig. 

„Was schwätzest du da!“ fuhr er auf. „Wie soil ich das verstehen?" 
„Ich meine so, Vater: Er wollte, Ihr solltet sie vor dem lutherischen 
Glauben bewahren, indem Ihr sie dem Hagen weigertet. Nun ist sie 
diesem Glauben schon längst verfallen. Was hilft es Euch also, daß Ihr 
die beiden nicht lasset Zusammenkommen?" 

„Leichtfertig und obenhin gedacht nach der Weiber Weise!“ unterbrach 
er sie heftig. „Ich habe zum ersten geschworen, sie dem Schelm zu ver- 
weigern, wenn er nicht festhielte an dem Glauben unserer heiligen Kirche. 
Danach muß ich tun. Ich habe zum andern geschworen, daß ich sein will 
wie ein rechter Vater. Meinst du, ihr Vater hätte sie beharren lassen bei 
ihrem Irrtum? Er hätte alles daran gesetzt, sie auf den Weg des Heils 
zurückzubringen. So muß ich auch tun.“ 

Er hatte sich erhoben und ging nun mit starken Schritten in dem 
Gemach auf und nieder. Frau Gesche sah ihm eine Weile schweigend zu, 
dann sagte sic: „Ihr habt mir nicht gesagt, Vater, weshalb sie die Domina 
bat in Euer Haus zurückgebracht. Aber ich acht’, es wird um des Hagen 
willen geschehen sein, der gestern in die Neustadt eingezogen ist. Ganz 
Hildesheim ist voll davon. Er plant wohl eine Gewalttat gegen das 
Kloster?“ 

„Er hat den Hund, den Klaus Barner, wider das Kloster gedungen. 
Der hat die Domina mit einem harten Briefe erschreckt. Wenn sie das 
Mädchen im Kloster behalte, so wolle er ihr allen Schaden tun, so droht 
der Bube.“ 

„Und so wird er Euch auch schreiben, wenn Ihr sie bei Euch behaltet, 
Vater.“ 

„Das mag wohl sein. Er sucht ohnehin Händel mit uns und dem 
Domkapitel.“ 

Frau Gesche schrak zusammen. „Er ist ein gefährlicher Mann. Wenn 
er eine Fehde anfängt, so läuft ihm reisiges Volk zu von allen Ecken 
und Enden." 

Wildefuer lachte verächtlich. „Meinst du, daß ich mich vor einem 
Landverderber und Bauernschinder fürchte? Er hätt' alte Ursach’, sich vor 
mir zu fürchten, denn er kennt meine Hiebe." 

„Das weiß ich, Vater, daß Ihr Euch nicht vor einem andern fürchtet. 
Aber wer hat bei solchen Händeln einen Gewinn? Doch nur die Raub- 
vögel, die davon leben. Wenn Ihr die Ludce von Hary auf einen Wagen 
packtet mit allen ihren Kleinodien und sie in die Neustadt schicktet“ — 
„Ich habe dir gesagt, warum ich das nicht kann“, brauste er auf. 
„Sprich mir nicht davon!" 

Frau Gesche schwieg. Wieder wanderte er auf und nieder und sprach 
lange kein Wort. Endlich blieb er stehen und sagte: „Ich werde die von 
der Neustadt zwingen, den Hagen aus ihren Mauern zu entlassen. Ich 
habe die Macht dazu, und ich werde sie gebrauchen. Dessen kannst du 
versichert sein. Klaus Barner und seine Rotte fürchte ich nicht. Ich gehe 
jetzt in des Rates Trinkstube. Wenn du heimgeben willst, so kannst du 
gleich mit mir gehen. Zuvor aber habe ich noch eine Verrichtung, und 
es wäre mir lieb, wenn du dabei sein wolltest. Komm mit mir!“ 

Er schritt die Treppe hinauf, und Frau Gesche folgte ihm. Sie war 
etwas verwundert und neugierig, denn sie wußte nicht, was er im Sinne 
hatte. Sie erfuhr es aber sogleich, denn droben trat er bei Lucke ein 
und begann ohne Umschweife: „Ich muß dich vorderhand in meinem Hause 
halten. Das kann aber nur geschehen, wenn du mir einen Eid gelobst, 
daß du Haus und Hof UDd Gurten mit keinem Schritt verlassen willst, es 
sei denn, daß ich dir ’s erlaube. Willst du das tun?“ 

Lucke zögerte mit der Antwort. „Ich will mich dessen erst bedenken“, 
sagte sie nach einer kleinen Weile. 

„Sinnst du auf Flucht?" fragte er gelassen. „Was hülfe es dir da, 
wenn du aus dem Hause gingest? Aus der Stadt entkämst du doch 


nimmermehr. Morgen in der Frühe lasse ich allen Torwächtern sagen, sie 
möchten auf dich besonders acht haben.“ 

Lucke schwieg. „Weigerst du dich des Eides, so muß ich dich in 
diesem Gemach wie eine Gefangene halten", fuhr er fort. „Ich täte das 
nicht gern, aber es müßte sein." 

Jcfa will nicht leichtfertig schwören, will mich erst bedenken, will es 
Euch morgen früh sagen“, erwiderte Lucke. 

„So halte es diese Nacht, wie du es halten willst!“ versetzte er kurz 
und schroff. „Komm, Gesche I“ 

Er verließ mit seiner Tochter das Gemach, und Lucke hörte, wie er 
von draußen den Schlüssel umdrehte. Auch vernahm sie noch, wie er der 
alten Trine, der Schaffnerin des Hauses, einschärfte, ein wachsames Auge 
auf sie zu haben. Dann verhallte drunten seine Stimme. 

Da sank sie auf ihre Knie nieder und dankte Gott, daß er ihr aus 
dem Kloster hinausgeholfen habe, und bat ihn, er möge ihr Mut und 
Kraft verleihen, alle weiteren Prüfungen siegreich zu iiberstehen. So betete 
sie mit einer Zuversicht und Freudigkeit, wie noch niemals in ihrem Leben, 
denn Gott hatte ihr ja ein Zeichen gegeben, daß er mit ihr sein wolle. 
Sie war ja auch hier noch eine Gefangene, aber es war ihr zumute, als 
wären ihre Ketten schon halb zerbrochen. Das Werk ihrer Befreiung be- 
reitete sich vor, und er würde es bald vollenden. Von diesem Glauben 
war sie ganz durchdrungen. 

Als sie nach einer Weile drunten das Haus verschließen hörte, erhob 
sie sich von den Knien, löschte das Licht und legte sich frohen und ge- 
trösteten Herzens zum Schlummer nieder. 

III. 

Auf dem Marktplätze der Hildesheimer Neustadt erhob sich neben dem 
Gildehaus der Leineweber das stattliche Wohnhaus des Bürgermeisters 
Eberhard Plate. Hier war vor acht Tagen Christof von Hagen mit zwei 
Knechten eingekehrt, freudig als Gast willkommen geheißen vom Herrn 
des Hauses und noch freudiger begrüßt von Frau Hedwig Plate, der die 
Leute nachsagten, daß sie der eigentliche Bürgermeister der Neustadt sei. 
In der Tat war die kräftige Vierzigerin ihrem zwölf Jahre älteren Gatten 
an Willenskraft und geistiger Regsamkeit weit überlegen, und wenn sie 
ihn nicht so gut beraten und seinen Ehrgeiz beständig angestachelt hätte, 
so wäre er kaum jemals in den Rat, geschweige auf den Bürgermeister- 
stuhl gelangt. Sie war aber nicht nur klüger und ehrgeiziger, sondern 
auch mutiger als er und alle die anderen Männer, die an der Spitze des 
kleinen Gemeinwesens standen, denn sie machte schon seit Jahresfrist und 
länger kein Hehl mehr aus ihrer Begeisterung für Doktor Martin Luthers 
Person und Sache. Sie ging nicht mehr zur Beichte, besuchte die Messe 
nicht mehr, die der Priester in Sankt Lamberti jeden Morgen las, sondern 
hielt in ihrem Hause Gottesdienste mit gleichgesinnten Männern und Frauen, 
wobei die Schrift verlesen ward und Luthers und seiner Freunde Lieder 
mit großer Andacht und Inbrunst gesungen wurden. Ihr Mann duldete 
das und nahm, selber daran teil, war auch von der Wahrheit der neuen 
Lehre innerlich überzeugt, hielt aber damit vor der Well zurück und war 
zu einem öffentlichen Bekenntnis seiner Überzeugung nicht zu bewegen, 
ganz ebensowenig wie die biederen Ratsmannen der Neustadt, die in ihren 
Herzen fast allesamt dem neuen Glauben anhingen, aber seither wenig da- 
von hatten verlautbaren lassen. Sie alle, Herr Eberhard Plate an der Spitze, 
hatten einen ungeheuren Respekt vor dem Haupte der mächtigen Altstadt, 
auf die sie übrigens von Kindesbeinen an voller Scheelsucht und Mißgunst 
hinblickten. Denn von alters her war das Verhältnis zwischen der größeren 
und der kleineren Stadt ein wenig freundnachbarliches gewesen, ja, es war 
in früheren Zeiten manchmal zu blutigen Zwistigkeiten gekommen, die 
natürlich stets mit einer Niederlage des weit schwächeren Teiles geendigt 
hatten. Das hatte in den Unterlegenen einen tiefen Groll erzeugt, der sich 
forterbte vom Vater auf den Sohn, wenn man ihn auch zumeist klüglich 
zu verbergen wußte. Die Altstädter dagegen sahen mit geheimem, zu- 
weilen auch offen an den Tag gelegtem Spott auf das Städtlein herab, 
das hinter eigenen Mauern und Toren dahinlebte, jedes Jahr sich einen 
eigenen Rat kürte und doch in allen Dingen von Gewicht nach ihrer Pfeife 
tanzen mußte. 

Seit Hans Wildefuer das Stadtregiment Hildesheims in seinen Händen 
hielt, war den Bürgern der Neustadt ihre demütigende Abhängigkeit mehr- 
mals ganz besonders deutlich zum Bewußtsein gebracht worden. Ihn dünkte 
es lächerlich, daß dieses Anhängsel der Altstadt sich als ein selbständiges 
Gemeinwesen fühlte und betätigen wollte, und das ließ er die Neustädter 
Würdenträger zuweilen gar sehr merken. Darum waren sie ihm alle im 
Herzen feind, aber wenn er ihnen drohend riet, in ihren Sitzungen so oder 
so zu beschließen, so beschlossen sie, wie er es wollte, und duckten sich. 

Niemand erboste sich darüber mehr als Frau Hedwig Plate, die Gattin 
des früheren Ratsherrn und jetzigen Bürgermeisters. Sie haßte in ihm den 
Mann als Neustadterin und als Protestantin, und in der Letzten Zeit war 
dieser Haft gewissermaßen in eins verschmolzen und gewaltig angewachsen. 
Fast alle Ratsstühle in der Neustadt waren mit heimlichen Lutheranern 
besetzt. Warum ging es trotzdem nicht vorwärts mit der neuen Lehre? 
Warum mußte sie sich noch im Dunkeln halten, statt auf Markt und Gassen 
zu triumphieren? Warum sang da drüben in Sankt Lamberti der Pfaffe 
noch seine lateinischen Gesäpge, anstatt daß Gottes lauteres Wort in 
deutscher Sprache von den Wänden widerhallte? Daran war niemand 


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Sifl«. 9Ja<fc tinet 9tat>ieruitfl t>on fßifyclm flutmert. 


Go gle 


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toter. WqÜ) etnex Stabierung eon SBtlbtlm Äubnert. (jmh cm« *««*. i 


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»chuld ab der Bürgermeister der Altstadt. Wie er drüben das Evangelium 
am Siege binderte, so hinderte er es auch hier. Ihr Mann und seine Rats- 
kumpane waren in ihren Augen Schlafkappen, Ölgötzen und Nachtmützen, 
weil sie sich das gefallen ließen. Denn der Bürgermeister Wildefüer habe 
ihnen den Teufel zu befehlen. 

Diese Gedanken und Grundsätze entwickelte die rüstige und beredte 
Frau ihrem Gaste Christof von Hagen, der sein Buch ins Fensterbrett ge 
legt hatte und geduldig, zuweilen auch heimlich ergötzt, ihren Reden 
lauachte. Manches, was ihr an Wildefüer tadelnswert erschien, fand er 
insgeheim ganz richtig und verständig. Auch ihm war es von jeher 
wunderlich und unvernünftig erschienen, dafi die acht Straßen den Namen 
einer besonderen Stadt beanspruchten. Schon vor hundert und mehr Jahren, 
das wußte er, wäre sie gewaltsam in die Altstadt einverleibt oder, wenn 
sie das nicht wollte, zerstört worden, wenn nicht der Dompropst seine 
schützende Hand über sie gehalten hätte. Der war damals ihr Herr ge- 
wesen und war es noch, aber zur Zeit nur dem Namen nach, wie der 
Bischof über Hildesheim. 

Frau Hedwig Plate bedachte in ihrem zornigen Eifer offenbar gar nicht, 
daß vor ihr der Abkömmling eines der ältesten altstädtischen Geschlechter 
saß, denn sie fuhr mächtig her über den Hochmut, den die Großen gegen 
die Kleinen an den Tag zu legen pflegten. Sie sah dabei bedrohlich aus, 
da sie bei ihren Worten ein blutiges Küchenmesser hin und her schwang. 
E« diente aber einer friedlichen Beschäftigung, nämlich dem Ausnehmen 
zweier Gänse. Die wollte sie übermorgen am Martinstage ihrem Mann 
und ihren Gästen voractzeo und bereitete sie als gute Hausfrau selbst zu- 
Da ihr Gatte in den Rat gegangen war, hatte aie das Brett, auf dem die 
beiden fettstrotzeoden Vögel lagen, auf den Tisch der Diele gestellt, um 
sich mit dem Gaste zu unterhalten und so das Nützliche mit dem An- 
genehmen zu verbinden. Sie war für Christof von Hagen sehr ein- 
genommen, und ihr hatte er es zu danken, daß ihn Herr Eberhard Plate 
in sein Haus eingeladen hatte. Das Ehepaar war mit ihm in Braunschweig 
bei einer großen Hochzeit zusammengetroffen, denn er besaß dort mit 
ihnen eine gemeinsame Muhme, deren Tochter einen Eimbecker Bürgexs- 
sohn heiratete. Nun war in Hildesheim kein Mensch so in der Leute 
Mund wie Christof von Hagen seit seinem Auftreten vor dem Rate und 
seiner Verbannung. Er sorgte auch fleißig dafür, daß man ihn nicht vergaß, 
denn er behielt sein Ziel unverrückt im Auge. Am Drei königstage fanden 
nach altem Brauche die Wahlen zu allen Ämtern in Hildesheim statt. Da 
sollte ihn eine der sechs Bäuerschaften zu ihrem Sprecher und Obmann 
wählen. Es war zwar noch niemals dagewesen, daß ein aus der Stadt 
Vertriebener in seiner Abwesenheit zu einem Amte gewählt worden wäre. 
Aber ein Gesetz dagegen bestand nicht. Allerdings durfte er, auch wenn 
die Wahl auf ihn fiel, deshalb nicht einen Tag früher in die Stadt zurück- 
kehren. Aber wenn er dann im Frühling wiederkam, so konnte er den 
für ihn offengehaltenen Platz einnehmen. Das sollte und mußte geschehen 
um Luckes willen, von deren Geschick er durch seine Freunde und Späher 
genau unterrichtet war, aber auch um des Evangeliums willen. Denn in 
Braunschweig, wo er den Sommer über geweilt hatte, pfiffen es die Spatzen 
von den Dächern, daß im Frühling oder Sommer die große Fehde ent- 
brennen werde zwischen dem bösen Heinz von Wolfenbüttel und den 
Fürsten und Städten des Schmalkaldischen Bundes. Da war sicher zu er- 
warten, daß Hans Wildefüer alles daransetzen werde, dem Herzog Hilfs- 
völker und Geschütze aus Hildesheim zuzuführen, und das mußte auf 
jeden Fall verhindert werden. Gewann der Bürgermeister den Rat für 
seinen Plan, so mußte die gemeine Bürgerschaft wider ihn aufstehen: wurde 
sie wieder einmal nicht um ihre Meinung befragt, so mußte sie vor das 
Rathaus ziehen und den Herren droben klarmachen, daß man sie in einer 
so hochwichtigen Sache nicht beiseiteschieben dürfe. Dazu aber bedurften 
sie eines Führers, der zu allem entschlossen war, und so ein Führer wollte 
er sein, er, Christof von Hagen. 

Seine Aussichten dazu standen sehr günstig, das konnte er sich mit 
hoher Befriedigung sagen. Von Braunschweig aus hatte er die regsten 
Verbindungen unterhalten mit seinen Freunden und Glaubensverwandten 
in der Stadt. Briefe und Botschaften waren beständig hin und her ge- 
gangen, und er hatte weder Versprechungen noch Geld gespart. Denn er 
war nicht so heikel, daß er die Gemeinschaft mit Leuten verschmäht hätte, 
die weniger die Liebe zum reinen Evangelium auf seine Seite trieb als 
der verlockende Klang des gemünzten Silbers. Er wußte sehr gut, welch 
einen Zauber die harten Taler auf das Gemüt der kleinen Leute ausübten, 
und danach handelte er. So hatte er schon mehrere hundert Bürger ge- 
wonnen, die es heimlich zugesagt hatten, ihm ihre Stimme zu geben, und 
sein Anhang wuchs von Tag zu Tag. Seit er hier eingezogen war, ging 
es nach Einbruch der Dunkelheit in Herrn Eberhard Plates Hause zu wie 
in einem Bienenstöcke, denn da kamen die kleinen Handwerksmeister und 
Gesellen, die heimlich der Lehre Luthers anhiugen, aus der Altstadt herüber, 
um sich mit ihm zu bereden. Morgen, wenn die Abendglocken geläutet 
hatten, sollten die Angesehensten und Entschlossensten unter ihnen zugleich 
erscheinen zu einer vertraulichen Beratung, von der er sich viel versprach. 

Das alles ließ er sich durch den Kopf gehen, während seine beredte 
Wirtin unaufhörlich auf den altstädtischen Hochmut im allgemeinen und 
die Oberhebung und Tücke des Bürgermeisters Wildefüer im besonderen 
schalt. Nur hier und da warf er einen Brocken dazwischen, damit sie 
nicht glauben solle, ihr Redestrom verhalle ungehört. Plötzlich aber fuhr 
er so jäh und heftig von seiner Fensterbank in die Höhe, daß Frau 
Hedwig erschrocken ihr Messer fallen ließ und ihn mit großen Augen an- 
starrte. »Um Gottes willen I Was ist Euch, werter Herr Vetter?" rief sie. 

»Da seht einmal hin!“ erwiderte Hagen und wies mit der Hand auf 
den Markt hinaus. Drüben war soeben ein Mann aus der Tür des Rat- 
hauses getreten, der Barett und Ratshennmantcl und um den Hab eine 


breite silberne Kette trug, an der ein großer goldener Pfeonig auf seine 
Brust herniederhing. Das Oberhaupt der Altstadt hatte dem Rate der 
Neustadt im vollen Schmuck seiner bürgemaeisterlichen Würde einen Besuch 
abgestattet. 

• Wildefüer!“ rief Hedwig Plate. .Ist das möglich? Wir haben ihn 
doch nicht hineingehen sehen." 

• Wer achtet auf jeden, der über den Markt kommt 1“ sagte Hagen 
und verfolgte mit finsteren Blicken die Gestalt seines Feindes, der langsam 
und ohne sich umzublicken, nach der Marktecke hinwandelte, um dann in 
die Schuhstraße einzubiegen. 

.Das hat etwas zu bedeuten I Für nichts und wieder nichts kommt der 
Schelm nicht nach der Neustadt, am wenigsten in einem solchen Aufzuge!" 
rief die Bürgermeisterin aufgeregt. .Denkt an mich! Der hat uns irgend- 
eine böse Suppe eingerührt! Wie trägt der Bube den Kopf im Nacken I 
Mir läuft die Galle über, wenn ich ihn nur anschel“ 

Hagen nickte. „Da könnt Ihr recht haben. Sein Kommen hat ge- 
wißlich etwas zu bedeuten, und mir schwant, er ist um meinetwillen ge- 
kommen.“ 

.Um Euretwillen? Warum denkt Ihr das?“ 

»Er hat sehr von oben herab mit mir geredet, da ich zuletzt vor 
ihm stand. Aber er weiß es nur zu gut, daß er mich zu fürchten hat. 
Er wird mich von hier wegbeißen wollen. Darauf bin ich lange schon 
gefaßt." 

Frau Hedwig schüttelte den Kopf. „Warum? In einem halben 
Jahre kommt Ihr wieder nach Hildesheim hinein, und er kann es nicht 
hindern.“ 

»In einem halben Jahre kann viel geschehen entgegnete Hagen düster. 
„Er denkt vielleicht, daß er bis dahin meine Braut, die er in seinem Hause 
wie eine Gefangene hält, an einen anderen verheiratet hat. Was er dazu 
tun kann, das tut er sicherlich, und von mir versieht er sich wohl einer 
Gewalttat. Es stört seine Ruhe, daß ich in seiner Nähe hause." 

„Das mag wohl sein“, erwiderte sie nach einigem Bedenken. „Aber 
der oder jener soll unsere Ratsherren holen, wenn sie sich durch das große 
Maul einschüchtern lassen und wider Euch etwas unternehmen! Ihr seid 
hier, und Ihr bleibt hier! Damit basta!“ 

Sie ergriff das Brett mit den beiden Gänsen und begab sich nach dem 
Boden, wo sie die Tiere an einem Balken aufh&ngen wollte. Hagen nahm 
das neben ihm liegende Buch auf und versuchte weiterzulesen, aber er 
legte es bald wieder beiseite. Die Dämmerung begann hereinzubrechen, 
und er vermochte ohnedies nicht, seine Gedanken auf die Frage zu richten, 
von der es handelte. Wildefüers Besuch in der Neustadt hatte ihm ge- 
golten, das war ihm ganz gewiß, und er war höchlich gespannt darauf, 
zu hören, was er wider ihn vorgebracht hatte. 

Seine Neugier wurde auf keine zu harte Probe gestellt, denn nach 
einer knappen halben Stunde erschien Herr Eberhard Plate, gerade als 
seine Hausfrau das Licht hereinbrachte und auf den Tisch stellte. Der 
dicke, schwere Mann warf den Mantel ab und ließ sich pustend und 
schnaufend in seinen Lehnstuhl fallen. An der Art, wie er die nicht 
eben hohe Stirn in Falten zog und das fleischige Unterkinn gegen die 
Brust preßte, erkannte seine Gattin, daß ihm etwas Unangenehmes wider- 
fahren war. 

»Nun? Was ist denn geschehen?“ platzte sie heraus. »Wir haben 
es wohl gesehen, daß der altstädtische Bürgermeister bei Euch im Rat- 
hause war. Was hat er denn da gewollt, der hohe Herr?“ 

„So laß mich doch erst zu Atem kommen, Weib“, erwiderte der 
Bürgermeister unwirsch. .Das richtigste wäre, du erführest gar nicht* 
von dem, was auf dem Rathause verhandelt wird. Du brauchst in Wahr- 
heit nicht alles zu wissen.“ 

„Was?“ rief sie und stemmte die beiden kräftigen Arme kampflustig 
in die Seite. „Was fällt dir ein, Mann? Vor mir willst du Geheimnisse 
haben? Vor deinem angetrauten Weibe?“ 

»Der Stadt Geheimnisse habe ich auch vor dir zu bewahren“, sagte 
der Bürgermeister. 

»Was du sagst! Aber hier handelt sich 's nicht um der Stadt Ge- 
heimnisse. Der Schelm von der Altstadt hat gewißl ich versucht, unserem 
Gaste hier etwas auazuwischen.“ 

Herr Eberhard Plate blickte seiner klugen Ehehälfte starr ins Gesicht. 
„Wie kannst du denn das wissen?" rief er verblüfft. 

„Halte dafür, mein kleiner Finger hätt 's mir gesagt. Du weißt ja. 
er ist manchmal so klug und klüger als Euer ganzer Rat zusammen. Was 
ist ’s nun also, was dieser Holofernes von Euch will?“ 

Der Bürgermeister räusperte sich. „Er hat eine Klage gegen Euch 
erhoben, Vetter“, tagte er. „Hat Euch schuld gegeben, daß Ihr eine 
Fehde angefangen hättet wider Hildesheim, Eure Vaterstadt, im Bunde 
mit Klaus Barner.“ 

„Das lügt er!“ rief Hagen und sprang von seinem Sitze empor. „Nicht 
mit Hildesheim will ich Fehde führen, wahrlich nun und nimmermehr! Nur 
mit ihm selber habe icb einen schweren Handel, und dafür habe ich mir 
Klaus Barner zum Helfer gedungen. Ich habe die Fehde an ihn verkauft, 
wie es gang und gäbe ist unter den Leuten, und wie alle tun, die kein 
Recht finden wider einen übermächtigen Feind.“ 

Der Bürgermeister wiegte bedenklich den Kopf hin und her. „Solches 
geschieht ja und ist schon vielfach geschehen“, sagte er vorsichtig. »Aber 
der Landfrieden des Kaisers verbietet es und gebietet, daß man sein Recht 
bei dem Gericht de* Reiches suche.“ 

Hagen lachte. „Dann kommt der Spruch heraus, wenn meine Lucke 
zum vierzigsten Male ihren Geburtstag feiert und mir die Haare schon 
ausfallen.“ 

(FortMtnaf fotft ) 


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9tr. 3969. 


104 


31Iuffrirte 3 e ' tun 9- 


<£. £. 


£ o m p t o n uni 

3 u m f i c b a i fl [» « n 


hie *^lpen. /53onß r e n c 

©cbuttstag bcs 3TC a l e r 5 am 29. 3 u I i. 


0djellanÖer. 





cmil Sbroaib Ibeobot« Scmptons Plamcn »trlmipft fi<b k«"> »in prafti|A»r ®truf bi» ‘t'flcfl» lein« lolcrls nur in 

vUluns für immpr bitUotiltüungeinrsOflcnbartr» unftrtr fitirrflunbtn ds <£iW»M fl »nnl»; bic frub», nrao tigt (£m- 

örtlichen ilpcnlunbfcbaft. «an farm [afltn, tr bat bi» älpen, totrluno b»r 'Blpen auf lernt «unfl unb fein ®ftnut, tn b»r 

bit er erfor(d)le. tpif fein «peilet SXalci ppr unb neben ibm, -KoUempfanaluhlcct [einer neunjebn 3abr». auf feiner elften 

international jemorbt. Beine ffiemälbe haben Mnjabliflen Steift ins »erner Obetlanb 1868, 

nicht nur eine Augenroeibc, fonbern auch impulfwe Anregung 


geboten, ibm naibaugcbcn, wo bic SRatur am einlamftcn unb 
roilbeften ift. Der Alpinismus entflanb bei uns Anfang ber 
Iccbjiger gabre unb cntwidelte fi<b burch Esmplon ju uber- 
rofienb fcbneller unb reicher 
^31üie. 

Er Derbinbet Bergfdjön- 
beit mit Beigroabibeii- Bon 
feinen Seifen unb flimmern- 
ben ©letfcberfefftln webt nicht 
nur bet blaue 3Jtärcbenbaucb 
ber Wirflicbfcit, fonbem fie 
rücfen auch in ihrer oollen 
beftürjenben Derbheit unb 
©Menge bei gorm vors Auge: 

„aRotgen im £>ocbgebirge" 

CüDlüncbncr ffilaspalaft 1904), 

„ARatterborn von benTriftfum- 
men". SRur bei goborne Seicb- 
nei fonnte ihr geregt »erben; 
nur eine mit Baum, 6tcin unb 
©eftirn in allen gafern Der- 
woben c Statur. Er gehörte 
feiner ©<bule an, arbeitete 
unter feinem fiebrer, fein erfter 
Einbrudl ®on ben bergen, ber 
plö^licbe Anblid ber gungfrau 
im 9lebel, »ar fo übermächtig, 
bafj er lein fünfUciildjes Tem- 
perament jumAusbrudb brachte, 
unb bie fpielenbe Ceicbtigfeit 
feines 6(baffcns trug bas 3bre 
baju bei. Daher bas Spon- 
tane in all feinen ‘Silbern, im 
granbiofen Wurf, in ber füh- 
rten, originellen Alobcllicrung, 
in ber Einfachheit feiner SDlo- 
tioe. bie oon heiteren, bureb- 
ficht igen £)öbcnluftfarbcn fd)im- 
mern — unb in allem bie bei- 
nahe refigiöfe Doefie bei Serg- 
einfamfeit. D»efe (Einfamfeit 
fommt um fo mehr jum Be- 
wufetfein, wenn er fie bunfr 

ein paar verlorene SDfenf«ben- , 

ober liergeftalten, einen über bem ©tpfcl ftetfenben Abler, 
belebt. 2Ril bem tarnen eines folcben Bilbts aus bem 
■Äünchner ©laspalaft 1909 fonnte eine ©efdjidbte feiner 
ffunft überfchrieben »erben: „Beigeinfamfcit - 

Äunftlerifcbe unb menfdjlicbe Harmonie finb bei ihm eins. 
<£t »ar ppn äußeren unb inneren Umftanben begünftigt: 
eine glüdltd>e ftinbbeit unb freie, felbftänbige (Erhebung im 
Elternhaus in Englanb, too er in 6tofe 9le»ington, einer 
Borftabt oon Bonbon, als ältefter 6obn Ibeobore unb 
Elisabeth Eomptons am 29. guli 1849 geboten würbe; oer- 
ftänbige Qörberung burch einen felbft maletitö ^veranlagten 
unb oon Dielen anberen geiftigen 3ntcreffen erfüllten Batrr, 


Acife ins Seiner Oberlanb 1868, mit bem nebelumroogten 
Slid auf bie Jungfrau, ©eine oorangegangene ilberfieblung 
noch Deutfcblanb 1867; ber Aufenthalt im fdjöncn alten 
3far- Athen mit ber ?odung ber berühmten elften inter- 
notionalen Runftausftellung im SRüncbner ©laspalaft; unb 


Aus ben fcoben Xouem: Ter ©robglodntT. Ofidmunfl.) 

bann feine Mbftolen fTucbtbarrn AJanbcrfabtlen. ©eine 
©cbroeijtr unb italienifche Smcbaeitsreife; ppm »ilben Alante 
Aofa jum flaffcnb eingefebnittenen Aia^mann, au ben ebel- 
fteinbunten ©eiftertürmen ber Dolomiten, jum Ortler, ©rofe- 
glodner, Iriglao, in bie jebaurige gelsroirrnis bcs Toten- 
gebirges, »um 9lorbfap, von ben fjorbgelpaltenen, mag*lcben 
ßänbern ber URittcrnacbtsfonne, ben Cofoten, Sapplanb, tn 
ten füblith gleibenben gellenalartj Äorfifas; in bie a ft- 
riffenen fran.zöf ifeben Daupbine.Alpen, bie glutvolle Ifanb- 
Ichaft ber »eiben ©ierra AcPOba, nacbAlacoffo, ben Balearen, 
an ben farbenlatten Cuarnerv, an bas aerroaftbene ffieflüft 
ber |chottif4»en löeflfüfte, ju ben parabiefifd>en ^»ebrihen 
unb ben gcbeimnisooli bun- 
felnben SDReeraugen ber 
$oben Tatra. Die e»ige 
gugenb fein er ©chöpferfra ft 
bat nur einen ebenbürtigen 
Wettbewerber; (einen nie 
ausfefjenben, feine Erho- 
lung fennenben unb fei- 
ner Erholung bebürfenben 
gleife. Denn bie Arbeit 
Dom frühen SDtorgen bis 
aum fpäten Abtnb. an 
bem er am gamiHentifd) 
au jeidjuen pflegt, »dbrenb 
feine Tocbter SDtarion oor- 
lieft, ift ihm felbft Erho- 
lung; barausfeböpft er un- 
Derfieglicb neue©pannfraft 
unb grifebe, unb auch (ein 
geliebter Scrgjport ift tbm 
niemals Anftrengung; natb 
ben febtoierigften feotbtou- 
ren »iift er ben Aod ab 
unb jeiebnet unb malt. 

6eine &anb, leicht roie 
junges &aub im ASiitbe, 
eifert bem glug ber Abenb- 
roolfen unb li<btcroerfcn- 
ben ©ewitter mit brei- 
ten, »uebtigen < Ain|elhieben 
natb- Das nennt er feine 
„gemalten ©tenogramme. - 
©elbftoerftänblicb ift tbm, 
bafe er mehrere ©fiwen- 
büibtr im gabre füllt. Die 
heUigfeit feiner berühmten 
Aquarelle erreicht bie Jtraft 
ber Ölfarbe. Bon (einen 
©em alben, bar unter im- 
pofante Deforationsftüde, 


6o bie „Drefanella", bie in (amtlichen ©hilbcrunaen aus 
bem Arbeitsgebiet ber ©eftion tfeipjig bes Deutfcpen ui^ 
Cftertcidjifcben Alpenoereins ftammt unb nach ber Aus 
ftellung, in ihre einzelnen Teile aufgelöft, an mehrere S<- 
fi^cr überging; ffr bas erfte grv&e Alpengemälbe, room:: 
ber finunbbrcitjigjäbrigc Alciftcr 1880 a« m erftenmal in bit 
Aopal Acabemo in 2onbon fam unb weitreidbenben -Aubn; 
erntete : „Blii von ber Aottalbütte an ber gungfrau.“ Das ©e 
mälbc würbe Dom ©täbtifchen SWuleum in Eincinnati erroorbt n 
©<bon mit Eomptons ein* 
unbjwanaigftem gabt hotte 
fein Aufftieg begonnen, mit 
bem erften groben, 1870 in 
l'onbon öffentlich a usgeftelite« 
©cmälbe „Saotifther ■Boten- 
Icfelitten" — als er ben fünft- 
lerifchen Weg a u Alpen 

nodb nicht betreten batte. Eine 
Wieberbolung biefes ‘Öilbes 
trurbe für bie Aufteilung oon 
Dublin verlangt unb ausge- 
führt. Der „SWonte Aofa Pon 
Sal Angascu" prangte 1872 im 
Eroftal Palace in Sonbon. Es 
»ar Eomptons 5>o<haeitsiabt 
im Alai holte er, von Benebia 
fommenb, eines ber Icbönfter 
unb jüngften Alab<h«n vor 
AI ü neben fich aur Cebens 
gefabrtin. Au<b in _f>iefet 
Wahl batte er eine glürflicbf 
Öanb; Augufte, bie fonnige 
grau, lebte fid) gana in fern 
^CTftönbnis ein. ön bem 
poetifdjen, von E. 2. Eomptcr 
felbft cntrooTfcnen Canbbaufr 
in gelbafing am ©tambergci 
©ee fiebelt bic gamifieleit 18/4. 
unb babin febrt ihr C*b«rhaup: 
von allen ©tubienfabrten ju- 
rücf. Auch im Auguft 1914. 
bei Ausbrucfc bes Deutfcfc- 
Englilcbcn Krieges, obroohj es 
in feiner SDtacbt gelegen batte, 
feine faum begonnenen Berg- 
toanberungen in ber neutralen 
©d?»eij unbef<hränft 6tt*au- 
bebnen unb fortaufetjen. ©ein 
©tolj unb lauteres ©elbf:- 
gefübl lieben cs nicht fru; er 
lehrte fefoit nach Deutfchlanb aurüd, »obl roiffenl), als hört 
nicht giaturalifiericT »cfentlicbc t<mmungen in Beruf unb 
Bewegungsfreiheit auf fich nehmen ju muffen. 

©ein fiebjigfter ©eburtstag fann auch unter ben oer- 
änberten Brrhältniffen riebt ohne Wiberball »orübergeben 
3m beronbern um Deutfcblanb unb Ofterreicb bat er fich 
unftcrblicbes Berbienft erworben alseine ber tuuptftüßen bes 
bcuer fünfjigiäbrigen Deutf<ben unb öftrrreicbilcben Alpen- 
vcrcins, helfen betannte glänaenbe geitfebrift er feit 1881 mii 
jablreicbcn naturgetreu »iebergegebenen Bcrgbübern uni 
alpinen Anfuhten fcbmücfte unb bas 2ob unferer unb feinet 
geliebten Berge bamit über bie fernften ©renaen binaustiuj 


Di« 'Sanfabrtsfapeür in 6aas-0et (flanton fBaflis). «Dem alt*. ) 


roie bas ungefähr 550 am 
umfaffenbe prachtvolle Ti- 
roler Alpenpanorama^Tf* 
fanella" für bie Sächfifche 
Aufteilung in Ceipaia 1897, 
»urben nabeju 2000 aus- 
geftelit unb Don ©alerien, 
Alufeen unb iJriDatfaimn- 
lungen in verfebiebenen 
Weltgegenben angefauft. 


©ipfctftünu«r am Pvstamm (2Ronle-AcIa*(Bnippe). (Aquarell.) 


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'9oö (3152 ■») unb itarboimalfir (iöirfcl 21*52 m£pom|tfol tMrfclla aus. (Aquarell) 



3Rannolat<i (3344 m) oom 'BtnMtMflt aus. 9tabls: ÜVnwl (3205 m). (44uätHI.) 

3um fiebjigften ©ebuttstagc bcs 2Ilpenmalets l£. I. (Eompton am 29. 3uli: 2lu5 bet 3Belt bcr 'Dolomiten. 

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'J'ciitichco Sioiib: ailüblc in Unterfianfen. 3to* einem Aquarell con ^tofeffor $crmami 6tt>nce. 





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9tr. 3969. 


3Uuftrirte 


107 







i3on ncujeültcfcer ©c^mucf Btlbneret. / 53on Dr. Otto 'Pelfa. 

3 u m fünfjifljäbTiflcn ft eben bet 'V o 1 1 c n I i t 4 en e t 's d> n i (j I cb u I c . 

$ 


s gab ein« Seit — um bie oiergiq 3abre liegt ibr Beginn 
_ gurüd — ba war bas Äunftgewerbe in Teutfcblanb ein grofeer 
Spielplafe, auf bem in nedifeben Zeigen ber ^feiler mit ber 
Säule, bet STCasfaron mit bet ©röteste, bie Blufcbel unb bie 
Volute, bei'Jlenainancebalufter mit her Barocfbocfe burebeinanber* 
wiebelten unb für bamalifle Seiten ein febt reigpolles, nad ) un* 
feren heutigen Begriffen ein ebenfo finnlofes Spiel tiieben, um 
im Berein mit allem möglichen Banfenwert Schränfe unb Kre* 
benjen, Ii|d)t unb Stühle, Bett ge (teile unb SBafcfetiftb* |o ein* 
üubüllen. bafe ihre Sroecfform wie mit einem Schleier bem 'Jtuge 
oerbullt wuTbe unb brr Sinn bcs Aufbaues völlig unter ber 
ßaft bcs Sdjmucfes gu|ammcnbra<b 

Unb in ber beforatioen Kunft. fomeit fie ficb bf» Hausgeräte» 
unb bes 2 c»cimf cbmucfes bemächtigt batte, bie* 

[elbe (Srfcheinung. *55ie tbTlicfee ©efinnung 
bes t>anb»erfes mürbe bureb bie marft* 
|cbieicri[(bc^lufbrinfllid)fcil ber ftunftinbuftne 
erbroflelt. (Echt war allein ber (frfafe. 5s 
mar bie Seit ber SWafartbufette, ber bie 
9latur im Bergleicb gu biefer Kunft abge* 

Icbmatft unb ftümperbaft erfdbien. 

2lls bann oor etwa gwangig fahren brr 
^Rücffchlag fam unb bas ftunftgeroerbe ficb 
wieber auf fi& felbft befann, um in ber 
Jücbtigfcit ber ©efinnung, bie ben ült- 
vorberen als etwas Selbftperflänblic&cs gc* 
i »Unna „ eiiwtn SOI«.. aottcnbattc. tm neuem ju «flotten. Be- 
gann ber Slusrottungsfneg gegen bte Orna- 
mcnticrunflslcibenfdjaft unb bie 6 <bnörfel* 
fudji unb ben Surrogatunfug. (Es prägte ficb ber Begriff ber Qualitäts- 
ware. 3Ran oerftanb barunter bie fünftlerifCbe ©cftaltung ber gorm auf 
bem ©runbe einer unbebingten (fbrlicbfeit gegen bas ÜRaterial. gorm 

unb Blaterial [eilten 

? u einer (Einheit ju- 
ammenwacblen, bie 
bem 8ro«<f(Kbanfen 
ungmeibeutigen 31 u$- 
bru<f oerlieb. 

Tafe bei einer fo 
grünblicben Umroäl- 
jung, bie oon bem, 
mas bie jüngfte Ber* 
gangenbeit geraffen 
batte, feinen Stein auf 
bem anbern liefe, in 
bemBeftreben, mit ber 

Überlieferung rabifal 2. ittftr nod> 


lebaft angelegen (ein liefern, Tie Bahn, auf ber ficb biefe Be* 
ftrebungen bewegen mufeten. um bem .Siele näberjufommen unb 
es womöglich gu erreichen, mar für ben, ber [eben wollte, flar 
oprgejdjriebe n. ($» tonnte ficb nicht barum banbeln, mit fruebt- 
lofcn drperimenten mebrabmobernc Senlationen gu (ueben vis 
mufetc oiclmebr wieber ba angefnüpft werben, wo bie Seit ber 
inbuftriellcn unb barum unpcrfönlicbcn ©rofeergeugung unb, 
bas anbere (irtrem, bir überfebäfeung brr einzelnen Rünftlerper- 
fönlicbfeit ben gaben abgeiiffen batten. Tiefe Ceiftung fonnte 
nur bie (Ertüchtigung bcs öanbroerfes vollbringen. Sie würbe 
angebabnt burd> bie (Einrichtung oon üJleifterlebrgängen. (Einen 
burd>greifenben Ümlcbrounq tonnten biefe «allein aber mebt berbei- 
führen. So fiel benn ben gacbfebulen bie Hauptaufgabe gu. 

Tafe in ibnen. vorausflclffet, bafe bie Lehrer 
nicht allein SJleifter ihres gacbes nach her 
banbrnerflccben Seite bin waren, lonbern 
auch tünfllerifcb ein B&ort milgu|prechcn 
batten, bem angebenben Runftbanbroerfcr bie 
brnfbaT heften dntwicflung&möglicbfeilen (ich 
boten, fann nicht weiter äberrafeben; benn 
was nüfet ber beftc Bau, wenn (ein ©runb 
bic Beladung nicht ausbält. 

Solche rücflcbauenbrn Bemerfungen wie 
bie voranftebenben follten bem Cefer bas 
Berftänbnis für bie Bebeutung ber ab* 
gebührten Arbeiten aus ben Mehrwert* 
ftältcn ber Uartenfircbencr Scbnifefcbule 3 ^it| u11( , m ^ulett. 
nabe bringen. 

Ter Süben unteres Baterlanbes war oon jeher ber Quell, ber 
bie Holjbilbnerei befruchtete. Ta» war nicht nur in vergangenen 
Öabrbunbrrtrn fo; 
bi« 9leugeit ftebt nicht 
gurüd. ÜRan braucht 
nur gwei Flamen ju 
nennen; Cubwig Dcnj 
unb 3Ra; Stolg, unb 
fofort begreift man 
bas [ebnifefrobe ©e|en 
eines Bolfsftammes, 
bas in biefe n bei ben 
gleifcb geworben war. 

Unb was biefe bei* 
ben gu gang ©rofeen 
ihrer Runft gemacht 
bat, bas eignet noch 
vielen anberen, beren 
altem 3Riiftrr. tarnen nicht fo laut 


4. Stanbubr in Bimbaumbol*. 


b. Segenbet hcrfcb, 


»i. 2Ra nrrl in kürdxnboli 


gu brechen, es ohne Übertreibungen unb übeifpannungen 
ber neuen ©ebanfen nicht abgehen formte, leuchtet oon 
felbft ein. $Bie bei anberen Umgeftaltungen ber Ta- 
Icinsformen auch, bic nicht allmählich oor ficb geben, 
[onberrt fid) ruefweife Dolljieben, mufetr ben tlnbangern 
biefer neuen Bewegung alles, was nur im entfernteren 
an bas Blte erinnerte, unerträglich oortommen. 

iPlan güchtetc eine ftcinVultur ber ßinie unb gorm, 
wie He bis babin noch nicht gefannt war. Allein, um 
im Snfefeauen ber reinen gorm eine oöliige geiftige unb 
äfthetifche Befrtebigung gu finben, ba ju mufe man, glaube 
ich, ^ubbbift unb gugleicb Japaner fein. Unfer euro- 
paifches Hugc ocrlangt, burch eine jabrbunbertcUmgc 
ererbte (öeroöbnung barauf eingeftellt, nach Scbmucfglic- 
bem unb flierat auch an ben ©egenftänben, bie uns gum 
alltäglichen ©ebrauebe ftänbig umgeben. 9lur ihr Über- 
maß unb ihre Borberrfchaft »erben ftörenb empfunben. 

^achbem bas Sfunftgewerbe. eine geitlang an ben 
febönen Cinieit unb glasen einer materialgerecbt ge- 
jehaffenen Arbeit ©enüge gefunben batte, regte fuh aber 
wieber bas Schmu cfbebürfnis, gunaebft beim SEJlobiliar. 
(Es fonnte fi<b niemanb bei Überzeugung oerfchliefeen, 
bafe ein Ornament ober ein figürliches Relief, an ber 
richtigen Stelle angebracht, unb bafe etwelche anbere 
j^iergebilbc, fparfam oenoenbet unb bem Sinne bes 
(Bangen Tuh unterorbnenb. burebau» nicht eine BJert- 
oerringerung bebrüteten, fonbern gang im ©egenteil bir 
fühle s Äube oomrhmer, glatter filäcben belebten, wir 
ein liebenswürbiges Cache ln bie 3 üg< einer tlaffifcfpen 
Schönheit liebenswerter unb umgänglicher erfcheinen 
läfet. 

Der fcbmücfenben folgbilbnerei, wie fie bie neugeit- 
hebe 9laumfunft brauchen fonnte, war. [obalb ficb biefe 
(frfenntnis burebgefeßt batte, ein weite» unb reiches 
Betätiflungsfelb erlcbloncn. Tafe in ihr Kräfte tätig finb, 
bie ben neuen ftnforbcrungcn folgen fönnen unb ge- 
toachfen finb, hat fie nicht gum wenigften ben Stellen 
gu oerbanfrn, bie bie Aufgaben ber ©egenwart recht- 
geitifl bebadjt unb ihrer Cöfung ben B3eg geebnet haben, 
inbem fie ficb bir Heranbilbung faebtuebtiger gungmann- 



7. f&ä|d>c|<pTanf in (SittcnbclA- 


flingen. Sie alle finb lebenbige beugen [üt bie 
Kraft, bie einem unverfällchten Bolfstum inncroobnt. 
bas nur bort noch gebeihen fann, wo, fern oon 
bem iageslärm. bem Haften unb gagen ber ©rofe- 
ftabt mit ihrem quälenben unb grrmürbenbrn Tafeins* 
fampf, ber ÜRenfcb noch auf fid) felbft ficb gu beftnnen 
Seit bat unb im Wnfcbauen ber Statur unb im 31uf* 
gehen in ihrer ©röfec unb Schönheit wieber eins wirb 
ober Dielmehr eins bleibt mit bem Bobrn, ber ihn ge* 
(ebaffen bat. 

Btas bie Bartcnfircbencr Scbnifecrcien fo fompatbifd) 
macht, bas liegt wohl barin, bafe auch fit etwas oon ber 
liebenswürbigen ftatürlicbfrit unb oon ber ungegwunge* 
nen grifefee befitgen. bie wir als bas befte (frbteil bes 
Sübens an ihm gu fchäfecn gewohnt finb. (£s finb 
ftcbcrlicb feine überragenben Kunftwerfe. aber gcrabt 
bie Bcfcheibenbeit, mit ber fie fub gehen, läfet fie un» 
gewinnen. Zugleich aber lallen fie auch erfennen. mit 
welcher Sorgfalt bie banbwerf liebe Iccfenif bort gepflegt 
wirb. 

fßenn bie Schule, an beren Spifee als Tireftpr 
SI. Rienbl fleht, in biefrm ^ahre bas gubelfrft ihres 
fünfgigjährigen Beftebens feiern fonnte, fo burfte fie 
mit "Jlecbt ftolg fein auf biefen (Ehrentag unb mit Be* 
friebigung auf ihre Stiftungen gurütfblidtn. Aft fit hoch 
burch bie uncrmüblicbcn Bemühungen her früheren unb 
ber jefeigen Kräfte, bie fid) ihrem Tirnfte gemibmet 
haben, gu einem ÜRittelpunft bes einbeimifeben Kunft* 
gewtrbts im 9Berbtnftl|cr l'onbc gtwotbtn. Biele junge 
Äünftler, bie fi«b bereit» über bie ©rengen ihres engeren 
öcimatlanbcs hinaus ritten tarnen gemacht haben, haben 
bort bie ©runblagen. gu ihrem weiteren Schaffen gelegt. 
$Bas fie erreicht haben, haben fie nicht gulefet ihrer Lehr- 
mutter gu oerhanfen. 

Böic jebc» Hanbwert bat auch bas Kunftbanbwcrf 
noch immer golbenrn Boben, wenn es nicht Lultfprüngr 
madbt, fonbern bobenftanbig bleibt unb nicht unbanfbar 
gegen eine gejunbe Überlieferung witb. — $(bbilbungen 
I, 3, 4, 6 unb 7 geigen (Entwürfe be» gachlehrer» Karl 
Bogt. 


^Irbeiten aus ber gadjfdjulc für SioljfdjnifecTci in ^Vartcnfirdjen, 


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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 





108 


3Huftrirte 3eitung. 



'Der neue ‘äßoblflant’. 


„Bas? 3ch »di‘ eigentlich aud) Rricgsgcrpinnlcr ? — ?irc. nee. ich 
hob’ mri’ (Selb erfl ®wi ber Awplution her “ 


‘Das gute ©ebäd)tnis. 

Bon Aicbarb Stieß. 

rin alter greunb ©üntber roar febon auf bent ©om« 
nafium »egen feines outen ©cbäcbtniffes berühmt, 
©crabcftu berüchtigt war er bes»cgcii. Cicbft bu bir, in 
6crta, fünf Pfennige oon ibm — tagelang mahnte er bid> 
nidjt, unb bu fonnteft febon froblodcn, er babr cs oertteffen 
— aber ficbcrlicb grrabc in bem Augenblidc beiner größten 
Knappheit an Sablungsmittcln latn et unb begehrte bas 
Seine jurüdf, unb er tourte fogar noch, baß bu ibm ge« 
febrooren batteft, bas Marleben innerhalb oicrunbs» einzig 
ßtunben Aiirüd.ruerftütten. 

3n Untertertia tonnte er ficb genau baran erinnern, baß 
bu ibn, in Quinta, beim Briefmarfentaufcb begaunert batteft. 


weil bic breiedige „SXap brr ©Uten Hoffnung", bic bu ibm 
für eine alte „6clgolanb" gegeben, unecht roar. Unb er 
batte aud) bas nid)t ocrgeflen, baß er bamals nur bcs« 
»egen nidjt aufflemudt, roeil auch bic „£>etgolanb" nicht 
oor jebem ftennerauge beftanben hätte. 

©üntber erinnerte ficb an alles, roas bu ibm jemals 
erjäblt. Rein 6d>»inbel tonnte oor ibm belieben, ^ebe 
Acnommagc entfcbleicTte er fdjonungslos. Unb roenn bu, 
in Unterprima, aud) taufcnbmal febroorft, baß bu febon oor 
picr Soeben oon öilbc ober ganno einen Rufe erhalten — 
©üntber mußte genau, baß nod) cor jebn lagen grußlos 
brine errötenbe ©eftalt an ben Angebeteten oorbrigeflißt 
roar, baß bu alfo bic £>elbentat, bie Scminariftinncn 
ber Rlugefdten 3: öcbtcrfcbulc anjufpreeben, nur in ber 
üppigen Bbantafic beiner fecbjcbncinDiertet ^abre be- 
gangen batteft. 

©üntber erinnerte ficb an alle ©cfdjicbtsjablcn unb an 
alle ©e|d)id)ten. (Er entuidte im Abiturientencramen 
alle Drofefforen unb in ber Jan^ftunbe alle Partnerinnen. 
(Sr mar ein Icbenbes ®ißblatt unb ein manbernber Sitatcn- 
lebaß. (Er tannte alle Couplets unb alle SDlelobien aller 
Opern unb Operetten. 

“Warum icb bas alles er*äblc? Aun, roeil es euch 
boeb ficberlid) intereffieren roirb, ju erfahren, roarum uirfeT 
greunb ©üntber ber berühmte Romponift ift. als ben ibn 
bie üRitroelt berounbert. 


JBifce oom Jage. 

2Jt u f i f a I i f d). Rarlcben : „Bater. barf id> jefct 
aufßöwn, Klarier au (pielen . , , id> fann’s nicht mebr 
anbortn!" 

Dm freien Boffsftaat. meine Serien, ©t- 
borjam unb ©ifgiplin muß ber Solbat baben. Unb nicht 
roabr, 6ie oerflagen mich nicht gleich megen Beleibigung, 
roenn ich Dbnen 'roas erflären muß!" 

(Ein ©eplagter. „Ad>, weißt bu, feit mir bie Aeoo- 
(ution baben. ift’s mit meiner Alten nicht mebr auscu« 
halten; foroie ich anberer SPteinung bin, Kill fic mich oer« 
tfagen als ©egenrcDolutionar." 

Dm 6t reit. „A3as, recht unb billig nennft bu bas? — 
Billig ift jeßt überhaupt nir. unb -Jtecbt alle läge roas 
anberes!" 

Bourfltoisforgen. „Unb nun gute flacht, SWutter ! 
fßer roeiß. unter roas (ür einer Regierung roir morgen 
roieber aufroacben!" 

Orobung. Acbncrin (ficb untcrbrechcnb): „Bcrebrte 
Anmcienbr, mit meinen Ausführungen bin ich in ,cebn 
Minuten fertig — roenn aber nicht cnblieb Au he eintritt, 
rebc icb noch aroei ßtunben!" 



6eine Anficbt. ©alle (beim Ausgeben): „Am Gtammtifcb out 
jcbenfalls bei neue poliltftfcc $roif<benfall biefen Abenb befproeber 
»erben . . . fage mir boeb fdmcil mal meine Anficbt über biefe ßadx. 
liebe Klara!" 

galfcb auf gef aßt. Bräutigam: „ÜR ein ganzes Brr mögen ift bir 
3eß1 habe icb nur noch hieß, bu mußt mir alles erfeßen " — Brot 
(tleinlaut): „Aber, (fbuarb, fo Diel babe icb ia gar nicht!" 

Bemerfung berAebaftion. Bejüglidb ber in ber Be 
läge ber Autnmer 3966 enthaltenen Seicßnunfl „3)ie flbensadiung f<s 
(Slboerfebrs: 3oUret>ifioti in ßeßanbau burd) auslänbifeße« 3Rilität 
»erben »ir oon bem Dnteralliierten Komitee in 6d>anbau barauf aui- 
merffam gemacht, baß bie Kontrolle, bie burth Organe be» Datei- 
alliierten Komitees an ben (Slbfäßnen oorgenommen roirb, lebighi 
amerifanifebe üebensimttelfertbungen oon Hamburg nad) ber Ifcberhc 
floroafei betrifft, unb baß fieß bas ^interalliierte Komitee nur oon 
ber Unoerfcbrtbeit ber in Hamburg angelegten Plomben übcT&cupt^ (rmc 
SoUreoifion burd) auslänbifebes 3Rilitär iommt bagegen nicht in gtagt. 



S rotte njorgen. 

„tbore mal. Abdlberi. unlet rienllmöOcber bal ficb arfietn einen neuen hm t 
110 3R«irf vjcloufl. fbas |oll i d> bo ober nun für einen preis «liegen ?* 


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1 »^ 


THE OHIO STATE UNIVERSITY-i 



:Va. 3909. 


3lIuftTirte 3citunfl. 


10!) 


Slllflcmcme 9 iotijcn. 

Trieben in «obÄauljelni. Zieles bähen uns bie ®,rgncT 
qciaubt. aber iinfere rprlrcfflicbrn fccilbaber, auf bie man 
icnjcil? N-s;Hbcins unb bessernd mcctcs (iclsmil unrcrboblcncm 
treibe blidlf. bobrn wir uns nabeju unapgctaftel in bfn Trieben 
ocrcttei. unb mit unnerminberl^t Straft babdtt fie ibtf fltobe 
'Jlufaobc begonnen, bic Velfsgcnoflcn ron ben [ifttcrrtn frclifchcn 
unb fpipalirbfn Vribrn bes JUifffs ju icilcn, fBcv ficb in 
öickr Io Uhamlo» matonalifiiid) nrrrorbencn .Sei! ben offenen 
v iMicf für bie fftunber bei tUalur bewahrt bat. bem mufete 
'■L'qfr-ttaubcim in ber rriAacffgnetcn beffileben 'Weiterem als 
ein fteiligtum erfibeinrn» ^taubeim, 100 bas Teiliranti, bem 
^lugc offen fiAlbar, obne jebes flutun oon *J>len|Äenbanb geiler- 
olcub in bie £)äbe fprubelt. ?laubcim bol (eine rounbctboien 
^cilfräftc ftet» ebne ünftben bei 'Verfon in ben Ticnft bei 
liibenben 2 Rcn|d)beii grftcllt fo bab es bin feiner 5tcoolution 
L'eburfte. um &u „bemofrafifieren". 60 werben auA jefct allen, 
bic fie nörffl haben, bie ausgezeichneten t»eilmiltel Nauheims 


jugänqlicb gemalt werben, bie fiA be|pnber* bei allen üblen 
Aolaccrlcbeinunfltn bes Krieges unb bes Äiicgslebens. wie 
fKcrwn- unb 'Jlbeumaerfranfunaen, Ftcrileiben ulro. bcrrabicn. 
tobt trfreulub ifl auch. bafc (tj> fKaubcim. wie (leis, triebet 
in ben Ticnft förpcrliAcr unb geiftiaer Jlullur füllt, was ja 
befonbers tu begrüben ift, ba ®cfittung unb iftbif burA ben 
Krieg einen belonberen -Tiefftanb erreiA» baben. 0o finb 
befanhere Tarbiciungcn auf ibralralifAem unb auflfalifcbem 
Gebiete für bie biesjabrige ftuual tu erwarten, unb manA 
intereffünte# €piel auf ben muftergiiltigen Tennis*. ®plf- unb 
R rode Ir laben ^laubcims wirb in bielcm €cmmcx (tatifinbe n. 
■Vom :M».bis2b. J\ul» ©eranffaltet basböenfralfommanbo 1 ». St. -ft. 
ftufammrn mit bem 9Iaubcimer ifportreran unb ber rubriqrn 
Sluroermaltung olompijAe trpirlc. ilus bem reiAbaltiflen 'Pro- 
gramm biclrr nennen wir nur: Auftball. iWeiierjpiele. -Mett» 
laufen, Tisfustwfcn. Kugclfloben, tcpiirgcn. Tos Vodeo- 
wcttfpicl am 7. tfcplember troifAen bem Teutleben £>odcoflub 
^annoocr unb einer äranffurtcr 'JJannfAaft bürjle Diele 
nntereflenten biefes ebfen Sportes andebrn. daneben ift unb 


bleibt Vab-?lüubeiin immer bei Slutiiangspunrt für bie aller- 
lAonften tWiiielgebiigstourrn im Vatcrlanbc. Ifter ein ...vtn* 
lAmedit" im Äalurgenufo ijt bem empleblen wir ben Vogels- 
berg mit [einen ftralet- unb ««fall (ege ln ; wer eble i'autunft 
liebt, ben perweifen wir auf bas alte truftbafte Krubberg, bas 
anmulifl*feine 'Ularburg, bie jablreicben SAloffer bei alten 
reiAsunmtltelbaren Tonaftrn unb wer - * immer noA niAt fallen 
fann, baslfffenals einen wtbtigcn Seit aller Cebenftbctütigungen 
antulebcn, auA ber ifl in Waubcim. bas inmitten eines renken 
lanbiriitfAaftliAen t'robuftionsgebietes mit nabetu lüMan- 
bifAcm Klima liegt, wobt aufgehoben. I»r. Ub 

9a5 etantenburg, Itjüringcrwalb. Tie vielen ^crcbrer 
ron «ob «lanfrnburg im febönen trAtrartitaic burfle cs 
interelfieren, bafi bie Verpflegung bafelbft bei teilen tlrreAenben 
'l'reilen eine gute ift gür ben Sturaufenibali wirb beute ent- 
gegen früheren «eftimmungen weiter r.iAts perlangt als bie 
Vorlage irgenb eines amtsärtt lieben .Seugnifles bei ber «abe* 
Verwaltung Ter louriftenoerfebr ift oollig frei. «abiManfrn- 
bürg im Jbüringcnpalb ift niAt nur im rc ommer, fenbern rer 


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Männer der . 0.»(l«hr. Knt*. Suiwlpol.tiker 

und MrauhentreunJe. waa Tauea-nd.- deokreide. Frauen von 
der Kultur unecrer Zeel fordern.' Dm Wehl neu LekeRweTthrl-n aidit vom 
Zufall abhängig tu machen, nicht unter wenigem zu treffen, die gerade dem 
Leben« weg kreuzca, Mindern eich, alle tünchten Vorurteile u lieew indend. in 
unbedingte» Wahrung von Takt und Diekretion gegenseitig iu finden durch 
gegenseitig e* Suchen unter (iletchgosuinlcin. ohne an irgendwelche örtliche oder 
persönliche Küdunhtnahme gebunden tu sein oder grsellschsi tliehr R uchcech tri 
iu verletzen. ohne och sofort federn gämlioh Fremden gegenuher offenbaren iu 
m uzzen. Der .Lebenzbund“ izt keine gewertiluhe Vermittlung Ttuwnde von 
Krfwlgrn und Izylnher Eingang von Dzakscfireihrn auz allen Krricen Strengtlr 
VersoiwiegenheiL Verlangen Sie gvgen Kmcendung von SO Pf. (auch Marken) 
unsere Bundcaschr iften. Zusendung erfolgt unauffällig in v erschlossen mi Brief. 

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allen Dingen oudj im Hcxbft gern bcfud>t tooiben; bas Sdjroarja- 

tal bietet burcf> feine gemifdjtcn TPalbcr bic bcrrlicbftc Herbft- 
lanbfcbaft. Skjtliebcrfeits wirb bet Herbftaufcntball bei ab» 
gefpannten 9lerpcn bc|onbers cmpfoblcn. 

Woröfeebab SOcftcrlanl» auf cqlt. '3?c>n ber Näherer* 
»altung irirb uns niitgcteill, ba& eine 'öeeinlrcubtigimg bes 
‘Öc(u4xs in feiner *3öctfc au erwarten ift, ba bic nacb "iHati» 
fifatron bes ^rieben socTtragcs rorpnebmenbe 2lt>flimmung in 
ber .weiten ^one erft für (fnbe 'iluguft aeplant ift. 

Ta« c(f)nufpict „ QBunbrams Wuferftebung " oon Ul rief) 
Btcinboiff ift ppm fbcmals ft gl. 6(bauipirlbaufc Berlin jut 
Uraufführung ertoorben roorben ('BübncnoeTtricb Daul (Saffircr) 
unb wirb in ber näcbftcn (£picl-\cit jur 2Iuffübrung gelangen. 

£)anbfd»rifUnbcutung unb Siebe s 3cclenforfd)ung finb 
Atoc i (irunbnerlcbiebfne Dinge. Elftere fcblie^t aus bei Hanb- 
fdjTift auf bie (Eigenheiten bes SDtcnföen, Ciebc’s Beelen* 
rrforfcbiing bagegen grünbet fid) auf gefübisäflbetifcbe Welt - 
erfaffunfl. Die Bcclcn- 21 nalnlcii brs au unbeftrittener'Ccriibmtbeit 
gelangten ^Jfpc^oflrapbologen D- D. Cicbe in üRüntfeen 12 
‘Jöcft Hnb für ernfte 2Rcnlcben beftimmt; fie ftüften lieb auf bie 
aufcerorbentlicb lefensroerten. in benfenben Greifen aufjeben» 
erregenben 6<briftcn Ciebe’s. ‘JJ.ir empfehlen. Herrn Siebe um 
feinen foftenlos crbältlidjen i)rofpcft ju begrüben. 

3«r JBetteraorausfage roirfliit) erftfluffige Drajülons* 
apparatc auf ben fBeltmarft *u bringen, ift bas unbeftrittene 


^erbienft ber ^irma 2Bill). ßambreebl, ftabiif tniffenfebaft- 
ficbcr ^nftrumente, Böttingen, bic in biefem flabre auf ein 
Gö*jäbrigcs 'Sefteben Aurüdbltden fann. 'Pcfonbcre Unerfen» 
nung Perbienen bic Pon ibr fonftruierlen iftcttcrfäulen für 
bas grobe Dublifum. Dicfc Bäulcn bieten in jebex 'l'c- 
jiebung bas bentbar tJollfornmenfte unb Delle. Bie fommen 
für Dabe- unb Suftfurotte, füt öffcnllitfee Dlätje pon Btäbten, 
für Dromenaben, Darf», Hotel- unb Kurbausanlagcn ufn?. 
aut Dcrrocnbunfl. fabe (Semeinbc folltc baber im ^ntereffe 
unfeTer beranwaebfenben $ugenb — laut Detfügung bes 
preuQifcben ftultusminiftcriums ift ber ircttcrtunblicbo Unter* 
ridbt auf ben Bcbulcn eingefübrt — im Dcfifje einer loldjen 
mcteorologiltfcen Station fein. 

Ta« Präparat 9iab»3o bat ben jroed, ben boffenben grauen 
bic td>n>cren Stunben au erleichtern unb abAufürjen foroic aud) 
ben t&emütsAuftanb wäbrcnb ber Bcbroangcrfcbaft angenebm au 
gcftalten. Das Mittel befitjt aber noch anbexe loertpolle (Eigen- 
Icbaften, insbefonbere bie, bie furcht, üngft unb Borge Dor ben 
jebweren Btunben au nehmen. Dor fahren mürbe biejes Wittel 
bcfdmpft. Dielet Stampf bat fid? crfrculkbcrweifc crbcblidj ab- 
gefcbroadjl b|tp. ganA aufgebört, weil ficb bas Wittel glänicnb 
bewährt bat unb bas Dublifum für basfelbe eingetreten ift. 
Die iiirma befißt glän.Acnbc 2lncrfrnnungcn über bie gute 3öir- 
fung bes Präparats. 'JIufjcTbcm ift es pon 2t fiten unb Dro- 
fefforen anerfannt, aud) oon einer beutfehen Unipcrfitätsflinif 


mit großem (Erfolg angetoanbl worben, fobafe 
über bic gute Wixf urtfl ausgcfcblofTen ift. 

Tie Aunft bes $aarfärbcns, bie oor feiten ein tiDebciin;.^ 
weniger (Eingeweihter war, ift beute, «oie fö oielf anbere, Cu 


wiffenfcbafi liebe ©runblagcn geftellt. Daburcfr »ft es mogUd) fir . 
roorben. nicbt nur aus ber groben tlniahl »on ÜJUtteln bie brfien 
berausjufinben, fonbern auth burd> foftematifebes Seiteratbriir- 
auf if>runb brr gewonnenen (Erfahrungen neue tmarfärbrmincl 
äu erhalten, bic früher befannten bäuf»g überlegen Hnb. önemri 
tleinen ^rofehüre über bas $>aarfätben fd)ilbert Df. (£olman bir’i 
lintwidiung, irelcbe in jüngltrr rteit ju bem jeftt oiel genannim 
„primär, einem gabrifat ber 3lctien»©cfellf<haft für Snthri. 
gabrilation, führte. Diefes neue, au6 in ber ärAtlidjen Bit 
ratur gerühmte Wittel, wirb in immer fteigenbem Wafec anftcC: 
ber englifdjen unb franAöfifcben Haarfarben angeroanbt 


jahnpflege. 2lls ein ausgezeichnete» Untcxftühunpsmi:: 
r Wunb- unb .Sabnpfleae gilt bas in IctAtcr atlacmr 


Zur Wunb- unb jSabnpflcgc gilt bas »n lebtet $«t allgetnc , 
cingefübrte M Iola*Sab n pulDer". Beine Haurtmiujr r 
xuben in heroorragenbet iKcinigungsfraft unb beStnftürrrr^ 
^irfung. ^ei ber -auslpülunfl finbet ein« burdbgrti'crr 
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AUS WISSENSCHAFT UND TECH N I 


Die Lebensdauer der Krankheit erregenden Bakterien. 
Für die Entftchung und Verbreitung von Infektionskrankheiten ift die Fähigkeit ihrer 
Erreger, (ich außerhalb des Organismus lebensfähig zu erhalten, von großer Bedeutung. 
Die in diefer Beziehung für aen Kampf ums Dafein am beften ausgerüfteten Spaltpilze 
ligd die fogenannten S poren bildner. zu denen z. B. die Erreger des Milzbrandes und des 
Starrkrampfes gehören. Wahrend die Baktcricnzellc felbft, befonders wenn fic den ihr 
zufagenden Nährboden vcrlalTcn hat. durch die verfchicdcnartigften EinflüfTe chcmifchcr 
und phylikalifchcr Natur leicht gcfchädigt und zum Abftcrben gebracht wird, beßtzen 
die „Sporen" eine faft unbegrenzte Lebensdauer und außerordentliche Widerstandskraft 
gegen äußere Einflüße. Sie entftchcn im Innern der Baktcricnzellc und crfchcincn unter 
dem Mikrofkop als kleine kugelige oder cllipfoidc, ftark lichtbrccbendc Körperchen. 
Beim Abfterben der Bakterienzelle werden diefe Dauerkeime ausgeftoßen. die. in den 
lebenden Organismus gelangend, zur vegetativen Baktcricnzellc auswach fert. Am bekanntsten 
ift die zähe NXldcrltandskraft der Milzbrandfporen (Bacillus anthracis). In trockener 
Gartenerde wurden lic noch nach 15 Jahren entwicklungsfähig gefunden, im Mcerwaffer 
nach 8 bis 12 Jahren, im deftillierten Waffe r nach 9 Jahren. In faulender Milz und in 
Kloakcninhalt betrug die Lebensdauer des Sporcnmatcrials PL bis 2 V« Jahre. Auch das 
Sonnenlicht, das die widcrftandsfähiglten Bakterien in wenigen Stunden abtötet, vernichtet 
die Sporen des Milzbrandes erft in 19 bis 48 Tagen. Auch die Sporen des Erregers des 
Starrkrampfes (Bacillus tetani), der im Erdboden weitverbreitet iit. zeichnen licn durch 
lange Lebensdauer aus. So hat man beobachtet, daß ein Holzfplittcr, der fchon einmal 
Tetanus erzeugt hatte, noch nach 11 Jahren lebensfähige Keime enthielt. Die Lebensdauer 
der vegetativen Baktcricnzellc iß von viel kürzerer Dauer. So erhält lieh der Milzbrand* 
bazillus in eingetrocknetem Blut 36 bis 50 Tage, in faulendem eingetrockneten Blut 
8 bis 20 Tage am Leben, ln WafTer. einem belebten Aquarium, war er nach 3 bis 4 Tagen 
abgeftorben. Pökeln tötete die Milzbrandbazillcn in Schinken nach 6 Wochen, und auch 
in größeren getrockneten Fleifchftücken zeigten lieh die Bazillen nach einigen Wochen abgc* 
ftorben. Die Eitererreger (Staphylokokkus und Streptokokkus pyogenes) bleiben im Staub 

3 bis 6 Monate lebensfähig und übertragbar, ln Bauchfellentzündungscitcr ift eine maximale 
Lebensdauer der Kokken von 1 Jahr 4 Monaten beobachtet worden. Diphther iebazi llen 
(Coryncbacterium diphtheriae) find im trockenen ZufUnd monatelang lebensfähig; in 
Staubform getrocknet, fterben he in kurzer Zeit ab. Gegen Winterkälte find lic wenig 
empfindlich, verlieren aber in der Kälte ihre Lebensfähigkeit, ln eingetrockneten Diphtherie« 
tnctnbranen lind die Bakterien noch nach 3 Monaten lebendig. Auch Tuberkelbazillcn 
Mycobacterium tuberkulofis) bleiben im trockenen Zuftand monatelang am Leben, ebenfo in 
feuchter Umgebung, felbft wenn fic der Fäulnis ausgefetzt lind. Als längftc Lebensdauer 
fand man 100 bis 200 Tage. An Zigarren anectrocknet, gehen fie in 10 Tagen, an Papier, in 

4 Wochen zupundc. An flugfähigem Staub bei Zimmertemperatur und diffufem Licht 

halten fie fien nur 3 bis 14 Tage, im Dunkeln länger. Gegen direktes Sonnenlicht 
find die Tuberkclbazillen äußer» empfindlich Der Erreger der Influenza (Bacterium 
influenzae) vermag weder im trockenen Staub noch im Waffcr zu exiftieren. dagegen kann 
er längere Zeit (ich im Organismus, der die Krankheit überftanden hat, lebend erhalten 
und Neuerkrankungen vermitteln, nachdem die Epidemien crlofchen fcheinen. Auch 
der Pc ft bazillus (Bacterium peftis) ift gegen äußere EinflüfTe empfindlich. So verträgt 
er das Austrocknen nur 3 bis 7 Tage, im Waffcr ftirbt er in dcrfclben Zeit ab. ln bc» 
erdigten Leichen ift feine Lebensdauer länger, 8 bis 30 Tage, noch länger bei niederer 
Temperatur. Sonnenlicht tötet ihn rafch, befonders in dünner Schicht. Das Austrocknen 
erträgt der Kommabazillus der Cholera (Vibrio cholerae) fchr fchlecht. In dünnen Aus« 
(trieben fterben feine Kulturen bei Zimmertemperatur fchon in 2 bis 3 Stunden ab, in dickeren 
innerhalb 24 Stunden. Auch in Wäfchc und Dejectioncn beträgt die Lebensdauer der Vi» 
brionen nicht mehr als 3 Tage, in Abtrittsjauche 24 Stunden, in Berliner Kanalflüffigkeit 
6 bis 7 Tage, in feuchten Dejectioncn bis 4 Monate. In WafTer vermag der Vibrio länger zu 
leben, in itagnierenden Binnen gewäffern bis 18 Tage; in einem belebten, mit Pflan 2 cnwuchs 
ausgeftatteten Aquarium fanden fleh im Schlamm noch nach Monaten lebende Vibrionen. 
In Mifchungcn von Peptonlöfungcn und DonauwalTcr blieben nach neuen Untcrfuchungcn 
Choleravibrionen 5 Jahre am Leben. Der Typhusbazillus (Bacterium typhi) zeigte die 
längfte Lebensdauer im Boden, wo er nach 18 Monaten noch nachzuweifen war. Er er« 
trägt Kälte gut, Wärme dagegen fchlecht. Völliges Ausriocknen tötet ihn ab. fo daß er 
Geh im Staub nicht lebend erhält, ln Erde und Mift kann er bis zu 2 Monaten, im 
Kot über eine Woche lebensfähig bleiben. In einer Grube traf man Typhusba 2 illen noch 
nach 5 Monaten lebend an. Prof. Dr. Gräfin v. Linden (Bonn). 

Begabtenauslcfe der Stadt Berlin. Die Stadt Berlin ift bemüht, die 

intellektuell, künftlerifch , technifch und als Facharbeiter hochbefähigten Jugendlichen 
durch besondere Förderung tatkräftig zu unterftützen. Die Begabtenfcnulen. von denen 
wir das Kölnifche Gymnauum fowic die KämphRcalfchulc anführen wollen, nehmen die 
intellektuell gutbegabten Schüler auf. Die vorauslefc wird durch die Lehrer getroffen, 
die ihrer Anficht nach begabte Schüler zur pfychologifchcn Auswahlprüfung fchickcn. 
Die pfychologifche Fähigkcitsprüfunc will durch experimentelle Feftftellung diejenigen 
von ihnen erfaßen, die am würdigltcn crfchcincn für die Bcgabtcnfchulcn. — Es gilt 
daher, eine Reihe fchulwichtiger Funktionen in der Prüfune zu ftudieren. da die Lenr« 
plane der Bcgabtcnfchulcn lehr hohe Anforderungen ftcllcn. Wir prüfen Aufmerk« 
f.smkeit, Gedächtnis, Kombination, Begriffsvermögen. Urteilsfähigkeit, Anfeh au uns und 
Beobachtung.- Die Kombinationsfähigkeit wird z. B. durch das Ergänzen lückenhafter 
Texte geprüft. Die Texte weifen Lücken auf. die nur dann ausgefüllt werden können, 
wenn der Schüler Och eingehend in die ftchcngcblicbcnen Rcftc der Vorlage vertieft 
und nun durch angeftrengte kombinierende Tätigkeit die Ergänzung zu finden lieh 
bemüht. Eine freie Kombinationstätigkeit wird gefordert, wenn wir z. B. aus drei Be« 

K iffen alle möglichen finnvollen Gcfchichtcn bilden laflcn, die jeden der genannten 
griffe mit dem anderen in einen urfachlichen Zufammcnhang Dringen, wir geben 
z. B. die Wörter „Spiegel, Mörder, Rettung" und taffen aus ihnen alle möglichen finn« 
vollen Gcfchichtcn kombinieren. Die Urteilsfähigkeit prüft man. indem Texte vor* 
seiest werden, die Widcrfinnigkeitcn enthalten, die nach Grad und Art abgcltuft find. 
Nacn einem anderen Verfahren läßt man die wahrfcheinlichfte Löfung einer gegebenen 
Situation finden. Alfo, man erzählt etwa einen beftimmten Sachverhalt und lagt: 
„Dies ift der Tatbeftund, diefe und jene Möglichkeiten kommen überhaupt in Frage. 
Welche derfclbcn hältft du nach Würdigung der gefamten Sachlage für die wahrfchetn« 
lichfte Verurfachung desfelben?" Oder man gibt eine Situation und läßt die zweck« 
mäßigftc Löfung ihrer Schwierigkeit finden. Man fagt z. B.: „Ein Kind befindet lieh in 
einer Küche, einige Häufer weiter ift das Gebäude der Feuerwehr. Plötzlich fängt die 
Gardine an zu brennen. Was wirft du hier am zweck mäßigften tun? 4 * Gute Löfunecn 
find: „Ich werde verfuchen, mit dem WafTer. das fich in der Küche immer vorfindet, aen 
Brand fclbit zu löfchcn, da er klein ift. Rufe ich erft die Feuerwehr, fo kann fchon 
größeres Unheil eefchehen fein.“ Neben rein intellektuellen Momenten wird aber auch 
die Ein fühl unesfänigkeit des Kindes geprüft, da wir auch einen Einblick gewinnen wollen 
in die Höhe feiner Gefühlsentwicklung. Wir geben z. B. ein Bild, das eine dramatifche 



Situation darftelh, und laßen diefelbe deuten. Oder wir erzählen eine Gefchichte. da« 
plötzlich abbricht, und fragen: „Wie wird die Gcfchichtc enden? Was wird der Mann 
nun denken, fühlen und tun? Verfette dich recht eindringlich in feine Lage“ Die 
Bewährung der Methoden in der Praxis ift befriedigend. Wir wollen hervorheben, daß 
bei einer der letzten MädchcnklafTen, wo infolge der geringen Zahl der Voranmeldungen 
eine Prüfung lieh erübrigte, nach Urteil des Rektors ein erheblicher Teil der Klaffe das 
KLiffcnziel nicht erreichen kann, da die Lehrpläne für das in der Vorauslefc der Lehrer 
erfaßte Schülermaterial zu fchwicrig waren. Die Beurteilung der Schüler auf Grund der 
experimentellen Verfahren wird ergänzt durch die Urteile aer Lehrer, die teils in freier 
Beobachtung, teils in Anlehnung an einen Fragebogen eine Beurteilung des Kindes vor» 
nehmen, die vor allem hinfichtlich der moralifchen und fittlichen Eigenfchaftcn dem Ex« 
ncrimentator fehr erwünfeht ift. (Vgl. MoedejPiorkowfküWolff: „Die Berliner Begabten* 
fchulcn und die experimentellen Methoden der Schülerauswahl.“) Dr. W. Moedc. 

Die Bedingungen der Blütenbildung. Wer irgendcinmal Pflanzen 
gezogen hat. weiß, daß fchlecht belichtete Pflanzen wenig bis gar nicht blühen. Jahr« 
zchntclang hat fich die WifTcnfchaft mit dcT nie bewiefenen nypotnefc begnügt, befondere 
„Blüten bildende Stoffe" feien die Urfachc. Langfam nur hat fich und unter Widerf fand 
die begründete Meinung durchgefetzt, daß die Lichtwirkung lieh einfacher erklärt. Längit 
bekannt war, daß grüne PHanzenteilc im Licht (dies die nötige Energiequelle!) Kohlen* 
fiurc der Luft aufnehmen und Kohlenhydrate, zunäch ft Zucker, daraus bilden. Diefer ..Luft« 
ernährung" entgegen lieh t die „Bodcn-emährung“, die Aufnahme von WafTer und Mineral» 
falzen aus dem Boden Uberwicgen nun im Stoffwcchfcl der Pflanze infolge begünftigter 
Lufternährung, oder durch Hcrahfctzung der Waffcr* und Nährfalzvcrforgung, die Kohlen* 
Hydrate, dann tritt der „blühreife Zuftand" und Blütenanfat 2 ein. Bei gelteigerter Boden« 
cmährung und verringerter Luftcmährung wird die Blütcnbildung gehemmt, die 
entwickelt Spröde und Blätter, fie „geht ins Kraut“. Nicht alle Mineralltoffe 
freilich gleich. Unter den unentbehrlichen Grundftoffcn — Stickftoff, Schwefel, Ph 
Kalium. Kalzium. Magneiium. Etfen — ift es befonders der Stickftoff. deffen Üb 
die Blatlbildung, deffen Mangel die Blütcnbildung fördert, während umgekehrt PI 
die Blühreife zu fördern fcheint. Eine fehr wesentliche Stütze hat die Anficht, 
lediglich die Kohlenhydrate (d h. fiickfto ff freie Verbindungen) feien, die im 
als „Blüten bildende Stoffe" wirken, durch den Nachweis erhalten, daß (helles Lk 
ausgefetzt) eine Steigerung des Kohlcnfäurcgchaltcs der umgebenden Luft die 
Bildung wesentlich fordert; der blühreife Zuftand tritt früher ein als in normaler 
die nur etwa ein Viertelliter Kohlcnfaurcgas im Kubikmeter enthält; die Blü 
wickeln (ich auch größer und zahlreicher. Was von der Blütenbildung gilt, efftr 
auch auf den Fruchtanfatz. Verfehlt wäre cs freilich, deshalb die Pflanze von von 
auf unzulängliche Bodcncmahrung zu fetzen; erft muß lic durch diefe kräftig et 
lein, ehe lic bluhrcif wird; andernfalls erhält man Kümmerlinge. Ycrftändlich 
urfichlichc Zufammcnhang zwifchen Kohlenhydraten und Blütcnbildung, wenn man dicT 
lache erwägt, daß bei der Entwicklung der Bluten durch Atmung, wobei manchmal Erwär 
mung ftatthndet, große Mengen von Kohlcnhydrat verbraucht werden. Dr. II ugo FifcHer. 

Erdmagn et i fc hc Vc r mc f f u ngen auf der Balka nha Ib i n fei 
wurden bereits in den Jahren 1908 und 1911 bei den crdmignclifchen Weltreifen der 
Carnegie* Inftitution vorgenommen und veröffentlicht. Im Anfcnluß daran ließ während 
des Weltkrieges die deutfehe Landeskundliche Kommiflion für Mazedonien und Serbien 
in Jahre 1918 an einer größeren Zahl von Orten, im einheitlichen Zufammcnarbcitcn 
mit Oftcrrcich*Ungarn und Bulgarien, neue Mcffungcn ausführen. Die Einheitlichkeit 
beftand vor allem darin, daß als Normalangaben die vom Potsdamer Magnetifchcn Obfcr* 
vatorium des preußifchcn Metcorologifchcn Jnftituts und als Normalzeit 1918-0 genommen 
wurde; außerdem wurden die Inltrumcntc in Sofia wiederholt untereinander verglichen 
Kürzlich wurden die Hauptcrgcbniilc der deutfehen Mcffungcn veröffentlicht, die fich auf 
die Türkei. Südbulgarien. Mazedonien und Serbien verteilen. Danach ift die weltliche 
Abweichung der Magnetnadel von der Nordricbtuna (weltliche Deklination) allgemein 
im Ruckgange, und zwar feit 1900 um mehr als 1°. infolgedeffen ift die Linie ohne Ab* 
wcichung, die Agone, die im Jahre 1900 noch durch das Afowfchc und das öltliche Schwarze 
Meer verlief, jetzt fchon in das öftlichfte Bulgarien eingerückt. Sie geht jetzt etwa öftlich j 
von Bukarest durch Schumcn in Nordbulgaricn und wcftlich von Burgas im Bogen in 
das Schwarze Meer, wo lie oftlich des Bosporus bleibt. Von diefer Hauptlinie an nach 
Wcftcn zu weicht das Nordende der Magnetnadel mehr und mehr nach Welten ab: in 
Sofia fchon um in Saloniki um 3 7,, in Usküb um 4° und in Monaftir und Mitro 
witza je um 4 7*°. Im flachen Südbulgarien find die erd magnetifchcn Vcrhältmffc recht 
gleichmäßig, aber im geologifch zerhackten Weftbulgarien und Mazedonien vielfach gehört, 
fo bei Sofia, aber auch am Bosporus und an den Dardanellen. Prof. Dr. C. K a ß n e r. 

Die Tanifeuche und ihre Heilung. Um die Milte de« 14. Uhr. 
Hunderts wurde Europa — man möchte lieh vcrfucht fühlen, zu fchrcibcn; ganz wie heute 
— von einer eigenartigen Tanzkrankheit befallen, die in Italien „Tarantismus", in Deutfeh* 
land nachmals „Veitstanz" genannt wurde. Die Limburger Chronik berichtet unterm 
Jahre 1374 darüber: „Zu mitte Sommer, da erhub fich ein wunderlich ding auf Erdreich, 
und fondcriich in Tcutfchcn landen, auf dem Rein und auf der Mofel, alfo daß leut 
anhuben ru dantzen und zu rafen, und Bünden je zwey gen ein. und dantzeten auf 
einer l'tctt ein halben tag. und in dem Dantz da fielen Sic etwan dick (öfters) nider und 
ließen lieh mit füffen tretten auf jhren leib. Davon namen fie fich an. daß fic genefen 
weren, und liefen von einer Statt zu der andern und von einer Kirchen zu der ai 
und hüben gelt auf von den Icutcn, wo es jhnen mocht werden. Und wurde des 
alfo viel, daß man zu Cöln in der Statt mehr dann fünfhundert Dcntzcr fand, 
fand man, daß es ein Ketzercy was, und gefchah umb gcltswillcn, daß jhr ein 
Frauw und Man. in unkcufchheit mochten kommen . . . Und werctc wol Sechs 
wochcn in diffen Landen oder in der maaß ... und war ein eitel tcufcherCy.*' ln läni 
oder kürzeren Zwifchenräumen trat diefe Tanzkrankheit, wohl ei ne befondere Form 
Hyftcrie, immer wieder in Dcutfchland auf, Paracclfus glaubte, fie auf befondere Vcr» 
anlagung der davon Befallenen zuruckführen zu follen. auf die ftarkc Ausbildung der 
„lachenden Adern' 4 . Vielfach wird berichtet, daß die Tänzer „fich annahmen, daß fic 
kein Rot fehen möchten' 4 . Ähnlich breitet man noch heute, wenn jemand von der 
Tarantel gebiffen ift, vor ihm farbige Tücher aus, auf die er unabläflig den Blick ge* 
richtet hält, was ihm angeblich Erleichterung verfchaffen foll. Und wie die „Tarantella", 
der Tarantcltanz, das einzige Heilmittel gegen die Folgen des Biffcs der Spinne fein foll, 
fo foll fich bei der mittelalterlichen Tanzkrankheit Mufik als beftes Heilmittel bewährt 
haben. Bei Paracclfus heißt cs hierüber: „Die Mufik ubertrifft alle Mittel, fic muß aber 
auf eine fonderbare Art gefpielt werden; darauf fangen die Patienten an zu tanzen, be* 
wegen den ganzen Leib, fehwitzen wacker, treiben aic üble ldcam aus und kommen To 
zur vorigen Gefundheit." Die Behörden der Städte, in denen vornehmlich die Tanz* 
wut auftrat, mieteten deshalb Mulikanten, die den Bcfcffcncn To lange auffpiclcn mußten, 
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Jür ff^ncllc und crfalflocrfprcdjtnDt ®orbfreituttg .411 r 

Reifeprüfung fei 6ie »orm. Dr. i f d> c r f cb c Gerberei* 
tungsonftalt, Berlin W. 57, ftictenftr. 22 angfftecntli<bft 
empfohlen; in biefer “Jlnftalt »erben alle aufs befte geforbert, 
zumal bort jmei 6onberfurfe unb ein 3benbfurfu» eingenebtet 
find. Du biefem ^abre «Urin haben bereits 62 bie Diüfung 
beftanben. Ultbemäbrte £ebrer erteilen ben Unterricht. 

Sie Sabril d)em. • pharm. Präparate Sallmann A- (£0. 
in 6<bicrftcin a. Rb. (bei 3Bic»babcn), ocrnebmlicb bcrocr- 
getreten burtib beren neroenftärfenbes. Straft unb Rusbauer 
gebenbes Präparat fto la-Dallmann, genannt ©allfolat, 
ift in eine offene anbei sgefellfcbaft umgetoanbelt roorben. 73on 
ben ieilbabern jeiebnet Ser r tl potbefer CbeorgDallmann bie 
ftirma roie bisher allein, $eri '21 pot befer bans Weltmann 
mit firau 21. 25 e cf er bagegrn gemein frbaftlid). 

ttblorofa« * »iirgi , tfbloropbollpräparat nach ^Profclfor 
Dr. med. (£. Sürgi, ©ireftoT bes '^Iparmafologifcben cJnftituls 
ber Uniocrfität^crn. (öauptbepot: Ratsapotbefe in 'JRagbeburg; 


Serftcllerin bie fiabrit pbarmajcutifcbfr Präparate l»r. Ubuarb 
$fcll, ebenba). Üblorofan ift ein blulbilbenbes, appetitanregendes 
unb allgemein belcbenbes Rrjnei- unb 6tär(ungsmittrl. 6eine 
beilenbe Straft bei Blutarmut {ftnamic unb (£bloro(e) unb bei 
6<broäcbcsuftänben aller Kit (fpc&icll aueb bei iubertulofc) wirb 
oon feinem anbern Präparate unferer erreicht. tlucb bie 
bartnädigften Sfnämieen unb ttblorofen fommen bur<fe Gblorofan 
zur Teilung, UMrflamer als alle fcifenpeäparatc, ift es frei oon 
beren nachteiligem (Einflufe auf 2Ragcn unb ©arm. tlblorofan 
ift ferner als bas auOeTläfligfte Appetit- unb Kräftigungsmittel 
unferer Seit )u bezeichnen, tu hilft (Sbloro|an brm 'Patienten 
ber Äranfbeit ju roiberfteben unb befcbleunigt bie (Benefung; 
anberfeits Perleibt cs aber auch bem (Scncfenbcn eine gefteigcTte 
l'cbcnsfraft. Bei zahlreichen fällen pon fungentuberfulofc 
tourben bureb bie ftärfenben (5igen|d>aften bes (£bloro|an ber 
barnieberliegenbe Appetit gehoben, 6toffn>ccb(el unb RUgemcin* 
befinben übcrrafchenb gebeffrrt, irobuub bie Teilung mächtig 
geforbert rourbe. Rucb gefunbe äJlenfcben;, bie fid> fchtoach fühlen, 
nehmen (Sblorofan namentlich im $rübjabr unb £>eibft mit Bor* 
teil als Kräftigungsmittel. Rieht umfonft haben erfahrene Arzte 


ben gefunbenben ^üßert grüner ©entüfe immer roicbcr beton! 
'■profeffor Bürgi’s ilntcrf Übungen haben biefer Ruffaflung eine 
feflc (Brunhlage gefchaffen. 2)ie mriften ©emüfe — au* bie 
grünen — finb aber fehr arm an (£bloropboll. unb bas ttblorolan 
enthält bas Blattgrün in einer leichtaffimilierbaren Aorm. Cbloro* 
fan roirb aus lorgfältig auscrlefencm, gleicbmäfeigein ‘Dflanzen- 
material bergeftellt. (£s ift nur in Originalpadung zu 72 Daftiiltn 
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ftänbe. Durch eine Keine, in ber SKittc bes Dcdcls angebrachte 
finnreiche Borrichtung laffen [ich bie fterilifierten ©läfer fpielcnb 
leiht öffnen, obre bah ein Befcbäbigcn bes ©ummiringes ober 
ber ©lasränbtr auch nur möglich märe ; babei bieten bie „Sebcg'’ - 
©läfer einen abfolut fieberen Bcrlcblub: He finb in jebem Sinfoch* 
apparat oertoenbbar, perbürgen ber Hausfrau fichcres ©elingen 
unb grobe vf rfpa rniflc unb finb in allen einfcblägigen ©efehäften 
erbältlicb; too nicht, oerlange man ausführlichen: profpeft, gegebe- 
nenfalls auch birefte Belieferung bureb bie „£obeg"-l£ infocfegldier - 
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9Ir. 3970. 



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ttcunb* in VttPYfl. + am 21. ^iili (1>j>pt ^anft, • » 


■Pct neue üRinifterptäfibent btt 
X|<f>c(J>o|lonja(ei Xufar, 

btt na<fc b*m ®abHt*fl b*r e pjialb* ntbftdtlfdWR iter 
als ftadtfolflfr p*>n I>t. flu rau rieb on bl* €pilk bcf 31*® 
runfl »rat. bit>b*r beten IWrc'll mtubnfltrr ia Sirn 



(in '21nfa|i au böbetem Geben, au einem Serben, bem cs A»af in bielem Salle mißlingt, in anberen 
ober gelungen ift, fub oon her Urteile aus „lebenben ÄiiftaUcn“, wie lolcbe beule bereits nacfcgerDiffen 
finb. herauf, Auarbcitcn bis jur 'Hicnlcbrocrbung bureb bie \ablIofcn i>flanjen- unb Jicrftufen binburd’ 

*2Öi< bie Äriftallbilbung ein flüchtiger Verfucb au organ ifcbein Geben ift, fo finbet ficb aud) bei 
ber bücbften lierftufe unter bem üttcnfdben, bem menfdjenäbnlicbcn affen, ein ent|prcd>cnher ^nfan 
.iu menfcblidjeT Sormbilbung, ber ebenfalls getpiflermafeen im (fnlfteben toieber erftirbt. Der junge 
Orang-Utan rocift, trenn eben geboren, fdbon eine gcrabe, höbe, mcnjcbcnäbnliibc- Stirn- unb 
ftafcnbilbung auf bei auriidtretenben liefern unb ^ciflt fid) in ben erften Gcbcn&jabrrn gclcbrix 
unb intelligent roie ein »erbettbes 3Jienld>en»e|«n. 2Ril bem »eiteren föajfcstum aber fehlt fUb 
bas Verhältnis um bic Stirne flieht juriief. bie Kiefer brängen fi<b als Scbnauje oor, bie 9Jafc 
plattet fid) ab, bas ganAC antliö entartet ins lierifebe, inbem ficb auf ftoften ber Scfcäbel- unb 
töebirncnttoicflunq bie ftarfen unb gclcnfiaen ©licbmafocn ausbilben. Damit febroinbet auch jebei 
geifliqe Vnflug oon •3Jfen[<bcnart — beT affe ift fertig. 

Üu biefem Vorgang labt fid) rpirberum eine parallele aud) in ber VlcnfCbrnbilbung naebroe ifen. 


:XUiIitärifcbc überroad)unfl ber 'iöafferipcfle in ber Umflebung Berlins gcqcn 
ben Gcblcicbbonbel: 33efd)Iagnabmtc 6d)Ieid)banbel5n>arc roirb auf ein Aber« 
traebungsbopt gebracht. 


Qerfyrteft bei internationalen 
0o3ialbemofratie flegen ben 
(Seroaltfrieben am 2 \. Suli : Sin 
T'emonffrattonoum^ufl Unter 

ben ^inben in Berlin. 

Von ber ©eroifeb eit einer 
Sntoidlung über ben 
Stlenfcben hinaus. 

Von £>einrid> Drtesmans. 
(TNer Gehre oon einer fortfchieiten- 
^Jbtn Sntwidlung ber 2Renfdbbeit 
Au immer höherer Vollfommenbeit unb 
einem VV erben bes VJeltprojeffes 
fteUt ficb nach Schopenhauer bie (£in- 
ficht entgegen, bah bis au jebem ge- 
gebenen üeitpunft bereits eine un- 
enbliche Seit abgelaufen ift, folglid) 
alles, »as mit ber geit fommen feilte, 
febon bafein mü&tc. Diefe peffimiftifche 
Slnfcbauung aber wirb »iberlegt buTcb 
bie (Sntoidlung bes Cebenbigen oon 
ber Urjelle, ber SDlonerc, bis jum 
9Jtenf(hen, biefen ungeheuren ©erbe- 
pTPAcfj. toenn aud) in unüberfebbarer, 
unenblichex Seit. Sdjon bas an- 
fCbiefeett bes Rriftalls ift ein Vcrfucb 
Au flüchtigem Gehen, als Vorftufe ber 
SeUbilbung, bie im (f ntfteben fofort 
roirber etflarrt. aifo auch hier febon 



35om 'Semotratilcfeen ^orteitag in 'Berlin: (Eine 'Berfommlung ber weiblichen Xeilnebmer. 

Jm SSorflanbslilcfc pen linfs noch rechts : grau Calingct. Ajrau Dr. Saum, »5rf. v. 'JRawr, Ärl Dr. iVrnbarb. greu I>r. p. SRrnh*ls|pbn 


Das junge 3Jten|(benfinb roirb eben- 
falls mit einer höheren, freieren Stirn 
unb größerem Schäbelbau im Ver- 
hältnis ju feinem Körper geboren, 
als es im ßaufe feiner »eiteren tSnt- 
roidtung behält, unb jeigt ficb a u * 
gleich geiftig regfamer, als es fpätrr 
erfüllt. So finbet ©oethe bic Kinber 
ber erften Gehensjahre mie lauter 
fleine ©enies, aber „Ktnber halten 
nicht, »as He oerfpre^en". über ben 
finbficben (£haraftcr bes ©enies bA» 
über eine gecoiffc abnlicbfeit jmiidicr 
bem ©enie unb bem ftinbesaltcr 
macht Schopenhauer bic Vcmcrtung. 
baft in ber Äinbbeit »ie beim ©enie 
bas Zerebral- unb SWerocnfpftem ent- 
fd)ieben übenoiegr. Sin ©enie hat 
fo »enig »ic bas Kinb „jene trodene 
Smfthaftigfeit her ©e»6hnlid>en. 
roelcbe, (eines anbern als bes fubjrf- 
tioen 3ntereffes fähig, in ben Dingen 
immer blofj SUtotiDe für ihr Jun 
feben. &n ber lat ift bas ©enie 
es ba bureb, bah jenes bem ftinbes- 
alter natürlich« überwiegen bes fen- 
fibeln Spftems unb ber erfennenben 
lätigfeit ficb bei ihm, abnormenoeife. 
bas ganac Geben binburdb erhält.'’ 
(Sine Spur baoon jeigt ficb aud) noch 
bei manchen gctoöbnliebrn 3TOeit|(b<n. 
*>. V. in bem rein geiftigen Streben 
unb einer geroifTen äbealität ober 
genialen CSiAcntriAität bei Stubcnten ; 


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'X'er mobcrne Euflmtebnl^SeCleiguna ber Äabinc eines fi Po(Iogicrflua.icugs auf bem Sfugpfafj in Eeip}ifl*91locfaii. flacfj einer gdebnung für bie Ecipjiger „ntluftrirle 3fiiung" pon 'Jtubolf Eipus. 




118 


3 Uuftririe 3 eitung. 


9tr. 3970. 



bei bet Slriftallbilbung , Bern 'Anflug mcn{*Ii*rr 31it 
im jungen Örang unb rom anflug genialer, bober- 
mrn|*Iid>er Üit im jungen 2Renf*enfinb nicht mebr 
pon ber £>anb weifen. 'Cor ^abrmillionen tpar es 
brr 9latur gelungen, ben toten Dunft ber 5\ riflall- 
bilbunp, bie unmittelbare Grftarrung nach bem flüch- 
tigen i'eben bes ■JI nfebiefeen s , ju übtrtpinben unb bie 
, erftc 6tufe organif*cn Tüfcins in ber Urteile ju 
. gewinnen, lieber na* unüberfchbarer ßeit gelang 
es ibe, ben näcbftcn cnlfcbcibenben £*rift »pn ber 
tierilcben )u ber men|cbli*cn ftorm au tun, inbem fic 
bie feben auf ben menf*li*cn Xopus binbeutenbe 
6*äbclbilbung bcs jungen Orang unter gerpiflen Um- 
ftänben fefUubalten unb bamit SERcnf*engeftall unb 
©eift bewußter iternunft bcrausAuarbcitrn rerftanb au 


[eben nidjt nur in einjelnen fällen feltener ausnabmen. 
tote beim ©enie, fonbern ebenfalls baue mb au feftigen. 
fo bafj fie jurn bleibenben Jopus unb iSbaraftcr bes 
SDicnfdjrpcIcns werbe unb bamit ber böbere Utlenfcb er- 
ftebe, bei alle licibfit unb ©cwöbnlicbfett abgeftreift urt* 
überwunben bat, alle {(einen öafo- unb SHeibgefüble, alle 
aus- unb abfefcroeifungen wie Derbre*eiif*en Neigungen, 
als ber erfebnte Ifrlöfer pom 3Ren|*eit mit feinem 
„2Renf*Ii*-ailAumen|*Ii*cn w , ber grobe überwinber unb 
©ottmenf*. „©er 3Renf* ift etwas, bas überwunben wer- 
ben mu&," lagt 3Ucöld>e ( „ein ‘Pfeil unb eine ©rüde jum 
l3bermen[*en!* 

^iacb bem ungeheuren aüdf*lag, ben bie curopäifcbe 
fUlenfcbbeit bur* ben 'Jöeltfrieg erfahren bat bur* bie 
furchtbare ^errobung unb ben £>afj aller gegen alle. 



Tas neue $*iin bcs Jtlubs. Abfahrt ber Itilncbmrr an bei G impcibutigsfricr auj ibrrtt 3®bten. 

'$on ber (Sinroeibung bcs neuen Sllubbaujcs bcs 3FiotOT-3ad)t-£Uubs oan T»cutfd>Ianb om •®ann|ee bei Berlin am 20. XSuli. 



allein bie weiften febren in bas gewöhnliche atltagsgclcifc 
uirüd unb erjteben im :IRcnncsaltcr als cingeflnfebtc T'bi* 
lifter. Tas will lagen, bas :Trcusfelfoftem gewinnt bei biefen 
in gcmijfer <Entfpre*ung 
wie beim allcrnben Prang 
bie Pberbanb über bas 
nerp öfe ©pftem; infolge- 
bcflen tritt au* bei ihnen 
bie €tirn etwas jurücf, 
unb bie RaumertAtugc, 
bie Sticfcr, bilben fi* 
per. Ter Tur*f*nitts- 
menf* erfährt alfo im 
Verlaufe feines Sehens 
cine'Xüdbilbung oon bem 
boberen. rein menlcblicbcn 
(Sbeltppus ber Rinbbcit 
ins änimalilche. <5in 
ftaifer ©licbcrbau ent* 
toidelt ficb auf Stoffen 
ber weiteren (cdiäbcl- 
unb ©ebirnbilbung. Tic 
geiftig« 'Jtcg|amfeit ber 
f^ugenb, weiche auf ben 
genialen Xppus binbeutet, 
ftumpft fid) ab unb wci*t 
bem 6inn für porroiegenb 
materielle greuben unb 
©muffe, gutes (gffen unb 
Iritifcn , geroobnbeits* 
mäßige Erholung wir 
Starten- unb Stege Ifpicl 
bei mrcbanifdbem abtun 
ber ©crufspflicbt. Ter 
'Pbilifter ift fertig. 

Tic Cebrc non einem 
©erben bes ©eltpro- 
Acffcs au höherem gorm- 
leben labt ficb baber nach 
ber (frtenntnis oom '2ln- 
flug organ ifeben Sebens 


einem Taucrtopus. Tiefer ungeheure ©crbeproAffc bürfte 
bd iWcnfcbrncnlmicflung wobl au* rorbebalten, bie böbere 
unb eblcre 6*äbel- unb ©eiftesform bcs jugcnbli*en ifllcn* 


Ablbcdn onOut 


follte bas &o*AieI bcs ©erbeprojeffes ber iUatur mit 
feinem ©ipfrl ber s JDl enfebroer bung als Gicgrcrbci&una 
bes Gebens um fo leucbtenber por aUcr äugen fteben, btc 

ni*t am fDlcnf*en ©cr- 

Aweifeln unb ibn au 

^oberem berufen glau- 
ben — als £i*tb(i<f 
unb äeuciAcicben in ber 
«i uffteigenben tintwid- 
(ungslinie bes ail- 
tebenbigen, bit uns 
I neue fboriAOnte erf*ltebl 
für ferne ©ef*lcd>tcr. 
welche, pon allem „(ir- 
benreft, ju tragen pein- 
lich“ unb aller Grben- 
febwere aelöft, ben un 
jcligcn rUJcnfcbcnAuftanb 
überwunben haben in 
gcftcigertcT, reiner neuer 
'©efensform. alle aber, 
bic fi* babin aeAogcr 
füblcn unb f*on einen 
Entlang an biefc bobf 
^oTm fünftigen 3Renf*- 
»efens in fi* rerf pu- 
ren, wie He fi* in ber 
genialen Stinbnatur an 
beutet unb oorbereitei. 
tollte n fi* sufammrn- 
|*aren. um bies ibr 
cbelftcs 3ei( wie ein 
heiliges $eucr au hütet 
gegen alle ©c mein beit 
bcs alltags , als bie 
crflc ©emeinbe eines er» 
böbten Gebens, glei* ber 
©emeinbe ber ltr*riften. 
bic cinft ben ©runb jur 
;Keifc bes heutigen 9Kcn- 
febentums gelegt. 




•31ns bem Äamilicnbob in Csroinenuinbf. 


bttnor am etxanbc non trtoinciruinbc ; i>aul beibemann, bei brfonnlc ^ilm|*au|piclrr, läßi fi* cinpubbetn. 

etranblcbcti an bet 0 ft fee. 


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■Müauiajoig) Slug uoa SuntKpijg isup (jpojß 'ajuijy suisqajjg 



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. V 

3 * 



9tr. yj7ö. 


Olluftrirtc ßcitunfl. 


121 



t'anDbounwtor. 



frlT £ant>n?irtt(^aft. / i3on $)ofrat Dr. 0tre<Fcr, icipjifl 






CntffctTuuigdcr 

Mmi mumm 


Ker Üjni#rUigf ui^n'R^iWnruu^WT^iKfnxumOMhmf 


48 UJnier 


oo^rrj frrtWrr 


’rTf\llS>77 


llVlZlIl ^Mim.t.1 


"Ne .'CiolkJnKT uv ijant 
jfltXfren fcnlfcnum.Hn 
ia iW Dotlm : 


c wiu'Ltalunbc uni^qi(Wiz{/licy^cnfiftAn 


9Wit elf ^Ibbilbungen nad) 3*i$nun0en t>on $ßa(tf)<r Jammer. 


Starlo flrllcflcm a!d)i nc . 

QfTOenn beute bcr (Stift tinrs Hanbroirts aus „ber 
-COguten alten Seit" bernieberftiege, unb er (übe fid> 
um in einer grofoen. onerfannt tüchtigen 2Birt[cb«ift, |o 
würbe tr ganz fleroifj bic gaffung ocrlicrcn über all bas 
unbetanntc Büftzcug, bas 6a in ©ebraud) ift! 6äc-, 
3Räf>- unb Drcfd)ma|d)inen — SDlafcbincn auf btm 
gelbe unb btm $ofe, 
in ben Italien, auf btn 
BoOen, fur,z überall. ga 
logar Dampfmalcbincn, 
pan benen 'TBilliamfon. 
btr erftc, bei bie ©runb- 
(ätze bcs lanbroirtfcbafl- 
lieben SRafcbineniaelens 
loflcmatifch cntreicfcltc, 
noch im gabre 1810 ganz 
treuherzig fegte :„3<bfebc 
niebt ein. reie Dampf- 
mafebinen bem Hanbreirt 
bien lieb fein tonnen, wenn 
er nicht zugleich Trauer 
unb SRäljcr ift." Unb 
beute? Tlun. ba werben 
fo oicle 3Rald)incn aller 
(ftattunqen in ber Hanb- 
ivirt fehl ft gebraucht, bafj 
'.TRai eSotb. ber ©runter 
bei Deutfeben Hanbreirt- 
Icbaflsgefellfcbaft, bei ib* 
rem Bnblid auf einer gro- 
ben "©anbcrausftcllung 
biefer ©efellfchaft aus- 
rufen tonnte: „Die Hanb- 
rairtfdjaft ift ein £eil ber 
nngenieunoifleTifcbaft ge* 
rootbtn." €o unrecht 
batte er nicht; bie Hanb- 

roirtldjaft oon beute ift obne 2Raf(hincn unmöglich! 

Der Hanbroiitfd>aft ferner ftebenbe «reife legten 
fid) zwar beim (Srfcbeinen zunächft in ben großen 
•Jöirtfcbaften aud) febon flleid) auf bas 'Prophezeien, 
bafj bie (Jinfübrung ber 9Jljfcfeinen ben Bicbergang 
aller Kleinbetriebe jur golge haben mürbe. Dbrc 
Dropbezeiung bat [ich nicht erfüllt. DerBrbcitcrmangel 
bat ficb fcfaon längft auch bei ben ganz (leinen 'Betrieben 
cingeftellt, bie ifc>n fogar noch burebfd) lagen ber fühlen 
als bie ©rofe betriebe. Darf ihnen bod) nur ein 
TJlann fehlen, um ibre ganje BJirtfcbaft aus ben 
gugen s u bringen. 6o bat benn auch bcr Babraucb 
oon 2Rai<binen in ber Canbroirlfcbaft gerabe in ben 
Meinen Betrieben reirflicb gewaltige Dimcnfioncn an- 
genommen, unb Diele Vieler werben erftaunt fein, aus 
ber nadjftcbenben Betriebszählung bic im 3abrc 1900 
Zulef}t Dorgenommen würbe, ju erfeben, bafj bie Bet- 
toenbung aller 3Jlafd)intn obne Ausnahme in ben 
Meinen Betrieben bis 100 hu ree it mebr zugenommen 
bat als in ©rofjbetricben: 100 ba unb barüber. 

Die Sohlen liefern ben Beweis, roic felbft deine 
Befiber Don 5— 20 ha in ber Berroenbung lanb- 
reirtfcbaftlicher 2Rald)tncn, ja fogar ber größten lanb- 
roirt|d)aftlid)cn 3Raf<fcinc — ber Drefdbma(d)ine — 
burdbaus niebt unbereanbert finb. 3n ben angeführ- 
ten fünf am meiften gebrauchten 3Rafcbinen haben 
alle Hanbreirte. ohne Untcrfcbieb, hm ^upen tennen 
gelernt, ben bie OTalcbine bringt. Der aber liegt 
ganz befonbers in bcT fo überaus groben (frfparnis 
an menftblicbcn unb lierifchen Kräften. 


Sit Der 

Mü<n 

Drefch- 
mafebinen 
ۊe- 

mafebinen 
9Räb- 
mafchinen 
Separa- 
toren . . . 

Schrot- 
mühlen . 

“Mobl hoffte man. bafj nad) bem Kriege fein Urbeitsmangel 
auf bem Vlanhc mehr fein reürbe, ba fa hoch bie wäbrenb brs- 
leiben an bas Heben in bcr ftatur gereöbnlen Krieger roobl gern 
in bas länbliche Heben übergeben reürben. 3Kan bat aber eine 
arge (£nttäuf<bunp erlebt. 3ft bie BTbeitsunluft (eben in ben 
€täbten (ehr grob, fo beftrbt für bie Arbeit auf bem Hanbe 
gerabezu Brbeitsfcheu. Buf bas Hanb mit feiner mübfamen unb 
febroeren Arbeit gebt niemanb, ber fie nidjt oon früher in bcr 
alten fbeimat gewöhnt ift. Die Hanbroirtfcbaft foll aber boeb 
fdjon für bie nä^ftc Sufunft mebr als je ÜRanenprobufle 
fdjaffen. Können toir benn ba rearten, bis bie ©cmülsoerfaffung 


(£s vuiOea brnu(il r r*n eantwulrn. Sic 

uni« «Ä_2 Sa 5—6 ha S— 3ü ha 31 ,llu 
ll. t ba ha 

S*|iS*n 
USt fcjMl . 

15899 

100071 291026 742723 159 G23 

26528 

3694 

15341 20763 121044 104276 

24921 

231 

1132 0812 137624 136104 

19422 

757 

11720 56955 180641 80137 

6696 

34 

446 2470 12943 9686 

3747 


rrillmafcbinc. 


A 







<*” 

B 


1 i i 

1 

tage faräamfu 
Abh(fonh«aA\l B btfi DnU.»vat 


u HuWn 
jaaiuuüune: 


bei teimgc (ehrten ficb reicher nach unb nad) auf eine gefunbe 
Brbeitsoerfaffung eingeftellt bat? Doch gan§ gereib nicht, benn 
reichere Ernten oerlangen in erfter Hinic immcT einen grofern 
ÜKebraufroanb an Arbeit. Da bleibt alfo nur übrig, ba(j biefer 
Blebraufmanb, ber jeftt burebaus befcbaffi »erben mufj. oon 
ben SRafchinen übernommen reirb. 

Die 3Wafcbine ift aber bem i'anbreirt ja auch auher bem 
'Uicnfcfccn- unb 3!iercrfab noch fonft ein fo Dielfeitiger tbrlfer, 
bab ec fie in unferer jetzigen Seit gar nicht entbebren fann 
Um bas zu beroeifen, genügt es, wenn tpir bei ben fünf baupt- 
fäcbltcbften URafcbinengattungen ftebenbleibrn (Sine ürbeit, bie 
überhaupt erft burch bie ^Rafcbinr ermöglicht reirb, ift bic 
(sonberung bes (Babmes) „gettes" Don ber „'JJlagermild)" 
in ber „Bollmilch", fo bab bie möglicbft gröbte ÜJlenge Äett er- 
zielt reirb, nach bem reir ja bod} uns alle reicher (ebnen 
Denn unfere Butter ift nichts anberes als bas auf m«hanifd>em 
BJcge mittels befonberer ffierätc zufammengefchlagcne fcfi- 
gereorbene gett ber 3Rild>. 3e mebr getl ber Blilct entzogen 
werben fann, befto gröber bie Butlermenge. Su bem ; S werfe 
lieb man früher bt< Bollmilcb in €atten aufiahmen. aber 
babei tonnte man oon ber 2Jlil<b nur 75—80 */* gelt ent- 
ziehen, unb 10(1 kg (Eher) Wild) gaben 2,H— 2.K kg Butter. 
Bis bann fpciteT mit cisfaltcm ^tVaffer gefühlt reurbe, flieg 
her „Bufrabmungsgiab" auf HO— H5 7«, unb man erhielt aus 
100 kg äRilcb jebon 2,8— 2,9f» kg Butter. Diele ©renzc aber 
tonnte erft na^ (Jrfinbung b<s 3Rilcbfeparators überfchvittcn 
roerben, unb in beffni 
Bauart ift man nun fo 
weit torgefebritten, baf} 
er nur noeb 0,10 gelt 
in ber 2Dlil<d> belaftt unb 
100 kg 3Ril<h 3,35 kg 
Butter geben. 

VRod) bei toeilem nicht 
ade lanbreiTtfcbaftlichcn 
Betriebe haben einen 
Separator. Hegen toir 
bic obigen Sablcn zu- 
grunbe, fo batten ficb in 
ben BVirtfcbaften, bie in 
Dcutfchlanb überreiegru 
— bas finb bie mit einer 
©rohe poh 5 bis 20 lv» — 
742723 Hanbreiitc einer 
Drcfcbmafcbine, aber nur 
1K0641 Hantwirtc eines 
eeparators bebient. 
fßenn nun biefe 742723 
— ISO (»41 = 562 Oh2 
Hanbroirtc aud} noch zur 
Bufrabmung ber äHilcb 
burch Separatoren über- 
geben reürben. fo tonnten 
im Deut (eben B eiche grobe 
Mengen ButtcT mebr ge- 
wonnen werben! 'Jüan 


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* 






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Sds ’Sobctal im ÜKtrv ifa* 1 ' 11 

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©cmälbe t»on Hermann Jöölfert. 


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£4>rou6auc4>cn ob ÜJcnbct. 


löAroabeniecbcn ob Sichen. 



SutterjubercitungsmalAinm. 'Hon linfo nah rechts: ‘PflanjciunoblmüMc, (räc^Tclmalcbinr. fBütAcn-€Arct- unb CuetfhimiHe 


(SlmUei. 

feit ber Ablage auA bezüglich ber liefe erreich!, reif fie 
beim £cg«n oon £>anb auA nicht annäbernb fid? erzielen 
tafei gröfecre 5\ortpffclertr dge muffen bie Erfolge bei 
3TCafAinenarbeit fein! 

‘3Bobl bie größten OTcbrerhäge gegenüber ber fbanb- 
faot erhält man aber bei ber Slusfaat oon 'örotgetreibeforn 
mit aTCafcbinen. Die eine Slbbilbung jefgt uns, roie bei ber 
$ünbfaat bie Römer nach allen vliAtungcn bin, n>ic fic 
in ungleichen Entfernungen noneinanber unb in ungleichen 
liefen liegen. Die golgen biefer §anbfadt waren: eiel 
Saatgut unb bennoeb geringe Ertrage. 9Jlan fonftruiertc 
„DrillmafAinen" (f. Slbbilb.), roclAe bie Römer aus bem 
kiaatfafun m gefAloffene Leitungen jAafft, bie unten in 
ein ©Aar enbigen, mcldjcs iit gleiAmäfeigcn Entfernungen 
Villen in ben $obcn jiebt. 3n bie Villen fallen bie Römer 


Hebt, was für eine wichtige SRafcfeine für bie ganj« 5$olfs* 
wixtjdjaft fo ein Separator ift. 

51n Arbeit fpart ganj befonbers beT moberne Dielcb* 
mafAinenbettieb. Sei 2RebI-, hülfen* unb Ölfrüchten ntüflen 
nach bei Ernte bie Samen (Äörncr ufro.) oon bem Stroh 
getrennt unb aus ben flbren, Schoten ufw. gewonnen 
fowie oon ben SeTunretnigungen ber pedAieben- 
ften 5lrt befreit werben. Daju biente früher ber 
„Drefcbfleger; feine SlTbcit bat jefet bie Drefcb* 
mafebine übernommen. 5lus bem, was auf fo 
eine grobe Drefcbmafcbine oben an Pollen ©arben 
pon ben auf ibr ftebenben Leuten aufgegeben wirb, 
unb bem. was fie baraus »ieber aus ihrem ge- 
beimnisoollen Innern herausbeförbert, oermag 
man gu ermeffen, roie ihre Sauart nicht fo ganj 
einfach fein fann. 51 Ile bie oielcn berausbefor 
beiten Dinge muhten aber auch roieber fortgebraebt 
rotrben, unb baju gebörten bei groben SBirtfAaften 
toobl an bie jtoau^ig SDlenfAcn. Darin ift aber 
mebr unb mehr ©anbei gefebaffen, bie einft alleinige 
DrcfAmafAinc bat Diele gubebörteile erbalten, 
insbefonbere braucht bas ausgefcbüttrtt Streb §u 
feinem ^ortfebaffen feine Sebienung mebr — früber 
bie meifte — benn eine befonbere 2Ra|<bine, bie 
„Strobpreffe", nimmt es in Empfang, bringt es 
bureb Treffen auf einen Meinen “ftaum in Sailen, 
fo bafe es mittels Schurren auf einen ©agen ober 
aui SDliete u(w. gefebafft werben fann. 60 fallen 
fleh benn jefet in bem Diel umfangreicher unb 
pollenbeter geworbenen Setiicb bie bebienenbrn 
iOlenfcben boA an ben Ringern einer töanb ab- 
fläblcn. Etroa auf bem ©irlfcbaflsbof angefommen, 
roerben bie Strobballen. Jollen fie nicht ju einer 
Seime gleich auf bem Selbe oerrinigt roerben, 
hier roieber in einen „görberci" (Elevator) ab- 
gewogen, bei fie in bie Scheunen babin fchafft, 
roobin fie gerounfefet roerben (f. SIbbilb.). 

Ebenfo roie roir erft bureb bie Drefcbmafcbinc 
Au ber menlcblicben Rörnernabrung gelangen, fo 
muh aud) ein großer Jeil ber in einer SBirtfAaft 
gewonnenen Dflanjcn, foll er jur Ernährung ber Eiere 
bienen, erft in ocrfAiebener ©eife burA befonbere SflafAinen 
(f. ilbbilb.) guber eilet roerben. Das Stroh (auch t*eu, ©rün 
futtcr) mufe in Meine Stüde, au „öädfd" Acrjcbnittcn roer 
ben, baber „öacffclmafcbine", um ben Eieren bas Steffen 
ju erleichtern. ©ieber eine anbere 3JtafAine, bie „Schrot 


möblet mufe burch QuetfAen groifAen jwei gegeneinanber früher bogu mebrere SDlafchinenarfen nötig, fo roerben ihre 

gebrüdten flachen ober burch Stbfcbcrcn pifAtn jroei rauben Arbeiten jefet oon ber mobernften SWafchine, bem „ 6 A»abcn- 

öartgufe« ober Stahl flächen ben Eieren bir EinfpriAelung unb rechen", oereinigt. Er legt bas heu feitroärts in Schwaben 

Serbauung ber ftärfemeblbaltigen Römer erfeiAtem. Unb ab (f. Slbbilb.). Durch Umlegen bes ftinfenträgers normal 

ber ftrieg, ber uns burch ben SlbfAlufj jebes Serfebrs >ic jur gabrtriebtung unb Ümftellung bes ©etriebes fonnen bie 

ginfen aber aueb nach rücfroärts arbeiten unb 

biene« fo gfeicbAeitig als „©enber". 

sticht minber als bie ErntemafAtnci« fparen 
auch bie 'JWafcbincn jum Einbringen bes Saat 
gutes in ben Soben bebeutenh an menfeblicben 
'ilrbcitsfräftcn, ©o grobe 0lä<ben mit Rar- 
toffeln ju bcftcllen flnb, macht cs gTöfetc Scbroic- 
tigfeit, genügenb grauen gum SAartoffelleflen 
AU erhalten. Daju finb benn 3)laf<hinen er- 
jonnen, bie auf bem oorbereiteten 51cfcr Sunhen 
Aieben, in welche fie felbft bie Saatfartoffeln ob- 
legen, bk bann auch noch oon bcrfeCben SRa- 
Ichire |cbliefcli<b roieber Augcbecft werben. Sn- 
länglich rollten rocbl bie gelegten Rartoffeln in 
ben gezogenen Surchcn j< nach ihrer ftunbung 
ungleich rocit; cs gab ungleiche Entfernungen 
| unb Seblftellen in ben Reiben. 5lber biefe 
gehler flnb hei ben mobernften ßegcmafchmen 
bclcitigt, roie gum Srifpiel (f. Ubbilb.) babureb. 
bub mit bem Vegeapparat ein 2ocbftc6apparat 
ocibunben ift. fo bab bic Rartoffeln in bie nun 
gleich weit entfernten Vöcbcr fallen müffen. 
gebt toirb mit ber 3Ra(<hine eine ©Icichrnäfeig* 


aUilcbaetcite. t'Dn tinfs nah rechts: 'JRilcblepaialot, Suncifab, ^kiiterfnelei 


guttcrmittcl recht fnapp werben liefe, bat uns ju biefen unb 
anberen Sulterjubcreitungsmafcbinen auch neh bie mobentfte 
-■pflanflenmahlmühle" (f. 51hhi(b ) gehTaAt, auf ber bic gangen 
Dflanjen, frifd) ober getrodnet, gemablcn werben. ' 2 IuA bas 
l'ieblingsfutter unfercr Eiere, bas ©iefenbeu, läfet fiA im heften 
guftanbe auA nur mit $iffe oon 2 PfafA>nen gewinnen, ©aten 


I 


I 

i 


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9 lr. 3970 . 


OKufttirte 3 e < tun fl 


125 





ius bcr im berliner Ibalia.Ibeater mit IStfolfl flegebenen 
'pcrelte „SungfcT Gonnenlcbein" oon ©eotg 53atno. 

Wnf» 'Seit« rtttnff in br» JiUltnU». rrd>l* Hurt <Eb»I* «I» U«in* <5uflr~ 
ipbol. 3unb« & ?abi(4. Prtlin.l 

b. Turcb nacbfolgenbes E ggen werben bieje bebedt. 'Ulan 
urfte annebmen, baß nun bie Jtöiner perlenfcßnu [artig 
nlc-rgebracbt werben, etwa fowie in ber Xbbilbung. Tie 
'rillmalcbinf criparl an (Samen gegenüber bcr £anb- 
lat burcblcbniitlid) 05 kg auf 1 Im unb ([bringt (inen 
Qebrerlrag oon burcbfcbniltlicb 240 kg Brotgetreibe 
jf 1 ha. Tas bat man als rine großartige Stiftung 
igdrben. Tennocb läßt He ficb fteigrrn. Tenn jrlbft 
< hefte ‘Xeibcnfäcmaltbine fann bi( Slörner nicht jo 
•gelmäßig legen, rote bie Slbbilbung zeigt. Es ergibt 
i mit bcr jeßigen Trillmalcbine oiclmcbr eine S\orn- 
slage. rote He bie Xbbilbung wiebergibt. Ter Canb- 
irt ift besbülb genötigt, weit mehr Saatgut zu oer- 
enbtn, als eigentlich erforbeilicb märe, Tie irrigen 
lilltnafchinen finb baber jebr nerbcflcrungsfabig unb 
nnten noch Diel mehr Iciften. < 33e« ihnen gebraucht 
an an ©aat nach ^Ibbilbung 90 kg auf 1 ha unb 
ntet iftjO kg. Xun bat man aber in Berfucbsgäiten 
örrer in 20 <’» ooneinanber entfernten Xeiben mit ber 
anb ganj gleichmäßig in gleiche Entfernungen in bei 
eiben gelegt, baju nur 30 kg 6aat gebraucht, aber 9000 -. 6 
trntet. Tort ein zreansigfacber, hier ein bteibunbertf jeher 
rtrag! ©enn man aber fdjließlicb, wie ber (Gärtner feine )u> 
icbft auf einem 6aatbrrt gezogenen S\obl- unb bcrgleicbrn 'Pflanz- 
en auf bas eigentliche ©arte nbeet umpflanzt, auch bie jungen Xoggen- 
länjchen umpflanzt, [o braucht man nur noch 6,4 kg «öaat. rrnlel 
•er — 24 000 kg Römer »an 1 hs, bas ift bas 3750 fache! 

Zieles "pflanzDerfabien ift oorläufig nicht ausführbar, aber auch 
r il"t*rf<bieb jtoifchen her bisherigen Arbeit ber Trillmalcbine unb 


6u[ann« Tefloir, 


Srtühmt# Vtrt'erf.nwrin !•'» am 57 ^uli ibrr* tunfujftfii ®*buftMaa b*J'«4 
in ibfrtn Pttfinn fkim 


her „Bete in zr lang" her Römer ift bo4> fd>on 
|p gewaltig, baß eine Beorderung ber heuti- 
gen Carmajchine für bie Bolfsernäbrung oon 
her größten Bebeutung wäre. Tenn rpenn 
es mit einer Derbcfferten SRafcbine gelänge, 
auch nur fünf Toppeljentner Don 1 ha mehr 
als jeßt zu ernten, io mürbe bas leben ein 
SRebr an Brotgetreibe oon 140 g für ieben 
Teutleben täglich bebcuten. Xat fäch Inh ift 
man benn auch ießt an bie töfung bie(es 
‘Problems gegangen: eine 9Jla|<fcine *u bauen, 
bie bie Körner einjeln in praftifcb gleich- 
mäßige Xb(tänbe legt. Bewährt ficb biefe 
neue Xlafcbine , (o (ann bie V/anbroirtlebaft 
mit ihrer Hilfe bie €eibftocrforgung mit Brot- 
grtreibe ganz fidjerft eilen. 

Tiefes Beijpiel zeigt fo recht, welch wich- 
tiges Hilfsmittel jur «Steigerung ber Erträge 
für bie Bolfsernäbrung gerabr bie lanbwirt- 
jehaf Hieben SRafcßinen finb; es zeigt aber 
auch, baß wir troß aller 64>roierig(eiten, bie 
Heb uns jrßt cnlgegcntürmcn, boeb nicht brn 
3Rut oerlierrn unb »erjagen. fonbern weit er 
Borwärt sichte iten lollen. um uns troß bes 
Berberbfriebens z u behaupten. Unb follte es 
bem beu Heben erfinberi leben ©eilte nicht fcbließ* 
lieb gelingen, auch noch bas Umpflanzen burch 
eine URafchine oorjunebmen ? jweifle 

nicht baran. Tann aber finb wir überhaupt 
nicht umzubringen, wir fönnen bann bie ganze 
9Belt oer|orgen! 

©enn i<b ooraufgebenb einige mafcbinrllr 
Hilfsmittel zur iruhrtitcllung ber menlch- 
lieben Ernabrung angeführt habe. |o bleibt 
no<b ein wichtiges Hilfsmittel übrig. Tas 
beftebt in bcr Entfernung oon Ronfurrenten 
unferer Xabrung. ^rrwenbung bat es (eben 
roäbtenb bes Krieges gefunben; ich erinnere 
ba an bas ocranftaltete ^affenfcfolachten bcr 
ßchtoeine, bas maffenhafte IBerfpeifen ber 
Gpanferfel. Honfurrcnten unferer Xahrung finb aber auch bi« ^ngtiere. 5* me ^ r m* 1 entbehren fannen, 
befto mehr 'Jtabrungsmittel werben für uns Xlenlchm frei. ?lud) ba müden roicbct bie aWajcbinen belfen, 
benn ein bederer Erfaß für bie 8uflttere als fie fann ber l'anbwirtfebaft gar nicht geboten werben. Ta 
muß zuerft ber ^©öpel M perfchwinben, eine Kraflma|6ine, bie beute nur noch in 

ber Sanbwirtfchaft benußt wirb. Tie Jicre bewegen ficb im K reife unb 

feßen mittels ber 8uflbäume eine in ber SRitle ber ^abn angehraebte 
flehe nbe ©eile in Umbrebung 

iJitle rtugfräfte werben frei, wenn hei ber ^obenbearbeitung bie 
Dflüge nicht mebr burch Xiere, lonbern burch SDlotoren gezogen 
rorrben, unb es befchaftigen ficb ja benn auch immer mebr unb 
mebr 5 a ^ r «t en hamit, einen Erfaß ber i>ferbe burch „Straft- 
pflüge" zu jebaffrn. Tas finb meift burch 'Benzol angetrie- 
bene fabrbare SRotoren, bie ben Dflug entwebcT inbireft 
bue<h eilt (3eil über bas 0el6 bin- unb belieben, wobei 
fie frlbft fHUe (leben, ober bereit hinter ficb belieben, 
babei frlbft mit über bas 3*lb gebenb. Title finb her 
richtige Erfaß ber iHerbe unb auch gebräuchlicher. 6ie 
finb nicht nur zur •BobenbcarheiUing zu oerroenben, fon- 
hern auch als ‘antriebsmafchine für Trc|cbmafd)inen. 
Butter zubereitungsmalcbinen u|w. fowie aud) zum Rieben 
oon {.'affen aller ürt. €o finb fie in ber ßanbwirtftbaft 
oicljcitig zu gebrauchen unb ftebt ihnen eine gute 8u- 
funft beoor. SDlit ihrer Htlfe bat man ficb aber auch 
gleich an febroierigere Aufgaben grroagt. UDlan will burch 
de ein 'Berlzeug treiben laden, bas alle bie arbeiten 
übeiflüffig macht, bie jeßt oon Egge, SBalze, Rultioator 
u|ro. peieiftet werben muffen, um bie burefa bas *pflüflfn 
entflanbcne »raube Surcbe" fo zu trümeln unb ju ebnen, 
baß fie ein gutes Caatbett wirb. Eine folcbe Hauenroalje 
(ticbl mit tleinen Hacfen (leine Xeile bes Bebens ab unb 
roiebelt fie mit fuh herum, hierbei fie gegen ein jtarfes Blech - 
fcßilb anfcßlagenb, jo baß Hr fcbließlich in regelmäßige feine 
ftrümel auf ber Oberfläche abgelegt werben, wäbrenb ber Bobcn 
unter biefer tüchtig gelodert ift. €o fann tatfächiich ber Boben mit 
einem jolchen ©erfzeug in einer einzigen ^abrt au» bem rohen 
ftanb in ein gutes ts aalbett oerwanbclt werben, ©eich bebeutenbe Er- 
iparung oon Arbeit! — ©abrlicb. es ift beute bie ÜDlalcbtnc in ber 
Canbwirlichaft fein notwenbiges »Uber mebr, lonbern ber hefte ßrcunb 
unb Helfer, ben bie tanbwirte baben. Tesbalb folllen fic auch bie 
BtaUbin* fo achten unb pflegen wie ihre — Äutfcbpfetbe. 


“Via e. ajjoosburg. 



:ine ßiöung bes Jarifausjdni lies bes ©eulldjtn 'SübncnDctcins, bet ©cno([en|cboft Seutftbct 'Bübnciuingcboriflci, bes 'Skrbanbcs bcr ©culftben kühnen- 
[(feriftftcller unb SVompomflcn unb bes "IVtbanbes ber ®eul(d)en "BübneiiMrlefier in Stotbenburg c. b. Jauber Dem 2. bis jum 8. Ouli. 

rn lint» na<t> r»d)l». am 2i(<b liBtnbt poibcrc 5teibc 'Paki. 6*Wälerib«akt iWrliq irB fl i; Dr. finlf*. Cftrldwltofubtci bf* iWikaabcs 6»r TWulfctwn ^ubi»fiil(bri|tf»»ü*t unb Rpmpem(kn. ttabtvia ^tubrtann, "bHi Jt«lm- 

«i uoiWrCin (fl I ; 3nknbant C2«a«al. Wie»^abcn (®, fZ.i; Dr. Äifjlieb. ÖVncTallrhctjr brt CB. tB. '31. : ftamtn«1än(Ki Rtdrici J'onnSeim i(B i; Obrtrmiltrur !>«• paulo. Btrilau (W). Pintrir ’Jtribe lilirnb: t'ofrat 'Jluadxn Pi. 
» 7b Vkw, fknlara (© 31 ); T»r -Jlltmann. iZrrlin; (farl »allaurt. fitllo piafibrnl brr (B T 31.; i>ro(ibtni :Mideli, 'iloifitwnbrr bes Jaritauslrbudrs ; 3uth»ral Dr. Cf<blr (inner CronOifus bet CBfflfr(I#fll£bafl; GVart*!*, ÜMbeslbMtK Btaun- 
'-(!« i(Bi; “Müller. Vanbcstbraicr «cluttfiort (©», (flrrtr 31m. c-ebaulpielbous noniasb«« i © .). ftinltct 3tnb« |l«b«nb 3ntrnbonl trebmonnffr. ‘DKimfcm I© l: ©rbriRiral Btasflutl iB 'IVi; TlteflOt hfinzri. (BubfR; ln*. tfublPlfl 
»ba iWrli« (®i; -JtKbisaniPoli p.«nrf, Brrlin t* \; P.rrhM 3mrnieb. Ulm cP P .. 3ni»nba«t 3Vr fl -UM»rt. 31llrnbura iP Pl: TSifflor ^pünutb-PcOrnflrM. tsinau «P P I ; tWuwi b Puttlift. Prrtm iP P.i; «rAtMnmol! 3Mft. Eenb«rui 
brs Pubnrmxrnns . Dr. Vubmo ,\ulbo P*tiin ; Pcrlrjjrr (Srnfi Plpcb, Prtlin ; 3nlmbont tocblr. pallr a Cr ir f <3IMuiiunR»n P P — Pubikflb*f*Hl. (B - CJWubdfalCbatt Teutlibet Pu(n'<nJHfl»bbfifl»i p — ’I'»llf<jri 


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126 


SUuftrirte 3«itunfl. 


5Rt. 3970. 



mmm 


3urüd über bcn 3aun (1,65 m) mit apportietbod. Cui bot bcn ikrbxrdxr fingcboll tmb labt nicht lodet bis *ur 'änfunft fein« fcfnn. 

T> i c Sei ft ungen eines 'fiolijeibunbcs. 

SRa6 pbotoflrapbi(d>cn ülufnabmcn pt»n Oscar Tdlßmann (ffiuflop Idlgmanni in (fldrtPCße. 


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WILDEFÜER. 

EIN ROMAN AUS ALT? HILDESHEIM VON PAUL SCHRECKENBACH. 


(iS. Korlwliutif.) 1 

D er Bürgermeister seufzte. „Da habt Ihr ja wohl nicht unrecht. Aber 
wenn Ihr Euch nur nicht gerade an Klaus Barner gehängt hättet! Der 
Mensch ist zu frech. Wißt Ihr schon, was er getan hat wider den Dom- 
herrn von Münchhausen?** 

„Nein!" 

„Nun denn, so hört. Er hat ihm einen Boten zugesandt mit der Bitte, 
er möge vor das Hagen tor kommen, der von dem Rauscheplatt wolle mit 
ihm reden. Der Domherr folgt dem Rufe ohne Arg. denn er ist dem 
Rauscheplatt befreundet. Als er aber vor das Tor kommt, sagt ihm sein 
Bube, den er hat vorauslaufen lassen; Herr, da halten fünf oder sechs 
zu Pferde im Winkel hinter dem Garten und haben ein lediges Pferd bei 
sich. Herr Wilke kehrt eilend um. denn er riecht den Braten. Da setzt 
ihm der Knecht, der ihm die Botschaft gebracht hat, das Feuerrohr auf 
die Brust und schreit: Herr, Ihr müßt dorthin gehen. Da ist mein 
Junker! Und wie Herr Wilke trotzdem an ihm vorbei will, drückt 
er ab. Der Schuß geht fehl, Herr Wilke stoßt ihn mit seinem Messer 
nieder und gewinnt die Stadt. Den gestochenen Knecht aber hat Klaus 
Barner abgeholt mit seinen Gesellen und hat dem Domherrn blutige Rache 
geschworen. Die von Hildesheim erwarten, daß er der Stadt und aller 
Pfaffen Feind wird und ihnen absagt in den nächsten Tagen." 

„Tut er das, so tut er ’s auf eigne Rechnung“, erwiderte Hagen finster. 
„Ich habe damit nichts zu schaffen,“ 

„Das glaube ich Euch wohl, und meine Ratsgesellen glauben ’s auch", 
sagte Herr Eberhard Plate mit bekümmerter Miene. „Aber viele werden 's 
Euch nicht glauben, und der Bürgermeister schreit Euch überall aus als 
den Gesellen eines Landfriedensbrechers und hat von uns gefordert, daß 
wir Euch sollen aus den Toren weisen und nicht länger behalten als über* 
morgen, wenn 's zum Abschied läutet.“ 

Hier schlug Frau Hedwig mit ihrer fleischigen Hand auf den Tisch, so 
heftig, daß der Leuchter zu tanzen begann. „Nein, es ist nicht zu sagen, 
was dieser Tyrann Euch zu bieten wagt!" rief sie mit blitzenden Augen. 
„Seid Ihr seine Knechte? Habt Ihr ihm Eide geschworen, daß Ihr ihm 
wolltet zu Willen sein? Was gehen Euch seine Fehden an. und was geht 
es ihn an, wen Ihr in Euren Mauern hegt und hauset? Wäre ich an 
deiner Statt gewesen, Mann, so hält' ich ihn lassen ablaufen, daß er das 
Wiederkommen vergessen hätte. Was habt Ihr ihm denn zur Antwort 
gegeben?" 

„Wir haben gesagt, wir wollten uns dessen bedenken**, erwiderte der 
Bürgermeister kleinlaut. Wenn er die Augen seiner lieben Frau so auf 
sich gerichtet sah, wie es jetzt geschah, ward ihm jedesmal sehr unbehag- 
lich zumute. 

„Bedenken! Bedenken!" höhnte sie. „Was gibt es da groß zu be- 
denken! Tut uns den Gefallen, und laßt uns in Frieden* , hätte ich ge- 
sagt, und hätt’ ihn lassen abziehen." 

„Du redest, wie du ’s verstehst“, knurrte der Bürgermeister ärgerlich. 
„Die Neustadt braucht die Altstadt allerwegen, insonderheit in diesen 
bösen Zeitläufen wo die Not immer höher steigt und das Getreide jeden 
Tag teurer und knapper wird." 

Frau Hedwig lachte spöttisch; „Meint Ihr Herren vom Rat, die Alt- 
stadt werde Euch auch nur ein Körndien Roggen oder Weizen geben? 
Sie haben wohl selber wenig davon.“ 

„Sie haben sehr viel", versetzte der Bürgermeister mit Nachdruck. „Er 
hat die Klöster gezwungen, ihre Speicher aufzulun. Und dreihundert Lüne- 
burger Scheffel hat er uns angeboten zu einem nicht allzu hohen Preise als 
nachbarliche Hilfe." 

Frau Hedwig starrte ihren Gatten an, als habe sie nicht recht gehört. 
Das Wort erstarb ihr im Munde. „Wie kommt er dazu?“ brachte sie 
endlich hervor. 

„Das will ich Euch sagen, liebe Frau Base“, rief Hagen mit einem 
bitteren Lachen. „Ich sehe, wie der Hase läuft. Er bietet der Neustadt 
Hilfe in der Not und überteuert sie auch nicht, aber dafür fordert er, 
daß mir der Rat Schutz und Geleit kündigt. Ist ’s nicht so, Herr Vetter?" 
„Ihr habt ’s erraten“, entgegnete Herr Eberhard Plate verlegen. 

„Das war n'cht schwer zu erraten. Stehen die Dinge aber so, dann 
muß ich den Herren ja noch dankbar sein, daß sie um Bedenkzeit ge- 
beten und mir nicht auf der Stelle den Stuhl vor die Tür gesetzt haben.“ 
Der Bürgermeister faßte seine Hand. „Wir täten 's nicht gerne, Herr 
Vetter, daß wir Euch ziehen ließen, denn Ihr seid uns lieb und wert, und 
wir erhoffen viel von Euch.“ 

„Ihr werdet es gleichwohl tun müssen,“ sagte Hagen, „und Gott soll 
mich davor bewahren, daß ich Euch suchte zu bereden, mich in der Stadt 
2U behalten I Eure armen Leute brauchen Brot, daß sie nicht Hunger 
leiden. Ich reite freiwillig heute über drei Tage aus Eurem Tore 
hinaus." 

„Nein!“ rief die Bürgermeisterin und schlug zum zweiten Male auf 
den Tisch, während ihr Tränen des Zornes und der Scham in die Augen 
traten. „Ist der Rat der Neustadt wie ein Hund, der seinem Herrn zu 
Füßen kriecht, weil er Brot und Knochen von ihm erhält?“ 

„Der Rat der Neustadt, liebe Frau Base, hat das Wohl der gemeinen 
Bürgerschaft zu bedenken, und so muß er nachgeben, denn der Hunger 
lut weh. Darin will ich ihm nicht im Wege sein, es wäre wohl auch 
vergeblich. Ich warte Euren Beschluß nicht ab, sondern reite übermorgen 
aus Euren Toren freiwillig ab.** 


Der Bürgermeister faßte sein Hand zum zweiten Male und drückte sie 
mit großer Heftigkeit. Es war ihm deutlich anzumerken, daß er sich von 
einer großen Last befreit fühlte. „Ich danke Euch, Herr Vetter“, sagte 
er. „Ihr seid ein edler Mann und ein Mann, der die Welt kennt 

und weiß, daß man nicht immer kann, was man will. Könnt' ich, wie 

ich wollte, so behielt’ ich Euch in meinem Hause, bis Ihr wieder heim* 
kehren dürft in Euer Haus. Aber so — “ 

„Es ist gut, Herr Vetter, ich verstehe Euch“, unterbrach ihn Hagen. 
„Nur darum bitte ich Euch, daß Ihr mir vergönnt, morgen abend noch 
in Eurem Hause mit unseren Glaubensgenossen aus der Altstadt zu ver- 
handeln.“ 

Der Bürgermeister zog die Stirne hoch, aber ehe er etwas erwidern 
konnte, kam ihm seine Ehehälfte zuvor. „Dem steht nichts im Wege! 
Nicht wahr, Mann?“ rief sie und blitzte ihren Gatten so drohend mit 
ihren runden Augen an. daß Herr Eberhard Plate sich bewogen fühlte, 
um des häuslichen Friedens willen seinen Widerspruch fallen zu lassen. 

„Es sei, ich habe nichts dagegen“, sagte er. „Doch erlaubt mir. daß 

ich mich fernhalte.“ 

„Das magst du halten, wie du willst, du Bangbüchse!“ rief Frau Hedwig. 
„Gehe derweilen hinüber in die Ralsschänke. Ich aber will dabei sein, 
und niemand soll mich hindern.“ 

„Ich danke Euch, Herr Vetter und liebwerte Frau Base", sagte Christof 
von Hagen und begab sich hinauf in sein Gelaß. Dort sudite er sein 
Schreibgerät und schrieb einen Brief an den Ritter Ludolf von Rausdicplatt, 
den Drost des Bischofs auf dem festen Hause Stcuerwald. Der war ein 
Freund Klaus Barners und gewählte ihm heimlich seine Hilfe und hatte 
schon mehrfach geäußert, der aus Hildesheim verbannte Freund seines 
Freundes werde ihm auf seinem Schlosse stets willkommen sein. Ilm bat 
er, daß er ihm eine Zuflucht gewähren möge für die nächste Zeit, denn 
es lag ihm viel daran, jetzt in der Nähe der Stadt zu bleiben, und 
Steuerwald lag nur eine halbe Wegstunde von den Ringmauern Hildes- 
heims entfernt. 

Während er schrieb, umspielte seine Lippen mehrmals ein bittres Lächeln. 
Das waren die Bekenner von der Neustadt! Sic hatten ihn zu sich cin- 
geladen, weil sie von ihm hofften, er werde der lutherischen Sache in Alt 
Hilde&heim und damit auch bei ihnen zum Siege verhelfen. Nun ließen 
sie ihn ziehen, weil sie sonst Entbehrungen zu fürchten hatten. Die wollten 
sie nicht auf sich nehmen. Das irdische Brot war ihnen wichtiger als da» 
Brot des Lebens, von dem die Schrift redet. Aber konnte er cigentlidi 
etwas anderes erwarten? Ach, cs gab wohl hier und da einen Menschen, 
der zum Märtyrertum geschickt war! Die große Menge der Menschen war 
nicht dazu geschickt. Leiden und Not auf sich zu nehmen um eines himm- 
lischen Gutes willen, das war nicht ihre Sache. Sie wollten vor allem 
leben und zwar möglichst gut leben. Wer also mit Hilfe der großen 
Masse einer großen Sache den Weg bereiten wollte, der mußte ihr etwas 
bieten, und wenn cs nur die Aussicht auf ein gutes oder besseres Leben 
war. Diese Erkenntnis war ihm schon lange aufgedämmert, jetzt wurde 
sie ihm deutlich mit voller Klarheit. Wenn er in seiner Stadt den Sieg 
des Evangeliums in kurzer Zeit erreichen wollte, so durfte er den Leuten 
nicht nur Gottes Wort und freie Übung ihrer Religion versprechen. Das 
kam für viele erst an zweiter Stellv. Weit lieber hörten sic, wenn ihnen 
gesagt wurde; Fällt der alte Glaube, so müssen die Pfaffen aus der 
Stadt weichen, und ihre großen Güter und Reichtümer fallen der Ge- 
meinde zu. Gab er diese Losung aus, so hatte er zu den zwei- oder 
dreihundert Anhängern, die er jetzt in der Stadt besaß, auf der Stelle 
noch einmal so viel dazu, und unter denen waren Leute, die auch vor 
einer verwegenen und gefährlichen Tat nicht zurückschreckten. 

So schrieb er denn, als er mit dem Schreiben an Ludolf von Rausche- 
platt fertig war, noch zwei kleine Brieflein an die ehrsamen Meister, seine 
günstigen Freunde und Brüder in Christo. Hans Leist und Hinrich Eimann, 
von denen er wußte, daß sic zwei geschworene Feinde der Pfaffen waren, 
Feinde auch des Rates und aller vornehmen und reichen Leute. Er wußte 
wohl, daß er damit einen gefährlichen Weg einschlug, und wenn er an 
Luther dachte, so klopfte ihm das Herz. Erst vor kurzer Zeit hatte er 
in Braunschweig die kleine Schrift von ihm gelesen, die den Titel trug: 
„Treuliche Vermahnung an alle Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und 
Empörung.“ Darin erklärte der Reformator allen Aufruhr wider die welt- 
liche Obrigkeit für ein Werk, das der Teufel auf Erden anstifte. Was 
würde er sagen, wenn er hörte, daß der Sieg des Evangeliums in Hildes- 
heim mit Hilfe der Rottengeister errungen werden sollte? Sicherlich würde 
er das mißbilligen und ibn mit väterlichem Ernst davor warnen, mit solchen 
Menschen sich cinzulassen. Es war ihm, als vernähme er seine Stimme, 
die ihn einst — es war noch gar nicht lange her — ermahnt hatte, daß 
er kein falsches Feuer bringen solle auf den Altar Gottes. Schon schwankte 
er, ob er die Briefe absenden solle, die jene beiden einluden, morgen 
mit in die Neustadt zu kommen. Aber dann sah er mit einem Male 
Luckcs Augen traurig und vorwurfsvoll auf sich gerichtet, und sein Schwanken 
war zu Ende. Er entzündete ein Licht und siegelte die Schriftstücke alle 
drei zu. Das eine sollte sein Knecht am andern Morgen nach Steuerwald 
tragen, die anderen wollte er einem Diener der Frau Hedwig Plate an- 
vertrauen, der unter irgendeinem Vorwände sogleich hinüber in die Alt- 
stadt geschickt werden sollte. Die beiden unruhigen Geister wohnten 
einander gegenüber in der Straße, die den Namen „Das Fegefeuer" führte. 


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Er erhob sich mit harter Entschlossenheit im Blick und schritt zur Tür. 
Aber als er sie öffnete, prallte er zurück und konnte einen lauten Ruf 
des Staunens nicht unterdrücken. Denn draußen stand ein Mann, dessen 
Erscheinen er nun und nimmermehr erwartet hatte — Hans Wildefüers 
alter vertrauter Knecht. 

„Valentin!" rief Hagen und streckte ihm beide Hände entgegen. „Wie 
kommst du hierher? Schickt dich jemand zu mir?“ 

Der Alte trat in das Zimmer mit einem verlegenen Lächeln in dem 
runzligen Gesicht und mit Tränen in den Augen. „Mich schickt niemand“, 
en tg<?nete er, und sich scheu umblickend, setzte er hinzu: „Der Herr darf’s 
nicht wissen, daß ich zu Euch gegangen bin. Aber ich wollte doch meinen 
alten Junker Christof Wiedersehen. Ich könnt 's nicht mehr aushalten. 
Aber daß es nur der Herr nicht erfährt! Ach, Junker, lieber Junker, 
warum mußtet Ihr Euch mit unserem Herrn so verzürnen!" 

Hagen schloß den Greis in seine Arme. Auch ihm wurden die Augen 
feucht, denn er dachte der Tage seiner Kindheit, und Frau Mettes Bild 
stieg vor seinen Augen auf. Er brauchte eine ganze Weile, ehe es ihm 
gelang, seine Bewegung niederzuzwingen. Dann drückte er den alten 
Freund seiner Kinderjahre sanft auf einen Stuhl nieder und sagte: „Nun 
erzähle, Valentin. Wie geht es dir? Du mußt doch hoch in die Sechzig 
sein. Bist du noch gesund und frisch?“ 

Der Greis schüttelte kummervoll den grauen Kopf, und eine Träne 
rann ihm über die Wange. „Gesund bin ich noch, den Heiligen sei Dank! 
Aber frisch bin ich nicht mehr. Das Leben ist traurig und trübe geworden, 
seit unsere Frau tot ist. Der Herr spricht oft den ganzen Tag kein Wort. 
Er geht jetzt viel in die Trinkstuben, ist fast keinen Abend zu Hause.“ 
Hagen schwieg eine Weile. Dann sagte er, indem eine dunkle Glut 
in sein Antlitz stieg: „Und wie gebt es meiner — wie geht es der Jung- 
frau Lucke Hary, die bei Euch im Hause lebt?“ 

Der alte Knecht blickte ihn scheu an. „Ihr wißt es, daß er sie wie 
eine Gefangene hält?“ 

Hagen fuhr auf. „Wie eine Gefangene? Was heißt das?" 

Valentin dämpfte bei der Antwort seine Stimme so, daß sie kaum 
zu hören war. „Er hat von ihr gefordert, daß sie ihm mit einem Eide 
gelobe, das Haus nicht zu verlassen, nicht mit einem Schritte. Den Eid 
hat sie verweigert. Darum hält er sie eingeschlossen oben in der Blauen 
Stube unserer seligen Frau. Niemand darf zu ihr als die alte Trine.“ 
Hagen saß wie erstarrt. Daß Lucke aus dem Kloster in das Haus 
des Bürgermeisters zurückgebracht war, hatte er erfahren. Wie sie dort 
lebte, hatte er nicht in Erfahrung bringen können. Nun wußte er ’s. Sic 
lebte das freudlose Leben einer Gefangenen und sehnte sich wohl Tag 
und Nacht nach dem Retter, der ihr die Freiheit bringen sollte. Wie 
mochte sie sich härmen in ihrer Einsamkeit ! 

Eine ungeheure Erregung überkam ihn; er hätte am liebsten laut auf- 
geschrien. Aber mit eiserner Willenskraft zwang er sich zur Ruhe und 
sagte nach einer kurzen Pause des Schweigens ruhig, als spräche er über 
ein gleichgültiges Ding: „Willst du mir etwas zuliebe tun. Valentin?“ 
„Gern, lieber Junker, wenn es nicht wider meinen Herrn ist.“ 

„Es ist nicht wider deinen Herrn. Du sollst der Jungfrau Lucke von 
Hary nur sagen, ich. Christof von Hagen, ließe sie grüßen und ihr sagen, 
sie möge den Eid schwören, den der Bürgermeister von ihr fordert." 

„Das ratet Ihr, Junker Christof? Dachte, Ihr würdet sie in ihrem 
Trotz bestärken“, rief der Alte erstaunt. 

„Was kann ihr der Trotz nützen?“ erwiderte Hagen. „Sie hat ein 
besseres Leben, wenn sie ihn aufgibt, und fortlaufen aus dem Haus kann 
sie ohnedies nicht. — Aber forttragen kann man sie,“ setzte er in Ge- 
danken hinzu, „und das wird viel leichter zu bewerkstelligen sein, wenn 
sie frei im Haus und Hof umhergehen kann.“ 

„Das wird dem Herrn nur lieb sein“, sagte Valentin. „Zu seiner 
Tochter, was die Brandissche ist, hat er neulich gesagt, er ließe ihr gern 
mehr Freiheit, aber sie wolle ja nicht. Das habe ich selber gehört.“ 

„So? Das trifft sich ja gut", erwiderte Hagen und begann von 
anderen Dingen zu reden. Erst nach einer Weile setzte er hinzu: „Da 
fällt mir ein: Es könnte wohl sein, daß Lucke von Hary dir gar nicht 
glaubt, wenn du ihr das ausrichtest, was ich dir gesagt habe. Sie möchte 
wohl denken, der Büigermeistcr habe dich angestiftet, nicht ich.“ 

„Das könnte sein“, versetzte Valentin. „ Ja, sie wird es schwerlich 
glauben, wenn ich ’s ihr durch die Tür zurufe.“ 

„So will ich dir einen Zettel mitgeben, den magst du ihr unter der 
Tür zuschieben. Wenn sie meine Handschrift sieht, wird sie dir glauben." 
„Ja, tut das, Junker Christof“, entgegnete der Alte arglos. 

Hagen nahm ein Stück Papier aus seiner Mappe und schrieb nur die 
wenigen Worte: „Herz liebster Schatz! Schwöre den Eid, den der Bürger- 
meister von Dir verlangt. So Du frei umhergehen kannst, vermag ich 
Dich leichter zu befreien, als wenn Du eingeschlossen bist. Bewahre guten 
Mut. Gott wird Dich erretten in einer Kürze. Er sei uns allen gnädig! 
Dein in den Tod getreuer Christof von Hagen.“ 

Er faltete den Zettel nur lose zusammen und versiegelte ihn nicht, 
denn er wußte, daß der Greis des Lesens und Schreibens nicht kundig 
wa-. Fiel sein Schreiben aber durch einen unglücklichen Zufall in eine 
andere Hand, so nützte das Siegel auch nichts. 

„Es steht doch nichts gegen den Herrn drin?“ fragte Valentin, als ihm 
Hagen das Papier übergab. 

„Kein Wort. Du kannst mit gutem Gewissen deinen Botenlohn 
nehmen", beschwichtigte ihn Hagen und bot ihm einen harten Taler. 
Darauf stotterte der Greis unzählige Dankesworte, küßte ihm die Hand 
und wünschte ihm glückliche Heimkehr im Frühling. Dann fiel ihm ein, 
daß sein langes Fortbleiben vielleicht daheim auffallen könne, und er hub 
sich eilig von dannen. 


Als er gegangen war, stand Hagen noch lange auf demselben Flecke 
und starrte vor sich nieder. Sein Gesicht wurde immer finsterer. „Es 
muß dem ein Ende gemacht werden“, knirschte er. „Und wenn ’s nicht 
anders geht — nun denn, in des Teufels Namen, durch eine Gewalttat!“ 

IV. 

Auf einer Waldblöße dicht neben der Heerstraße, die von Hildesheim 
nach Goslar führte, hielt eine Schar bewaffneter Männer. Die Mondsichel, 
die sich schon dem Horizont zuneigte und nur noch zur Hälfte hinüber- 
schimmerte über die Wipfel der hohen Bäume, spiegelte sich in den Brust- 
harnischen der Reiter, die von ihren Pferden herabgestiegen waren und 
mit schweren Schritten auf der hartgefrorenen Wiese umherstapften. Sie 
wollten sich dadurch warm machen, denn sie standen schon seit mehreren 
Stunden hier, und die Winternacht war klar und kalt. Etliche begannen 
schon zu murren und zu fluchen und der Befürchtung Ausdruck zu geben, 
man möchte wohl vergeblich ausgeritten sein. 

Auch Klaus Barner, ihr Führer, zog ein bedenkliches Gesicht. Er faßte 
Christof von Hagen, mit dem er ein Stück abseits stand, am Arme und 
sagte leise; „Zum Teufel! Habt Ihr ’s gehört von da drüben her? Es 
hat eben zwölf geschlagen in Hildesheim, der Wind trägt den Schall zu 
uns herüber. Nun wird der Bube nicht mehr kommen, auf den wir lauern. 
Vielleicht auch seid Ihr getäuscht worden.“ 

„Das ist nicht mögluÄ“, erwiderte Hagen. „Wer den Brief geschrieben 
hat, der ist mir ganz sicher.“ 

„Von Euren Freunden in Hildesheim wäre mir keiner sicher", erwiderte 
der Ritter. „Sie umschwänzeln alle den großen Bürgermeister, und keiner 
wagt es, gegen ihn zu mucken. Ihr seid in meinen Augen der einzige, 
der Kraft und Mut in den Knochen hat. Aber ich hätt’ Euch nach Eurem 
Gewährsmann fragen sollen, anstatt auf Euer bloßes Wort hin mit achtzehn 
Knechten hierherzureiten. Mich dünkt, es hat Euch einer genarret, und 
ich bin mit Euch auf den Leim gekrochen. Der Rauscheplatt wird sich 
den Wanst halten vor Lachen, wenn wir morgen früh bei ihm einreiten 
und die Feuerrohre und Rosse wieder abliefern, die er uns heimlich gestellt 
hat. Er darf wohl über mich lachen, denn ich hätte mich sollen bei meinen 
Jahren nicht mit zum Narren halten lassen. Aber wenn ich von Heinz 
Wolfenbüttel höre, so bin ich wie ein hungriger Hecht, der nach jedem 
Köder fährt. Ich alter Esel!“ 

In Hägens Antlitz war eine heiße Röte getreten, während der Ritter 
halblaut seine Rede hervorpolterte. Er kam sich vor wie ein Knabe, der 
wegen allzu großer Leichtgläubigkeit gescholten wird, und das war ihm un- 
erträglich. Darum sagte er nach einer Weile mit einem tiefen Atemzuge: 
„Ich muß es für unmöglich halten, Herr, daß ich getäuscht worden bin. 
ja, es ist unmöglich. Das wird Euch allsogleich einleuchten, wenn ich Euch 
sage, von wem ich die Botschaft habe. Und ich will ’s Euch 2U wissen 
tun, so Ihr mir Euer ritterliches Wort gebt, daß Ihr es gegen jedermann 
verschweigen wollt.“ 

„Ihr tut ja sehr geheimnisvoll“, erwiderte Barner spöttisch. „Aber es 
sei. Ich gebe Euch mein Wort. Von mir erfährt es kein Mensch, das 
gelobe ich Euch.“ 

„So hört! In Wildefüers Hause lebt, wie Ihr wißt, meine Braut als 
Gefangene. Sie hat einen Eid schwören müssen, daß sie Haus und Hof 
mit keinem Schritte verlassen will. Dafür darf sie im Hause frei umher- 
gehen.“ 

„Und er traut ihrem Eide?" warf der Ritter ein. 

„Warum sollte er nicht ?“ 

„Weil sie nach seiner Meinung an keinen Gott mehr glaubt. Wie kann 
er auf das bauen, was sie im Namen Gottes beschwört? Der Narr wider- 
spricht sich selber in seinen Gedanken. Aber redet weiter! Sagt mir vor 
allen Dingen: Woher wißt Ihr das?“ 

„Ich habe einen gefunden, der Briefe hin- und herträgt zwischen uns. 
Darum reite ich zuweilen des Abends nach der Neustadt. Dort werden 
mir ihre Briefe ausgehändigt. Sie schreibt sie an seinem eigenen Tische, 
wenn er nicht daheim ist.“ 

Der Ritter lachte laut auf, dämpfte aber sogleich seine Stimme, als 
er in sehr verändertem Tone sagte: „Ihr seid, der Teufel hole mich, 
ein schlauer Fuchs und bringt alles mögliche fertig. Da habt Ihr also 
auch die Zeitung, daß der tolle Heinz in Hildesheim ist. von Eurer 
Liebsten?“ 

„Hier ist der Brief“, entgegnete Hagen und zog ein Papier aus seiner 
Tasche. 

„Was soll ich damit? Bei dem Lichte kann ich ihn nicht lesen. Aber 
sagt mir nun noch einmal ganz genau, was drin steht. Wenn er von 
Eurer Liebsten kommt, so seid Ihr nicht angelogen, und es wird wohl 
alles wahr sein, was Ihr mir kundgetan habt." 

„Der Herzog ist ehegestern abend in Hildesheim eingeritten mit nur 
zehn oder zwölf Knechten. Es ist den Leuten gesagt worden, es sei der von 
Mandelslohc gekommen mit seinem Weibe. Denn ein Weib ist mit ihm 
gewesen oder mehrere Weiber, bei den Stiflsheiren in der Kreuzfreiheit 
sind sie cingekehrt. Gestern ist der Herzog bei Wildcfüer im Hause ge- 
wesen, und sie haben einen großen Auftritt miteinander gehabt. Der 
Bürgermeister hat den Wolfenbüttler hart vermahnt, daß er solle aufhören, 
Goslar und Braunschweig zu bedrängen. Das hat der Herzog auch endlich 
zugesagt, aber er bat dagegen verlangt, daß die Trott solle in der Stadt 
bleiben.“ 

„Die Trott?" fragte Barner verwundert. „Davon habt Ihr mir ja noch 
gar nichts gesagt." 

„Es war daran auch nichts gelegen, und ich weiß überdies auch nicht, 
ob ich den Namen richtig gelesen habe.“ 

(.FortMtzuog folgt-) 


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9 tr. 3970 . 


Cilluftrirtc 3 c ' tun fl- 


129 


5ünfunbfteB3ig 

<Nn 3ubiläum im 


3 a f> r e 

!Bovliner 3<>o. 


3 o o l o g t f ^ e r 

! 53 on ^prcfeffor Dr. £. £)r<f. 


harten. 




^^er .Soologijche (Sorten in Berlin, (eit beflcn ©runbunq 
•</am 1. ■flufluft 75 ^3o|>rc ocrfloflcn fint*. tft unter ben 
beutfeben t>er älieftc. (Sr bat aber jahrzehntelang ein (ebi 
befebeibenes Bafein geführt. (oum eilte €ebfn$»ürbiqfei! )u 
nrnnen in ber ollen preufoifeben 'Xcfibenjftabt Berlin unb 
roeit überflügelt oon jüngeren €<h»fft<ranftalten in (>am- 
bürg, Bresben. granffurt a. 3R. unb (£öln. €eine (Ent- 
ftebung perbanft er lebten (Enbes feinem Geringeren als 
Bleranberv. frumbolbt, brr ben König griebricb ©ilbclm IV. 
für ben ©ebanfen %u ge- 
winnen roufetc unb baburd) 
er|t beit Bcfricbungen bes 
Dcrbienftoollen Berliner Na- 
tu rforlcbers unb Nfrifareilen- 
ben £>inri<b ßichtenftein jur 
Bcrmirflicbung ocrbalf (Es 
gelang, ben König zu be- 
«regen, ben bis babin als 
gafanrrir benutzten Xeii bes 
Amifd>en Berlin, (Ebarlotten* 
bürg unb SRoabit fid) aus« 
breite nben öffentlichen ©alb- 
parfs, genannt „lierflaten“, 
für bie $»ede eines goftfo* 
giften ©orten» berjugeben, 
unb zroar foftenlos in ber 
eigenartigen, im preufeifeben 
Staate nur noch einmal in 
bem gleichfalls im Xiergartcn 
gelegenen „ftrolls Xbeater“ 
toicberfcbrenben Ned>fsform 
ber 6uperfizies; aber nicht 
nur bas, fonbrrn aueb bie auf 
ber Bfaueninfel bei Botsbam 
als „Königlich* 9Renagerie" 
gehaltenen Xierc ju über* 
weifen unb fogar noch einen 
Barzufcbufj o on 25 OOOXalern 
Au gewähren. 6a tonnte 
Vicbtrnftein feinen Lieblings* 
rounfeb zur (Erfüllung bringen 
unb am 1. ftuguft 1844 ben 
..faologifcben ©arten bei 
■Berlin“ eröffnen. Seine Ber- 
bi enfte als ©rünber unb erfter 
Seiler ebrt ein gebübrenbes 
Denfmal im ©arten, bem am 
1. Üuguft 1894 bet ber geicr 
unferes 50jährigen Beftcbcns 
ein entfprrcbenbes für ben 
erften berofsmäfeigenBirefter 
Bobinus jugefügt mürbe. ©enigrr görberung als burch 
König griebricb ©ilbclm IV. unb feine Bebörbcn fanb bas 
Unternehmen — wohl infolge ber befebränften SUIgemein- 
Derbältniffc bes bamaligen Berlins — bei ber Beoölferung 
Iclber : Bon ben 500 Bftien )u 100 Xalcrn, bie man auflegtr, 
würben bis 1868 nicht einmal 200 6tüd untergebraebt. 
Unter biefen Umftänben unb mit biefen Nlittcln lieft fi<b 
natürlich nicht viel machen. 

■3Ran muhte frob fein, bafe 
ber König mit ben N6 3Ror- 
gen ©runb unb Bobcn auch 
bie Bauten ber früheren 
gafanerie über liefe. Bas 

gafanrnmeifterbaus bat ofs 
Beroaltungs- unb Bienfl- 
wobnungsgebäube bis (Ettbe 
porigen Aabrbunbcrts ge- 
ftanben; ich felber habe noch 
zwölf fahre barin gehäuft, 
lim bie fabrbunberttoenbe 
fiel auch erft bie alte ©a(b- 
febenfe, bis 1869 bie einzige 
Neftauration. BasalteXter- 
baus am ftonzeriplafe unb 
bas alte Affenhaus fteben 
aber beute noch, allerbings 
mehrfach umgeänbert für 
roecbfelnbc rSroedc, ‘ibenfe 
bie beiben Äaffen* unb'Bobn- 
bauschen an unferem (Ein- 
gang Xiergarien, beren Er- 
bauer fein ©eringerer toar 
als ber in ber illtberliner 
Baugefd)id)tc berühmte 
€trad. Bei Xierbeftanb war 
bc greif licbenoeife aud) lehr 
befefceiben: (Ein altes Ber- 
zcicfjnis oon 1H46 bat noch 
nicht einmal 100 Xierarten 
aufzuf übten! (Es toar aber 
boeb in jenen alten 3 r i* ( n 
manchmal lebon eine Gelten- 
beit barunter. gür bas be- 
endige Berlin, ebne alle 
öffentlichen Bcrfcbrsmittcl, 
toar es eine richtige w £anb« 
partie" nach bem goologi- 
fd>en ©arten, bie mit ben 
Stinbern bwhftcns einmal im 
fahre unternommen tourbe, 

unb im 'Jteoolutionsjabr 1848 betrugen bie cEinnabmen alles 
in allem nicht mehr als 6000 Xaler! 

Bas tourbe alles anbers im fahre 1869, als, toie in 
Borabnung bes groben Buffcbmungs Breufeen-Beutfcblanbs. 
ber 'Bacbfolger Vicbtenfteins in ber Oberleitung, her als 
(säugetierfoftematifei oerbiente Brofeflor Beters oon ber 
Berliner Unioerfität, mit oerftänbnisooller Unterftüfeung bes 
^inanjminifters oon ber eine grofee ü>leugefta|tung 

unternahm, fallt mürben 1000 Bftirn ju 100 Xalem binnen 
Atoei 3a bren begeben unb ein fachmännifeber, berufsmäfeiger 
Xiecgärtner in bem bisherigen Cciter bes Xölner ^oologifcben 
©artens, Dr. Bobinus, berufen, ber in feiner fünfzehn- 


jährigen ©irffamlcit (bis 1V%4) rmc ber befanntrften unb 
bclicbteftcn Berfönlichfcitrn her neuen Raifcrftabl Berlin 
tourbe. ©abrfebcinlicb angeregt bureb gcroiffe riaenarlige 
Xierbauten bes anttoerpener ©artens. ben Bobinus tu ben 
alljährlichen Xieroerfteigerungen regelmafeig befuchtc, toar 
man auf ben fehönen ©ebanfen gefommen, einen fünftlr- 
rifchen (Einflang zmijcfccn bem fremblänbifcbcn Xiere unb 
feiner Bebaujung im ^odogifchen ©arten babureb berju- 
(teilen, bafe man biefe Brbaulung im Bauftirlr bes öetmat- 


21 in Cimaonfl Oes .lodioaifdwn datlcns mi Berlin im fahre 1874. 2lad> nnrt triigenöffijdicn fachnuna aus ber Vrirüan T'lluiiruten .Intung" ron Vuhcrs. 


lanbes ihrer Bctoobner ausfubrte. £o entftanben insbejon- 
bere bas üntilopcnbaus als orientalifche iDIofcbcc unb bas 
(Elefanlenbaus als inbiföbf Bagobc. ■Jlucb ber Xicrbcftanb 
bob (ich unter ben oeränberten Berbältniffen rafcb, unb halb 
ftanb ber Berliner mit in ber erften 'Jiribc aller faatogifeben 
©arten; insbefonberr prächtige grofee 6<hautiere unb fÄönes 
©cflügel rühmten ibm bie Renner aller £dnber nach 


Romen im faol®fli|4)cn ©arten ju Berlin im fahre 1872. ;fath einer jeiwenp||i|Chen faubnun« aus brr VfcipAifln „OUuftrirlcn .ieilung“ pon Änul Cifroall. 


Bobinus ftarb ploßlicb im fahre 1884. gu feinem Nach- 
folger mürbe ber Leiter bes granffurtrr ©artens, Dr. 3)laf 
6cbmibt, gemäbit. nicht zum mrnigften toobl infolge bes 
groben 'JRufcs, ben er ficb als forgfältiger Bertoalter unb 
gebiegener ©irtfehafter extoorben batte. Bie äutteroirtfebaft 
insbeionberc. roie er fie in ^ranffurt ausgeftaltet batte, ift 
toobl heute noch für unfere .Soologifchen ©ärten mehr ober 
tpeniger mafegebenb. 6<bmibt follte ficb ber ebrcnpollen 
Berufung feiber nicht lange erfreuen Dürfen. 6^on 1888 
raffte ibn ein 6chIaganfaU babin, unb ich, ber fein Cebrling 
getoefen coar, mürbe fein Nachfolger, naebbem id) inzroifeben 
jmei fahre am (Eölner ©arten gemirft batte. 


Nun fiebelle id), tuic cinflmal» Bobinus, Pon (£öln nad> 
Berlin über unb mürbe cor bie höbe 'Aufgabe gcftcUt, bas 
(Erbe meiner beiben — jeher in feiner 31rt — ausgezeichneten 
Borganger zu oermalten unb auszugeftalten. Bas fuebte 
Ich beim Xicrbcftanb babureb zu erreichen, bafe ich bie Xier- 
fammlung grunbfättlicb auf (Säugetiere unb Bögel belchräntte. 
Bie menigen Neptilien unb Bmpbibirn aus ber bezeid)nenber* 
roeifc fogenannten „tcblangenftubc" gab ich an bas alte 
Aquarium Unter ben l'inben ab. bas ja für bielc faede 
ba mar, fefete aber bafür 
alles baran, bureb (Schaf- 
fung entfprcchenbcT Xäfig-, 
.■Sroinger* unb ©ehegreinnch* 
tungen nicht nur bie Brlen- 
Zahl bei gezeigten ۊugc- 
tiere unb Bögel unb bamit 
bie miffenfchafllicbe Bebeu- 
tung ber Xicrfammlung nach 
SRöglichfrit zu permebrrn. 
fonbern biefe ©ammlung 
auch örtlich im ©arten It> 
anzuorbnen unb fpftematifcb 
zufammcnzuftrllen, bafe Tie 
burch bie SWöglichfeit bes Ber- 
gleichs reihen- unb gruppen- 
roeife nebenrinanbrr oorge- 
fübrterBrten unb©attungen 
engerer unb toeiterer Ber- 
»anbfebaft wirtlich bclebrenb 
roirfen fonnte. 3 m fab re 
1914 batte ich es in birfent 
6inne hi» auf eine Xier- 
lammlung oon runb 1400 
Brten unb Abarten 6äuge- 
tiere unb Bögel gebraut, 
eine fahl bie toobl fclbft 
ben Bergleicb mit bem arten- 
reichften ©arten ber ©eit, 
bem Sonbpner, nicht mehr 
zu feheuen brauchte. Bie 
anberen Cänbex jpielen bei 
bem ftutturmerf, genannt 
3aologi|<her ©arten, abge- 
(eben oon ber ebreneollen 
Busnabme bes (leinen JDol- 
lanbs mit zmei bebeuienben 
©arten, nur eine geringe 
Nolle, bie geringfte gum** 
reich, namentlich angeftebts 
feines fclbftbeanfprudbten 
Nubnves als „TM* de 1» ei- 
vilinntion**. fah (onnte im fcaufe ber lefjlen breifeig fahre 
fo manche Brt z^iflfn. bie zum erftenmal lebenb eingefübrt 
ob_er gar überhaupt neu für bie ©ifjenfcbaft mar. Bie 
früheren fabTgänge brr „3lIujtTirten Rettung“ legen otelfach 
Zeugnis bafür ab burch häufig micbcrfebrenbe Zeichnungen 
oon unferen befanden Xiermalem Blufefcb, Äubnert, Baul 
Neumann mit erläuternben ’fluffäfeen oon mir. Solche Bus- 
geflaltung ber miffmfebaft- 
licben €eite bes ©anjen toar 
natürlich nicht möglich obne 
umfaffenbe unb burchgrei- 
fenbe bauliche Beränberun» 
gen unb Neuerungen. 

©an.z ins ©rofjc ging 
bie Neugeftaltung unferes 
©artens aber um bie fabt- 
bunbertroenbe. Ba toar es 
erft recht eint 2uft, im Ber- 
liner £oo zu (eben unb zu 
arbeiten! Ba tourbe es aber 
auch fo »«l bei Brbeit, bafe 
mir in unferem faufmänni- 
fchen Bireftor SDleifentr eine 
fbilfe zuteil rnerben mufete. 
6eit bem fahre 1900 mirfen 
mir einträchtig zufammrn als 
Borftanb unferes Bftienper- 
ritts. Burch mebrfathe Aus- 
gabe neuer aftien floffen 
reiche 9Rittel herein, unb es 
fonnte mit fbilfe »fiterer 
Baufünftier bem ©anzrn 
bie ^orm unb ber 3nbalt 
gegeben »erben, bie es heute 
befifet. Bic lefeten grofeen 
laten roaren bie Neftaura- 
tionsoergrö^erung unb bas 
neue Aquarium, in ©irflicb* 
(eit Aquarium. Xerrarium 
unb 3nfeftarium, an beffen 
6pihe Dr. {»tinrotb ftebt. 
Blillionenbauten allcrgröfe* 
ten etiles, bie ihresgleichen 
faum haben bürften , in 
Beutfchlanb flcher nicht! 

6o mären unfere fiei- 
ftungen aufs {>ö<hfte ge- 
ftiegen, aber auch unfere 
ginanzfraft aufs tufeerflc 
angefpannt. Ba brach ber 
©eltfrieg aus, unb feine folgen (amen unb fommen auch 
über unfere blübenbe gern einnü feige Bnftalt. ©ic mir biefe 
golgen überfteben »erben, (äfet ficb noch nicht überleben; 
bafe mir fie überfteben »erben, baran möchte ich abeT, 
»enigftens vorläufig, noch nicht z»eif‘(n. 6o(Itc man aller- 
bings in ber Sufunft mit gerabezu oeroielfachten fabres- 
ausgaben für Söhne unb ©ebäiter rechnen muffen, ohne 
bie Xagescinnabmcn entfprcchcnb erhöben zu fönntn, fo 
tocTben rein gemeinnüfeige 'flnftalten, toie bie ftoologifcben 
©ärten, bie fomiefo fchon immer um ihre (Ejiftenz zu 
fampfen hatten, auch nur halbmegs fclbftänbig faum »citcr- 
befteben (önnen. 


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'S'amenbilbms. ?tacb ein«m öiemälbc oon "Vrofeftor ttaspar Witter. 

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9tr. 3970. 


Dlluftrirtc 3 citung. 


'X'ic jrocicrici 
301 cnfcf)cn. 

i&ßc PO" ^ans^aufr. 

I Is eine ‘Dame nacb ba 
onbftn Aum Xanftcnbc 
brn groben epirgrl 
Ale un6 bir $rifur **»• 
st bog unb Heb auf £oi- 
emängcl begudtc. bie 
rren aber unanbefebm 
bas ^pirljimmcr tön- 
ten. lächelte ber fRefe- 
ibdt btn primitib-monu- 
nlalcn ©ab heraus. ba& 
eben bod) \roficrki 
enfeben gebe : SRdnncr 
b grauen. 

JjDas fd>cint mir ober- 
d>lid>," bemängelte bet 
inficr, „nur nacb tiefem 
ft er lieben ju roerten. 
ollen mix nid)! lieber 

tnnlidje unb a>eib(id)e 
enjefecn unierfdmben unb 
s ftennmal bet 3Wnnn- 
tfeit unb •Jftciblictfcit 

bt Io (ebr bas rein 9tatür- 
)-<5>c|djlccbtIi(bf als cicl- 
bT bas n>eid>ere ober 
rtcre ISmpfinbcn (ein 

Jen?" 

-Huf welcher ©runblage 
in bei einiger Vertiefung 
bem ‘D’lrlullat fommc. 

ft in ©emüts- unb Ver- 
nbcsmenfdjen )u jetlegcn 
— bie cinjig berechtigte 
ennung, wie er meinen 
kbte, glaubte ber Kom- 

inalpolitifer bemerfen au müflcn. roarb aber Dom flrit 
riibtiflt. bat lebiglidb bas gcfunbbeitlitbc Moment als 
.'unblage bei ganjen geiftigen unb torperlidjen tkifalfung 


'öabdeben an ber Slbe in Drtsbcn: (ilefanten bes Sirius «sarrafoni nehmen ein 99ab. 

3lad) einer 3ri<bni»ng non 'iVrmo l'ieb|<hct 

eines eine grünblidje 6<beibung ber OTenfcben au bewirten 
geeignet fei unb er in ©ejunbe unb Rranfe barum gliebere. 

Voffa! 


„ÄaAaerimpe!.*' wehrte 
ber f'fonomicral ab: W ^M- 
fimiften unb Cptiimftcn 
gibt es. tüer liegt ber 
$af* im Cb 

einer bei allem mies 
nuxfct ober benft ©c|d>afl1 
ipirb s boefc'. bos macbt's 
aus ' Was anbres ift flirte- 
Ions!" 

dn t>opp-bppp-2nfn|d>fn 
unb (olcbe oen ber Cie- 
petöte au (palten, fei bas 
ein, Ai« ^abre. lieg fid» ba 
einer bören. ber SBebe- 
(inb gelefen batte unb bie* 
les berocifcn trollte, aber 
ein Tunlelbaariger warf 
ein Soeben baatoifeben unb 
rerrrarf bas alles unb 
trumpfte fcfel icfjl icb heraus, 
bafj cs Vürgcrlicbe unb 
UTolftarier gebe. 
nicht fo unterfcbeibe — 
nun. bem wolle er nid)t 
bellen — aber, mit Ver- 
laub!. ber fönnr überhaupt 
nid)t unterfibeiben. 

tfin Leutnant trieber be- 
tonte, bah .Amifcbcn $ici- 
liftrn unb SKililärt — ein- 
mal gefonbert worben fei. 
unb — fenfte bas fcaupt. 
wohingegen ein Violin- 
oirtups nur t>on Stoila- 
fennern unb Sroifanubi- 
fennein etwas wiflen 
roolllr, bis brr ^Ipotbefrr 
feftftrllte. baft man ja ein- 
mütig ber ■Jtnficbt fei, bab 
bie äJtcnlchcn in gwei 
Jeile aerfielen — fftarum 
trolle man ba no6 bas Irennenbe betonen? 

Ta fagte man einhellig: „ Eigentlich, jo!" — unb lieh bie 
Karlen freifen. 


®nt>e t»f* ccbatnondlm Ifil». 


per&t?i>ri<mun£>tt>affer * SaMeffen 
per(to&ro( * 3o^tif>uft>er 
perf^&rot * 3äti npaffa 
perljt?&rof * 3J?uni>ttaffer 

Öir befannten 3 #«ale örr Jahn, unb ZDiunDpfltgc. 
JcDcrmann auf Pa« ZSärmftr ju empfehlen. 

Ju buben In SMpotkelm, Oragcritn u. Parfümerien. 

Brettel & Go. SÄS: Äö(n a.!H&. 


ft 

0u X Beine 


Beinkarrektionsapparat 




Eleklr. Staubsaugemaschine 
„Waku“ 

Vorzüglich bewährt. 

An jede Lichtleitung anzulchlieflan 

Mitteldeutsche Industrie-Geseilsch. 
>u Chemnitz t, mum » 

Platz v«rtr«t«r gesucht. 


laatttat nt V(r|lif«ig t aitinii V*t 
kiitnit M«|tlluf1tr («tiekttfiraii. 

I>mu«TTi.i«f Erfüllt auch bet Selbai- 
twhancllung. Verlang Hie Fraapehl. 

frai lirg. Laia. ■iKk» l.lltaiatr.l. 


lecfrtenleiden 

| Irihauna Ourd) bcuild-c» ^Uicbtpa 
•ptolprfl aralis 

*r 


ijniulQnal brrdtl. 
U ft, ttjpuynrrlirofcr 9 


Apparat hallt nicht nur br> fünf., 
aon<i. auch bei lll-rrn f’munrn un- 
»n je/raonle (O-u. X-) Beutr ohne 
Zrilvmnoifi Brrufutür b. atdiwrul. 
Erfolg, tr/tllrh Im auch. D-Apj. 
wird vor d. Schlafe eigenhändig angel- 
wirkl auf d. KnodienpuhpUnx u. 
Kaoduairllrn, »odatl d Beine nadi u. 
na<tl gerade wert!. Cirwidil e*. I* - kv- 
Verlangen Sie geg, Emaerxl. V. I M.. 
welche b. Beatellg, gut geadir, wird, 
um. wivaenMtiaftl -anatom. Bruaehürr, 

die Sie üliemeugt, BeMflil. ». heilen 

WitMaKSittl. irttii V-ruat ..Outit", 
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132 


3l[uftrirte 3eitung. 



NICOIAU 5 3 AML 


Allgemeine Stotiaen. 

Sin Allgemeiner Stubenientag beutfdjer £>ociyfd)ulcn foll 
nod) in biefem 6ommer ftattfinben. Die ©orbereitungen ju btr 
Tagung finb Don ber©erlincr 6tubcntenfd>aft getroffen roorben. 
Die 6t«bicTenbcn hoffen. bafj ibnen hie Tagung ben geroerf- 
jcboftlicbcn 3»>lammcnfcf)lufo bringen n>irt>. Die Tagesorbnung 
enthält folgende fünfte: Organifierung her ©tubentenfd)afl, 
hauptamtliche Anftellung pon ©tubentenfetr Clären an jeher 
hocbfcbulr , ^eftlegunfl ber SDlinbeftforberungen für bas 6tu- 
bentenreebt . Schaffung eon allgemein gültigen ftubentifeben 
Sbunorbnungen an jeher beutfeben $od)|<bule,UnfallDerfid)eiung, 
Umroanblung Don ©tipenbien, 6tiftungen, gieitifcben zugunften 
oon allgemeinen Stubenteneimridjtungen, toie Stubentenbeunc, 
Gpcifconftalten, ©uifen, Leihbüchereien n. a., Bobnungsfrage, 
itaatsbürgcrlicbe Ausbilbung ber 6tubentcn, Auslänberjrage. 
t'ocbfcbulrcform, ©rünbung eines allgemeinen StubcntcnardÜDs, 
Stubententag unb ©reffe. 2115 Tagungsort ift 3ena ober Bürz- 
bürg in Ausficbt genommen. 

Zagung bes Zeuthen Äriegsmirtfdjaf tsmufeums in fieipjig. 

3um erftenmal traten nad) ber im Januar b. ft. erfolgten ©e* 
nebmigunfl ber Satzung bes Deutfdjen ftricflsiDirtifbaftsrnuieums 
bie in ihr oorgefebenen offiziellen Organe (©orftanb, Arbeits- 
ausfebufj unb ©enpaltung&rat) in ben Räumen ber leipziger 
hanbclsfammet zu einer Sibung zufammen. :>lad> ben gefaxten 
©efcblüffen roerben bie Arbeiten bes SRufeums in ber näcbften 
3u fünft barin befteben, oor allem bie Sammelarbeit in ber 
Abteilung ä,Tiegstoirtfd>aft balbmöglicbft abjurunben unb ab- 
jufcb lieben, bas oorbanbene SWatcrial ber pcrftbiebenen Birt- 
febaftsgebiete unter ftrengcr Trennung bes roefen Hieben oom 
untoejen fliehen grünblicb burch^u arbeiten unb bie einzelnen Ab- 
teilungen burd) 3ufammenfaffung ber einzelnen ©egenftänbe 
ZU einbeitlieben ©ruppen unter einheitliche* ftbee mit Dotier 
Bohrung ibres roif|enfcbaftlid)en Bertes in einer ber Allge- 
meinbeit Derftänblidicn, oolfslümlicben gönn aufjubaucn. ferner 
lollen baneben auch bie Arbeiten für bas fpätere allgemeine 


"Biitfcbaftsmufeum in Angriff genommen roerben. 3n ben 
Arbeitsausfcbuf}, ber biefe Arbeiten in erfter Linie leiten unb 
bur<bfüb«n foll, mürben gewählt: Oberbiirgermeifter a, D, 
I)r. Dittricb, ©rofefler Dr. ©oble, Dr. Badjlei, Dr. ftöbler, 
©eneralbireftor SWattar, Direltor'öolre. Obermeifter Xbalbeim, 
Dr. ffuTt Äöbler unb ftuflizrat Dr. Benbtlanb; als weitere 3Wit- 
fllieber rourben 'Vertreter ber £anbroirt|cbaft, ber Arbeiterlhaft, 
ber Angeftelllen unb bei grelle fotoie anberer beteiligter ft'reile in 
'Ausficht genommen. Auf bie btiben im Dcrgangenenftabreerlaf- 
fenen^PTeisausfdjr eiben finb insgefamtzroöll Arbeiten et ngegangen. 
€ic unteilicgcn jurjeit ber Prüfung bes ©msriebterlollegiums. 

Die ttntwurfs« unb Stobellniejfe in Leipzig, bie in 23er- 
binbung mit ber biesjäbrigen grübjabrs-AJtuftermeffc erftmalig 
als ©erfud) ftatifanb, foll nod) weiter ausgebaut werben. Die 
näcbftc (Entwurfs- unb ^ZRohclIntefTc toirb zur €>rrbft*jERuftrrmrfle 
(oom 31. Augufl bis zum t>.©eptc.nbcr b. ft.) im geftfaal unb auf 
ber Diele bes neuen Aatbaufes abgehalten toerben. Die aus- 
zuftcllenben ©egenftänbe unicrliegen ber ©cuTtcilung bureb 
eine zentrale fturp in Leipzig, künftig erfolgt bie Prüfung 
burd) örtliche Aufnabmeausfebüffe in ben einzelnen ftunftzentren 
Deutfcblanbs. fiolgenbe Stünfllci baben ficb bisher bereit er- 
Hart, ficb als ftuToren *u betätigen: ©Tofeffer ©eter ©ebrens, 
ftcubabel&berg bei '©erlin; ©rofeffor ©runo ©auf, ©crlin; 
©rofeffor St ©rofj, Dresben; ©rofeffor ©lenztl, Dresben; 
(£rid> ©rUncT, Ccipjig; ©labtbaurat ©übring, ßcipjig; ©rofeffor 
©ernbarb ©anfol, Stuttgart; ©rofeffor Abrlbcrt ^liemcoer, 
3Ründ>en; ©rofeffor Aidjarb Aiemerfcbmib, ©aftng b.aitiincbcn ; 
©rofeffor ©ropius.ASeimar. DieouszufteUcnben (Snttoürfe muffen 
fpäteftens am 16. Auguft beim äNrfjamt in füeipzifl eingeben. 

Jür bas beutfdje Äunftgemerbe. 3nt fiabxc 1922 wollen 
bie uns fein blieben Staaten ftunftgcrocrbeausftcllungcn ocran- 
ftalten unter Ausldtlufi ber SDlitte Imäcbtc! Die eine foll 
eine SBeltausflellung merben (in Detroit), bie anbere in ©ans 
ftatlfinben. (intbaltcn toir uns jebes Abortes über ben grotesten 
©ebanfen, biejenigen l'änber ausaulcbliefetn , benen bie A5ell 
überhaupt erft ein neues Runftgetoerbe zu oerbanfen bat! Sorgen 


toir aber mit aller Energie bafür, bafe fofort '^orbjrctongeafii 
eitle beutfebe unb beut|d>-öfterreid>if<fc* StuBflgetpet^ 
ausflellung, aleiehfalls für bas \9Z~, getiflfl«« 

Dazu bietet DerriDofrat Alejanbcr ftoeb. l^eraasgebn bn 
„Deutfcfeen Äunft unb Deforation" in Darm flo ht fat fein« 
Aufruf bic $<mb/ ber allen 3ntere|fentcn pon qcnoimfem hem 
auf ©erlangen zur Verfügung liebt. 

Steuer „£gfa a -©rofpcft. Dafe „Agfa" noch immer 6« 
Sombol für fieiftungsfäbigfeit, gupertäffigteit unb ©altharfrü ü. 
beroeift ber uns ooifiegenbe ©rofpeft, ben bic ActietAtfrllfebsi: 
für Anilin -Sabrifation, ©erlin SO. 36. neuer bi^g» ibet An 
renommierten w Agfa"-©boto-Artifcl burd) bie pbPlogiflpbWn 
Öanblungen foftenlos »erbreitet. Die barin cntbOllnieTi du 
aebten aus ber jün^ften ©ergangenbeit laffen mit aller «puBkbens 
werten Deutlicbfcit erfennen, bafe bieles r3abritat pnler bc 
isimpitfungen unb Äolgen bes Krieges feine ^ inbufee 00 Oualitc 
erlitten but, fonbern in belannter ©üte auf ben AB o dt hmm: 
■ffias bas bebeutet, tann mobl nur berjenige feinem mabrr 
'Berte nach »ürbigen, ber »eifc, mit toelcbcn 04>®ierig!rüe 
cs oerbunben ift. beute Aobmaterialien in leiblich btanuhbatr 
©efebaffenbeit bei nennensroerten 3Rengtn beranzufchaflen. m 
toas baju gehört, einen fo fompliziertcn ©etrieb Dom Umfm 
ber „Agfa"- Berte in cintoanbfrcicr Art funttionierm 
Benn man bies bfTÜdficbtiflt unb bie getpaltigen ©retsfteige 
rungen fämtlicber Ausgangsmaterialien fotoie bic enormen 
erböbungen bei tccfcntlicb oerringertcr Arbeitszeit uftr in ©e 
tradjt zieht. |o half man ficb füglich über bie in ber Dnirffafc 
Dcrccicbncten, berjeit gültigen ^abenpreife rounbern, bie j»ci 
gegenüber ber griebenszcit eine beträchtliche Autrpärtsbciocgtr 
zeigen, im ©ergleicb au bfT ©reisbemeffung faft aller fonftiga i 
Baren aber als burdbrorg bcfcheiben bezeichnet roerben muffen I 
Bir glauben übrigens, 3nlercffcnten anratrn zu feilen, ficb la | 
jeftt im 201. bis 220. Xaufenb erfebienene w Agfa"-©boto-!Danb 
buch zu bcfchafen, bas bei 130 €eiten Tcrt unb jablrcicicr 
©ilbern zum ©reife Don SRI. 1.20 in ben ©boto-hanblungc 
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AUS WISSENSCHAFT UND TECH 


N 1 K 


Das TaylorTyftem. Die gegenwärtigen Arbeitende rhältnifle haben fclbft in den 
Kreifen, die dem Taylorfyftcm bisher völlig ablehnend gegenüberftanden. Veritändnis für 
diefe neuartige Arbeitsform hervorgerufen. Taylor ging von dem Gedanken aus, daß 
bei dem modernen Fabrikhetrieb, wo jeder Arbeiter immer nur eine ganz bcltimmtc Teil» 
Verrichtung in dem gefamten Arbeitsprozeß auszuführen hat, das Intercße an der Arbeit 
nur ein geringes wäre; cs fei dem Arbeiter ganz gleichgültig, wie die Arbeit ausfalic, ob 
er viel oder wenig teilte: wenn er nur feinen Lohn erhalte. Der Arbeiter habe fogar 
ein Intcrcllc daran, nicht zu rafch, nicht zu viel zu fchaffen, weil er fonft befürchten m Lilie, 
daß der Stücklohn hcrabgefetzt würde. Taylor fah, wieviel wertvolle Arbeitskraft hier 
brachliege und bcfTcr genutzt werden könne, und er legte (Ich die Frage vor 1 , wie dem 
abzuhelfen fei. Zunäcnft mußte man den Arbeiter durch befondere Prämien oder durch 
irgendwelche anderen Mittel dazu bringen, die Arbeitslei ftung zu erhöhen, dann aber — 
und das war der wefentlichere Teil der Aufgabe — mußte die Arbeitsweife der Mafchinen 
und Mcnfchcn fo gcftaltct werden, daß der Nutzeffekt ein möglichft großer war, dabei 
aber Arbeitnehmer und Arbeitgeber beide vollauf durch das Ergebnis Befriedigt würden. 
Taylor fah ein, daß cs nur einen Weg zur Löfung diefer Frage gäbe: eine eingehende 
wiffenfchaftliche Analyfe jeder einzelnen, zur Arbeit erforderlichen Verrichtung, jeder 
Mafchinc, jedes Werkzeugs, jeder Verrichtung; auf Grund diefer Kenntnis können dann 
die beftgeeigneten^ Mittel für jeden Arbeitsprozeß zufammengeftellt und die Arbeiter an» 

f ;eleitct werden, lieh ihrer zu bedienen; gleichzeitig aber muffen für jede Arbeit die 
eelifch und körperlich am heften geeigneten Menfchen forgfältig ausgewählt werden, 
und jeder muß nach feinen Kräften Verwendung finden. Auf Grund diefer Studien foll 
jeder Arbeiter für jeden Tag ein ganz beftimmtes Arbeitspenfum vorgefchrieben erhalten 
und dazu durch ein geeignetes Lonnverfahren an der Erreichung, eventuell Ubcrfchreitung 
feiner Aufgabe intcrcilicrt werden. Alle diefe Aufgaben lallen [ich aber nur durchführen, 
wenn der Arbeitsprozeß organifiert wird, und fo ging Taylor daran, alle einzelnen vor« 
kommenden Verrichtungen genau zu prüfen, zu regeln, zu fehemaiifieren und jeden 
einzelnen Vorgang fchriftlich fcftzulcgen. Jeder Arbeiter bekommt nun eine genaue An» 
weifung. wie er leine Aufgabe zu erfüllen hat, die er jetzt mit dem seringltmöglichen 
Aufwand an Zeit und Kraft durchführen kann. Diefe Organifation , die Regelung des 
ganzen Arbeitsprozeßes, erfordert eine ungeheuere Denkarbeit, die aber von der mccha» 
nifchen Arbeit der Ausführung fcharf getrennt ift. Mit jeder Fabrik ift vielmehr ein 
Arbcitsburcau verbunden, in dem die Methoden ausgearbeitet und die Anweifungen 
herceftellt werden; hier erhält jeder Arbeiter am Morgen oder nach Erledigung einer 
Aufgabe die neue Arbeit zugleich mit der Anleitung zugetcilt. Die Arbeit ift lo geregelt, 
daß jede Mafchine dauernd in Benutzung ift. daß aber nie ein Arbeiter auf den anderen 
warten muß und Zeit verliert. Die Werkzeuge werden nach Benutzung von anderen 
Arbeitern gereinigt und wieder an ihren Platz neforgt. fo daß der einzelne Arbeiter [ich 
um diefe Verrichtungen nicht zu kümmern hat. Bei jeder Arbeitszuteilung wird ihm 
die Zeit angegeben, in der er die Arbeit leiften kann. Hält er diefe Zeit inne, oder ift 
er früher fertig, dann bekommt er einen entsprechenden Lohnzufchlag. Das Wcfcntlichc 
des Taylorfyftems ilt alfo die vollkommene örganifierung des Arbeitsprozeßes und die 
Entlohnung der Arbeiter, die lieh nach ihrer Lciftune richtet. Es nutzt alle Kräfte, die 
des Menfcncn wie der Mafchine, voll aus und erhöht fo die Rentabilität eines Unter» 
nehmens. Der hauptfächlichfte Nachteil, der ihm anhaftet und ihm immer wieder zum 
Vorwurf gemacht worden ift. ift der, daß es eine allzu fcharfe Trennung vollzieht zwifchen 
geiftiger und rein mcchanifchcr Tätigkeit; dadurch Itumpft es den Mcnfchcn ab und 
drückt ihn zur Mafchine herab. Andcrcrfeits aber bietet es den griffig höher (teilenden 
Arbeitern die Möglichkeit, eine mehr geiftige und organifatonfehe Belchäftigung in den 
Arbeitsbureaus zu finden; es ftrebt auf eine gerechtere Entlohnung hin und fucht den 
Arbeiter mehr an feiner Arbeit zu intereflieren. So kommt doch auch wieder der Geilt 
zu feinem Recht. Dr. Erich Stern. 

Einjubiläum der Spi n nmafchine. Das Spinntn gehör« iu den alterten 
handwerklichen Verrichtungen der Mcnfchhcit; feiten läßt Geh der Vorgang der „Mcchani» 
Gerung" fo klar verfolgen wie hier. Die aus Holz hcrgeftellten älteften Spindeln trugen 
Schwungringc oder Scnwungfchciben aus Ton. Stein oder Knochen; der erfte Fortfchritt 
von diefem „Spinnen mit der Hand“, das in den voreefchichtlichen Zeitaltern üblich 
war, bildete der aus dem Orient ftammende Vcrfuch, die Spindel mittels einer Schnur 
von einem Rad aus in Drehung zu verfetzen. Diefes Handrad wird im Abendlande zu 
dem uns geläufigen Spinnrad wcitcrgcbildct: um 1480 taucht diefes in dem Hausbuchc einer 
füddeutfehen Familie Waldburg auf. Das größte Ingenieurgenie aller Zeiten. Leonardo 
da Vinci, der, wie fein erfter Biograph Vafari Tagte, ..auch ein großer Maler war", hat um 
1 500 eine Spinnvorrichtung konltruiert, aus der unzweifelhaft hervorgeht, daß Flügel und 
Spule damals bekannt waren; er brachte fogar einen Garnvcrtcilcr an. der in genau der« 
fclben Weife 1794 in England wieder erfunden wurde, nachdem die Leonardofche Idee 
mit der übrigen Fülle feiner tcchnifchcn Vorltcllungcn und Plane völlig in VcrgclTenheit 
geraten war. Deshalb ift die oft zitierte Nachricht falfch, daß der Braunlchwciger 
„Bürger und kunltreichc Steinmetzer und Bildfchnitzer Jürgen" die Spinnräder „erdacht 
habe im Jahre 1530"; diefe Überlieferung kann, höchitcns für das Braunfehweiger Land 
gelten. Wann dann aber an Stelle des von einer Handkurbel bewegten Rades die Tret» 
Vorrichtung aufkommt, ift noch nicht fcftgcltcllt; nicht ausgefchlollen ift, daß dies in 
England der Fall war. Der Übergang zur rein mafchincllen Tätigkeit beftand nun darin, 
daß der Antrieb durch Hand» oder Fußbewegung (fpätcr auch das Ausziehen der Spinn» 
fafern durch die Hand) durch die Mafchine Telbft gefchah. Auch hier hatte der wahrhaft 
uncrfchopflichc Leonardo die Wege gewiefen; der römifchc Ingenieur Giovanni Branca 
hat 1629 in feinem umfaiTenden werke „La Machine*' eine mit WaiTerkraft angetriebene 
Spinnmafchinc bcfchricbcn. Die Vollendung des Apparates aber war cngtifchcn Ingenieuren 
Vorbehalten: J. Wyatt hat 1738 verflicht, aas Ausziehen der Spinnfäden durch geriefte 
Walzen ftatt durch die Hand der Spinnerin zu erzielen, und vor 150 Jahren, am 3. Juli 1769, 
erhielt Richard Arkwright (1732 bis 1792) das Patent für eine mit WaiTerkraft getriebene 
Spinnmafchinc, die unabhängig von dem erwähnten Brancafchcn Gedanken nunmehr 
der Spinninduftrie den größten Au ffchwung ermöglichte. An Stelle der Handarbeit war 
die Ausnutzung und Verwertung einer Naturkraft getreten: der Weg zur Induftrialiücrung 
des Spinnens war gegeben; die mechanifche Spinnerei wurde — Ipäter unter Benutzung 
der Dampfkraft, aber mit Beibehaltung dcrfclbcn konftruktiven Eigentümlichkeiten und 
Grundlagen der Mafchine — ein wichtigfter Erwerbszweig für ganze Bevölkern ngsklaffen 
aller Erdteile. Paul Alfred McTbacn«Bcrlin. 

Tierifche Erreger von Krebserkrankungen. Das Karzinom, eine 
bösartige, (tändig weiter um (ich greifende und gelegentlich fern vom Entftchungsort neu 
auftretende Wucherung von „Epithelien“, zeitigen Häuten oder Wänden des Körpers, kann 
allerdings nach heutigem Stanae der Forfchung vcrfchicdcnartige Urfachcn haben, wie 
denn der Schornftcinfcgcr», Anilinarbeiter« und Paraffinarbeiterkrebs wohl fichcr auf von 
außen in den Körper cindringenden Stoffen beruht, während man für andere Fälle 


irgendwelche chcmifchc, mechanifche oder auch thermifchc Reizung wenigftens mit Wahr» 
fcheinlichkeit als Urfache betrachten kann. Bei alledem ift aber auch die Frage nach 
tierifchen Erregern des Krcbfcs nicht erledigt, nur kann man heute nicht mehr gut winzig 
kleine Einzeller als folchc Erreger betrachten, fchr wohl aber kommt man immer mehr 
auf gewiffe immerhin mikrolkopifch kleine Eadcnwürmcr als mögliche Urfache mancher 
Krcbslcidcn. Da zu den Fadcnwürmcm auch die Trichine gehört, wird feheinbar fogar 
die fchon um 1864 und etwas fpätcr einige Male geäußerte Vermutung geftützt, Trichinen 
hätten beim Mcnfchcn Brultkarzinome, die lieh in ihrer Nähe befanden, veranlaßt ln 
diefen Fällen möcen aber doch das Wurm» und Krebsleiden nur zufällig zufatnmen» 
getroffen fein, während indeffen teils bei Ratten und Mäufen, teib bei Frölchen Faden» 
würmer verfchiedener anderweitiger Arten tatfächlich jene Veränderungen und Wucherungen 
teils an inneren Geweben, mithin als fogenanntc Sarkome oder Ftcilchgefch wülftc, teils an 
Epithelien als echte Krebfe, teils als noch anderweitige Gefchwülfte nachweislich hervor» 
gerufen haben. Hierüber liegen etwa feit 1906, lodann namentlich feit 1914 einige 
Untcrfuchungen vor, und eine foeben erlchienene umfangreiche Arbeit von Kopfch be» 
zeugt cs aufs neue und mit Gewißheit für den Frofch im Falle feiner Infektion mit 
einem in Regenwürmern lebenden Fadenwurm. Rhabditis pellio, der mit gefrefleneo 
Regenwürmern zunächft in den Magen des Frofchcs gelangt Von hier dringt der Wurm 
in den Körper des Frofchcs weiter vor. wird zwar vom Frofchgewebe vorübergehend 
cineckapfclt, doch die Kapfcl fclbft hält nicht dauernd ftand, vielmehr werden ihre 
Zellen zu wuchernden und lieh weit ausbreilenden Sarkomen; gleichzeitig treten in vet» 
fehiedenen Teilen des Frofchkörpcrs Epithclumwandlungcn und auch »Wucherungen, 
alfo echte Krebsbildungen auf. Da dies auch fern von dem Fadenwurm gefchchcn kann, 
obfehon die Umänderungen unbedingt unmittelbar an ihm beginnen, und andcrcrfriti 
gerade in der Darmwand cs trotz mannigfacher von dem Geh bewegenden Wu rm vcranlaßtcf 
Epithel Verlagerungen nur zu kleinen, gutartigen Gefch wülftcn kommt, dürfte die Wirkung 
nicht auf einem durch den Wurm übertragenen tierifchen Erreger beruhen, fondem aut 
den von dem Wurm fclbft abgcfchicdcnen Stoffen. Prof. Dr.V. Franz. Jena. 

Vererbung und Züchtung. Im Jahre 1865 übergab Grceor Mendel. Abt 
eines Kloftcrs zu Brünn, der Öffentlichkeit Ergebniffc von Vcrcrbungsforfchungen. die 
er jahrelang an Erblcnforten betrieben hatte. Es ift kein Lob für die Forfchcr jener 
Zeit, daß fie an diefen Entdeckungen verftändnislos vom bergegangen Gnd. Man tagt 
wohl: „Die Zeit war dafür nicht reif" — eine lahme Entfchuldigung, denn es war keine 
hohe, fchwerveritandliche Sache, wie etwa die Kantfche Philofopnie; es war und ift heute 
das Einmaleins der Vererbungslehre. Erft um die Jahrhundertwende, 35 Jahre fpäter, 
wurde diele ihre Bedeutung erkannt: Die elterlichen Anlagen vereinen fien. mehr oder 
weniger zutage tretend, in den Kindern; in der Enkclgencration aber fpaltcn die Erb» 
»lagen wieder auseinander, lie „mendeln". und zwar im allgemeinen unabhängig von» 
einander. Das ift von höchftcr Bedeutung für die ganze Tier» und Pflanzcnsüchtung 

{ eworden. die lieh mehr und mehr auf wiffenfchaftlicher Grundlage aufbaut. Ein Beu 
pici möge den Grundfatz und feinen praktischen Wert erläutern: Zwei Weizenforten, 
eine roltteft (Roft « die bekannte GetTeidckrankheit), aber ertragsarm. die andere rolt» 
anfällig, aber ertragreich, geben, miteinander gekreuzt, in der Enkclgencration viererlei 
Stämme: 1. roftfeit und ertragsreich, 2. roftfeit und ertragsarm. 3. roftan fällig und er» 
tragsreich. 4. roftanfällig und ertragsarm. Man Geht: Stamm 2 und 3 gleichen je einer 
Eltcrpllanzc, 1 vereinigt die guten. 4 die fchlcchtcn Eigcnfchaften beider Eltern. Der 
Züchter wählt natürlich Stamm 1 zur Weiterzucht aus und verzichtet auf 2. 3. 4. - 
Wegen der ungeheuren Bedeutung in Theorie und Praxis ift feither in allen Kulturländern 
viel auf diefem Gebiete gearbeitet worden. Es hat Geh immer wieder gezeigt, daß die 
Spaltungsrcgel durchaus hcrrfchcnd ift; nur gibt es Fälle, die naturgemäß außerhalb der» 
fclbcn liegen, und es gibt andere Fälle, die derart verwickelt find, daß es mühfamer 
Arbeit bedarf, das Grundgcfctz. die Spaltungsrcgcl. hcrausxuflhalcn. Daß die Erbanlagen 
unabhängig voneinander mendeln. gilt z. B. nicht überall; es kommt vor. daß zwei An» 
lagen miteinander gekoppelt Gnd. alfo nur vereint oder gar nicht ln di« Erfchcinung 
treten, während andererleits zwei Erbanlagen einander gegenfeitig ausfchließen können 
oder eine Anlage das in einer anderen gegebene Merkmal unterdrücken kann, was aber 
nicht hindert, daß es in fpäterer Generation zutage tritt. Dr. Hugo Fifchet 

Die Wafchbarkcit von Papicrgewcbt. Wie man im Anfang über die 
Wafchbarkeit der Papiergewebe dachte, geht am heften am den Gefchichten hervor, die 
man fich feinerzeit über die Erlebniffc beim Wafchcn von Papicrgcwtbc nur allzugern 
erzählt hat. Wenn jene Erzählungen von dem zu Brei zerkochten Papierbettuch und 
dergleichen auch ftark übertrieben waren, fo lag ihnen doch ein wahrer Kern zugrunde 
Di« erlten Papiergew«be waren aus fchlechtem Garn hergeftellt. auch glaubte die Haus» 
frau, dicfclbcn in der Wafchc genau fo fcharf und rückfichtslos behandeln zu können, 
wie cs meift mit den bisherigen Wäfcheftückcn gefchehen war. In zwifchen hat cinerfeits 
die Hausfrau gelernt, die Papiergewebe ihrer Eigenart entfprechend zu behandeln. Die 
Geüchtspimkte, die Ge hierbei zu beachten hat. Gnd die folgenden: Lafle die Wafchc 
nicht kochen, fondem wafchc mit heißem Waflcr. benutze Bürfte und Sch euer brett und 
vermeide Handwafchmafchincn, vermeide faurchaltige Wafchmittcl, vermeide jedes Stampfen 
mit Stöcken ufw. fowie jede andere ftoßweife Behandlung der Wäfche. Spüle das Get 
wafchenc mit warmem und dann mit kaltem Waflcr, vermeide jedes Ausringen, fondern 
drücke das Gefpülte aus. wobei man (ich der Wrtngmafchine oder ähnlicher Mittel bo 
dienen kann; hierbei muß möglichst jede Faltenbildung im Stoff vermieden werden. Das 
Gcwafchene ift langfam zu trocknen und in naflem Zuftand nicht allzufehr zu fpannen. 
Beim Mangeln und Plätten roülTcn fcharfe Brüche oder Falten vermieden werden. Wenn 
lie hiernach verfährt, wird die Hausfrau feftftellen können, daß Papiergewebe lange nicht 
den fchlcchtcn Ruf verdienen, den Gc haben. Andcrcrfeits, und das ift das Wkhtigfte, 
hat man gelernt. Papiergarne hcrzuftellen. die auch im vollkommen näßen Zuftand noch 
gegen drei Viertel der Heftigkeit des trockenen Garnes befitzen. Diefer Erfolg wird er» 
reicht, wenn man die Game mit dem fogenannten optimalen Drall herftellt, durch den 
lie ihre höchltc Naßfcftigkcit erlangen. Welche Wafchfcftigkcit Gewebe aus folchcm Papier» 

! ;arn bcGtzen, geht ausVerfuchen hervor, die das Deutlche Forfehungsinftitut für Textil» 
toffe zu Karlsruhe angcftcllt hat. In einer Großdampfwafchanftalt wurden Papierhand» 
tuchcr fünfzigmal und mehr ohne irgendwelche Befchädigung gcwafchen. Hierbei ilt zu 
betonen, daß die Gcwcbcftückc auch jedesmal einige Minuten gekocht wurden, und daß 
Ge nach jeder Wäfche einen weicheren Griff erhielten, fo daß diefe Papierhandtücher 
auch zum Abtrocknen eines empfindlichen Geflehtes gut verwendet werden konnten. Wir 
werden auch weiterhin zahlreiche Artikel noch aus Papiergewebe herftellen. Dabei müden 
wir aus volkswirtfchafthchcn Gründen darauf bedacht fein, die Lebensdauer der Papier» 
gewebc möglichft zu erhöhen. Die Feltftcllung, daß man alfo gut hergeftcllte Papiergewebe 
auch in Groiyampfwafchanltaltcn häufig wafenen kann, fobald man durch geeignete Mittel 

welche die Wafch trommeln bisher auf 
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die große mechanifche Bcanfpruchung verhindert, welche <! 
das Wafchgut ausübten, ift deshalb von ganz besonderem Wert. Dr. « 



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bctflrl) bcTÜfettl über ibicn fllän*rnt>«n 'auffiicq im Uienflc 
fees «ulen Ruckes. "Tie l&elamtauflaqejabl ibeer '■J'erldflswcrlc 
belief fid> im ,3abte 11J03 auf 15Ü00. im ilabrt IlMS baqcqcn 
auf 4 »V-IU Ten f&macbtcnbcn beulfdicn £elbatcn unb im 
fcinblicben auslanb inlfrnicitni Teutleben füllet« fic unrnlqelt» 
liefe insgefaint 728ö7.'> ^udber! Tte Teulfibe Tüfelf r-lftcbatfetnis- 
e tiftunq ift ein rein flctncinnubiqcs Untcrncbmen unter 3luoi±»Iufi 
aller pc rfen lieben «Srircrbsabficfekn. €ic tämpft gegen fric6ebunt>- 
literatur unb ifl txfircbt, in allen ■öerufslrcifcn flute^iubei unfrer 
berporraqenben Tidstcr »n »«breiten. ‘JRöebten alle Teuf|<fee 
'.Diiialieb ber (Stiftung werben. tDiinbeft-^abresbeitraq 2 tDlarf. 

CpemJdjuk am Ctlpjiflcr Monferi>atotium. Tie aus ben 
bisherigen Opcrnflaflen bcs teipsiger Rpnlerpatoriums bcrooi» 
aebenbe. burefe alle in 'Petracbt fommenben 2lu5bilbunqsut>eifle 
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rrorben. Scfenn 1K96 batte ber TüfTclborfcr ^erfebrsDerein 
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ufl bedingt rr Wahrung von Takt und Diskretion gegenseitig tu finden durch 
gegenseitiges Suchen unter Glndigrsinnten. ohne an irgemlwrlchr örtliche oder 
jre»»onl**hc Kudcsichtnahm« gebunden au annoder graellachtJlluhr Rudu-ditrn 
ru verletzen, ohne u* sofort jedem ganzltrh Fremden gegenüber offenbaren tu 

raüuen. Dev „Lebens bund" tat keine gewerbliche Vermittlung Tausend« von 
Erfolgen und täglicher Eingang von Dankschreiben aus allen Kreiaen. Strengste 
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liefe au» 9taumgriinbcn ift bamals ber (ferbonff jurudgcftrllt 
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lur (f rftorfung unb ’Susrcifung bes 'InbiDibuums. bie lirgiebung 
b« ^ugenb au ftarfen 'ßerfon liefet eiten, Untcrftüfvung einer all- 
gemeinen Äulturpolitif, »oltstoirlfifeaftlidje Üuftlärung ber ^rau. 
Tie ©eftbäftsftelle bes »uauenbunbes befinbet fiefe in Berlin 
HW. 11. Sialleldjeftrafef 20. 

TieScfenfu^t uttferet ^tauemnelt nachbrm in langcrSlriegs- 
Afit fo fefer cnlbebrlcn Tiamanl ber Trueffnöpfe Rob-i-noor 
ift fleftillt; ber Jtob*i*noor*Trudfnopf ift tnirber überall erhalt» 


lidb. ^n befter »vteben&gualitat. aus reinem 'JJfrffingi unb^ionj« 
grfcTtigt. ift Reb-i-nom garantiert taflfrei Turdb fmnrehfee Rrn- 
jlruftipn ift ein (relbftaufgebcn auch bei feil liebem ,^ug unmpgliiti. 
ba t*uicb enlfriecfeenbe patentierte t'omdilungcn grfnfeert ifl. bafe 
nur pellfpmmen tobellofe. einipanbfreie "Ware bas ti'erf oerldfet 
Teut|d)c Trinan v unb cteuergefefer in (Hn je Kommentaren 
ipirb ber ^itcl eines monumentalen ^ammclivrrfc» fein, bas 
bas aanje grefee ©ebiel ber bireften unb mbireftrn €teurrn* 
ber 'i'f tbrauefesfreuern unb ^pUarfe&e umfaffen oirb. *1 u cb 
bas formelle 3inan&- unb (Slatsrcefet mit einer gefifei(btli6en 
Tarftcllung ber Ctcucr- unb ^inanjpolitif in tJeraongcnbeii unb 
©egenroart foll barin bebanbelt roerben. Vf in sCianbroörtet» 
buefe bes ivinani- unb €teuerre6ts tpirb ben ^lbleblufe biefes 
in ber Literatur »obl einzig bafiebenbcn orofecn ©erfes bilben, 
für bas portpiegenb bie Referenten tm Rci<fesfinanjmini[tfrium, 
^titgliebcr bcs Reubsfinanjbofes unb anbeie ßteuerfpejialiften 
öftDbnnen marben finb; ein grpfeariifles Unternefemen, beffen iir- 
fcfecinungsfprm in tiefgefeenben in)rlfommentaren insbefonbere 
für bas fBirtfcbafts leben um fp lebhafter au begrüben ift, als 
biefe Rpmmentare für bie Ruslegunfl pon mafeflebenber '^«beu» 
tunfl fein roerben. Tie emielnen ’öänbe follen mit tunliefefter 
tccfenelligfeil (im Verlag een Otto Viebmann, Berlin W 57. 
Bcrlag bet Tf ul leben fünften- Leitung) etfrfeeintn. 


Hausfrauen-Geheimnisse 

hahvn rsnrn andrrrn Ckarakicr als di« durchsrhmtt li.-hrn Grhetmniaa* drr Frauen 
Man kann so gut verstehen, dafl sogar kluge Frauen sich auf den Standpunkt 
stellen : »i« dürfen nur ihren Freundinnen das Rezept einer guten Sache ver- 
raten - diesen guten Freundinnen aber dürfen sicca erst recht nicht verraten, 
weil sonst so wenig Abwechslung bei gegenseitigen Besuchen »urhanden lat. 
Ea ist ein bissei unlogisch, aber rrüvoil wie jede Unlogik .» der Frau. Es ist 
nur an*uerltcnn**i. daS dieses Ge- 
heimtuen udi nicht auf praktische 
H * ua»t andsart ikel bezieht F.ine 
I Frau wurde der andren uarweifel- 
halt die besonderen Vorzügr drr 
.M<>ha- Pass irrmaiKhinr" mipfrhlrn. 
weil Sie weiS, wit notwendig ja 
unentbehrlich — dieser sinnreich 
erdacht« Apparat ist. Ot> es sich 
um Früchte, Kartoffeln, Tomaten 
handelt, oder um Saucen. Gemüse 
und Marmelade die „Moha-Paasier- 
maachinr“ zerschneidet daa Paaaiev- 
gut — das Rührwerk funktioniert 
gleich tadellos hei w eschen und har- 
ten Speisen — Wenn das Rühr- 
werk entfernt ul, dann kann diese 
Paicirrmaschme als gewöhnliche* 
Kuchen sieb oder Dunhuhlag ver- 
wrndrt werden. Daliei muß die 
Hausfrau nicht wie rin Autumat 
daatrhrn und nur nach einer Seite 
drehen — gerade in der Lin mach, 
zeit empfindet di« Hausfrau diese 
Tatsache besonders peinlich — so n - 
daa Rührwerk nach jeder Richtung hin drehen. 
_ .-Passiermaschine* iat, arbeitet sie bei jeder 

Gelegenheit tadellos. Die drei Siebhoden können eventuell auch durch Extra- 
einlagen aus Weißblech ergänzt werden, die besonder» he* Püree, Nodcertn, 
Spätzle und Leherreia Verwendung finden. Die Reinigung iat leicht, der Hohl- 

E iff handlich. - Zu haben ist die _ M oh a -Pa«*ter mosch ine" in allen besseren 
aen waren- und Hauahaltgeschäften uw. Falls nicht erhältlich, weisen wir 
Ihnen Bel«ig*i|uelle nach. Verlangen Säe kostenlose Zusendung von Proaprk- 
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3ur HHNgabrfeier bcs ?!orb(ccbab«s '®t)f auf göbr. iin«. ta »itmi, oomfon« 


1 u. 2. rrtfiltuBm auf 5t*bi. 3. -’illc fliicfc« auf 3»bi. 4. ;1 uj fern frieftnmufeum in ©of. 5. 'fluftcmfammlrr im ©allcnmc«. 6. il.ifbruJ) 5 ui <Jmlc 7. SRäbifecn ren ^phr au| bei jabit jut Ririfcc. 


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144 


Olluftrirtc Scitunfl. 


iJlT. 3971 



abenbmantel mit ctidcrri unb Flitter. l£ bincbülamantrl mil C'poflumfragcn 


•pro nurnaben toftumc. 

3lus bet ßroinemünber :H!obcn(ct)aii. 


^anAfo-ftüni bet länjrrin SRaiftarit 
3®bn (Oirflep-JtWb). 


SRantcl aus roeibem CÖIai elfter. mil 
■pelj oerbräim. 


® e i) fl n f e n ü l) e r t r fl g u n 9, 


/ & 0 n |)anl Jrnmarf. 


obl jeber bat jutDcilen tebon bie Erfahrung gemacht, 
bafj («ine ©ebanfen unablaffig unb trofc aller Bb- 
Icnfung um einen fernen greunb (reifen. Balb barauf. oft 
noch am nämlichen Xage, trifft bann ein "Brief ein, aber 
ber, bem man währcnb Soeben nicht begegnet ift, fommt 
ins §aus. ©ebanfenübertragung meint ba mancher! Es 
(ann fein, aber mcift ift ein berartiges Zufammcntreffcn au 
erflären, ohne bafc ber Zufall als bequeme "21 usftuebt ber* 
halten mühte. Das Gereicht bes Ercigniffcs liegt in bem 
ufammenfallcn ber inneren unb äußeren ©cfcbcbnisrcibc 
ebifllid) biefer Umftanb macht aus unferem ©ebanfenfpiel 
um ben Bbroefenben eine ernftlieb febeinenbe Angelegenheit, 
wobei febodj oöllig überfeinen wirb, wie weitaus häufiger 
unferm frcunbfcbüftlicben Erinnern feine Erfüllung entgegen* 
lommt. Beträchtlicher finb fd>on bie Borfommnifle, wo bureb 
bie oermeintliche genant liebe Bcrbinbung beftimmte «Singel- 
heilen über bas Xun bes anberen Xeils nermittclt werben. 
60 begegnete es einem mir befannten Gcbrift* 

Iciter einer Berliner ■JÖCKbenjeitfcbrift, bah 
ibm mitten in feiner beruflichen Xätigfeit 
einfiel, eine beftimmte Dame aus bem greun* 
bestreife fei jebt bei feiner grau jum Belud). 

(sogar ber ©clpräcbsgegcnftanb roarb ibm 
offenbar. 9lad?tiäglicb [teilte fich bann bie 
Bicbtiflfeit feines „Einfalles" heraus. Ober 
ein junger, febr feinfühliger Dichter, ber ju 
(einer Braut in befonbers innigem Behältnis 
[tanh, (onnte roicbcrbolt, wenn er bieje bei 
ihren Eltern nicht antraf, bie genaue Seit 
ihrer Bücffehr angeben, obwohl »hm bas Siel 
ihres Ausganges unb bie feit ibiem Fort- 
gänge bereits »erftricbene grift unbefannt 
waren. Dennoch hülfen wir auch biefe Sülle 
nicht ohne weiteres als ©ebanfenübertragung 
anfpiccben. ©croifj liegen fic auf ber ©Teng- 
Knie, aber es beftebt immerhin bie SPlöglicb- 
feit, bafj bas, was ftxh in bie gorm eines 
Einfalles fleibet, jwar feine bemühte, aber 
eine unbemuhtc Siusarbcitung ift, oon ooiber* 
gebenben ■Jiufeerungen, non miteinanber be- 
fprochenen unb injwifchen wieber oergeffenen 
Erwägungen unb Bbficbtcn. Diele fpontanen 
(Sinjelerfabrungen finb lebiglicb als SDlaterial 
mcitpoll. Sichtiger Ift aur Zeit bas nach- 
prüfbare Experiment. 

tBBas in öffentlichen Borfübrungen als 
folches ausgegeben wirb, hat freilich mit ©c- 
banfenübertTagung im eigentlichen Ginne 


nichts au tun. Gelbft bie erftaunlicbften Keiftungen biefer Brt 
finb ftunftftücfe unb beruben auf ausgeprobten Regeln ber 
3eid>engcbung bureb Fragen, ©cbärben ober Körperhaltung 
unb •ftcllung bes einen Xeiles ber „Erperimcntiercnben". 
i’tdbcr rüden [eben jene Bcrfucbc bem "Problem auf ben Veit», 
wie fie roicbcrbolt in fpiritiftifchcn «reifen ftattgefunben 
haben. Der mcift burd) beträchtliche Entfernungen oon bem 
Empfänger getrennte Bbfenber bes ©eba nlens bat babei bie 
Aufgabe, fid> bem Empfänger in irgenbeiner Form bemcTl* 
bar au machen. Eine gan^e ’Bn^abt biefer Bemühungen ge* 
lang. Es tarn bei ben Empfängern au ©efiebts* unb ©cbörs» 
cinbrüden. Diefe meinten, eine ©eftalt au erblidcn, ober 
oernabmen eine 6timme. Die Ebrlicbfeit ber Berichte oor* 
ausgefetat, bleibt t>od> ber Ubclftanb, bah bei ber ganzen 
Bnorbnung bes Berfuches leicht auf fuggeftiocr Gelbftbecin* 
fluffung beruht, was als gernwirfung genommen wirb, 5iebig* 
lieb Unterlucbungsreiben, bei benen bas ©cfübl tunlichft aus* 


gcfchaltet roirb, fonnen einwanfefreie Ergebniffe a*it»fl*n 
Bon biefem ©efiebtspunfte aus finb benn auch alle ernft- 
haften Bcr|ud)e gcftallet. 60 benufoten ihofrlfor £>erbmann 
unb Brofeffor ©uthrie ©egenftänbe, bie bureb einen Bor- 
bang brr Berfuchs perfon perborgen waren. Diefe fab über 
bies mit bem 5lücfen gegen ben Borbang. 3xgenbeine Ber* 
binbung awifeben ibr unb ben Untergebern beftanb md>t. 
Der brtreffenbe Genber nahm a- B. ein eirunb gefebnittene? 
rotes Gtüd Bapifr in bie £>anb. Die Berfudjspcrfon gab 
nach Ber lauf einiger Zeit an: Etwas 9lotes, langer als 
breit. Ein ©olbftüd rourbc babin gefennaeichnet; Es ift 
gclbglänaenb, Don ©olb, es ift runb. äbnlid) waren bie 
oon i*ombrofo angcftellten Berfuch*- Er lieh 3 f ‘ < ^ nun fl fn 
übertragen. Der Empfänger war ein junger Biann oon 
etwa awan.aig Fahren. Die in aiemlicher Entfernung oon 
ibm geaeichnctcn Figuren gab er mit mecbfclnbcT ©enauiglnt 
wieber. Ein Kreis gelang am betten. Ein febräges Bicxed 
unb ein umgefebrter Kegel entftanben aögernb. 
aus einem Baume rourbe ein grauenlopf. 
wobei jeboeb bas t>aar bes Kopfes an bas 
Blattroerf bes Baumes erinnerte. 

©egen biefe Experimente rourbe jebod) 
oon Brofcffor l'ehmann geltenb gemacht, bah 
fie oielfach auf bem BJcge bes „unbewuhten 
glüftents“ juftanbe fämen ; b. b. bem 6enber. 
ber ben au ühermittelnben ©ebanfen an- 
geftrengt im 6inne hat, tritt bas ©ebaebte 
fthUcfelicb auf bie Eippcn. Er flüftert bas 
BJort ober bie gabl ohne es au »iflen, unb 
ohne ba& es feine Nachbarn oernehmen. 
©an* anbers bagegen bie Berfuchsperfon 
Bei ihr wirb ber grobe Qoblfpicgel, in heffen 
SRitte BToftffor ßchmann feinen tfffiftenlen 
gelebt batte, burd) ben befonberen Bewufet* 
feinsjuftanb, in bem fic fi<h bei biefen Unter* 
fuchungen befinbet, unb ber fie feinften :Hciu'n 
ungeroöbnlich augänglicb macht, erfe^t. '2111fr- 
bings erfolgt bie Aufnahme ber folchenoeifc 
ermittelten Kenntnilfe unbewußt, unb nur bie 
»enigften Berfuchsperfonen überfefeauen ben 
B^eg, auf bem fie ihnen aufommen. 

Fmmcrbtn bemühte [ich bie nrueftc 
»iffenfdtaftliche gorfebung, bas „unbewufete 
Flüftcrn" ausau (chatten. 'Profcffor Sibgcmid 
unb leine ©attin brachten bei ihren Unter* 
(uchungen Genbcr unb Empfänger in oer- 
jcbicbencn Räumen, ja fogar in oerfchicbcnrn 
Gtocfroerfen untei. Dennoch jeitigten bret- 



ilm «stort jum Tamenf<b»iminf!i. 




Bäbrenb bes 'Blumenforfos auf bet &tidnbpr«m<fldbe. Rinber dis leilnebm« am Blumrnforfo. 

’l'on bet SaincmiirtCpr 'lüocfic, biclben S>ct)cpuntt bes flefell(cbajtlicbett unb fppttli<bm Hebens <in bet Oftfee bübete. 

Digitized by V^jOOgLC THE OHIO STATE UNIVERSITY 








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Sin 9Unntafl auf bcr ©tuimoolbbüb« in ^Berlin. 9lac& einer Zeichnung für bie ßeipjiger „3Uuftrirte Leitung" »en fiotte 'BJillig. 





146 


Stluftrirle 3 eitung. 


9tr. 3971. 





Die beibcn erfolgreichen gagbflieger Haupt* 
mann SJörjer ( recbts) unb Oberleutnant 
(schleift (linfs), bie anläßlich eines militari* 
f<hen Gportfeftes in Königsberg i. ^3r. ocr* 
bluffen be Ceiftungen im üuftfampf oorfübr* 
tcn. “öefonbers tat ficb babei Oberleutnant 
Gcbleiff, ber nur einen Arm bat, ^en>or. 


•Der £uft!ünftler grifc Gcfeinbler roabrenb einer Dorführung, bei ber 
er hoch in ber £uft aus bem glugjeug bcrausOettcrt unb an einem 
unterhalb bes glugjeugs angebrachten Gcbweberecf bie toDfübnften 
Kunftftücfe Dollfubrt. 

grunbc Kirchgänger in Dolfstracbt, womit ein Dogen „bcbadjl" war, brfcbrirb 
bas aRebium: „hellgrünes gelb, etwas ©olbiges breitet fi<i) über ben “Hoben 
bin, Uhillert in ber Gönne; a<b, bas ift bas ©elb bes gelbes! Unb boxt etwas 
Dunfles, toobC ein Diälbtben; in ber gerne irgenbein ©ebäube, ein ganj ein- 
facher Dau, in ber 9lfibe finb ©eftalten in jiemlicb bunter Irad>t fiefetbar." 

©egen biefe Derfuch« roenbet ^rofeffor Deffoir in feinem „genfeits ber 
Gecle" ein, bafj bie Defchreibungcn bes SRebiums bebnbar wären. (Sr feßt 
$um Deweif* feiner Auffüllung eine bet erteilten Aufgaben mit einer nicht 
bajugebörigen Cöfung in Dergleicb. bie in biefem gälte gleichwohl überein- 
ftimmenbe Angaben enthält, Abgeleben baoen, bafe bie|es Der* 
fahren nur einige ÜJtalc gtücft, [preeben für bie Rotiffcben An- 
nahmen bie non feinen Unterjucbungen gänjliäj unabhängig ge* 
funbenen (Srgebniffe ber neueren 6trahlenfor1<bung. Es bat 
banacb ben Anfdjein, als ob ber Denfprojefj gleicbjeitig materielle 
Deränbcrungen in bet Umgtbung bewirft. Denn ber SUfrtefftfl, 
ben bie bunflen Gtrablcn bes ©ebirns auf einem febwaeb leuch- 
tenben Schirm beroorrufen, oerftärft ficb im Augenblicf eines 
Den Vorganges für helfen Dauer, unb fogar wenn Schirm unb 
Derfucbsperion burd) ein Zimmer roncinanber getrennt finb. 
3m Ejperiment ift bie DcUbwcitc ber „Emanationen ber plpcbo- 
pboflldben Energie", wie Dr. Rotif Sie ©ebanfenübertragunq 
umfcbreibt, bisher nicht allju grob, wäbrenb bas umfängliche 
empirifebe SWatcrial Xaufenbc oon gälten enthält, wo bic Der* 
binbung febetnbar über ßänbeT unb Sltecre bergcftellt war. €o 
crjäblte bie auch als Gcbriffftellerin befannte grau ©encral 
Corenj leincrjeit in ben „Mitteilungen ber bcutlchen ©efelUchaft 
für pfpdjilcbc gorfdjung" ein_au«b jefct noch feflrtnbes Erleb- 
nis: „Es war im Oftober 1870, meine Eltern unb ich wohnten 
auf bem ©utc oon Derwan&ten. SRacb bem grübftücf füllte ein 
Gpajicrgang unternommen werben, oon hem ich mich aber 
wegen meiner üRattigfeit ausfchlof}. 3<h ftanb am genfter unb 
fab ben anbern nach, Dlöftlich fehlen es, als feböbe ficb ein 
grober febmarjer Nahmen in bie lüröffnung, unb barin erfchien. 
Salb oerjehteiert, halb grell, bas Dilb eines gelbes, bur<b bas 
ficb eine Meine flauer unb an biefer entlang ein tDccfcnwcq 
jog. 3<b fab auf biefem IBege Golbaten unb auf einmal jen- 
leits ber Mauer helles geuer aufblifocn. An ber 6pi&e her 
Golbaten ftanb ein Detter oon mir, ben Degen in ber gauft. 
<kh> hörte nichts, aber feine her Demegungen entging mir. Die 
Ccute ftürjten jum Angriff oor. Dlöölicb fielen jroci rechts unb 
linfs oon meinem Detter, unb im leiben Augenblicf brach auch 
er jufammen. 3<b ftanb roie betäubt unb fuebte, mehr ju febauen. 
aber bic .Türöffnung lag wie oorber fricMub im Gonncnjcbein. 
unb eine Herbe ©änfe fam langfam herein. — SDlir blieb eine 
furchtbare Dcflemmunq. Als wir in unferm $eimat$ort tpieber 
anfamen, lag eine Depefcbc oor, bie bie fchroere Derwunbunq 
meines Detters melbetc.“ — Die geringe Gpannungstocite, bie 
bemgegenüber bas Erpcrimcnt aufweift, fönnte Heb lehr leicht 
baiaus erflären, bafj bei biefem hie feelifchen Dejiehungcn 
jwifeben Abfenber unb Empfänger, bie eine ber erften Doraus- 
köungcn für ein ftuftanbefommen ber ©chantcnübcrtragunq 
finb, meift nur fchwach befteben. Dennoch fann nur bie weitere 
erperimentrlle Erforfcbung bie noch oorhanbene Dunfelbeit über 
bäs ®ie bes Dorganges erbeilen. 


Ein Entfcffelungsejrpcriment in ber ßuft. 

TVt befdnnle (InifcfTrluna^runfrler 9t»lar^e ddb dm 27. 3uli au| M Xtabrtnnbdbn 
■rRanfnSdrl-^erlin ein ©a|rtpi*l, inbem er flek uni« fTomtrolle fefleln lieb unft ficb 
bd«s in bei tfufl (elbfl befrrile. Tds 'iJilb jeitl ben €ldrt tu btt Ifrlltübnen gnbti. 

unboiergig Derfuche ein günftigrs Ergebnis. Salbe 3rrtümer gal- 
ten als gehler. Diurben bie SJZeöien bopnotifiert unb bamit alles 
Ablenfenbe oon ihnen feraachalten, fo ftieg bie 3 a bl ber Xreffer 
auf einen bei JünfeinoieTtel Derfucbcn. Dr. 3taum Äotif, ein ru|fi- 
f<h«r Arjt, luchte eineDeeinflunung bur<b unbemufetes glüftern ju 
perhinhem, inhem er ganje Dorftellungsreiben ühertragen liefj. 
über hieje Ejperimente liegt ein ausführlicher Dcricfct, ber auch 
bie einleitenben ilnterfuchungen febilhert, in ber oon bem 2Rüncb- 
nex DtO<hifltrr £ofrat Dr. Cöroenfclb herausgegebenen ©ammlung 
ber „©renjfragen bes Heroen- unb Seelenlebens" oor. Dr. Rotif 
fam fcbliehlicb ba^u, Canbfchaf tsbi Iber, wie fic gewöhnliche Anfidjts- 
farten bieten, ^um Objeft her Übertragungen ju machen, ba hei 
blefen oielfälttg jufammengefeftten Dorftellungcn jebc anbers* 
artige Übermittelung jum minbeften beträcbtlidh eTfchroert war. 
Die Derfucbsperfon befebrieb jeweilig bie oorge [teilten Dilber, 
jwar etwas meitf chweifenb, jeboeb jutreffenb. Dabei fam es einige 
üRale ju merfwürbigen gehlem. €ie |<hilberte nämlich Canb* 
|<baften, bie nicht gemeint waren, oon benen rief) aber heraus* 
(teilte, bafe ber Auftraggeber fie juoor im 6inne gehabt hatte. 
Dr. Rprtf fch loh boraus, bafe ber Denfprojeh einen förpcrlichen 
Einbrucf auf bem jurgeftbaltung ber Dorfteilung benutzten Dapirr, 
bas bem SDRebium im berfchloffencn Umfchlag übergeben würbe, 
hinterlaffe. Er lieh nunmehr hie betre^enben Dogen nur „br- 
benfen". Eine Aufgabe war „3m Sommer am ©enfer 6cc". 
‘•Jlachbem bas SKebium bas leere Dlatt einige 3<it in ben fbänben 
gebalten hatte, gab es an: „Uncrme&licbc ABeite, etwas ©lattes 
breitet ficb aus, wie ein blauer 6piegel. als [picgelte ficb bas ge* 
famte Himmelsgewölbe in ihm wiber." ©rofees gelb mit gelben 
Dlumen, feitlidb eine Kirche, babinter bewalbete Hügel, im Dorber- 


6lart bet Tomen am Ttrichstcgsufa. 


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WILDEFÜER. 

EIN ROMAN AUS ALT* H IL DES H EIM VON PAUL SC H R ECK E N B AC H. 


(19. Fortactainf .) 

B arner nickte. „Ihr werdet Euch wohl irren. Der Name wird anders 
lauten. Des Namens Trott gibt ’s zur Zeit kein Weib, das der Bube 
- könne als seine Traute halten. Es gab einmal eine, und die war ein schönes 
Weib und gehörte zu dem Frauenzimmer seiner Frau. Aber die ist 
schon lange tot." 

■Nun, heiße das Weib, wie es wolle", fuhr Hagen fort. „Es ist, wie 
gesagt, nichts daran gelegen. Der Bürgermeister hat sich geweigert, sie 
in der Stadt zu dulden, wie er denn, das muß ihm sein Feind lassen, 
aller Unkeuschheit und Büberei abhold ist. Aber der Herzog hat nicht 
nachgelassen mit Bitten, sagend, sie sei nirgendwo so sicher, auch werde 
sie niemand dort suchen. Endlich hat der Bürgermeister mit einem Fluche 
eingcwilligt, hat aber gesagt, des Herzogs Vornehmen mit jenem Weibe 
sei erschrecklich und werde ihn die ewige Seligkeit kosten. Dann hat ihn 
der Herzog gebeten, er wolle ihm diese Nacht zum Goslarschcn Tore 
hinaushelfen, und da der Wolfenbüttler ein ruchloser Bube ist und Ihr 
des Herzogs abgesagter Feind seid, so habe ich Euch die Sache kund- 
getan. Ich meine, so Ihr ihn finget und ihn dem Landgrafen ausliefertet, 
so wäre der böseste Feind unsres Glaubens unschädlich gemacht, und das 
Evangelium könnte im ganzen Lande das Haupt erheben." 

Klaus Barncr pfiff durch die Zähne, und in seinen Augen blitzte ein 
grelles Licht auf. „Meint Ihr?" fragte er und legte ihm die Hand fest 
auf die Schulter. H Ihr glaubt, ich lieferte deo alten Wolf nach Cassel, 
wenn ich ihn finge? Da seid Ihr in einem schweren Irrtum. Der kommt 
nicht lebendig vom Platze, das schwöre ich Euch. Ihr wißt, wie es jeder 
im Lande weiß, daß mir der hochgeborene Bube den Vater erstochen hat 
mit eigner Hand, nicht im Kampfe, sondern da er verwundet und ge- 
fangen in seiner Gewalt war. Damals habe ich geschworen mit einem 
furchtbaren Eide, daß ich meinen Vater an dem Scheusal rächen will, und 
daß ich nicht eher wolle aufhören, sein Feind zu sein, bis daß ich tot 
wäre oder er. Gott soll mich verdammen, wenn ich den Eid nicht halte! 
So, Christof Hagen, so steht ’s zwischen mir und dem Herzog!" 

Seine Rede war in ein heiseres Zischen ausgegangen, und Hagen sah 
mit Grauen, welch ein dämonischer Haß in diesem Manne lebte. Er selbst 
war dem Herzog feind und haßte in ihm den Verfolger der Lehre Luthers. 
Aber daß ihm Bamer ans Leben wollte, das hatte er nicht vermutet. Er 
hatte vielmehr gedacht, der Ritter werde alles daransetzen, ihn lebendig 
in seine Hand zu bringen, und so den Schmalkaldener Bundesverwandten, 
die gegen ihn rüsteten, ihren gefährlichen Feind in die Hände liefern. 
Deshalb sagte er: „Was frommt Euch des Herzogs Tod? Bringt Ihr ihn 
dem Landgrafen lebendig, so wird er ’s Euch fürstlich lohnen, und Ihr 
könnt wohl der reichste Ritter im Lande werden." 

Barner lachte höhnisch. „Man merkt zuweilen, daß Ihr ein Stadtherr 
seid. Denen ist die ganze Welt ein Kaufhaus. Ich aber, das wisset, 
nehme nicht Geld für Blut." 

■Denkt Ihr auch an das Aufsehen, das Eure Tat im ganzen Reiche 
machen wird?“ fragte Hagen. „Daß ein Fürst von einem Ritter auf 
offener Landstraße erschlagen wird, das werden alle Fürsten riehen, und 
der Kaiser wird Euch in die Acht und Aberacht erklären." 

■Acht und aber acht macht sechzehn", lachte der Ritter. „Was schiert 
mich der hispanische Karl? Er vermag hiqr zu Lande nicht viel. Wird 
er mir aber unbequem, so reite ich dem König von Frankreich zu, der 
braucht allezeit Rittmeister gegen ihn. Stürbe ich aber auf dem Hoch- 
gericht, so wäre mir das ganz gleich, hätte ich zuvor den Wolfenbüttler 
Hund erschlagen." 

Hagen schwieg, denn er fühlte, daß jedes weitere Wort vergeblich 
war. Aber er konnte sich des Gedankens nicht erwehren, daB er klüger 
getan hätte, Luckes Mitteilung dem Ritter zu verschweigen. 

■Fürchtet Ihr Euch? Reut ’s Euch, daß Ihr mit mir geritten seid?" 
fragte Barner nach einer kleinen Weile. 

Hagen fuhr auf und blickte ihm finster ins Gesicht. „Redet mir nicht 
von Furcht!" rief er. „Ich habe mich Euch zu diesem Ritte gelobt und 
halte bei Euch aus." 

■Still, still 1 Schreit nicht so laut!" beschwichtigte ihn der Ritter. 
„Es lag mir fern. Euch zu beleidigen. Ihr seid ein wackrer junger Hahn 
und wäret wohl wert, auf einer Burg geboren zu sein, statt in einem 
Bürgerhause. Will ’s schon glauben, daß Ihr kräftig dreinhaut, wenn ’s 
not tut. Aber, Gott sei ’s geklagt, Ihr werdet dazu keine Gelegenheit 
haben. Eure Botschaft ist wohl richtig, daran zweifle ich nicht, doch muß 
der Ausritt des Buben sich verzögert haben, oder er ist auf einer andren 
Straße der Stadt entwischt. Hier kommt er nicht mehr vorbei, dazu ist 's 
zu spät. Wollen heimreiten!" 

Er wandte sich von Hagen ab und seinen Knechten zu, aber nach 
wenigen Schritten blieb er plötzlich stehen und warf den Kopf empor. 
Aus ziemlicher Nähe klang der Ruf eines Käuzchens herüber, und er wieder* 
holte sich mehrere Male. 

„Doch noch! Doch noch!“ murmelte er und streckte beide Arme vor 
Freude hoch in die Luft. »Auf die Rosse, Leutel Jetzt gilt 's einen 
guten Ritt!" rief er mit lauter Stimme, die er nur mühsam zu dämpfen 
vermochte. 

Mit erstaunlicher Schnelligkeit schwang er sich auf seinen gewaltigen 
Fuchs. „Nun mir nach!" gebot er und ritt über die Wiese nach der 
Landstraße hin. Dort ordnete er seine Schar und befahl: „Sobald sie 
um die Ecke biegen, schießt mit allen vier Feuerrohren in sie hinein. 


Und dann wie der Teufel über siel Der Lange, der wie eine kranke 
Eule nach links auf dem Pferde hockt, das ist der Herzog. Wer ihn 
heruntersticht, kriegt zwanzig Dukaten I" 

»Herr," keuchte einer, der zu Fuße herangdaofen kam, „sie sind 
ganz nahe schon, können in zwei Minuten da sein." 

»Wieviel sind ihrer?“ 

„Vierzehn oder fünfzehn." 

„So sind sie nicht stärker als wir, und ein paar schießen wir gleich 
aus dem Sattel. Reiten ein paar voraus?" 

»Nein, Herr, ich habe keinen gesehen. Sie reiten in einem dichten 
Haufen." 

„Was? Ist Heinz Wolfenbüttel so von Gott verlassen, daß er keine 
Späher vor sich herschickt? Dann hat ihn Gott in unsere Hand ge- 
geben. Aber still jetzt, Leutel Paßt aufl Sie kommen I" 

Der Reiterhaufen stand auf des Führers Gebot wie eine Mauer. Kein 
Laut war hörbar, als das ungeduldige Scharren und Schnauben einiger 
Rosse. Von den Näherkomm enden konnte das niemand vernehmen, denn 
es wurde übertönt durch das Getrappel der eigenen Pferde. Auch dachte 
schwerlich einer von ihnen an eine Gefahr, denn man hörte sie laut mit- 
einander sprechen, und gerade als die ersten drei oder vier um die scharfe 
Krümmung des Weges bogen, mochte einer eine lustige Geschichte erzählt 
haben, denn es erklang aus ihren Reihen ein brüllendes Gelächter. Dann 
aber mit einem Male kreischte eine gellende, alles übertönende Stimme: 
„Verrat I Feinde, Feinde! Zurück, Herzogliche Gnaden 1" 

„Losl Feuer!“ schrie Bamer. Vier Feuerrohre blitzten zugleich auf. 
Der Rufer drüben sank aus dem Sattel, neben ihm ein anderer. Dann 

gab Klaus Barner mit einem lauten „Huil Hui! Drauf, drauf I" seinem 

Rosse die Sporen und war in wenigen Augenblicken, wild um sich bauend, 
mitten in der Schar der Herzoglichen. Die Seinen vermochten ihm kaum 
zu folgen. Er suchte seinen Todfeind, aber der Ritter von Mandetslohe, 
der neben dem Herzog ritt, hatte sich ihm entgegengeworfen und wehrte 

ihn von seinem Herrn ab. Wie die Schmiede hämmerten die beiden 

Ritter aufeinander los, daß die Funken stoben. Auch die anderen waren 
in wenigen Augenblicken hart aneinander. Ein furchtbares Ringen begann 
zwischen den eisern gepanzerten Männern. Klaus Barnen Gesellen waren 
allesamt zähe, verwegene und kriegserprobte Leute, aber sie vermochten 
denen um Herzog Heinrich wenig anzuhaben, denn offenbar hatte der 
Welfe die Stärksten und Tüchtigsten seiner Knechte zu seinen Begleitern 
ausgewählt. 

Allmählich aber schien sich der Sieg auf die Seite Bamers zu neigen, 
denn einem seiner Knechte gelang es, das Pferd Mandelslohes durch einen 
Lanzenstich auf den Tod zu verwunden. Hochauf bäumte sich das Tier, 
dann brach es mit einem gräßlichen Schrei zusammen, seinen Reiter mit 
halbem Leibe unter sich begrabend. 

Barner stieß ein wildes Gebrüll aus und wollte steh auf den Herzog 
stürzen, der schon mit einem der Knechte scharfe Hiebe tauschte. Da 
kam einer herangeprescht von der Stadt her, ein Reiter auf gewaltigem 
Rosse und hieb mit grimmen Streichen ein. „Verflucht! Wildefüerl" 
knirschte der Ritter und wandte sich gegen den neuen Feind. Aber er 
mußte bald erkennen, daß er ihm auf die Dauer nicht widerstehen konnte. 
Sein breites Schwert war eine furchtbare Waffe, aber gegen den mit 
Riesenkraft geschwungenen Streithammer Wildefüers kam er damit nicht 
auf. Nach kurzem Kampfe schwankte er im Sattel, denn ein nieder- 
sausender Hieb hatte seinen Helm getroffen. Hätte nicht Christof von 
Hagen mit seinem Schwert den Hammer halb aufgefangen, so wären wohl 
Helm und Hirnschale durchschlagen gewesen. 

Zum größten Glück für Bamer wurde gleich darauf das Roß des 
Bürgermeisters von einem Hufschlag des Mandelsloheschen Pferdes getroffen, 
das im Todeskampfc um sich schlug. Das rettete ihn, denn der ge- 
schlagene Gaul bockte und drängte nach rückwärts. Aber mit Wut und 
Grimm erkannte er, daß der Oberfall mißglückt war, denn nuu kamen 
auch Hildesheimer Stadtknechte heran, die dem Bürgermeister gefolgt 
waren. Ein Schuß krachte, dann noch einer, und eine Kugel pfiff ihm 
dicht am Ohre vorbei. 

Er warf sein Roß herum. »Zurück I Rettet Euch!" schrie er und jagte 
in die Nacht hinein. Einige seiner Leute folgten ihm, die anderen warfen 
sich seitwärts in den Wald, Ein Reiter blieb ihm hart auf den Fersen, 
ob er einer der Seinen war oder ein Verfolger, wußte er nicht. Endlich, 
ab ihn ein schwacher Ruf des hinter ihm drein Kommenden erreichte, 
brachte er sein wild ausgreifendes Tier zum Stehen. 

„Zum Teufel! Seid Ihr ’s, Hagen?" rief er. 

„Ich bin ’s. Aber ich kann mich kaum noch im Sattel halten." 

„Was ist denn mit Euch? Seid Ihr verwundet?" 

„Die Kugel galt wohl Euch, die der Hildesheimer Knecht abschoß", 
erwiderte Hagen. „Sie hat mich an der Stirn gestreift. Das Blut läuft 
mir über die Augen. Tch kann kaum noch sehen.“ 

Barner drängte sein Roß dicht an ihn heran. „Ihr habt gefodhten 
wie ein Ritter“, sagte er. „Von mir habt Ihr einen Hieb abgewehrt, der 
mich fast zum toten Mann gemacht hätte. Ich bin von heute an Euer 
Freund!" 

Hagen erwiderte nichts, aber er schwankte so im Sattel, daß ihn 
Barner erfaßte und mit kräftigem Schwünge auf sein eigenes Roß herüber- 
riß. „Verflucht!" knurrte er. „Es scheint, als wolle ihn der Teufel holen." 


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Er horchte scharf in die Nacht hinaus, ob ihn jemand verfolge, aber 
er vernahm nichts als das Sausen des Nachtwindes in den entlaubten 
Baumen. Da faßte er den Bewußtlosen fest an dem rechten Arm, mit 
der linken Hand ergriff er den Zugel seines ledigen Rosses und ritt lang- 
sam einen Seitenpfad hinab nach dem Tale. Dort fand er bald den Bach, 
den er suchte. Er stieg ab und ließ Hagen vorsichtig auf den Wiesen- 
grund niedergleiten und wusch ihm das blutüberströmte Gesicht mit kaltem 
Wasser. Schon nach ganz kurzer Zeit regte sich der Verwundete und 
reckte die Arme, als erwache er aus einem schweren Traume. 

„Ha! Ihr werdet wieder munter! Das ist recht“, sagte der Ritter 
erfreut. „Die Schramme ist nicht tief, aber ein halber Zoll nach links, 
und Ihr lägt jetzt tot auf der Landstraße. Nun wartet, ich gebe Euch 
ein Elixier, das wird Euch rasch auf die Beine bringen." Er nestelte eine 
schwere Blechflasdie, die mit Korbweiden umflochten war, von seinem 
Sattel los. „Da nehmt, das hift gegen alles, sogar gegen die Seuche. 
Es ist das Wasser, das sie seit Jahrzehnten in Nordhausen brennen, die 
größte Erfindung des menschlichen Geistes in unsrem Jahrhundert. Davon 
nehmt einen starken Schluck, aber einen starken 1 M 

Hagen folgte seinem Geheiß, und es war ihm. als rinne ein Feuer- 
ström durch seine Glieder. 

„Noch einen I" mahnte der Ritter. „Meint Ihr, daß Ihr wieder aufs 
Pferd und reiten könnt?" 

„Wenn Ihr mir in den Sattel helft, so werd’ ich 's wohl können." 

„Nun, dann kommt einmal her und stützt Euch auf meinen Arm. 
Wir reiten links über die Felder und dann um HUdcsheim herum 
über die Höhen. Da sind wir in Steuerwald, noch ehe der Tag graut. 
Gottes Donnerwetter! Wie wird der Rauscheplatt fluchen, wenn er uns 
so wiedersiehtl — So! Sitzt Ihr fest? Ja? Dann vorwärts! Aber langsam, 
langsam!" 

V. 

Der Christabend dämmerte über Hildesheim herauf. Ein wundervoller, 
klarer Wintertag war ihm voraufgegangen, aber noch vor Sonnenuntergang 
hatte sich der Himmel mit weißen Wolken überzogen, und dünne, nadel- 
artige Schneeflocken wirbelten hernieder und stiebten in dem scharfen 
Winde, der sich aus dem Osten auf gemacht hatte, um die Dächer. Es 
schien ein kaltes und weißes Weihnachten zu werden, so wie es die Bürger 
der alten Stadt von jeher gern gehabt hatten. 

Frau Gesche Brandis saß auf der stark geheizten Diele ihres Hauses 
wie eine Glucke unter ihren Küchlein. Den Kleinsten ihrer Schar hatte 
sie auf dem Schoße; er schlief, indem er nach seiner Gewohnheit den 
Daumen der linken Hand in den Mund gesteckt hatte. Die drei Größeren 
hatten sich dicht an die Mutter gedrängt, die ihnen mit halblauter, geheimnis- 
voller Stimme Geschichten erzählte, Sagen und Schwänke und Märchen 
aus der Stadt und der Umgegend. Im Hintergrund stand eine Krippe, 
die nachher angezündet werden sollte. Wenn ihre Lichter brannten und 
die Kinder ihre Geschenke erhalten hatten, dann erschienen die heiligen 
drei Könige mit dem bösen Herodes, verkleidete junge Leute, die von 
Haus zu Haus gingen, ihre Lieder sangen und mit kleinen Geldstücken, 
Kuchen und Äpfeln beschenkt wurden. Waren sie gegangen, so setzte 
man sich zu einem Festmahle nieder, wobei es Fisch und Braten und dann 
Zuckerwerk und Kuchen gab, wovon die Kinder essen durften, soviel sie 
wollten. Merkwürdigerweise wurde selten einer krank davon, denn die 
Magen der jungen Hildesheimer waren zumeist so gesund und leistungs- 
fähig wie die der Enten. So wurde der Weihnachtsabend seit uralten 
Zeiten in den guten Bürgerhäusern der Stadt gefeiert, so sollte er auch 
heute im Brandisschen Hause gefeiert werden. Leicht wurde das freilich 
Frau Gesche nicht. Während sie in der Dämmerung ihren Kindern er- 
zählte, bebte ibr manchmal die Stimme, und es stieg ihr heiß in die 
Augen. Denn es war der erste Weihnachtsabend ihres Lebens, an dem 
ihre Mutter fehlte. In den letzten Jahren waren beide Eltern am Weih- 
nachtsabend in ihr Haus gekommen, um sich an der Freude der kleinen 
Enkel zu erfreuen, hatten dann mit ihnen gegessen und waren erat spät 
heimgegangen. Heute hatte ihr der Vater durch die alte Trine sagen 
lassen, er könne es nicht über sich gewinnen, an diesem Abend zu ihr 
zu kommen. Sie werde das wohl verstehen und ihm nicht übelnehmen. 
Darüber hatte sie bittere Tränen vergossen, denn ihr Vater tat ihr so leid, 
und ihren Kindern wurde, wenn er nicht kam, eine große Freude ver- 
dorben. Sie liebten den Großvater zärtlich, einer wie der andre, und 
brannten darauf, sich ihm in den neuen bunten Mützen und Wämsern zu 
zeigen, die sie sich gewünscht hatten und gleich am Abend noch anziehen 
wollten. So war denn Herr Tilo Brandis gegen Abend selbst nach der 
Almstraße gegangen, um seinen Schwiegervater umzustimmen und wo- 
möglich mitzubriDgen. Aber es wurde fast schon dunkel, und er war 
noch nicht zurück. 

Frau Gesche sah ihren Vorrat an sinnigen Sagen und Märchen bald 
erschöpft und mußte dazu übergehen, sie durch gröbere Schwänke zu er- 
setzen. Dabei machte sie die betrübende Erfahrung, daß diese ihrer Nach- 
kommenschaft weit besser gefielen als jene. Großes Entzücken erregte 
die Geschichte vom Teufel, der in der Domschenke der Seele eines frommen 
Mönches nachstellte, aber durch den guten Wein so betrunken und weich 
gestimmt wurde, daß er den Seelenfang aufgab und durchs Fenster von 
dannen fuhr. Die Knaben beschlossen, gleich morgen hinzugehen und 
nachzusehen, ob die Kanne mit seinen eingedrückten fünf Krallen noch 
vorhanden wäre. Noch höher stieg ihr Vergnügen, ab sie ihnen die Ge- 
schichte von den klugen und tapferen Leuten zu Peine erzählte, die mit 
Harnischen und Spießen gegen einen Uhu auszogen und zuletzt gar noch 
eine ganze Scheune in Brand aufgehen ließen, um das furchtbare Tier zu 
vertreiben. Auf das Gemüt ihres Ältesten hatte dieser Schwank die Wir- 


kung, daß er allsogleich beschloß, den Vetter Christian damit zu foppen 
und aufzuziehen, wenn er wieder einmal aus Peine nach der Stadt herein- 
käme. Sie war eben im Begriff, ihm das zu verweisen, als endlich die 
Tür sich öffnete und ihr Mann auf der Schwelle erschien. 

„Kommt er?" schrien die drei jungen Brandisse wie aus einem Munde 
und stürzten auf ihn zu. 

„Er kommt. In einer halben Stunde ist er da“, erwiderte der Rats- 
herr und schüttelte sich, denn sein Pelzmantel war von kleinen glitzernden 
Schneeflocken über und über besät. 

Sofort lagen die Buben auf dem Fußboden, wälzten sieb vor Ver- 
gnügen, jauchzten und pufften einander und grölten: „Er kommt 1 Der 
Großvater kommt!“ 

„Es ist gut, daß ihr eure neuen Hosen noch nicht anhabt“, sagte Tilo 
Brandis lachend. Insgeheim aber wunderte er sich, wie schon so manchmal, 
über den Zauber, den der Schwiegervater auf die Gemüter seiner Söhne 
ausübte. Ich bin ihnen doch ein guter Vater, dachte er, nicht ohne eine 
kleine Bitterkeit im Herzen, ich gebe ihnen alles, was sie haben wollen, 

und strafe sie nur, wenn's ganz notwendig ist. Aber ich möchte wohl 

wissen, ob sie meinethalben auch so schreien und sich wälzen würden. 
Wunderlich, was ihnen an diesem düsteren Manne so gefällt! Es ist mit 
den Kindern wohl wie mit den Weibern. Wo ihre Liebe hinfällt, da 

fällt sie hin, und niemand kann begreifen, warum sie sich gerade dem 

Gegenstand zuwenden und keinem andern. 

Nachdem er diese Gedanken in seiner Seele erwogen hatte, sagte er: 
„Nun geht noch einmal nach oben, Jungens! Ich habe der Mutter noch 
Verschiedenes zu erzählen, was euch nichts angeht." 

Mit lautem Gepolter entfernten sich die drei. Der Jüngste hatte 
während der ganzen Zeit unentwegt weitergeschlafen, denn er war des 
brüderlichen. Lärms gewohnt seit dem ersten Tage seines Erdenwallens. 
Jetzt aber legte ihn Frau Gesche schnell auf eine Bank und trat auf 
ihren Mann zu. „Was ist 's?“ fragte sie hastig. Am Ausdruck seines 
Gesichts hatte sie ihm sofort, als er hereintrat, angesehen, daß eT eine 
Neuigkeit mitbrachtc. 

„Du liebst die Lucke Hary nicht sehr?" fragte der Ratsherr be- 
dächtig. 

„Nein. Ist etwas mit ihr geschehen? Ist sie dem Vater wider ihren 
Eid entlaufen?“ 

„Sie denkt nicht daran“, erwiderte Tilo Brandis. „Es scheint vielmehr, 
als sei es aus zwischen ihr und Christof Hagen. Oder besser gesagt, es 
ist aus.“ 

„Das glaub’ ich nun und nimmermehr!“ rief Frau Gesche. 

„Du wirst es wohl glauben müssen, du wirst auch wohl tun, dich mehr 
mit ihr zu befreunden, denn sie wird noch vor Ostern unsre Schwägerin 
werden.“ 

Frau Gesche prallte zurück. Sie war vollkommen verblüfft und starrte 
ihren Mann fassungslos an. 

Der Ratsherr beobachtete mit Befriedigung die Wirkung seiner großen 
Neuigkeit. So verdutzt hatte er seine Frau noch selten gesehen. Sie 
stand da, als habe sie die Sprache verloren, und vermochte nichts, als 
immer wieder den Kopf zu schütteln. 

Endlich sagte sie mit einem tiefen Atemzuge: „Das hätte ich niemals 
von dem Mädchen gedacht. Nein, niemals hatt* ich geglaubt, daß dein 
Bruder Jobst bei ihr doch noch zu seinem Ziele gelangen würde.“ 

„Höre, wie es zugegangen ist“, versetzte ihr Mann und ging bände- 
reibend, wie es seine Gewohnheit war, wenn er etwas erzählte, in dem 
Gemach auf und nieder. „Jobst erwarten wir, wie du weißt, in Kürze 
von der hohen Schule zurück als der Rechte Doktor. Er hat wohl von 
Irgend jemandem hier genau gehört, was mit Lucke geschehen ist, und 
daß sie der Vater dem Hagen nicht geben will.“ 

„Du bist doch nicht etwa der jemand gewesen?“ rief sfine Frau da- 
zwischen. 

„Gott bewahre! Ich möchte sie gar nicht in meine Familie haben, 
gönnte sie dem Christof von Hagen von ganzem Herzen, denn sie ist mir 
unbehaglich. Das kannst du gewißlich glauben. Aber höre weiter: Vor 
vier Wochen hat er dem Vater geschrieben ihrethalben. Der Vater hat 
ihm Antwort gegeben, er könne sie nur einem geben, der fest hielte beim 
alteu Glauben. Hat ihm auch nicht verschwiegen, daß sie anders gesinnt 
sei. Drauf hat Jobst geschrieben, das wollt' er gar wohl tun, und was 
ihr Glaubensbedenken betreffe, so wolle er mit dem schon fertig werden, 
wenn sie erst seine Frau wäre. Da hat sie der Vater gefragt, ob sie ihn 
nehmen wolle. Sie hat nicht ja und nicht nein gesagt, sondern erwidert, 
sie wolle sich bedenken. Heute nun hat sie ihm aus freien Stücken zu 
wissen getan, daß aie Jobsts Antrag nicht wolle zuwider sein.“ 

Frau Gesche hatte, sich wieder in ihren Stuhl gesetzt und saß dort 
ganz zusammengeduckt und bekümmert. Erst nach einer Weile fragte sie: 
„Was sagt denn der Vater dazu?“ 

„Er schien sehr froh zu sein darüber. Das Mädchen war ihm eine 
große Last. Was für Mühe hat er sich gegeben, sie unterzu bringen, bei 
den Nonnen in Derneburg und anderswo 1 Aber niemand wollte sie ihm 
abnehmen. Jetzt wird er sie los. Er war darob so aufgeräumt, wie 
ich ihn selten gesehen habe in der letzten Zeit. Ich meine, Wäre er 
nicht so aufgeräumt gewesen, so hatt' er mir nicht zugesagt für heute 
abend.“ 

Frau Gesche erwiderte nichts. Ihre Mienen drückten den äußersten 
Unmut aus, und sie nagte fortwährend an ihrer Unterlippe. 

„Du scheinst nicht eben erfreut zu sein über die neue Schwägerin“, 
bemerkte ihr Gatte. 

Sie seufzte tief. „Hätte midi doch der Vater gefragt I* 

(Fortactxuoy folgt.) 


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9tr. 3971. 


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runb bert. SRsjur gcitRapeleonsL 

it ju- war griebberg immer „bei 

feften Jummclplat) oon Scharmübeln 

iftells unb gröberen ©efeebten unb 

I wirb im beftrn galt unaufhörlichen 

»Sri- Durcbmäifcbcn ausgeleftt", |o 

•erg") bah bie Stabt beim Übergang 

s ur- an $effen*Darmftabt 1SU2 nur 

bberg 356 Raufer mit 2017 Seelen 

»ie- jäblte. 3nt Öabre 1806 per» 

Heber lor auch bie »urg ihre Reichs- 

auch unmittelbarlcit, unb nun erft 

©rün beginnt für 3)urg unb Stabt 

ragen griebberg, unter bem Schube 

r, unb bes rolmetfjen Cörnen. ein neuer XotwätlerbäusWen beim inneren Burgtor, 

jirän- Ruffchroung ; 1914 zählte grieb- 

ficben berg 11 OUU ifinroobner. Ruf Schritt unb Iritt wirb man in griebberg an längft Der* 

t oon gangene 8*iten erinnert. Die ibullifcbe «urg mit 'Bauten aller beutfeben Stilarten 

1582 unb bem malerifchen Rbolfturtn (Bcrcbfrit, 1347) fucht ibtesfll eichen, unb bie Kaifer- 

oon ftrafce, bie fcauptftrafec ber Stabt, ift eine ber fchönften unb malerifchften Äleinftabt* 

öbte, ftraßen Deutfchlanbs. Unter ben Bauwerfen ber Stabt gebührt ber herrlichen früh- 

gotifchen üiebfraurnfirehr, 

bem vettcraarr Dom. bic 

Krone (breüebntes Jlabr- 
bunbert). Riebt weniger 
fcbcitsBcrt ift bas Vunft- 
gefebiebtlid) bchrutfamc. 
25 » tiefe gübifche grauen- 
I I bab aus bem 3abrc 1260 

1 ■ ■ ^ I im ©etto. 

•Dlulcum , Stabtarchio 
unb Stabtbibliotbef ber- 
gen beute alles forg* 
|am, »as Bobenfunbe unb 
anbeTf Rltertümer, €>anb- 
febriften unb Drude oon 
ber Bergangenbeit grieb- 
bergs ju eraäblen wiffen, 
inbeffen bie fchmude Reu- 
Habt mit ihren freunb* 
lieben Bripathäufern unb 
ben ja bl reichen groben 
(lautlichen Reubauten im- 
mer »eiter $en Süben 
ausgreift, griebberg, bic 
Oauptftabt bes gleich- 
namigen Streifes, ift „bie 
Stabt ber Sd>ulcn" (elf 
oerfebiebene Schularten!) 
unb Bebörben unb mit 
ihrer fe^sfeitigen Bahn- 
perbtnbung ber »irtfehaft- 
liCbe. geiftiae unb ge* 
|cbicbtli6e Rllttefpunft bes 
alten 'Betteigaues. Danf 
ihrer günftigrn Berfebrs- 
läge barf He juoerficbtlid) 
in bie ^ufuitft bilden unb 
»irb eine Sierbe bleiben 
im reichen KTan.ac ber 
6tabte bes fchöneti Reffen- 

3»n fitalrrgruiiO bic 9urg. lanbes. 




■- 1-7 

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- j ^ . • ' 


3nnem Burglor. 


3m ■fiurgarabfn. 


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MOLCHE 


^om SOlüncbncT ©egelfport: Regatta auf bern 6tarnbcrger 6ec am 20. 3uli; ©tart ber ©onberflaffen Dor ©tan 


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ftcmpfcnbaufcn 91öd) einer 3eicf)ming bes ©onberjeidbners ber Ceipatfler „Olluftrirten ßeitung“ gelij 6cf>roormftäbt 


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152 


3lluftrirte 3«itung. 


9tr. 3971. 


bebeutung ber färben in ber Statur. /&on Dr. Sö. ®d> roei^^etmer, ^Slunc^en. 


£T\ie (Erfahrung, baß ber Sötenich mit jebcr Bfillensäuße- 
.^/rung unb jeber fbanblung einen beftimmten Jjroccf Der* 
folgt, bat bagu geführt, auch jebem SRaturgefcheben einen 
folgen 8»c<* untergulegen. 3Bir fönnen uns nicbt Bor- 
(teilen, baß im «Tier- ober Pflangenreicß irgenb etwas nur 
aus reinem gufdl, obnc beftimmten Swcd flefcßiebt, fo wenig 
wir an eine fcanblung ebne jureichenben ©runb ju glauben 
oermögen, 

(£s mag fein, baß biefe Übertragung :bes menfcblicben 
ßwedgebanfens auf bie übrige Statur Berechtigung bat. (Tin 
lieberer SKacbwei» bafür ift icßmicrig gu führen. Bbcr eines 
ift je ben falls fidjer : es beftebt bie grobe ©cfabi, gut (Tr* 
flärung bes gwedes eines 9taturoorgangs mcnftblicbe ©c- 
banfrngänge in willfürlicbeT unb unberechtigter 'Weife auf 
außerbalbbes SPtenfcben ftebenbe Dinge unb tfreigniffe an* 
guwenben. 

Dicfe ©efabr wirb bei ben Deutungsoerfudjen bes 9ta- 
turgefdjebens häufig nicht bermieben. Die üeßre oon ©elel- 
tionstbeorie unb gcfcßlccbtltcber gucßtTOabl, wie fie 
oon Darwin begrünbet würbe, bat ber gangen 9latui* 
auffaffung eine neue ©traßc gewiefen, in ihrer »ei- 
teren (fntroidlung aber Dielen $a(b* unb Unwahr- 
beiten bie Tore geöffnet. Bon jufäUig aufgctrctcncn, 
gur Wabl geftanbenen (Eigen jehoften fallen fid> gerabe 
jene gu bauernbem Befiß weitercntwidelt haben, bie 
für ben beftimmten 3roed, fei es gum 6cßuß bes 
Gebens ober gur görberung ber Brt, fid> tton oorgüg- 
lieber Bebeutung gegeigt batten. SWit biefer Ceitibce 
war eine SDtöglicßfeit jur (Trriärung oieler gebeimnis* 
ooller fünfte unb Borgänge im Tier- unb pflangcn- 
reich gegeben. Dagegen erfeßwerte fie eine unbefangene 
Bnfd>auung oon oomberein unb ergielte bäuftg eine 
unberechtigte Übertragung Don Bnfcßauungen unb3been 
bes ÜRenfcben auf bie übrige Statur. 

^luf folchcm Biege bat ficb für bie Buffaffung 
oon bei Bebeutung ber garben in ber aiatur all- 
gemein eine Bnfcßauung Bahn gebrochen, bie auf ben 
erften Blid siel Berlodcnbes für ficb hat. Danach baben bie 
garben bei Pflangcn unb Vieren alle eine Aufgabe gu er- 
füllen, bie aufs engfte mit ihrer auffalienben (b. ß. bem 
:IRcnfcbenüuge auffalienben) <£ iebtbarfeit gufamtnenßängt. 
Die Blume (egt ein leuebtenb rotes ober tiefblaues ©ewanb 
an, um bie önfeften berbeiguloden, bie fie jur Übertragung 
bes Blütenftaubes unb bamit gur Befruchtung nötig bat. 
Bei männlichen Vieren, Bögeln insbefonberc, cntwidelt ficb 
buntes ©efieber, beren fcßönftfaibig« oon ben Büeibcben in 
erfter fiinie beoorgugt »erben. Tieffeefifcße nehmen bie 
fchönen garben ber Korallen an, mit benen fie gufammen- 
leben, unb fuchen mittels biefer Bnpaffung ihrer KörpeT* 
färbung unfichtbaTtr unb baburch gefeßüßter gu werben. 

©olcbe unb ähnliche Behauptungen fmb gut ausgebacht, 
unb ihre (Tingliebetung in bas grobe tsoftem ber 
ftwcderflärung hat etwas ungemein Beftechcnbes an 
ficb. SOtan muß ficb aber üar bariiber fein, baß fie 
auf nichts anberm beruhen als barauf, baß wir ben 
Tieren unb pflangen unferc eigenen (Srwägungen 
unterlegen. Die ©runboorausfeßung bafür ift bie 
Bnnabme, baß gum minbeften bie Tiere ebenfo feben 
wie wir, bab alfo ben Tieren rot erfdheint, was bem 
menfcblicben Buge rot oorfommt, bab bie Tiere als 
blau erfennen, was bie SDtenfcben blau bünft, ufw. 

©o gang felbftoerftänblich ift bas ja gaT nicht: es ift 
febon lange befannt, bab es auch unter ben üRenfchen 
Ceute gibt, bie beifpi eisweil« troft guter ©eßfäbigfeit 
^Hot unb ©rün nicht unterfcheiben fönnen, alfo teil- 
weife „farbenblinb" finb. Bnbere aüenfeßen finb 
„total farbenblinb", b. b- bas Bermögcn, garben 
gu unterfebeiben, fehlt ihnen Dollfommen; alle ©egen- 
ftänbe, bie bem normalen garbentüchtigen in ben Der* 
jeßiebenen garben erfcheinen, fehen fie in roechfetnben 
6cbalticrungcn oon ©rau. Bei ben Tieren, benen 
eine birette Berftänbigung mit uns burch bie ©praeße 
nicht möglich ift, ift bie garbenempfinbung fchwer feftguftellen. 

gabrelange eingebenbe Bcrfucbe unb Unterfucbungcn, bie 
ber aJlünchner Bugenflinifer ^)rofeffor 5. öefe angeftellt 
bat, haben nun großenteils bie iln^altbarfeit ber bisher 
bcrrichcnben Bnüchten über bas garben (eben ber «Tiere bar* 
getan. 6eine (Stgebnilfe finb, wie bemerft »erben mufe, 
nicht unbeftfitten geblieben, namentlicb oon goologifcher 
6eite; aber bas ift nicht gu oerrounbern bei Brbeiten, bie 
burch ihre nüchterne Sachlichkeit unb ftrenge Objeftioität 
einem pielDerbreiteten Drrtum ber bi&hetigen $laturauffaffung 
Boben unb Unterlagen entgieben. t>eß fommt gu bem (fr* 
fltbnis, baß gwifchen bem Buge bes Blen|ch«n unb bem ber 
oerfchiebenen Tierarten in begug auf bie garbenempfinbung 
bebeutenbe grunbfäglichc Unterfchiebe befteben, unb baß bie 
Übertragung ber bei bem einen geltenden Berbältniffe auf 
bas anbere feineswegs ftattbaft ift. Die liere leben 
nicht mit menfchlichen Bugen; was uns rot unb 
blau erfcheint, macht auf fie einen gang anberen 
ober gar feinen garbeneinbr ud. 

6<hon bie 6äugcticre feben bie garben gum Xeil an- 
bers als ber ÜRenfcb. Die garben auf faffung bes Bffen ift 
gwar ähnlich ober gleich wie bie menjchlicbe, aber bereits 
$unbe, Äab«n, Kaninchen uiw. (eben bie garben wclentiicb 
„ungefeittigter", mit B&cifo bgw. ©rau Derhütlt. Die Bm- 
pbibien leben ähnlicb wie ber 3Jienfd). 


kühner unb anbere Xagoögel fönnen rote unb grüne 
garben unterfebeiben. Klebt man g. B. rote gutterförncr 
auf febwarger Unterlage feft unb ftreut anbersgefärbte lo|c 
greijehen ihnen aus, io merfen bie S>übncr halb, bafe fie na6 
ben roten Körnern Dergeblich piden. unb laffen baßer, rafd> 
belebtt, alle roten Körner unberührt liegen. 6ie nehmen 
fie auch nicht mehr auf, wenn He nicht angeflebt, fonbern 
(ofe auf ber Unterlage ausgeftreut finb. 3m ©egenfat} bagu 
werben grüne Körner, ebenfo gelbe unb blaue, weggepidt. 

©egenftänbe, bie ben SDlcnfdjen leuchtenb blau eTfcheinen, 
machen auf bie Xagoögcl ben tfinbrud oon farblos ©rau 
ober febmaeb Bläulichflrau. Die Jagoögel finb alfo „blau* 
blinb", unb bie bevrlich blauen garben im ©efieber bes 
'Pfaues unb anberer Bögcl fönnen nicht gur Bnlodung ober 
Neigung ber 'Beibeben bienen, ba fie ja ihnen gar nicht 
farbig cTfcbcinen. Den garbenrinbrud, ben ein Bogclaugc 
oon ber Belt gewinnt, fönnen wir uns bureb Borfcfeen eines 
rötlicbgclben ©lafcs oor unfcrBuge gum Bcwufotfein bringen. 



Die 3nfeftcn oermögen garben überhaupt nicht »abr- 
gunebmen, fie finb färbe nblinb. Damit gerfaUen alle 
bie -Theorien über ben 3w>*d ber bunten Blütenfarben als 
Bnlödungsmittel bet 3n|eften in nichts. ?>efe bat für bie 
Bienen ibrcgängli<he^atbcnblinbbeiterwie|en. Das [euchtenbfte 
■3lot erfcheint ben Bienen als ©rau. (Tine Beooigugung ge* 
wiffer garben fommt baßer für bie Bienen nicht in Betracht. 

Dec Viditjinn ber Bienen ift auberorbentlich ftar! ent* 
widelt unb bem bes 3Jten!cben minbeftens ähnlich ober gleich. 
Bbbilbiung 1 geigt, wie Bienen, bie ins greie in ben 
©cßatten gebracht werben, ficb (ofort auf ber 6cite ihres 
©lasgebäufes fammeln, auf ber bie 6onne ftebt, auf ber 
bie Bollen heiler belichtet finb, unb oon ber baber bas 
Siebt ftärfer ftrömt. 



2. Kleine tBeifefijcbe (ammeln ficb in bem mit €petlial|arben butcbleucblelen Bcbäller an 
öct «Stelle, bie bem total faibcnblinben 3Jten|chfnaufle als bie b«Ufle erfcheint. (9ta<b €>efa.) 


Bon welcher (Seite bas Sicht fommt, ift gleichgültig: bie 
Bienen pcrbalten ficb genau cntfprccßenb, wenn ein l^icbt- 
(trabl oon unten b«r auf fie gerichtet wirb. (Sin Bcrglcicb 
mit bem ähnlich empfinbenben üRenfcßenauge ift in biefer 
Begebung burebaus möglich. Bllc Bcrfucbc mit Cicbtcrn bes 
6peftrums, mit farbtgen ©laslichtern unb farbigen papieren 
geigen inbes, baß ftch bas Bienenauge ißnen gegenüber genau 
fo oerbält wie bas Buge bes total farbenbiinben Blenfcben. 

3« gleicher Beife fann ber „6inn" unb „8tt*d" ber 
reichen garben ber Schmetterlinge unb Libellen nicht 
in bei Bnlodung ihrer anbersgefcbiechtlicben ©efäbrtcn be* 
fteben: benn fie finb gleichfalls total farbenblinb. 

Befonbcrs fchön fonnte &cb ben ^langet eines garben- 
finnes bei ben Stpbalopoben ober Xintenlcbneden (auch 
Xintcnfijcbc genannt) mittels ber Bupillenrcaftion nach- 
weifen. Die "Pupille erweitert fid> befanntlicb bei Dunfel- 
beit, unb je bcllej bas beftrablenbe Sicht wirb, brfto mehr 
oerengt fie fich bis gu einem fchmalen Spalt. 3n ber Bb- 
bilbung 3 ift bie Birfung oerlchiebcnfarbigen Cicbtcs auf 
bie 'Pupille eines Xintcnfifcbcs (6epia) mit büU.Dpn 'ölig* 
lichtaufnabmcn photograpbifcb fcftgcbalten. Dabei ift gu be- 
merfen, baß bem normalen Buge bie hcllfte ©teile im garben- 
fpeftrum im ©clb erfcheint, bem total farbenbiinben Buge 
bagegen an ber Stelle bes ©rün bis ©elblicßgriin. Be- 
leuchtet man bas Buge ber 6cpia mit ben oerfebiebenen 


Richtern bes 6pctlrums, fo reagiert bie /Pupille jebesmal 
mit bem ©rab ber gufammengiebung, wie fie bem heUiflfeits- 
cinbrud ber betreffenben ©teile im ©peftrum auf bas Buge 
bes lotalfarbenblinbcn entfpricht. Dcmgufolge tritt, wie aus 
ben Bbbiibungen beroorgeßt, bie ftärffte 3 u f anini engießung 
ber Pupille bei ber Belichtung mit ©rün unb ©clbgrün ein, 
nicht aber bei ©eib, wie fie bem Buge bes normalen garben* 
tücßtigen gemäß wäre. Die ffiröße ber 3u|ammenjießung 
läßt ficb mit fcilfe eines geeigneten 3nftrumentes fogar gablen* 
mäßig genau feftlegen. 

Total farbenblinb fmb ferner bie gifch?- hi« 

gifebe ftreben. unbeeinflußt, gur bellften ©teile. (Tbenfo wir 
ben total farbenbiinben 3Renfchen, erfcheint ibnen bie ©teile 
bes ©rün bis ©clbgrün im garbcnlpcfttum am bellften, unb 
in einem mit ben ©peftralfarben burcßlcuchteten Bebältcr 
(ammein fie ficb alle augenblidlicß an ber entfprt-cbenben 
©teile. Dies ift in Bbbilbung 2 bei jungen Beißfifchen 
gegeigt. Buch in anberen Besuchen feßwimmen bie gilebe 
ftets nach ber ©eite, bie bem total farbenbiinben 
Blcnfcbenauge als bic bellcre erfcheint, einerlei, wie 
fie Dom garbentüchtigen geieben wirb. 

Bon ungewöhnlicher pracht erfcheinen uns bic 
herrlich leuebtenben garben ber Baffcrtiere, befon- 
bers ber Xieffeefifche. 3n ber guten Beleuchtung 
ber Bquaricn feßen mir bas fcßillcrnbc ©leißen un- 
ausbenfbarer garbcitmifcbungen in allen Bbftufungen. 
Bber in bie Tiefen, in benen bieic adeercsticrc für 
gewöbnH<b leben, in benen bie buntfarbigen ©ee- 
anemonen unb ©eefebern gu Saufe finb, bringt nie- 
mals ein l'icbtftrabi, unb garben fönnen bort nicht 
»abrgenommen werben, auch nicht oon bem Buge 
eines farbcntücbtigen Blcitfchen. 4 m unter ber Ober- 
fläche bes fDleercs ift fein SRot mehr gu unterfebeiben, 
bei 11 w bas grcllfte ©elb faft nicht mehr wahigu- 
nebmen, unb 13 m unter bem 3Reercsfpiegel ift feine 
3arbc mehr ju erfennen, fonbern alle Dinge cr- 
(cbeinen grau ober blaugrau. Die Ticffecbcwobncr 
halten fich in Tiefen Don 4ÜÜ unb 1000 unb 2000 ni 
unb meßr auf, unb bort ift jebes garbenerfennen ausge- 
fcßloffen. 

BöUig farbenblinb finb ferner bie Krcbfe. ©erabc oon 
beftimmten Krebsarten, ben ©arnelen ober Krabben, war 
jehon häufig behauptet worben, fie fönnten garben gut unter* 
jebeiben. 3ßre gaßigfeit, gum ,8 »cd ber Bnpaffung an ihre 
Umgebung bie garbe gu »echfeln, »uTbe oft befeßrieben: auf 
weißem ©runbe würbe ihre garbe weiß, auf braunem braun, 
auf i<b»argcm gang bunfel. Die garbenerfennung unb -be- 
nüßung folltc fogar noch weiter geben. SDlancbe Krabben 
geigen bie l£igentümlicbfeit,tleine papierfebnißel unb pflangcn- 
ftüdeben mittels ibrer Scheren auf ihrem S^üdenpanger gu 
bcfeftigen.woburcb fie ber Umgebung ähnlicher werben, gröbere 
Beobachtungen füllen nun gegeigt haben, baß bic 
Krabben oon oerfeßieben farbigen ihnen Dorgelegtcn 
'Papicricbnißcln immer jene berauschen, an bie fic 
bureb längere (frfabrung als Umgebungsfarbe gewöhnt 
waren, alfo in einem rot gefärbten Behälter nur bie 
roten, in einem blau gefärbten bie blauen papirr- 
fchnißel ufro. Dicfe Bngaben treffen, wie £cß nacb- 
wies, abfolut nicht gu; bie Krabben nehmen oiel- 
mebr ein bargebotenes Papierftüdcben nach bem 
anbetn auf unb befeftigen es auf bem Büdenpanger, 
oßne irgenbwelcßcn ilnterfcßieb gwifeßen ben oer- 
icbicbcncn garben ber pa pierfebnifeei gu machen. Die 
gäbigfeit, bie eingelncn garben ooneinanber gu unter- 
ließen, ift ihnen eben gar nicht gegeben. 

Die (Srgcbniffc ber teßfeben Untcrfudjungcn fmb 
oon grunblegenbcr Bebeutung nicht nur für bas 
fpcgicll gelöftc Problem, fonbern auch für bie gefamte 
"Jlaturauff offiing unb bas allgemeine biologifcbc Bcr- 
ftänbnis. 6ic »eifen mabnenb batauf l>im, baß bie 
jo bequeme unb feßeinbar folgerichtige Bnwenbung 
menfeb lieber 3becn unb ©ebanfen auf bie Tier- unb 
Pflanzenwelt große 3rrtümer geittgt, wenn fic nicht mit 
äußerftcr Bebutfamfcit unb ftrenger Prüfung jebes ein- 
gelnen ©djrittes erfolgt. Bei ber gragc nach ber Be- 
beutung ber garben in ber 9latur unb ber bisherigen Söfung 
biefes Problems war man ftillfcbtteigcnb über bie clcmcn- 
tarfte gorberung binwcggcglitten, nämlich bie Unterfuchung, 
ob bie Tiere ebenfo feßen wie ber ÜRcnfcß- Das war als 
felbftperftänblichc Borausfeßung angenommen moibcn; fic 
bat fich bei genauer gorfchimg als irrig berausgcftcllt, . unb 
bamit h at bas gange barauf aufgebaute ©pftem feinen £>alt 
oerbren. 

Die eigentliche Bebeutung ber garben bei Pflange unb 
Tier ift bamit ungewiffeT als jemals geworben, ^leuerbings 
benft man baran, baß He für gewiffe ©loffwccbfelDOT- 
gänge oon aiotwenbigfeit fmb, ohne inbes biel Sicher es 
barüber ausfagen gu tönnen. äflan ift barauf aufmerffam 
geworben, weläbe wichtige Bolle gewiffe garbftoffe bei ber 
Bermittfung ber ßicbtwirfung fpielen, g.B. bas (Tbloropßoll. 
ber grüne garbftoff ber pflangen, ferner Qofin, aKetßglen- 
blau unb ©allcnfarbftoffc. (Ts ift ficbcr, baß gewiffe (Sin- 
flüffe bes Gidbtes auf ben lebenben Pflangcn- ober Tier- 
förper nur bann guftanbe fommen, wenn jene garbftoffe in 
bem betreffenben Körper anmefenb fmb. gehlen fie, unb 
feßt man ben Körper bem Cicßt aus, fo tritt feine Sinwir- 
fung bes Siebtes gutage. 



Dunfrl. Köllicpgelb. Cßiun. iMau. Sei (Selb. «Sclbfltun t'ielflt 

3. Die Purille eines Tintcnfifcbes (6epia) oerbält ficb bei Beleuchtung mit »eiicfcietxenen garben genau wie bie eines total farbenbiinben 3Jtcn|<hcn. (Baeb rieb. BliBlicblaufnabwen.) 


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9tr. 3971. 


153 


Olluftrirtc 3«itung. 

'partfer Äommune unb © p a r t a f u 6 . / &on Dr. ‘ttrt&ur ‘piocfc. 

(3mt 12 aibbilbuttflen n ad) 3^‘Anun^n Don 2. t>. (Slliot aus bem JJabrflanfl 1871 6er 2eipjifler ^DUuftrittcn 'Seihiiifl".) 


lies roiebccbolt fich im ücben. tiinaclfcfcidfalc (ornobl ab 
auch Völferlchidlale weifen ähnliche. oft Dtrblüflenb über- 
cinftimmenbe ^üge auf unb reifen ^u Pcrglficbenbcr Betrach- 
tung. Der C£rfabnjngs(afc, ba& gleich« gleiche Bie- 

tungen bfroorrufen muffen, gilt nicht nur in ber mcchanifcbcn 
•Welt, fenbern offenbart fi<b aueb auf edjritt unb Xritt in 
ber cy>(fcbid)tc iUur baf} im Ablauf bei incnfcfp^eittidjcn <5nt- 
roidlung flets bie burd) tfeit, Ort, nationalen t£baraftcT unb 
(ojiale Belcfcaflenbeit bebingten Unterfcbiebe in bie tfTfcbeinung 
treten, unb baf} bie „Bicberftbr bes ffileicben“, bie ^iefjlcbe 
lehrte, unb bie er im mrtapbofiftfecn 6inne als bie in Äonen 
ficb Dolljiebenbe, ewig gleiche Bieberbolung bcs 'Beltlaufs 
auffafot, im Huf unb Üb bes gefcb iebt liebe n Gebens mehr ober 
weniger Harten Abänberungcn unterworfen ift. 

Die ffiegenroart mit ihren bureb bie '•Jloormbcrreoolution 
beroorgerufenen <£r|<bütterungen legt uns nabe, ben Blid auf 
bie xcoolutionären Bewegungen ber Vergangenheit ju lenfen 
unb üur tieferen lErfenntnis ber eigenen Seit nach biftorifchen 
parallelen ju Tuchen. Die Resolutionen oon 1789, 1830 unb 
1H48 coeifen ihrer (fntftehung, ihren Sielen unb ihren Aufcc- 
rungsformen noch mancherlei Abnlicbfeilen mit ber in ihrer 
cfntwidlung noch nicht abgefebloffenen ruffifeben unb ber 
beut|cben Aeoolution ber ©egenwatt auf. über noch t>icl 



lebten AugenMicf oerfprochcncn Bafjenctfolq grtaufchte Volf 
über Verrat, unb nun batten in brr franjoftfeben töauptftabt 
bie fo)iaIiftifcben Agitatoren ein leichtes Spiel. An ihrer €r«li« 
ftanb ber au» Güflkinb berübergefommenc ergraute Vouis 
•filangui, ber Barrifabenfämpfcr oon 1830 unb Führer in ber 
Aebruarreoolution oon 1K4W, ber |eit IN70 in Paris bas vabi- 
fale Blatt ,.Ls Patrio en daag*r* berausgab. fliehen ihm 
roirften ©uftaoe glonrens, gellt Doat, Allo. Drlesduje u. a 
Die republifanifche Regierung erioies ficb als unfähig, bie 
roaebfenbe Bewegung \u unterbrüden, ja, ihre fDlüfenabmen 
trugen gcrabc jur Cteigerung ber Erregung bei. Aach bfT 
ftonoention oon Perlailies waren ber Regierung nur 12000 
fDlann oerhlieben, bie oon ber (Sntmaffnung ausgenommen 
waren, Für bie üufrechtcrhaltung ber Orbnung hotte bie 
Aationalgarbe ju forgen. bie jeboeh längft in ihrer Difoiplin 
erleb üttert unb oon ben Jovial iftifcben Fbeen angeftedt toar. 
Die Regierung machte nun ppm 19. Februar ab bie Aus- 
zahlung bes Xageslolbes an jeben in ber Aationalgarbc bienen* 
ben Arbeiter oon bem (chriftlichen 9la<b»eis abhängig, baf} ex 
ficb orrgeblicb um Arbeit bemüht habe. „Sebntaufenhr," beifct 
es in 31 t. 1431 ber *3Uuftrirten Sdtung“ oom 22. April 1871, 
„feit Vtanaten ber Arbeit entwöhnt unb oom €taat erbalten, 
feilten ficb nun fefbft wicber ihren Unterhalt oerfebaffen unb 



Porrifabenbau an bei ^uliläulc 


Fanatismus au fchüren, 
unb bas Voll folgte ihm 
blinblings, ba ihm täglich 
ber ©ieg über bie perhob* 
ten „pruffiens" oeibeifeen 
würbe. Als fidb bann 
abeT troft ber Aufteilung 
neu aus bem Boben ge* 
ftampfter fjeere unb tToß 
ber Abfefoung gefchlagcner 
©enerale bas Kriegsglüd 
boeb nicht wenbete, als 
Paris fapitulieren mufjte 
unb in Perfaillcs bie Feie* 
bensoerbonblungen be- 
gannen, bie junäcbft ium 
Pbfchlub eines allgemeinen 
Baffenftillftanbes führten, 
ba fchrie bas in feinem 
Pertrauen auf ben bis &um 



•Herfucp b« pöbds, einer (Ssforlt ju>ei gefangene 
leinen ttnienoffUirx unb einen fDIann in 3ioi0, bie 
auf Pefebl bet Kommune Icflflenommcn coorben 
mären, entrethen, um fie .w mi(jbanbtln 

lehrreicher ift ber Vergleich unferer jüngften 
Vergangenheit mit hem üufftanb ber parifer 
Kommune oom Frühjahr 1871. Vieles, was 
bie rulfifcben Volfcheroiften unb bie Sparta* 
fiften Berlins, Bremens, Braunfcbroeigs unb 
fülünebens an Xaten ober Untaten beruhten, 
hot [ich im Paris ber Äommuniften genau 
fo jugetragen. Der fDlenfch bleibt fich eben 
im Kerne feines fßefens gleich, tinb besbalb 
wirb fHabbi Ben üftbas Bort „ÜUes fdhon 
bageroelen!" immer au Riecht beftehen. 

Der mit bem Fall ber fauptftabt be* 
fiegelte militärifcbe ^ufammenbrueb 5 ran T* 
rcichs fühlte in Paris aum üusbruch bes 
Bürgerfiieges. 6^on am 31. Oftober 1870 
batte fich bort nach einem fogialiftilchen 
putfeh eine Kommune gebilbet, beten S>err* 
fchaft aber infolge bcs ifingreifens einiger 
regierungstreuer Bataillone ber National* 
garbe nur oon furcer Dauer roar. Die 
granjofen rafften fich unter ©ambettas 
Führung ju einem Derjroeifelten Biber* 
ftanbe auf. Der glänjenb berebte üboofat 
unb mcifterbafte Organifator ber nationalen 
PeTteibigung oerftnnb es ^urch iKtne üuf* ^(utbaO auf Sem ^WfibÄrnfpIal} am 22. 9Rdtj 1 871, bas bie itufftänbi(<b«n utilet ben urbewaffneltn Um* 

rufe, bie V>eiben|cbaften her JRallen bis jum wglrm anriebtrttn, bie einen frieMidxn Veriu6 »ir ©irbrrbrrftriUing ber Cxbnung ma<ben roolllen 



ÄcialidK hulbiflung i>ot ber relen ^abnr 


ben ünforbrrungen ihrer ©laubiger gerecht 
»erben. Reicht lieben fie fich für bie rote 
Pepublif gewinnen, als bie Ügenten berfelben 
ihnen ben gortbeaug ihres ©olbes, bie 
inicbloeräufjerung ihrer im Ceihbaus per* 
pfänbeten tsachen, ben91d<hlab ihrer fälligen 
unb am 1. Ppril fällig werbenben SWiets- 
gelber unb bie Annullierung aller Bechfd 
unter 500 Fran! eerlprachen." Der Be* 
aierungserlafj, ber ben 13. JWärj als Ver- 
falltag aller roäbrenb bes Krieges geflun- 
beten Bechlel unb 6<hulbforberungen |o»ie 
ber Vlietgciber ffftfefotc, trieb nun au6 bie 
fltinbürgerliche, um ihre (friftena belorgte 
Beoöl fcrunqsfcb ich t ben üleoolutionären in 
bie Arme. Öinmieberum hatten bte Zulagen 
ber Toten Pepublifaner eine ,3unabme her 
Arbeitsfcbcu jur Folge, unb bic ©eroei be- 
treiben ben fonnten ibre ©efebäfte nicht wie- 
beraufnehmen, ba auf bie «sitllenangebole 
in ben Leitungen bin fich feine Arbeiter 
melbeten. Die Unterbrucfung ber reoolu- 
tionären Journale „V T «*ngour" t „Cri du 
Peuple“, „P« N rc Duchoene“ unb „Mot 
d’Orclrt“ machte »eiterbin böfcs Blut, unb 
als nun gar befannt würbe, bah bie Ar- 
beiterführer Blangui unb Flourcns aum 
lobe oerurteüt toorben waren, ba brach 
bie Empörung in hellen Flammen aus. 






154 


3üuftrirte Leitung. 


9tr. 3971. 



Cmubel mit SRililärfticfcln auf offener vitiobc Tic beben tclulpen, bic 
manchen Käufern nicht jufaflten, werben burcb einrn € hwertftreicb entfern! 


Blanqui bsrc». ber ron ihm geleitete Scntralausfchub riß bie 
ffieroalt an ficb, unb als Tblet», ber Don ber RationalDerfamm* 
lung gewählte (£bef bet Erefutioe. burth Regier ungstruppen 
in ben Morgenftunben bes 18. Märj ben Montmartre heießen 
lieb, bracb bei Hufftanb los. Die Rationalgarben (türmten 
ben Montmartre, bemächtigten fi<h ber ^efc^ü^e unb befehlen 
bie Bcrfcbanjungen. Sin Seil ber Regierungstruppen ging 
ju ben Hufrübrcrn über, bie ©enerale Thomas unb Cecomte, 
bie bie Gruppen bei ihrer Pflicht ju erhalten Juchten, würben 
gcfangengenomnitn unb erfeboffen. ‘Bereits am 19.3Jtärj batten 
bie ftommuniften Paris völlig in ibrer £>anb. Huf bem 6tabt- 
baufc unb auf allen öffentlichen (Schäuben würbe bie rote fiabne 
gehißt. unb ber Ausfall ber am 26.3Rärj oolljogenen ©emeinbe- 
ratsroablrn beftätigte ben toollfommenen Gieg bes Proletariats. 

Bon beT £>crr|<baft ber Kommune in Paris läßt ficb aus 
bem Jahrgang 1 «71 brr „3Iluftrirtcn Leitung" ein lebenbiges 
Bilb gewinnen. Dem fteichner (i. p. (SUiot war es gelungen, 
in bie franaöfilcbe öauptftabt ju gelangen, unb er ift bort 
.Seuge all ber Borgänge gemefen, bie ficb im 8ei<h*n ber roten 
gaßnc abfpielten. Sein Stift bat bie bemerfensroerteften Sr* 
eigniffe im Bilbc feftgebalten, unb feine geioanbtc geber bat 
in einer “Reibe oon Stimmungsbilbetn feine Erlebnifle unb 



Transport aefangrner Bcrlaillcr Tcnbarmcn Piird) Kommune rhen 


in ben Münchner Roimnuniftentagen bie gemäßigteren Siemen:, 
oon immer rabitaleren ahgelöft würben, fo war cs auch im Paris 
ber Kommune, genau wie febon trüber wäßrenb ber großen 
franjöfifcbcn Rcoolution. Sine ber icfcänblicbftcn Taten ber 
Münchner Räteberrfcbaft war bie Srmorbung ber ©eifcln 
Huch für biefes Bubenflüd liefert bie Parifei Kommune bas 
Borbilb. Hls bie Berfailler Regierung ben Kampf mit ben 
parifer Terroriften aufnabm unb Mac Mabons Knippen beten 
Gtußpunftc eroberten, würben bie oon ber Kommune in Ca 
Roquette gefangengefeßten ©eifeln bem Tobe geweißt, um 
Rache ju nehmen für bte oon ben Regier ungstruppen ror- 
genommenen Erfcßießungcn gefangener Rommunarben. Hm 
24. Mai würben G4 ©eifein trfcbofjen, am Rbenb bcslelbcr, 
■Tages auch ber Srjbifebof oon Paris, Darbop, beT Präfibrni 
bes Rafiattonsßofes, Benjean, unb »ier Priefter. Hm folgerten 
Tage erfolgte bann bie jur „Ceicbenfeicr" ber Kommune oon bem 
Diftator Delescluje angeorbnete Riebcrbrennung aller öffent- 
lichen (Scbäube burcb bie berüchtigten Petroleurs unb petro- 
leufen. Der Tuilericnpalaft, bas palais Rooal, bas etabtßaus, 
jaßlreicßc etaatsgebäube, Kirchen unb Theater würben ein Raub 
ber glommen. Den Couore retteten einige beherzte Marine- 
lolbaten por ber Bcmichtung. Hm 29. Mai war Paris ton 
ber öerrfchaft ber Rommune befreit, ber Bürgetfrteg, ben bie 





Tic Ermorbung bei (Scifcln am -4. 3Roi 1H7 1 : Trr Er,ü»iid>c*| eon pari», ®cprpc Toiboc 


B«m6 bei Ruc Rooal c. 

Einbrüdc ber Rachwelt überliefert. Manches oon bem, 
was er berichtet, berührt aufjerorbentlüfe „aftuell", unb 
man ift oft oerfuebt, im ©eifte bie Ranbbemcrtung „tout 
com nie chez nour‘ ju 
machen. Bei jebem 6par- 
tatiftenputfeh lefen wir in 
ben 8«tungen »on ber 
Öffnung ber ©cfängnlffe. 

Das war im Paris ber 
Kommune nicht anbers. 

Die Rommuniftenarmec 
beftanb nach SUiot ju 
jwölf pTojent aus Sträf- 
lingen, bie aus ben nach 
Errichtung ber Rommune 
geöffneten ftioil- unb Mt- 
litärgcfängniffen befreit 
tootben waren. Sine ber 
erften Maßregeln ber 
Kommune- war bas Ber- 
bot bes Religionsunter- 
richts in ben Schulen. 

Die Kirchen (elbft rour* 
ben militärifch befeßt unb 
geplünbrrt, um für bie 
Rationalgarbiften bie 
tägliche Cößnung oon 
17 , granf be.jablen ju 
fönnen. Berber waren 
jur Befcßaffung ber nöti- 
gen ©elbmittel bie öffent- 
lichen Kaffen unb bie Ber 
mögensbeftänbe oon per- 
bafteten unb geflüchteten 
„Baterlanbsfeinben" be- 


Hbfübrung oerbafielec Branb- 
Wfte*. 

Ichlagnabmt worben. Der 
ierror ber Rabifalen 
herrfchte im übrigen unbe- 
(chränft. „Hlles, was fit 
geniert, wirb hinter (schloß 
unb Riegel gebracht'', 

Icfareibl SUiot. »jßlnbet fich 
noch irgenbroo ein Offizier 
ober Beamter bei früheren 
Regierung, fdjleunigft wirb 
bas ftaatsgelährlidje Onbi- 
pibuum arretiert. Ober 
gar ein rieitunö&rebdf teur, 
ber es wagt, eine anbere 
Meinung als bie Rommune 
ju baben: ift cs nid)t pa- 
Iriolifcbe Pflicht, bem Per- 
blenbelen Seit ju füllen 
Racbbenfen ju geben unb 
bie Bürger oor bem Sauer- 
teig feiner freibeitsgefabr- 
lichen Schiiftftcllcrci ju 
fehühen ?* 

vBie bie Spartafiften 
überall ba, wo jle bie ©e- 
tpalt an (ich riffeii, bie bürgerliche preffeam 
(frfcheinen »erbinberten, fo untctbrüdlen auch bie Rommunar- 
ben alle ihnen nicht unbedingt ergebenen Leitungen. Unb wie 


unb leint l'eibcnsgtfäbrtfn por her ffrßbirßung 


militärifcbc Riebcrlagc hatte auflobern [affen, in Blut eifti^U 
Tic Bariifabcnfcblacbt batte fieben Tage gebauert, ©egen 
25000 Rommunarben |ol 
len in ben erbitterten 
Straßrnfämpfcn gefallen 
fein, unter ihnen waren 
bie gübrer Delescluje unC 
Dombrowlfi ; gegen 3000U 
würben gefangengenom- 
men unb fricpsgencbllicb 
abgeurtcilt. .'UtOOftarben 
in ben ©efängniffen, 
13700 würben jum Tobe 
ocrur teilt ober mußten 
längere 0reiheitsftrafen 
abbüßen ober perfkw 
ber Berbannung. Tie 
Bcrluftc ber Regicrungs- 
truppen würben amtlich 
auf r>l!i Offijiere unb 
7000 Mann angegeben. 

Ein padenbestBcmälbe 
t>on bem Hufftanb unb 
bem Enbe ber Kommune 
entrollt Emile Sela im 
lebten Teile (eines Kriegs- 
Tornaus ..Iji D^bAclr 
“Wann wirb ber beutfhc 
Sola lommen, ber oon 
unlerem „Sufammen 
bruch" ein mit gleiche: 
Meifterldbaft bingewo; 
lenes btcblcrifcbes Hb- 
bilb gibt? 


Ti« ilrcnu c bc Rcuillo nach ber Einnahme oon pari» burib bie Bcilaillci Iruppcn. 3m Borbergrunb bas BWgtäumen ber bortigen Banifabe, bie JU 

ben boebften unb ftärfften gehen batte. 


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3>ie $ome mit ihren i'icblingsbunbcn. 

I DcUo JRojö. 2. 3Raiid Otslo. 3. $»nfi üurfl. 4. ifbitb üRfllcr 5. tBönwr. 6. 5lid 3cnbf- 7 . ffiiltm üun<|M. 8. ®tdc iWirler Jufnobrnm bcfannlcr »SilnifijnJtlcritmcii aus bcm rMofliapbiltbca 

Ältlier ron Jaabct & 2abi|cb, ‘Scilin. 


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2. StefldpnMs-gtgtiT Dom Tom ju ?la umburfl. (•pb°tDfltapb , *‘ 
»erlog Pr. gr. ßtoebtnrr, Berlin.) 

Dom Btbenctcmpcl ju •fljjina (ilbbilb. 1) mögen in 
aller Bewegtheit noch |o gemeffen »irfen, ihr ©eficht 
fpricht, He [prechen ju uns burch JahTtaufenbe nur 
nod) bunt) ibr Lachen unb Lächeln. 3ft es greub«, 
Stola, Überlegenheit ober nur bes Gebens bitter 
lüdjclnbt (Erfenntnis? Söcr man bas fidjer erllären? 
Lebenbiges aRenlcbentum, ein erftes Sprengen ber 
Stummbeit burdj [eelifche unb geiftige (Erregtheit, 
bas ift es ganj 0tn>t6. ‘Cie ba lachen, leben noch. — 

‘Darf man es nicht hef lagen, baß fich fo balb bas 
Sachen aus ber ftatuarifeben Äunft ber ©riechen faft 
ganz verliert? 21 Is ob bie Seele [ebroeigen müßte 
im Gleich ber grieehifeben gorm. Di« ©Otter bes 
■phibias, bie Athleten bes ^olgffet, Sfopas unb 
Colipp lächeln nicht, nur ber Bpbrobiten Liebreiz 
trägt einen Schimmer bavon. Diel« groben ftünftler 
al|o, bie tatläeblich bas aUcrjartefte gälteben am Lib, 
bas lebte Sittern in $aut unb Bibern bem (Erz unb 
SERarmor geben tonnten, oerfchmähten bas Aachen — 
ben Anfängern aber roar ber feelilcbc Busbrud roichtig 
unb möglid), fie geben ihn ftaxt unb heftimtnenb im 
©enuß. 

Doch wenn fi<h auch in ber reifen griechifchen 
Jtunft bas Lachen perliert, fo roar cs ein 9Rißper- 
ftänbnis oon uns, bas Bleibenbe unb ©leiche zu 
oerfennen: bas oolle Leben, bas ganze 2Renfdbfein. 
3m Anfang fagt bies ein bollcs Sachen, bann [pricht 
es aus ben ftraffen ÜRusfeln, bem fcbroeLlenbengletfch, 
ber Icbenbigen Haltung, bem (Stopf ooll ©enuß, 
Bube ober Tat. 

2lucß in ber norbifd>en ftunft (Europas befreit fich 
zuerft bie Stunft im Sachen ber ©eftaltcn. 3m brei- 
ahnten Jahibunbert fangen auf einmal unb faft 
gleichartig überall, in Beims, Baris, ‘Samberg, am 
Straßburger SR ün ft er roie am Bdumburger Dom, 
gar fiele wichtige fteingemcifjelte ©eftalten zu lächeln 


4. fronarbo ba iMnci : SPtona Sifa. ('Pfotograpfiewrlag 
Pr. gT. 6toeMnn, Berlin.) 

Verlangen nach proportioneller 5teg«l oergelfenb, 
rüdfichtslofer bet Statur auf ben Leib rüdt« als fonfl. 

SRur jroci Jahre früher (1503) malte Leonarbo 
ba Binci bas Biibnis einer Florentiner ^)atTiaiers- 
gattin, ber „9Rona Lifo" (Bbbilb. 4), beren Lächeln 
ein (unftgef Sichtliches (Ereignis ift. Führt es hoch 
mehr noch oon ber rät(elbaften Dame »eg jur unbe* 
greif lieh tieferen Seele Ceonarbos felbft. Leonaibo 
batf man ben erften großen SReiftrr bes Lächelns 
nennen wegen mehr als eines Bilbes. Dies Lächeln 
ift ooll Bätfel unb $teij. Die Dame roenbet fich 
unb febaut uns boch an. 3hr 3Runb ift gefchioffm. 
ibr ©eficht faft ohne Bewegung, unb bo«b burh- 
jittert alles ein geheimnisvolles Lächeln. Oft n 
Ceicbtfinn, ©üte, grobfutn, Lüftcmbeit ober nur ge- 
fellfdßaftlich*fonoentioneüe Liebensroürbigfeit ? 3ft es 
bie unheimlich lauernbe Dämonie einer Spbini ? Soll 
es nur bas Biibnis einer lomplijierten toeiblicbcn 
Seele fein, ober ift es bas formgetoorbene Befenntrtis 
eines bödjften ftünftlers non ber Äompluiertbeit ber 
SRatur überhaupt? — Ulle Schönbeil ift ein ®e* 
heimnis — auch ber S<hlüffel bes Lächelns «rfcblicfjt 
es nicht. — gaft rounbert cs mich, bah Lconarbo in 
feinen fielen lebtteichen Bemerlungen jur SDtalerei 
nicht ein ganacs ftapilcl bem Aachen gewibmrt hat. 
5öer oerftanb fich fo roie «r auf bas ©anjr bei 
Formen ber ©emütsbeiocgung bis jur furcbtbarflcn 
©rimafle? — 2Rag Lconarbo bie fchöne Lifa burch 
Cautenfcbläger, Sänger unb Spaßmacher bei beite™ 
Saune erhalten haben, roäbrenb er fie malte, um jeb« 
örldblaffung bes ©eficfcts femzubalten — roie Safari 
uns exaäblt — fo roürbe bas Bilh boch nicht jenen 
nicht loslaffenben -gteij erhalten haben ohne bes un- 
fterblichen Äünftlers unoergleichlich« 5taturerfa1fung 
r>. dtembranM mit 6a*fia, 6<lbftr ortröt. (^botograpbieserlag b« ^betogtar bi leben' unb Runft. Denn [o fefeabbaft bas Original auch ge- 

©c|cU|(bflft, Berlin.) worben, bie geinheit ber unbegrenzteren Übergänge 


/^o rounberftarf bes fttnbes elftes Üächeln auf bie SRuttcr 
V^roirft, fo finb auch bie erften läcbelnben Statuen rounberbare 
ßeichen bes follen fünft leri fchen (frroachens ber Bölfer. 3Bie 
wenn ber Sonne lachenbe Strahlen ber 2Bclfen Dunfel oerjagen, 
erleuchtet ein frohes fächeln ber 3Renfcben ©eficht unb SRatur. 
3ft hoch Cächeln unb Sachen J<hon roie frohe Sprache, 2ln- 
fprache, 3n>irfprach)r, BcTenntnis. Unb in Seit, Ton, (Echtheit 
eines Sachen« offenbart fi<h roobl gar öerj, 9latur, (Ehatafter, 
Berftänhnis eines 3Renfd»en flarer als in langer 9tebe. 

t>eralich lachenbe ©eftalten, wer liebte fte nicht? Die fallet 
läcbelnben aber — roer fürchtet fie nicht noch fiel mehr als alle 
grimmigen SRasfcn? Denn bas Sächefn ift bem 3Renf<hentenner 
eine gar berebte Sprach«, es macht auch bas tote Bilb fprechenber 
als unruhig« ©eften. Der Äunftler, ber juerft fühlte, bafe feine 
Statue boch nicht ftumm ju bleiben brauche, baß bem ftünftlcr 
aegeben fei, (einen Bilbern Sachen unb Säcbeln au geben, ber bat 
ben promethei fchen § unten aller feeli[4>rn Belebtheit empfangen 
unb gefühlt. ^Deiche güUe oon ©eheimnilfen unb ©efüblen er- 
fehlieBt uns bas Sächeln ber Befenner roie ber galfchen, ber 
Cubenben unb ^affenben, ber ©enießet unb ber gütigen grauen, 
ber ftonpentionellen ober ber Brutalen, ber beglüdten Sinnen 
ober ber gefunben ©eftalten eines fernigen Bolfes. 

(Es ift nicht oerrounberlich, baß bie Rünftler bes ©riechen- 
oolfes fefeon oon Anfang an bas Problem auf griffen, ©e- 
ftalten fchaffen, bie leben, toeil fie lachen. Der „Slpollon 
oon Tenea M unb ähnliche Statuen, bie ftarr unb fteif, roie 
aus böljernem Dfabl ge|chnißt, am ©rabe bes gelben ftanben, 
Deraiehen ben SIRunb au einem Röcheln, bas uns laut lachen 
ma&en fann. Unb bie angreifenben ober fallrnbcn gelben 


1. ftopf rom Tempel ju fflina. SKiincbcn, ffiloptolbcf. 
('hbotoflTapbironlafl Dr. gr. etoebtner, Berlin.) 


an ober gar au lachen. Die fbimmelslönigin unb bie gürftfnncn 
ber 2Bell, bie bisher |o ftumm unb Tteif unb unnahbar in ihren 
'Dorlalnijchcn ben &opf hothflf baltcn, fangen an ju lächeln. 
Sogar oon ben Dächern herab grinft bas breite Cachen grotestei 
Dämonen unb übermütig« SERasfen fpuden aus ben Dachtraufen 
lacbenb auf bie Borübergehenben. Die Teufel fogar, bte bie 
Berbammten in ben fjollenfcblunb ftoßen, lachen ooU Bosheit, 
unb bie flugrn Jungfrauen blinfcln (ächefnb unb felbftgefällig 
ihr« glimmenben £ämp<hen an. 

Diefem merttfürbigen (achenben Lebensalter gehört auch bie 
befanntegürftinSlegelfnbis am 9laumburgerDom an (^bbilb.2). 
3br Lächeln hat Diel beftimmteren Sinn ab bas jener nadten 
griechifchen £>elben. 2lber ber Sinn ber fünftlerifchen 2lus* 
(prache ift berjelb« roie bort. ©üte, SDUlbe, Liebreiz, fverjens- 
freube gibt ibr erbebtes Leben. Die Statuen treten heraus 
aus ihrer ftummen “ffielt. Unb roie gleichartig bie Blätter 
unb Blumen ber Ornamente bes Domes fich entfalten, 
fo öffnet fich feßt ber SDRunb ber ©eftalten, unb fie roenben fich 
aueinanber, man hört fie flürtern unb plaubern, unb fie reben nun 
auch mit uns. 9(u«h hier bas Lachen ein Reichen ber Befreiung, 
nicht nur bes ÄünftleT», (onbem auch ihrer ganaen Stellung. 

21(s Dürer nach Benebig roanberte, muß ibm bas gefunbe, 
breit« Lachen einer Sübtirpler Bäuerin fübbilb. 3) über bie 
üRaßen gefallen haben. So genau abgeaeichnete ©tu bien oon 
Lachenben finb auch in ber Stenaiffance (eiten. BSirft bas 
©eficht aufs erfte frbr ftarf burch ben breiten, offenen 2Runb 
mit ber gefunben Jahnreib«, fo bol es boch ettoas Starres. 
ÜRan meint, bas Blobell habe bas Lachen öfters roieberholen 
muffen, roäbrenb Dürer es ftubierte unb er baber einmal, fein 


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in SDlalerei unb fteichnung wetteifert nur 
mit ber Unbegrengbarfcit ber fichtlicben 
tfmpfinbungen. 

flucti einer, ber bas Problem be» 
Lachens oielfach aufgegriffen, ift unfer 
SJleifter Membran bt. (Sich fefbft bat er 
namentlich in ben labten ber ^ugenb 
unb bcs ©lüds immer roiebrr lacfcelnb 
unb lacbenb gegeichnet, rabiert, gemalt. 
Als Cclbflbilbnifle fagen fic weniger 
benn als 6tubien irflenbeines Lachers, 
über bas Soeben war nicht (eine «Sache, 
Sumal fpätcr niebt in ben langen fahren 
nach feinem furjen, grofjen ©lüd. Aus 
tiefer Jjeit *ft bas inteieffante, hoppelt 
lachcnbe Bilbnis ber ©rrsbncr ©alcrir 
(Abbilb. 5). Der Stönftler bat in über* 
mutiger €tunbc fein Beib auf ben (Schob 
genommen unb Iaht mit ibr bas Leben 
an ober — aus. Aft bas ©cmdlbe als 
lachen bcs Bilbnis ftarf übergeugenb? 
Oft es nicht (oft befremblicb in feinem 
ernfien, pbantaftifeben Bert, in ber Sülle 
feiner immeT tiefft erlebten lirgäblungcn. 
unb SlRärcben mehr Mm Leib als Dom 
Cölüd? Verglich, geniefjerifch, fnb ooll bin- 
flebenb. lacht nicht feine grau. Über ihr 
|d)el m ifdjungeba Itencs Lächeln bufcbtBcr- 
legcnbeit. Iro& ihTer leifen Aufforbcrung 



gumLuftigfelnroeifi ® • sorot ’ v 

lie fid) boeb nicht 

rech* ju biefer aus- 

ge (offenen Situa- 
tion gu fteUen. 

Rembranbts Auf- 
forberung ift ftär- 
fer; abeT auch hier 
ift’s mebr ber Bille 
gum Sachen, nicht 
bas berbe, solle 
Sachen felbft. 

©tarfe SKeifter 
— ©pejialiften — 
lachen ber ©eftalt cn 
Baren roenigftens 
gmet ^eitgenoffen 
AembTanbts, ja- 
bof gorbaens unb 
grans $als. 3eber 
ein ganger Kerl, 
jeber ein eigener 
Lacher, ©eniefeer 
unbBtfbner.grans 
©als („ßunfer 
Aamp unb feine 
Liebfte", Abbilb. 7; 

„©er Äünftler mit 
feiner g weiten 
mau", Abbilb. ö) 
ift ber echte, ruhige 
fccllänbcr: 6tiU. 
aberfennerboft.bas 
Leben geniefcenb. 
nicht bramatifch 

eingenommen, ein '■ ^ T0TO &° ls: Runter un6 !««"* ®«bfte. (Dhctofltapbieoerlaa 
geinb aller ^ofe, fcfr i>boto(jraobi|<ben ©elellfcbdtt. Berlin.) 

behaglich, Gehegen 

Derbreitenb, fennt er recht eigentlich um fuh herum nur Lächelnbe unb Lacbenbc. 
3Ran fann gar nicht anbers, als ihn ben SWeifter bes feinen Lächelns gu nennen. 


•* CVafob ^orbarns: l'uftipc GVcIclIIcbaft i 'Pbotoatapbirrcrlaa ber ©bctcararbiUbfn CSWIdllcba ft. Berlin» 


(iin lachenbes Lanb, eine lachcnbe 
©eneralion, ein lachenbes Bolt u>aT 
bamate in ben Riebe rlanbrn. Bie siele 
lachcnbe ©eftaltrn haben uns bie Oftabe 
unb Brouwer. bie Xeniers unb ©ou 
unb alle bie gpelunfenmaler lebenbig 
erhalten für alle Seiten! Rad> lafcr- 
jcbntelangen Kriegen lebten bie ^lieber- 
lanbe auf, mürben blübrnb unb reich 
über bie SRafetn. ©ie Seit nährte bas 
Aachen unb bie, bie Vachenbe malten 
— nenn auch nicht gar fo lange, 
©enn fo mancher von ihnen — fo 
auch grans $>als — ftarb im Armen- 
haus. 

An gianbern aber mar Aachen unb 
©eniefjen orn jeber babeim. Unb 3afob 
ftorbaens sertritt oon allen luftigen 
©encralionen ber Rlamen nur bie eine. 
Sorbaens ift ein gang echter Repräfen- 
tanl bes Lebenselementes biefer ge- 
funben Piaffe (»Luftige ©efellfcbaf t" , 
Abbilb. 6). ©ie Babl ber Tbemen wirb 
auch für biefen 2Rafer begeichnenb. Gr 
malt am liebften fingenbe unb trinfenbe 
gamilien bei luftigen geftrn, too bn 
anftedenben Birfung bes Aachens nie- 
manb entgehen fann unb nirmanb ent- 
gehen Bill, ifs finb mehr als guftfpiele, 
bie ^orbaens malt. 




w - bie gorbaens malt, 

Üacbfpiele finb es 
Do II hechle (mir- 
fung auf jung unb 
alt, 3Rann, Bcib, 
Kinb unb ©reis. 

©as acht j eh nt c 
galante ^abrbun- 
bert traut fich nicht 
mehr fo berb gu 
lachen, es lächelt 
nur noch gegirrt, 
fofett; man hört 
nicht mehr bas 
£adbcn, man Hebt 
es nur, foll es 
feben — benn es 
gehört gum guten 
— faffchen Ion. 

©as finnfich- 
fdhelmifche, etmas 
fdhtoüfe 39ilb bes 
5an Vermeer oan 
©clft. ber faum 
groeibeutige e- 
besbanbel" (Ab- 
bilb.8) ift fo etwas 
wie ein Ahne all 
ber galant lächeln- 
ben unb serführc- 
rifefe banbelnbcn 
13ilber bcs 3abt* 
bunberts ber gxo- 
ben Resolution. 

©cm malerifch 
fo oortrefflichen 
^3ilbt bes Vermeer 
fei ©efreggers be- 

H CVan i'ermeer oan ©ritt: £icbest>anbet. (Dbotogropbies'ilag bet Dbotogiapbifcben fannter .tsalon- 
(Befetlfcboft, Aertin.) tiroler" (Abbilb. 10t 

gegenübergeftellt 

als ein 9ilb, beffen ninfttcrifcher Bert freilich mehr in ber $b?rafteriftif als in ber SJtalerei 
gelegen fein r. .g. 5s ift eines ber pielcn Silber — ber siel gu sielen gegenwärtig — 
bie aus ber 6ituation heraus bie $anbelnben mit bie Betrachter glcicbgeitig gu Ca4>en- 
ben machen ober boch machen foilen. ©ie Derfcbiebenen Temperamente, Gharatterr unb 
Berufe gibt bas Bilb trefflich wieber, gang allein nach bet Birfung bes einen 
Lächerlichen auf ihr (Smpfinben: Lächerlich allein, ja ber Lächeriichfte im Bilbe ift gcrabe 
ber eine, ber nicht lacht- $ine feine Lehre bes ftünftlers. 

©efreggers Bilb fteht über ben aUgu oielen lachenben Bilbem unfern gangen ser- 
gangenen (f poche. Ohr Lächeln mar gu hohl, roie bas bes achtgebnten ^abr bunberts gu ober- 
fläcblith Bar. 5lie möge nach biefen Bilbem unfere ©efeUfcbaft allein beurteilt werben, 
fo wenig wie bie ägoptifche, affprifebe ober bie bogantinifch-böfifche ftunft unb ©efellf6aft 
nach ber Seltenheit lacbcnber ©cftalten! ©enn wenn biefe Seltenheit falte ©chatten Werfen 
mag auf allgu ftreng geregelte Kunftübung, fo mürbe bie t>äufigfcit füfe läcbelnber Bilbcbcn 
auch bie frei efte ©efellfchaft boch in ben büfteren ©chatten ber Hohlheit fteüen muffen. 


9- $rans t>ols : TVt ftünftlcr mit feiner j&riten grau, ('‘pbotograpbicocrlag Dr. 0t. GloebtncT, ’öeriin.» 

6elbft auf jenen ffiefichtern, bie uns anfangs ernft erfcheinen, ftetlt fid> allmählich ein föft- 
li<hes, beirniiehes Lächeln ein, bas Latein eines ftergens, bas Belt unb SKenfcben fennt 
unb hoch liebt. Lacht ber Runter Ramp mit (einer Liebften in lauttm Lebensübcrfcbwang, 
bas ©oppeibilbnis bes Äünftlers mit feiner grau ift boch noch erftaunlicher in ber un- 
wiberftehlichen Rlitteilfamfeit ihres fröhlich läcbelnbcn ©eniefjens. 5in ©uett oon ebenfo 
Mtühtrgcugenber wie feiner Art. 



10. grang o. Teftegga: ©er 6alontiroler. (iHiotpgtapbieoeilafl gtanj (Mnlftamgl, 3Rüncbcn.> 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 




Rirdjgang in 3eelanb (öoilnnb). 3Ud) einer 3eid)iuing »on Otto cm ber ‘üScbl. 



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THE OHIO STATE UNIVERSITY 



„'JYWbf brn Befiefllen!": Branbicbatumfl bei fcbroebifcben öan|e|tabl ®isbp auf bet'Snffl ©otlanb but* ben bä ntf eben König 'ffiolbcmat IV. im ftabre 

1361. 5ta<6 einem ©emälbe Don Karl ©uftao £)ellqt>ift. 



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33r rlanqen e*W oudfflhrlid)» Aratl^Brpfd'ürr 


Dr. Aebftorh tr (TI*., Berlin ISO, De («batner ©trabe 104«. 





160 


3lluftrirte 3*itung. 


9lr. 3971 



Valuta. 

13on grifc fDlii (Ic r. 

e pöfmaiers finb ein 9Jtuftcrcbc- 
paar. Jeßl babeit fic fci t Sil- 
berne qefetert. „<Ss ift feine fleine 
6 acbe r " tagte grau ftTenftmaier, „fünf- 
unbjwanaig Sabre treu einanber au- 
getan — * 

„£rrm," mufete grau 6 piömaier 
buften, roeqen eines Raffcctrümcldjens 
im 6 <bltmb, „btrm. brrm 

'öpn biefem ftrümeUben ging '9 
aus. glüfternb machte es bie "Jlunbe: 
„Habt ibr ’s fcbon gebärt, toas bie 
grau Rreuamaicr con ben 6 päf- 
maiexs getagt bat?" 

„31 ba, apa — alfo boeb!" 
„güntunbaroanjig Sabre feien fie 
fid> augetan in Ireuc." 

„3lba. aba — alfo bodj nicht!" 
„■über roi^t ibr, was bie grau 
0 pifemaier barauf jagte? türm, 
bat fie gefagt, -brrm, brrm.»" 

„3Iba, aba — alfo boeb!" 

3Bas tm Eauf ift, ift im 2 auf. 
Steine üRacbt ber 0rbe fann ’s per- 
buten, bafe ein „£>rrm" bureb gute 
rtreunbe toeilergebt unb leine Otube 
finbet, bis es jenes Obr erreicht bat, 
bem's am webeften tut. grau ßpofmaier gab's im fecbsunbjwanaigften ber Ube einen Stieb: 
„^trm," batten Tie gefagt, „brrm" — alfo war ibr ©atte nodj in feinen alten 3agen einem 
(eilten grauenjimmer ins ©arn gegangen — fefean blieb! 

Stracfs ju ibm bingeben? „Otfe weife alles", lagen? 9lcin, was im 2auf ift. ift im 2auf. 
Reine 9Jlacbt ber (Erbe fann bie ßeibenfebaft im Reime erftiden. 

Denn im Reime war fie noch. Das fonnte man ftfcon baran feben, bafe Herr Zentner 
6 pofmaier mitten in ber Unterhaltung ftumm würbe unb fi<b in ©ebanfen cinfpann. Da 
gab's nur eines: fcfconenb ©ergeben, auf ben ftebenfpifeen. 

„geblt bir eltoas, lieber 2Rann?" 

(Jr börte gar nicht, fo oerfunfen »aT er. 

„Ob bir etwas fehlt?" 

ttr fuhr erfebrotfen auf. Qr fafete ftch (angfam. „Slcfe, weifet bu." ftottertc er. „icb habe 
ba eine Heine Spefulation in öftcrrcicbifcben ftronen gemacht." 

„ 6 efo, Rronen?" fagte fie natfcfichtiß. 

„ 3 a, weil mir jemanb fagte, bafe fie billig mären" 

„Sofo, billig?" fagte fie »iflenb. 

„ 6 te ftnb aber noch billiger geworben, ich oerliere . . 

33erftell’ bich nur, baebte grau Spöfmaicr, ich burchfehaue beine Rrone, beine billige. 
9loch belifee ich nicht ben offenftcbtlicben 'Beweis, eines Jages aber — 

<£ines iages fdpautc fie burdjs Schlüflelloch. 0 r ftarrte in bie Leitung. 2 lba. barin 
oerfebrten fie . . . 

3Bieber eines Ücges härte fie ’s aus feinem 3 immer feufaen: „(fs loftet mich ein Heiben- 
gelb . . .* 3mmer Harer j<blofe (ich ber Beweis jufammen. Sfur ihr 3lamc fehlte noch. 

„Höft’ ich mich boch nicht oerfübren laffen", entfuhr es ihm im Sorgenftuhle nebenan. 
„Der leufel foll fie holen, bie — bie — " 


‘Cd I ct unb 6o b n. 

„Skner — bin unten tag einer im Cs-trabengraben.“ — 
unb?" — „Da boAt' id>, bu warft cs." 


„'Xa 



Öa, ba roar ihr 9tame! cf in gleifenerifcfeer 
9tatne! (£in lafterhalt febäner 9tame, ben biefe 
Schlange batte ! 

3ib«r immerhin : „Der Xeufel foll fie holen !" 
batte er gejagt. (£r mar auf bem fünfte fidp 
freijumacben. gefet, ie&t war ibre Seit. — 

„3Rann, ich weife alles!" ftüxjte fie hinein. 

„unb ich habe bir oeraiehen!" 

,,'öerjieben? SERir?" 

„Denn ich Heue mich, bafe bu bich felbft con 
ihren Seffeln losgema<bt baft." 

„geffeln? Vosgcmacbt?" 

„3a, aus ben Sängen biejes teuflifeben grauen- 
jimmets," 

„ieuflifch? gTauenjimmer?" 

„3lltcr, lafe jefet bicDerftellung, fie ift aroecflos." 

„3}<rftellung ? Swedlas?" 

„3a, benn jeöt fenne ich ben SRamen, unb noch 
beute toerb’ ich ihr bie Meinung lagen, beincr 
fauberen Valuta!" 

‘Der mufifalifd>e Machbar. 

33on 9ticharb 

^amilic Sirbbicbler hatte einen mufifalifchen 
fj^a^hbarn. Xagaus, tagein fpielte ber. Unb 
immer basjclbe 6tud, immer „Die Ofafenhant am 
iflterngrab". (£r fpielte es auf bem ftiaoier: mit 
einem bis ieb« 5inö<tn; einhänbig, a»eibäitbig. 

‘©isroetlen pfiff er es au<b- Unb hätte er eine 
'])aute befefjen, er mürbe fie fub<r auch gejchlagen 
baben. Solch einen mufifalifchen Nachbarn hatte bic gamilie Sirbbicfclcr. 'Sater ^irbbidblc : 
fannte einen gluch. ber mit jebem läge länger würbe. Butter girbbichler glaubte an iebem 
läge, fie überlebe ihn nicht. Xodjter Sirbbicbler roufete nun, warum fie feinen 3)lann betäme 
< galten (Sie mal um bie &anb einer Tochter an, wenn anbauernb fo traurige 3Rufifftücfr tu 
bören finb . . .) 6obn Sirbbichler aber war bamit aufrieben. Denn nun fonnte brr 33atcr [ich 
nicht mehr »unbern, bafe er bas „Siel ber Älafle noch immer nicht erreicht" batte. Joni jebexfc 
ber Papagei, balle ben glucb bes Katers unb bie 3obesabnung ber :T)lulicr, bie 3ßehFlage bei 
Tochter unb bas groblocfcn bes 6obnes in [ich aufgenommen. Unb er bewies bas. 0s war 
formt auch nicht angenehm, Sitbbichlers Machbar ju fein. Hmmerbin, es fommt oor, bafe mufi- 
falifche 2eute ihre 3Jliete nicht ftablen fonnen. UnP es ift ein Segen, bafe es auch harlberw I 
Hausherren gibt. 2eiber batte es brei 3ahro gebauert, bis es im galle 3‘rbbichl»r fo weit 1 
war. (3ftas immerbin erftaunlicb ift bei einem 'JDlanne, bejfen ‘öeruf ficb in [leiber nicht burdjaus 
prioater] mufifalifcher Aufführung her „9la|enbanf am 0lterngrob" erfebopft ) 0nbtich aber jes 
er, enblich nämlicb mufete er sieben ! 3um erften 'Kiale wieber hielt - öatei ^irbbicbler einer 
URittagsfchlaf, unb fein glucb »erunjierte feine [onft fo gottesfürhtigen Eippen. Sum erften 
'JJlale re ic ber hoffte grau girbbichlor, ben heutigen lag au überleben, ©erabcau jugenblub 
war gräulcin girbbicblers !D(iene. unb ber ©pmna Haft Ottofar fafe ungeftört über ber latem; 
(eben ©rammatif. Da ... ba . . . ertönte plöfelich oon ber (Ecfe her eine Stimme, unb ob<u 
leben 'ffiobllaut war au oernehmen: 

„Den fdjönften Dlafe. ben ich auf Grben bab'. 

Das ift bie 9la(enbanf am lilterngrab . . “ 

Joni, ber Papagei, fpexrtc ben Schnabel auf unb fang . . . unb fang ... <£r fang es tagaus, 
tagein . . . unaufhörlich. 

llnb; 3Qenn man ihn nicht ermorbet hat, bann fingt eT h*ute noch • 


„3a, Herr Cebmann, cpdUcii ^ic &um SRasfenbaD ? 
— ,,'JJcc, nre, mri (ftuier, Pen ^liyup bat meine Äta 
aus unjerm alten Hanapeeübeiiuifl pemaaht ’ 


Snbe bet rtOafhonrUrti Teils. 



iiiiiiiiiiiiMiiiiPiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiPitiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 
Nach dem Bade, nach der Morgentoilette (chutzt man die frottierte Haut 
am beflen durch kräftiges Einreiben mit »Lovan* Creme.« Dieses reizlose 
Präparat verreibt sich völlig in die Haut und hinterläßt eine unsichtbare 
Schicht, die die Haut ausgezeichnet jehützt. 


i Kleine *Gube 
<M. J.2J 


Queisser&C°,G m.b.H. Hamburg 19 


Sehr guuent 
and laicht 
verkäuflich. 



Je* 


Die Carbidkerxe wird 
p Sld. mit 25 yr Carbid 
gefüllt und gibt ver- 
Khloaaen in «in Gcfiß 

mit W.,«, geteilt, 



N? 1420 1421 1422 1423 1424 1423 142 6 

Fall* Sif h 0 (A nickt im Beutle Meiner neuen Betnnbedmgangen 
find, kitte wteke *e/krf einiafpnicrtt. Jeder meiner tuenden rummt 
Indirekt an meinem GescMSfUgewian teil. 

r,„riÜ. I JOS. PREGARDIEN , Cöln-Braunsfeld 36 


Sagen Sie jedem 
Ihrer Kunden 

■ich schon jetzt eine 
gute Carbi. lUmpe oder 
Csrbidkenc MuLr 
„ Centralmaehl • zu 
kaufen. - Sagen Sie 
ferner, .InB ein jeder 
darnach trachten ao|], 
untatl Petroleum nur 
Carbid licht i.Ceb rauch 
zu nehmen, da Carbid 
imlnlandc hergeatellt. 
dem Volke viele Hun- 
dert Millionen «-»part 
und Verdienatmoglidi- 
keit durch eigene Er- 
zeugung gibt. 


VE 

OgfgnwesrMi 

be 

Trocken platte 


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Google 



Öufer Ton 

JJlarf1.»,Olrc»d6<PfraftpanMrn Unter» 
taltuna 3.20, lonjltbrbuW 3.33. 23«fdmp. 
una Prr 6<bflibtcrnttrit 3. \s Otcftunrt Ped 
Ärfanrna 6.40, CirOt britffle ner 3 20. Hl o. 
OrintrlBia |urab*3^o. JrPrÖamt iPrt 
5U(fuft 3.10 Xraumbucp Z.6S. fl tarier« 
inule i.40,»loiinfcl>ule6.Vi,3ricp nfdjultz, 
e'O'flrföirtlWipul«*. prlrat« unPCRrttidita» 
brlrfffrnrr 1 30, ^rcW J rflbunfl,PtiP»n7.t5, 
üttffattftfiule 1.73, ^rrmba'örtfrbu© 5 73, 
Jllcbtia XituifW 5.75, OK fUM 175. ^ron* 
}6 ftp 5.73, 3taUenlftp 5.75, 235wnlftf .5.75, 
ünaarifd) s.n.Potrlftp 5.15. HulTl.d) 5.75, 
c?pai iftti5.75,23ucPflipruna5.75.ÄanPf[#» 
fornfpanOmt 5.75. flpntorbrcrid 5.73, 
23anfn>rfm 5.75. HetplüformularDud) 5.75, 
UrflomrlrtMtucp 5.75. öonbltucbfflrflauf« 
Itulc 13, lOOOWfmlftpdeiftniCit*« Jlruptrw 
tPanPrldortirflnCi. OtarlmPucM.II. prrf* 
«efr Irbrbucb brr tanbtrirtfcpart H33. 
Id'föfin Hadinofimf. £. Ccptnarj t> de., 
?crll« L. J. 14, 91 nnenftraft 24 


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s Jtr. 3971 


Olluftrirte 3 eitunfl. 


161 


lub abermals O^etbäber . . 

cJlnAbnid mieten.) 

C vrtbäbn jtnb ohne .Jwrifrl rtnr* Bet mrrtwQrBtfliten Murmittrl 
^viiminaTt. Won brbanDelt mit ihnrn Dirlladi in Den l'nwr»ttm 
fpi.icuben rtnfo*hranCliflt*n : ficry. 91crrfii-. Wirrrnlribrn. Rbruma- 
»hiilrlidui'adir. L'Abmiingen unB CnuflnDungm brr Vtorpen, 
Vlrtmenpertalfimg, allgrntrint Crftt)öpfung»uiftAnDr. 
ml* CtetBADer, obwohl bereit* feit ttwa utm 3abrm B«m Am- 
rn onBchiun, (uiD im Dublitum IciDrr noch tmnier nidit 

‘n.ienb bftannt. 6o«Mt fönnteti gewiß aar manebt Ba&«T<iieu unter - 
'l'fn tdjvieb |d)on oor fahren Ber iüiener /frauenartt Kr. .frautl 
fl ' r »deufdptlft f- pbnfilaUlepe H)erapi*\ worin « bi« Cl'ibftBer gegen 
'i*cic*)a»rrbfn Ber If0*d)leljat)tc empftebtt. 

Unter CirtBABrm perftelit man ntdjt etro« 3aurr(tof1b<S&er im ge- 
hn! id^rn Sinn«. #* ift nid)* btr atlbefannte l'uftlauerftpff, ionöern 
„tatifl*“ «auerHoff im logcnannten <fnt|tet>unp9iuttant>e, oom «t- 
brr brr ’BüBrr -Cieta«»“ genannt, orrmutltcfi rin» Borltufe t>e« Ojon*. 
p«m rtuHi » Pitet im Cirtbabe tue «nimuflung tommm iolltii. 

Tiefe« C\t«t, ba* in einerRnwbl wort ungcfAhr 50 OTilliarbfit prrlrnber. 
itetit ferner BW-xben bet« tt'aflrr Burchetll, Ichmiegt fid> tum Teil «ito 
* rtlttvcmbe Deefe ber {»aut an unb bringt tief tn ihre Floren ein, wo fidj 
<i^iboerimei«ungen ber CmpfmBungöneruen orrAfteln; tum «mbem 
il rtttmeid)* e* au« bemüJaner nad) oben unb wirb eingratmet. Se- 
mmfl t'öll ift babei bet Umftanb, Bafi bas» Ojetgao Itd» innerhalb 
tv an ber hellbraunen Jarbe ertennbaren — illanganiuperozzib- 
ung befinbet, Bie, einm eigenartigen JJellrett dUbflbenh, nad) Rnficht 
tc* «rftnber* an bem ®tnflul) b« Cjrtbabe* auf ben «irrer mit- 
ftliQt ift. Jfarblolr C tetbiJber M Daher ein fBtDtrfprucI] in fldj (dbft. 

Do* Cuetbob bettnrff junflifpft — nad) «nlidjt Be* „Gmers" ber 
Iberbebanöluna unb erlten dmrfebler* ber C.tttbAbet, be* ©rofeflor* 
m tr min tu Wien — «ine taltniAftige 3ufantm«njiel!)uiia ber f«mft«n 
utgefäfi«. eint Krt lumen ber Qdutat>cnt)«n, eine ftättere Souer* 
ffrrrforgung ber tn ber $atit Iiegenben Steroenjellen unb eine reich- 
irrt .fuf utir oou Cjet ju ben l* ungen. VII* tDciterr brbeutiame VOirfung 
» r «rtbabrü rourbrn rrttbrcfi an ber Umofr1itAt*nen>«uninir be* 
•ofrffor« ßirbrn in Berlin dnt 6teiflerung btr Bhinteltraft : an ber 
larittriinif be* UroftnoT* Senator (t) in Berlin eine Orrabminbrrung 
» bei mandjrn L’eiben (VfrienmocitalFung. Viicrrnrnt^anbuiu)) (rant- 
ft gcftrtgertm »luibrud*; an ber »ubarefter UniPfTlita»*riini» De* 
rofeffor« oon füllt) ein« Bcrmc^rung bet bei 6«r*- unb nierenlriben 
rmmberten öammengc fewie eine allonnrinc Blutorrbrlferung; am 
rrtmer KntDeTlitdttinfKtut für {»obfotberapie b«o Brofelfor» Bnrgrr 
te ‘Demunbcrung bet 3at)l tntb tgerbefferung ber Sefcbaffmbfit be« 


fldftt lotoi« eine tlerflelnenma Be* (tanfbaft »erpr fl Werten rierien«. 
ble wohl nur burd) ein« innere «raftremtebrung (enter < 3Rttt(elm.an< 
erlldrt werben fann. 

ibtmi beionbers aber wirb oon allen jforftbem nberemitimmenb ber 
eigenartige nrrornberubtaenbe unb l(t)lnfiiJrbtnibc Uinfluii be« Ciei* 
babeo beroorgdioben. brr (o regelmäßig nntrat, Baß cbemiidje €d)laf- 
unb Bcrubiguna :>niltttl. jene traurigen, aber oft nicht pennrtbharfn ^flo i- 
brlirlfr. beim dirbraud) wort CietMccni Mutig gam fonarliiflen werben 
tonnten. Ce» banbelt fid> hirr nid)t etwa nur um eine fuggrltion. 
®<wri-> nutlt rnegte iwrtftr^rranfe. Silnglinaf, ja frlbll licre unter- 
lagen bcui üutic unb 5d)laf heroorbnngrnbrn fftnflufe Der CiriMbet. 

«er». Vtbem. l'nngen. ftour. Blut, liieren. Slrreen - alle burdi 
bie JtnupiJore fre-i L'ehena fmbet bn-.- C trtbab Jugang tum inneren 
«örperbetrteb. Unb jo wirb man leicht ueritrben, uxiruin Ble Mrtte bei 
|o oerfchieben artigen L'eiben Babefurrn mit OjetbABem anorbnen. 
Unrntbehrlid) (iub Ite bereit« geworBrn bet Ber Behaublung oon fcrrv 
ftOrungcn, 'Jiirrenlnben nnb lener vrrbdngnbooUm .intrranfheit. ber 
Brterienorrtallung. Btfonber-:. be«halb, turtl bie Ctribdber burdi (fr- 
Irichtrruna brr {imarbrit bao v»rn frlbit Ichonrn. fo bait r > lieh tu nrbolen 
orrntag; toril |ic Bir bei ber ftnrnrnoertalluiia tu (diwadi grworbrnrn 
■JIBrrn burd) laltmAHugr .fniammeiitirbung übrn; n»etl Ite bir id)flblichr 
iSccbfpannunfl in ben Vlbern, ben tu hohen Blutbrud, rmteDngtit, btt 
VfuMchtibnuflen btr {taut nnb Bieren anrtgm, bo* Blut bflnnnftflifleT. 
alfo leichter burd) btr Vlbern glettcnb madjtu unb nicht tuleltt, wnl [ie 
beruhigend, erfdfd)enb, umirtmmntö, im bejtrti ®«nnt .belrbenb" 
auf b-a» Berwengante eincotrten. Tarum (inb auch bie <f rtrantungm 
ber Brroen, angefangeu oon Brr 91rura|tt)rnie und ihren jatjllofm (fr- 
ld}einungen bi • tu ben U&tfnturt^ir-n , «rawrpt «uftinben , ttur.ünbuugrn 
ber Steroennialfe unb ben {»im unb »Odenniart^ertrantungm . ba* 
.twette grofte f»auptaTiu>enbuna*aebirt Bet Outb&ber geworben. 

ntrran fchlieftm iich bir (Vrtrantungen brr Vttmuiia^organr. m«be- 
(oubere Aatacrbe. Vllthina, Aeudtbultcn, he« weiteren ItTtiantungen brv 
Blute« «nb wjfiwpih, wie Blutarmut, Bleuhfucht , B«kbow(d)e 
«ranthrit, 3udertranlheit, ,>ettlnbigfeit. Schöne iWoIg« fatj man ferner 
bei Bheiimatismu», CStdjt 3«ct)ia« (im Sie*nen«-t!<^tarrtt), Pleuralgie fo- 
wie bet ben allgemeinen Serduuerben, bte bie Sd)wangerfChaft unb bie 
Störungen Bei» weiblichen tbejd)l<cht%be 4 irts begleiten. 

tftnen mertunirbig roobltfltignitfmflafc fcheinrn. wirBrofdforflafotn 
oon brr llnioerfitai fpabua berichtet, bir rtrtbdbrr auf 9JI«igeti, Darm 
unb bie Organe Be» fletnen Brcfen^ ona-iuühen; fit fflrbern ben Blut- 
tufluß in ben Bauthraum, linbfnvSjdjmtTjen unb rajen bit inneren 
Stustrln ber Bauch- unb Bcctcnböhlc^u gdteigert«r IdtigVeit. Brofcffor 
Baiotn hat bet tbrrm ®rbrau<h gam auacnichemliihc VDirfungrn auf 
nerpöfe Blagen- unb Darmkibcn, Xfeberftorungen, Stublrrägbeit unb 

<P«brt<hen ber Cfceld)U(t)toorflane beobachtet. 


fluch bie oon Bern aroften «linder Boctelliffl in Beim orleitet* llmoer« 
fttftte-ntmf hm litf) ml* Bet Örforldjung ber C letb-lher befallt unb darüber 
Burdi l»r Qoleiitn un .Bolidinuo" berichiet. tfc ribe.tihte Ben mittelbaren 
fla chmei«, Bo« bu-> Ciet tatlflcöliib burch bie »>nut in Ben «öeper rin- 
bnngt. Cr fanb. bie Cietbilber oerbeliern nicht nur ba^ Blut unb 
trAfttgcn ba« Viert, ionbern lir orrmdjrrn and) Bic TOrnge ber im (wm 
amgelchiebeneü -rtoffu»ed)lellct»Ia(frn (tiomiAurr, tSomltoff ulro.), da* 
hfiftt. bie innere «erb rennung ifraft ober, wir man 'tagt, ber raurrltoff • 
f toffioedlfrl wirb befehlet! nigi, unb bider Boraang mufi natürlich füe 
'»•«chti'che unb “Khrumaiildje. iuctettranfe, ,>ettlribige unb Stuhenhocfrr 
oom böcbftrn IDerte lein. Ruch Toten* l»r <*-n3bet not tn lirn*er'u<ten. 
btt tm Berliner pbarmatologijcben UnioetiilAi*inititut oorgrnommen 
würben, Daigetan. boß Oki b'v»>out br> lehenben «örper» burd) wandert. 

Rbgefdien oom engeren «rantenhirnlt imb bie C iribAber Oberau« 
weetDoll geworben jur etAttuRf ber Ru«tel' unb •JlerornSponnfraft betm 
sport lowie >ur natu rgemA Reu Crbolung nad) AbrrmAhignt Cetftungcn. 
lei e* förperluhen. gnftlgrn ober loldjen bei» Arm Dt«, ta« fltflenw.Trttge 
L’eben pfdangt eine berart oolle fnngobe ber «tiroer- unb i»eihe«lrdfte. 
b«ß oft etn unauoglettbbarer .iuiammrnbnid) Droht ober gar rmtrttt 
VBtr nennrn bu» wohl tinrn „Hlm»:-* unb reben oon »fJeiventlapo“ 
aber .hmdap«*. Unb ba tit n nun emr wähl« ( >Teubf, tu iehen. wie 
berartiqe SRenfchen burd) nelbewuftim «Vbraudj DtrCtetbADer fidi pot 
bem gefftrdjtctcn jafammmbnicb Bewahren ober fein* ,rolgen wieber 
au«gleid)en. Tic üriAApfung-iuiianbe be* «erpenfultem» |inb |g. wie 
rrft neuere 3°r(ehunflen fettftellrn tonnten, oorwiegenb burd) einen 
‘Muf brauch Be* Cjei*. b. I)- cängm Sauerltoff- wrntriadjt, unB In CoLct)em 
jufammenbange «ft pictleichl bte an fid) (ibenrafcheiibc VOirfung Ber 
O^etbABer bet Siefen Crj<bemung*n oerftAnblict).*) 

Xtr brfannie Zpartphbltoloae TI. Brulnna tm bat in feiner Vt ulchflre 
.Sport unb BaB“ (ehr fellelnb barüber addincbcn. Cr rühmt in-ibelon- 
berr-ben aninbrroolletL troftfptUhembm dnfluft eine« Cirtbabe« auf 
ben Crganiemu« vor (firperluhm unb aetittgen »jAdjltleiitungen 

fllle« m allem : s JDlan bat ein woblbearünbetM Stecht, bie Ctet* 
bABer jU'ben bletbenbm Cmntgenidwillfn brutidjen Chlmbergetfte« }u 
;Al»len unb ihnen al* VDobltAtem ber Bienidihrtt eine immer allge- 
meinere Brrbtetlting ,tu a»ünld)m_ Seiber aber mujj e« auch hin betften : 
Bot Tachahmunam wirb gewarnt. 

*) 3h dncc Cur geboren 10 bi* 30 C tetba 6t i . fte fdiincn In lebet Bobcwennc 
tu ich Ouiclnfchilitm ber fertigen Beftanbltilt tn* BabenMlier tubcnltr wrtbrn. 
Ruvfftbrlldit tlnioeifungm nrbh rtner Trutflifcn't über b«e Ccelbab oeilcnbet ble 
^tnna ä. Cllan Cibcn. • m. b. (*-. Berlin BrinMfftmicnflrale W. »u 
Ji'cibeurtclcn loittnfrri. Ben bitter erfolgt auch bte iMcftnmg btr Cjetbäbcc 
10 Stutf tn bet irednen ffmbenwatfung tfPm auf *m S ig Beftpafei- — 
Telegramm Bb reffe . Cjettmö Berlin. 



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r in den Städten und auf dem Lande ist der Mangel an 
Kleidung , Wäsche, Staffen, Möbeln und Hausrat aller Art 
andauernd groß. ISO Der Lebensmittel- Austausch, Obst- und Ge- 
müseverkehr und die Kleintierzuc ht breiten sich unter dem Zurange 
einer noch längere Zeit anhaltenden Lebens mittelknapoheit immer 
mehr aus, und der Handel und Kleinhandel zwischen Erzeugern 
und Verbrauchern, zwischen Anbietenden und Suchenden blüht. — 
Die bekannte in Massenauflage erscheinende Wochenschrift „Daheim* 
vermittelt diesen Privatverkehr des Publikums in großem Stile • 
Der gute und rasche Erfolg der Anzeigen im „Kleinverkehr dei 
Daheim “ ist auf die große über ganz Deutschland sich erstreckende 
Verbreitung des Daheim, seinen gut bemittelten Leserkreis und 
den riesigen Bedarf des Inlandes zurückzufuhren. — Auch das 
kleinste Inserat wird gelesen. ISO Wir empfehlen jedem, der 
etwas vorteilhaft zu kaufen sucht oder verkaufen möchte, 

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du lautet: „Eia T«n «Inan »üchtig-n Fachmann gnehrirbrnr» Jl*nr 1 '’u*h ri- r 
«iirwblPchtWabr« und ciefm.Uhygi-^«-. \>rtu*-r Ist rin r4ien»o tBehlig«* 
l*by*le- wie P»yeb"l wu er Ober du tiefUW*l«Beti dr» wuhlk-bon Kind», 
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3 Uuftrirte 3 e>*u" 9 - 


^lllgemeine 9 totijen. 

Auslegung b«r Klaufel „freibleibcttb" Im (janbrlsoerteljr. 

3n einem ftcdjtsftreit über bic '2luslcflung ber Die lu m (t rill enen 
Klaufel „ freibleibcnb " batte bas Canbfleri^t Drcsben bic 
£>anbcls!aimner Bresben erfüll, fiefc ju nackte benbem $at- 
beftanb *u äuferm: Die Vertagte bat einer ftirma — ber 
Klägerin — einen Soften -Baten in Üuftrae geneben. Be- 
treffs eines Xeifs bet Beaten bat bic Klägerin bic Bcftcllung 
nur Jreibleibenb" angenommen. Die Klägerin behauptet, es 
fei banbelsüblifb, bab in gällen. H,jc ^ (r & et ^tfäuftr 
bie Beftellung fteibleibenb annebme, ber Kauf ab abgeffibloffen 
au gellen habe, unb es bem Ber tauf er nur freiftebe, Dom 
Berfauf surüdjulrclen , ber Käufer aber gebunben fei. Die 
Kammer äufjerte Heb cltoa mit folgt: On ben lebten Kriegs- 
jabren bat ficb ein £>anbelsgebrau<b berausgebilbet, roonacb in 
gällen, in benen eine fäuflidbc Bcftellung Jreibleibenb" ange- 
nommen roirb, ber Kauf als abpefcbloffen gilt, ber Käufer an 
ben Bertrag gebunben ift , roäbrenb bem Berfäufer bie ÜKög- 
liebfeit jeber^eitigen ’SHücft rilts pom Beiträge bleibt 

(fine antibcutfdje Aamfaq • Stiftung. 3n Daris ift ein 
Komitee gegrünbet worben, bas über ein Kapital Bon einet 
SIRillton granfen oerfugt unb bie Abficbt »rrfofgt, unter bem 


51 amen “Xainfac- Stiftung jebn 6tipenbien für franjofifäc 
Stubenten ber (£bcmie ju Waffen. Die 5lamfao-6tiftung (oll 
bic franjofifcb • engliWc greunbfebaft fefligen, inbem fit ben 
6tipcnbiaten nur "Pflicht macht, an englifeben SDocbfdjiilen ober 
teebnifeben (ccfeulen ju ftubieren; babureb gebenft man gleich- 
seitig au Dtrbinbern, bab bie 6tubenten beutfebe Unicerntatcn 
befueben. Den Flamen bes groben englifeben Gbcmifers Sir 
'William 5tamfao bal man roobl wegen feiner roäbrenb bes 
Krieges betunbeten Deutfcfofeinblicbfeit grwäblt. Den 'i'orfifo 
ber (Stiftung bat ber ^rinr oon Wales übernommen. 

Wette Siltbalb > Warf • Stüde. Sdjon feit einiger $eit ift 
eine oerftärftc Ausprägung oon iSinbalb-aRarf-Stüdcn an« 
georbnet. 2Ran trifft jefjt häufig im Berfebr bie neuen, etwas 
fcbwäTAÜtben 50 - ‘Pfennig - bie fleh äufaerlid) infolge 

geringer Beijc oon benen anberer [fahre baburefc unter- 
febeiben, bafe ihnen ber 6ilberglana fehlt; bic Cegierung ift 
bie gleiche. Die Prägung wirb jeftt wieber auffjoren, ba faft 
alle berjuftcllenben 10 3Rillioncn fertig finb. Dagegen werben 
laufenb jur Befeitigung bes Mangels an Heiner 2Rünje 
ciferne 50 - <pf. - €tücfc unb jinfene 10- Df- ■ 6tüde geprägt. 
An 5-Df.«6tfl(fen ftnb bereits 37 SRillionen, an 10-Df -€ lüden 
29 SWillionen bergeftetlt. infolge unleres Kupfermangels wer- 
ben Kupfermünzen nicht mehr geprägt. 


L‘cbensoerficl)erung. Der Weltfrieg mit fett 

unb feinen fchlimmen folgen auf n>irtfchaft(i4 
bie beutlche ^ebcnsDerfidjcrung i&unberte oon JliUipncn : 
gefoftet. B. bie Karlsruher Sehens oerf icbef|W|" 
(§egcnjeittgfeit allein batte in ben fünf Krtcgsjabren 
r»«iU) SUicgsftfrbefälle über mehr als 34 Willionci 
pcrjeicbncn. AU bas ift bejablt bis auf einen fleinen 1 
für ben bic Bcmcispapicre noch nicht geliefert finb. 
eine Berficbcrungsanftalt neben fokben ftritaslefft 
aud) noch Dioibcnben an ihre Bcrficherten »erbe i 
batte früher nicmanb geglaubt. Unb hoch ift cs fo. 

39 jKillioncn 3Dtarf bat bie Karlsruher Staffel! in ben 
jabren 1914 IN als Dioibenben an ihre Berfi6erten_ 

3m fabre 1919 oergütet fit ihnen »eitere 87 ? 

50iarf. Die Uberjeugung oon her unbedingten Sieben 
^ebensperficberung namentlich auch als Kapitalanlage 
in weiten unb otclfacb gcrabt ben fapitalfräftigen Kreifen 1 
gefeöt unb tritt auch bei ber im 3ab« 1919 fid) weiterhin i 
jebärfenben 'fflirtfchaftslage immer mehr in (Erfcheinung. 
lammt es, bah bei ben meiden l'cbrnsDcrficbcningsun 
mungen in ben bis jefct nerfloflenen SMonaten bes 3abro 
ber Zugang an neuen Bcrficherungen mcfentlich größer t 
jemals in gricbensjeiten. Bei ber Rarisrubcr Anftall bat I 


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iostenlrcie Berechnungen. 


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muß das drubch« 

[ Volk. Alle! Minner 
und Frauen müssen 
darnach «rächten, 
ihre Kräfte und ihre f ahig Weiten zu erhöhen, um 

durch die Arbeit 

Mittel, »eil» Wissen zw erweitern, und damit »eine Lege zu verbessern, bietet 
eine umfassende Allgemein- und fncliJicbe Bildung. lUaeb und erfliMlIIrli 
führt die Methode Kugtln“ (ö lMirktorrn höherer LchranaUllett. 
» Prutaworen nt« Mitarbeiter) jeden Vorwärtsstrebe mlcii ohne LehreT 
durch Selbstunterricht unter energischer Förderung de» einzelnen durch 
de« persönlichen Femuatcrricht.WiMcnscb.Ecb. Mann, Wis»cn»ch . tcb. Frau, 
Oeb. Kaufmann, Qcb. Handlun^t-Inllm, Bankbeamte, Einj.-Freiw.-Früfg., 
Abi«.- Examen, Oymn., RealEjnin., Oberrcnlschule, Lyzeum, Oberl vzeum, 
Mittehchullehrerprüfung, Zweite Lehrerprüfung, H andcls Wissenschaften , 
Land wirtschaftssc hule, Ackerbauschule, Friparand., Knnscrvatorium. tu» 
nhrl.flO S. nlarkr HroM-hBrr Uber hrxtaadene Ivamrn, HelMrderunern Im 

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1 und Sammlern zur gell. Beachtung! i 

j T^v icOriginalvorlagcn der Jllustrirten Zeitung. — 
S J_y Gemälde, Aquarelle, Zeidinungcn u.s.w. s 
M sind verkäuflich. / Ständige Ausstellung — 
— im Pestsaale der Jllustrirten Zeitung. — 
^ Wir bitten Anfragen zu riditen an den Verlag — 
M der Jllustrirten Zeitung, J. J. Weber, Leipzig. | 

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Xefen- unö ©emmerblumen. 

3HÜ einem Olnljang über ®rup|»enpflan$en, 
lingüblumcn unb Ttalfonpflanjen. »cm Silbe Im 
Küki/ ©laatlid? blpl. «artenmeifler, Ober^ärfner 
an ber Siolog. 31nfTa(t für 2!anb* unb ^orfltDirla 
fdjaf! ju Dabfent- 132 abbilbun$en unb 8 far. 
bigen lafeln. ^ ^ „ 0ebun6en 12 Dlarf 50 pf. 

Die IDerfe finb burtb jebe 3u«bbanblung 
ju bcsicben« wo feine am Orte# Dom 

Verlag oon 3- 3-^eber 
(Olluftrirtr .letfung) in £eipjig 26. 


h^^itizeu by GO glC 




9tr. 3971. 


Olluftritte 3cilung. 


163 


igang hfT erflen fünf 3Ronate 1919 mit nmb 60 SWtU tonen 3Rarf 
n vldamtcn Zugang bet »orjabr* |<hon um 20 v. $. übrrbolt. 

»ab (C’lftcr. 250 ftabre fmb feg! gerabe Berflofien. (eil bie 
fte crifTenfd>aftHd>e 6<brift über blr beilquetlrn »ab (Elfter s 
Icfcten. — 3m ftabre 1669 machte ber ©tabtargt ©eorg CeiftneT 
(einer Schrift . I >e aridularum EJwtrinarum lympha“ erft* 
iliq auf bie tBirfung unb »ebeutung bei (ElftctQuelie auf* 
•iffam.infolgebefffn ber bamafigeSfanbethmSWötili D.Sachfen* 
tH flcb eine Anjabl JJlafcben ict>i(frn unb bie Quelle in £»olg 
ifen lief). 2Ran<herlei föaixblunfltn, manch Auf unb 31b ift 
s Scfeidfal ber f>eifauelle bann im Saufe ber Qabre gemefen, 
> He doi nunmehr 70 lahren. alfo im jjjabrr 1849 in ben 
cfih bcs fä<br<i<btn Staates überging. »on Meter Seit an 
t fi<& bas ©eicht cf »ab iflfters ftanbtg in auffteigenber ginie 
rocfll. unb alt im Raufe ber ^brgebnte neben ber älteften, 
r jÖloriftqucllr, noch anbere fteilquellen entbeefi unb gefaxt 
nben. mudjs bie »ebeutung bet »abes oon 3abr gu ftabr. 
15 trobl am beften bureb ©egen überftcUung ber »efuisgiffern 
s etften unb legten »ctriebtj obres gefenngeiihnet wirb: 
49 326 »cfucbcT, 1918=19 398 »elucher. 6«lbft bie unfer 
utfebrs »aterlanb bis in feine innerftrn liefen erfifcüitcrnbcn 
iegtjabre haben ben »efueb »ab (Sffters nicht nur nicht 
lflefcbränft, fonbrm fogar bebrutenb oergröfjcrt. *31 ueb biefer 


Sommer ift trog feiner groben dmabrungs • unb fteifrfihmieria- 
feitrn gut geworben, jumal für bie »erpflegung ber mit amts- 
ärgtliebem Zeugnis eintreffenben Sbranfen ausreichenb fleforgt ifL 
(Sine grofgc Angabl Anmelbungcn liegt für bie Sommergeit dot 
unb bie täglich bei ber »abebtrcflion ringeb«nben Anfragen 
unb Ȋbefdbriflbeftellungen geben Zeugnis, in welch erfreulicher 
Tßeife ber gute ’Xuf bes »ab« (Slfter unb feiner f>eil|fibä&e JU . 
genommen hat. (Eine Xfihechengefabr befiehl für »ab (Elfter n iefet. 

Mntpflege. Tic befannten Tola*gabrifate finb feit einiger 
Seit um einen neuen, böcbfi willfommenen Artifel, „Xola- 
’nüber“, bereichert worben; es ift biet ein antifeptifches (ßtreu- 
pulnci, bat ruh oermöge feiner oielen wertvollen (Eigenfcbaften 
in jebem t*aufe einen Tlafl erobern bürfte. Tic »nwenbung 
bet Tola* Tubers ift unbegiengt; er eignet fidb fomobl für 
fotmetifebe Strafe als auch bei allen fteigguftänben bei $aut. 
wie »rennen, »luden. (Entgünbungen unb (£ fgemrn, bei 9Bunb- 
fein, nach fßafdumgen unb »übern, bei luftigen Ausbünfiungen 
unb ftarirn 6<h®eifjab|onberungen, als Streupulver gur fiufj- 
pflege fomie gum toeiteftgebenben ©ebraueb in ber Säuglings- 
unb Stinberftube. ln ©trrufcbacbteln gu 60 Tffl- gu beheben 
bureb Apctbefen unb Trogericn. 

Die Barfimerie« JJabrtf Älemenf hrteibc r, granffirt a. Bl. 
bringt oerfchicbene 9lcubeitcn auf bem ©ebiete ber Tnrfümerie 


unb fosmetifchen Dnbuffrie, bie mehrfach gefchüttten Sanatol* 
Präparate in ben (»anbei, bie adfeitig »cacbtung finben bürften. 
Tie iÄirma liefert erftflalfige, alfobolbaftige. betoorragenb par- 
fümierte C*aar- unb SRunbarfflcr, feinfte Srrmrt, Tuber unb 
hoebfongentrierie Tatfümt* vts »utftattung ber oorgügluhcn 
Präparate ift enlfpre^enb ber Qualität eine äufjerft t»rr- 
nehme. (Ein »erfuch mirb fither gur baurtnbrn »enu^ung führen. 

Tet 9D£fchcf<bah ^* r -hantfratt hat je^t einen toeit höheren 
3Bert alt doi ben Äriegt gelten, »or allem finb ^loftflccfc fielt 
fofort aus ber Söäkbc gu entfernen, weil fie bas ©ewebe in 
furger geit gerftören. SERan oenoenbe jebech feine fcfcäblichen 
3Rittel, mie Jtlccfalj ober 6cha>efcl, fonbern ben befannten unb 
feit ftabren bemäbrtcn ©lob us-^oftf leef **E nlferner, ber 
raUb unb fi<h«r wirft unb bte ?l\äf<hefafer garantiert niebt an- 

8 reift; er ift in allen einfcblägigen ©efihäften gu haben. Allein, 
abrifanten: {^rifj €chutg jun. A.-®., geipgig- 
(fine gute weidibleibenbe 3ahnpafta ift bas 3bea( ber Sahn* 
pflegt. Unter bem tarnen „Sabnrocbl" gibt es u. a. eine 
beroorragenbe. bauernb wei^bfeibenbe Sabnpafta. welche bie 
Säbne oorgüglich reinigt, blrnbenb weih macht unb ben fDlunb 
burch ben angenebmen Tfe > ffcrmingge|chm ad belebt unb cr|ri|<bt* 
«Sabnwohr ift beftens gu empfehlen. (Srbältlicb in allen Apo* 
thefrn, Drogerien unb Srifeurgefchäftrn. 




ELTVILLE 



A.jvkunlt« Prelu. Berlin W 79. 
Klentstr. )ecHcx>ibh. Nollrn<for1- 
Td. 


pt»U) 


. Kurlürn «MS. 


Reoluchlungm (»uf Retten, h 
Bide-Kurcvrtmuiw X Ermiillung 
ipexletl m Zivil- u Straf proieMen | 

Id- und Ausland. 

Malrata - Auikünlta 

über Vorleben, Lebenswandel, 
Verkehr. Qeaandheit. Eliikwm* 
men. Una.i*m, Slll c in 
u»w. ans allen deaisch., Aalerr.. 
neutralen ptSuen. Plahretlon : 
Xu t erlJUalckrli: Tauvrndr 
(retwillige Anerkemuncen. 


TO LA 

Zahnpulver 


Bewährte« Vorhcujuni«- 
mittel gegen des Hohl- 
werden der Zähne and 
regen Zahnweh. — In 

Schachte ln zu 20n. 40P(. Zu 
haben in den Niederlagen 

von Tola-Pudrr. 
Fabrik ; Melar. Mack. Um a. D. 


Invalidenrider, 

Mibatfahrar, 



Pabrikate. 

Kjeakwfrai. ^ ^ 

Weh. Maane, tPr^deu -LSMao 7*- 


Leipziger 

Herbsi-Musiermesse 

31. August bis 6. September 1919 


Ausstellung von Musterlagern 

von Keramik und Glas, Holt-, Melall-, Papier-, Ledern 
Gummi-, Korb-, Kurs- und Galanteriewaren, Spiel- 
waren, Musikinstrumenten, optisdien Artikeln sowie 
verwandten Waren, mit den Unterabteilungen! 
Papiermesse, Sportartikelmesse, Schuh- und Leder- 
messe, Nahrungsmitteln! esse, Textilmesse, Verpak- 
kungsmittetmesse, Tedmisdie Messe und Maklerstelle, 
Da umesscJDürobedarfsmesseJleklamemesseJiugra - 
messe ( Buchgewerbe , Graphik und Buchhandel] und 
Edelmetall-, Uhren- und Sdimutkmesse 

Entwurfs - und Modellmesse, 

Vermittlungsstelle für Künstler und Fabrikanten 


Mcßw ohnungen vermittelt der Wohnungsnadiwels des Meßamts 

Anmeldungen von Ausstellern und Einkäufern sowie An- 
fragen in allen Meßangelegenheiten sind tu richten an das 

Mcßamt für die Mustermessen in Leipzig 


£t*z. 



3n unferera 35«Haj. 1(1 foefctn «Plenen : 

Oie geftf auf! 

©ine ©amtnlung farbiger ftunfibfdtfer. 

TJMf einem 25egleitoorf oon (SrnfI Ziffer Don ©ombrotDäfi. 

iiiiiiiiiiuiiiiiiiii niiiniii um min prefe: 15 UJorf. 

3 • * al l! 

«K* So<b einem ©cmäfbe oon fiidjarb Briefe. 

3ltt»t1b §ur »niiittjcit .. Ttaq einem ©etndlb« »on 3D. ftartmann. 

Damwitb ** .. « ^ *. .. » ^ - « *. .. - .. JlaA einem ©cmäibe oon2D. iömolb. 

©erortnitb M einem ©cmälbe oon 91. 6inger. 

Xebbtd ~ . . 3lacfi einem (Kemälbe oon (larloonDombroioSfi. 

.. Jfad) einem ©emälbt oon Q.Q. Jr^r. oon ©tenglin. 

Bucrh«hn« Winnctieb ., .. 3? ad) einem (Bemälbc Oon IRcnh Ttatlcr jun. 

ZMrfhthnhalg 3la<b einem Mquarell oon dbuarb Oriltr. 

Such# «uf ©<hf<Uh»*9«t Jlaih einem Aquarefl oon Paul £eutcrit|. 

9Ubh9b n<p ' bem 9utterpl«h guflreichenb .. .. 3ta<h einem (Semdlbe oon StugufY önbllcher. 

©ntcncinfaO M ^ 3tadi einem Slquarell oon dbuarb 0<na > . 

M tt tW .. .. .. „ « „ „ „ .. einem ©emäfbe oon JJ, ©<h£nlan. 

Mim I« 2rtiben ^ ^ ^ ^ ^ „ Jlach einem ©emälhe oon »bolf XDergergff. 

Daehft .. .. .. .. %q ( h einem ©«mäfbe oon Hrnolb. 

Mffen « .. .. ^ - 3la<h einem ©emälbe oon Tlorih Füller fun. 

. 3lachein.<?Jemälhe oonTf.OTüIlerjun. 
i. ©ernälbe oon !37ioril| l’iüncr jun. 
. 0cmdlbe oon 3Horih Trailer fun. 

fTNie in boflcnbctcm Dicrfarbenbrucf toicbcrgegebcnen ȟber nach wabri?*'! ^getreuen 
^/Originalen beroorraaenber liermater müfftn nicht nur baS ©ntjöcfen jebe« 3äger«, 
fonbern wegen Ihrer (anbfihaftfiihen 6<h^nf)eit auch ba< jeb«4 Aaturfrcunbetf unb ftunfi» 
flebhaber« beroomifen. Oie ftunftblätter finb in eine Trappe eingelegt, beren litelfeite 
ein in Dielen färben rgfängcnbeS prächtige« altbcutfihe« lagbtrapptn fthmütft. Oie 
Anleitung, ein -üeb ««f bie weibgerechte 3agb, flammt pon bem befannten 

SachftbriftftefTer ©mfi Witter oon Oomhrowjft. 

Vertag oon 3 * 3 - 2 Beber QUuflririe Reifung) 

Ctin ifl 29 , 1 - 7 . 



M iiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiitiiiiiiiiiiiiiiiy 


164 


3lluftrirte 3*'tung. 


3m laufe bes! Oltober erfcfjeinf in unferem Verlage 


($oetfje un5 fein freiet 

(Jriautorl unb bargejlefd in 651 Slbbitbungeti. 3J2if einer CSinfüf>rung in' ba$ 25erfIänbntÄ gort ©oefljeä perfönfidjleil. 

SÖon Srons Tfetifrerf, 

ßeraitogcgeben mi( Unferfföfcung beff ©oeffje-iJkftonafoiufeunto in XBeimar. 

Prei« gebunben 22 3)lorf 50 pfg. 



s ad oorliegenbr Sub ftrdi gb eie Aufgabe, ©oeif« unb feinen drei« 
I | ^burcf) ba« Silb nabe ju bringen. Qi bebarf feines Scroeife«, bag 
J Iba« Silb al« üinfetjauunginiaierieii ein geroorragenbe« Kittel (0, in 
' ba« Vergdnbni« einer Saige eitijufüpren. ©en klugen, ben foibe 
Kerfe giften, bat aurg ba« in unferem Verlage erfdjienene, non Paul 
6<f|reJenba<b unb Jranj Jleuberi gerau«gegebtne Kerl über Slarfin £utger, 
ba« in gonj turjcr 3eit eine augerorbenlfiib »eite Verbreitung gtfunben bat, 
be»tcfen. 3n ber reiben ©oetgeliteralur flnb genug feban niete Sibbilbungen 
ueröffentlidtt, elnjetne Sibfbnitte au« ©oetge« £eben finb fngar fdjon febr 
audfübtlidj illujiriert »erben, älber cd gibt nodj Jein Kerf, in bem ©oetge 
unb fein drei« in igrer ©efamibeif fo reirfjfjaltig im Silbe bargePetil »orben 
(Tnb. Unfer Kerf bringt bie beflen BilbnifTe Don ®oetge feibg. Qi bertieffid)' 
(igl bie ibm nagegegenben bej». mit igm in Verbinbung getretenen per. 
fbnlicbJeiten in grbftcm Umfange. Qi bringt jaglreibe Silber non £jrf. 
iiibteifen, bie mit ©oetge in Verbinbung geben, ß« gibt Qreigniffe ber 
bamatigen 3eit im Silbe »ieber. Üiucb eine größere iUnjafjt Don ©oelge. 
fcben 3fi<bnungen unb ßanbftbrigenproben gnb oereieffdltifli »orben. Oie 
ÜJueitDabl würbe mit grügter Sorgfalt getroffen. Oie Sibbilbungen geben 
oortnlegenb auf jeifgenbfltrbt« Kalerial jurüi unb fügen gib auf bie bcgen 
Vorlagen. Kerfe ber beroorragenbfen ftungier ber bamatigen 3eit »erben 
»lebergegeben. OieSefbrigung gib! naib Küglibfeif bie Flamen ber düng, 
ter, Öntflrbun gefeit bc« Silbe« unb ben Siufbemagrungüorf an, unb jcoar in 
einer Slu*fügrlibfe(t, »ie e« in einem ©efamtbilbenoerf über ©oetge unb 
feinen drei« bf«btr noib nidjf gtfbtgtn ig. Oie einjelnen Sibbilbungen gnb 
jum größten leite nab blreften Stufnagmen naib ben Originalen entftanben. 
Sil« dunffbeilage lg ba« ©oetgefbe Silbni« nab ber ^eid/nung non dort 


SJugug 6cb»erbgeburtb (1831) originalgetreu nadfgebilbet »orben. Oie 
Vifebergabe ber Silber ig in forgfüttigffer Keife auf au«gejeibnelem düng- 
btuifpapfer erfolgt. Oie groge SÜnjafjt ber Sibbilbungen (onnte nur baburdj 
juganbe gebrabt »erben, bag jaglreibe Ptufeen unb Sibliofgefen, öffent- 
ließe unb prioate Sammlungen in entgegenfommenber Keife Ptateriat jur 
Verfügung gellten. Si ig auf biefe Keife autg gelungen, in bem Kerle 
efnt groge Sfnjagf biege r unoeröffentlicfjler Sibbilbungen roieberjugeben. 

3n einem umfangreiben Jtegiger »erben bie ab^ebifbefen Perfönlugleiten 
unb igre Sejiebungen ju ©oelge befbricben. Kic ber Sil Weil bie (frage 
beantoortet ,Kie fag ©oefge au«?' unb bie Xüfung biefer Jrage gieib- 
jeitig auf ben ign umgebenben drei« unb feine Um»etf ergreift, fo gelll 
gb bie ßinteifung bie Slufgabe ber SeantBOrtung ber Jrage ,Kie »ar 
©neig« geartet?'. 3m ©egenfag ju umfangrefben, bi* In ßinjetgeifen 
gegenben Kerfen, bie in au«gejelbncter Keife oorganben gnb, gibt bie 
einleitenbe Oatgelfung unfert* Sube« in fnapper, flüfgger, allgemein oerfldnb. 
Iliger Jorm efn lebenbige« unb anfbaulibe« Silb Dom Kefen unb ber erga- 
benen ptrfbnliigteil ©oefge«, oon feinem unabtdfggen Singen unb Streben. 

ß« (g femil ein Sub juganbe gefommen, ba« geroortagenb geeig- 
net ig, bie denntni« ©oefge« in »eiten dreifen immer megr ju Derbreifen. 
S« fff ein Kerf, ba« (eben ©oefgeoeregrer erfreuen mirb, ba« af« 
nof»enbige ßrgüngung ju ben oorganbenen Siograpgien unb aub al« 
iflugraHoe ßrgdnjung ju ©oefge« bfograpgffben Sbrfften ju befraigfen 
ig. Oie forgfdifige, auf »iffenfbagiiber ©tunblage berugenbe Seatbei- 
fung, bie Serüdlfbriguag oon unoeröffenllfbtem Kalerial, fibern (gm 
aub bei ben ©oefgeforfbem auftnerffame Seadjtung. ß« ig geeignet, 
im Unlecribf bie au«gejcicgnelgen Oienge ju feigen. 


$er(a00f»ii<MattMun0 tton 3. 3. SBefrer in JCeips*0 26. 


iMiiMiiiiiiiiiMiiiiiiiiMiiniiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiriiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiMiiiiiiiiMiiMiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininiiMiiiiHiiMniniiinniiniiimitiiiiiiiiiiiMitiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiMiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiMiiiniiiiiiiiiiiifiiiiiiiMiiiiiiiiiiH 



DAIMLEP^ MOTOREN-- GESELLSCHAFT 


STUTTGART- UNTERTÜRKHEIM 

Ausstellungs- und Verkaufsräume in Berlin NW 7, flercedeshaus, Unter den Linden 50/51 


iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiif 


ininiiiiniiiiiiiiiiiiiiitiimiiii>iiuittiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiinnnnniiininiiruiinniiiiniiiiiiiiiiiir 


fid) Otts Gönnt, für hen Oafnolmtril 

Iflorlcn unb tit Jütfci: Vit “ 

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(lerausflcb*, Tmd unh Ttrr r " r-w» 

Fermct Vßr 3. — ? 





i für tifTousaabc unb €<bTtftIfihino m«it»ot1hil) : *nb«rt SRöfer in 
. nu I*. % Twn I., Hitmfrgaflt 9; für Mt tQrotit: Daube k Ce, 


»ml 

3*i 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 





HIO ST 



VERLAG VON J.J. WEBER LEI MX IG 


Nr. 3972. 


Einzelpreis 1 Mark 40 Pfg. 

(Jede Woche eine Nummer, vierteljährlich 15 Mark.) 


153. Band. 


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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 



AUS WISSENSCHAFT UND TECH 


Die pfychotechnifche Lehrlingspriifung. D.« Laboratorium für 
induftrielle Pfyekotechnik an der Tecknifchcn Hochlchulc Charlottenburg prüft nach den 
von dem Referenten ausgearbeiteten Prüfung« verfahren zukünftige induftrielle Lehrlinge 
auf Bcrufscignung. Mittels exakter Inftrumcntc fowic einfacher fonftiger ycrfuchstccn* 
ni (eher Anordnungen werden diejenigen Kigenfchaften geprüft, die der induftrielle Lehr* 
ling unter allen Umltänden beiitzen muß, will er feine Lehre erfolgreich bcftchcn und 
ein guter Facharbeiter werden. Geprüft werden Sinnestüchtigkeit. Aufmcrkfamkcit, Willens* 
leiltungcn fowic technilch«konltruktives Denken. Die Sinnestüchtigkeit geht aus von 
einer Prüfung des Auges und Itudiert feine Schfchärfe fowie das Augenmaß. Alle 
Apparate lind in cngltcr Anlehnung an die Bedingungen der Praxis gebaut und (teilen 
diejenigen Anforderungen, die auch die Werkftatte (teilt. Neben Auge und Ohr wird 
das Feingefühl der Hand geprüft. Man (teilt feft, wie fein die Oberfläche der Finger 
geringe Unebenheiten wahrnimmt, und wie fein die Gelenke der Hand und des Armes 
arbeiten, indem man Feineinitellungen an beftimmten Apparaten vornehmen läßt, wodurch 
die Präzition der betreffenden Sinneslciftung genau erfaßt werden kann. Das 2ufammen* 
arbeiten von Auge und Hand wird ebenfalls in mannigfachfter Weife (tudiert. Die Auf* 
merkfamkeit kommt vor allem als Aufmcrkfamkeitsvcrteilung auf zwei und mehrere 
Dinge in Frage, wie dies belondcrs bei den modernen Werkzeugma fchinen erforderlich 
ilt Willens leiltungcn werden durch Ausführung einfacher und komplizierter Aufträge 
geprüft, und bcfondeTcr Nachdruck wird hier darauf gelegt, ob der Prüfling in der Lage 
ilt. zwei und mehr Handlungen gleichzeitig richtig auszuführen. In der Praxis arbeiten 
ebenfalls faft ftets mehrere Glieder zufammen, und falt ftets ift eine gleichförmige Auf* 
mcrkfamkcitsvcrtcilung auf mehrere Vorgänge notwendig. Befondcrs eingehend wird das 
technifch» konftruktive Denken des Jugendlichen analyhert. Man prüft, ob Verftändnis 
für technifche Prozeße vorhanden ift, ob der zukünftige Lehrling Urteilsfähigkeit in 
technifchcn Dingen betitzt. und ob er in der Lage ift. einfache technifche Kombinations* 
leiltungcn an Modell oder Vorlage auszuführen. Der Prüfungsbefund (teilt den Schwer* 
punkt der Veranlagung des Jugendlichen feft, damit er im Großbetriebe auch an den 
Platz kommt, wo er hingchört und infolgcdeffcn auch am beften arbeiten und verdienen 
wird, und damit eventuell bei guter tecbnifcher Beanlagung auch eine gehobene Aus* 
bildung in die Wege geleitet wird. Das Jugendamt der Stadt Berlin läßt im Laboratorium 
alle Schüler prüfen, die Drang zur Technik haben oder von der Schule als manuell 
oder technifch befördere befähigt beurteilt werden. Desgleichen laffen führende Berliner 
Großbetriebe ihre Lehrlinge ebenfalls im Laboratorium prüfen. Die Methoden haben 
(ich gut bewährt. Die Urteile der Mciftcr über den Lehrling fowie die Urteile der 
Wcrkfchulcn zeigen eine hohe Ubereinftimmung mit den Urteilen des Laboratoriums. 
Die Gewcrkfchaftcn bringen der Hinrichtung großes Intereffe entgegen, beraten doch 
einige von ihnen, z. B. die Buchdrucker, gegenwärtig Tarifverträge, nach denen die körper* 
liehe und geiltige Eignungsprüfung des Lehrlings durch eine paritätifche Kommiflion 
obligatorifcn Bemacht werden foll. Der Gewcrkfcnaftskongreß vom 30. Juni in Nürnberg 
befchäftigtc (ich ebenfalls mit der Frage der obligatorifcnen Einführung der Eignunes» 
rüfung, und es find weitere Schritte zu erwarten. — Die Arbeiterräte Berliner Großbetriebe 
egrüßen die Einrichtung mit Freuden, foweit von ihnen das Laboratorium Heile htigt wurde. 
Denn auch der Arbeiter wird alle Prüfungsverfahren willkommen heißen, die die Annahme 
des zukünftigen Lehrlings unabhängig vom Wohlwollen des Meilters machen und jeden 
dorthin bringen, wo er feine Fähigkeiten im eigenften Intereffe auch wirklich ausnutzen 
kann. Wertvoll war es auch, fcftzuftcllcn, in wie hohem Maße die Präzifionsarbeitcr 
Hochleiftungen der Sinne und der Aufmerkfamkeit aufweifen. Sie begrüßten es, daß endlich 
einmal auch von wiffcnfchaftlicher Seite der Meinung des Laien begegnet wird, als mache 
die Mafchinc alles und der Arbeiter nichts. Der gefürchtete „Scclcnfchcin" wird damit 
zur Ehrenkarte des werktätigen Induftricarbeiters. Dr. W. Moede. 

Krankheiten und Tod in der anorganifchenWelt. Ara Metall 
Zinn hat man fchon längere Zeit eine Krankheit beobachtet, die man „Zinnpelt" genannt 
hat. Zucrft beobachtete man fic an den zinncrcn Orgelpfeifen der Schloßkirchc zu Zeitz, 
an denen (ich Aufblähungen bemerkbar machten, die durch Reiben mit den Fingern 
vcrfchwanden. In Petersburg beobachtete man die Zinnpcft an Blöcken reinen Metalls, 
an Uniform knöpfen in einem Militärmagazin. Hier zeigte (ich ein richtiger Zerfall der 
Zinnmaffc. Im Jahre 1893 konnten (ich die Mitglieder der in Nürnberg tagenden Natur« 
forfchergefellfcbaft überzeugen, wie die Zinnplatten des neuen Poftgebäudes auf unerklärliche 
Weife zerfielen. Am alten Rathaus zu Rothenburg ob der Tauber war dasfclbc zu bc* 
obachtcn. Prof. Dr. E. Cohen in Utrecht fand, daß cs (ich um eine Infektionskrankheit 
handelt, die man vom kranken Zinn auf das gefunde fchon durch einfaches Berühren 
übertragen kann. Beim Aluminium hat man zwei Krankheiten erkannt, von denen eine 
durchs Waffer übertragen werden kann. Wenn man das fonft zähe, dehnbare, Elektrizität 
gut leitende Kupfer raffiniert, dann wird es krank; brüchig, fpröde. fchlechtleitend für 
Elektrizität, '/im Zufatz von Phosphorkupfer befeitigt das die Krankheit erzeugende fein 
beige mifchte Kupferoxyd. Sclblt Vergiftungen kennt die anor^anifche Welt. Wenn man 
dem Platinmohr einige Tropfen Schwefelamtnohiumlöfung zufuhrt, wird die Wafferftoff* 
fupcroxydkatalvfc entweder vollftändig cingeftellt oder zu mindeftens fchr cingefchränkt. 
Paralitifchc Bildungen zeigen (ich in der Mineralienwclt. Malachit kommt in zerklüftetem 
Kupferkies, Zeruflit auf angeatztem Bleiglanz vor. Verletzungen heilen Kriftalle aus. 
wenn man (ie in überfättigte Löfungcn bringt. Hängt man ein einer Ecke .beraubtes 
farblofcs Kal ialau nkriltall in eine Löfung von Chromalaun, dann ergänzt (ich die 
fehlende Ecke in violetter Farbe aus Chromalaun. Fefte und flüftige Kriftallc kennen 
felbft ein Reinigungsvermögen. Schlammige Mutterlaugen geben immer reine Kriftallc. 
Es wohnt ihnen das Vermögen innc, krankhafte Stoffe ausiulchciden. Im „Sonnenbrand” 
der Bafalte zeigt (ich eine gefährliche Krankheit diefes wichtigen Befchotterungsmaterials. 
Schon nach kurzer Zeit tritt bei ihnen ein Zerfall ein, der krankhaft »ft, da er nicht bei 
allen Bafaltcn wahrgenommen wird. Man hat den Zerfall auf Nephelincmlagerungcn 
zuruckgcführt oder an amorphes Glas gedacht, das lieh bei der Abkühlung des Magmas 
mit Kontraktionsriffen durchfctzt hat. Durch Erhitzen kann auch in der anorganilchen 
Welt der Tod cintrctcn. Wenn Gips über 190 Grad erhitzt wird, dann ift er ..totgebrannt". 
Auf gleiche Weife wird aus Diamant Graphit, aus Aragonit Kalzit, aus Quarz Tridymit, aus 
Zinkblende Wurtzit. Der Tod in der anorganifchen Welt wird auch durch den amorphen 
Zuftand gekennzeichnet, in den viele Kriftallc übergehen. Rudolf Hundt. 

Der Erreger der Alkoholgärung. Wenn wir einen Tropfen eines gären* 
den Moltes unter dem Mikrofkop bei 500facher Vergrößerung betrachten, fo fehen wir 
Taufende von kleinen, durch lichti gen kugeligen oder eiförmigen Gebilden, die teils zu 
mehreren zufammenhängen, teils einzeln liegen. Tcdcs von diefen ift ein winziger Or* 
anismus, ein Individuum, ein Einzelwefen, welches (Ich von dem Mofte nährt, in 
iefem wächft und (ich vermehrt. Fs ift dies der Erreger der alkoholifchcn Gärung, die 
Hefe (Saccharomyces). Die ganzen Lebensvorgänge oiefes Kleinlebewefcns fpiclcn (ich 
in einer Zelle ab. Auch die höchflcntwickeltcn Pflanzen fowie Tiere lind aufgebaut aus 
unzähligen mikrofkopifch kleinen Zellen. Bei der Hefe aber haben wir die einfachfte 


Form des Lebens in einer folchcn Einzelzcllc vor uns. und die Hefe zählt daher zu den 
einfachft gebauten Pflanzen, zur Gattung der Pilze. Diefe zeichnen Geh (amtlich dadurch 
aus, daß ne keinen grünen Farbftoft (Chlorophyll) enthalten und daher auch nicht im» 
ftandc lind, ihren Körper aus den Stoffen der fic umgebenden Luft und dca Bodens 
aufzubauen. Sie müffen vielmehr fchon fertige, von anderen Pflanzen mit Hilfe ihres 
grünen Farbftoffcs aufgebaute Nahrungsmittel zur Verfügung haben, wenn (ie ihre Lebens- 
tätigkeit entfalten follcn. Aus dem Traubcnfaftc zum Beifpicl vermag der Hefepilz auch 
ohne den grünen Farbltoff und ohne Sonnenlicht die nötige Wärme und Kraft zu ent* 
wickeln, welche feine Leben&mafchine zur Arbeit braucht. Der Durchmcffer einer folchcn 
Einzelzcllc beträgt nur */,*, Millimeter. Auf einem fchT feinen Blciftiftftrich von einem 
Meter Länge hätten alfo 100000 folcher Zellen, nebeneinander gelegt, Platz. Wo die 
Natur aber folch kleine Wcfen erzeugt, forgt lie auch dafür, daß diefe durch ihre 
ungeheuere Zahl das erfetzen, was ihnen an Größe fehlt. Die vcrfchwindend kleine 
Arbeit des Einzelwefens wächft durch die ungeheuere Vermehrung der Zellen fchließlich 
zu gewaltigen Wirkungen an. Die Hefe ift imftandc, (ich unter günftigen Lebens» 
bedingungen, d. h. wenn ihr genügend Nährftoffe zu Gebote (tehen und die richtige 
Temperatur herrfcht, außerordentlich fchnell zu vermehren. Die Art, wie aus einer Zelle, 
einem Hcfepflänzchcn, ein neues entlieht, ift viel einfacher als bei den höheren Pflanzen 
und Tieren. Die Vermehrung ift eine ungcfcblcchtliche , d. h. cs ift nicht erforderlich, 
daß Geh zwei Einzelwefen vcrfchicdencn Gefchlechts verbinden und einander befruchten, 
fondern jedes ift für (ich imltande, aus (ich felbft heraus durch Teilung oder Abtrennung 
neue Einzelwefen zu fchaffen, welche dann hcranwachfcn und in wenigen Stunden bc» 
rcits felbft zur Fortpflanzung fchrciten. Jede ncugcbildctc Zelle ift bereits fähig. Zucker« 
löfungcn zu vergären und. Alkohol zu bilden. J. L. Merz, Wien. 

Warum hat der Stier eine Wamme? Daß das männliche Rind, den 
Stier, eine Wamme auszeichnet — im Gegcnfatz zur Kuh, der (i< fehlt — ift allgemein 
bekannt. Man verlieht darunter die Kchlfaltc unterhalb des Kopfes. Da die Natur 
kaum zwecklofe Gebilde Ich afft . fo ift die Frage naheliegend, weshalb der Stier eine 
Wamme hat, die Kuh aber nicht. Naturgemäß wendet man lieh bei folchen Fragen 
zunächft an Darwin, um zu hören, was er darüber äußert. Er meint, daß niemand bc« 
haupten wird, die Wamme des Stieres habe für ihn irgendeinen Nutzen. Leider bin 
ich gezwungen, in diefem Punkte Darwin fehr energifeh zu widcrfprcchen. Weil Darwin 
keinen Nutzen für den Befitzer der Wamme erblicken kann, fo fünrt er ihre Entftchung 
auf die geschlechtliche Zuchtwahl zurück. Hiernach follen die Kühe die Stiere, die eine 
Wamme trugen, vorgezogen haben, woraus Geh die Vererblichkeit der Wamme entwickelte 
Die Theorie der gclchlcchtlichcn Zuchtwahl licht ohne Frage auf fchr fchwachen Füßen. 
Selbft begeilterte Anhänger Darwins wollen von ihr wenig wiffen. Sie ift in unferm 
Falle aus zwei Gründen vollkommen ausgcfchloffen. Einmal find Rinder Nafenriere, 
d. h. Ge richten Geh wie der Hund nach dem Geruch, nicht, wie der Menfch, nach dem 
Sehen. Wie foll nun auf ein Nafentier eine Kehlfalte einen fo überwältigenden Eindruck 
gemacht haben? Sodann haben die Büffel ebenfalls eine Wamme, aber eine kleinere, 
die tiefer anfängt. Nach der Theorie der gcfchlcchtlichcn Zuchtwahl müßte die Sache 
umgekehrt liegen. Die größeren Büffelkühe müßten einen Stier bevorzugen, der eine 
befondcrs große Wamme fein eigen nannte. Die Theorie der gefchlechtlichen Zucht» 
wähl ift alfo abzulchncn. Dagegen ift, wie fchon bemerkt wurde, das Vorhandenfein 
der Wamme für den Stier fehr wichtig. Rinder. Büffel, Elche ufw. Gnd wehrhafte Pflanzen* 
freffer. Das will fagen, daß lie vor Feinden nicht flüchten wie Schafe, Rehe, Hafen, 
fondern daß lic den Kampf aufnehmen. Namentlich die Männchen als Führer der 
Herde lind bereit zu einem Kampf auf Leben und Tod. Als Feinde kommen für alle 
Pflanzen freffer namentlich die Wölfe in Betracht. Diefe fuchen den Gegner durch einen 
Biß in die Kehle zu überwinden. Um die Kehle zu fehützen, trägt der Stier 
als Hauptkämpfer eine Wamme. Deshalb hat auch deT männliche Elch einen Bart, 
d. h. in Wirklichkeit eine ftark behaarte Wamme. Auch der geweihtragendc Hirfch kämpft 
mit den Wölfen, weshalb er zum Schutze der Kehle eine Mähne trägt. Die gcwcihlofcn 
Weibchen flüchten und haben deshalb keine Mähne. Ebenfo haben Pferde, die mit den 
Hinterfüßen ausfchlagcn. alfo mit hinten gelegenen Waffen kämpfen, keinen Kehlfchutz. 
Da die Büffel fo groß Lind, daß die W'ölfc nur die unteren Teile der Vorderfeite ge* 
fäludcn. fo haben lie nur hier eine Wamme. Als Kehlfchutz gegen das fcharfe Gebiß 
des Wolfes hat alfo die Wamme bei dem Hauptkämpfer, dem Stier, einen ganz ein» 
leuchtenden Zweck zu erfüllen. Dr. Th. Zell. 

Das Wetter im Film. Auf den in den Kinos vorgeführten Filmen fah man 
fchon gelegentlich Darftellungcn von Wettererfchein ungen, wie Sturm und dadurch be« 
wirkte Mccresbrandung, Gewitter. Wölken ufw., aber alle diefe Aufnahmen hatten mehr 
den Zweck, die Schauluft zu befriedigen, als lehrhaft zu wirken. Erft in der letzten 
Zeit regt lieh bei Wetterkundigen wie in Schulkreifen der Wunfch, den Film auch 
für das Wetter zu gewinnen. In Frankreich follcn kürzlich einige folche Filme der 
Akademie vorgefuhrt worden fein, ln Dcutfchland mache ich auf Wunfch der Deutfchcn 
Meteorologffchen Gcfcllfchaft mit einer Berliner Filmgcfcllfchaft feit mehreren Monaten 
derartige Verflache, die auch für die Wiffenfchaft neuartige Ergebniffe zeitigen werden. 
Der Hauptfehler mancher wiffcnfchaftlicher Filme befiehl darin, daß (ie Zultände, 
aber nicht Entwicklungen darftellen: für jene ift aber allein das flehende Lichtbild 
zuliflig und der teuere Film nur Verfch wendung, fo , wenn Aufnahmen von Antichtcn 
eines botanifchcn Gartens gemacht werden, auch wenn der Wind die Pflanzen bewegt 
— erft das Wachfcn der Pflanzen oder deren Vorbereitung für das Herbarium oder für mikro» 
fkopifche L'ntcrfuchung ufw. wäre eines Filmes wert. Wer noeh keine Filmaufnahmen 
gemacht oder geleitet hat, untcrfchätzt in der Regel die Schwierigkeiten. So erging es 
mir bei einem der Filme, die jetzt in Arbeit lind; er (teilt die Änderung der Wetterlage, 
genauer der Luftdruckverteilung, während fünf Tage dar. in denen ein großes Hochwafler 
entband. Hierzu habeich 39 Wetterkarten von 3 zu 3 Stunden entworfen. Aber die Zwifchen» 
Zeiten waren immer noch zu groß, als daß das Filmbild glatte Übergänge von einem Zu* 
(tand zum andern ergeben hätte; indclfcn würden auch vicrtelltündlicne Karten noch nicht 
genügt haben, und deshalb werden nach einem neuen, fchr mühfamen Verfahren die Uber» 
gange von einer Wetterlage in die nächftc hcrgciicllt. Für diefen einen Film werden min* 
deftens dreißig volle Arbeitstage gebraucht werden. Aber die Mühe wird (ich lohnen. Wie 
das erltc Probeftück zeigte, erhalt der Fachmann hierdurch einen ganz überrafchendcn Ein» 
druck von der Verfchiebung und Gcftaltändcrung der Hoch« und Tiefdruckgebiete; denn 
bisher war es der Vörltellungskraft des einzelnen überlaßen, (ich ein Bild von dem Über» 
gang der einen Wetterlage zur nächften zu machen. Dazu gehörte aber fchon ein großes 
Maß von Erfahrung, während nun auch dem Schüler der ganze Vorgang klargemacht werden 
kann. Vielleicht erhält auch der Forfcher neue Anregungen dadurch. Nahezu alle übrigen 
Filmaufnahmen lind viel leichter herzuftcllen als gerade der eben gcfchilderte und wohl 
auch für breitere Schichten geeigneter und vcrftäncliichcr. Da es jetzt auch Vorrichtungen 
2 ur Unterbrechung des Filmablaufes gibt, fo kann der Vorführende den Film jederzeit an« 
halten und beliebig ausführliche Erläuterungen dazu geben. Prof. Dr. C. Kaßncr. 



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Alle /ulrndungrn redaktioneller Art find an die Krdaktion der filultnrten Zeitung in Leipzig. Krudnitzerftraße 1—7, alle anderen Zulen Jungen an die Gelchä ftiftelle der llluftrirten Zeitung, ebenfalls in Leipzig, zu richten. — Genehmigung 
zur Urproduktion unferer Bilder kann nur nach Jedesmaliger vorheriger Verftindigung mit dem Stammhaus (J. J. Weber, Leipzig) erfolgen. — Kar unverlangte Ei nfen düngen an die Redaktion ward keinerlei Verantwortung übernom 

Copyright August 14 th 1919 by lllultrirte ZeitujrgTF- J-Weber. Leidig. Nummer 3972. 153. Band. 


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168 


3ltuftrirte 3c<tunfl. 


5Rr. 3 


Allgemeine Stotijen. 

Jubiläum ber tRoftotfer Umoerfität. Die nicdlcnburßi[d)c 
SanommiDeifiUtt '.Hoftocf roiit> am 12. 'Tiopcmbcr t>. ihn- 
^ünfbu nbert • ftobrfcier burtb einen Sfftaftus im tKoftoder 
6tabttl>eatet ©«geben. Sluf einen Slntrafl hes tanbfafls- 
übgeorbneten I>r. ftt. tf. 'Zöitt bal ber mcdlcnburgilcbe £anb- 
lag befd>lonen, ber C<mbefturi©crfiiät ^oftotf \u ihrer fünf- 
bunbcrtjäbTiflcn Jubelfeier als ,'^eidjcn ber ‘Anerfcnnunfl unb 
bcs Dantes 70000 3Jlaxf ju bewilligen. Samens her ‘ötr- 
toaltung bei medlenburailcfeen Cuxblcbule bat ber Gtaatsininifter 
fciplbt'ub bem m edlen ©urgi (eben Canbtage ben Danf ber Uni- 
Dcrfität übermitlclt. 

Sd)U>i*Tigf eiten bes beutfdjen Hberfeebienftes. iRad) einer 
rbcinifdjcn fCprrefportbenfl fpflle bic Hamburg • 5lmenfa trinie 
*3?orfebrunflen *ur ‘‘ZBieberaufnabme bes bireften ßcbiffabrts- 
©erfebrs jwifeben $ambuTg unb ben »iAligften [übamerifanifeben 
$äjcn treffen. Da bureb biefc 2ftclbung icicbt bic SRcinung 
erreerft roetben fönntc, bie £)apag Hebe bereits ©or einer 'SSic- 
beraufnabme bcs bircllcn tebiffahrtsberfebrs , |o nuife bem- 
geflcniiber betont rcerben, t>a& baren ftinc 'Jtcbc fein lann. 
6a mt liebe lörobreebereien be|6äfttgen ficb pflicbtgemaE}, o©r- 
tdujig ailcrbings nur tbcoTdifd>, mit ber Stage, tpie fic fpäter 


roicber in ben ^öeltoerfebr rintreten lönnen, fobalb ficb bierju 
iSelegenbeit bietet. Dicjer 'Jlugenblid ift aber noeb niebt gc- 
tommen, rocil ber ^ritbensDcitrafl oon ben (Sntenlcflaaten no<4> 
nicht ratifiziert ift unb bic tModobc nod) nicht in ibrer ganzen 
'Jiusbebnung aufgehoben würbe, [oroie auch besroegen, »eil 
unjerc 'Äeebcreten feinen einzigen dberfeebampfer mehr befißen. 
'2tugcnblicflicb haben fie taum bie 3Jtittcl baju, 6<biffe aus 
neutralen _6taaten an^ufaufen. unb aum ’äbfcbtufe ©on (£bar- 
terungen ift es bisher auch noch nicht flefpmmcn. 

(fine Hunjtnusftellunfl für bie aus Internierung unb ®e* 
fangenfehaft zuriidfebrenben Äünftler ift zum berbft in einem 
geeigneten ftaatlicben ©cbäube in Berlin geplant; bcbörblithc 
Unlerftü^ung ift jugeficbert. (fs ergebt baber bie ^tufforberung 
an alle ‘Beteiligten, auch an bie 21ngcbbtigen btT ;3urucf- 
crioarteten unb (Scfaltenen, in beren 9taffelafe ©icllcicbt £d}ä&- 
bares ©orbanben ift, ber ffie|d>äftsftellc bes roirtfcbaftlicbcn 
Bcrbanbe9 bilbenber S\ün.ft Ict, Berlin W 02, Cuibciftrafoe 41! 
( w £>crbftausftcllung ehemaliger fclbgraucr Stünftlci") tarnen 
unb ‘äbreffe für biefen ftiDttf anjugeben. 

3ur neuen Btlefmarfe äufjert ficb ber „Dcu!f<fee 'Ißeif- 
bunt" (©efd)äftsftcllc in Berlin Iß, ©chöncbergcr tffer3tia) 
roic folgt: „Die (Seroinnung einer neuen anftänbigen Brief- 
märte, oon ber ftffctt tüpfelt oft genug geforbert, mufotc früh- 


zeitig 6orge bes Beithsminifteriums fein: Anregungen unb for- 
mulierte Borfchläge roaren ibm jur Berfügung gepellt. Die 
Borbereitung rourbe unterbrochen burch ein fehl plöjjlirb«* Breis- 
ausfchrciben bes ^eiebspoftminifteriums für bic Srinnerungs- 
briefmarfe zur 9fationaloer(amm(ung; eine allzu furze griff 
roar geftellt, bie an fiefy eine ©efäbTbung für eine bunhgercifle 
Arbeit fein mußte. bas Preisgericht roar in feinem Aufbau oon 
©orrtbercin auf Äompromih eingcftcllt. fo 6a& feine Arbeit fetter 
con Äonfliften begleitet n?ar. Die unerfreuliche unb bebenf- 
Eiche Art erfubr ihre Krönung barin, bafe bei ber Ausführung 
bic elemc nlatflcn 9ie<htc ber preisgefrönten Äünftler oemacb- 
läffigt rourben. inbem gegen beren (£infpruch oon ber Bebörhc 
Ztoeifarbige Ausführung angeorbnet rourbe. Der Äifcerfolg 
fam zioangstoeife. Die ^Tiimerungsbriefmarfc für bie National- 
pcrfammlung ift nur ein ,'itcifcbcnfpicl. Nichtiger toirb bic 
(Sctpinnung guter (fntroürfe für bie neue BeiCbsma rfe. Obre 
Beftimmung muh ©bllig befreit fein ©on brbörblicb-bÜTofrati- 
febem tlbcrgctoicht unb (£infprud); fic foll auf her Berantroo; 
tung her beften Künftlcr ruhen Der Deutfdjc AJerfbunb unb 
anbere fünftlcrifcbe Bereinigungen haben bem ‘Jlcicbspoftmini- 
fterium beftimmt formulierte Borfchläge für ben neuen B&ctt- 
beroerb gemacht, beren Inhalt eine 6i<h<rung ber Auslefe gegen- 
übet bem Skffoxtbcomtcntum unb feinen Anfprüd?en ift.“ 


Unterricht, Literatur und Sammelwesen. 


Gefdllchaft zur Förderung des realen Willens 
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fordernde Vorträge au» allen Ciehietm 
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dienen. Glänzende, «Turdi die Dozenten der Oerrtlfduafl erziehe Erfolge 
l SdiQlrm, dir tagsüber brruflidi tätig waren. 


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dr» Wissen» , die zugleich zur Vorhrrclrung a«f PrO 


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Was will der Lebensbund 

Organisation dar Raform de» Bich - Fladens 7 


Der „Lebensbund" bemüht « 

•eil 1914 das ru erfüllen, was Hunderte groBor, 

Minner der Wissenschaft . Geistliche. Arrte, Sonalpol itlker 
und Mensehen freunde, was Tausende denkender Frauen von 
der Kultur unserer Zeit fordern: Dr« Wahl eines Lebensgefährte«, ntcht vorn 
Zufall abhängig zu machen, nicht unter wenigen iu treffet,, die gerade den 
Lebensweg Wreuzrn, sondern »eh. alle törxhten Vorurteile überwindend, in 
unbedingter Wahrung von Takt und Diskretion 
gegenseitiges Suchen unter Gleichgesinnten, ohne 


C beispiellosem Erfolge 


* örtliche 


tu verletzen, oh ne sidi sofort jedem gänzlich Fremden gegenüber offenbaren tu 
müssen. Der „Lebenshund* ist keine gewerbliche Vermittlung. Tausend« von 
Erfolgen und tägl ieher Eängang von Dankschreiben aus allen Kreiser,- Strengst* 
Verschwiegenheit. Verlangen Sic gegen Einsendung von SO PI. {such Marken ) 
unsere Bundeaaehnften. Zusendung «folgt unauffällig in srerschlosaeneaa Brief. 

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3Huftrirte 3ritunfl. 


9tr. 3972. 




Dr. 2ouis t>. ®alI»iB, 

frühem anbaltildxr t laal*minifirt, aisbann C'bfrrtäfibenl unb -JUiniiict 
bes 3nnern in IJteubcn. tom 18. 'ilpiil 1914 bis Oftobei 1917 fai|rtli*«t 
e latlball« in (SI|ü&-Votbrmgen, t im Ulter Don (14 Jahren am 6. 'luaufi 


(öcb. guftijrat 'Prof. Dr. 3»|epb ftobler, 

berühmter :Hf*»lcbrrr an brr Unimfuäi 'öerlin. heflen CMupIbrbcutunfl auf brm ©ebirl 
brr ortqlriAenben 9Ud»tsimflrn|ct>a|l Io«. brr aber barubrr hinaus fi* au* aufcrtbalb Irin« 
ftadrarbirh nt»* Dtrllritifl betätiflt bol. t in fVrlin am 3. ?luflufl 


■JBirtl. ©eb- 9tat 'Prof. Dr. (Ernft paedel, 

flaiurforldxt unb Dbildopb oon ndtruf. brflw Stame mit bet 5m- 
irirflunfl brr SUaluitnifl tnicböfirn mg orrfnüpfl ift, t am 8. ‘flugufl im 
HK Vfhensjabr in Jena. bet tr lall« (tinrr reichen Yfbrnsarbeit (Dbot 
t«*tfunflo>eTlftiitte Obrrgorpnius & efrlrnbinbfr. Jlun*cn ) 


(^ie Belt ftebt heute oer einer Icbmeroerftänbliihen (Erlernung. * 1)09 beut(«h« ftolf bat 
*i/im gelbe fowobl ab auch babtim Vciftungcn oollbracbt, wie roobl feiten bisher gegeben 
finb. Unb nun fommt ein Sufammenbiucb, bei bem nichts oon ben Xugenben ju merfen ift, bie 
es bis babin gezeigt bat 

Bir wollen an eine grobe Itafönfkhftit uitferer ©«fehlste benten. £utb«r war gcroifj 


iUun hätte fid> jeigen muffen, ba(j innerhalb ber alten ©efellfcbaft lebenbige Kräfte am 
'Berte gemejen mären, bie im ftillcn eine neue Orbnung aufgebaut batten; biefe Orbnung 
hätte nun nach bem Sufammtnbrucb bafteben muffen. 5 la<h ber ftatur ber 6acbe batte 
bie 6oaialbemofratie bie Orbnung gefchaffen haben muffen. 

Stber bie ©ojialbemofratie batte fich Immer nur als agitierenbe unb tämpfenbe poli* 
tifihe "Dartei gefühlt ; fie batte bie halfen als Partei organifieit, aber fie batte nicht aus* 
gebaebt unb Dorbereitet, was gefebeben follte, wenn nun bas Sllte jufammrnbrarh. Bir 
mellen an ein ©cgenbcifpiel benten, um uns bie 6adje flariumacben. -2Us ber öfter* 
reicbifdje 6taat jufammcnbracb. ftanb in Böhmen mit einem 2Rale ber neue tfd>e<fcif<tie 
Staat ba; bi« Xfcbc<ben batten ibn unter ber öftcrrcicbi|cbcn £>crrfd>aft noch geftaitet. grei* 
lieb war ba» nur eine politiiche Aufgabe gewclen, bie uncnblicb leicht war gegenüber ber 
Aufgabe, welche bie 6ojialbemofratie ju erfüllen gehabt hätte; immerbin aber fann bas 
©egcnbeifpiel uns jeigen, wie bie ©inge batten fein fönnen. 

Bc na bie 6ojialbemofratie ebr lieh fein will, fo mufe fie geftehen, bafj fie mit «ufamin«n* 
gebrochen ift. 3 bre gübrer ftnb beute bie Center unferes Reichs. Slber ihre ©efübrten 
folgen nicht mehr ihren gührern. ©ie Streifs, bie finnlofen Cobnforberungen, bie politifchen 
Unruhen jeigen, bah bie ©efübrten nicht an eine neue Orbnung ber ©efcüfcbaft bureb ihre 
gübrer glauben, bafj ber einheitliche politi|cb aufbauenbe Bille bei ihnen nicht »orbanben ift. 

(fine alte Belt geht «u < 5 nbe. ©ie Golfer ber (Entente raffen fich nach jum leöten 
3 Dtale auf ju einer enbaültigen $><rrf<baft be» ausbeutenben Kapitalismus. Snglanb unb 
Slmerifa haben bie {»enrfchaft über bie Belt jum 3 t»ect ber lebten fapitaliftifchen ’ilus- 
faugung erlangt, nur bebrobt burch gapan, bas fleh auf ben kgten Krieg ber fapitalifti- 
feben Mächte rüftet, nur bebrobt oon bem ^ufammenbrueb im 3 nnem. 'über fchon 
«eigen fidb bie ©runbltnien einer neuen Belt. 

6ie haben fleh juerft geaeigt in ?luhlanb. ’X’ic Mn haben als erfte oerfucht, eine 
neue ©efellftbaft ju begrünben, welch« auf anberen ©runblagen ruht als bie alte, bie jefet 
in 33 lut, Triumph. $tr«nxiflung ihre Schlachten fchlägt. 6ie finb gefcheitert. Oenn ben 
Nullen geht wohl nicht bas tieffte unb lebrnbigfte ©cfübl für bie ©emeinfamteit bcs 
'Coltfs unb ber SPlenfcbhcit ab, bas ber neuen ©cleUfdbaft jugrunbe liegen muh; ®obl 
aber bie herrichenbe unb OTbnenbe Vernunft, bie jeben SDtann unb (ebts ©ing an bi« richtig« 
6teUe «u letjen ®ci&. 'SJie btutfehe 5 lepolution tritt bas <fibe ber ruffilchen Srfabrungen 
an; fie tritt es an mit bem folteren Sinn unb ber oerftänbigeren ürt bes beutjehen Golfes. 
Bollen wir uns heute retten, fo müjfen wir bie gefdpicbtlicb« Aufgabe auf uns nehmen, 
bie uns bi«r geflellt ift, fo muffen wir in Deutfchlanb bie neue ©efcllfchaft febafien. Bieweit 
biefe ben fo^ialb^mofTatifchen (Srwartungen cntfpricht, mufj fich erft jeigen; oielleicht [teilt 
es fich als ein ffilücf b«raus, bafe unfer Bolf noch nirgenbs feftgelegt ift. ©urch bie 9 leeo* 
lution ift bie 9 lottDenbigfrit getommen, bafi bas beutfehe ‘Soll fich bemofratifch orbitete. 


^tnbenburfl als ^Prmatmann: Der gdbmarfchflll mit 
feinet ©attin auf einem 6pa^ierflanfl in t>annooer. 

fein bebeutenber Dcntcr, er war noch nicht einmal ein bebeutenber 
ffielebTter, fogar als religiöle l>erfönlichfeit war er burchaus nicht 
genial, llber er batte (Eines: er batte einen unerfibütt erlichen fitt* 
liehen 2 Rut. Benn er einmal eine Sache als richtig erfannt, bann 
fonnten nicht nur Kaifer unb König, fonbern auch ©ott unb Xeufel 
fommen unb ihn abfpenftig machen wollen; er fagte: „.^»ier fleh« 
ich, ich fann nicht anbtrs." 

©iefer fittlich« SRut, ber ruht auf bem unerfcbüttcrlicben ©runb 
einer in fich flefeftiflten ^erfönlichfeit, ift bei ben ©eutfehen oon 
jeher (eiten gemelen. (fr ift immer feltener geworben im Sauf ihrer 
©efehiebte, in ber bie gürften immer mebr heroorgetreten finb, unb 
finbet fich beshalb eher noch einmal gelegentlich in ben ftanb' 
gebieten, ber Schwei«, £>oUanb, ben brei £>anfeftäblcn, a [ s i n bem 
übrigen Deutfchlanb; am feltenften wirb er in ben unter $abs- 
burgifcher $errf<haft feelifch perwüfteten ©ebieten (ein. 2Kag man 
über bte ft eoo lution benten, wie man will; eines wirb man immer* 
hin oon ihr erwarten bürfen, bah ber fittliche 2Rut wieber fich bilbet. 

(Es ift eine Sehensnotwenbigfrit für uns, bafi wir ihn entwickln; 
benn wenn wir es nicht tun, bann werben wir einSflaDenoolf werben. 

Solange bie alten ‘SeTbältniffe beftanben, würbe oon obenher 
befohlen, unb bas befohlene würbe orbentlich unb tüchtig, mit törper» 
lidbent 3 Rut unb mit jebem gleifi unb jeber Eingabe ausgeführt. 
Über wenn ein ‘Soll glaubt, baf) es barauf oerjichten tonn, jelber 
ju entlcheiben, bah es 'IRänner an ber 6p ib« haben tann, bie ihm 
bas £>ö<bfte oon männlicher Betätigung abnehmen, was es gibt, 
namluh ben freien (Sntfchlufi unb bie Bahl bes S)anbelns: bann 
wirb es immer [o furchtbar erwachen, wie wir btute erwacht finb; 
es wirb immer finben, bafj bie SDlänner an ber Spifte enbiieh oer- 
fagen. ©er Borgang ift natürlich, bie geigbeit oor ber $ntf<b<ibun0, 
welche unten berrfibt, wirft immer höher hinauf bis fchliehlich in bie 
böcbfte 6ptb«; es ift eine Kranfbeit bes ©elftes. (Ss ift bann nur 
noch rin Bolf oon 6ubaltembcamten oorhanben, bas nicmanb hat, 
ber ihm befiehlt. Natürlich muh bann alles ju nichts werben 
— ©er 3ufommenbrud) (am, wie jeber 3 u f am| nenbruch fommt 



'Die lefete ‘'Borlefung bes (öeheimrats ‘'"Profeffor Dr. ‘ömstoanßer in Jena. mot siM»n. >«.o.. 

ün 25. 3uli ceiabfihicbctc fid> bei cifolflrcicbc ^fixbiatei oon [einen frorern, um nach 40j übriger läliflfeil in ben 9lub*flartb ju rieten. 


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3Bien im flafcrc 19! S. Slatf) riiwm im 2Ru[eum btr ßtabt Söt'tn btfinblicbcn ©cmälbe Don ‘profcflor 3&|c| Snflclfjart. 



'l'om ßportlcljTcrfuritis bcs 'Jtrid) 5 !His(<f)uffcs fÜT Scibcsübungcn im t£tab iort .tu 93er litt: Übungen jur ilusbilbuitg im Sfitaufen. 



bic anbere gana oon (clbcx gclöl’t. Ebenfalls aber {eben vir, baß cs fidj junaebft nicht um 
ein Sun banbcli, fonbern um ein 'Baben unb ©ein, nicht um Arbeit, fonbern um (sittlich feit. 

Die gewöhnlich* bürgerliche 3Roral braucht feine befonbers tiefe Veranfening. (£s aenügt 
für fie, toenn bie 3Jlenfdjcn in ihren gcroobiilert Verhältniffcn ruhig leben. Die höhere ©ittlicb- 
feit, um bic es [ich hier banbclt, »ft nicht Io wohlfeil ju haben. 6ie muh unter febr 
fcbtocrcn Kämpfen errungen werben, unter Kämpfen, bic nidbt lo einfach in ben oberen 

Schichten ber Gcclc unb bcs ©ciftes bor fid> geben, fonbern in ben tiefften: fie ift auf bas 

engfte eerbunben mit bei Religion. Cutber hatte feinen fett lieben 3Rut nur beshafb, weil er 
an feinen ©ott glaubte; ei wu&te genau, bafj er allein ein Icbwacber Nlenfcb toar, unb bafj alle 
Kraft ihm oon eben fam. Benit wir ben tiefften ©runb für unfer llnglüd fudjen »ollen, fo 
toerben wir finben: wir hatten unfern ©ott oerloren. 

Das foll nicht im 6inn einer tirchlichcn Religion irgenbwelcber '21 rt gefagt fein, ©ott fann 
in einer Kirche »ebnen, aber cs gibt auch Kirchen, in benen ©ott nicht wohnt; unb ©ott fann 
auch außerhalb ber Kirche »obnen, trgcnbwo, reo cs ihm beliebt. <3n unferer floffifdjcn geit 
haben roir unfern ©ott gehabt; er bat nicht in einer Kirche gewohnt. Dn ben 3abrjcbnten 
bes Deutfchen Reiches feit feiner Begrünbung bis ju feinem ^ufammenbruch bat bas bcutfehr 
Voll feinen ©ott gehabt. 

Die VölleT, bic uns befiegt haben, haben ihren (sieg nicht gewonnen burch ihre eigene Kraft. 
Bir finb nicht gefthlagen, mir finb jufammengebrochen. Bei ihnen ift nicht etwas ©tärlercs gc- 

toefen als bei uns: Haben »ir ebne ©ott gelebt, fo haben fie cs auch, unb fie finb in nichts beffer 

als wir. (sic werben nun ihren ©icg geniefjen. ©cbon hören »ir oon Narrheiten, hie fie in 
ihrem Taumel begeben, hie biefelhen Narrbeiten finb, »eiche wir begangen haben, als wir glaubten 
Sieger ju fein. Der folbatifche Übermut unferer geinbe macht genau unfern eigenen folbatifchcn 
Übermut nach- Noch nie ift ein 6ieg einem Voll innerlich aum ©egen ausgcfcblagen; ber 6icg 
in biefem fürchterlichen Krieg wirb es auch nicht. Bcnn noch etwas fehlte bei unferen feinten. 



Robert 'Boigtlänbcr, 

Vfipiifl« iWtlffl«, Cbfrninilflliffc bi? Vctrins M 4Mi*b- 
bänöltr, twtanni als Jlpmnirnioioi unb Cüdwrflant>t(Xf aul 
utbctti- und wtlaflwl'llidwni öVhft. Iriertc am 4 2lugufl 
feinen TU. ©eburislaq. (Pbot. Rom fl. ftipjia ) 


bas b*i{|t, baf| jeber als berechtigter unb 
fittCidh oeipflichteter SIcilnebmcr an bent 
politijchen Bau arbeitet. Die neue ©«feil- 
fchaft, welche in Deutfchlanb begrünbet »eT- 
ben mub, fann aber nicht bas Bert eines 
einjelnen (ein, fonbern cs müffen alle an 
ihr mitaibeiten. (£s muh aff 0 jener fehler 
ber Deutfchen oerfchwinben, bafj ber ein* 
jelne nicht fittlidb felbcr entfdheiben will, 
fonbern ben Befehl eines Höberftrbenben 
erwartet, ber bie fittliche Verantwortung bes 
©efchebenen tTägt: l£s muh jeber einzelne 
btefe fittliche Verantwortung tragen. 

Damit wirb aber bie Aufgabe auf ein 
ganj anberes ©ebiet oerlegt. Denn cs 
tritt als erftes an uns bie Notwcnbigfeit 
heran, untere 6cc(en fo )U änbern, hah fie 
blefe Aufgabe erfüllen tonnen. VJir hoben 
nicht aunäcbft bas Haus au bauen, in bem 
reit wohnen wollen, fonbern uns fclber tüch- 
tig ju machen, bah wir es bauen tonnen: 
freilich, unb hier oerfagt bas Bilb, wenn 
wir hiefe Aufgabe erfüllt haben, bann ift 



'Tas “Iöettid)tpimnicn „Guei fcurd) 'Jßien" am 3. ^luquft: ’Slm Siel an ber 
(sopbienbriicfe in ’Jöicn. 


Dr. phil. Ä’äthe SBinbfcbeil), 

Mannt* Ärau*m<AH*nn. b-t* fid> namfntliA um bi* flu»- 
cuftd'unq bcc twibltdwn ^ilbunqitrrffns Mander* ’f'*r- 
t ieni:e m-erten dal. Vfitmn der üfipjiqcr ©omnaftairufff 
fut /.jaum, b*fl*H am 28. Suflufl ibirn 80 Gfehimtao. 


um au hem lebten frampfhaften ^ufammen- 
{(harren oon Stacht unb ©ewalt burch ben 
Kapitalismus ihre ©eelen ganj au jer- 
ftören, bann »iib es biefer ©iegeslaumcl 
fein. Das befiegt e Volt hat noch immer 
(Sinfcbr in fid> gehalten unb ift beffer ge- 
woroen. SUlit Besamung h^ben wir gc- 
(eben, was bie ftranaoM nach 1871 ge- 
lernt haben, roas wir nicht gelernt hatten 
Die Aufgabe ift beute fo, wie fie noch nie 
einem Volte gcftellt ift. Denn wenn wir fÜT 
uns felbcr gute, neue ^uftänbe fchaffen, bann 
[ebafltn wir fie für bie ganae 'Belt. 

(£s ift heute, wie es war, als bas Reiben - 
tum ju (Snbc gegangen war. Die Belt feufatc 
bem (Lbriftcntum entgegen. 6o feufat beute 
bie gefamte Belt, bie burch Krieg, Hun- 
gersnot, Äranfbeit, Unterbrüdung, Aus- 
beutung, Übermut, Ausfchweifung unb ©e- 
walttat oeraweifelt ift, ber neuen Keil ent- 
gegen, bic ihr (frlöfung bringen fou. Diele 
neue Seit au fchaffen, ift aber bie Aufgabe 
bcs beutfeben Volles. 





3n bet gat>t|d)ulc ber berliner (ctTafecnbabnen. 

tinfs: “Prüfung auf Kcaftionsläbigfeil ; bureb Ruicfcblub rletjluh hcrbcigcjubnci cZtfueJrciv Tic ffiirfung auf ben Prüfling wirb buicb einen Jtrratüt ungeuigi. 3n bei ÜRitlr: Safd, bic eine \u befabrente 
cilrecfe barftellt, mit marfierten Hinbcmiflcn, um bie (fntfcblufeldbigteit b« gübrei au Prüfen. 'Jtedjts: 3übrerlebilinflc an ben übungsftänben; c£d>altübungcn au| Rommanbc. 


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(Gefallene Äünltlpr. / i3on "profelTor Dr. fiturt OMafei 


(•^er Rriep bat grau|atne 
*i/(£nUe in ben UUiben 
unlerer jungen Äünftler- 
febaft gfboltcn. 2tiemanb 
übnt cs. toie oiele roerbenbe 
Salente ibm jum Opfer 
fielen, 'über man glaubt 
cs leben i'ftjt su Ipüten, 
nie ber 9tad>a>ucbs Ipär- 
lieber »arb. Unb eine ex- 
Idjrerfenb grobe gabl ge* 
rabe ber Beften, bie ju 
ben ftärfften ßulunftsboff- 
nun gen beutjeber Kunft 
wählten, fiel bem graufamen 
SJlorben jum Opfer. 

•Die Belt war basSter- 
ben gemobnt, 'JRenftben- 
leben ftanben niebrig im 
Äurfr, unb bie Allgemein- 
beit horchte faum auf. nenn 
eint fuxje *p reffen otij toie- 
ber ben $ob eines ftünft- 
Jets melbete. Keine ber 


Schulung, in einer Um* 
gebung. bie ju febarferer 
rlnlpannung ber Strafte an- 
trieb als bie minber friliithe 
Heimat. (Es geboxt au ben 
Derluften bes Strieges, baß 
biefe (Gruppe ^ufammen- 
balt unb Boben ocrlor. 
Unb Hamburg insbefonbe re 
mürbe mit bem Xobe jroeier 
feiner ftärfften .Talente um 
etnefchöne Hoffnung ärmer 
gemalt. 

0m ©egenlab ju ben 
Deutfch • Darifern ftanben 
bie bei ben jungen HRaler, 
beren Job Berlin beflogt, 
ieber für fieb- 3nBalbemar 
dosier mar etroas non ber 
naioen Sangeslufl bes Bü- 
gels, in feinem Berf et»as 
Don ber greubigfeit jüng- 
lingbaftcn Schaffens. So 
toar fein erftes großes grüb- 


Jtlbcti tb-cr. adalicn am 10. 3Rai 191'» bei 

»uomcllcs IffiranfTcicbi: tSelbllbilbnis. ®il ©enrbmi- 
gunfl bes IScvfao* »n (£. feeemann . kfeipwfl. 


beutfeben ftunflftäbtc blieb perlcbont. 2t un- 
eben beflogt biegübrer (einer gugenb, Beis- 
aerber unb SDRarc, Berlin 9tösler unb 
Berneis, Hamburg ocrlor jroci feiner Beften, 

Zöllen unb ’ÄoJam, bie Bbeinlanbe ^luguft 
9Rad« unb (frnft SDlattbes. Unb als fei es 
nicht genug bes Sterbens, folgten ihnen 
noch in her Seit bes Baffenftillftanbes 
Jbeo ».Brodhufen unb bie Bilbbauer i'ebm- 
brud unb SReftncr in Berlin. 

Dies finb nicht alle Flamen, nur einige 
oon ben am meiften befannten, unb unter 
benen, bie nod) nicht im gleichen 2Haße an 
bie Offentlichfeit getreten toaren, finb fießer- 
lid) manche, bie oon einem Heineren Greife 
oon greunben unb Berounbcrern mit nicht 
minberem 'Jlecbi betrauert toerben. So fei 
hier ber 9tame Beftermeiers genannt, eines 
Jtünftfers, ber mit (Ernft einen eigenen 2B eg 
ging, unb ben ein all&u früher lob um bie 
giücbte hurten HJlübtns betrogen h aI - 
Bielleicht ift es am liefften tragifcb, bas 
Scbicffal biefer SRamcnlofen, auf beren (Grab 
bie 9la<h»elt feine Strönae nirberlegt. Biel- 3 

leicht finb biejenigen minber au betlagen, 
beren Schaffen bureb einen frühen Hob gleidjfam oertlärt 
in ber ©ef<hi<bte foxtlcben wirb. Gs gibt Äünftler, beren 
Bcftimmung es au fein fdjeint, als Jünglinge babinaugeben, 
beren Äunft au erg mit bem (Empfinben ber gugenbaeit per- 
fnüpft ift, um in bie Steife ber SRanncsjabre einaugeben. 
i'ebmbrucf gehörte au ihnen, unb man meint es au oerfteben, 
roarum er fcianb an (ich felbft Legte. 3n anderer Bei|e feßien 
granj 2Rarc oor einem (Enbe ju ftehen, ab bie Kugel ihn 
bahinraffte. (Er hatte in feiner Äunjt im Gil|cbiilt gleicher- 
maßen einen Beg burchmeffen toie anbere in langen gabr- 
aehnten eines SDtcnfcbenlebens, unb fah man Anfang unb 
(Snbe, fo mochte man meinen, es fei bas lebte 'Bort ge- 
fprochen. bas biefem Spanne au lagen beftimmt gercefen ift. 

$ticht fo gingen anbere bobin, toie dlölten unb 9tafam, 
'Jtösler unb Berneis. Die briben jungen Hamburger ge- 
hörten au ber ©Tuppe beutfeher ftünftlcr, bic in 'Paris eine 
aweitc ?>eimat gefunben hatten. (Eine 3tcibe ber beften Ta- 
lente rou6s bict heran in ber ftrengen Sucht ber “parifer 




: fBcisgerfeer: Borfiabt. (Sus bm ^lacblaü i 



^Uben Wei>acrb<T; ^S|alem. •Äunfl^olle, pambuig.) 

lingsbilb. bas auf einer ber Seaefnonsousftellungcn in Berlin 
feinen tarnen mit eins au ben meiftgenannten roerten lieh. 
Unb |p blieben feine fonnig hellen i'anbfcbaftsbilber, in benen 
ein glücfliche5 Talent, eine freie, nicht burch innere "proble- 
matif gebundene Begabung leicht ausflrömte. ftreube an bei 
Belt fpricht aus biefen Bilbern, unb fle |ef}t fich um in eine 
Rreubc an ber fchönen 2Raterie ber garbe. (fs Hub bie 
Berte ber erften (Epoche eines Schaffens, bem breite (Entfal- 
tung oorausbeftimmt fchien. 3n ber lebten 3«t»or bem Rriege 
befebäf tiqtcn neue Aufgaben ben Äünftlcr. (Er mühte fich um 
bie Bewältigung ber gigur. (Es mären nicht alles rnbgültige 
i.'öfungen. a u benen er gelangte. Unb mitten aus neuen 
Dianen rifo ihn ber 5luf au ben Baffen. Dann traf ihn bie 
Kugel, unb bas Bert, bas (o fdjön begonnen, blieb für immer 
ein ebler Jorfo. 

Bleibt oon 3löslers Schaffen ber (Einbrud eines gfüdlichen 
Bollbringens, fo oon Berneis’ Berfen bas ©efübl eines 
großartigen Böllens. Benn Bcsltr fid) 
felbft malt, fo ift fein Blid nach auben ge- 
richtet. Benno Berneis’ Sei bftbifbnis i[t bas 
Bilb eines Sclbftbeobachters, eines grübeln- 
ben Droblcmatifers. Der Witter ©eorg, her 
Leiter am SWeere finb immer »ieber Berneis 
felbft, unb er hat noch oft feine eigenen güge 
gemalt, toie immer feine ©ebanfen bas Pro- 
blem feiner ftunft umfreiften. (Es »ar ein 
genialifcher 3 u fl in biefem Äünftler, beffen 
Bollen ftrls nach ben böcbften Sielen langte, 
ber fich in einer inneren Droblematif per* 
arbrte, rocil er Pergebens bie geffeln feines 
Talentes au fprengen fich bemühte. Sein 
dufteres Schidfal »ar bas ©leichnis feines 
inneren (Erlebens. <f r »ar ein fühner Leiter, 
unb er Dollbrachte roagemutige .Taten brau- 
feen im gelbe. Dann oertaufchte er bas 
Dferb, bas immer bie Ceibenfchaft bes Dtalers 
»ie bes 'JRenfchcn gemefen mar, mit bem 
glugaeug, unb aus ben Cüften ftürate «r aur 
»Erbe, aerfcheUte fläglich om Baben, ^uch 
in feiner Kunft magtr er ben glug. (Er 
»ollte los oom Boben ber Birflicbfeit. (Sr 
»agte fi<h empor ins Brich ber *phonlafie. 
(Er erfanb große Kompofilionen. 5Iber er 
oemichtete felbft bas ©efdioffene, bo er am 
uneben ) eigenen Berte fein ©cnügen fanb. So bleiben 


«int*: “Jtuflud 9Rade: ttier aWät«ben. 3n bei 3Ritle: 'Suguft 35iod.", gclatleii am 2(3. eepltmb« 1914 bei Prrthrs I« futlus in bei (Lbampagne. Kecbls: 'Äuflult Slade: eanblhatl mit gabiif. 


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©albernd! Aoskr: (Sonnenaufgang am iPiccr 


©albcmar Aoskr ; V'anMdjaft im SDtai. 


nid>t ttielc ^rugniffe eines bobenStunftwollens aurüd. 3Kan benft an jenen Leiter amHleer, 
ber |a feft eingefpannt »ft in bie oier rabmenben Linien, ber |o DCT|ebieben ift pon Sieber- 
mannsCöfungen ber gleichen Aufgabe, an ben grofcen Witter (Georg, ber bas glüdlid>fte©erf 
bes Zünftlers geblieben ift, unb an bie Berlucbe eines groben Bertünbigungsbilbes, oon 
benen nur ein paar idböne Fragmente übrig finb. lieber malte Bctncis fid) felbft, unb er 
beugt fi<h unter ber Saft ber „änfpiration", bie ein (Genius aus ben Säften ibm auträgi. 

-fflas Berneis in einem einaigen (übnen 6 cbmungc unb allein aus ficb felbft ju 
erreichen fuebte, um bas bemühte f< 4 > Ulbert ©etsgerber in rub«g ftetign Arbeit unb 
in bem fixeren Bcrpufjtfein, tafe nur mit bem fbanbwerf bie gorm Heb entwidelt. <£r 
legte in SJtünc&en ben ©runb feiner ft unft, unb er gehörte }u ben heften ber jüngeren 
(Generation, bie bem ftagnierenben ftunftleben ber baprifchen frauptftabt neues 'Blut 
gufübiten. tfr übte fonlequentc öellmalerei unb galt als übcrjeugier Dmpreflipnifl. 'Bis 


BilbeT baben ben 3lcia liebens- 
toürbigen gläebenfdjmudes, aber 
es fehlt ber ftarfe $n>ang felbft- 
gegebener Binbung. SERacfe tnar 
mebr ein (ImpfinbeT als ein ©<• 
ftalter. Darum banfte ibm bas 
rbeinifebe ftunftleben ftarfe 'An- 
regungen, unb barum bebeutrt fein 
•lob einen febmeren Betluft für 
Teine engetc Heimat. Aber cs 
febeint auch, bah bie leichte unb 
ein menig ober flccfcl iebe Art feiner 


•tiHilt'cmüi Aoslct, + am 1t. Tcwmbrr ISMO im i'a.wicu cu Aro; 
tcIhflbilPnis. 


ftunft bem ©efen bes Abeinlänbers in itgenbeiner 
■JBeife enlfpricbt, wie ©cisgerber als Vertreter ber 
Hlündmer ftunft tenntlid} n>irb mit 
einer Steigung jur Ateliergetpanbt- 
beit unb gelebter BeTarbeitung 
frember (finbrüde, n>ic_9lös(ers un- 
mittelbares STCaturgefühl ibn ber 
neueren Berliner Scbultrabition 
enger perbinbet. 

Allen abei ift cs gcmcinfam, bah 
bei -Tob fie abrief, ebe fic ben ent- 
febeibenben (Schritt rom .liinglings- 
jum 'Blanncsalter ju tun oermoeb- 
ten, unb mit jebem pon ibnen dct- 
Ipr bie Stunft ihrer öcimat eine 
ihrer ftärfften (stufen. Die 2Rünch- 
nci (Seadfion ift Derroaift, feit ©eis- 
gerber riebt mehr ift, ber bas Bei- 
trauen unb bie Achtung piclcT bc- 
fofe Am Abrin n»aj 'Hl ade bei 
ienige. ber bas ficbcrjtc ©cfiibl für 
bas i'cbcnbigc mit einer ftets bc 
reiten Tatfraft oerbanb. M Berlin 
mar Hoslcr eines ber ftarfflcn Ta- 
lente unb einer ber oorausbcitimm- 
ten gübrer ber 6 eje|fier. beren 
CstcucT mehr als je einer fr ften 
Öanb bebarf. Cie alle füllte ber 
Jlrieg, unb mir jeher einzelne lang- 
(am er fl , roern brr griebe wieba- 
frbrt. ficb beroufot werben rnirb, 
tras ibm in biefen fcblimmert fahren 
Dcrlorenging, fo roerben bic l'üdcn, 
bic jene gefallenen Rünftler hinter- 
liefern, uns fühlbarer treiben, trenn 
hic Seit bc5©icbcraufbauea beginnt. 


Benno Bernds, gefallen am ft. 'jluquft HUB als glirgrr im 
ttiflfampf bei tst-teuplct; €clbftbilbni». 


Benne Bernds: Aitter ©eng. 


et, febon ein ((beinbar fertiger, nach 'Pari« ging unb nochmals ein 
Cernenber würbe, fich ber neuen gaibenanfcbauung bingab unb bie 
£<h r * n t£eaannrs in fiefe aufnabm (buchte Bernds gleichfam aus 
bem 9 li(bt 5 emporjufteigm, fo baute ©eisgerbei forgfam auerft bie 
gunbamente feiner Runft. (Sr mar ein ungewöbn liebes Talent, 
unb es fpracb für feinen fünftlerifcbcn (Srnft, bafj er mehr an ftdfe 
felbft arbeitete als an fcfenell au fertigen ben Bifbern. 60 ift Dteles, 
Ȋs in Ausheilungen au febeti toar, dpy allem, toas tiadb {einem 
frühen Tobe aus ber ©erfftatt ans Tageslicht (am, Auscinanber- 
jefeung mit ficb felbft unb mit ber ftunft ©röfcerer, beren ©erf 
ihn innerlich bebrängte. Aber es finb, &umal unter feinen lebten 
Arbeiten, 6 d)öpf ungen, bie als Bereicherung beutjdxn J\unft- 
befi&e» gelten bürfen, mie jener Abfolom, ben bie Hamburger 
ftunftballe glüdlicb genug toar, a u enoerben. T>a ift mehr als 
ein fühner ©urf, ba ift zugleich ein lieberes ©cftaltcn, ein 
farbiger Bau, in bem bie ^ufälligfeit impreffioniftifcher Bih- 
form in einer neuen (Seleb liebfeit aufgehoben toirb. 

Beroubter noeb als ©cisgerbcr ift Augu|t Hlade biefen ©eg 
gegangen. Als Aheinlänber lebte er näher pon Baris, tto bie 
neuen ßormeln geprägt würben, unb man fann ben (finbrud 
gewinnen, als habe er ein wenig &u (eicht ficb ihnen oerfefcrie- 
ben. 5)i< Aeiae biefer Äunft liegen au nabe bet Obetfla<fce. Die 
garbe ift blühenb, aber fie ift ihres materiellen iSigencbarafters 
nicht entfleibet, unb bie gorm ^erlegt ficb nach einem ornamen- 
ta f en ©efefj Die neue Bilboorftcllung ift weniger innerlich ©er- 
arbeitet als äußerlich oerftanben. £s ift ein anmutiges 6 picl, bic 


Benno Benins: Adler am Ate er. 


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gtftc ttoburfl; btt 'Surflbof mit gürftenbau unb üutberfapelic. 9lad> ctntt 3ei*nung Bon Heribert -»abnBorf 





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T>ie ©cfa^rcn bcs Jpocfjflebirges : SJlieberbrecfjenbe 6cf)neei 



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!e auf einem ©rot. 9tod) einer 3^i<i)nung non grnfl 'Plafc 


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•Bitdjjg 's^«ß uoa ujiuqcujnu uaipJiqdtutJaioqd qjoig »qw® «q Jnu 





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WILDEFÜER. 

EIN ROMAN AUS ALT» H I LDES H EIM VON PAUL SCHRECKEN BACH 


(W Fartarlixsg ) 

D er Ratsherr zog den Mund in die Breite. „Dein Vater fragt keinen 
Menschen bei dem. was er vorhat. Wie sollte er dich darum fragen? 
Er bringt ein Ding zu Ende und stellt es dann vor die Leute hin und 
spricht: Findet Euch damit ab! Was hattest du ihm auch wollen sagen, 
wenn er dich zuvor gefragt hätte?“ 

„Widerraten hätt' ich 's ihm!“ rief sic heftig. „Zehnmal widerraten! 
Was kann daraus auch Gutes kommen? Wenn Christof von Hagen heim- 
kehrt und findet Lucke als eines andren Weib — Herrgott!" rief sie 
plötzlich und sprang auf. „gibt 's denn keine Treue mehr auf Erden? Ich 
mochte das Mädchen nicht leiden, aber daß sie untreu werden könnte, 
das hätt’ ich nie. nie geglaubt. Gerade von der nicht, die doch im 
Glauben so treu ist,“ 

„Da siehst du, was die vielgerühmte Treue der Weiber zu bedeuten 
hat“, entgegnete Tilo Brandis und war auf eine schnelle und spitze Ant* 
wort seiner Frau gefaßt. Aber sie war so von ihren Gedanken hin- 
genommen, daß sie seiner Bemerkung gar nicht achtete. „Was soll das 
werden, wenn Hagen wiederkommt?“ seufzte sie. „Er ist dem Vater 
schon feind um des Glaubens willen. Von nun an wird er sein Tod- 
feind werden, und es mag wohl zu bösen Dingen kommen. Du weißt, 
wie locker ihm das Schwert sitzt.“ 

Der Ratsherr machte ein verschmitztes und geheimnisvolles Gesicht. 
„Ich will dir etwas sagen: Der Hagen kehrt vielleicht so bald nicht wieder 
nach Hildesheim zurück, oder wenn er zurückkehrt, wird er gerichtet. Es 
ist etwas geschehen mit ihm vor etlichen Wochen, ich weiß nur noch nicht, 
was. Es heißt, er habe deinen Vater heimlich auf der Landstraße an- 
gefallen, habe aber den kürzeren gezogen und sei geflohen. Daß du 
aber um Gottes willen stille bist, wenn der Vater kommt, und dir nichts 
merken läßt! Du weißt von gar nichts, — hörst du? Ich habe auch 
nur so davon läuten hören.“ ' 

„Aber der Vater war ja in den letzten Wochen gar nicht über Land!" 
rief -Frau Gesche, die mit erschrockenen Augen zugehört hatte. „Er kann 
ihn doch nicht in der Stadt überfallen haben? Er darf ja gar nicht in 
die Stadt.“ 

„Wie ich dir sage, ich weiß nichts Gewisses und nichts Näheres. Aber 
etwas ist geschehen, das wird schon richtig sein. Und wie ich deinen 
Vater kenne, so wird er ihn damit zu fassen vAsseo. Er wird auch sehr 
wohl daran tun, wenn er ihn faßt und am Ende zwingt, die Stadt ganz 
und gar zu melden und nach Braunschweig oder Goslar zu ziehen. Denn 
es ist kein Zweifel, daß Hagen, wenn er wiederkommt, der Führer der 
Gemeine wird wider deinen Vater und den ganzen Rat. Er ist der Ab* 
gott der geringen Leute, und es wird davon gemunkelt, er habe einen 
heimlichen Bund gemacht mit vielen in der Stadt, daß der Rat solle ge- 
stürzt und die reine Lehre solle zum Siege gebracht werden Ln Hildes- 
heim. Wäre dein Vater klug, so gäbe er beizeiten nach und verwilligte 
dem Volke ein paar Kirchen, wo es möchte in Gottes Namen das Evan- 
gelium hören und die Lieder singen, die cs zu singen begehrt. Aufhalten 
wird er den Wagen doch nicht mehr, der ins Rollen gekommen ist, und 
so retteten wir zum wenigsten unsre Stühle. Aber es ist ja mit dem 
Vater über solche Dinge nicht zu reden.“ 

Frau Gesche nickte und blickte schweigend vor sich nieder. Dann, 
hob sie den Kopf und sah ihren Mann scheu von der Seite an. „Tilo.“ 
sagte sic mit leiser Stimme, „glaubst du, daß uns der Vater noch wirk- 
lich traut?“ 

„Ja. das glaube ich wohl. Täte er ’s nicht, so hätte er längst schon 
etwas gesagt- Wie kommst du darauf?“ 

„Er blidet midi manchmal so wunderlich an.“ 

„Ach, das bildest du dir gewißlich nur ein! Ich glaube fest, er miede 
unser Haus, wenn er ahnte, daß wir heimlich in Gottes Wort lesen. Aber 
wunderlich sieht dein Vater jetzt zuweilen in Wahrheit aus, er trägt manch- 
mal ein sonderbares Wesen zur Schau, fährt auf und wird zornig um ge- 
ringer Dinge willen und läßt größere Dinge außer acht.“ 

Frau Gesche seufzte. „Ich meine. Tilo, er trinkt zuviel.“ 

„Ach was!“ erwiderte der Ratsherr. „Ein guter Trunk hat noch nie- 
mandem geschadet!“ Er ärgerte sich über die Bemerkung seiner Frau, 
denn er fühlte damit in se nem Inneren einen wunden Punkt berührt. 
„Hast du deinen Vater schon jemals trunken gesehen?“ 

„Nein, nicht im geringsten“, Entgegnete Frau Gesche. „Wir wollen 
darüber nicht streiten. Aber ausreden laß ich mir ’s nicht, daß der viele 
schwere Wein ihm schaden muß.“ 

Der Ratsherr ward einer Antwort überboben, denn vor der Tür näherten 
sich feste Männerschritte dem Hause, und die Töne einer Gitarre ei klangen. 
Zugleich schrien die Jungen von oben her; „Dürfen wir? Dürfen wir?“ 
„Potztausend, die kommen uns über den Hals!“ rief er und ergriff 
rasch das Licht, das auf dem Tische stand, um die Kerzen der Krippe 
anzuzünden. „Kommt herunter!“ 

Mit unglaublicher Schnelligkeit folgten die drei seinem Rufe und stürzten 
sich laut jubelnd über ihre Geschenke her. Die beiden Ältesten standen 
gleich darauf in ihren Hemden da. um sich sofort die neuen Gewänder 
von grauem Tuch mit roten Aufschlägen anzuziehen. Der Jüngere, der 
der Kunst des Aus- und Anziehens noch nicht mächtig war, forderte un- 
gestüm von der Mutter diesen Dienst. 

Inzwischen war Hans Wildefüer eingetreten, und ihm auf dem Fuße 
folgten vier Männer, die Masken vor den Gesichtem trugen und in bunte 


Gewänder gekleidet waren. Einer trug eine Stange, an deren Spitze ein 
goldner Stern erglänzte. Ihre Häupter waren mit Kinnen von Flittergold 
geschmückt. Die gewaltigen Glieder des Längsten unter ihnen hüllte ein 
feuerroter Mantel ein, auf den ein ebenso feuerroter riesiger Bart hernieder- 
wallte. Das war der böse König Herodes, der die heiligen drei Könige 
begleitete, was zwar nicht der Überlieferung der Schrift, wohl aber dem 
alten Herkommen gemäß war. 

Die drei stimmten ihre Tonwerkzeuge, eine Geige, ein« Gitarre und 
eine Gambe, und begannen dann ihr altes Lied, das anhub mit den Worten; 

„Im Namen des lieben Jesulein 
Treten wir in dieses Haus hinein. 

Wir treten hinein ohn’ allen Spott: 

Einen guten Abend, den geb’ Euch Gott! 

Einen guten Abend, eine fröhliche Zeit 
Hat Euch der Herr vom Himmel bereift 
Den Herrn, den wollen wir loben und tun, 

Die heiligen drei Weisen mit ihrem öuru.~ 

Frau Gesches Gemüt wurde bei den feierlichen und lieblichen Klängen 
dieses Liedes so bewegt, daß ihr die Tränen über du- Wangeu liefen. 
Als sie verstohlen nach ihrem Vater hinblickte, sah sic. daß auch ihm 
die Augen feucht waren. Sie dachten wohl beide an dasselbe zurück: 
An viele Weihnachtsabende, die si* mit der lieben Mutter verlebt batten. 
Noch voriges Jahr war sic mit ihnen fröhlich gewesen in ihrer stiücn 
Weise, nun ruhte sie schon seit Monden in ihrer Gruft Eine uneodl.che 
Sehnsucht nach der Verstorbenen wallte auf in dem Herzen der kräftigen 
Frau, die sonst nichts weniger als weich war ; sie wäre am liebsten in 
ihre dunkle Kammer geeilt und hätte sich dort auv^eweint. Aber als 
Gattin und Mutter mußte sie auf ihrem Posten auslurreu und du